"Publikumsbeschimpfung" von Peter Handke in den Kammerspielen in Berlin.

Publikumsbeschimpfung in den Kammerspielen – Aufstand oder Aufstehen?

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Endlich wieder eine richtige Publikumsbeschimpfung in einem Deutschen Theater. Nein, nicht wirklich. Es ist „nur“ ein Stück. Ein Stück von Peter Handke. Ein Stück? Ein Sprechstück. In einem Akt. Ein Abwasch sozusagen, der Ausdruck seiner Ablehnung des herrschen Falschen war, des kleinbürgerlichen Nachkriegstheaters im besetzten Westdeutschland.

"Publikumsbeschimpfung" von Peter Handke in den Kammerspielen in Berlin.
„Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke in der Regie von Martin Laberenz. © 2018, Foto: Julian Marbach

Das Original wurde am 8. Juni 1966 in Frankfurt am Main im Theater am Turm erstmal aufgeführt. Damals führte Claus Peymann Regie. In ein paar Tagen, genauer am 6. Oktober 2018, wenn das Stück in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Premiere haben soll, wird Martin Laberenz Regie führen. Nach dem Stück darf das beschimpfte Publikum Party feiern. Mit dem Regisseur. Mit dem Sprecher auch? Nein, denn es soll gespielt werden. Schauspieler sollen spielen und auf die Namen Manolo Bertling, Peter René Lüdicke, Jeremy Mockridge, Batali Seelig, Johann Jürgens / Leo Schmidthals und Birgit Unterweger hören. Spielen auf einer von Volker Hintermeier gestalteten Bühne und in von Aino Laberenz Musik Leo Schmidthals gefertigten Kostümen.

Was sich Laberenz mit seinen Dramaturgen Jan Hein und Katrin Spira da wohl wieder ausgedacht hat? Wollen wir sehen. Am Samstag, den 6. Oktober 2018, ab 19.30 Uhr.

Ob er „Aufstand gegen das Bestehende“ (Peymann) heute noch zum „Aufstehen“ (Lafontain/Wagenknecht und so weiter) reicht?

Oder wie Fragen in der Pressemitteilung des Deutschen Theaters vom 26.9.2018 lauten: „Was hat es noch auf sich mit diesem Stück, das in Tiraden an das Publikum gipfelt, um sich am Ende beim Zuschauer zu bedanken? Was will, kann, darf und fordert das Theater und was das Publikum – wie treffen sie am Abend selbst aufeinander?“

„Schaun mer mal, dann sehn mer scho.“ (Beckenbauer)




Nie wieder Rodeo – Kritik zum relativ unkritischen Film „Der Reiter“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Verstanden zu Zeiten, als der Norden Amerikas noch von Ureinwohnern gesäubert werden musste, die Einwanderer unter Rodeo das schnelle Einreiten von Wildpferden und die Arbeit mit dem Lasso, so ist das heute eine Schauveranstaltung, bei der keine Wildpferde einsetzt werden, sondern für wenig Geld gekaufte Tiere, die als „nicht reitbar“ gelten.

Das wird in dem Film „Der Reiter“ zwar nicht thematisiert, aber auch nicht verheimlicht, aber das Drehbuch und die Kamera (Joshua James Richards) rotieren um die raue und harte Prüfung menschlicher Fähigkeiten und um die Frage nach Männlichkeit und Mut, dem Sieg über die eigene Angst und die des ängstlichen Fluchttieres, das keine Chance hat – wie die Ureinwohner Nordamerikas keine Chance gegen die Einwanderer hatten.

Die Organisation PETA nennt Rodeo eine „billige und manipulierte Darstellungen der primitiven menschlichen Dominanz über Tiere, versteckt hinter einer mageren Verkleidung als Unterhaltung“. Das dokumentiert der Film, der als Neo-Western von Hofberichterstattern und solchen, die das werden wollen, abgefeiert wird, sehr selten. Chloé Zhao, die sowohl das Drehbuch schrieb als auch Regie führte, wollte wohl eine Erzählung über den jungen indianischen Pferdetrainer Brady Blackburn (Brady Jandreau), der in Folge eines verhängnisvollen Sturzes aus dem Sattel mit einer beinahe tödliche Kopfverletzung gezwungen ist, das Rodeo aufzugeben. Mit einer verkrampfenden Hand kann er im Notfall nicht rechtzeitig vom Pferd springen, aber immerhin noch gemütlich über die Prärie reiten.

