Familienfahrt mit Kerstin Reimann. Die Schauspielerin liest am Ku’damm eine höchst vergnügliche Sommergeschichte von Hans Fallada

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Eine Sommergeschichte gehört in den August. Das mögen sich die Wahlberlinerin Kerstin Reimann und die Leitung eines Seniorenheims in Berlin-Halensee gedacht haben. Alten Menschen bietet man gern etwas aus den passenden Schubladen an. Experimentelles Theater wird man hier vergebens suchen. Schon Adenauer gewann seine Wiederwahl mit Plakaten wie „Keine Experimente“.
Wenn dabei eine heitere Sommer-Story vorgetragen wird, warum nicht. Zudem von dem berühmten Greifswalder Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen („Der Trinker“, „Der Eiserne Gustav“, „Altes Herz geht auf die Reise“).

Hans im Glück

Sie kennen Ditzen nicht? Vielleicht kennen Sie sein Pseudonym, gebastelt aus „Hans im Glück“ und dem Pferd Falada aus den Grimmschen Märchen. Dem sprechenden Pferd Falada wird in der „Gänsemagd“ der Kopf abgeschlagen; wohl eben, weil es spricht – und noch schlimmer, DIE WAHRHEIT SAGT.

Die Wahrheit sagen, bis sie sich durchsetzt

Nichtsdestotrotz spricht der abgeschlagene Pferdekopf solange weiter, bis eine Betrogene zu ihrem Recht kommt, in diesem Fall eine Prinzessin.
Wenn der Groschen noch nicht gefallen ist, fällt er vielleicht bei Werken wie „Kleiner Mann, was nun?“, „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“ und „Jeder stirbt für sich allein“.

Von der Sportpädagogin zur Schauspielerin

Die 1960 in Leipzig geborene Darstellerin Kerstin Reimann wurde in der DDR zur Lehrerin ausgebildet. Von 1979 bis 1984 studierte sie an der PH Potsdam, schloss als Dipl.-Sportpädagogin ab und arbeitete in ihrem Beruf. Von 1987 bis 1990 absolvierte sie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin (Ost) eine weitere Ausbildung. Als die Mauer geöffnet wurde, war sie 29, bei der Wiedervereinigung 30 Jahre alt.
In den 90er Jahren wurde sie vom Theater Anklam und dem Schauspielhaus Magdeburg engagiert. In Berlin war sie im Admiralspalast zu sehen und im Kabarett „Die Kneifzange“.

In Liebe eine Eins

Ab Mitte der 90er begann ihre Tätigkeit bei Film und Fernsehen.
Im neuen Jahrtausend spielte sie im „fliegenden Klassenzimmer“, einem Kinofilm, die Frau Thaler (2003).
Im Fernsehfilm „In Liebe eine Eins“, in dem auch Anna Loos mitwirkte, spielte sie die Richterin Hanisch, eine Nebenrolle.

Sekretärin, Schauspielerin und Friedensforscherin

Ein Jahrzehnt weiter geht es wieder um Liebesbeziehungen: Reimann war mehrfach die Sekretärin Gudrun Kramer in „Ein Fall von Liebe“.

Auch in einer Dokumentation war sie zu sehen: der ZDF-Produktion „Casanova – Die Kunst der Verführung“. KR war dort Silvia Balletti, die französische Schauspielerin.

In der Serie „Der Kriminalist“ mimte sie die Friedensforscherin Professor Wieland (2013).

2015 mischte sie bei SOKO Wismar als Adoptivmutter mit.

Lesungen: Lebenswert und auf dem Kreuzfahrtschiff

Rezitieren und lesen ist durchaus eine regelmäßige Beschäftigung bei ihr; so mit dem Rosenau-Ensemble Baden-Baden, der Märchenhaften Operncompany Berlin und auf Kreuzfahrtschiffen.

Vor acht Jahren fing sie an mit „Lebenswert“-Lesungen, wo sie aus der romanhaften Autobiographie des Berliner Journalisten Maxim Leo liest, „Haltet euer Herz bereit“.

Dies tut sie wohl auch für Alte und Blinde, denen sie immer wieder vorträgt.

Was?
Lesung „Familienfahrt“ von H. Fallada

Wann?
Datum und Uhrzeit:
Dienstag, den 15. August 2017 um 15 Uhr (Ende 16 Uhr)

Wo?
Ort:
Altenheim „Pro Seniore“, Kurfürstendamm 100, 10711 Berlin, Bibliothek (1. Stock)

Anfahrt: Bus M19 und M29 bis Haltestelle Kurfürstendamm/ Joachim-Friedrich-Straße.
U Bahn: U7 Adenauerplatz, Fußweg (2 Bushaltestellen Richtung Südwesten)

