Hannes Jaenicke im Einsatz für Nashörner.

Die Spur des Horns – Doku im ZDF: Hannes Jaenicke im Einsatz für Nashörner

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Hannes Jaenicke war schon oft im Einsatz für Eisbären, Elefanten, Löwen und Haie. Zuletzt war er im Einsatz für Nashörner. Das was Jaenicke und seine Jungs gehört und gesehen haben, das zeigt das ZDF am Dienstag, den 16. Januar 2018, um 22.15 Uhr in der Doku „Im Einsatz für Nashörner“ von und mit Hannes Jaenicke.

Jaenicke, der sich als Schauspieler, Dokumentarfilmer, Querdenker und Autor einen Namen gemacht hat und veilfach geehrt wurde, unter anderem mit dem Grimmepreis, nutzt seine Bekanntheit, um sich gesellschaftspolitisch und sozialkritisch zu engagieren, wovon seine Bücher „Wut allein reicht nicht“ (2010) und „Die große Volksverarsche“ (2013), die in großer Auflagen erschienen, Zeugnis ablegen wie seine Dokumentarfilme.

Als Kameramänner hätte Jaenicke Markus Strobel, Tim Henkel und Jo Binder bei dieser Nashorn-Produktion der Tango Film GmbH und Pelorus Jack Filmprods LLC dabei. Die ausführenden Produzenten waren Strobel und Jaenicke. Sie folgten der „Spur des Horns und wollten wissen, warum die Wilderei ein derartiges Ausmaß angenommen hat“. Laut ZDF-Presseinformation seien „1200 Tiere wegen ihres Horns von Wilderern getötet“ im vergangen Jahr in Afrika getötet worden.

Deswegen führt die Reise nach Kenia und Südafrika bis hin nach Vietnam, um dort nicht nur einen vietnamesischen Investigativjournalisten, sondern auch Konsumenten für das Horn, für das Käufe rund „50.000 Euro pro Kilogramm“ bezahlen würden.




Flaschentrockner von Macel Duchamp.

Ein Flaschentrockner von Marcel Duchamp zu Gast im Schaufenster Sohm

Stuttgart, Deutschland (Kulturexpresso). Vom 23. November 2018 an soll die Sonderausstellung „Marcel Duchamp. 100 Fragen. 100 Antworten“ im Schaufenster Sohm zu sehen sein. Zu dem, was die Staatsgalerie Stuttgart über den Winter bis zum 10. März 2019 zeigen will, soll auch der Flaschentrockner zählen, den Duchamp 1914 kaufte und der als Ready-Made 1964 in die Kunstgeschichte einging.

Allerdings wird nur ein kleiner Einblick in den umfangreichen Bestand zu sehen sein.

Marcel Duchamp, der von 1887 bis 1968 nach unserer Zeitrechnung lebte, behauptet die Staatsgalerie Stuttgart in einer Pressemitteilung vom 21.12.2017, „beeinflusst bis heute wie kaum ein anderer Künstler die Gegenwartskunst. Indem er einen Alltagsgegenstand zum Kunstwerk erhob und damit das ‚Ready-made‘ erfand, revolutionierte er die Kunstgeschichte.“

Zu empfehlen ist nach wie vor der von dem Künstler und Duchamp-Forscher Serge Stauffer 1981 herausgegebene Band „Marcel Duchamp. Die Schriften“. Das Werk ermöglicht laut Pressemitteilung „einen Einblick in Duchamps theoretische Überlegungen zum Prinzip des Ready-Mades.




Hollywood

Berlinale-Filme auf der Oscar-Shortlist – „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin im Rennen um den Verdienstpreis der Akademie

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Vier Filme aus dem Programm der Internationalen Berliner Filmfestspiele Berlinale stehen auf der Shortlist genannten Auswahl für einen Oscar genannten Verdienstpreis der Akademie für den besten fremdsprachigen Film. Das teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences am 14. Dezember 2017 mit.