Die Geschichte spiel in einem Indianereservat in South Dakota. Brady lebt fünf Jahre nach dem Tod seiner Mutter mit seiner geistig behinderten Schwester und seinem mehr oder minder von Alkohol abhängigen und nach Glücksspiel süchtigen Vater. American life also, wie er seltener gezeigt wird.

Das Besondere: die spielen sich alle selbst – der Hauptdarsteller, die Schwester und der Vater. Auch die anderen sind Laiendarsteller. Bradys bester Freund Lane Scott, ein einst erfolgreicher Rodeo-Champion, der seit einem Autounfall (im Film ist es ein Rodeo-Unfall) körperlich schwer behindert in einem Pflegeheim wohnt, ist ebenfalls in die Handlung einbezogen. Auch Cat Clifford spielt Cat Clifford, Terri Dawn Pourier spielt Terri Dawn Pourier, Tanner Langdeau spielt Tanner Langdeau und James Calhoon spielt James Calhoon.

Cool? Das fanden zumindest einige Cineasten, sie zeichneten die Filmemacher und vor allem Chloé Zhao mehrfach aus, obwohl der Film unkritisch mit dem Rodeo an sich umgeht, als sei das nur die Hintergrundrauschen oder -geschichte eines jungen Mannes auf seinem Weg ins Leben, der sich nicht fragt, wer es ist, aber scheinbar weiß, was er will.

Rodeo ist viel mehr. „Elektroschock-Stäbe, Stäbe mit scharfen Spitzen, ätzende Salben und anderes Folterwerkzeug, das in den USA bei Rodeos verwendet wird, um die Tiere zu reizen und in Wut zu bringen“, sei laut PETRA Tierquälerei. Die oft äußerst eng geschnürten Flankenriemen sind Folterwerkzeuge, damit die Tiere, die „Rodeo-Pferde“ bocken.

PETRA verweist zudem auf Dr. C. G. Haber, einem Tierarzt, „der 30 Jahre seines Lebens als Bundesfleischbeschauer in den USA zubrachte“. Haber sei „in Schlachthäusern tätig“ gewesen und habe „viele ausrangierte ‚Rodeo-Tiere‘, die zum Schlachten verkauft worden waren“ gesehen. Er beschrieb die Tiere als „so extrem mit Quetschungen und blauen Flecken versehen, dass diese Tiere nur noch am Kopf, Nacken, an Beinen und Bauch Haut auf dem Fleisch besaßen. Ich habe Tiere gesehen, die sechs bis acht Rippen vom Rückgrat gebrochen hatten, die ihnen teilweise sogar die Lunge durchstoßen hatten. Ich habe gesehen, wie sich sieben bis elf Liter Blut unter der abgelösten Haut gesammelt hatten.“

Nein, das alles zeigt der unkritische, bisweilen kitschige und dabei durchaus wirklichkeitsnahe Film nicht.

Filmografische Angaben

Originaltitel: The Rider
Deutscher Titel: Der Reiter
Land: Vereinigte Staaten von Amerika
Jahr: 2017
Regier und Buch: Chloé Zhao
Kamera: Joshua James Richards
Musik: Nathan Halpern
Schnitt: Alex O’Flinn
Länge: 104 Minuten
Altersfreigabe FSK ab 12




Marlene Dietrich

Die Dietrich in Dorsten – Marlene-Ausstellung im Jüdischen Museum Westfalen

Dorsten, Deutschland (Kulturexpresso). Eine Ausstellung wandert ins Jüdische Museum Westfalen, genauer gesagt: eine Marlene-Ausstellung. Richtig, die Dietrich in Dorsten. Marlene Dietrich!

Der deutscher Weltstar im Einsatz gegen Hitler-Deutschland machte sich hierzulande unbeliebt – laszive Lola mit den Langen Beinen im Cineastenklassiker „Der blaue Engel“ hin oder „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ her.

