Garten der Akademie der Künste im Hanseatenweg im Hansaviertel bei Nacht.

Sagen Sie’s den Steinen… BIS WIR BEGINNEN, ETWAS ZU SEHEN! Rencontre II am 10. und 11. 11., Retrospektive endet am 5. November im Fsk mit Christophe Clavert live

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Avantgarde ist bisweilen die Justiz. So in den 80ern, als das Bundesverfassungsgericht das Recht auf informationelle Selbstbestimmung festhielt. Wahrhaft prophetisch angesichts der Bedrohungen dieses Rechts jedes einzelnen durch neue Technik und Begehrlichkeiten großer Unternehmen.

Die am Tiergarten angesiedelten Häuser der Akademie der Künste und der Kulturen der Welt sprengen ebenfalls die Enge des durchschnittlichen Denkens. Die Akademie der Künste im Hansaviertel trägt dem frischen Wind der Hanse Rechnung. In frischer Luft lässt es sich besser denken.

Während die Bevölkerung den Kunstbegriff wohl enger zieht – Kunst wird dort ausgestellt, die Akademie lehrt – denken sich die Akademiker immer neue Querverbindungen aus und weichen Grenzen auf.

Kunst, Kino, Musik – drei klar getrennte Rubriken, nicht wahr? Schon die Architektur lässt ahnen, dass dem hier nicht so ist. Der „Kinosaal“ der Akademie ist ein Mehrzwecksaal mit einer Bühne; das Publikum sitzt vorn – oder hinten, wie bei den Buchpräsentationen und Lesungen aus „Die Schraube“, „El Tornillo“ und „Potslom“ aus Lino Santacruz‘ Alamos-Verlag. Oder beiderseits der Bühne.

Wo ist überhaupt vorn und hinten? Man sieht schon, herkömmliche Grenzen verschwimmen. Die Moderne bricht auf oder gibt zu denken.

Das Ganze ist recht gehirnig. In dem Sinne, dass auch im Gehirn, mit dem viele täglich denken, die Sache nicht so einfach ist, wie sich viele vorstellen.

Das beginnt schon mit dem oben und unten, vorn und hinten.

Computer-Tomographien kranker Gehirne, Schichtaufnahmen, lassen zum Beispiel vermuten, dass „da vorne“ etwas geschrumpft sei oder „am Rand“.

Unsere zwei- und dreidimensionalen Denkgewohnheiten, die durch Fernsehen, Twitter & Co. teils noch verkleinert und verengt werden, reichen zum Verstehen und Beschreiben des Geschehens nicht aus.

Längst haben die Neurowissenschaftler noch nicht alle Rätsel gelöst.

Seele, Hypophyse, drahtlose Kommunikation von Mensch zu Mensch, Träume und Liebeskummer – restlos erklärt ist das alles nicht.

Die Akademie, Ort des Forum Expanded der Berlinale

Zurück in die Akademie. Das an die Grenzen normalen Verständnisses und gewöhnlicher Rubriken stoßende „Forum expanded“ der Berlinale ist auch ein Beispiel von grenzüberschreitenden Begegnungen. Immer wieder am Hanseatenweg stattfindend.
Das nächste Mal wohl im Februar. Voriges Mal war es im Februar.
Ob wir nach vorn oder zurückblicken, wir erhalten dasselbe Ergebnis.
Das kann auch der Kreis.

Grenzüberschreitungen

Von der vorübergehenden Aufhebung des Rechtsstaats im September 2015 mal abgesehen: Vielleicht sind die grenzüberschreitenden Migrantenströme des 21. Jahrhunderts Zeichen der Zeit. Nicht zwingend biblisch angekündigt, jedoch Denkvorgänge abbildend.

Gedanke, Wort und Handlung

Gedanke, Wort und Handlung folgen üblicherweise aufeinander. Das Wort kann weggelassen werden.
Viele Handlungen, seien sie nun schnell vorgenommen, wie das Löschen einer umgekippten Kerze, hinterrücks – wer kündigt ein Verbrechen schon an – oder von einem wortkargen Menschen ausgeführt, geschehen ohne Worte.
Sogar Karikaturen und Witze ohne Worte gibt es.

Immer steht vor der Handlung der Gedanke

Doch immer steht vor der Handlung der Gedanke. Irgendetwas müssen sich die Migranten gedacht haben, bevor sie sich mit Handy und Bündel aufmachten. Das Tele-phon transportiert den Klang, Musik und Sprache schon seit Reis weit über (die) Grenzen.
Die Rechner der Welt zeigen auf Bildschirmen das Innere des Vatikans genauso wie Norwegens Einöde und die Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor.

Der Satz „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“ weist in seiner humorvollen Unvollkommenheit in die richtige Richtung.

Der Werbespruch eines Reiseführerverlages „Man sieht nur, was man weiß“ ebenso.

Wenn wir uns mit dem Jetzt von Danièle Huillets und Jean-Marie Straubs Werk beschäftigen, „bis wir beginnen, etwas zu sehen“, könnte das den Horizont erweitern.

Was sehen wir denn?

Was sehen wir denn?
Bevor man nicht von anderen darauf hingewiesen wird, sehen wir manchmal noch nicht einmal den WALD VOR BÄUMEN.

Die obige in der Akademie der Künste aufgenommene Photographie ist bestimmt nicht das, was wir erwarten, wenn wir uns ein Bild von der Akademie machten.
Und selbst das, was wir auf dem Bild sehen, ist nicht einstimmig feststellbar.
Der eine sieht „nichts“, der andere „grün“, der Dritte bemerkt immerhin die Personen, die sich in der Fensterscheibe spiegeln, die an sich unsichtbar ist.

Eiernde Planeten

Ähnlich wie in der Astronomie manche Himmelskörper nur wegen der merkwürdig eiernden Bahnen eines Nachbarn entdeckt wurden, von einem klugen Kopf entdeckt wurden,
„sehen“ wir die Scheibe nicht, sondern „erkennen“ sie durch die Spiegelung.

Das Treffen mit Peter Nestler, Christophe Clavert, Florian Schneider, Mikhail Lylov, Elke Marhöfer, Patrick Primavesi und Ute Holl

Das Treffen „Rencontre II“ zum Abschluss der Ausstellung greift die Fäden des bisher Gesagten und Gesehenen auf, spitzt Fragen und Erkenntnisse zu, um auf verschiedene Weise in der Gegenwart anzukommen. Der Titel des Rencontre II lehnt sich an die beiden Cézanne-Filme Danièle Huillets und Jean-Marie Straubs, „Cézanne im Gespräch mit Joachim Gasquet“ (1989) und „Une Visite au Louvre“ (2003, ‚Ein Besuch im Louvre‘), an und betont die Bedeutung, die das Werk des Malers und vor allem sein Verständnis des Sehens für beide Filmemacher hatte.
In Anwesenheit von Jean-Marie Straub und Barbara Ulrich (BELVA-Film).

Regisseur Peter Nestler und Kameramann Christophe Clavert – Gäste des Rencontre II
Akademie der Künste, Hanseatenweg, Studio, 16 und 19 Uhr

Am 10. November stehen mit dem Dokumentarfilmer Peter Nestler Filme im Mittelpunkt, die Nestler und Huillet/Straub dem jeweils anderen gewidmet haben – in einer jahrzehntelangen Freundschaft, die nicht zuletzt auf dem geteilten Respekt für den Akt des Sehens beruht. Auch Christophe Clavert, der bei den meisten der von Straub seit Huillets Tod (2006) realisierten Filme die Kamera geführt hat (u.a. „Kommunisten“, 2014), wird zum Rencontre und den letzten Programmen der Retrospektive (4. und 5.11. im Kino fsk) anwesend sein.

Öffentliches Seminar mit Florian Schneider und Interventionen von Mikhail Lylov, Elke Marhöfer, Patrick Primavesi, Ute Holl und anderen – auf Englisch

Wo und wann?
Akademie der Künste, Hanseatenweg am Tiergarten, Foyer, 14 bis 18 Uhr
Das Seminar am 11. November beschäftigt sich mit der Frage, was der von Serge Daney so genannten „Straub’schen Pädagogik“ zu Grunde liegt und welche Bedeutung diese in einem postdigitalen Zeitalter haben könnte.

Musikalische Inszenierung des Antigone-Scripts von Huillet/Straub

New Composers Collective (Spin-Off von Mouse on Mars) und Astrid Ofner
Wann und wo? Akademie der Künste, Hanseatenweg, Studio, 19 Uhr

Ganz in der Gegenwart angekommen ist der Programmzyklus der Akademie der Künste zu Huillet/Straub mit der Uraufführung einer musikalischen Inszenierung des Antigone-Scripts, die zum Abschluss des Rencontres am 11. November auf dem Programm steht.

Die Zusammenarbeit mit der Schauspielerin und Regisseurin Astrid Ofner, die in Huillet/Straubs Film von 1991 die Antigone verkörpert, ist das erste Projekt des New Composers Collective, eines Spin-Off-Projekts des Elektronikduos „Mouse on Mars“.

Das New Composers Collective (Jan St. Werner, Andi Toma, Matti Gajek und Michael Rauter) ist ein Zusammenschluss von Komponisten, Produzenten und Musikern, die sich außerhalb der traditionellen Kategorisierungen der Künste und Musik bewegen, mit anderen Künsten und Disziplinen zusammenarbeiten und experimentell neue Technologien, Kompositionstechniken und Aufführungsformate zusammenführen.

Veranstaltungsdaten:

Was? „Sagen Sie’s den Steinen“
Zur Gegenwart des Werks von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub

Ausstellung
Wann? … bis 19. November 2017

Was? Treffen: Rencontres II „Bis wir beginnen, etwas zu sehen“
Wann? Am 10. und 11. November 2017.

Ort: Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Website:
huilletstraub-berlin.net




D ok. – Politikvergessen – träumend? „Lost in politics“-Debatte (statt „… in translation“) auf dem Filmfest Dok Leipzig

Berlin/ Leipzig, Deutschland (Kulturexpresso). Ist ein Dokumentarfilm wichtig, nur weil er sich mit einem dringlichen oder „wichtigen“ Thema beschäftigt? Am 1.11. luden DOK Leipzig, der Verband der deutschen Filmkritik und die „Woche der Kritik“ bei freiem Eintritt zur Debatte mit Cristina Nord, Patrick Holzapfel und Jide Akinleminu ein; moderiert von Heike Melba Fendel. Raoul Pecks auf der Berlinale präsentiertes Meisterwerk „I Am Not Your Negro“ stand genauso zur Diskussion wie der aktuelle Festivalbeitrag „Project 55“.

Ist „wichtig“ wichtig?

Die Veranstalter lassen verlautbaren: „Wir wollen einen Streitraum bespielen, um über das Politische im und am Dokumentarfilm nachzudenken. Sind (Dokumentar-)Filme automatisch dringlich oder wichtig, weil sie mit wichtigen oder dringlichen Themen befasst sind? Geht das, was (Dokumentar-)Filme politisch meinen, in dem auf, was sie ästhetisch tun? Was hat es auf sich mit dem Diktum (formuliert von Jean-Luc Godard), es gälte, keine politischen Filme, sondern Filme politisch zu machen?

Eine aktuelle Debatte im Frontgebiet zwischen Formalismus und Inhaltismus, auch zwischen Strategien einer Ästhetisierung der Politik und solchen der Politisierung von Ästhetik.

Worum es gehen sollte: Drei gegenwärtige Filmbeispiele werden auf den politisch-ästhetischen Prüfstand gestellt: „I Am Not Your Negro“ (Raoul Peck, 2017; Premiere 2016 in Toronto), „Austerlitz“ (Sergei Loznitsa, 2016) und – aus dem diesjährigen Programm des Festivals – „Project 55″ (Miguel Colombo).“ Mit freundlicher Genehmigung der Edition Salzgeber und Déjà-vu-Film wurden Ausschnitte gezeigt.