Eintritt 9,50 Euro




Wenn Hopfen und Malz verloren sind, gibt es vielleicht noch Trauben. Trauern, erben und Familie kennenlernen in einem Gleichnis vom Weinberg – „Der Wein und der Wind“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Drei Kinder hatten die verstorbenen Eltern. Der Vater ein Winzer durch und durch. Eine Tochter und zwei Brüder, zwischen denen manches steht. Wer ist der beste Winzer unter ihnen oder – sollen sie alles verkaufen? Dass solch groben Schlussstriche nicht die beste Lösung sind, zeigt „Wein und Wind“; ab August im Kino.
Das Berliner „Astor“ am Kurfürstendamm Nähe Zoo und Joachimstaler Straße zeigt den Film am 7. August um 20.15 Uhr, zur besten Sendezeit, schon in einer Preview.
Die unterschiedlichen Fähigkeiten und Charakterzüge von Menschen können sich ergänzen. Dazu muss es die Chance geben. Ein Abbruch von allem verhindert diese Entwicklung. Mögen die Menschen Geschwister sein – alle Menschen sind Brüder, bis auf die Schwestern? – oder nicht, ein harmonischer und respektvoller Umgang ist möglich.
In Frankreich, auf dem Weinberg und anderswo.

Bundesweiter Filmstart am 10. August 2017.

Preview im Astorkino Kurfürstendamm (Astor-Filmlounge) in Charlottenburg-Wilmersdorf am 7. August, 2015 Uhr.




Von Alter Schule bis Zebrastreifen. Die Top-100-Lieder des alten Hauses Rolf Zuckowski alphabetisch sortiert

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Für Fans und Archivare, Chronisten und Statistiker, Musikwissenschaftler und Kinder stellen wir die folgende Liste zur Verfügung. Sie enthält die beliebtesten hundert Lieder Zuckowskis nach dem Anfangsbuchstaben des Liedtitels sortiert. Die Titel folgen der Auswahl, die sich 2007 aus 225 Wunschkonzerten herauskristallisiert hatte.

Mancher hatte nach dem runden Geburtstag das Bedürfnis wiedergespürt, die alten Kassetten (und CDs) noch einmal zu hören. So am Muttertag eine junge Frau aus Magdeburg, die ihren Fernseher sehr bewusst benutzt.

Was wird am 16. Juli zu hören sein?

Mal sehen, was am 16. Juli 2017 ab 15 Uhr in Hamburg-Winterhude erklingt – und sei es als Zugabe. Rolf Zuckowski schenkt sich ein Konzert. Was Wunder: Kinder sind dabei.

1. Achterbahn (45)
2. Alle machen Fehler (74)
3. Alle wissen alles – keiner weiß bescheid (97)
4. Als ich ein Baby war (7)
5. Alte Schule, altes Haus (51)
6. An meinem Fahrrad ist alles dran (43)
7. Besuch auf dem Bauernhof (My Toot Toot) (38)
8. Das Brummi-Lied (89)
9. Das eine Kind ist so, das andre Kind ist so (55)
10. Dein kleines Leben (59)
11. Deutschland, deine Kinder (49)
12. Dezemberträume (26)
13. Drachen im Wind (27)
14. Du bist du – ich bin ich. Gesang: Bill Ramsey, Lucie Schäfer (60)
15. Du brauchst ein Lied (57)
16. Du da im Radio (10)
17. Ein Schmetterling im Tannenbaum (70)
18. Ein Vogel wollte Hochzeit machen (13)
19. Elbkinder (42)
20. Es gibt noch echte Kinder (L’italiano) (86)
21. Es ist nicht leicht, ein Narr zu sein (62)
22. Es schneit (14)
23. Frag mir doch kein Loch in’n Bauch (66)
24. Frühstück mit Mama, Frühstück mit Papa (21)
25. Freunde sein (92)
26. Fröhlicher August (95)
27. Frohe Ostern (88)
28. Glücksminuten (91)
29. Guten Tag, ich bin der Nikolaus (76)
30. Hallo Mama, hallo Papa (31)

