Autokennzeichen mit Buchstaben und Zahlen, indisch-arabischen Ziffern

Die spinnen, die Römer! Deutsche Autokennzeichen werden mit römischen Ziffern ausgestattet

Berlin, Deutschland (Kultexpresso). Manchmal freut man sich, dass die Politiker und Bürokraten so viel Freizeit haben. Der seit Generationen überlieferte Büroschlaf, Thema vieler Karikaturen in Tageszeitungen (als es noch Zeitungen gab, oder Karikaturen), findet oder fand wohl eher in der öffentlichen Verwaltung denn in der freien Wirtschaft statt. Doch römische Ziffern auf Autokennzeichen? Geht das nicht zu weit? Doch es ist wahr!

Diese Sache schlägt dem Faß fast den Boden aus, so dass es mal wieder Zeit ist, ein Fass aufzumachen. Zudem jetzt am Ende der Fastenzeit. Für Burökraten könnte man „Handlungsfasten“ vor Ostern einführen. Ausgenommen natürlich bei BER, Elbphilharmonie, Staatsoper und anderen Fässern ohne Boden, wo als bodenlose Frechheit täglich Millionen in nicht vorhandene Löcher gestopft werden. Auf deutsch: versenkt.

Und jetzt das: Schon wieder eine Neuerung: RÖMISCHE ZAHLEN AN KENNZEICHEN AN AUTOS; äh, Entschuldigung, Kraftfahrzeugen.

Blöde Neuerung? Römische Ziffern an Autokennzeichen!

Autokennzeichen mit Buchstaben und Zahlen /Ziffern
Links: Lateinischer Buchstabe, in der Mitte zwei römische Ziffern (2) und rechts eine arabische. Aktuelles Autokennzeichen (Ausschnitt). © 2018, Foto/BU: Dirk Fithalm

Wir waren Zeugen der jüngsten Verschlimmbesserung. Römische Ziffern? Abgesehen davon, dass in der Bundesrepublik sowieso kaum noch jemand deutsch spricht, können auch viele Deutsche nachweislich römische Ziffern nicht lesen, geschweige denn vorlesen.

VII wird da schon mal zu „V i i“, sprich „Vau -i-i“. Oder VI zu „Vau-eins“. Ungelogen war ich Zeuge solchen gesprochenen Geschehens und der Entrüstung einer Direktorin, um nicht zu sagen: Fassungslosigkeit. Doch es ist wahr.

Und nun, da immer weniger deutsch lesen können und unser bundesdeutsches Selbstbewusstsein durch PISA gepiesackt wird, sollen wir auch noch Probleme mit den Zahlen bekommen!

Ein Trick von Verlegern, die mehr Nachhilfebücher mit Mathe für Kids verkaufen wollen? Z.B. „Elterncoach Mathe: Sicher helfen bei Hausaufgaben & Co.“ und „Lernen interaktiv Mathematik – Die ideale Nachhilfe am PC“? Bisher konnten wenigstens die Eltern Kopfrechnen.
Jetzt wird man immer mehr Kunden gewinnen für Bücher wie dieses von Benjamin Prüfer: „Mathe für Mamas und Papas“.

Ich wusste gar nicht, dass auch Verleger genügend Geld für Lobbyarbeit haben. Ich dachte, das wären nur Pharmaunternehmen, Beraterfirmen und Waffenhersteller.

Müssen wir uns jetzt an VI, IV, I und II auf Autokennzeichen gewöhnen?

Jetzt haben wir also den Salat. Den Buchstabensalat. Dabei können sich die Römer ja noch nicht einmal einigen, wie sie denn die „4“ schreiben:

„IV“ oder „IIII“, wie auf vielen alten Uhren zu sehen?

Wer noch nicht mal bis drei zählen kann, sondern nur 1+1 zusammenrechnen, dem kann man „5+3 = 8“, also VIII kaum zumuten. Oder gar im zweistelligen Bereich „XII“, also 10+1+1= 10+2= 12. Oder „XI“.

Von der Subtraktion ganz zu schweigen: „IV“ oder „IX“ statt „4“ und „9“. Und warum subtrahiert man eigentlich bei IV und IX, nicht aber bei „VI“ und „XI“. Fragen über Fragen.

Autokennzeichen wie S – VI 202, B – II 7122 oder HH – IV 1234 sind jedenfalls ab sofort laut Gesetz und Straßenverkehrszulassungsverordnung erlaubt und erwünscht. Seit dem 1. April 2018.

Wieder haben die Parlamentarier die Ferien ausgenutzt, hier die Osterferien, um so ein perfides und überflüssiges Gesetz durchzuboxen und jetzt müssen wir Bürger uns das jeden Tag ansehen!

Bis einem die Augen tränen, zum Heulen.

Oder sind es Freudentränen? Wir haben ja sonst kaum noch was zu Lachen.

– Weiteres rund ums Auto:

Autos sollen nach Farben sortiert werden. „Unser Dorf wird schöner“ in Berlin




Szene aus dem Film "The Limehouse Golem".

Bill Nighy galoppiert im Gothik-Gruselthriller „The Limehouse Golem“ als Inspector John Kildare durch Londons Gassen und Gossen

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Im Bezirk Limehouse der britischen Hauptstadt muss Bill Nighy als Inspektor John Kildare eine Mordserie lösen und zwar zu einer Zeit, in der auch der Dichter und Denker, Philosoph und Ökonom, Journalist und Protagonist der Arbeiterbewegung Karl Marx, der auch sowohl in einer Staatsbilbiothek als auch durch Limehouse geistert, in London lebte.

Szene aus dem Film "The Limehouse Golem".
Eine Szene aus dem Film The Limehouse Golem“ mit mit Douglas Booth und Eddie Marsan. © Copyright 2016 Number 9 Films (Limehouse) Limited / Nick Wall

In einem Viertel, in dem die Belogenen und Betrogenen wohnen, Armut und Elend zuhause sind, jagt Inspektor John Kildare mit Hilfe von Constable Flood (Daniel Mays) einen Mörder, der völlig durchgeknallt scheint und seine Opfer barbarisch zurichtet, aber auch Poesie hinterlässt und also Spuren legt. Kildare kommt mit der jungen Schauspielerin Lizzie Cree (Olivia Cooke) in Kontakt, die wegen Mordes an ihrem Mann zum Tod durch den Strang verurteilt werden soll. Kildare will sowohl die junge Frau retten, also auch den Mörder, der im Milieu der Bühnendarsteller zu Hause scheint, fangen.

Szene aus dem Film "The Limehouse Golem".
Im Bild die Darsteller Bill Nighy, Daniel Mays und María Valverd in dem Film „The Limehouse Golem“. © Copyright 2016 Number 9 Films (Limehouse) Limited / Nick Wall

„The Limehouse Golem“ von Regisseur Juan Carlos Medina ist von vielem Etwas und von dem ein wenig: Horror- und Historienfilm, Komödie und Tragödie, Polizei- und Kriminalfilm, Gothik-Gruselfilm und Thriller, aber vor allem anspruchsvolles Erzählkino, das auf einem Roman des historisch bewanderten Autoren Peter Ackroyd aus dem Jahr 1994 basiert. Jane Goldman schrieb das Drehbuch, das zwischen geschichtlichem Matsch und gehobenem Krimi zu schwanken scheint.

Ursprünglich sollte Alan Rickman die Rolle des Inspektor vom Scotland Yard im viktorianischen London übernehmen, doch seine Gesundheit schwand und Nighy übernahm. Rickman starb im Januar 2016 an Krebs.

Fotoreportage

Mehr Bilder zum Beitrag in der Fotoreportage zum Gothik-Gruselthriller „The Limehouse Golem“ im KULTUREXPRESSO.

Filmografische Angaben

Szene aus dem Film "The Limehouse Golem".
Olivia Cooke überrascht mit ihrer darstellerischen Leistung in dem Film „The Limehouse Golem“ angnehm. © Copyright 2016 Number 9 Films (Limehouse) Limited / Nick Wall

Originaltitel: The Limehouse Golem
Land: UK
Jahr: 2016
Regie: Juan Carlos Medina
Buch: Jane Goldman nach einem Roman von Peter Ackroyd
Kamera: Simon Dennis
Musik: Johan Sonderqvist
Darsteller: Bill Nighy, Douglas Booth, Olivia Cooke, Eddie Marsan, Maria Valverde, Sam Reid
Lange: 109 Minuten
Im BRD-Kino: ab 31. August 2017
FSK: ab 16 Jahren
BRD-Verleih: Concorde Filmverleih
Web: www.limehousegolem-film.de

Anmerkung:

Vorstehender Beitrag von Ole Bolle wurde unter dem Titel „Marx mit Messer und Bill Nighy als Inspektor John Kildare mit Mühe beim Lösen der Morde in Limehouse im WELTEXPRESS am 28.2.2018 erstveröffentlicht.




litauischer "Ameisenhaufen": Verköstigung für jedermann am Litauenstand der Grünen Woche IGW

Ein Ameisenhaufen. Gut besuchte Grüne Woche in Berlin, deutschschweizer Dialekt, litauische Leckereien und ein Besuchstipp

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wer am 19. Januar, dem 1. Messetag der Internationalen Grünen Woche (IGW), ins Tagesprogramm schaute, durfte die Augen aufreißen: Ein litauischer „Ameisenhaufen“ war angekündigt. Mit Verköstigung für jedermann von 11.50 bis 15 Uhr am Litauenstand.

Lebende Tiere auf der Grünen Woche

Nun gibt es ja so manche Tiere auf der IGW. In Halle 3.2 den Erlebnisbauernhof mit Rindviechern (böse Zungen behaupten, die seien manchmal auch in anderen Hallen zu finden). Die holländischen Hummeln in Halle 18. Und dann natürlich Halle 25, die Tierhalle.