Die Gäste von vor der Leinwand und hinter der Kamera

Es gab detailfreudige Einlassungen dreier Gäste aus verschiedenen Milieus des Betriebs:

– Cristina Nord, Leiterin Kulturprogramm Westeuropa (Goethe-Institut Brüssel), ehemals Filmredakteurin der Tageszeitung „Taz“
– Patrick Holzapfel, Filmkritiker und Filmemacher („Jugend ohne Film“)
– Jide Tom Akinleminu, Kameramann und Regisseur (u.a. „Portrait of a Lone Farmer“, D/DK/NGR 2013; dieser Film erhielt 2014 auf der Duisburger Filmwoche den 3sat-Dokumentarfilmpreis für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm)

Das Gespräch wird moderiert von Heike Melba Fendel (Agentin, Kritikerin, Kolumnistin)

Debatte „Lost in Politics“

Wann? Zeit: Mittwoch, 1.11.2017 (Allerheiligen), 14-16 Uhr
Wo? Ort: Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
Veranstaltung auf deutsch. (Eintritt frei.)




Überleben in Neukölln

Neukölln, meine Perle oder „Überlegen in Neukölln“ von Rosa von Praunheim und Markus Tiarks – und mit Juwelia

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Neukölln war einst eine eigene Stadt, die vor etwas über 100 Jahren noch den Namen Rixdorf trug. Das alte Rixdorf wurde von Tempelrittern gegründet, die in Tempelhof ihre Häuser hatten. Nach den Templern ging`s bergab. Heute hausen dort Muselmanen.

Doch um die Geschichte der Stadt, die vor knapp 100 Jahren Teil von Groß-Berlin wurde, dreht sich der Film „Überleben in Neukölln“, für den Rosa von Praunheim und Markus Tiarks Regie führten, nicht. Im Mittelpunkt „steht Stefan Stricker, der sich Juwelia nennt und seit vielen Jahren eine Galerie in Berlin-Neukölln betreibt“, lese ich in der Pressemitteilung der Rische & Co. PR“ vom 26. Oktober 2017. Weiter heißt es darin, dass Juwelia in ihre Galerie „an den Wochenenden Gäste“ einladen würde, denen sie schamlos aus ihrem Leben erzählen und poetische Lieder vorsingen würde. „Juwelia war ihr Leben lang arm und sexy. Sie ist Clown, Philosoph und Überlebenskünstler und immer noch ein Geheimtipp. Neben Juwelia treffen wir die 89-jährige Frau Richter, die im Alter von 50 Jahren nach Neukölln zog, um hier mit einer Frau glücklich zu werden. Wir treffen den androgynen kubanischen Sänger und Tänzer Joaquin la Habana, der mit seinem Mann zusammenlebt. Wir treffen Mischa Badasyan aus Russland, einen Performancekünstler, der es sich zur Pflicht machte, ein Jahr lang jeden Tag mit einem anderen Mann Sex zu haben. Und wir begegnen der syrischen Sängerin Enana, die nach ihrer dramatischen Flucht nach Berlin hofft, ein freieres Leben führen zu können, als Frau und als Lesbe. Patsy l‘Amour la Love veranstaltet die „Polymorphia“ Party- und Diskussionsreihe und bezeichnet sich selbst als Polittunte.“

Doch dann ist in der Pressemitteilung doch noch von Neukölln als einem „armen, proletarischen Bezirk mit viel Kriminalität“ die Rede. „Vor zehn Jahren kamen wegen der billigen Mieten“ noch „die Künstler“, doch „seit fünf Jahren entwickelt sich Neukölln zum Hipster-Bezirk und Mekka für Spekulanten“. In gewisser Weise dürfte der Film also „ein Zeugnis“ dieses „Teils von Berlin“ sein, „der bald seine Künstler, die sich die Mieten nicht mehr leisten können, vertreiben wird“. Selbstverständlich vertreibt nicht ein Teil von Berlin. Die Eigentümer der Häuser und Wohnungen treiben die Preise für ihr Eigentum, dass sie vermieten oder verpachten in die Höhe. Das ist etwas anderes. In dem Film wird es darum ganz sicher nicht gehen. Es geht nur um „queere Überlebenskünstler unterschiedlicher Herkunft und sexueller Gesinnung“. Schade eigentlich.

Wer an der Kinostartpremiere von „Überlegen in Neukölln“ teilnehmen möchte, der möge am 23. November 2017 zu 20 Uhr ins Berliner Moviemento kommen. Regie und Protagonisten (Juwelia, José Promis, Kandis Williams, Rixdorfer Perlen, Wilfriede Richter, Markus Tiarks, Mischa Badasyan, Lothar Wiese, Joaquin La Habana, Siboney La Habana, Bernhard Beutler, Dani Alor, Ala, Zaitonnah, Aydin Akin, Marcel Weber, LCavaliero Mann, Patsy l’Amour laLove und Enana Alassar) der Doku sollen anwesend sein. Am 25. November 2017 werde laut Veranstalter „die Filmvorführung im Berliner Wolf-Kino umrahmt von einer Geburtstagsfeier Rosa von Praunheims, zu der auch die Protagonisten des Films, Juwelia und Joaquin La Habana, auftreten werden“. Viel Glück zum Geburtstag!




Der Journalist bringt Polaroid-Photos aus New York mit. Wim Wenders‘ „Alice in den Städten“, 1. Teil der Spielfilmtrilogie „Roadmovie“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der nach Kriegsende in Deutschland, aber vor Kriegende im Pazifik geborene Regisseur, der bis 2017 hinein Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg war, erhielt bei der Berlinale 2015 den Goldenen Ehrenbären und erklärte aus diesem Anlass, warum er immer wieder eine neue Herausforderung suchte. Einerseits hätte die Langeweile mitgespielt, nach selbem Muster einen etwas anderen Streifen zu drehen, zum anderen sei der Anspruch und die Verpflichtung eines guten Filmemachers die, etwas Neues zu erschaffen. Wim Wenders hat sich entwickelt, gelernt und ist bescheiden geblieben. Für die meisten lohnt es sich, seine Filme zu schauen. Egal aus welchem Jahrzehnt, in einem anderen Jahrzehnt kam wieder etwa anderes dran. Mitte der Siebziger, als die Ölkrise die Vollbeschäftigung in der Bundesrepublik beendete, dreht Wenders seine Trilogie „Roadmovie“. 1974 „Alice“, ein Jahr später „Falsche Bewegung“ und 1976 „Im Lauf der Zeit“. Die namengebende Alice ist in der Handlung 9 Jahre alt. Sie und ihre Mutter Lisa trifft der Journalist auf dem New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen, als es bei ihm kriselt und auch das Geld zu Ende ist.

Das Arsenal setzt immer wieder Antipoden zu aktuellen Filmen. Am selben Tag, als „Fack ju Göhte 3“ in den deutschen Kinos startet, vielbeachtet als Ende der Trilogie, die mit dem meistbesuchten Film des Jahres 2013 begann, zeigt das Arsenal im Filmhaus am Potsdamer Platz einen Schwarzweißfilm.
So kann man ihn sehen.

So kann man das sehen.

„Alice in den Städten“ (1974)

FSK 6

Besetzung:
Rüdiger Vogler spielt Philip Winter, Yella Rottländer Alice van Damm, Lisa Kreuzer Lisa van Damm und Edda Köchl Angela in New York.

107 Minuten

Schwarzweiß

Drehbuch: Veith von Fürstenberg und Wim Wenders

Kamera: Robby Müller

(siehe dazu Artikel im Kulturexpresso vom 26. August 2017: „Herr Müller, Hopper und Vermeer. Deutsche Kinemathek brachte mit „Master of Light“-Filmreihe die Verbindungen alter Meister zum Kameramann Robby Müller ans Licht – Ausstellung läuft“)




Goethe falsch geschrieben: "Göte".

Geht lernen! Goeht lernen! Goeth lernen! Fack ju Göhte Teil 3, die Fortsetzung der Schulkomödie bis zum Abi – wer’s denn schafft …

Berlin/München, Deutschland (Kulturexpresso). Zweimal werden wir noch wach, heißa dann is Göte-Tach! Der Spielfilm „Fack ju Göhte“ genoss einen so durchschlagenden Erfolg, dass die Macher dumm gewesen werden, keinen 2. Teil zu drehen – in Thailand. Schließlich will man beim Dreh auch baden und Spaß haben, die Welt sehen. Spaß haben bis zum Abi, das ist ja schon seit langem die Devise des Lehrers, der keiner ist und seiner Schüler, die nichts können. Nach der unwahrscheinlichen Klassenfahrt nach Phuket und wilden Jetskijagden nun Teil Drei: der Boden der Tatsachen. 1. Nach dem Abi ist die Schule vorbei und dann muss man arbeiten. Igitt. 2. Das Abi schafft man auch nicht, denn es ist Schluss mit lustig.
Ohne viel verraten zu wollen, was der Trailer auch schon weiß: Eins ist sicher: So geht‘s nicht weiter! Aber auch Versager haben Gefühle. Die Gesellschaft tendiert sogar eher dazu, ihnen nachzugeben und zum Ausgleich von den Fähigen noch mehr Steuern und Leistung abzuverlangen. Das wusste Ayn Rand, jedoch nicht die Schüler der Goethe-Gesamtschule, die sich bei Büchern erst mal vor den Buchstaben und dann vor den vielen Wörtern fürchten. Ohne diese kein Lesen und ohne Lesen keine Lesefrüchte.

Esel lese!

Esel, lese! Ist zwar ein schönes Palindrom … ‚Was für ein Tempodrom?‘ Na, so ein Sonderfall von Anagramm … ‚Anna wer? Anna Gramm? Ist die magersüchtig oder was?‘
Solche Dialoge sind bei F… ju G. an der Tagesordnung.
Wo Hopfen und Malz verloren ist und es weder Mutti- noch Motivation gibt, stellt sich die Frage: Was tun?

BIZ oder Biss? Jedenfalls kein Business, denn busy is doch bsss

Hin zum Berufsinformationszentrum (BIZ), das war doch klar. Aufgrund von präzisen Algenrhythmen wird die arbeitsreiche Zukunft passend für jeden einzelnen filmisch vorgestellt. Altenpflege oder Abwassertechnik? Der idiotensichere Computer rechnet aus: Der passende Beruf für den „Lehrer“ wäre: Schlachter.

Gegen Regeln verstoßen und doch nicht

Die Frage ist, wie kann ich eine interessante Komödie machen, ohne zuviele Tabus zu brechen, trotzdem viele junge Leute ins Kino ziehen und am Ende noch einen positiven Ausblick geben?
Es wird wieder Alkohol fließen. Blut weniger. Es wird geraucht und Drogen tauchen auf. Aber die Jungen übernehmen entgegen jeder Erwartung Verantwortung – und das ist cool.

Eine Gratwanderung

Nicht zu langweilen oder mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen, aber es mit dem Mißbrauch von Drogen und Genussmitteln und der falschen Toleranz von „Kleindiebstählen“ (250 Euro) nicht zu weit zu treiben, ist eine Gratwanderung (oder heißt es Gradwanderung?). Motivation, Antrieb, Elan und sogar gute Laune zu erzeugen, ist eine Kunst. Die Göhtemacher, die Goethe nicht schreiben können, beherrschen sie.
Man kann dem 3. Teil einen vollen Erfolg prophezeien (heißt es nicht prophezeihen, wie bei verzeihen?). Und wie bei „Hangover“ is denn auch mal gut. Da war der zweite Teil übrigens besonders schlecht, doch auch bei Gö-te überzeugen aus meiner Sicht der Anfang und das Ende der Miniserie mehr.
Das Abitur führt zu einem natürlichen (Schul-)Abschluss. Mehr geht nicht, oder? Wenn dieser Teil ein Kassenschlager wird, kann man dann nicht weitermachen? Doch was soll der Lehrer, der wohl in der Schule bleibt, mit den in alle Winde verstreuten Schülern und Schülerinnen in einem Film?
Ein bisschen juckt einen natürlich schon, zu wissen, wie es weiterginge. Ansonsten muss man sich wie bei Harry Potter und Tribute von Panem einfach die Blu-ray kaufen nachdem man die DVD schon besitzt – und vielleicht den Director‘s Cut (Direx Kat?) anschauen oder das Bonusmaterial.