31. Hallo Welt (46)
32. Hut ab! (39)
33. Ich bin sauer (58)
34. Ich bin stark (28)
35. Ich schaff das schon (6)
36. Ich bau mir eine Höhle (41)
37. Ich glaub, ich hab dich lieb (56)
38. Ich hab mich verlaufen (54)
39. Ich kenn ein Haus (87)
40. Im Kindergarten (9)
41. Im Orient (94)
42. Im Osten geht die Sonne auf (83)
43. Immer wieder kommt ein neuer Frühling (19)
44. In der Osterhasenmalerwerkstatt (73)
45. In der Weihnachtsbäckerei (3)
46. Die Jahresuhr (Platz 1)
47. Jane und John (100)
48. Jetzt kommt die Osterzeit (72)
49. Kinder brauchen Träume (78)
50. Die Kinder des Rock’n’Roll (93)
51. Kinder werden groß (40)
52. Kleine Europäer (52)
53. Komm, wir woll’n Laterne laufen (35)
54. Lachende Augen (79)
55. Leben ist mehr (48)
56. Lieder, die wie Brücken sind (23)
57. Links und rechts (84)
58. Mein neuer Bruder (80)
59. Mein Platz im Auto ist hinten (37)
60. Mein Weg zur Schule (67)
61. Meine Heimat ist ein kleiner blauer Stern (81)
62. Meine Mami (15)
63. Meine Schwester (82)
64. Die Monster kommen (98)
65. Der Morgenmuffel (85)
66. Nackedei (8)
67. Nasenküsse (17)
68. Ohne dich (44)
69. Oma liebt Opapa (4)
70. Papa, bist du müde? (34)
71. Papi, wach auf (12)
72. Riesenglück (90)
73. Ryrksnglynks (61)
74. Schneewittchen und die sieben Zwerge (25)
75. Schulbus (18)
76. So wie du bist (32)
77. Sommerkinder (33)
78. Sommerzeit – Ferienzeit (65)
79. Der Spielmann (71)
80. Starke Kinder (20)
81. Sternenkinder (77)
82. Stups, der kleine Osterhase (5)
83. Theo (Der Bananenbrot-Song) (29)
84. Tick, tick, tick (69)
85. Tiere brauchen Freunde (64)
86. Tip Tap (30)
87. Tweety (22)
88. … und ganz doll mich (36)
89. Unsre Schule hat keine Segel (75)
90. Was Spaß macht (24)
91. Wenn der Sommer kommt (53)
92. Das Wetter (96)
93. Wie gut, daß es die Sonne gibt (68)
94. Wie schön, dass du geboren bist (2)
95. Winterkinder (16)
96. Wir sind Kinder (47)
97. Wir wollen Sonne (63)
98. Wo ist das Telefon? Gesang: Alexander Zuckowski (99)
99. Der Zahnlückenblues (50)
100. Zebrastreifen (11)




Man soll nie nie sagen. Rolf Zuckowski tut es wieder: Konzert im Hamburger Stadtpark Winterhude

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am 16. Juli um 15 Uhr passiert das, was man nicht für möglich gehalten hatte: Rolf Zuckowski gibt noch ein Konzert. Als „Rentner“ hatte er sich von der Bühne verabschiedet, nun „schenkt er sich“ ein Konzert zum 70. Geburtstag, den er am 12. Mai feierte. Für Fans eine Freude.
Manche wird es nach Hamburg ziehen, nicht nur Ratzeburger, Lauenburger und Büchener, die mit ihrem Autokennzeichen dem Sänger verbunden sind. Immerhin ist es aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg in die zweitgrößte deutsche Stadt nicht weit.
Die Hafenstadt an der Elbe wird von zwei Bundesländern umgeben, im Süden und Südwesten Niedersachsen mit Stade, Winsen/Luhe und Lüneburg, einer weiteren Hansestadt.
Im Norden und Osten Schleswig-Holstein mit direkten Autobahnverbindungen nach Bargteheide, Kiel, Lübeck bis nach Gudow, dem Seenparadies.

Im Hamburger Stadtpark Winderhude heißt es Sonntag nachmittag: 40 Jahre Rolfmusik. Fünf Chöre mit 500 Kindern singen Rolfs Vogelhochzeit.
Eintritt 25,- Euro

Stadtpark Freilichtbühne, Saarlandstraße, 22303 Hamburg

Anfahrt: Ecke Jahnring

Veranstalter: Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH, Budapester Straße 45
20359 Hamburg. (040 41 47 88 -0)

Eintrittskarten:
01806 – 62 62 80 (Anruf aus dem Festnetz 20 Cent, vom Handy höchstens 60 Cent)
tickets@kj.de

Karten an der Abendkasse und den VVK-Stellen (Konzertkassen).
Erwachsene Stehplatz 25,-, Kinder (bis 12 J.) Stehplatz EUR 20,50

Ankündigung:

Der Gesangsverein Rietheim-Weilheim wird mit seinem Vorchor, seinem gemischten Chor und seinem Erwachsenenchor ein Konzert für Rolf Zuckowski geben.
„Kinder brauchen Musik.“ Konzert für (und mit) Rolf Zuckowski.

Saal der Gemeindehalle Rietheim, Schulstraße 1, 78604 Rietheim-Weilheim in Württemberg

Wann? Am 22. und 23.7.2017, Samstag und Sonntag; Samstag um 19 Uhr, Einlass 18 Uhr, Dauer: etwa 2 Stunden
(Für Sonntag, den 23. Juli um 14.30 können keine Plätze mehr gebucht werden. Für Sa. waren (bei Veröffentlichung) noch ca. 2 Dutzend Karten da.)