Insekten essen?

Ameisen sind nahrhaft, unter anderem für Ameisenbären. Wie war das mit den Aborigines? Aber in Europa, als litauische Spezialität? Auf einer der größten Messen Mitteleuropas in einem G7-Staat?
Im Rahmen einer Pressekonferenz im Vorfeld untersuchte ein Wissenschaftler der TU München, was denn am „Allheilmittel“ Insektennahrung dran sei. Er entzauberte viele Mythen. Aber er ging eher auf Heuschrecken ein und dass bei den Forschungen nicht die fliegende Art gezüchtet wird. Aus Sicherheitsgründen.
Kaum die Rede von den staatenbildenden Insekten, die in Alphabetbüchern für Kindern gern das ABC einleiten.

Noch ein ganz bisschen weiter hinten im Alphabet als die Heuschrecken stehen die Hummeln, doch die werden in Holland und den ganzen Niederlanden zur Bestäubung der Pflanzen eingesetzt, um Tomaten und ähnliches Obst und Gemüse zu produzieren. Ein Nutztier, dass man zum Fressen gern hat, aber nicht isst. Zur Freude der Veganer.

Eine litauische Spezialität

Chinesen essen alles, sagt man. Doch welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Haufen Ameisen aus dem Baltikum? Weiß man sich zwischen Wilna und Kaunas, zwischen Klaipeda (Memel) und russischer Grenze nicht anders zu helfen, als die Ameisen zu verspeisen? Wird man der Ameisen sonst nicht Herr, die haufenweise herumliegen?

Der Ameisenhaufen

Wir müssen den Ameisenhaufen wohl auflösen, beziehungsweise das Rätsel dahinter.
Ameisenhaufen heißt auf litauisch „skruzdelynas“. Es ist auch der Name einer süßen Köstlichkeit, ein Teil des kulinarischen Erbes des kleinen Ostseeanrainers. Dort werden nicht etwa Ameisen gebraten und gezuckert, sondern verschiedenste Gebäckwaren kunstvoll aufgetürmt. Diese werden dann mit Mohn bestreut und Honig überzogen (also doch Bärennahrung!). Der riesige Haufen für alle, die früh genug auf der Messe und in Halle 8 waren, wurde vom Landwirtschaftsministerium präsentiert.

Rund zwei Meter hoch wurde das Naschwerk und wog „um die 200“ Kilogramm. Es wurde erst auf der Messe dekoriert, aus feierlichem Anlass. Danach wurde verköstigt.

Das Schlemmerereignis war bis 15 Uhr eingeplant. Um 15.30 entstand das Photo. Erst zwischen halb vier und vier war tabula rasa: der große, flache, quadratische Tisch mit den hochstehenden Kanten war geleert. Spektakulär! Spektakulärer als Spekulatius, spekulieren wir.

100 Jahre Litauen

Ein Jahrhundert ist es erst her, dass Litauen gegründet wurde. Deswegen in diesem Jahr eine zünftige Hundertjahrfeier. Die Unabhängigkeit wurde am 16. Februar 1918 erklärt und am 11. März 1990, Gorbatschow sei Dank, nach einer langen, leidvollen Geschichte wiedererlangt.

Heute ist Litauen mit 65.300 Quadratkilometern 25mal so groß wie Luxemburg (genauer 25,25 mal so groß).

Die Stadt Berlin (oder das Land), in der die Grüne Woche stattfindet, hat eineinviertel mal so viele Einwohner (3,575 Millionen). Es gibt also etwa 2,8 Millionen Litauer.

Die Ameise

Das kleine erstaunliche Tierchen, über dessen Kopf hinweg wir Menschen und Menschchen bestimmen wollen, ob es gegessen wird oder nicht, bildet Staaten wie die Bienen. Die Bienen, von denen Einstein das Überleben der Menschen abhängig macht, sind vielleicht noch einen Tick erstaunlicher.

Beide sind jedenfalls ein guter Grund, so manchen Kanister Glyphosat verschlossen zu lassen. Denn wenn es den Bienen an den Kragen geht, ist der Ofen aus.
Manche Schreiberlinge sprachen im Zusammenhang mit den Chinesen in der Volksrepublik China, besonders unter Mao Zedong, von den „blauen Ameisen“. Die einer Uniform gleichende blaue Standardkleidung und die Emsigkeit der chinesischen Arbeiter, die Berge versetzten, führte zu dieser Wortwahl.

Schweizerdeutscher Reichtum: Ameisen zum Anbeißen und Ambeisse

Statt Menschen nach Tieren zu benennen, nennen die Deutschschweizer Tiere nach, ja wonach eigentlich? Manchmal, so scheint es jedenfalls nach Tieren.

Unter dem Motto „Grüezi Berlin“ gibt es am Stand der Schweiz in Halle 17 Postkarten, auf denen ein Geständnis steht.

„Wir verstehen uns manchmal untereinander selbst nicht“.

Das liegt an den Dialekten.

Manch deutschsprechender Schweizer findet Ameisen zum Anbeißen; das läßt zumindest die Vokabel „Ambeisse“ vermuten. Man schriebe „Ambeiße“, hätte man denn das „ß“. Doch die Schweizer sind reich und nett.

Die Schweizer sind reich und nett

Reich genug, um auf einen Buchstaben zu verzichten. Nett, weil so die Sprecher der drei anderen Hauptsprachen der Confoederation Helvetica entlastet werden. Sie kennen nur das s und Doppel-s. Man konzentriert sich innerschweizerisch auf das Erlernen wichtiger inländischer Fremdsprachen und erreicht so Mehrsprachigkeit und Einheit in der Eidgenossenschaft.

„Ham“ sagt man schon mal innerfamiliär, wenn man zubeißen will. „Hambeissi“ ist nicht denglisch für „Schinken ess ich“. Es ist wie „Ambeesse“ und „Umbeisse“ in anderen Kantonen oder Dörfern ein Ameisenwort.

„Aaweissi“ auch; es bedeutet nicht: „Ah, das weiß ich!“

„Embesse“ ist auch nicht pidgin für Botschaft (embassy), sondern – Sie wissen schon.
„Uuwaisse“ keine Berliner Weiße, „Èmèès“ kein Mais und nicht der Plural von EM (effektive Mikroorganismen). „Umpeisse“ sagt man mancherorts, „Bumbessli“ erinnert an Bumblebee, die Hummel. In „Immesse“ könnte man die Imme hören, in „Äbes“ schwäbisch.

„Oomeisele“ enthält eine Meise, „Bääramsle“ Bär und Amsel, „Wurmöisli“ – ja, genau.
Mit „Ampeissele“ und „Aambeissig“ sind wir wieder am Anfang angelangt. Wenn die Schweizer sparen, dann nicht am Wortschatz.

Die „Stecknadel“ und die „Tüte“ bringen es übrigens nur auf ein Dutzend Wortvarianten, der „Hahn“ erstaunlicherweise nur auf 10. Die wichtige „Katze“ immerhin auf 14 Wörter neben dem Hochdeutschen.

Bei der Ameis‘ wimmelt es geradezu von Varianten (anderthalb Dutzend).

Wie man um den Ameisenhaufen“ herumkommt

Die ganze Grüne Woche ist ein „Ameisenhaufen“. Ganz besonders voll ist es am Samstag und auch der Freitag ist gut besucht. Die Menschen, die den Ameisen größenmäßig am nächsten kommen, Kinder unter sechs Jahren, haben an allen Tagen freien Eintritt.
Doch wann sollte man sich aufschwingen, wenn man Gewusel und Gewimmel nicht mag?

Ein Sonderangebot der Messe Berlin lässt aufhorchen: Das Sonntagsticket. Es ist im doppelten Sinne günstig: Es kostet nur 10 Euro, für Schüler und Studenten 5, und sonntags ist es leerer! Wirklich, man sollte es kaum glauben.

Auf den Leitmessen ITB und Frankfurter Buchmesse gab und gibt es Fachbesuchertage. Die Allgemeinheit darf erst am Wochenende hinein oder ab Freitag. Dadurch ist es Samstag und Sonntag dort besonders voll. Denn ähnlich wie am Kudamm die normale Fahrspur auch von Taxis und Bussen benutzt werden darf ist Fachbesuchern am Wochenende der Besuch natürlich nicht verboten.
Bei der Internationalen Grünen Woche ist das etwas anders.

Auswärtige nutzen am liebsten den Freitag (bekanntlich der stärkste Reisetag bei der Deutschen Bahn) und den Samstag für einen Besuch. Der Sonntag dient als Reisetag, zur Erholung und Vorbereitung auf die Arbeitswoche; Gläubige brauchen auch noch Zeit für den Gottesdienst. Um diesem Ungleichgewicht entgegenzusteuern, führte die Grüne Woche die Sonntagseintrittskarte ein. Auch die Schulklassen kommen eben zwischen Montag und Freitag.

Wer Geld – und Zeit beim Messerundgang – sparen möchte, sollte also am besten auf den letzten Tag der Woche setzen.

weitere Berichterstattung über die diesjährige Grüne Woche:

Sie laufen durch Hessen und Partnerland Bulgarien … Die Internationale Grüne Woche ist auch ein Ort für Musik, Tanz und kleine Konzerte

https://www.gruenewoche.de/




Unter dem neuen Palazoo-Zelt am Bahnhof Zoo, Hertzallee. Einer der wenigen Pfeiler.