Herr Müller

Elyas M‘Barek muss als Zeki Müller harte Schale und weichen Kern zeigen, dazu Erfindungsreichtum samt wahnwitziger Ausreden in ausweglosen Momenten. Das gelingt ihm wie immer gut und mit einem Lächeln auf den Lippen. Einzig an einer Stelle, wo er die Klasse fragt, ob sie bis zum Abi dabei ist, und zwar mit Lernen und ohne Schwänzen, wirkt er routiniert, aber im Abschluss nicht hundert Prozent überzeugend. Insgesamt also 1 oder 1-.

Shanti

Jella Haase alias Chantal Ackermann wird von ihrer Freundin Zeynep (Gizem Emre) Chanti genannt, man hört Schanti, und das bedeutet in Indien Frieden. Das Ziel der Vereinten Nationen, dessen Gründung sich heute jährt. Immer friedlich ist sie nicht, doch trotz aller Dummheit doch guten Willens und vielleicht klappt‘s ja auch mit der Liebe. Etienne – genannt „Ploppi“ – (Lucas Reiber) passt auch eigentlich wirklich nicht zu ihr. Seine Bestnoten beruhen allerdings anscheinend weniger auf Strebertum – als auf einem Anklang einer Art Aspergerautismus.

Max von der Groeben macht seine Sache gut, hat es als Daniel „Danger“ Becker aber auch ein bisschen leicht, da er sich ausspielen kann. Von der Groeben (ob das wohl eine Dehnungs-E ist?) ist eben der Mann fürs Grobe. Es ist leichter einen Wutausbruch zu mimen als eine intensiv-platonische Liebesszene. Doch wieder gilt: ‚Harthe Schaale, waicher Kehrn‘.

Sandra Hüller ist wie immer toll. Zu Katja Riemann möchte man nicht viel sagen. Nach so vielen Filmminuten Goethe und Che Guevara – oder war es Castro? – gibt es schon einige Running Gags, die immer wieder funktionieren. Katja Riemann ist schön anzuschauen und macht zweifellos vieles richtig. Manchmal bleibt ein ganz schwaches Gefühl, dass eine Kleinigkeit nicht stimmt, oder fehlt? Vielleicht ist es einfach nur die Regie.

All die Situationen, die so wie in diesem Film im Alltag nicht vorkommen, dürfen eben nicht zu überzeichnet sein. Das gelingt oft, zumindest für den Zweck gut genug, aber auch dies ist eine schwierige Gratwanderung. Wilde Feten, Hänseln, erste Liebe – wer hat das in der Schule nicht erlebt.
Das Verdienst des Films ist es, wichtige Themen wie das Mobbing so unter die Leute zu bringen, dass es annehmbar wirkt. Hänseln, Quälen und Macht ausüben nennt sich heute Mobbing, die Mechanismen sind dieselben geblieben.
Die Anti-Mobbing-Versammlung wurde übrigens in der Turnhalle des Gymnasiums Kirchheim gedreht.

Ein Mädchen für Etienne, ein Junge für Chantal

Lucas Reiber ragt heraus (Etienne). Er hat eine dankbare, aber nicht zu einfache Rolle. Er kann eigentlich nicht lügen, nicht küssen, ist der KLassenbeste und ein großer Erfinder. Er spricht elbisch und schreibt Lyrik in Binär (Die Sprache von Bin-Air). Während Nullen noch nicht einmal begreifen, dass es sich um Liebesgedichte handelt, ist für die mit den Einsen klar, dass es in binärer Sprache nur zwei Zeichen oder Möglichkeiten gibt. Liebesglück ist, wenn men jemanden findet, der einen versteht. Oriana Fallaci formulierte es in „Ein Mann“ ungefähr so: Geistig möglichst nah, köroerlich möglichst weite auseinander, das ist die Voraussetzung für eine Super-Beziehung.
Dementsprechend ist klar, dass Etienne und Chanti nicht für einander geschaffen sind. Ein Happy-End für beide würde allerdings bedingen, dass zwei neue Partner auftauchen oder es bei einem bekannten Mensch aus der Umgebung plötzlich Klick macht. Soviel sei verraten: Beides passiert.

Entwicklung über Jahre

Ähnlich wie bei Harry Potter, nur nicht auf 7 Jahre und 7 Teile gedehnt, werden in der 5 Jahre dauernden Arbeit an drei Teilen „Johann Wolfgang von Goethe“ die jungen Schauspieler merklich unmerklich älter. Gut, dass Karoline Herrfurth nicht mehr dabei ist:

Das Gesetz der Serie

Zum einen ist der Erfolg einer Serie immer ein bisschen davon abhängig, dass es neben tragenden Konstanten eben auch etwas neues gibt, nicht nur in der Handlung.
Thailand und die Tsunami-Waisen war so etwas in Teil 2; genauso die entfernte Kritik am Spendengebaren der Deutschen, der Spendenpraxis und dem weitverbreiteten Missbrauch, der dazu führt, dass man Spenden am liebsten nur noch persönlich übergeben möchte, aber auf gar keinen Fall überweisen. In Deutschland gibt es auch so genug Gutes zu tun. So lustig F. ju Göhte ist – funktionieren kann der Film nur, weil es die Misstände im Bildungswesen und in den Familien wirklich gibt.

Über die Dummheit

Alter und Dummheit sind unbesiegbar. Horst Geyer konnte in seinem Traktat über die Dumhait ein Lied davon singen. Wenn Minderintelligenz schon unsiegbar ist, muss der von der Dummheit verursachte Schaden wenigstens gesellschaftlich begrenzt werden. Bildung kann ein Weg sein. Schulisches Lernen führt aber auch in die Irre, dass wissen wir spätestens nach der Dokumentarfilmen „Alphabet“ und „Being and Becoming“. Das Ergebnis kurz vorweg: Verschult – verdummt. (Siehe den Artikel im Weltexpress vom 21. Januar 2015: ‚Sein und Werden! – Der Dokumentarfilm „Being and Becoming“ bringt einen auf Ideen: zum besseren Lernen und dass man Schule eigentlich gar nicht braucht!‘).

Abwechslung erfreut

Varietas delectat, das ist der eine gute Grund für Herrfurths Abwesenheit. Der andere ist, das 2016 viel passiert ist. Nicht nur ein Göhte-Remake in Mexiko (!, siehe unten), sondern auch Herrfurths Langfilm-Regiedebut „SMS für Dich“. Damit wurde der Menschheit ein größerer Dienst erwiesen, als dies mit einer Teilnahme an der 3. Folge „Göhte“ je hätte sein können. Die Liebesgeschichte Herr Müller/ Lisi Schnabelstedt war erschöpft. „Laura Schnabelstedt“, gespielt von der 1995 geborenenen Lena Klenke (Anna Lena Klenke), sorgt für Kontinuität. Im ersten Film 17, ist sie inzwischen 22. Sie war als Elisabeths Tochter von Anfang an dabei.

Auch Runa Greiner (geboren 1996) als Meike macht zum dritten Mal mit.

Zum ersten Mal dabei: Lea van Acken als Amrei Keiser

Neue Gesichter gibt es auch: Amrei Keiser wird von Lea von Acken gespielt. Ihre Filmkarriere begann 2014 mit „Kreuzweg“ und setzte sich 2015 mit „Heil“ fort, beides unter der Regie von Dietrich Brüggemann. Die Lübeckerin ist Jahrgang 1999 und war etwa 15, als sie für Filmaufnahmen das erste Mal vor der Kamera stand – und gleich bei einer Berlinale-Pressekonferenz antworten durfte. „Kreuzweg“ mit Lea in der Hauptrolle der tiefreligiösen Maria gewann sogar einen Silbernen Bären für das beste Drehbuch von Dietrich und Anna Brüggemann. Ein tolles Geschenk zum 15. Geburtstag.
Die erste Bühnenerfahrung machte Lea mit 12 bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg.

2016 das Liebesdrama „Sag mir nichts“ in der ARD, ein SWR-Film, und eine Hauptrolle, die eine Bank ist: Anne Frank aus dem Tagebuch, das an jeder Schule erwähnt wird. Eine Literaturverfilmung von Hans Steinbichler. „Anne Frank“ sei Dank ist sie jetzt schon sehr bekannt. Früher musste die Schüler das Buch zuhause und im Unterricht lesen, jetzt sind bestimmt bei einigen Klassen Kinobesuche, Sondervorführungen und DVD-Gucken angesetzt. Die Jugend kennt Lea van Acken und sie ist ein großer Gewinn für „Göhte 3“.

Eine Reiterin aus „Bibi & Tina“ und „Ostwind – Aufbruch nach Ora“

Als sie selber Kind war, liebte die Schleswig-Holsteinerin das Tanzen und Reiten. Dort oben im echten Norden wird die Sportpferderasse der Holsteiner gezüchtet, naheliegend, dass ein junges Mädchen sich fürs Reiten interessiert. Bedingung für ihre Rolle in Detlev Bucks „Bibi & Tina – Tohuwabohu total“ und den zauberhaften Pferdefilm „Ostwind – Aufbruch nach Ora“, die dieses Jahr frisch in die Kinos kamen.
Prompt erklingen in „Fack ju Göhte“ Bibi-und-Tina-Klänge, nicht als Filmmusik, sondern direkt in der Handlung (‚I, was hörst denn du da?‘)
Wenn man einen Spreewaldkrimi mitzählt, sind vier Filme mit Lea van Acken 2017 auf die Bildschirme und auf die Leinwand gekommen. Das Talent ist gut im Geschäft – eine deutsche Jennifer Lawrence?

Drehorte (Locations)

Gedreht wurde bis in den Juli 2017 hinein wieder am Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching und am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Neuperlach.

Darsteller und Team (Cast & Crew)

Darsteller: Elyas M’Barek, Jella Haase, Sandra Hüller, Katja Riemann, Max von der Groeben, Gizem Emre, Aram Arami, Lucas Reiber, Lena Klenke, Farid Bang, Uschi Glas, Michael Maertens, Lea van Acken, Corinna Harfouch, Jana JEDi¥ESS Pallaske, Julia Dietze, Irm Hermann

Produzenten: Lena Schömann, Bora Dagtekin
Executive Producer: Martin Moszkowicz
Drehbuch und Regie: Bora Dagtekin

2014 erhielt „Fack ju Göhte“ den deutschen Comedypreis für die erfolgreichste Kinokomödie.

Teil 1 und 2 hatten je über 7 Millionen Besucher, „Fack ju Göhte“ war 2013 der meist gesehene deutsche Film (5,6 Millionen Zuschauer).

Erfolgreiches Remake in Mexiko

Die Neuverfilmung „No manches Frida“ spielte über 63 Millionen Pesos (etwa 3 Millionen Euro) ein und in den USA an 17 Tagen ab dem 2.9.‘16 auf 362 Leinwänden über 9 Millionen Dollar (insgesamt etwa 12einhalb Millionen in den Vereinigten Staaten).
Das eng am Original liegende Werk legte den drittbesten Kinostart eines mexikanischen Films überhaupt hin.

Diesen Monat soll der Streifen, der auch als „El maestro suplente“ bzw. „El profesor sustituto“ bekannt ist, in anderen spanischsprechenden Ländern in Mittel- und Südamerika anlaufen.
Omar Chaparro spielt den Möchtegern-Lehrer, die Martha Higareda weibliche Hauptrolle (Lucy). Die Hauptfigur heißt phonetisch identisch „Zequi“.