Letzte Chance. Ausstellung „Letzte Zuflucht Mexiko“ im Rathaus Kreuzberg an der Yorckstraße endet

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Susana Garduno von der Botschaft der Vereinigten Staaten von Mexiko war zur feierlichen Eröffnung anwesend, Zeitzeugen, die selbst nach Mexiko flohen und Dozenten von der Humboldt-Universität Berlin. Das Aktive Museum e.V. hatte unter Beteiligung der Akademie der Wissenschaften (Ost) die Ausstellung geschaffen. 20 Menschen haben Beiträge zur Ausstellung geschrieben, exemplarisch sei Ulrike Schaette erwähnt, die auch Dozentin der Gilberto-Bosques-Volkshochschule Kreuzberg ist. Diese befindet sich mit den meisten Unterrichtsräumen in der Wassertorstraße (Nähe U-Bf. Prinzenstraße U-Bahnlinie 1).

Neben Regimekritikern, Künstlern, Schriftstellern und Juden flohen unter anderem Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD, 1933 Liste 3) nach Nordamerika. Nach dem KPD-Verbot durch die NSDAP-geführte Regierung, den kommunistischen „Säuberungsaktionen“ gegen Links- und „Rechtsabweichler“ in der Sowjetunion, dem damals einzigen „sozialistischen“ Staat der Welt, blieb den extrem Linken kaum ein anderer Ausweg offen. Shanghai, das visumfreie Einreise bot, wäre eine Alternative gewesen, doch Mexiko wurde es. Gilberto Bosques als mexikanischer Diplomat in Frankreich (Vichy) rettete viele Menschen vor dem Gefängnis, Lager oder schlimmeren, in dem er ihnen Visa oder sogar Schiffspassagen verschaffte. Es ist überliefert, dass er einige in Marseille im Hafen persönlich bis zum Schiff begleitete.

Die Ausstellung läuft den ganzen Juni hindurch, doch Ultimo, der 30.6.2017, ist Abbautag. Donnerstag, der 29 Juni ist also die letzte Möglichkeit, die erfolgreiche Ausstellung von Koffern ungestört betrachten zu können.
Sie reiste schon nach Hagen und Frankfurt am Main und ist inzwischen das 3. Mal in der deutschen Hauptstadt zu sehen.

Der Eintritt ist frei. Das Rathaus von 8-17 Uhr geöffnet.
Yorckstraße 4, 10965 Berlin, 1. Stock.




Mainstream umgarnt. Lateinamerika in der Linienstraße 130: Erste Ausstellung „Raue Strömung“ mit Natalia Urnía

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Natalia ist eine Latina. Als Anagramm eine Laatina oder Latinaa. Sie ist weiblich, sehr weiblich und sie ist Chilenin. Textilien als Material werden zunächst meist der Frau zugeordnet. Natürlich könnte man so tun, als gäbe es keine Vorurteile und keine Geschlechterfrage. Dann wäre man aus dem Schneider und hätte die Genderfrage geschickt umschifft; wie mit dem flinken Griff eines Webers – oder einer Weberin? Doch genauso wie eine ahistorische Sichtweise wäre auch das nicht zielführend, sondern oberflächlich.

Wie dem auch sei, die Kunst von Natalia Urnía aus Chile ist eine textile. Sie dekonstruiert um zu konstruieren und umgarnt einen mit Stoffen und Kleidungsstücken aller Art. Es ist eine phanstasievolle Arbeit, die Mut zur Lücke hat. Ihre teils fadenscheinigen Werke ermöglichen ganz neue Durchblicke. Kein Knäuel ist ihr ein Gräuel, aus einer alten Weste macht sie nur das Beste; das gleiche gilt für Reste.

Ihre Projekte heißen „Anmerkungen“, „Wind“ oder „Ent-Garnt“.

Ihre erste Ausstellung fand 2006 im Kulturzentrum Anahuac in Santiago de Chile statt. Ihre zweite im Institut für visuelle Künste der Universtität von Chile in der gleichen Stadt.
2010 am selben Ort, dem Sala Juan Egenau im „Departamento des Artes Visuales“, ihre erste Einzelausstellung.

San Felipe, Valdivia, Valparaíso

Davor und danach Teilnahme an weiteren Gruppenausstellungen in vielen Teilen ihres Heimatlandes, das sich als schmales Handtuch unglaublich lang von Nord nach Süd erstreckt. San Felipe, Valdivia, Valparaíso.

Mexikanisches Kulturzentrum in Costa Rica

2010 nicht nur der Erfolg der ersten Einzelausstellung, sondern auch der Durchbruch ins Ausland: Encuentro de la Red Textil Iberoamericana, Mexikanisches Kulturzentrum in San José, Costa Rica. Noch verlässt sie den spanischsprachigen Kulturraum nicht, aber den Kontinent.

Die mittelamerikanische Landbrücke wird auch zu einer Brücke nach Nordamerika für Natalia Urnía, denn der nächste Schritt geht nach Mexiko!

Mexiko

FONDART, Ventanilla abierta (offene Fenster), Einladung zur VI Internationale Biennale für zeitgenössische Textilkunst, Textilkunstsalon Recycling, Kunstzentrum von San Agustin, Oaxaca, Mexiko.