Palazzo? PalaZOO! Hans-Peter Wodarz und Kolja Kleeberg mit Super-Zelt auf ehemaliger Riesenrad-Freifläche am Berliner Zoo

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Palazzo wird langsam erwachsen. Die Kinderkrankheiten sind ausgestanden, das Konzept ist geblieben. Jedes Jahr eine neue Show, beste Musik und ein exquisites Vier-Gang-Menü. Doch was nützte es, falls man nicht gerade auf dem Super-VIP-Logenplatz direkt vor der Bühne saß?

Viele Plätze im zweiten und dritten Ring waren ganz gut, doch die Pfeiler versperrten zu oft die Sicht auf die Künstler. Diese weigerten sich, im freien Sichtfeld eines bestimmten Zuschauers zu jonglieren, tanzen, singen und springen – sie bewegten sich ständig!

Sogar wenn sie sich dicht unter die Decke, pardon, unter das (Himmels-)Zelt schwangen, gerieten die Artisten manchmal außer Sicht. Oder sie erschienen wegen eines der vielen Pfeiler zweigeteilt wie die zersägte Jungfrau, die früher im Zirkus ein Klassiker war. Und das war schade, denn die Darbietungen waren wirklich exquisit.

Lauter Hingucker, auf dem Teller, der Bühne, in der Manege

Doch nun ist alles anders! 14 LKW brachten einen neuen, 15 Tonnen schweren Spiegelpalast, der mit 140 Lüstern ausgeleuchtet wird. Jetzt kann man praktisch von jedem Platz aus so gut wie alles sehen.

Palazzo war schon lange ein Erlebnis für Gaumen, Augen und Ohren; wenn man sich die Zeit nimmt, kann man es jetzt richtig genießen.

Wer zum Beispiel in Berlin-Tegel landet, setzt sich in den 109er Bus und lässt sich kohlendioxidfreundlich und entspannt kutschieren. So biegt man am Adenauerplatz auf den Kurfürstendamm ein und am Kranzlereck Richtung Zoo. Statt an der Haltestelle „Zoologischer Garten – Endhaltestelle“ auszusteigen, fährt man nach dem Motto „Sie können noch bis zur Betriebshaltestelle mitfahren“ bis zur allerletzten Station. Mit dem Bus X9 vom Flughafen Tegel (TXL) erzielt man ein ähnliches Ergebnis, sogar schneller, verpasst nur den einstimmenden Blick auf den Ku‘damm.

Am Ziel angekommen keine Spur von dem Matsch, den so manches Zirkuszelt umgibt. Auf breiten, mit dezent bunten Steinen gepflasterten und gut beleuchteten Wegen geht es vorbei an Pflanzungen. Am Eingang tritt man durch die eventuell bereits gewohnten Holztüren ein. Nicht durch einen Vorhang, wohlgemerkt.

Sofort ist man in der angenehm gut beheizten und gut schallgedämmten Palazzowelt.

Circus Flicflac erlaubte sich an derselben Stelle noch den Scherz mit einer Reihe von Türen von Dixitoiletten – natürlich in einem anderen Zelt. Das war eine Saison zuvor und ist Schnee von gestern, längst vergessen.

Palazzo hat hier alles verbessert, nicht nur sich selbst an allen Ecken und Enden, sondern auch das Umfeld.
Im „Spiegelpalast“ des Palazzo kann man sich so wohl fühlen wie in jeder anderen edlen Location. Im Foyer ein Getränk zu sich nehmen, Smalltalk pflegen und – sich willkommen geheißen fühlen. Oft begrüßen einen die Gastgeber Wodarz und Kleeberg persönlich. Einem schönen Abend, auch wenn man diesen nicht zu früh loben soll, steht nichts mehr im Wege. Außer – der größte Feind des Menschen ist der Mensch – man steht sich selbst oder dem Genuss im Wege.

Nach der Begrüßung interessiert die meisten das Menü

Wie bei der Show so steht auch im Programmheft eine herzliche Begrüßung am Anfang, dann steht das Menü im Fokus. Die Neugierde auf die Darbietungen können die meisten wohl im Zaume halten, nicht aber ihre Frage: „Was gibt es denn heute?“

Eine Antwort, ohne die es nicht geht: Vegetarisch oder nicht?

Auf den Seiten 6 und 7 wird das Vier-Gang-Menü dargestellt, in seiner klassischen und vegetarischen Variante, unter denen man rechtzeitig auswählen muss. Da diese Entscheidung weniger von der Speisekarte abhängt als von grundsätzlichen Überlegungen, konzentriere ich mich auf das Vegetarische.
Der Schnickschnack von ‚vegan‘ ist nichts für Kolja Kleeberg und wäre auch aus organisatorischen Gründen schwierig. Die einzelnen Gänge werden innerhalb von 10 Minuten serviert. Das bedeutet, dass beispielsweise alle 1,7 Sekunden eine Vorspeise die Küche verlässt. Mehr als zwei Menüs würden die Logistik sprengen. Eine Veganvorgabe zudem die Gestaltungsmöglichkeiten beim Menü stark eingrenzen und wohl auch nicht den Geschmack der Mehrheit treffen.
Beide Menüvarianten haben als 4. Gang ein identisches Dessert.

Die Speisekarte

„Vegetarisch“ beginnt mit Rote-Bete-Linsen mit Tamarindendressing, Wildkräutersalat und gepufftem Wildreis.
Wer sagt, das habe er schon einmal gegessen, dem glauben wir nicht.
Im Zwischengang gibt es ein Klare Tomaten-Consommé mit Basilikumsoufflé und weißen Bohnen. Schließlich will man ja auch ein kleines bisschen satt werden.
Der Hauptgang bietet einen Pilzstrudel mit Taleggio, violettem Senf und wildem Broccoli.
Zum Nachtisch darf man sich freuen auf eine Tarte von Dulce de Leche mit Gewürzmandarinen, dunklem Schokoladensorbet und Pistazienmacaron.

Die klassische Variante, die noch die Mehrheit bestellen dürfte, kombiniert das Tomatenconsommé mit Krustentieren, Garnelen und Meeressprossen-
Im Hauptgang gibt es Kalbsfilet im Steinpilzbrotmantel an Rotweinschalotten, Liebstöckelsalz und Panisse

Schau an, was für eine Show

Zu verantworten hat die Show Verena Schmidt. Die unprätentiöse kleine Frau kann definitiv leicht übersehen werden – was ihr nicht angemessen ist, vielleicht aber ihre Arbeit als „Artistic Director“ erleichtert. Sie meint von sich selbst, dass die drei Wörter ‚Neugierig‘, ‚strukturiert‘ und ‚ehrgeizig‘ sie am besten beschreiben. Die gute Art von ehrgeizig und die Strukturiertheit glauben wir ihr aufs Wort. Unstrukturiert könnte man so etwas Tolles nicht auf die Beine stellen. Und Neugier? Dieses Jahr ist so eine runde, erstklassige Show zustandegekommen, dass die Fähigkeit und der Wunsch, Neues zu entdecken zu wollen, wohl dazugehört.

Tänzerinnen und Humor

Der Abend besteht aus vielen Elementen, die Revuetänzerinnen Natalie Brooker und Chanelle Freeland gehören dazu. Freeland sagt, der bislang beste Moment ihres Lebens sei das Gefühl gewesen, nach mehrjährigen Reisen nach Hause zu kommen. Nach Hause, das ist für die beiden Australien. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass sie als Ort, den jeder einmal im Leben besucht haben sollte, Byron Bay angeben. Wegen der wunderschönen Strände und Berge. Cool wie Models blicken sie in die Kamera, etwas farblos und blass scheint es. Sie sind groß und schlank, fast hager. Um beurteilen zu können, was die beiden „drauf haben“, müssten sie länger am Stück auftreten.

Glanz & Gloria

Die neue Show heißt „Glanz und Gloria“, das wird ihnen auch zugeschrieben. Sie treten in edlen, handgefertigten Kostümen auf.
Bei der Vielzahl von Künstlern, die auftreten – während der Saison sind rund 80 Mitarbeiter und Künstler täglich auf den Beinen – haben es die Komiker und die Artisten leichter, die Aufmerksamkeit zu erheischen als die Tänzer.
Ein Clown braucht quasi nur die Zeit bis zur Pointe zu überbrücken und was die Artisten präsentieren, gehört meist in die Schublade „Wow“. Comedy Director ist Aitor Basauri aus Spanien; sein Vorbild ist Harpo Marx, der Entertainer.
Es schickt Miss Frisky ins Rennen, die durch den Abend führt und Zahir Circo, Comedians, die zaubern können. Tolle Männer.

Miss Frisky tut recht vulgär, kann aber so singen, dass man sie sofort ernst nimmt! Sie war erfolgreich an der Oxford-Universität und absolvierte die Royal Academy of Music mit Auszeichnung.
Mir persönlich gefiel der Gesang viel besser als ihre Rolle als Moderatorin mit rosa Perücke. Geschmackssache. Wenn gerade nicht Palazzo-Saison ist, tourt sie solo oder im Komikduo „Frisky & Mannish“ um die Welt.

Die Band ist bekannt

Die deutschkanadischen Lonely Hearts sind reumütig in den Palazzo-Schoß zurückgekehrt, schön.
Von den Showacts möchte ich so wenig wie möglich verraten, außer das sie sehenswerte, nie gesehene Kracher sind.

Wenn der Wecker nicht klingelt

Zahir Circo, das sind Kike Aguilera aus Barcelona und Luciano Martin aus Buenos Aires. Die Lingua Franca Spanisch ermöglicht ihre reibungslose Zusammenarbeit. Kike findet, das beste am Künsterleben sei, dass morgens kein Wecker klingelt. Er bedankt sich dafür bei der Welt, in dem er ihr Lachen schenkt.