Marlene Dietrich
Marlene Dietrich, Porträt für eine Promotion, 1965. © Marlene Dietrich Collection Berlin

Vor allem diess Kapitel im Leben und Werk der Diedrich scheint die Ausstellung im Jüdischen Museum Westfalen (JMW) mit dem Titel „Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis.“ zu behandeln. Und das ist gut so.

In der Pressemitteilung des JMW vom 21.8.2018 heißt es dazu, dass die Ausstellung „einen weniger beachteten Bereich ihres Lebens“ thematisieren würde und zwar „ihr Verhältnis zu Deutschland und den Deutschen, zu Unrecht, Krieg und Frieden“. „Anhand zahlreicher Dokumente, Fotografien und weitgehend unbekannter Filmsequenzen rekonstruiert die von der Gedenkhalle Oberhausen entwickelte Wanderausstellung, für welche Haltung diese Frau ihr gesamtes Leben stand.“

Um die Haltung der Hauptdarstellerin berühmter Filme anzudeuten, wird in der Pressemitteilung Folgendes mitgeteilt: „Nachdem Marlene Dietrich 1944 bereits vor zahlreichen US‐Soldaten in Italien aufgetreten war, führte sie ihre zweite Tournee für die amerikanischen Streitkräfte im Herbst/Winter 1944/45 auch in das belgisch‐deutsch‐niederländische Grenzland. Unter anderem gastierte sie in Eupen, St. Vith, Verviers und Spa, in Aachen und Stolberg, sowie in Heerlen und Maastricht.“

Marlene Dietrich
Marlene Dietrich besucht GI´s. © Marlene Dietrich Collection Berlin

Marlene sorgte also bei den Feinden des Faschismus, bei den Feinden Hitler-Deutschlands für die Moral.

Dass dieses Tun auf Seiten der US-Amerikaner der Dietrich „bei ihrer Deutschland‐Tournee 1960 von Teilen der deutschen Öffentlichkeit massiv vorgeworfen“ wurde, das wundert wenig. Genau so wenig wie die Tatsache, das die Diva „zur gleichen Zeit … in Israel oder auch in Polen gerade für diese Haltung“ gefeiert wurde.

Verständlich also, dass sie nach dieser Erfahrung „nur noch selten nach Deutschland“ reiste. „Erst mit ihrem Tode 1992 kam sie wieder in ihre alte Heimat Berlin, in der sie 1901 als Marie Magdalene Dietrich zur Welt gekommen war und sich so früh wie eigensinnig in „Marlene“ umbenannt hatte. Ihr Grab gehört zu den Ehrengräbern Berlins.

In der Marlene-Ausstellung, die dank der umfassenden Unterstützung durch die Marlene-Dietrich-Collection-Berlin, die den 1993 von der Stadt Berlin übernommenen gesamten Nachlass dieser Künstlerin von Weltruf verwaltet, realisiert wurde, sollen „vielen Fotografien aus ihrem Leben, … zahlreiche Dokumente und Filmsequenzen“ zu sehen sein.

Die Ausstellung wird im JMW Dorsten vom 26. August bis zum 16. Dezember 2018 gezeigt werden.




Hannes Jaenicke "Im Einsatz für Geparden".

Hannes Jaenicke ist wieder „Im Einsatz“, dieses Mal „für Geparden“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Hannes Jaenicke ist wieder im Einsatz. Dieses Mal für Geparden. In der Dokumentation des ZDF ist neben Jaenicke vor allem die Forscherin Dr. Laurie Marker zu sehen Raubkatzen ganz nah: der prominente Tierschützer an der Seite von in Namibia.

Dorthin führt Jaenicke seine Reise im Einsatz für Geparden, denn dort würden „die Gepardenbestände“ laut ZDF „als stabil“ gelten. Diese „Erfolgsgeschichte“ sei „vor allem der unermüdlichen Arbeit der amerikanischen Wissenschaftlerin und Geparden-Expertin Dr. Laurie Marker zu verdanken“, die „vor über 30 Jahren … in Namibia eine Organisation zum Schutz von Geparden“ namens Cheetah Conservation Fund (CCF) gründete. Außerhalb des Gebietes der CCF würden jedoch 95 Prozent der Geparde leben und das nicht gut. Sie würden von der Bevölkerung „erschossen oder vergiftet“ werden, weswegen Volksaufklärung eine wichtige Arbeit der CCF sei, der laut ZDF auch „den illegalen Handel mit Gepardenbabys zu bekämpfen“ versuche.