Natalia Urnía bestreitet die Ausstellung nicht allein, sondern mit 8 Kollegen. Mit Jacinta Besa, der Kuratorin von „Expanded – 11 female Artists from Chile to Berlin“, stellte sie diesen Monat bereits ebendort zusammen aus.

Die teilnehmenden Künstler (Künstler und Künstlerinnen) in alphabetischer Reihenfolge:

Paula Anguita : www.paula-anguita.com
Jacinta Besa : www.jacintabesa.cl
José Délano : www.josedelano.com
Muriel Gallardo Weinstein: www.murielgallardo.cl
Marcela Moraga : www.marcelamoraga.org
María Muñoz : www.maria-munoz.com
Natalía Urnía : www.nataliaurnia.com
Amalia Valdés : www.amaliavaldes.cl
Pablo Zuleta Zahr : www.zuletazahr.com

Anschrift:
Galerie Eigenheim
Linienstraße 130 (2. Hof)
10115 Berlin-Mitte

ÖPNV:
U6 Oranienburger Tor und Tram

Dauer: bis Donnerstag, den 29. Juni 2017

Es ist die erste Ausstellung im Kap Hoorn. Es ist eine Plattform für lateinamerikanische Künstler. www.kaphoorn.com




Mein Herz Leyla oder: 15.000 Bäume. Der Film „DIL LEYLA“ der Berlinerin Asli Özarslan schließt feierlich das 7. Kurdische Filmfestival ab

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Sommeranfang, also am 21. Juni, wird der Abschlussfilm der Ludwigsburger Filmakademie von Regisseurin Aslı Özarslan als Abschlussfilm des 7. Kurdischen Filmfestivals um 20 Uhr im Babylon-Mitte am Rosa-Luxemburg-Platz gezeigt. Inhalt: Leyla, eine kurdischstämmige Frau aus Deutschland, wird mit 26 Jahren die jüngste Bürgermeisterin der Türkei. Mit einem erdrutschartigen Rekordsieg („land slide victory“) gewinnt sie die Wahlen in der Stadt Cizre mit 81%. Eine Krisenregion und Kurdenhochburg an der syrisch-irakischen Grenze.

Parks und Bäume

Hier ist Leyla geboren. Als sie fünf Jahre alt ist, wird ihr Vater bei einem Gefecht mit dem türkischen Militär getötet. Sie fliehen. Nach über 20 Jahren kehrt sie in ihre Heimatstadt zurück. Ihr Ziel – die vom Bürgerkrieg zerstörte Stadt zu verschönern. Der hundert Jahre alte Basar soll renoviert werden. 5 Parks sollen einer nach dem anderen angelegt werden. 15.000 Bäume werden gepflanzt.

Doch dann entwickelt sich alles ganz anders. Die Parlamentswahlen in der Türkei stehen an und die Situation vor Ort spitzt sich immer mehr zu. Die Erinnerungen aus ihrer Kindheit holen sie ein und ihr Leben verändert sich radikal.

Schutt und Asche

Die Regisseurin begleitet Leyla aus Deutschland in die Türkei, ihren Wahlkampf, ihre Arbeit als Bürgermeisterin bis zu ihrer Verhaftung und der „brutalen Zerstörung von Cizre durch die türkische Armee“. Kamerafrau Carina Neubohn und der Regisseurin Aslı Özarslan gelingen eindrucksvolle Bilder in der Phase der Hoffnung auf Frieden und Demokratie sowie ergreifende Szenen, als diese Hoffnung in Schutt und Asche gelegt wird. „DIL LEYLA“ ist Asli Özarslans Diplomfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg.

Produktionsdaten

„DIL LEYLA“ ist eine Produktion von Essence-Film in Koproduktion mit dem SWR, Filmakademie Baden-Württemberg, gefördert von MFG Filmförderung Baden-Württemberg. Buch & Regie: Aslı Özarslan / Produzent: Igor Dovgal / Redaktion SWR: Dr. Gudrun Hanke-El Ghomri / Producer: Sabrina Proske / Kamera: Carina Neubohn / 2. Kamera: Aslı Özarslan / Schnitt: Ana Branea / Ton: Jonathan Schorr, Aljoscha Haupt, Tom Schön, Nami Strack / Sounddesign: Jonathan Schorr.

Die Weltpremiere von DIL LEYLA war im November 2016 auf dem International Documentary Film Festival Amsterdam. Der Film war nominiert in der Kategorie „Best Female Directed Film“. Deutschlandpremiere feierte er im Rahmen des Filmfests Max-Ophüls-Preis 2017 und er lief seitdem auf zahlreichen nationalen wie internationalen Festivals.