Männer, die nicht sägen können

Zum Glück ist es ihnen noch nicht gelungen, sich zu zersägen. Entweder gelingt das nur Jungfrauen oder sie haben es einfach nicht drauf.
Schön, dass Zerstörungswut nicht immer zielführend ist.
Kikes unvergesslichster Auftritt war vor gut zehn Jahren in einem Flüchtlingslager in Namibia. Vor tauben und blinden Kindern.

Anschrift: Neue Adresse: Hertzallee am Bahnhof Zoo, 10787 Berlin
Viele Kudammbusse und/oder die Direktverbindungen 109/ X9 zum Flughafen Tegel.
Bus 46, 49, X34, X49, 110, 100 und 200. S-Bahnen der Stadtbahn und U2. Seit dem Brand in der Silvesternacht keine Regionalzüge.




Musikgruppe Walk-a-tones in Hessen-Halle 22 auf der83. Internationalen Grüne Woche IGW 2018

Sie laufen durch Hessen und Partnerland Bulgarien … Die Internationale Grüne Woche ist auch ein Ort für Musik, Tanz und kleine Konzerte

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Als Konzertsaal sind sie ungeeignet, die Messehallen am ICC und Berliner Funkturm. Man kann sie sehr variabel umbauen, doch gibt es auf der Messe einfach zu viele Nebengeräusche. Trotzdem jagt auf der Internationalen Grünen Woche 10 Tage lang eine Vorstellung die nächste, oft sogar gleichzeitig in mehreren Hallen. Bereits bei der feierlichen Eröffnung am Donnerstag abend zeigte das Partnerland Bulgarien, dass es ein Hort der Kultur ist.

Nicht das Gastland ist für die Unterhaltung bei der Auftaktveranstaltung zuständig. Bulgarische Musiker und Tänzer lieferten eine tolle Show ab und zeigten, dass verstaubte Vorstellungen von dem osteuropäischen Land überholt sind. Sie erzeugten mit Musik und Tanz mehr Begeisterung beim Publikum als der gutgelaunte Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und sein bulgarischer Amtskollege Rumen Porodzanov.

Die Landwirtschaftsminister, die Urwälder und die Musik

Christian Schmidt (CSU) und Porodzanov, Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, hielten vor geladenen Gästen durchaus wichtige Reden. Schmidt machte sich um die Insekten Sorgen und versicherte, dass nur soviel Glyphosat eingesetzt würde, wie nötig. Bienenhecken und Blütenstreifen sollen den kleinen Viechern das Überleben ermöglichen.
Porodzanov überraschte viele mit der Information, dass 10% der bulgarischen Wälder jahrhundertelalt sind.

Partnerland Bulgarien bietet Berge, Rosenduft und Musik

Wunderschöne Bilder von Rosen, Feldern und Bergen waren auf riesigen Großbildflächen zu sehen, eine technische Meisterleistung.

Doch die Begeisterung entstand immer wieder durch die Musik. Sie ließ die Zuhörer mitgehen und am Ende frohgemut den Saal verlassen.

Dudelsack und Volkstanz

Am Freitag, die Messehallen sind endlich geöffnet, eröffneten die Bulgaren den Stand der Partnerlandes. Tänzer in traditionellen Trachten fließen durch den Saal. Ein Dudelsackspieler fasziniert das Publikum. Traditions- und Liedgutpflege lässt europaweit erkennen, wie erstaunlich weit das Instrument verbreitet war. Der Dudelsack gehört nicht nur nach Schottland.

Das Partnerland Bulgarien und das ABC

Beschwingt stellen sich so die Besucher nach Köstlichkeiten an. Auf der Grünen Woche wird ihnen allerhand geboten, und bei weitem nicht nur für Gaumen und Magen.
Das Partnerland Bulgarien steht im Länderalphabet hinter Botswana. Vergangenes Jahr elektrisierten afrikanische Tänzer auf der Riesenbühne im ICC-Ersatz City Cube die Zuschauer. Die Grüne Woche 2017 hatte Ungarn als Partnerland, die ITB Botswana. Ob das Partnerland nach dem Alphabet ausgesucht wird? Ist bald China oder Cuba dran? Kuba dürfte dann vielleicht gegen Extragebühr 10 Tage lang einen Buchstaben am Cube überhängen.

Was wird früher fertig: BER oder ICC?

Das ICC Berlin zwischen Ringbahn und Funkturm ist übrigens noch geschlossen. Die letzten Flüchtlinge zogen im September kurz vor Beginn der IFA aus. Umbau und Sanierung werden in die Länge gezogen. Das internationale Kongresszentrum ICC lässt sich unterteilen wie ein Schiff mit Schotten. Die Sanierung könnte längst auf einem guten Weg sein. Im Gegensatz zu dem neuen Flughafen auf der grünen Wiese, der 2012 eröffnet werden sollte, sind hier keinesfalls die Architekten, Bauarbeiter oder Bauplaner schuld. Die Arbeiten werden einfach nicht begonnen, die Landespolitiker schieben den Schwarzen Peter einem Investor zu und verursachen so trotz voller Kassen Stillstand.

Messe braucht Gebäude, ICC steht leer: Dornröschenschlaf

Die Messe Berlin ist eine Melkkuh der Stadt, viele Messen sind Leitmessen und ziehen Hunderttausende in die Hauptstadt. Messechef Göke hat seit Jahren Platzprobleme und denkt an den nächsten Neubau auf dem Messegelände. Derweil ziehen die Massen vom S-Bahnhof Messe Nord/ ICC am architektonischen Wunderwerk vorbei Richtung Funkturm und Sommergarten. Das „Alumonster“ ICC, wie mancher Berliner es liebevoll nennt, ein hochdurchdachter Ort der Geschäftigkeit und Begegnung, schläft noch einen Dornröschenschlaf.

Aroma der Sonne, Erlebnisse der Sinne

Währenddessen ist in Halle 10.2 – in der Nähe des „Großen Sterns“ – das Gedränge groß. Das Partnerland Bulgarien der 83. Grünen Woche feiert unter dem Motto „Aroma der Sonne“ die zusätzliche Aufmerksamkeit. Auf der Homepage der Grünen Woche oder IGW steht dazu: „Erlebnisse für alle Sinne“. Das trifft den Nagel auf den Kopf.
Die Augen essen nicht nur mit, sondern erfreuen sich an den Künstlern und Tänzern mit ihren farbigen Kleidern, bunten Tüchern und typischen Kopfbedeckungen. Die Ohren kommen auch auf ihre Kosten.

Hessen in Halle 22 nicht ohne Musik

Wer nach einiger Zeit nicht mehr sicher ist, ob ihn die Dudelsackmusik erfreut oder nicht, verlässt die Halle 10.2. (Das Wort „Gedudel“ wird heute meist nicht mehr neutral gebraucht.) Irgendwann trudelt er vielleicht in Halle 22 ein. Stand 151 ist vom hessischen Ministerium für Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) gemietet. Doch keine Sorge, die Länderhalle Hessen findet man auf dem Weg zum Ausgang Nord am Hammerskjöldplatz ganz automatisch.

20er-Jahre-Klänge bei der 83. IGW seit 1926

Vielleicht wird man von den Klängen der 20er Jahre dazu bewegt, die Schritte zu verlangsamen. Sich an den gastlichen Tischen des wohlhabenden Bundeslandes niederzulassen und hessische Spezialitäten zu probieren. Ein halbes Dutzend Musiker stimmt „der kleine Kaktus“ auf dem Balkon und manch andere Melodie an, die einst kleine, vielstimmige Herrenensembles sangen. Die „Walk-a-tones“ bestehen aus einer Sängerin und einem Sänger, zwei Akustikgitarren, Geige und Kontrabass.

Sonst nur auf geschlossenen Gesellschaften, jetzt auf der Grünen Woche

Die Gruppe spielt meist auf geschlossenen Gesellschaften in Frankfurt am Main und „Umgebung“. Eine Platte oder CD haben sie nicht herausgebracht. Sie covern eher. Eine seltene Gelegenheit, die Walk-a-tones und ihre Leadsängerin zu erleben, ist die Grüne Woche. Hier kann man eine Eintrittskarte kaufen und ist dabei. Langeweile ist anderswo. Fürs leibliche Wohl ist gesorgt.

Eintrittskarten: Dauerkarte 42 Euro, Tageskarte 15 Euro, Schulklassen mit Schulnachweis 4 Euro pro Schüler, Familienkarte 31 Euro, Gruppenkarte 12 Euro ab 20 Personen, Sonntags-Ticket 10 Euro, diese für Schüler und Studenten 5 Euro.

Ab Freitag, den 19. Januar 2018. Ort Messegelände am Funkturm und ICC in Berlin-Charlottenburg. S-Bahn Messe Nord/ICC (S41/ S42 Ring).

https://www.gruenewoche.de/

www.walk-a-tones.de

Hier geht es zum Artikel über die Grüne Woche des vergangenen Jahres:

Es grünt so grün… – Internationale Grüne Woche und Green-Me-Filmfestival lassen Berlin erstrahlen




Kloster Chorin

Der Choriner Musiksommer 2018 – zum 55. Mal im größten Konzertsaal Brandenburgs

Chorin, Brandenburg, Deutschland (Kulturexpresso). Bereits zum 55. Male findet der Choriner Musiksommer vom 23. Juni bis 26. August 2018 in der Klosterkirche des Klosters Chorin statt – mit 2000 Plätzen, davon 1225 Sitzplätzen, der größte Konzertsaal Brandenburgs, wenn auch nur im Sommer. Jahr für Jahr zieht er 23.000 bis 25.000 Besucher an. 2017 waren es 23.900, 2018 werden 24.000 erwartet.