Die Shortlist

„A Fantastic Woman“ von Sebastián Lelio (Chile)
„In the Fade“ von Fatih Akin (Deutschland)
„On Body and Soul“ von Ildikó Enyedi (Ungarn)
„Foxtrot“ von Samuel Maoz (Israel)
„The Insult“ von Ziad Doueiri (Libanon)
„Loveless“ von Andrey Zvyagintsev (Russland)
„Félicité“ von Alain Gomis (Senegal)
„The Wound“ von John Trengove (Südafrika)
„The Square“ von Ruben Östlund (Schweden)

Vier dieser neun gelisteten Filme feierten ihre Premiere auf der diesjährigen Berlinale im Februar 2017. Eingereicht wurden Filme für die Sparte „Bester nicht englischsprachiger Film“ aus 92 Ländern.

Darunter mit „On Body and Soul“ (Deutsch: „Körper und Seele“) sogar der Gewinner des Goldenen Bären. Zudem wird der Wettbewerbsbeiträge „Félicité“, der den Silbernen Bären Großer Preis der Jury gewann, genau so gelistet wie „A Fantastic Woman“ (Deutsch: „Eine fantastische Frau“), der mit dem Silbernen Bären für das Beste Drehbuch der Berlinale ausgezeichnet wurde. Außerdem ist mit „The Wound“ der Eröffnungsfilm der Sektion Panorama dabei.

Kurzum: Dieter Kosslick, Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin, und sein Kollektiv scheinen Gutes geleistet und Vieles richtig gemacht zu haben. Die Berlinale ist und bleibt neben Cannes und Venedig trotz aller Unkenrufe vor allem inhaltlich das größte Filmfestival der Welt.

Die Mitglieder der Academy, die zur Teilnahme an der Nominierungsrunde in New York, London, Los Angeles und zum ersten Mal in der San Francisco berechtigt sind, werden die neun Filme an drei Tagen sehen und zwar am 12., 13. und 14. Januar 2018. Danach wird abgestimmt. Die Nominierungen der 90. Academy Awards werden am 23. Januar 2018 in Los Angeles bekanntgegeben. Anschließend werden am 4. März 2018 in Hollywood die Oscars vergeben.

Letztes Jahr stand die Tragikomödie „Toni Erdmann“ von Maren Ade als deutscher Beitrag auf der Auswahlliste.

Möglicherweise ist ein Berlinale-Film dabei, vielleicht sogar das deutsche Drama „Aus dem Nichts“ (Englisch: „In the Fade“) von Fatih Akin. Wir gönnen ihm für den NSU-Thriller, der auf den Internationalen Filmfestspiele von Cannes seine Weltpremiere feierte, und für den Akin die Schauspielerin Diane Kruger gewinnen konnte, das ganze Glück.

Der letzten Deutsche, der diesen Preis gewinnen konnte, war Florian Henckel von Donnersmarck. Der Filmemacher gewann den Oscar 2007 mit seinem starken Stasi-Film „Das Leben der Anderen“, in dem Ulrich Mühe die Hauptrolle spielte.




100 Jahre zurück – Retrospektive der Berlinale 2018 zum Weimarer Kino

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Weimarer Republik bestand von 1918 bis 1933. In diese Zeit will die künftige Berlinale, die vom 15. bis 25. Februar 2018 in Berlin stattfinden soll, rutschen.

Dabei sollen sich die Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen aus den Jahren 1918 bis 1933 um „Exotik“, „Alltag“ und „Geschichte“ drehen.

In einer Pressemitteilung vom 21. November 2017 heißt es dazu: „Vor rund 100 Jahren, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und mit der Ausrufung der Weimarer Republik, entwickelte sich eine der produktivsten und einflussreichsten Phasen des deutschen Filmschaffens, die dessen internationale Wahrnehmung bis heute prägt.“

Gezeigt werden der Bergfilm „Kampf ums Matterhorn“ (Mario Bonnard, Nunzio Malasomma, 1928), Robert Reinerts Monumentalfilm „Opium“ (1919) und „ein lange Zeit als verschollen geltender zweiteiliger Film ‚Urban Gads‘, der auf Jakob Wassermanns literarischer Vorlage von 1919 Christian Wahnschaffe‘ (Teil 1: ‚Weltbrand‘, 1920, Teil 2: ‚Die Flucht aus dem goldenen Kerker‘, 1921)“ basieren soll.