Fack ju Göhte 3

Weltpremiere: München, 22. Oktober 2017 mit 3000 Gästen

Bundesweiter Kinostart: Donnerstag, den 26. Oktober 2017




Katze in Lüneburg 2016.

Für Menschen, nicht für die Katz! Hauskatzen und Straßenkatzen, Kätzchen im Garten und auf dem Dach, bettelnde Katzen am Bosporus. „Kedi“ – der erste Dokumentarfilm über die Katzenwelt; ein Film, der in den Kinos bleibt

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Man könnte sagen: Warum ist da nicht längst schon jemand drauf gekommen! Ceyda Torun kam darauf, und die Gegend für ihre Feldforschung ist ideal. So wie in Neufünfland, auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, gefühlt mehr Katzen zu sehen sind als in der alten Bundesrepublik, gibt es in Istanbul mehr als woanders. „Bob, der Streuner (A Street Cat named Bob)“ hatte seit dem 12. Januar den Weg bereitet. Nach dem Spielfilm nun die Doku – wird 2017 das Katzenfilmjahr? „Bob“: Der Obdachlosenzeitungsverkäufer, der mit dem „Stray“, den er Bob nennt, mehr Umsatz macht und den Weg aus der Sinnlosigkeit und Sucht findet – ein großer finanzieller Erfolg. Nicht nur für Bobs Herrchen. „Kedi“ startete in den USA als Kassenschlager. Das Startwochenende während der Berlinale brachte über 40.000 $ ein, bis zum französischen Unabhängigkeitstag waren es ca. 2,8 Millionen Dollar.

Selbstverständlich wird der Film „Kedi“ auch in der Türkei gezeigt, ist doch türkisch die Sprache des Films. Die meisten Sprecher leben zwischen Schwarzem Meer, Ägäis und östlichem Mittelmeer. Doch auch in Berlin-Kreuzberg braucht man keine Untertitel. Die Passage-Kinos in Neukölln und das Central in Mitte zeigen die Originalfassung.

Der Film ist keine Eintagsfliege, sondern ein Dauerbrenner, was in Deutschland schon allein die Tatsache beweist, dass seit dem Start am 10. August zweieinhalb Monate vergangen sind und der Film bundesweit immer noch in Dutzenden Kinos zu sehen ist. Selbst James Bond will nach so vielen Wochen niemand mehr sehen.

Zeitlosigkeit

Worin liegt das Geheimnis des Erfolgs? Es sind nicht nur die Katzen, aber ohne sie wären wir nichts, zumindest der Film nicht.
Sie können kein Türkisch? Stimmt nicht. Mindestens ein Wort, das Wort für die geschmeidigen Vierbeiner mit Schnurrhaaren, kennen Sie schon: „Kedi“.

Der Film verbreitet einen eigenen Zauber, eine eigene Atmosphäre, denn eigentlich ist es kein reiner Dokumentarfilm und auch keine Fiktion.

Bestimmt wird der Streifen ins Fernsehen kommen, doch gehört er auf die große Leinwand. „Kino – dafür sind Filme gemacht“. Genau. Das trifft hier auch zu.

Auf Augenhöhe

Ins Thema einführend sehen wir einige Stadtansichten, schauen auf die Stadtteile, die vom warmen Meer umkost werden, fliegen über Straßenschluchten und tauchen in sie ein.

In großer Übersicht sehen wir Bilder aus einer Großstadt und sehen, eigentlich, nichts. Nichts besonderes, so scheint es. Doch – da ist eine Taube; und oben auf dem Dachfirst eine kleine Katze. Zumindest erscheint sie von unten so. Und dort noch eine, und wieder und wieder.

Die Kirchen auf dem Stadtplan

Haben Sie einmal versucht, auf einem Stadtplan Kirchen zu finden (es ging auf alten Falk-Plänen auch mit Postämtern oder ähnlich weit verbreiteten Gebäuden). Erst suchen Sie eine Kirche. Sie schauen auf die Legende und finden das Symbol, ein kleines, fettes, schwarzes Kreuz. Dann suchen sie den Plan ab, finden Aussichtspunkte, U-Bahnhöfe, S-Bahnhöfe, Bushaltestellen und da – eine Kirche. Ist es die gesuchte? Aber halt – dort, nicht weit weg, ist noch eine, und hier drüben eine weitere. Plötzlich stellen Sie fest, dass der ganze Stadtplan vor Kirchen nur so wimmelt.

Ebenso ist es mit den Istanbuler Katzen.

Katzen kennen Gott

Übrigens wissen die Katzen, dass es Gott gibt, so sagt man.
Hunde halten den Menschen für Gott, den Herrn über Leben und Tod.
Katzen wissen, dass die Menschen nur Mittler sind. Sie vergöttern ihre Herrchen nicht. Katzen wissen es besser.

97% der Republik Türkei liegen südlich des Bosporus in Asien (Anatolien), der Rest in Thrakien. Thrakien ist Europa.
Mit der Millionenstadt Istanbul ist es anders herum: der größere Teil liegt im Norden, im Europa.

Brücken und Fähren sind ganz wichtig für die Metropole, auch die Fischer. Einige füttern mit den Resten schöne, freche, aufmerksame, nachtaktive – Fellknäuel.

Ein Paradies für Liebhaber – tausende Katzen

Durch die eurasiatische Stadt Istanbul streunen Tausende Katzen, nicht erst, seitdem hier 1923 von Mustafa Kemal Pascha die Türkiye Cumhuriyeti, die türkische Republik ausgerufen wurde, sondern schon seit den Zeiten des Osmanischen Reiches, das Jahrhunderte überdauerte.

LUCKY 7 – Bengü und die anderen

Die Kamera bleibt ganz oft dicht bei ihnen, besonders häufig bei den glücklichen Sieben, die Sarı, Bengü, Psikopat, Deniz, Aslan Parçası, Duman und Gamsız getauft wurden. Der Reihe nach: Die Gaunerin (The Hustler), die Liebhaberin (The Lover), die Psychopathin (The Psycho), der Schmetterling (The social Butterfly), der Jäger (The Hunter), der Gentleman und der Spieler (The Player). Die meisten sind schwarz-weiß, der Gentleman Duman edelgrau und weiß, Bengü, die Liebhaberin sieht so aus, wie man sich eine wunderschöne gestreifte Straßenkatze vorstellt.

Die Kamera liebt die Katzen

Die Kamera sieht selten von oben auf die Tiere hinab, sondern ist häufig neben ihnen: auf dem Fußboden, auf dem Pflaster, sogar auf dem Dach. Oder unter ihnen – wenn eine Katze zum Sprung aus einem Baum ansetzt.

Auch von oben herab wird mit Respekt und Liebe gefilmt. Unvergesslich die Katze, die auf einer roten Markise im wärmernden Sonnenlicht ausruht.

Kameramann Charlie Wuppermann hat in Zusammenarbeit mit der jungen Ceyda Torun sehr einfühlsam gearbeitet.
Er drehte neben vielen Kurzfilmen („Daybreak“, „Consuming Love“, „We Are Fat“) die Langfilme „Surving Hitler – A Love Story“ und (als DoP) „Bhopal – A Prayer for Rain“ und „A Country called Home“. Im Moment arbeitet er gerade an dem Dokumentarfilm „A Story of Motown“.

Einziger Star des Films – neben tausend katzenartigen Filmsternchen

Bülent Üstün tritt neben hunderten Tieren als er selbst auf. Der Protagonist und Autor ist wegen dreier Werke bekannt: Der Animationsfilm „Kötü Kedi Serafettin – Bad Cat“ (2016) basiert auf seinen Comics. Ayse Ünal führte in der Komödie Regie. In „Kedi“ und in „Çizgi Roman Yolculugu“ (2015) ist er er selbst. Letzeres eine Kurzdokuserie über türkische Comiczeichner.

Kedi wo im Kino?

Am Sonntag, den 22. Oktober zum Beispiel in der Katzenstadt Lüneburg um 15 Uhr im Scala-Kinocenter LG, Apothekenstraße 17, 21335 Lüneburg (Deutsche Fassung = DF).

Das Lichtspieltheater Scala liegt an der Ecke der Kreuzung An der Münze, Apotheken-, Schröder- und … Katzenstraße.

Acud-Kino, Veteranenstraße 21 10119 Berlin: DF um 19.45 Uhr

Central-Kino Berlin, Rosenthaler Straße 39, 10178 Berlin: Originalversion (OV) 10.45 Uhr

Eva-Lichtspiele, Blissestraße 18, 10713 Berlin: DF um 15.30 Uhr
Hinweis: Von der Berliner Katzbachstraße aus gesehen nahe Vorführung.

Filmtheater am Friedrichshain, Bötzowstraße 1-5, 10407 Berlin: DF um 13 Uhr

Harsefelder Lichtspiele, Marktstraße 19, 21698 Harsefeld in der Nähe von Stade, 19.30 Uhr DF
Hinweis: Gar nicht so weit von der Katze, Schulterblatt 88 in 20357 Hamburg

Kino im Stadthaus, Konstantin-Schäfer-Platz, 79395 Neuenburg am Rhein: 17.30 Uhr DF

Kino im Schillerhof, Helmboldstraße 1, 07749 Jena: 16 Uhr DF
Hinweis: Von Unterkatz und Oberkatz in Thüringen gute 140 Kilometer.

Kinobar „Prager Frühling“, Bernhard-Göring-Straße 152, 04277 Leipzig: DF um 16.15 Uhr, und 31.10.16.45 Uhr
Hinweis: Von Katzenberg aus gesehen relativ nahe Vorführung.

Neue Kant-Kinos, Kantstraße 54, 10627 Berlin: DF um 13.30 Uhr

Orfeo, Butterstraße 1, 70736 Fellbach: DF um 17.45.
Hinweis: Von der Stuttgarter Katzenbachstraße aus gesehen nächste Vorführung.
Weiterer Hinweis: Fell-Bach liegt im Rems-Murr-Kreis.

Passage-Kinos Berlin, Karl-Marx-Str. 131/133, 12043 Berlin: OV um 14.45 Uhr

Passage-Kinos Leipzig, Hainstraße 19a, 04109 Leipzig, DF 15.15 Uhr
Hinweis: Von der Katzenpension Mäuseloch aus gesehen nächste Vorführung.

Tilsiter-Lichtspiele, Richard-Sorge-Straße 25a, 10249 Berlin: DF um 12.15 Uhr

Union Bochum, Kortumstraße 16, 44787 Bochum, DF um 13 Uhr

Kino Weißhaus, Luxemburger Str. 253, 50939 Köln, DF um 16.30 Uhr am 22., 23., 24. und 25.10.

In der letzten Oktoberwoche u.a. hier:

Am Montag, den 23. Oktober u.a. in

– Neue Kant-Kinos, Kantstraße 54, 10627 Berlin: DF um 13.30 Uhr
Hinweis: 1 Kilometer entfernt vom Restaurant „El Gato Azul“, Stuttgarter Platz 22, 10627 Berlin
– Eva-Lichtspiele, Blissestraße 18, 10713 Berlin: DF um 15.30 Uhr
– Scala-Kinocenter LG, Apothekenstraße 17, 21335 Lüneburg: 17.15 Uhr, DF.
– Central-Kino Berlin, Rosenthaler Straße 39, 10178 Berlin: Originalversion (OV) 10.45 Uhr
– Kino im Schillerhof, Helmboldstraße 1, 07749 Jena: 16.45 Uhr DF
– Kino Weißhaus, Luxemburger Str. 253, 50939 Köln, DF um 16.30 Uhr
– B-Ware Ladenkino, Gärtnerstraße 19, 10245 Berlin 13.45 Uhr DF
– Moviemento, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin: 13.45 Uhr (OV)
– Filmpalast, Sankt-Georg-Straße 137, 29410 Salzwedel (Hansestadt), 17.45 und 20.15 Uhr, DF
– moviac-Kino im Kaiserhof, Sophienstraße 22, 76530 Baden-Baden, 19.30 Uhr DF
– Cineplanet, Otto-Hahn-Straße 4, 95643 Tirschenreuth: 19.30 Uhr DF
Hinweis: 150 Kilometer von Katzenstein/ Marienberg.