Einzelheiten zum Begleit- und Festivalprogramm im Programmheft des 7. KFF oder unter:
www.kurdisches-filmfestival.de




Der Rekordhalter. Hussein Hassan, Schauspieler und Regisseur, ist an vier Filmen des 7. Kurdischen Filmfestivals beteiligt

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). 28 Filme werden auf dem 7. Kurdischen Filmfest im Babylon gezeigt, vier davon unter Mitarbeit von Hussein Hassan. Schon im Eröffnungsfilm „Haus ohne Dach“ von Soleen Yusef sehen wir ihn als Checkpoint-Chef, der sich in die Sängerin Liya verliebt.
In „Memories on Stone“ (2014) von Shawkat Amin Korki ist er der Hauptdarsteller und zusammen mit Nazmi Kirik und Shima Molaei zu sehen. Eine deutsch-irakische Ko-produktion mit der Regionalregierung im Nordirak (Produzent: Mehmet Aktas).

Auch in „Narcissus Blossom“, einer irakisch-französischen Koproduktion aus dem Jahr 2005, spielt er die Hauptrolle.
Zudem führt er in diesem Film zusammen mit Mesud Arif Salih Regie. Es ist sein erster Spielfilm als Regisseur, der in der Sektion „PANORAMA“ bei den 56. Internationalen Filmfestspielen Berlin (Berlinale) und beim Toronto International Film Festival (TIFF) gezeigt wurde. Auf der Berlinale erhielt er für den Spielfilm den Amnesty-International-Filmpreis.

2009 kam der zweite Spielfilm heraus. Bei „Herman“ zeichnete er außer für die Regie auch für das Drehbuch verantwortlich. Der Film wurde in Korea beim Internationalen Filmfestival uraufgeführt.

Das dritte Mal Regie führte er 2016 bei „Reseba – The Dark Wind“ (sprich: Rescheba). Eine Koproduktion dreier Länder: BRD, KRR im IRak und Katar. Der 89-Minüter wurde zur Primetime am Samstagabend im Großen Saal des Babylon-Mitte vorgeführt im Rahemen des 7. KFF (Kurdischen Filmfestivals). Ein Saal mit etwa einem halben Tausend Plätzen, die ausverkauft waren. Anders als bei dem nachmittags gezeigten „14. Juli“ war der Saal auch tatsächlich fast voll. Die Reaktionen des Publikums waren positiv und das anschließende Filmgespräch ergiebig.

Hussein Hassan, Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler, ist so auf diesem Festival dreimal als Schauspieler zu sehen. Zweimal fungierte er als Regisseur. Da er bei Narcissus Blossom sowohl unter den Darstellern als auch auf dem Regiestuhl Platz nahm, kommen insgesamt 4 Filme zusammen.

Das ganze Festivalprogramm unter:
www.kurdisches-filmfestival.de




Schönheit, Die Anderen, Mein Paradies, LAYLA und ein Messi. Das Programm des 7. Kurdischen Filmfests Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Seit 6 Jahren zum 1. Mal wieder: Das Kurdische Filmfestival in der deutschen Hauptstadt. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa: „Das 7. Kurdische Filmfestival“ bietet „neben einem umfangreichen Filmprogramm mit 28 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen ein interessantes Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussionen, Workshops und Konzerten“ an.

Es sind 11 Spielfilme, 8 Dokus und 9 Shorts.

Die Filmtitel im einzelnen:

Die 11 SPIELFILME (Filimen Huneri)

14. Juli
Bekas
Deine Schönheit ist nichts wert
Die Erbin
Folge meiner Stimme (2014)
Haus ohne Dach (Eröffnungsfilm)
Letter to the King (Brief an den König)
Memories on Stone (Lapidare Erinnerungen)
My Sweet Pepper Land (Mein süßes Pfefferland)
Narcissus Blossom
Reseba – The Dark Wind

8 Dokumentarfilme (Filimen BELGEYI)

Die Anderen
Dil Leyla
Gulistan, Land of Roses (Land der Rosen)
Halabja – Die verlorenen Kinder
Mein Paradies
New Life (Neues Leben)
Sara
The Nest (Das Nest)

Last, but not least: Die 9 Kurzfilme (Filimen Kurt)

Bad Hunter (Der schlechte Jäger)
Baghdad Messi
Land of the Heroes (Das Land der Helden/ Heldenland)
Layla
Milan
Oxygen vs Blood (Sauerstoff gegen Blut)
Be Deng – Stillschweigend
Vegerin
Yoghurt (Joghurt)

Andere Filmfestivals, wie die Berlinale, Cannes, Locarno und Venedig, aber auch kleinere wie die Hellas Filmbox oder das neue SEEFF, finden jährlich statt. Durch die längere bis lange Pause beim KFF – ein halbes Dutzend Jahre – sind einige Filme nicht nur aus den Produktionsjahren 2016 und 2015, sondern auch aus den Jahren 2014, 2013 und 2012. Sie werden zum ersten Mal im festlichen Rahmen gezeigt, mit vielen Gästen und meist der Möglichkeit, sich über die Filme auszutauschen, sowohl inhaltlich als auch formal.

Zudem entsteht dadurch die Möglichkeit, Filme, die aktuell nicht mehr im Kino laufen, anzuschauen.
Verpasstes oder nie hier Gezeigtes wird zugänglich; eine seltene Gelegenheit.