Vielleicht sollten wir Mitglieder der neoliberalen SPD, die für Sozialabbau beispielsweise mit der Agenda 2010 und Angriffskriege wie den gegen Jugoslawien steht), den Film „Brüder“ (1929) von Werner Hochbaum ansehen, in dem „das von materieller Not geprägte Dasein einer proletarischen Familie“ gezeigt werde. Der von der damaligen „SPD unterstützte Film, der eine besondere Glaubwürdigkeit durch die Mitwirkung von Laiendarsteller*innen erhält, nimmt den Hamburger Hafenarbeiterstreik von 1896/97 als Folie, um auf aktuelle politische Kontroversen der 1920er Jahre anzuspielen“, teilt die Berlinale mit.

Sozialkritisch „und nüchtern inszeniert“ seit auch „Die andere Seite“ (1931) von Heinz Paul. In dem Film lege „Conrad Veidt als kriegstraumatisiertem britischen Hauptmann im Ersten Weltkrieg … die Sinnlosigkeit und Unmenschlichkeit des Grabenkriegs schonungslos offen“. Das wäre sicherlich auch etwas für SPD-Mitglieder, die Waffen und Munition aus der Berliner Republik in alle Welt schicken.

Viele Stummfilme im Programm der Retrospektive würden laut Berlinale-Pressemitteilung „live durch international renommierte Musiker*innen begleitet“. Als Musiker treten Maud Nelissen, Stephen Horne, Günter Buchwald und Richard Siedhoff auf.




Schöne Schlaufe.

Der Loop oder Never Ending Stories – Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt die Schlaufe oder Schleife in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte

Wolfsburg, Deutschland (Kulturexpresso). Wenn der Zug mal wieder in Wolfsburg halten sollte, dann steigen sie dort aus. Oder wenn sie mit einem Personenkraftwagen auf der Autobahn von Berlin nach Hannover unterwegs sind und rasten wollen, dann schlagen wir einen ganz besonderen Platz vor. In Wolfsburg, Fahren Sie die Schleife und parken sie in der Autostadt.

Die hat den Loop. Im Kunstmuseum Wolfsburg wird seit dem 29. Oktober 2017 und noch bis zum 18. Februar 2018 einiges über die Schlaufe oder Schleife in in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte gezeigt. Geht es nach den Machern, dann „präsentiert das Kunstmuseum Wolfsburg weltweit erstmals eine formal und inhaltlich sowie räumlich und zeitlich weit ausgreifende, interdisziplinäre Recherche zum Phänomen der Endlosschleife“. So und nicht anders ist das einer Presseinformation des Wolfsburger Kunstmuseums (ohne Datum) zu entnehmen.

Der Titel der Ausstellung lautet „Never Ending Stories“ und der passende Parcours soll „in 14 Kapiteln neben zahlreichen mentalen Rotationen auch räumlich-körperliche Erfahrungen“ möglich machen. Dass sich „der Bogen der Schau … vom ‚Ouroboros‘-Oktogon – einer Schatzkammer der Kulturgeschichte – über den ‚Zen‘-Saal bis hin zur quadratisch verspiegelten ‚Music Hall'“ spannt, das glauben wir gerne, woll aber gucken. Deswegen planen wir statt einer erneuten Durch- oder Dranvorbeifahrt einen Halt in Wolfsburg und dort einen Gang ins Kunstmuseum Wolfsburg.




Italienisches Filmfestival Berlin 2017

In Berlin läuft das Italienische Filmfestival

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Seit 9. November 2017 läuft das Italienische Filmfestival Berlin. Die deutsche Uraufführung von „In guerra per amore“ wurde gestern in Anwesenheit des Regisseurs Pierfrancesco Diliberto, der auch unter seinem Pseudonym Pif bekannt ist, in einem Kino der Kulturbrauerei auf dem Prenzlauer Berg gezeigt.