– KKK-Filmtheater, Sulzbachstraße 32, 78727 Oberndorf am Neckar: 20 Uhr, DF
Hinweis: Nur 59 Kilometer nach Katzenmoos (79215 Elzach).

– Kino-Kelkheim, Hornauer Straße 102, 65779 Kelkheim (Taunus)

Ab Montag, 23. Oktober im
B-Ware Ladenkino, Gärtnerstraße 19, 10245 Berlin und im

Moviemento, ältestes Kino, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin

Hinweis: Von der Berliner Katzbachstraße aus gesehen nächste Vorführung.

Ab Dienstag, 24. Oktober:

+ Clubkino Glauchau e.V., Marienstraße 46, 08371 Glauchau und

+ Casablanca Zwickau, Kleine Biergasse 3, 08056 Zwickau

Hinweis: Von Katzenberg (01683 Nossen) aus gesehen nahe Vorführungen.
(Da im Filmpalast Meißen und im Cinema Döbeln zurzeit nicht gezeigt.)

+ Imax am Cinecittà, Gewerbemuseumsplatz 3, 90403 Nürnberg, DF Di., 24.10. um 17 Uhr, Mi., 25.10. um 16.30 Uhr
Hinweis: Nur 16 Kilometer von Katzwang.
Weiterer Hinweis: 150 Kilometer von Katzenstein (89561 Dischingen)

+ Central im Bürgerbräu, Frankfurter Straße 87, 97082 Würzburg
Hinweis: Gute 120 km bis zum Hotel Katzenstein, Katzenstein 1, 36452 Zella/Rhön.

Ab Mittwoch, den 25. Oktober unter anderem hier

+ Central Lichtspiele, Pastoriusstraße 8, 91438 Bad Windsheim

+ Central-Theater Uelzen, Bahnhofstraße 7, 29525 Uelzen

+ Lindenhof-Lichtspiele, Huntestraße 11, 27793 Wildeshausen

+ Roxy-Kinos, Konrad-Adenauer-Straße 2,3 67433 Neustadt an der Weinstraße

Am Mittwoch, 25. Oktober

+ Central-Filmtheater Ketsch, Enderlestraße 24a, 68775 Ketsch: 19.30 Uhr DF

Ketsch schreibt sich vorn „Kets“ (nicht Cats), hinten mit -ch.

Ab 29. Oktober:
Schauburg-Filmpalast, Horster Straße 6, 45897 Kreis Gelsenkirchen

43. Kalenderwoche (KW) bzw. Filmwoche 26.10.-1.11.2017:

Abaton, Allendeplatz 3, 20146 Hamburg (Eimsbüttel): DF Dienstag, 31.10. (Feiertag) 10.45 Uhr

Astoria, Sankt-Marien-Straße 29, 16909 Wittstock, 30.10. 17 Uhr

Eva-Lichtspiele, Blissestraße 18, 10713 Berlin

Union Bochum, Kortumstraße 16, 44787 Bochum, bis 1. November je 2 Vorstellungen pro Tag!, DF um 11.00 und 12.45 Uhr

Kinowelt am Ammersee, Fischerei 12, 86911 Dießen, DF Dienstag, 31.10. und Mittwoch, 1.11. um 16.15 Uhr

Friedrichsbau-Apollo, Kaiser-Josef-Straße 270, 79098 Freiburg im Breisgau: Sonntag, 29.10., 13.30 Uhr OV

Grenzland-Lichtspiele, Markt 5, 01844 Neustadt in Sachsen, Mo., 30.10. 14 Uhr, Dienstag, 31.10. 16.30 Uhr

Lumière, Geismar Landstraße 19, 37083 Göttingen, OV 31.10. und 1.11. um 18 Uhr

Moviemento, Kottbusser Damm, Berlin, OV am Mi. 1.11. um 13 Uhr

Passage Kinos Berlin, Karl-Marx-Str. 131/133, 12043 Berlin: OV bis 1.11. jeweils um 15.15 Uhr

Studio, Bonner Straße 68, 53757 Sankt Augustin: Mo., 30.10. 16 Uhr, Dienstag, 31.10. 18.15 Uhr., Mittwoch, 1.11.2017, 15.30 Uhr

Kino Solln, Sollner Straße 43a, 81479 München, Dienstag 31.10. und Mittwoch 1.11. jeweils um 11 Uhr

Kino Weißhaus, Luxemburger Str. 253, 50939 Köln Bis Freitag, den 5. November: DF jeweils um 15.30 Uhr

Zeise-Kinos, Friedensallee 7-9, 22765 Hamburg-Altona, Dienstag, 31.10. (Feiertag) DF 12 Uhr

Alle Angaben ohne Gewähr.

Kedi – Von Katzen und Menschen

Musik: Kira Fontana

Produzenten: Die Regisseurin und Charlie Wuppermann
Koproduzenten: Ilan Arboleda und John Keith Wasson
Exekutive: Thomas Podstawski und Gregor Kewel

Kamera: Charlie Wuppermann

Schnitt: Mo Stoebe

Verleih: Weltkino Filmverleih

Warum startete der Film bundesweit am 10. August mitten in der Ferien- und Urlaubszeit? Antwort: Pünktlich zum Weltkatzentag.

Soundtrack-Daten:

„Nine Lives“
Music by Kira Fontana
Performed by Kira Fontana feat. Sidney Hopson

„Daydreams“
Music by Kira Fontana
Performed by Kira Fontana feat. Sidney Hopson

„Arkadasim Esek“
Written by Baris Manço(Müzikotek)
Performed by Baris Manço
Courtesy of Emre Grafson Müzik (Hal Hal)
Licensed by Müzikotek

„Jardo“
Written and Performed by Levent Yildirim
Courtesy of Chant Du Monde

„Gol-e-Gandom“
Written and Performed by Lloyd Miller
Courtesy of Lloyd Miller & Jazzman Records

„Findik Dallari“
Performed by Mavi Isiklar
Courtesy of Ada Müzik (Türk Pop Tarihi)

„Amber Eyes“
Written and Performed by Lloyd Miller
Courtesy of Lloyd Miller & Jazzman Records

„Bak Yesil Yesil“
Written by Mustafa Seyran, Mehmet Erbulan‘
(Median Müzik Edisyon)
Performed by Emel Sayin
Courtesy of Avrupa Müzik, Odeon Müzik Yammclllk
(Emel Sayin Vol.2)

„Uska Dara – A Turkish Tale“
Written by Hsiang Li
Performed by Eartha Kitt
Courtesy of RCA Records
Used by Permission of Emi Music Publishing
By arrangement with Sony Music Licensing

„Deli Kadin“
Written and Performed by Erkin Koray
Courtesy of Mega Müzik (The Best of Erkin Koray)

„Peki Peki Anladik“
Written by Mazhar Alanson
(Universal Music Taxim Edition)
Performed by M.F.O., aka Mazhar-Fuat-Özka (as MFÖ)
Courtesy of Ossi Müzik (Best of MFÖ)




Neu und am ersten Tag gleich ausverkauft! Das erste mexikanische Filmfestival in Deutschland heißt Mexico Scope

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am 12. Oktober geboren: das erste deutsche Mexiko-Filmfest. Mit einem sanft abgefederten Paukenschlag wurde es eröffnet: Mit der Deutschlandpremiere von „Me estás matando Susana“, soviel wie „Du nervst echt, Susanna!“ mit Gael García Bernal, Verónica Echegui und Ashley Hinshaw. Der große Saal des Kinos Babylon-Mitte, in dem Hans Poelzigs Zwanziger-Jahre-Architektur besonders gut zur Geltung kommt, ausverkauft! Über ein halbes Tausend Besucher gleich am ersten Tag der 1. Festival-Ausgabe (1st edition) – beeindruckend. Die Veranstalter haben Erfahrung durch das kolumbianische Filmfest „Panorama“. Mitorganisator Fernando Huerta hat es schon dreimal mit großem Erfolg durchgeführt. Es hätte wohl sogar pünktlich beginnen, wenn sich nicht kurz vor zwanzig Uhr lange Schlangen vor den Kassen gebildet hätten, die bis auf den Rosa-Luxemburg-Platz hinausreichten – auf dem der laue Herbstabend zum Glück so warm war wie die Begrüßung durch die Gastgeber und Susana Garduno, Kulturattaché an der Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten in der Bundesrepublik Deutschland. Ein tolles Team verbreitete eine sehr angenehme Atmosphäre, in der Geschäftigkeit kaum zu spüren war und alles wie am Schnürchen lief. Genannt seien Carolina Padilla (Press and Operations), Jóse Luis Urriago Novoa (Program and Content) und Vanessa Meyer (Marketing & Communications).

Eine Mannschaft mit Erfahrung

Jóse Luis Urriago Novoa und Fernando Huerta zeichneten für das Kolumbien-Filmfest „Panorama“ verantwortlich, die freundliche und äußerst kompetente Vanessa Meyer bringt ihre reichen Erfahrungen vom Fashion-Film-Festival ein. Auch ihre Dreisprachigkeit brachte sie auf die Bühne.

„Brauchen Sie eine englische Übersetzung?“

Etwas erschreckend für den deutschsprachigen Besucher: Sogar das Englische gibt es nur auf Anfrage, außer natürlich bei der Untertitelung der Filme. Bei der ausverkauften Eröffnungsveranstaltung hatten zum Glück einige Zuschauer den Mut, zuzugeben, dass SPANISCH ALLEIN als Kommunikationssprache in der deutschen Hauptstadt wohl nicht für jeden ausreicht.
Also wurde englisch gedolmetscht und spanisch gesprochen. Bilingualität, wohin man schaut.

Bis zum 15. Oktober gibt es ein volles Programm, am Sonntag in Kino 2 und 3 des Babylons mit der Tür zur Hirtenstraße. Karten am Haupteingang.

Das Programm des letzten Tages:

im großen Saal (Saal 1):
18.15 Uhr:

„Sopladora de Hojas“ (Leaf Blower, der Blätterpuster), eine Komödie, die nicht nur fast jeden zum Lachen brachte, sondern auch starke emotionale Reaktionen des Publikums bescherte, von „Oh, nein“ über „Oohhh!“ bis zum Applaus. 3 Jugendliche beschäftigen sich in Mexiko-Stadt auf einer kleinen Grünfläche um die Ecke nicht mit dem Laubharken, sondern mit der Sehnsucht nach einer Freundin und der Ehrlichkeit. Brüllend komisch. Papier, Stein, Schere mit neuen Regeln?

20.15 Uhr, der „Closing Film“ oder Abschlussfilm „Tempestad“. Tatiana Huezos 105minütiges Meisterwerk von 2016 erhielt beim Caligari-Preis der Berlinale vor einem Jahr eine lobende Erwähnung. Ein Film aus dem Forum der Internationalen Filmfestspiele Berlin.

22.15 Atras hay Relampagos (Lightning falls behind)

Saal 2:
18 Uhr

Te prometo Anarquía (I Promise you Anarchy)
Skater haben Spaß. Als Lebensunterhalt verkaufen sie im Krankenhaus ihr Blut. Vom Filmfestival in Locarno in der Schweiz eingeflogen.
Intensiv. Erschütternd. Aber gut.
Regie: Julio Hernández Cordón

Mexiko, Bundesrepublik Deutschland, 2015

Saal 3:
19.45 Uhr

El Charro de Toloquilla (The Charro de Toloquilla) von
José Villalobos Romero
90 Minuten (OmeU)

Das Leben des Mariachi-Sängers Jaime García Domínguez‘.