Doch weil exotische Haustiere bei der Bourgeoisie immer beliebter werde, geht Jaenicke diesen Weg, den die Geparden nehmen, nach. „Er besucht im Ruhrgebiet das größte Zoogeschäft der Welt, beleuchtet den florierenden Onlinehandel, trifft Experten von Tier- und Artenschutzorganisationen und Zoos, versucht Licht in den Dschungel deutscher Gesetze zu bringen. So ist, wie ein Beispiel in der schwäbischen Stadt Heilbronn zeigt, Privatleuten die Haltung von Geparden gestattet, solange es sich nicht um Tiere aus freier Wildbahn handelt, sondern um Nachzuchten.“

Immerhin trifft der Star der Serie die Tiere „am Ende seiner Reise“ auch in Freiheit: in einem privaten Naturreservat in Südafrika. Ende gut, alles gut?

Nein, denn weltweit sollen nur noch 7000 Geparde in Freiheit leben, aber Hunderte würden als Haustiere gehalten werden. Geparde im Garten? Nein!

Zur immer kleiner werdenden „freien Wildbahn“ und der Dezimierung der Bestände sagt Jaenicke: „Habitatverlust und Flächenfraß sind nicht nur in Afrika ein großes Problem. Auch bei uns in Deutschland werden Tag für Tag mehrere Fußballfeld-große Areale an Grünflächen vernichtet. Und wir müssen auch nicht jeden Wolf gleich erschießen, der unseren Siedlungen zu nahe kommt. Wir reden immer von Raubtieren, Nutztieren, Schadtieren, Beutetieren, Haustieren – aber alle diese Definitionen werden von uns Menschen gemacht. Dabei ist jedes Tier Teil der Natur und deshalb schützenswert.“

Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Geparden

Dienstag, 9. Oktober 2018, 22.15 Uhr, ZDF

Filmografische Angaben

Titel: Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Geparden
Buch und Regie: Eva-Maria Gfirtner, Judith Adlhoch
Kamera: Markus Strobel, Tim Henkel
Schnitt und Sounddesign: Jan-Philipp Stahl
Ton und Flugaufnahmen: Harley Dietrich, Tim Henkel
Mischung: Alexander Catarinelli
Grafik: Magnet FX
Sprecher: Hannes Jaenicke, Judith Adlhoch
Wissenschaftliche Beratung: Birgit Braun AGA Artenschutz
Archive: Vice, Transterra Media
Produktionsleitung: Janna Sperling (Tango Film) und Cora Szielasko-Schulz, Petra Ziegler (ZDF)
Redaktionelle Mitarbeit: Pinar Aydin
Executive Producer: Markus Strobel, Hannes Jaenicke
Redaktion: Renate Marel
Produktion: Tango Film GmbH und Pelorus Jack Filmprods LLC im Auftrag des ZDF




Szene aus dem Film "Hotel Artemis" von Drew Pearce.

Fotoreportage: Jodie Foster führt als alleinunterhaltende Oberärztin mit Mount Everest als Gehilfen im Film „Hotel Artemis“ durch L.A.s Club-Krankenhaus für Kriminelle aller Couleur

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Im Film „Hotel Artemis“ führt Jodie Foster als gealterte Schwester ein Kleinstkrankenhaus für Großganoven in einem Moloch namens Los Angeles. Draußen zieht eine Revolte durch die Metropole, drinnen zieht Foster als alte Frau alle Register ihrer Schauspielkunst, die ihr Drehbuchautor und Regisseur Drew Pearce bietet.

Die düstere Geschichte spielt in dunklen Räumen, genauer gesagt in L.A.s exklusivstem Club-Krankenhaus für Kriminelle aller Couleur, in dem es in bester Action- und Krimi-Manier drunter und drüber geht.

Mehr Text zu den Bildern im Beitrag Bis die Polizei kommt oder Jodie Foster als Engel der Bengel im Einsatz in L.A. – Zum Film „Hotel Artemis“ von Lenina Sachs.