Heute Nachmittag lief das Drama „Indivisibili“ im Original mit Untertiteln. „Obwohl der Film in der Provinz Caserta spielt und auch dort gedreht wurde, ist er ganz anders als so viele Filme und Serien, die von Roberto Savianos Bestseller Gomorra inspiriert sind“, teilen die Veranstalter zu den 100 Minuten mit, in denen vor allem die Schauspieler Angela Fontana, Marianna Fontana, Antonia Truppo, Massimiliano Rossi und Toni Laudadio zeigen, was sie können. Das gilt auch für die siamesischen Zwillinge Dasy und Viola (Marianna und Angela Fontana), die von ihrer Familie gezwungen werden, „auf Festen und Feierlichkeiten als Sängerinnen aufzutreten“. Doch der Krug, der zum Brunnen geht, bricht. Dasy und Viola rebellieren.

Die nächsten Filme sind „Tutto Quello Che Vuoi“ und „L’ora legale“.

Am Freitag, den 10. November 2017, finden im Kesselhaus der Kulturbrauerei ein Konzert der sizilianischen Liedermacherin Carmen Consoli statt.

Das Erstlingswerk des Komiker-Duos Nuzzo und Di Biase „Vengo anch´io“ und „Sole cuore amore“ von Daniele Vicari und mit den Schauspielern Isabella Ragonese, Eva Grieco, Francesco Montanari und Francesco Acquaroli sowie die Komödie „Lasciati andare“ werden am Samstag gezeigt.

Das „Italian Filmfestival Berlin“ endet am Sonntag, den 12. November 2017, mit einer szenischen Lesung anlässlich des 150-jährigen Geburtstages von Luigi Pirandello.




Buch

Auf nach Berlin-Buch und zur Buch Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das eine Buch liegt jottwede im Norden Berlins, die anderen Bücher liegen in Neukölln auf Berlins größter Buchmesse namens Buch Berlin.

Berlin-Buch hingegen liegt auf dem Barnim, einer Hochfläche zwischen dem Berliner Urstromtal im Süden und dem Eberswalder Urstromtal im Norden, die laut Wikipedia „aus Grundmoränen, einem Endmoränenzug und Sanderflächen“ besteht. Einfach mal zur Schaufel greifen und buddeln, was jeder Zeit möglich ist.

Auf der Buch Berlin in die Blätter greifen, das ist das nächste Mal vom 25. bis 26. November 2017 möglich und zwar im Estrel Convention Center in der Sonnenallee.

Die drittgrößte Buchmesse der Bundesrepublik Deutschland wird zum vierten Mal laut Pressemitteilung der Schwindkommunikation vom 7. November 2017 „von einem kleinen ehrenamtlich arbeitenden Verein“ organisiert. Gegründet worden sei die Veranstaltung mit 300 unabhängigen Verlagen aus dem deutschsprachigen Raum „von einer jungen Frau und Verlegerin“ namens Steffi Bieber-Geske, „die quasi aus dem Nichts diese Idee in die Tat umgesetzt“ habe.

Der Eintritt zu Buch Berlin kostet 5 Euro (Lehrlinge, Studenten und Empfänger von Transferleistungen des Staates müssen nur die Hälfte bezahlen.) Niedrig dürften auch die Standpreise sein, „die sich auch kleine Verlage“ und Eigenverleger „leisten können“.

Berlin-Buch kostet hingegen keinen Eintritt.




Der verbotene Liebesbrief

Das Establishment tötet – Über das Hörbuch „Der verbotene Liebesbrief“ von Lucinda Riley

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Dass das Establishment auch in London und umzu alles andere als nett und niedlich ist, sondern im Gegenteil jede auch noch so kurze Liaison mit ihr tödlich enden kann, das und noch viel mehr offenbart der Kriminalroman „Der verbotene Liebesbrief“ von Lucinda Riley.