Taiwan Republik auf der ITB Berlin

Altes ist gut. Alte Filme jetzt verbessert: Die Filme „Dragon Inn“ und „A Touch of Zen“ aus Taiwan Republik China wurden digital remastered

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am 10.10. feiert die Republik China ihren Nationalfeiertag, den „Double tenth“, den doppelten Zehnten. Aus diesem Anlass weisen wir auf den Kinostart von „A Touch of Zen“ und „Dragon Inn“ in digitalisierter Fassung in ausgewählten Kinos hin. „Ein Hauch von Zen“ ist einer der einflussreichsten chinesischen Filme überhaupt.
Die Bezeichnung „der Kampfkunstfilm, der eine ganze Generation von Filmemachern inspirierte“, ist keine Übertreibung, sondern durchaus zutreffend.
„A Touch of Zen“ und „Dragon Inn“, zwei Klassiker des asiatischen Kinos von 1971 und 1967, feiern ihre Wiederaufführung, restauriert und 4K-remastered vom Taiwan- Filminstitut.
„A Touch of Zen“ und „Dragon Inn“ sind die ultimativen und für das Genre richtungsweisenden Martial-Arts-Filme und beeindrucken bis heute mit ihren poetischen Bildern und dramatischen Kampfchoreographien.

Sie gehören beide zum Wuxia-Genre. Das sind vereinfacht gesagt Kampfkunstfilme mit ritterlichen Helden, die das richtige tun.

„Dragon Inn“

– Im deutschsprachigen Raum bekannt unter dem Titel „Die Herberge zum Drachentor“, Originaltitel „Lóngmén Kèzhàn“, international auch „Dragon Gate Inn“. Lóngmén bedeutet Drachentor.
(Von dem Wort Tiananmen, Tor der Himmlischen Friedens, kennt man die Silbe ‚.men‘ bzw. das Wort ‚Men‘.
Long, der Drache, taucht unten in Mr. Long wieder auf, eigentlich: „Herr Drache“.)

Regie/ Drehbuch: King Hu

mit Feng Hsu (bzw. Hsu Feng), Lingfeng Shangguan, Chun Shih, Ying Bai

Republik China Taiwan 1967, Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmdtU), 111 Min.

Gedreht: 1966.

Inhalt: Nach einer erfolgreichen Intrige wird General Yu (sprich: Jü) von seinem politischen Gegner Obereunuch Zhao (sprich: Dschau) hingerichtet und seine Kinder aus China verbannt. Doch die Kinder des Generals sind dem Obereunuchen Zhao ein Dorn im Auge und daher setzt er alles daran, sie auf ihrem Weg ins Exil umzubringen. An der einsamen Herberge zum Drachentor legt er einen Hinterhalt. Doch die treuen Gefolgsleute des gemeuchelten Generals eilen den Kindern zur Hilfe. Es entfesselt sich ein Kampf um Leben und Tod.

„A Touch of Zen“ ( „Ein Hauch von Zen“, „Hsia-nǚ“)

– deutscher Titel „Ein Hauch von Zen“, Originaltitel „Hsia-nǚ“ („Xiánǚ“) wörtlich ‚ritterliche Heldin‘, wörtliche Übersetzung ins Englische: Hero woman “

Regie/ Drehbuch: King Hu
Das Drehbuch basiert von der Story her auf einer Geschichte von P’u Sung-ling (in anderer Umschrift Pu Songling, 1640-1715).
Darsteller: Feng Hsu, Shih Chun, Bai Ying, Tien Peng, Roy Chiao Hung
(Sprich: Feng Chü, e wie in ‚kommen‘ und ch wie in ‚ich‘.)

Republik China Taiwan 1971, Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmdtU), 180 Min.

Gedreht ab 1968, anderen Angaben zufolge ab 1969.

Der Film erschien in Taiwan zunächst in 2 Teilen, 1970 und 1971, zusammen mit 200 Minuten Dauer. Der erste Teil wurde schon gezeigt, als die Dreharbeiten am 2. Teil im vollen Gange waren. Ende 1971 wurde eine Fassung in einem Stück daraus für den Hongkonger Markt, sie hatte 187 Minuten.

Auf dem Filmfestival in Cannes lief der Streifen 1975 und gewann verdient und prompt einen Preis.

Inhalt: Die Geschichte handelt vom jungen Gelehrten Gu (sprich: Q, in anderer Umschrift Ku), der in der Nähe eines heruntergekommenen Herrenhauses lebt, das verflucht sein soll. Eines Tages begegnet er der mysteriösen Schönheit Yang, die sich im Herrenhaus versteckt. Die beiden kommen einander näher und nach einer leidenschaftlichen Nacht offenbart sie ihm, dass ihr Vater, ein ehrenhafter Offizier, vom machtvollen Eunuchen Wei (sprich: Wej) auf grausame Weise ermordet wurde. Wei und seine Männer sind ebenfalls auf der Suche nach ihr, mit einem einzigen Ziel: die Auslöschung ihrer gesamten Familie. Gu findet sich plötzlich inmitten von Yangs Überlebenskampf wieder, denn Wei ist den beiden dicht auf der Spur. Ein Kampf von epischen Ausmaßen zwischen Gut und Böse entbrennt.

Beide Filme im Verleih von Rapid Eye Movies.

Auch aktuell: Ausgezeichnete Filme aus Taiwan

Dass aus der Republik China, Entschuldigung, aus Taiwan nicht nur hervorragende Technik kommt wie die auf der IFA vorgestellte von der Firma Asus, sondern immer wieder auch gute und interessante Filme, zeigten in diesem Jahr die internationale Premiere von „Ri Chang Dui Hua (Small Talk)“ von Hui-chen Huang auf der Berlinale in der Reihe „Panorama Dokumente“ und weitere Berlinalefilme.

Im Wettbewerb der hochgelobte Spielfilm „Mr. Long“ (sprich : Lung) von Sabu (Monday, Ten no chasuke), eine Koproduktion von Japan, der Bundesrepublik Deutschland, Hongkong, China und Taiwan mit Chen Chang, Sho Aoyagi, Yiti Yao, Junyin Bai und anderen. In Berlin fand im Februar die Weltpremiere statt.

2016 lief im ersten Quartal auf der Berlinale und im Rahmen des Spotlights dann vom 21.-30. Oktober 2016 im Rahmen des 14. „Morelia International Film Festival“ in Mexiko, wo eine ganze Programmreihe den Internationalen Filmfestspielen Berlin gewidmet wurde, der Kurzfilm „Jin Zhi Xia Mao“ („Anchorage Prohibited“) von Wei Liang Chiang (Taiwan; Wei sprich Wej), der den Audi Short Film Award gewann.


Formosa, Taiwan und die Republik China

In den 40ern, 50ern und 60ern war der Begriff Formosa als Äquivalent von Taiwan, Republik China sehr verbreitet. Eigentlich können alle drei Begriffe synonym verwendet werden, doch warum die Veränderungen?
„Formosa“ ist ein portugiesisches Wort und drückt aus, wie toll die „Entdecker“ diese Insel fanden. Es ist eine Großinsel, das macht sie ums famoser. (Ilha formosa = die schöne Insel.)
Die Portugiesen waren hervorragende Seefahrer und unter den Kolonialmächten (Europas) die ersten, dadurch erhielten einige Orte an den Küsten der Welt portugiesische Namen, in China auch Macao, das als winzige Enklave, die im wesentlichen aus drei Inselchen bestand sogar Hongkong überlebte, lange nachdem Portugal Angola, Mosambik und andere Territorien aufgegeben hatte.

Taiwan ist ein Wort aus der chinesischen Sprache ( und bildlich lautet den Namen eines Ureinwohnervolkes, Tayowan, ab, das im Gebiet der heutigen Stadt Tainan im Süden der Insel wohnte, wo die Niederländer sich niedergelassen hatten. – Taiwan bedeutet nicht Terrassen-Bucht, das sind nur die Bedeutungen der sinnfreien phonetischen Wörter Tai und Wan zusammengenommen).
Es ist heute „pc“ (sprich „pih-ssi, alles andere ist nicht pc), also politisch korrekt, diesen Staat Taiwan zu nennen. Eine zeitlang sagte man auf englisch gern „Taiwan R.O.C.“, die Abkürzung für Republic of China. Ein bisschen versteckt wie das Kürzel „RSA“, wenn man es in Europa auf Obst fand, für Republik Südafrika, als seit den 70er Jahren die Apartheidspolitik langsam aber sicher weltweit nicht mehr haltbar wurde.
Doch was hat „Taiwan“ zu verstecken? So etwas wie die Apartheidspolitik? Nein, ganz und gar nicht. Taiwan hat ein anderes Problem – das andere China. Und das wurde seit Nixons Besuch Anfang der 70er und Kissingers detaillierter Umsetzung – oder war Kissinger der Initiator? – erst in den USA und dann international gesellschaftsfähig, Mao und die Kommunistische Partei hin oder her.
Die Bundesrepublik Deutschland, selbst erst seit 1973 in den UNO und seit 1990 souverän, spielte da mit, obwohl das Gesellschaftsystem der Volksrepublik China vom eigenem abwich und einem nicht genehm war. Doch wenn Washington mt Peking Beziehungen aufnahm, musste das richtig sein. Die Kommunisten im eigenen Land waren weiter verpönt und ihre Parteien verboten, die Beziehungen zu Peking trübte das nicht. Zweierlei Maß?

Die Politik bestimmt die Sprache mit, so heißt in Deutschland das Land heute amtlicherseits Taiwan, in der Schweiz heißt es amtlich Taiwan (Chinesisches Taipei). Zwischen der BRD und der Republik China gab es nie diplomatische Beziehungen, aber sehr gute wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen, die sich bis 1980 auch in Reisen niederschlugen. In den 80ern durften dann erst Gruppen, dann Rucksacktouristen in die Volksrepublik China. Heute besuchen die meisten Chinareisenden die Volksrepublik, aufgrund der Größe des Landes und der Kunstschätze durchaus verständlich.
Sowohl die VR China als auch die BRD und die DDR wurden 1949 gegründet, aber die Geschichte verlief in China prinzipiell anders.

Die Geschichte und die Anfänge der Republik

Als in China die Zöpfe fielen, war es mit dem Kaiserreich vorbei. Puyi war noch ein Kind, die Kaiserinwitwe die Zügel in der Hand, aber sie konnte sich mit und in dem halbkolonialen, halbfeudalen Land nicht mehr durchsetzen, aus dem die Kolonialmächte sich vor allem an der Küste leckere Stücke herausgeschnitten hatte. Franzosen, Briten, Engländer, Russen, Deutsche und andere.

Was auf das chinesische Kaiserreich, das etwa 5000 Jahre alt war, folgte, das war die REPUBLIK CHINA, auf chinesisch Zhōnghuá Mínguó, auf englisch Republic of China.
Die gibt es heute noch (!), so wie auch die Schweiz und England zwischen 1911 und heute mehr oder weniger in der gleich Form bestehen. Das so etwas geht, sind die Deutschen gar nicht mehr gewöhnt, die Russen auch nicht, die Österreicher schon überhaußt nicht. Dabei waren das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und das Zarenreich neben England und Frankreich die einzigen Weltmächte.