Dieser Tage gab der Künstlerische Leiter, Christoph Drescher, das Programm 2018 bekannt. 18 Konzerte sind geplant. Um im Bild der Klosterkirche zu bleiben, »ruht» das Programm auf drei »Pfeilern»: den klassischen Sinfoniekonzerten, der Chormusik sowie den Blechbläsern und Perkussionisten. Nach dem Streben in den vergangenen Jahren nach mehr Vielfalt nimmt nun doch das klassische Sinfoniekonzert wieder mehr Raum ein. Ob Klavierquartett oder Saxophonquartett, Akkordeon solo, Vokaloktett oder Abiturienten des Dresdner Kreuzchors a capella, diese »Formate» (im Neusprech) möchte man nicht nur hören, sondern auch sehen. Das können die Inhaber der Rasenplätze im Klosterhof nicht, wenn auch die Rasenplätze ihren eigenen, für Chorin typischen Reiz haben. Entweder bieten die Veranstalter diese Plätze im Einzelfall nicht an oder die Leute werden enttäuscht. Und auch die Konzertbesucher in der Tiefe der Halle oder im Seitenschiff sehen wenig oder nichts.

Den besten Klang und das beste Erlebnis haben alle beim Sinfonieorchester. 2018 werden statt neun deren zehn spielen. Eines davon ist erstmals die MDR-Kammersymphonie Leipzig mit einem erlesenen Programm vom Barock (Vivaldi) bis zum Neoklassizismus (Respighi). In den »Vier Jahreszeiten» von Vivaldi brilliert die 17jährige Geigerin Anne Luisa Kramb. Zuverlässige Qualität versprechen die »Stammorchester»: Das Konzerthausorchester (früher Berliner Sinfonieorchester, seit 1968 in Chorin!) am 6. Juli, unter anderem mit dem Cellokonzert von Robert Schumann, gespielt von Anastasia Kobekina, und dem »Ohrwurm» »Aus der Neuen Welt» von Antonin Dvorák, das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt mit vier Konzerten (davon später) und schließlich am 26. August das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung des neuen Chefdirigenten Wladimir Jurowski. Es spielt die »Prager» Sinfonie von Mozart und »Also sprach Zarathustra» von Richard Strauss.

Neue »Feste» sind das Orchester der Komischen Oper Berlin, das sich glänzend eingeführt hat, und das auch diesmal mit dem 16jährigen schwedischen Geiger Daniel Lozakovich mit dem Violinkonzert D-Dur von Tschaikowski bezaubern wird (am 7. Juli). Dann die Staatskapelle Halle am 12. August mit Brahms` Klavierkonzert Nr. 2, gespielt von der kroatischen Pianistin Marina Filjak, und Schumanns Vierter, und schließlich die Staatskapelle Weimar am 25. August. Bei ihr können die Holzbläser ihre Kunst beweisen mit Mozarts berühmter Serenade »Gran Partita». Es folgt Tschaikowskis 4. Sinfonie. Erneut zu Gast ist am 8. Juli das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus mit Robert Schumanns Klavierkonzert, gespielt von Yejin Gil, und Brahms`Vierter – dafür braucht man keine Werbung. »Beethoven pur» mit der 5. und 7. Sinfonie bringt das junge norddeutsche Kammerorchester »ensemble reflektor» am 4. August. Etwas schmal sieht es aus mit nur einem Orchester aus den Nachbarländern, nämlich mit der Stettiner Philharmonie am 11. August mit Werken von Mozart und Mendelssohn-Bartholdy. Wie viel Zugkraft das auf das von Drescher beschworene Besucherinteresse in Polen hat, wäre zu hinterfragen.

Noch einmal »groß rauskommen» soll der nach elf Jahren scheidende Chefdirigent des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt, Howard Griffith, der auch als Moderator beliebt ist. Er dirigiert ein monumentales Eröffnungskonzert mit Gustav Mahlers´ »Auferstehungssinfonie» sowie sein persönliches Finale am 19. August mit einer Liebeserklärung an England mit Elgars Cellokonzert, gespielt von Natalie Clein, und Dvoraks »Englischer» Sinfonie.

Auf dünnes Eis begibt sich Griffith am 14. Juli mit Filmmusiken aus Kriegsfilmen. »Ob Kalter Krieg, Befreiungs- und Bürgerkriege und nicht zuletzt komisch-fiktive Kriege – überall finden sich spannende Filmmusiken», erklärt das Programmheft. Wofür sollen sich die Hörer begeistern? Zum Kriege gehört schmissige Musik (mit rhythmischem Klatschen?). »Wie schön ist doch der Krieg, und erst in der Musik»? Den Berlinern und Brandenburgern könnte »Der Fall von Berlin» mit der Musik von Dmitri Schostakowitsch zu denken geben, aber nichts Genaues weiß man nicht.

Choriner-Akustik-gerecht werden die Konzerte des 800jährigen Dresdner Kreuzchors am 30. Juni und am 1. Juli sein, und ebenso die Blechbläserensembles »World Brass» am 21. Juli und »Canadian Brass» am 28. Juli. Erstere widmen sich der Faszination Weltraum mit Werken von Bach, Mozart, Beethoven und Gustav Holst (»Die Planeten»), letztere dem Erbe von Leonard Bernstein anlässlich dessen 100. Geburtstag. Das bekannte Problem werden die für den 15. Juli angekündigten Percussionisten aus Hamburg haben. Zu hören sind sie bestimmt, aber nicht von allen zu sehen.

Von den Stammorchestern fehlen erneut die Berliner Symphoniker. Ein bewährtes und beliebtes Orchester, wurden sie von dem unvergessenen Künstlerischen Leiter des Musiksommers, Gunther Wolff, regelmäßig und, wie er betonte, aus Solidarität eingeladen, weil ihnen der Berliner Senat die Zuschüsse gestrichen hatte – als »Zeichen guten Willens» bei dem aussichtslosen Versuch, vom Bundesverfassungsgericht die Staatsschulden erlassen zu bekommen. Der neue Künstlerische Leiter Christoph Drescher ließ sie 2015 weg, mit dem Versprechen an den Intendanten Jochen Thärichen, »dann aber sicher 2016». Nun vier Jahre nichts. Wohlgemerkt: Solidarität ist kein Mitleid, sondern in der Arbeiterbewegung der Beistand für den Bruder im Klassenkampf. Doch nicht allein um ein gebrochenes Versprechen geht es. In ihrem Repertoire haben die Berliner Symphoniker und ihr Chefdirigent Lior Shambadal das Violinkonzert von Josef Kaminski (1903-1972), das Klavierkonzert op.41 von Paul Ben-Haim (1897-1984), das Klavierkonzert von Josef Tal (1910-2008) und andere. Es handelt sich um Werke jüdischer Komponisten, die von den Nazis aus Deutschland und aus den okkupierten Ländern vertrieben wurden, ihre Arbeit in Palästina und Israel fortsetzten und große Werke schufen, die in Deutschland und Europa unbekannt sind. Vertriebene oder ermordete jüdische Wissenschaftler, Schriftsteller, Maler, Komponisten hinterließen Lücken, die nie geschlossen wurden. Die Komponisten fehlen in der Literatur wie die Schriftsteller. Letztere kann und konnte man nachdrucken. Aber ästhetische Tendenzen ihrer Zeit konnten die exilierten Künstler nicht beeinflussen. Jene Kompositionen ur- oder erstaufzuführen, war das Ziel des Festivals NEW LIFE – Lebenswege – im Juli in Berlin. Was die Berliner Symphoniker hier Neues, Schönes zu bieten haben, sollte man dem Choriner Publikum nicht vorenthalten.

Der Vorverkauf läuft seit dem 1. Dezember über das Büro des Choriner Musiksommers, über die Homepage Choriner Musiksommer und über alle bekannten Vorverkaufsstellen. Die Preise bleiben unverändert 8 bis 29 Euro, für sechs aufwendigere Konzerte bis zu 33 Euro.

Anmerkungen:

Der Beitrag von Dr. Sigurd Schulze wurd im WELTEXPRESS am 6. Dezember 2017 erstveröffentlicht.




Festival "Around the World in 14 Films" in Berlin.

Mehr als 14 … Blicke über den Tellerrand. Das Film-Festival „Around The World In 14 Films“ als Schlüssel zur Welt

Around The World In 14 Films“. Berliner kennen auch die Französische und Russische Filmwoche sowie die italienische, die sich als „Italian Film Festival“ bewirbt, um nur die Filmfestspiele der jüngsten Zeit zu nennen. Alle diese Länderreihen wie Mexiko Scope und Hellas-Filmbox sind sehr gut und nötig, auch die länderübergreifenderen wie das Kurdische Filmfest und das JFFB. Sie ermöglichen den Einblick in das Filmschaffen einer spezifischen „Industrie“, um einmal das hässliche, unlängst aus dem Amerikanischen eingedeutschte Wort zu benutzen.

Der Vorteil der Länderreihen

Sie lassen innerhalb eines Landes wie der Französischen Republik oder der Russischen Föderation Quervergleiche zu. Sie ermöglichen Dolmetschern kurze Wege. Es ist leichter Festivalgäste, die vielleicht in mehreren Streifen mitgespielt haben, einzuladen. Patriotismus und die nationale Fluglinie, wenn sie denn die Liberalisierung des Luftlinienmarktes überlebt hat, helfen bei der Finanzierung der Anreise und früher auch bei dem Transport der 35-mm-Kopien.