Um viel Liebe geht es, wobei Lügen und Betrügen nicht zu kurz kommen, und Tote gibt es. In der einerseits spannend, aber am Anfang schwer in Fahrt kommenden Geschichte steht eine junge Journalistin im Mittelpunkt, die es vom Land nach London und dort zu einem Boulevardblatt zog. Joanna, wird auf die Beerdigung des einst gefeierten Theaterschauspielers Sir James Harrison, der 95 Jahre alt wurde, abkommandiert, um zu berichten. Dort kommt sie in Kontakt mit einer alte Dame, die am Anfang Rose heißt, aber in Wirklichkeit eine andere ist, wie sich später herausstellt, als die richtige von Joanna aufgespürt wird, in Kontakt, denn sie erleidet einen Anfall, als sie einen alten Mann wiedererkennt. Joanna begleitet die schräg wirkende Frau, die kürzlich aus Frankreich in die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs zog, nach Hause. Notgedrungen und aus Mitleid. Als die 27-jährige Joanna, die wie eine durchschnittliche, langweilige Mittelschichtsfrau aus Yorkshire präsentiert wird, von ihr auch noch einen Brief erhält, schlittert sie in einen Kriminalfall, der bis in den Buckingham Palace reicht.

Der verbotene Liebesbrief
© Der Hörverlag

Erst stirbt die alte Dame, dann weitere Figuren wie ihr Chefredakteur, MI5- und ausländische Agenten, sogar Joannas neuer Freund. Im Laufe der Recherche entpuppt sich Sir James als ein anderer und Ire, Zoe Harrison, die Tochter von James, die mit 18 schwanger wurde, also Mutter eines auf ein Internat geschickten Zehnjährigen ist, als Schwester ihres neu gewonnene Gefährten zur neuen Freundin avanciert, als Liebschaft des Thronfolgers.

Im Laufe der Geschichte, die in den Jahren 1995 und 1996 und also in der Gegenwart spielt, wobei die Autorin zwischen zwei, drei Handlungsorten hüpft, aber die Protagonisten in der Geschichte, in der manches Grab geschaufelt wird, graben, wird Joannas bester Freund aus Kindertagen, von Simon lernte sie, auf Bäume zu klettern, Fußball zu spielen und Räuber und Gendarm, als ein MI5-Agent enttarnt, der nur zehn Busminuten von ihr entfernt wohnt und angeblich in White Hall einem langweiligen Bürodienst nachgeht. Zwischen Vertrauen und Misstrauen pendeln nicht nur diese studierten Köpfe hin und her.

Das Ende der Monarchie in UK naht, Tote stehen auf und Lebende werden beerdigt. Das Rätsel der verrückten alten Dame wird gelöste. Die Handlungen einiger Hauptfiguren schwanken zwischen Rache an den besseren Kreisen durch die Belogenen und Betrogenen sowie deren Diskretion und Loyalität zum herrschenden Falschen. Das Establishment raubt, brandschatzt und mordet. Am Ende finden immerhin zwei von dieser etablierten Elite, dieser klüngelnden und korrupten Klasse, zwei Totgeblaubte zueinander – wie zuvor zwei Überlebende des klasse Krimis, de von Simone Kabst vorzüglich vorgetragen wird.

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Lucinda Riley, Der verbotene Liebesbrief, aus dem Englischen von Ursula Wulfekamp, Lesefassung: Anke Albrecht, ungekürzte Lesung von Simone Kabst, Regie: Marie-Luise Goerke, Technik: Serotonin, Berlin, zwei MP3-CD`s, erste CD sechs Stunden und 40 Minuten, zweite CD sieben Stunden und 17 Minuten, Produktion: Der Hörverlag, erschienen am 18. September 2017, ISBN: 978-3-8445-2787-2, Preis: 29,95 EUR (D)




Illustrierte Geschichte der Weltliteratur

Zum Anfüttern oder Zum Buch „Illustrierte Geschichte der Weltliteratur“ von Beatrix Gehlhoff

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der in Hamburg lebende und arbeitende freie Autorin, Redakteurin und Übersetzerin Beatrix Gehlhoff ist ein praktischer wie quadratischer Kurzüberblick für Anfänger über die Literatur dieser Welt geglückt.