Die Republik China hatten im Inneren starke Probleme, Bürgerkrieg, Warlords und ab den 20ern die Kommunistische Partei. Die hatte jahrelang nur 100 und dann wenig hundert Mitglieder, wurde aber bald vom Staat auch militärisch bekämpft. Nach dem römischen Motto „Wehret den Anfängen“. Aus republikanischer Sicht zurecht, wie man heute sieht. Zur Republik China gehörte auch Tibet, die Mongolei konnte sich ob der Schwäche Pekings herauslösen genauso wie Tuwa in der geographischen Mitte Asiens, das eigentlich auch chinesisches Staatsgebiet ist.
Entscheidend ist nun, dass die Republikaner den Bürgerkrieg nach einem blutigen Zweiten Weltkrieg, der in Asien länger dauerte, nämlich von 1937-1945, verloren.
Die Landung und der Einmarsch Japans führten zwischen den verfeindeten Bürgerkriegsparteien der staatstreuen Republikaner und der Kommunisten, die an die Macht wollten, zu einem Burgfrieden.
Nach 1945 wurde der Bürgerkrieg, der Ende der Zwanziger begann und in den 30ern den berühmten „Langen Marsch“ einschloss, fortgesetzt. Er endete mit einem Sieg der Kommunisten, die aber nicht das gesamte chinesische Territorium unter Kontrolle hatten. Ihnen fehlte die Macht über das vorher schon gelöste Tuwa und die Mongolei benauso wie über Tibet, manche abgelegene Gebiete in den Bergen, wo kleine Völker lebten und über einige Inseln vor der südlichen Küste. Macao und Hongkong waren sowieso noch Kolonien und blieben es bis 1997 und 1999, dem Ablauf der Pachtverträge für das Hinterland der New Territories usw.
Wohin gingen die Republikaner? Zunächst einmal gingen sie nicht, sie flohen und flohen mit dem Schiff. Die größte der Inseln, die sie dauerhaft unter Kontrolle halten konnten, ist Taiwan (Formosa).

Taiwan, 1911 nicht Teil Chinas, 1912 nicht Teil der Republik China

Jetzt das Kuriose: Die Republik China, die sich von Sinkiang (und Tibet) bis ans Gelbe Meer, also den Stillen Ozean erstreckte, von Russland bis nach Vietnam, beherrschte Taiwan 1912 gar nicht.
Der Machtschwund im 19. Jahrhundert durch Kolonialismus, die Einfuhr von Drogen, „Kanonenbootdiplomatie“ und drei Opiumkriege hatte das Kaiserreich China so geschwächt, dass das erstarkte Japan, dass sich nach einer Zeit der Innenschau in dieser Zeit nach außen geöffnet hatte 1895 einen Krieg gegen China gewinnen konnte.
Beute: Die Ryukyu-Inseln und Taiwan. 50 Jahre lang herrschten de Japaner auf Formosa, die alten Menschen sprechen immer noch japanisch. Erst die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki machten dem ein Ende.
Die Besiegung Japans durch Chinesen (mit einem hohen Blutzoll) und US-Amerikaner führte zum Wiederaufflammen des Bürgerkriegs, nachdem der äußere Feind auf seine Heimatinseln zurückgekehrt war.
Vier Jahre Kampf und am Ende gaben die Republikaner fast das gesamte chinesische Territorium auf. Zogen sich im Wesentlichen auf die Inseln Taiwan zurück. Als am 1. Oktober 1949 in Peking die kommunistische Volksrepublik China gegründet wurde, gab es zwei chinesische Staaten.

Sie haben bis heute Bestand.

Die Republik, die das Kaiserreich ablöste, befindet sich auf Land, das ihr 1912 vielleicht de jure gehörte, de facto jedenfalls nicht.

Heute ist dieses Land, sind diese Inseln die einzige Zuflucht.

Die 7. US-Flotte garantierte lange die Unversehrtheit der Republik China, in dem sie im Zweifel sich in die Taiwanstraße schieben konnte und zwischen die Kontrahenten.
Freilich gestaltet sich die Lage heute etwas anders. Das finanzkräftige Taiwan, die finanzkräftige Republik China mit ihren großen Währungsreserven investiert seit langem nicht nur in Hongkong, sondern auch auf dem Festland in Unternehmen, die ihren Sitz in der Volksrepublik China haben. Auch haben die Wahlen der vergangenen Jahrzehnte unterschiedliche Ergebnisse gebracht. Die Macht der Kuomintang (Guomindang), der Staatspartei Sun Yatsens und Tschiang Kaischeks, ist nicht mehr dieselbe.
Schön dass auch in gute Filme investiert wird und nicht nur in Waffen.

Hsu Feng – Geschichte (in) einer Person

Wie sich die Geschichte Chinas in einer Person abbildet, zeigt das Beispiel der Schauspielerin Feng Hsu bzw. Hsu Feng (Xu Feng) „aus Taiwan“. 1950 wurde sie auf der Insel geboren, ein Jahr, nachdem die letzten Truppen und Republikchinesen vom Festland geflohen waren.
Ihr Vater stammte aus Fujian, einer Küstenprovinz auf dem Festland, ihre Mutter aus der Mandschurei, das heute im Nordosten Chinas liegt, lange Zeit japanisch besetzt war bzw. ein eigener (Marionetten-)Staat unter dem letzten Kaiser Chinas, Pu Yi, mit dem Namen Manschukuo.
Sie war also keine „Taiwanesin“, wie das heute genannt wird. Sie ist Chinesin, wie Millionen anderer, die nach 1945 auf die Insel kamen. Taiwanesen sind im engeren Sinne nur die Ureinwohner.




Platonische Liebe zwischen alt und jung für jung und alt. Der Spielfilm Victoria und Abdul, jetzt im Kino, konnte nach einem Tagebuchfund entstehen

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Eine Liebesgeschichte. Zwischen zwei ungleichen Partnern. Ältere Frau und jüngerer Mann? Eine Inländerin mit einem Ausländer? Eine Weiße mit einem Dunkelhäutigen? Eine Christin mit einem Nichtchristen? Das alles, und noch viel mehr … und die Umgebung findet das alles gar nicht witzig. Doch sie kann es nicht verhindern. Denn die alte weiße Frau, die sich mit dem nichtchristlichen Ausländer einlässt, ist – die Königin von England. Wer einmal in Großbritannien war, kennt vielleicht die Häuser im viktorianischen Stil. Die sind, wie so manches mehr, nach Queen Victoria benannt, der Königin Viktoria, um die es hier im neuen Film „Victoria & A.“ geht, der deutschlandweit am 28. September 2017 in die Kinos kam.

Königin über das größte Weltreich der Geschichte

Victoria, die Siegreiche, die Siegerin, die Erste im größten Weltreich der Weltgeschichte. Das britische Reich, durch die Flotte verwaltet und erreichbar, war einschließlich seiner Kolonien größer als das Weltreich des Mongolenherrschers Dschingis Khan. Britische Könige und Königinnen gab es viele, nicht nach allen sind Möbelstücke, Baustile oder Epochen benannt.

Ein entscheidendes Kriterium, unter anderen Monarchen hervorzustechen und doppelt in die Geschichte einzugehen, ist ein langes Leben respektive eine langen Herrschenszeit.

Die Kangxi-Kaiser von China (sprich Kang-chi mit ‚ch‘ wie ich ‚euch‘), herrschten über ein halbes Jahrhundert. Es geht die Sage, es ist sogar ziemlich genau überliefert, ein chinesischer Kaiser habe nach 60 Jahren abgedankt, weil er nicht länger als sein Vater habe herrschen wollen, dessen Leistung ihm wichtiger schien und dessen Ruhm er deswegen nicht schmälern wollte.
Der Große Kurfürst herrschte 49 Jahre über Brandenburg, der preußische König und Kurfürst von Brandenburg Friedrich II., der alte Fritz, brachte es exakt 100 Jahre später auf 47 Regentschaftsjahre. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden Heerscharen von deutschen Jungs Friedrich oder Wilhelm getauft oder Friedrich Wilhelm.

Königin Viktoria ist so alt und hat so lange geherrscht, dass ihr im Film Worte in den Mund gelegt werden wie: Ich sterbe einfach nicht.

Doch dann lebt die zähe Dame noch einmal auf.

Ausgerechnet ein Turbanträger hat es ihr angetan. Sie sind sich sehr verbunden, es entwickelt sich eine immer tiefere Beziehung zwischeneinander, doch stößt die Verbindung, die keine ist, auf immer stärkeren Widerstand ihrer Bediensteten, Untergebenen und Kinder.

Palastrevolution

Was ein Palastrevolution ist? In „Rebellen vom Liang Schan Moor“, in Japan als Serie verfilmt und sehr erfolgreich, werden die ehrlichen, in Kampfsport bewanderten Kämpfer für das Gute den bestechlichen Adeligen und Ministern gegenübergestellt.
Auf der einen Seite die Guten, die eine hohe Ethik im Hintergrund haben und das beste für ihr Land wollen, auf der anderen Seite der intrigierende Hofstaat, der kurzsichtig ist, auf den eigenen Vorteil bedacht, verwöhnt, egoistisch und skrupellos.
Als Kind schien es mir ziemlich unwahrscheinlich, dass der Kanzler soviel Einfluss haben könnte und den Kaiser so vom Volke isolieren, dass man ihm alles habe vorspiegeln können.
So als ob Erich Honecker ständig nur die Protokollstrecke fährt.

„Victoria & Abdul“ zeichnet diesen Konflikt, der wirklich innerhalb der Mauern des Palasts ausgetragen wird, sehr nachvollziehbar.
Und alles nur wegen dieses Dieners, der aus einer anderen Ecke des Riesenreiches gekommen ist; mit dem Dampfer. Wenn man die Dunkelhäutigen nicht mag, dann soll man sie nicht erobern. Wenn man ihr Land erobert, soll man sich nicht wundern, wenn ihre Einwohner das Mutterland erreichen. Sei es als Diener. Und es ist dann auch nicht ausgeschlossen, dass mal einer Inder in höchste Kreise aufsteigt.
Heute würde man wohl sagen: Ein Pakistani. Doch das war nach der Teilung und die kam nach der Unabhängigkeit Ende der 1940er Jahre. Weder im 19. Jahrhundert noch zu Beginn des 20. war nicht im entferntesten daran zu denken.
1887, als die Geschichte (Story) beginnt, war Gandhi – in der echten Geschichte (History – his story) – noch nicht einmal in Südafrika angekommen. Gandhi, genannt Mahatma, weilte mit Unterbrechung von 1893-1914 in Südafrika.

Ein bisschen erinnert das an einen Witz aus Indien:
Wer ist der mächtigste Mann in einem Dorf? Der Bürgermeister!
Und wer ist noch mächtiger als er? Seine Frau.

Davor hat das engste Umfeld der Königin vielleicht Angst gehabt. Aber vor allem um eigene Pfründe, Macht etc. Ein Mischung aus Neid, Eifersucht – versteckt hinter englischer Höflichkeit, eine Höf-lichkeit, die wohl höflicher als bei Hofe nicht geht.

Ein entzückender, herzlicher Film. Die Selbstbehauptung der Königin ist spannend zu beobachten – die Behauptung der Königin (!), die seit dem 1. Mai 1876 auch noch Kaiserin (von Indien!) wurde (Victoria Regina & Imperatrix). Danach nahm sie übrigens am öffentlichen Leben wieder teil. Etwa 10 Jahre später, 1887 das 50. Thronjubiläum, bei dem sie Abdul kennenlernt. 1897 das 60. Thronjubiläum – da war sie schon die am längsten regierende Monarchin Englands, Schottlands und Großbritanniens. Sie stirbt auf der Isle of Wight (“natürlich“). Sie war am 24. Mai 1819 im Kensington Palace geboren worden.

Geschichte

Königin Victoria war die am längsten amtierende britische Monarchin mit über 63 Jahren und sieben Monaten.
Erst 2015 wurde sie von Queen Elisabeth II. eingeholt (am 9. September).

Sie war verheiratet mit Albert von Sachsen-Coburg und Gotha.
Als dieser 1861 starb, zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück; herrschte aber noch 40 Jahr – bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Seit 1714 im Barock hatte eine Personalunion zwischen Großbritannien und dem Kurfürstentum Lüneburg-Braunschweig, später kurz „Hannover“, bestanden. Hatte der König seinen Sitz in Hannover, herrschte er von dort auch über das britische Weltreich.