Ganz besonders ist es, wenn ein Festival untertitelte Filme gebiert. Das griechische Filmfest Hellas-Filmbox, das aufgrund geringen Budgets gerade in der Anfangszeit viele Mitarbeiter mehrerer Nationen zusammengeschweißt hat, hat dieses Jahr eine Herkulesaufgabe gestemmt: Alle Filme waren untertitelt. Meist auf deutsch.

Die Mehrheit der Filmwerke lag aber nur in der Originalversion vor. Es wurde also nicht nur das (kulturelle) Miteinander gefördert, sondern neue OmU-Versionen erschaffen; vieles davon ehrenamtlich bzw. ohne Honorar, aber von guter Qualität. Zweisprachigkeit ist der Schlüssel zum Verständnis der Völker. Man denke nur an den  Rosetta Stone, den Stein von Rosetta, der ein ganzes Alphabet entzifferbar machte.

Auch können Kunst- und Photoausstellungen ein solches Filmfest wunderbar abrunden und ergänzen, man denke an die Hellas-Filmbox 2017 oder das Italian Filmfestival „Tuscia-Filmfest“, das flankiert wurde von einer kleinen, feinen Ausstellung von Drehorten der norditalienischen Region.

Zuletzt können auch griechischer Wein, italienische und polnische Spezialitäten, die ohnehin in den Spielfilmen abgelichtet werden, zu einem guten Gesamterlebnis beitragen. Doch wenn man nicht nur sehen will, was bei Filmpolska auf den Teller kommt, hilft ein Blick über den Rand.

Der Blick über den Tellerrand Land

Die Berlinale und die Filmfeste Hamburg und München versehen die deutschen Millionenstädte mit internationalem Flair. Besonders in der bayrischen Hauptstadt, aber auch bei anderen wichtigen Filmfestspielen versorgt sich der Organisator der „Around The World In 14 Films“ mit Material.

Was in der deutschen Hauptstadt ankommt, ist erlesen, ausgesucht, oft Weltklasse.

Rund um die Welt in 14 Filmen‘ darf man zwar nicht zu wörtlich nehmen, denn immer wieder lassen sich die Macher von neuen Werken wichtiger Filmemacher begeistern.

So ähnlich wie das in „Generation“ umbenannte Kinderfilmfest der Berlinale seit einigen Jahren in „Kplus“ und „14plus“ unterscheidet, sollte man korrekter Weise von 14+Filmen sprechen.

Doch der Kern bleibt: Eine Weltreise aus einem guten Dutzend guter Filme.

Dazu eine Besonderheit: Statt sektionsweise zugeordneten, von der KBB bezahlten Moderatoren wie bei der Berlinale gibt es Paten, die den Film vorstellen und das Gespräch führen. Das können Filmschaffende oder andere Personen sein. Sie sprechen mit den Machern des aktuellen Films, so diese denn vor Ort sind.

Ein Hoch auf das Kino in der Kulturbrauerei

durchaus einfach mal für seine Flexibilität loben muss.

Eine Flexibilität, die noch nie selbstverständlich war, aber durch die Digitalisierung immer geringer geworden ist. In manchen großen Kinos werden einmal in der Woche alle Filme auf den Server gespielt – danach lässt sich nichts mehr ändern. Selbst das Filmkunst 66 hat vor kurzer Zeit den letzten 35-Millimeter-Projektor abbauen lassen. Zuwenig benutzt war er und Platz schaffte die Entfernung auch.

Dass ein Kino wie das Cinestar in der Kulturbrauerei im doppelten Sinne die Größe hat, auch während eines Festivals kurzfristig einen zusätzlichen Saal zur Verfügung zu stellen, ist außergewöhnlich.

die Plätze Gieß‘ Wasser zur Suppe, dann werden alle satt.

Kino in der KulturBrauerei (Cinestar), Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin

www.14films.de

www.filmpolska.de

Neu und am ersten Tag gleich ausverkauft! Das erste mexikanische Filmfestival in Deutschland heißt Mexico Scope




Lüneburger Rathaus

Heidi aus der Heide und Heidrun in Hannover. H. Hentschel und H. Giese mit Malerei in der niedersächsischen Hauptstadt; Heiko Bolting macht Musik

Lüneburg, Deutschland (Kulturexpresso). Am Freitag, den 1.12. ab 18 Uhr heißt es in Hannover ‚Vorhang auf!‘ zur Ausstellung von Kunst lebender Künstlerinnen; die Praxis für komplementäre Medizin lädt ein zum „interessanten Austausch, Beisammensein und Sinnesgenuss“. Heidrun Giese und Heidi Hentschel stellen aus.
Für Frau Hentschel ist es die Debütausstellung. Die Lüneburger Künstlerin arbeitete lange mit verschiedenen Techniken, darunter Aquarell.
Vor nicht langer Zeit hat sie Acryl entdeckt und arbeitet gern damit. „Es ist ein leichtes Malen und falls man einmal etwas korrigieren möchte, kann man einfach eine Stelle übermalen.“ Seit Jahren, seit Jahrzehnten malt sie schon. In ihrer erfrischend direkten Art gesteht sie: „Man malt für sich selbst. Man sollte seine Nachkommen nicht mit der Verwaltung eines großen Nachlasses belasten.“ Heidi Hentschel ist weitgereist verfügt über eine hervorragende Allgemeinbildung, kennt die Ebstorfer Weltkarte genauso wie die Hagia Sophia in Istanbul aus eigener Anschauung.

Vogel – Menschen

Eine ihrer Arbeiten ist in einer Mischtechnik aus Acryl mit Federn entstanden. „Thunderbird“ heißt das Werk.
Hentschel erläutert: „Der Schöpfungsmythos der Dakota (auch Lakota, d. Red.) fußt auf dem Thunderbird. Der Vogel verursacht u.a. den Donner, durch das Schlagen mit den Flügeln. Vor allem aber hat er die ersten Menschen geboren“.
Ihre Kenntnisse machen vor den Ureinwohnern Nordamerikas nicht halt.

Hei-mat Hann.

Auf der Vernissage am Kaland des Dezember spielt Heiko Bolting die Musik. In der Praxis für Komplementäre Medizin arbeiten zwei Frauen. Die eine heißt Heidrun. Heidrun Zumpe. Sie stellt am Freitagabend nicht aus. Doch fast scheint es, als würden hier nur die eine Hauptrolle spielen, deren Vorname mit einem „H“ wie Hannover beginnt. Die Landeshauptstadt hat das einzelne „H“ als Autokennzeichen, obwohl die größere (Millionen-) Stadt Hamburg auch mit einem „H“ beginnt. Da der Stadtstaat eine Hansestadt ist, hatte Hannover Glück. Hamburg erhielt zur Kennzeichnung das „HH“ – ebenfalls die Initialen der Lüneburger Malerin Heidi Hentschel – und das kürzere, meist wichtigere Einbuchstabenkennzeichen ging an die niedersächsische Hauptstadt.

Historisch ist Hannover die Kurzfassung des Kurfürstentums Lüneburg-Braunschweig, auch Kurhannover genannt. Lange verband eine Personalunion die Kurfürstenwürde mit dem englischen Thron. Bis im 19. Jahrhundert Queen Victoria auftauchte. Ein altes Gesetz verbat eine Frau auf dem hannoverschen Thron. Langsam gabelten sich die norddeutschen und englischen Wege bis zur Umbenennung in das „Haus Windsor“.

In der Praxis für komplementäre Medizin sitzen zwei Frauen wenn nicht auf dem Thron, so doch am Hebel. Auch die Künstler, die sie einladen, sind zwei Frauen. Doch scheint es fast noch eine Regel oder Vorbedingung zu geben: Ein Vorname, der, genau wie die „Heimat“, mit der Silbe „Hei“ beginnt. Sogar der männliche Musiker fällt unter diese Regel.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Doch die Ärztin und Heilprakterin vor Ort heißt Jutta Franke. Zwar kommt das „J“ im Alphabet gleich anschließend, jedoch ist das mit der Vornamenvorsilbenhäufung wohl alles nur Zufall. Oder?

Heidrun Giese malt abstrakt, Heidi Hentschel gegenständlich. Doch Hentschel nimmt Giese gleich in Schutz. „Nichtgegenständliches Malen ist nicht einfacher. Sie arbeitet mit mehreren Schichten, Ebenen – das ist nicht leicht.“

Gieses Bild auf der Einladungskarte ist ein Hingucker, auf den man lange gucken kann. Das Werk Hentschels auf der Postkarte zeigt Blumen; beide sind farblich sehr gut aufeinander abgestimmt, auch mit der Farbe der Schrift. Harmonie scheint in dieser Praxis großgeschrieben zu werden.

Ansonsten ist Hannover die Stadt von Bundesligaverein ’96, von Flughafen Langenhagen und der Bundesministerin Ursula von der Leyen. Von der Leyen ist die Nr 1. zumindest der CDU-Landesliste, kandidierte aber auch direkt in einem Hannoveraner Wahlkreis.
Seit kurzem ist Hannover eine Stadt, die für ein Land mit einer Großen Koalition steht, nachdem rotgrün überraschend an einer Stimme scheiterte.

Malerei
Ausstellung ab 1.12.2017, 18 Uhr.
Praxis für komplementäre Medizin

Große Barlinge 21
30171 Hannover

Tel. 0511 / 920 100 94

http://www.praxis-jutta-franke.de/




Restaurant Hellas im Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Nothing new. Und doch … Alles neu beim griechischen Filmfestival Hellas-Filmbox im Januar 2018 in Berlin-Friedrichshain (Urban Spree)!