Der Buchladen der Florence Green

Fotoreportage: Freiheitskämpfchen in einem Fischerdörfchen in dem Film „Der Buchladen der Florence Green“ von Isabel Coixet

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Auf der 68. Berlinale lief im Februar 2018 ein beachtlicher Beitrag aus dem kleiner gewordenen Großbritannien, nebenbei bemerkt auch aus Spanien und Deutschland, der im Jahr 2017 produziert wurde. Bei „Der Buchladen der Florence Green“ handelt es sich um eine Literaturverfilmung von Isabel Coixet, die nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb und zwar auf Basis des Buches „The Bookshop“ von Penelope Fitzgerald.

Mehr Text zur Fotoreportage im Beitrag Emily Mortimer und Bill Nighy beim Freiheitskämpfchen in einem Fischerdörfchen gegen Patricia Clarkson – Zum Film „Der Buchladen der Florence Green“ von Isabel Coixet von Paul Puma.




Israel.

Am 25. August heißt es zur Langen Nacht der Museen „Habibi Jerusalem!“ im Jüdischen Museum Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die nächste Lange Nacht der Museen findet als Gemeinschaftsveranstaltung der Berliner Museen und der Kulturprojekte Berlin GmbH am 25. August 2018 in Berlin statt und auch das Jüdische Museum Berlin macht wieder mit. Im Museumsgarten und Glashof heißt es „Habibi Jerusalem!“.

Thema sei laut Pressemitteilung des Jüdischen Museums Berlin vom 24.7.2018 das „Treiben auf dem Mahane Yehuda Markt“ und das „Leben auf den Straßen und Plätzen Jerusalems“ rund um den Machne im Zentrum der Hauptstadt Israels, von denen man sich habe „inspirieren lassen“. Es gebe „Street Food, Cocktails und orientalische DJ-Beats“ und das in einer Zeit, in der das viel beachtete Nationalitätsgesetz in Israel beschlossen wurde, dass auf eine Trennung von Arabern und Juden zielt. Beispielsweise ist Arabisch jetzt keine Landessprache. Das Nationalitätsgesetzt wurde vor dem Hintergrund beschlossen, dass eine Zweistaatenlösung in weiter Ferne scheint. Außerdem halten sich Araber und Juden zwischen Jordan und Mittelmeer mittlerweile zahlenmäßig die Waage, was bei einer Einstaatenlösung das Ende der jüdischen Mehrheit bedeuten würde.

Was dazu am 25. August 2018 zu hören sein wird, das werden wir erfahren und fragen, was das für Jerusalem, auf die allerlei Leute nicht nur im Judenstaat Israel Anspruch erheben, bedeutet.

Vom langen Thema zur Langen Nacht, zu der es vorab heißt, dass „Kult-Serien aus und über Jerusalem“ wie „Arab Labor“ und „Srugim“ gezeigt werden würden.

Weiter im Text der Pressemitteilung: „Das berlinweite Treppen-Thema der Langen Nacht wird mit Führungen, Spielen und Performances aufgegriffen. Treppauf, treppab durch das Museum geht es, wenn die Performancekünstlerinnen Adi Liraz und Hori Izhaki in ‚Up.Side.Down‘ über ihre persönliche Reise von Jerusalem nach Berlin erzählen. Ob Treppen, Märkte, Stadtteile: Kurz vor dem offiziellen Launch im September gibt es zur Langen Nacht der Museen auch eine Sneak-Preview des neuen Online-Portals ‚Jewish Places‚, das jüdische Lokalgeschichte mit einer interaktiven Karte verbindet.“

Eintritt: Lange-Nacht-Ticket, erhältlich an der Museumskasse (18 Euro, ermäßigt 12 Euro. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.)

Zeit: 18-2 Uhr

Weitere Informationen: https://www.jmberlin.de/lange-nacht-der-museen-2018




Oleg Jurjew

Zum Tod von Oleg Jurjew

Berlin, Deutschland (Weltexpress). In der Nacht zum Donnerstag ist der deutsch-russische Schriftsteller Oleg Jurjew am 5. Juli 2018 in Frankfurt am Main gestorben. Er wurde 58 Jahre alt.