Festivalsprache ist neben deutsch kurdisch. Zum Vergleich: die Festivalsprache der Berlinale ist englisch.

Konsequenterweise ist das Programmheft zweisprachig. Die kurdische Sprache, die den Einheimischen so gut wie unbekannt ist, sieht man damit vielleicht das erste Mal. Aus diesem Gründe haben wir drei Wörter, die Filmrubriken, auch in der Fremdsprache angeführt. Allerdings ohne diakritische Zeichen.

Das Programm im DIN-A-5-Format liegt unter anderem am Rosa-Luxemburg-Platz im Kinofoyer des Babylon-Mitte aus.

Nochmal Senator Klaus Lederer: „Wir sehen uns vom 15.-21. Juni im Kino Babylon oder einem der anderen schönen Veranstaltungsorte in Berlin!“




Volk ohne Land oder: Welche Farbe hat der Frosch in deinem Hals? „Haus ohne Dach“ eröffnet 7. Kurdisches Filmfestival in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Alle Kurden sind Karl-May-Fans. Denn er war vielleicht der einzige, der die Existenz Kurdistans vorbehaltlos anerkannte. Doch viele sind der Meinung, es gäbe nicht nur Kurdisthan nicht, sondern auch keine Kurden. Es gäbe nur Syrer, Türken, Araber, Bergtürken, Nordiraker, Iraner und Asiaten; und vielleicht noch Jesiden. Und Staatenlose. Aber keine Kurden. Gut. Die Gedanken sind frei. In Deutschland herrscht das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Unbestreitbar ist, dass es Menschen gibt, die kurdisch sprechen. Wie soll man die politisch korrekt nennen? Kurdischsprecher?
Oder Kurdischsprecher und Kurdischsprecherinnen? Oder Lady’s First: Kurdischsprecherinnen und Kurdischsprecher? Auch wenn „Kurden“ falsch sein sollte, hätte es in seiner Kürze doch Würze.

Eine Kulturveranstaltung

Zum Glück ist ein Filmfestival eine kulturelle Veranstaltung, so auch das 7. Kurdische Filmfestival (KFF). In der Bibel ist die Rede von 7 guten Jahren und 7 schlechten, oder war es umgekehrt? Gilt das alte Buch auch für die, die nicht daran glauben? Diese Frage muss so offenbleiben wie die kurdische.

Sieben gute Jahre – oder sechs?

Das Kurdische Filmfestival in Berlin hatte 6 „gute“ Jahre, in denen es existierte und 6 Jahre, in denen es nicht stattfand. 2017 findet es das erste Mal in 7 Jahren wieder statt.

Bis zum 21. Juni 2017 ist es im Babylon Berlin-Mitte am Rosa-Luxemburg-Platz in mehreren Sälen mit 28 Filmen am Start, 10 Spiel-, 8 Dokumentar- und 9 Kurzfilmen.

Humorvolles Roadmovie

Den Reigen eröffnete das Roadmovie „Haus ohne Dach“ son Solin Yusif (kurdische Schreibweise)/ Soleen Yusef (englische Schreibweise) Deutschland/ KRR (Irak)/ Katar 2016.
Die KRR ist die Kurdische Regionalregierung im Irak, meist englisch KRG abgekürzt für „Kurdish Regional Government“. Wir Deutsche sind englische Abkürzungen gewohnt. Die Vereinten Nationen heißen oft UN, nur bei der Gesellschaft für die Vereinten Nationen spricht man von VN. Die Vereinigten Staaten von Amerika beginnen abgekürzt mit „U“, VSA bezeichnet einen deutschen Verlag.

Made in KRR(?)

Dass es überhaupt eine Regionalregierung gibt, zwischenzeitlich eine der stabilsten politischen Entitäten zwischen Syrien und dem Iran seit dem Ende der Regierung Saddam Husseins, sehen viele Einwohner schon als Fortschritt. Wie dem auch sei, der Film begegnet der skurrilen Realität mit einigem Humor, der einen Lachen, Schmunzeln und Verstehen lässt.

Zum Inhalt des Films

Drei Geschwister reisen nach dem Tode der Mutter in den Nordirak. Der verheiratete „erfolgreiche“ Bruder, Jan (Sasun Sayan), ist schon dort, der andere Bruder, Alan (Murat Seven) und die Schwester Liya (Mina Ozlem Sagdic) reisen aus Deutschland nach Duhok an.

Der letzte Willen ist so eine Sache. Ihm zu wider- oder nicht zu entsprechen, ist riskant. Auch wenn Grenzen überschritten werden müssen und Widerstände.

So nehmen die Geschwister bei Nacht ohne Nebel den einfachen Sarg mit, um die Mutter 600-700 Kilometer weit entfernt an der Seite ihres Mannes zu begraben.