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Es wurde aus dem Stand zur größten griechischen Kulturveranstaltung außerhalb Griechenlands: Das Filmfest „Hellas Filmbox Berlin“. Sie, die Box, zeigte innerhalb eines Jahres mehr als 130 griechische Filme, über 60 davon mit eigens für die Festival-Vorführungen angefertigten deutschen Untertiteln (!!) Es wurde also nicht nur Kultur gezeigt, sondern auch Kultur produziert. Seit Babylon uns durch Sprachen trennt, ist das Übersetzen gar nicht genug zu schätzen.
Die Hellas-Filmbox brachte innerhalb von 12 Monaten mehr als 200 griechische und deutsche Kreative, vor allem Filmschaffende, zusammen und ermöglichte einem – vorwiegend deutschen – Live-Publikum von mehr als 10.000 Menschen neue Einblicke.

Das Fest wurde in dieser Zeit in einem halben Tausend Presseberichten in deutschen und griechischen Medien thematisiert, darunter die ARD, das ZDF, 3Sat, Bild und Stern. (Ca. 1% davon auf Kulturexpresso)

Ein weiterer Rückblick auf die Leistungen dieses, man muss einfach sagen, tollen Filmfestivals, unten. Es ist das wärmste Filmfest, das ich je erlebt habe.

Zweimal fand es statt, beim 3. Mal wird es dreifach umgekrempelt, personell und inhaltlich am neuen Ort.

Neu verortet

1. Neuer Ort: im „Urban Spree“ auf dem RAW-Gelände Berlin-Friedrichshain, Revaler Straße 99, 10245 Berlin, (Nähe U- + S-Bahnhof Warschauer Straße, U1, S3, S5, S7).
Ein 1.700 Quadratmeter Raum für Kunst auf einem 70.000 Quadratmeter großen Gelände, dass dem Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Platz bot, Züge zu reparieren, im Deutschen Reich und in der DDR.
Die Urban-Spree-Galerie ist 400 Quadratmeter groß.

Schachtel ausgepackt

Was bietet die „ausgepackte“ Hellas-Filmbox? „Filme, Konzerte, Ausstellungen, Workshops, Diskussionen“ – das gab‘s auch 2017 schon – doch über die Stadt verstreut.
Marktplatz, Laden und Leckereienpfad
Dazu kommen ein griechischer Markt (Greek Market), ein Café-Shop, ein Lebensmittel- und Spezialitätenpfad (-Track) in der griechischen Ecke (Greek Corner).

Ein Fest für alle 5 Sinne, nicht nur den Hörsinn (Konzerte) und für die Augen (Ausstellungen und Filme). Das passt zusammen – all das für 5 Tage an einem „angesagten“ Berliner Ort.

Die Dynamik, die aus der Schaffenskraft der Künstler, der Kraft der vielen ehrenamtlichen Helfer und der Herzenswärme entstand, war rührend. Jeder wollte und konnte irgendetwas beitragen, es gab hervorragende Musiker, Theaterschauspieler, das Kleid der Moderatorin war extra für das Fest entworfen worden, und und und …

Vicky Leandros sang persönlich.

Besser geht es nicht.

Aber könnte man nicht versuchen, es noch besser zu machen? Lernen ist wie Schwimmen gegen den Strom. Wer gut und erfolgreich ist, darf nicht einfach stehenbleiben.

Vielleicht ist es eine gute Idee, an EINEM Ort zusammenzukommen und zu feiern, statt Filme in einem Kino zu zeigen, nebenan Theater zu spielen und die Ausstellung in Friedrichshain zu verorten, wie es 2017 war.

Panta re, alles fließt: aus welcher Sprache stammt das noch?

Verbesserungen sind immer möglich, und so sehr die Architektur von Hans Poelzig aus den Jahren 1928/29 betört, gibt es eben im Babylon-Mitte im Winter auch Nachteile. Der Weg zwischen Kino 1 und Kino 2-3 muss unter freiem Himmel zurückgelegt werden, wo ist die Garderobe? Die Hellas-Filmbox hätte wohl auf die Dauer dort den Rahmen gesprengt, schon 2017 gab es nicht Platz genug für alle Projekte.

Vielleicht ist der ideale Ort für eine solche Riesenveranstaltung wie die Hellas-Filmbox – oder die neue Hellas-Filmbox – noch nicht gebaut, vielleicht sollte man griechischen und deutschen Architekten eine Brache zur Verfügung stellen und Geld dafür sammeln, dort den ultimativen Hellas Film-Campus zu errichten, mit Konzertsaal, griechischer Galerie und Gastronomie?

Dynamik und Spaß

Doch ist die Dynamik nicht zu unterschätzen. Wo Talent und Spaß aufeinandertreffen, Geld nicht für alles die Voraussetzung ist, entsteht soviel neues und soviele neue Ideen, dass auch ein solcher Campus ständig umgebaut werden müsste.

Das ICC, ein ideales Congresscentrum am Funkturm, müsste mal schnell überholt werden um wieder zu erstrahlen und weiter Preise zu gewinnen.

Der ideale Flughafen der kürzesten Wege, im Sechseck-Look der Bienenwabe als Symbol für Emsigkeit und eine Abkehr von spannungsgeladenen Viereck, der Berliner Flughafen Tegel (TXL), musste auch erweitert werden. Wenn der BER endlich fertig sein würde und Tegel weiterbetrieben, könnte man die Anbauten wieder zurückbauen und die ursprüngliche Schönheit noch besser erkennen als heute.

Die Hellas-Filmbox ist so ein Magnet, ein Durchlauferhitzer für geistige Beweglichkeit, inter- und binationalen kulturellen, sprachlichen, menschlichen, freundschaftlichen Austausch, dass jegliche Architektur, die zu statisch wäre, auf die Dauer nicht mehr passen würde wie ein Maßanzug.
Man darf gespannt sein, wenn man von einem Veranstaltungsort zum anderen, auch auf der Berlinale ein leidiges Thema, nicht mehr mit dem Taxi fahren muss, was das bewirkt. Meines Erachtens kann es viel Positives bringen und einen Messe-Effekt haben, Stichwort Synergien.

Personalien – neu und bekannt

2. Die neuen Festivaldirektoren werden Ioanna Kriona und Dimitris Argyriou sein, der dieses Jahr die „New Vision“ betreute und selbst einen Kurzfilm beitrug.

O-Ton Hellas-Filmbox: „Beide Filmemacher stehen für einen länderübergreifenden, spannenden, emotionalen und publikumsaffinen Kulturdiskurs mit großartigen Künstlern, Querdenkern, innovativen Filmemachern und begnadeten Individualisten.“

Kein Boxenstop, sondern Talk in der Box

3. Neuer Charakter: Im Zentrum des Festivals stehen die „Box Talks“ – eine Kombination aus Workshop, Unterhaltung und Künstlerporträt. Geplant sind drei solche „Box Talks“ an drei Tagen, bei denen immer ein deutscher und ein griechischer Filmemacher bzw. Künstler im Mittelpunkt ist. Jeder der Eingeladenen stellt in einem – von einem Moderator geführten – Gespräch sein Werk schlaglichtartig vor, diskutiert darüber und nimmt an der kontroversen Debatte über diverse Themen teil. Folgendes ist möglich und erwünscht: Filmausschnitte, Trailer, „Blinks“, Thesen, Antithesen, Live-Performances, Dialog, Pamphlete, Manifeste, Konzepte, Happenings.

Es wird wieder einen Wettbewerb in der Rubrik „New Vision“ geben sowie zwei Film-Retrospektiven.

So, alles in allem kann man sagen, dass es eine gelungener Mischung ist, die auf Tradition aufbaut. Ähnlich wie die Berlinale mit ihrer Retrospektive und den Berlins Classics. Bei beiden gibt es zwei Retrospektiven.
Selbstverständlich gerät das neue nicht aus dem Blick. Ein Filmfest ohne Premieren würde bedeuten, dass keine Produktion stattgefunden hat. Oder es wäre kein eigentliches Fest, sondern eine Reihe. Der Reiz des Neuen gehört schon dazu. Und ein Wettbewerb ist doch fast obligatorisch.
Zusammenfassend kann man sagen: Alle Kriterien erfüllt, grünes Licht, mögen die Gäste kommen!

Rückschau

In den Worten der Festivalmacher (besser kann es kaum ausdrücken):

Die „Hellas-Filmbox Berlin war von Anfang an nicht nur ein Filmfestival, das Griechenland im Fokus hatte. Es war vor allem ein Statement für das kreative Griechenland. Ein Statement für eine sich wieder neu zu definierende Beziehung zwischen Deutschland und Griechenland in einem auseinanderbrechenden Europa.“

Die „Hellas-Filmbox Berlin hat den deutsch-griechischen Dialog in einer für beide Länder politisch und zwischenmenschlich schwierigen Zeit in Gang gehalten. Das ist während der beiden ersten Filmfestival-Editionen im Januar 2016 und Januar 2017 sowie während der Roadshow durch Deutschland außerordentlich gut gelungen.“

Wir brauchen weltweite Erwärmung!

„Ein alternativ-spektakuläres Festival mit vielen Überraschungen und Highlights; ein aufregendes Ereignis mitten im lauen deutschen Winter“ versprechen die Veranstalter; aufregend und warmherzig wird es bestimmt wieder, ob der Winter in Berlin wieder so lau wird, wissen wir noch nicht. Al Gore und seine „Eine unbequeme Wahrheit“ besagt, dass wir über das Wetter gar nichts wissen und Vergangenheit nicht einfach in die Zukunft überführen können. Sollte es globale Erwärmung tatsächlich geben, führte sie nicht überall zu höheren Temperaturen. Der Golfstrom aus dem Golf von Mexiko begünstigt ganz Westeuropa, vor allem die britischen Inseln, aber auch die Nordseeanrainer wie die Bundesrepublik und Norwegen. Eine Schreckensvision wäre die Abschaltung dieses Wärmestroms.