Der Romancier, Lyriker, Dramatiker, Übersetzer und nicht zuletzt literarische Essayist Oleg Alexandrowitsch Jurjew erblickte am 28. Juli 1959 in Leningrad das Licht der Welt.

Seit 1991 lebte der Sohn einer Hochschullehrerin für englische Sprache und eines Violinisten und Konservatoriumsdozenten mit seiner Frau, der Autorin Olga Martynova und seinem Sohn, dem Übersetzer Daniel Jurjew, in Frankurt am Main.

Jurjew, der 1982 an der Leningrader Hochschule für Volkswirtschaft und Finanzen in der Fachrichtung Wirtschaftsmathematik und Systemtheorie ein Studium absolvierte, veröffentlichte auf russisch (und in deutscher Übersetzung) die Romane „Frankfurter Stier“ (2001), „Spaziergänge unter dem Hohlmond“ (2002), „Der neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise“ (2003) und „Die russische Fracht“ (2009), sowie mehrere Dramen (etwa „Kleiner Pogrom im Bahnhofsbuffet“ 1984) und zahlreiche Essays und Aufsätze zur Literatur.

Der Verbrecher-Verlag teilte per Pressemitteilung vom 6.7.2018 mit: „Zuletzt erschienen ‚In zwei Spiegeln. Gedichte und Chöre‘ (2012), eine überarbeitete Neuausgabe seines Romans ‚Halbinsel Judatin‘ (2014) sowie die Poeme ‚Von Zeiten‘ und ‚Von Orten‘ (jeweils 2015) und im Jahr 2017 schließlich sein erster auf deutsch verfasster Roman ‚Unbekannte Briefe‘.

Seine Texte sind ins Deutsche, Französische, Englische, Italienische, Tschechische, Polnische und Bulgarische übersetzt. 2010 erhielt Jurjew den mit 15.000 Euro dotierten Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil der Stadt Heidelberg…

Mit Oleg Jurjew verlieren wir alle einen wunderbaren Autor – und die Literatur hat einen großen und unermüdlichen Vorkämpfer für ihre Sache verloren.“

So muss man das schreiben.




Claudio Michele Mancini

Zur Person: Claudio Michele Mancini

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Claudio Michele Mancini wurde kurz nach Kriegsende als Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters geboren und wuchs in der Provinz Verbania am Lago Maggiore auf.

1964 absolvierte er auf der Klosterschule Montevenaro, Verbania, das Abitur, von 1964 bis 1970 studierte er in München Psychologie, von 1971 bis 1975 war er als Dozent an der Sorbonne, Frankreich, tätig und von 1977 bis 1990 als Professor für Psychologie an der University of California, Berkeley.

Gleichzeitig Gründung einer Unternehmensberatung und Tätigkeiten als internationaler UB in Frankreich, Italien, Deutschland und den USA.

Seit 1991 ist Claudio Michele Mancini Schriftsteller und Autor bei Ullstein, Droemer Knaur, Heine-Verlag Politische Publikationen und neuerdings auch beim Verlag Münzenberg Medien.

Er schrieb Romane, aber auch Sachbücher.

Seit 2015 lebt und arbeitet Mancini in der Nähe von München und zwar in Ebenhausen-Schäftlarn.




Antje Rößler

Zur Person: Antje Rößler

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Antje Rößler schreibt als Kulturjournalistin für diverse Tageszeitungen, darunter die „Süddeutsche“ und die „Märkische Allgemeine“. Außerdem arbeitet sie für Musikmagazine wie „Das Orchester“, die „neue musik zeitung“ oder Publikationen der Berliner Staatsoper. Sie lehrt Musikgeschichte am Nazareth College (New York). Das Themenspektrum ihrer Buch-Publikationen reicht von der Venezianischen Oper bis zum Jazz.

Antje Rößler stammt aus Berlin, wo sie an der Humboldt-Universität die Fächer Musikwissenschaft, Soziologie und Philosophie studierte. Ein Auslandsjahr verbrachte sie mit einem Fulbright Stipendium in Kansas City. Heute lebt sie in Berlin und in der Uckermark – abgesehen von ausgedehnten Winteraufenthalten in Lateinamerika.