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Beatrix Gehlhoff, Illustrierte Geschichte der Weltliteratur, 176 Seiten, 100 Abbildungen in Farbe, Format: 21 x 24 cm, gebunden, J. B. Metzler Verlag, 1. Auflage, Stuttgart 2017, ISBN: 978-3-476-04475-4, Preis: 24,99 EUR (D)




Fritz Bauer

Wanderausstellung „Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht“ erreicht das Jüdische Museum Westfalen

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Wanderausstellung „Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht“ des Fritz Bauer Instituts, Geschichte und Wirkung des Holocaust in Frankfurt am Main, in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum, ebenfalls in Frankfurt am Main, und in Kooperation mit dem Thüringer Justizministerium in Erfurt macht vor dem Jüdische Museum Westfalen (JMW) in Dorsten nicht Halt. Die Ausstellung, die bereits in Frankfurt am Main, Heidelberg, Köln und Dresden gezeigt wurde, beginnt am 16. Oktober 2017, die Vernissage findet einen Tag vorher um 11 Uhr statt, und soll am 25. Februar 2018 enden.

Sie dokumentiert laut Veranstalter „die verschiedenen Lebensstationen Bauers: Kindheit und Jugend Bauers im Kaiserreich und in der Weimarer Republik sowie die Stuttgarter Jahre, auf die die Emigration nach Skandinavien folgte. Auch die Exilzeit wird umfangreich behandelt. So werden beispielsweise Dokumente der dänischen Ausländerbehörde erstmals gezeigt. Bauers Wirken in der jungen Bundesrepublik, die Beteiligung an der Ergreifung Adolf Eichmanns und der Frankfurter Ausschwitz-Prozess sind zentraler Bestandteil. Zudem soll seine Rolle als Sozialdemokrat näher beleuchtet werden und so dem Narrativ eines kämpfenden Außenseiters ein Stück entgegengewirkt werden. Mit dem bisher wenig beleuchteten Kapitel der Wiedereingliederung ehemaliger Nationalsozialisten in die bundesrepublikanische Gesellschaft zur Zeit des Kalten Krieges erforscht die Ausstellung auch den Kontakt Bauers zu der Generalstaatsanwaltschaft der DDR, die Einsicht und Austausch von Beweisdokumenten anboten. Bauer nahm als einer von wenigen Generalstaatsanwälten das Angebot an, um die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen voranzubringen.“

Bauer, der als Sozialdemokrat und Jude in Hitler-Deutschland erst ausgegrenzt und dann verfolgt wurde, rettete sich in die Emigration, zunächst nach Dänemark, dann nach Schweden. Im skandinavischen Exil führte er sein politisches Engagement fort und kehrte nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland zurück. In der Bundesrepublik Deutschland avancierte er zu einem der bedeutendsten und juristisch einflussreichsten jüdischen Remigranten.

Dazu hält das JMW fest: „Fritz Bauer hat als Generalstaatsanwalt und Initiator des Frankfurter Auschwitz-Prozesses bundesrepublikanische Geschichte geschrieben. Im größten Nachkriegsprozess der BRD stellte er den NS-Staat in den Mittelpunkt des Verfahrens und nicht nur einzelne Straftäterinnen und Straftäter. Mit dem Frankfurter Ausschwitz-Prozess wurde das Schweigen über das unvorstellbare Leid im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und auch über den Holocaust gebrochen.

Der Gerichtssaal wurde zu einem Klassenzimmer der Nation. Die Ausstellung „Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht“ thematisiert sowohl seinen Einsatz im Ausschwitz-Prozess, die Beteiligung an der Überführung Adolf Eichmanns als auch seine eigene Lebensgeschichte, die die großen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts spiegelt. Fritz Bauer soll durch die Ausstellung einem größeren Publikum vorgestellt werden.“

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Jüdisches Museum Westfalen

Julius-Ambrunn-Straße 1, 46282 Dorsten, Telefon: 02362-951431, Web: www.jmw-dorsten.de

Öffnungszeiten: dienstag bis freitags von 10 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie samstag, sonntags und feiertags von 14 bis 17 Uhr