Umso so dringender benötigen wir in Mitteleuropa und anderswo die griechische Sonne und Herzenswärme.

„Hellas-Filmbox Berlin Unboxed“
Was? Das Filmfest Hellas-Filmbox Berlin – zum 3. Mal
Wann? 24.-28.1.2018
Wo? Urban Spree

www.hellasfilmbox.de




Maulwürfe unter dem Rasen der Rennbahn – Daniel Craig, Channing Tatum und Hilary Swank in dem Spielfilm „Logan Lucky“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Channing Tatum ist spätestens seit „Magic Mike“ in der 1. Liga, Adam Driver stellte seine Vielfalt an den Wasserfällen von „Paterson“ in New Jersey unter Beweis (Kinostart: 17. November 2016), Doch am frohesten machte mich am neuen Steven-Soderbergh-Streifen, dass Daniel Craig endlich mal eine Rolle bekam, die mir gefiel. Craig überzeugte mich persönlich als Bond in Bolivien nicht. Agent Doppelnull darf und muss töten, das galt auch für Daniel Craig. Doch als Mitarbeiter im Geheimdienst ihrer Majestät der Königin von England stelle ich mir einen eleganten Gentleman mit versteckter Grausamkeit vor. Das Vereinte Königreich von Großbritannien und Nordirland mag voller Marotten seien, hatte das aber eigentlich nicht verdient. Umso mehr gefällt Craig mit blond gefärbtem Bürstenschnitt im Knast. Dass er dort ist, hat in der 118-minütigen Actionkomödie „Logan Lucky“ natürlich seinen Sinn. Allein das Zusammentreffen der Filmbrüder Tatum/Driver mit Craig im Gefängnis ist voller Komik.

Überraschungen und Zufälle

Später überzeugen glaubwürdige Überraschungen – ja, so ist es manchmal im Leben, nichts läuft wie geplant.
Manches ist natürlich auch etwas unglaubwürdig, doch gehen wir ins Kino, um uns den Alltag von Frau Meyer oder Herrn Krause anzuschauen? Sicher nicht.

Als zum Schluss Hilary Swank und Adam Driver zusammen ein Bier trinken und sich schöne Augen machen, riecht es nach einer Fortsetzung.

Die ist mir immer noch lieber als irgendein Remake, zum Beispiel von „Flatliners“. Schlimm genug, dass hervorragende Filme wie die skandinavische Krimitrilogie mit Naomi Rapace nach kurzer Zeit neuverfilmt werden, bloß weil in den USA die Zuschauer nicht daran gewöhnt sind, synchronisierte Filme anzuschauen oder gar untertitelte.

Der Urfilm „Flatliners“ spielte mit der Grenze von Leben und Tod und Elementen den Schreckens. Okay, Filmgeschichte, hat man gesehen, abgehakt. Aber noch einmal?

Dann lieber eine Fortsetzung von dem Klamauk (im positiven Sinne), den Logan-Glück-im-Unglück darstellt.
Dagegen spricht, dass es sich um eine Buchverfilmung handelt.

„Logan Lucky“ spielt in North Carolina und West Virginia

Für den Film spricht, dass die Gegend in den USA, wo er spielt, North Carolina und West Virginia, zu selten im Film gezeigt wird und mal die Ausmerksamkeit in eine andere Richtung lenkt. Kalifornien und immer wieder New York flimmern meist über die Bildschirme und Leinwände, das kann irgendwann auch einseitig werden. Unser Planet ist zu groß, um nur ein paar Ecken zu zeigen.

Viele gute und sehr gute Filme wurden im Fernsehen noch nie gezeigt. Wie wäre es mal mit einer Reihe „Filme von Debra Granik“?
In „Winter’s Bone“ wird auch eine Gegend gezeigt, in der vorwiegend Weiße leben, die unterdurchschnittlich viel verdienen (Südmissouri). Ohne Berlinale hätte es der Spielfilm vielleicht nie nach Deutschland geschafft. Und dass, obwohl Jennifer Lawrence mitspielt, der Mockingjay-Silver-Linings-und-und-Superstar.

Soderbergh, der außer „Magic Mike“ (2012) und „Haywire“ (im selben Jahr) vor allem „Ocean’s Eleven“ ff. drehte (2001, 2004, 2007), passt zu einem gut geplanten Coup. Ein Verbrechen wie ein fast undurchführbarer Raub erfordert Planung. Ein Spielfilm erfordert Planung. Doch außer den Schauspielern ist an einem Film eigentlich alles planbar, zwar nicht vorhersehbar, doch bestimmbar. Wenn das Geld da ist, kann eine Szene beliebig oft gedreht werden, bis zum 27. Take. Zufälle glaubwürdig einzubauen, kann man planen.

Dass trotz eines guten Buches und Drehbuches manches trotzdem unglaubwürdig wirkt – who cares?
Das Leben schrieb viel unglaubwürdigere Geschichten. Einige sind sogar verfilmt worden.

Man kann bei einem Krimi und einer Actionkomödie keinen gesetzestreuen Film erwarten. In jedem Tatort sterben Menschen. So ist das eben heute.

Aber nach „Logan Lucky“ hat man ein beschwingtes Gefühl, schöpft irgendwie Hoffnung, hat gelacht oder wenigstens die Mundwinkel oben gehabt. Das kann man nicht bei jedem Film heute sagen.

Dieser Film ist kein Muss, kein „Captain Fantastic“, aber irgendwas hat man schon verpasst, wenn man nicht da war.

Riley Keough überzeugt als der wilden Brüder Schwester Mellie, die einiges in die Hand nehmen kann.

Katie Holmes ist selbstsicher dabei.

Hilary Swank ist wie immer sehr gut, reicht von der Rolle her (nicht wegen ihres Spiels) nicht an Frances McDormand als Ermittlerin in „Fargo“ heran (1996), aber es gibt einen entfernten Anklang einer Parallele.

Allein der entzückenden Katherine Waterston beim Flirten zuzusehen mit dem Halbtrottel, den Channing Tatum spielt, wäre ein Grund hinzugehen.


Der andere Driver

„Baby Driver“ würde ich wohl insgesamt vorziehen, doch das ist Geschmackssache. Es kommen heute so viele Filme ins Kino, dass man sich schon beeilen muss, sie anzuschauen, bevor sie wieder aus dem Programm geworfen werden.
(Zudem, wenn sie, wie Baby Driver, statt am 31. August zu starten, schon im Juli anlaufen und man urlaubsbedingt Terminprobleme bekommt.)

„Logan Lucky“- Regie: Steven Soderbergh, mit: Channing Tatum, Adam Driver, Daniel Craig, Riley Keough, Katie Holmes, Hilary Swank, Seth MacFarlane, Katherine Waterston u.v.a.

Kinostart: 14. September 2017

FSK ab 12 Jahren.

Unter anderem hier im Kino:

Berlin:
– Cinemax Potsdamer Platz z.B. 17.10 und 20.20 Uhr
– Cinestar Treptower Park und Tegel
– Colosseum, Schönhauser Allee
– Cubix am Alex ab 8. Oktober 2017
– Uci-Kinowelt Gropiuspassagen, Johannisthaler Chaussee 295
– Zoo-Palast

– Babylon, Dresdner Straße, Originalversion (analog)

Bochum:
– Uci Cineworld Ruhrpark

Boizenburg:
– Kino Boizenburg, Reichenstraße 19 (DF)
19.30 Uhr

Borken:
– Cinema

Celle:
– Kammerspiele

Dortmund:
– Cinestar, Steinstraße 44 (DF)

Dresden:
– KIF Kino in der Fabrik, Tharandter Straße 33
– Ufa-Kristallpalast, Sankt-Petersburger Straße 24a

Düsseldorf:
– Metropol
Uci-Kinowelt

Göttingen:
– Cinemaxx, ab 6. Oktober

Kiel:
– Cinemaxx

Ludwigshafen:
– Cinestar

Mannheim:
Cinemax

Neubrandenburg:
– Cinestar, ab 6. Oktober

Oranienburg:
– Filmpalast, Berliner Straße 40, ab 6. Oktober

Recklinghausen:
– Cineworld

Rendsburg
– Schauburg, Schleifmühlenstraße 8

Rietschen:
– Kino-Café

Schleswig:
-Filmtheater Capitol

und viele andere!

(Alle Angaben ohne Gewähr.)

Inhalt (Spoiler)

Die Brüder Jimmy und Clyde Logan werden vom Pech verfolgt. Während der impulsive Jimmy (Channing Tatum) einen Job nach dem nächsten verliert, wird Barkeeper Clyde (Adam Driver), der nur einen Arm hat, oder ist es die Hand?, immer wieder schikaniert. Und dann wären da noch die Geldsorgen. Aber Jimmy hat eine brillante Idee, die den beiden aus der misslichen Lage helfen soll: Ein Raubüberfall im großen Stil! Das prestigeträchtigste und legendärste NASCAR-Rennen der Welt auf dem Charlotte Motor Speedway in Concord, North Carolina bietet scheinbar die perfekten Voraussetzungen für einen cleveren, unterirdischen Raubzug! Die Brüder brauchen unbedingt einen Safeknacker, den berüchtigten platinblonden Safeknacker des Landes: Joe Bang (Daniel Craig) – der sitzt allerdings noch im Gefängnis. Während der Planung des großen Coups tauchen immer neue Hindernisse auf, doch gemeinsam mit ihrer Schwester Mellie (Riley Keough) setzen die beiden Brüder alles daran, ihre lebenslange Pechsträhne endlich zu beenden…