Unterwegs werden sie von den Leuten eines einflussreichen Verwandten verfolgt, der die Mutter von Alan, Jan und Liya in Duhok beerdigt sehen will. Checkpoints und Tankstellen, nette Leute und gute Hirten säumen den Weg.
Die Story ist lückenlos, doch der Tank des Pickups irgendwann löchrig. Das liegt weniger am japanischen Hersteller als an den örtlichen Verwirrungen.
Das alles mit moderner Technik vom Handy bis zum Fernsehen.

Ein Geheimnis kommt, sprachlich verschlüsselt, nach und nach ans Licht. Das Vehikel taugt nicht mehr, die drei trennen sich und gehen zu Fuß weiter.

Ende gut, alles gut: Familie vereint

Einer trägt einen anderen beim hüten der Herde, die Frau lässt sich widerwillig mit dem Taxi fahren und der andere Bruder trampt. Wunderbarerweise treffen sie sich im Leben zum vierten Mal und die Geschichte findet ein Happy-End.

Menschlichkeit hinter harter Wortschale

Die Beleidigungen innerhalb der Familie und gegenüber Fremden sind starker Tobak, lassen einen an Umgangsformen unter Afroamerikanern im Süden Chicagos erinnern. Doch ähnlich wie die Berliner Schnauze einen weichen Kern verbirgt, steckt hinter den hässlichen Worten Menschlichkeit.

Ein deutscher, fast deutschsprachiger Film

Angenehm ist es für den deutschen Zuschauer, einen untertitelten Film anzuschauen (OmdtU, Original mit deutschen Untertiteln), in dem über weite Strecken perfekt deutsch gesprochen wird.

Die Songwriterin küsst den Frosch nicht

Liya singt in der Bundesrepublik in einer Band. Schreibt wohl ihre eigenen Lieder, in denen sie nach der Froschfarbe des Kloßes im Hals fragt.

Ein Debut und ein würdiger Eröffnungsfilm

Insgesamt ein sehr gelungenes Werk der 1987 in Duhok geborenen Regisseurin, die neunjährig nach Deutschland floh, als es bereits wiedervereinigt war. Sie studierte an der Filmakademie Baden-Württemberg.

Berlinale mit Trattoria

Ihr während des Studiums entstandener Film „Trattoria“ feierte 2012 auf der Berlinale Premiere. In der Sektion Perspektive Deutsches Kino.
Der KFF-Eröffnungsfilm ist zugleich Debüt und Abschlussfilm für das Diplom im deutschen Südwesten. Gedreht wurde er vor zwei Jahren, im Frühling 2015, in ihrer Heimatstadt und Umgebung.

„Haus ohne Dach“ legt für mein Empfinden eine positive Grundeinstellung und einen positiven Ausblick an den Tag.
Die Summe aus Gastfreundschaft und Menschlichkeit, Versöhnung nach Familienquerelen und Humor trotz pfeifender Kugeln und Gitterstäbe.

An der Wildheit Kurdistans besteht kein Zweifel, doch wünscht sich nicht jedes Kind Abenteuer?

Schöner hätte man das 7. Kurdische Filmfestival wohl nicht eröffnen können. In einem vollen Haus – der Saal 1 des Babylons fasst etwa 500 Zuschauer – bei Festivalatmospäre und Filmgesprächen ist man auf weiteres gespannt.

Was umspannt das spannende Programm?

Das Programm bis einschließlich Mittwoch findet man unter www.kurdisches-filmfestival.de .

Karl May schrieb unter Pseudonym Schundromane. Neun Pseudonyme sind erwähnt worden.
Seinen bürgerlichen Namen – KARL MAY – benutzte er für die weltbekannten Romane, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Die Kirche empfiehlt den Autor für jede Hausbibliothek als „christliches Vorbild“, da in einer Internetlosen Zeit niemand daran zweifelt, dass es sich bei den Texten um echte Erlebnisberichte handelt.
Spät, ähnlich wie in Yusifs Film „Haus ohne Dach“ (‚House without a Roof‘), kommt die Wahrheit ans Licht. K.M., der, seitdem er 32 ist, auf dem Pfad der Tugend wandelte, wird nach einem Prozess, der das Erdachte der farbenfrohen Geschichten brandmarkt, hart bestraft.

Durchs wilde Kurdistan mit dem Auto

„Durchs wilde Kurdistan“ wurde dennoch jahrzehntelang bis heute weltweit gern gelesen; egal, ob es das Land nun gab oder nicht. Egal, ob KM dort war – oder nicht.

Minus mal minus ergibt plus

In der Mathematik führt die doppelte Negierung ins Positive.

-1 . -1 = 1

Kurdistan gibt es nicht und Karl May war auch nicht dort – an jenem Ort

Bedeutet „minus mal minus ist gleich plus“ in der Literatur, dass die Tatsache, dass Karl May 1. nicht in Kurdistan war und es 2. Kurdistan nicht gibt, dass es vielleicht in der Realität das Land doch gibt?

In welchem Land spielt „Haus ohne Dach“?