Diese Verhältnisse endeten am 20. Juni 1837 mit Viktorias Thronbesteigung. Aufgrund eines Gesetzes, das zwischen Frauen und Männern unterschied. Heute fiele es unter die Gender-Frage.
Das Salische Gesetz schloss Frauen von der Thronfolge aus. Dumm gelaufen. Vielleicht wäre der Erste Weltkrieg ausgefallen oder zumindest nicht so ungünstig für das Deutsche Reich verlaufen, wenn eine direkte Verbindung, nicht bloß eine Verwandtschaft, zwischen „England“ und Hannover als Teil des Deutschen Reiches, bestanden hätte.

Ein ganzes Zeitalter, das „viktorianische Zeitalter“, wurde nach Queen Victoria benannt. Nicht nur dem British Empire, nein auch der Mittelschicht ging es gut bis sehr gut.

Viktoria ist die Ururgroßmutter der jetzigen Königin. Übrigens auch die deren Mannes Philip.

Bei ihrer Geburt hieß die historische Victoria, die zu dem Film „Victoria und Abdul“ gehört, Her Royal Highness Princess Alexandrina Victoria of Kent.

Victoria und Victoria

Nicht zu verwechseln mit Kaiserin Friedrich, der Ehefrau des deutschen Kaisers Friedrich III., der Königin von Preußen. Deutsche Kaiserin und gleichzeitig –
Victoria Adelaide Mary Louisa, Prinzessin von Großbritannien und Irland; sie wurde erst 1840 geboren (da hatte die „Film-Queen“ in realitas bereits den Thron bestiegen). Sie ist die Mutter des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm II. und starb im selben Jahr wie „unsere“ Königin Viktoria, am 5. August 1901 (auf Schloss Friedrichshof in Kronberg).

Die Queen Viktoria aus dem Film starb am 22. Januar.

Kurios: Nimmt man die ersten drei Buchstaben des Namen ihres Mannes (Albert), fügt ein ‚Du‘ hinzu und schüttelt die Buchstaben etwas durch, erhält man ‚Abdul‘.

Filmdaten

Bundesweiter Kinostart: 28. September 2017

112 Minuten. FSK ab 6 Jahren.

Besetzung: Judi Dench, Ali Fazal, Adeel Akhtar, Simon Callow, Michael Gambon, Eddie Izzard, Ruth McCabe, Tim Pigott-Smith, Julian Wadham, Olivia Williams, Fenella Woolgar

Regie: Stephen Frears

Drehbuch: Lee Hall

Inhalt:
Bei den prunkvollen Feierlichkeiten anlässlich ihres 50. Thronjubiläums 1887 lernt die manchmal etwas eigensinnige britische Monarchin Queen Victoria (Judi Dench) den jungen indischen Bediensteten Abdul Karim (Ali Fazal) kennen. Zur Überraschung ihrer Familie und Berater nimmt sie Abdul in ihr Gefolge auf – zunächst als Diener am königlichen Hof…




Maulwürfe unter dem Rasen der Rennbahn – Daniel Craig, Channing Tatum und Hilary Swank in dem Spielfilm „Logan Lucky“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Channing Tatum ist spätestens seit „Magic Mike“ in der 1. Liga, Adam Driver stellte seine Vielfalt an den Wasserfällen von „Paterson“ in New Jersey unter Beweis (Kinostart: 17. November 2016), Doch am frohesten machte mich am neuen Steven-Soderbergh-Streifen, dass Daniel Craig endlich mal eine Rolle bekam, die mir gefiel. Craig überzeugte mich persönlich als Bond in Bolivien nicht. Agent Doppelnull darf und muss töten, das galt auch für Daniel Craig. Doch als Mitarbeiter im Geheimdienst ihrer Majestät der Königin von England stelle ich mir einen eleganten Gentleman mit versteckter Grausamkeit vor. Das Vereinte Königreich von Großbritannien und Nordirland mag voller Marotten seien, hatte das aber eigentlich nicht verdient. Umso mehr gefällt Craig mit blond gefärbtem Bürstenschnitt im Knast. Dass er dort ist, hat in der 118-minütigen Actionkomödie „Logan Lucky“ natürlich seinen Sinn. Allein das Zusammentreffen der Filmbrüder Tatum/Driver mit Craig im Gefängnis ist voller Komik.

Überraschungen und Zufälle

Später überzeugen glaubwürdige Überraschungen – ja, so ist es manchmal im Leben, nichts läuft wie geplant.
Manches ist natürlich auch etwas unglaubwürdig, doch gehen wir ins Kino, um uns den Alltag von Frau Meyer oder Herrn Krause anzuschauen? Sicher nicht.

Als zum Schluss Hilary Swank und Adam Driver zusammen ein Bier trinken und sich schöne Augen machen, riecht es nach einer Fortsetzung.

Die ist mir immer noch lieber als irgendein Remake, zum Beispiel von „Flatliners“. Schlimm genug, dass hervorragende Filme wie die skandinavische Krimitrilogie mit Naomi Rapace nach kurzer Zeit neuverfilmt werden, bloß weil in den USA die Zuschauer nicht daran gewöhnt sind, synchronisierte Filme anzuschauen oder gar untertitelte.

Der Urfilm „Flatliners“ spielte mit der Grenze von Leben und Tod und Elementen den Schreckens. Okay, Filmgeschichte, hat man gesehen, abgehakt. Aber noch einmal?

Dann lieber eine Fortsetzung von dem Klamauk (im positiven Sinne), den Logan-Glück-im-Unglück darstellt.
Dagegen spricht, dass es sich um eine Buchverfilmung handelt.

„Logan Lucky“ spielt in North Carolina und West Virginia

Für den Film spricht, dass die Gegend in den USA, wo er spielt, North Carolina und West Virginia, zu selten im Film gezeigt wird und mal die Ausmerksamkeit in eine andere Richtung lenkt. Kalifornien und immer wieder New York flimmern meist über die Bildschirme und Leinwände, das kann irgendwann auch einseitig werden. Unser Planet ist zu groß, um nur ein paar Ecken zu zeigen.

Viele gute und sehr gute Filme wurden im Fernsehen noch nie gezeigt. Wie wäre es mal mit einer Reihe „Filme von Debra Granik“?
In „Winter’s Bone“ wird auch eine Gegend gezeigt, in der vorwiegend Weiße leben, die unterdurchschnittlich viel verdienen (Südmissouri). Ohne Berlinale hätte es der Spielfilm vielleicht nie nach Deutschland geschafft. Und dass, obwohl Jennifer Lawrence mitspielt, der Mockingjay-Silver-Linings-und-und-Superstar.

Soderbergh, der außer „Magic Mike“ (2012) und „Haywire“ (im selben Jahr) vor allem „Ocean’s Eleven“ ff. drehte (2001, 2004, 2007), passt zu einem gut geplanten Coup. Ein Verbrechen wie ein fast undurchführbarer Raub erfordert Planung. Ein Spielfilm erfordert Planung. Doch außer den Schauspielern ist an einem Film eigentlich alles planbar, zwar nicht vorhersehbar, doch bestimmbar. Wenn das Geld da ist, kann eine Szene beliebig oft gedreht werden, bis zum 27. Take. Zufälle glaubwürdig einzubauen, kann man planen.

Dass trotz eines guten Buches und Drehbuches manches trotzdem unglaubwürdig wirkt – who cares?
Das Leben schrieb viel unglaubwürdigere Geschichten. Einige sind sogar verfilmt worden.

Man kann bei einem Krimi und einer Actionkomödie keinen gesetzestreuen Film erwarten. In jedem Tatort sterben Menschen. So ist das eben heute.

Aber nach „Logan Lucky“ hat man ein beschwingtes Gefühl, schöpft irgendwie Hoffnung, hat gelacht oder wenigstens die Mundwinkel oben gehabt. Das kann man nicht bei jedem Film heute sagen.

Dieser Film ist kein Muss, kein „Captain Fantastic“, aber irgendwas hat man schon verpasst, wenn man nicht da war.

Riley Keough überzeugt als der wilden Brüder Schwester Mellie, die einiges in die Hand nehmen kann.

Katie Holmes ist selbstsicher dabei.

Hilary Swank ist wie immer sehr gut, reicht von der Rolle her (nicht wegen ihres Spiels) nicht an Frances McDormand als Ermittlerin in „Fargo“ heran (1996), aber es gibt einen entfernten Anklang einer Parallele.

Allein der entzückenden Katherine Waterston beim Flirten zuzusehen mit dem Halbtrottel, den Channing Tatum spielt, wäre ein Grund hinzugehen.


Der andere Driver

„Baby Driver“ würde ich wohl insgesamt vorziehen, doch das ist Geschmackssache. Es kommen heute so viele Filme ins Kino, dass man sich schon beeilen muss, sie anzuschauen, bevor sie wieder aus dem Programm geworfen werden.
(Zudem, wenn sie, wie Baby Driver, statt am 31. August zu starten, schon im Juli anlaufen und man urlaubsbedingt Terminprobleme bekommt.)

„Logan Lucky“- Regie: Steven Soderbergh, mit: Channing Tatum, Adam Driver, Daniel Craig, Riley Keough, Katie Holmes, Hilary Swank, Seth MacFarlane, Katherine Waterston u.v.a.

Kinostart: 14. September 2017

FSK ab 12 Jahren.

Unter anderem hier im Kino:

Berlin:
– Cinemax Potsdamer Platz z.B. 17.10 und 20.20 Uhr
– Cinestar Treptower Park und Tegel
– Colosseum, Schönhauser Allee
– Cubix am Alex ab 8. Oktober 2017
– Uci-Kinowelt Gropiuspassagen, Johannisthaler Chaussee 295
– Zoo-Palast

– Babylon, Dresdner Straße, Originalversion (analog)

Bochum:
– Uci Cineworld Ruhrpark

Boizenburg:
– Kino Boizenburg, Reichenstraße 19 (DF)
19.30 Uhr

Borken:
– Cinema

Celle:
– Kammerspiele

Dortmund:
– Cinestar, Steinstraße 44 (DF)

Dresden:
– KIF Kino in der Fabrik, Tharandter Straße 33
– Ufa-Kristallpalast, Sankt-Petersburger Straße 24a

Düsseldorf:
– Metropol
Uci-Kinowelt

Göttingen:
– Cinemaxx, ab 6. Oktober

Kiel:
– Cinemaxx

Ludwigshafen:
– Cinestar

Mannheim:
Cinemax

Neubrandenburg:
– Cinestar, ab 6. Oktober

Oranienburg:
– Filmpalast, Berliner Straße 40, ab 6. Oktober

Recklinghausen:
– Cineworld

Rendsburg
– Schauburg, Schleifmühlenstraße 8

Rietschen:
– Kino-Café

Schleswig:
-Filmtheater Capitol

und viele andere!

(Alle Angaben ohne Gewähr.)

Inhalt (Spoiler)

Die Brüder Jimmy und Clyde Logan werden vom Pech verfolgt. Während der impulsive Jimmy (Channing Tatum) einen Job nach dem nächsten verliert, wird Barkeeper Clyde (Adam Driver), der nur einen Arm hat, oder ist es die Hand?, immer wieder schikaniert. Und dann wären da noch die Geldsorgen. Aber Jimmy hat eine brillante Idee, die den beiden aus der misslichen Lage helfen soll: Ein Raubüberfall im großen Stil! Das prestigeträchtigste und legendärste NASCAR-Rennen der Welt auf dem Charlotte Motor Speedway in Concord, North Carolina bietet scheinbar die perfekten Voraussetzungen für einen cleveren, unterirdischen Raubzug! Die Brüder brauchen unbedingt einen Safeknacker, den berüchtigten platinblonden Safeknacker des Landes: Joe Bang (Daniel Craig) – der sitzt allerdings noch im Gefängnis. Während der Planung des großen Coups tauchen immer neue Hindernisse auf, doch gemeinsam mit ihrer Schwester Mellie (Riley Keough) setzen die beiden Brüder alles daran, ihre lebenslange Pechsträhne endlich zu beenden…