Flirrende Sphärenmusik und Walkürenritt in der Berliner Philharmonie – Sonderkonzert im Rahmen des Berliner Musikfestes

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© Berliner Festspiele

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Immer wieder überrascht der Chefdirigent der Deutschen Oper Berlin, Donald Runnicals, mit extravaganten Stücken. Im Rahmen des Musikfestes Berlin, das vom 2. bis zum 20. September 2016, stattfindet, schwang er in der Berliner Philharmonie wieder einmal brillant den Taktstock vor dem Orchester der Deutschen Oper Berlin für Rued Langgaard (von 1893 bis 1952) „Sphärenmusik“ für Sopran, Orgel, Chor und Orchester und Richard Wagner (von 1813 bis 1883) „Die Walküre“, 1. Aufzug (konzertant). Es handelte sich um eine Veranstaltung der Deutschen Oper Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele.

Solch sensationelle, flirrende Klangschichtungen und Cluster wie die des dänischen Nationalkomponisten der Weltklasse hat man selten gehört – der Titel Sphärenmusik hat nicht zu viel versprochen: Sphärische, harmonische Töne werden ergänzend vom Chor der deutschen Oper gesungen – in Silbenlauten. Der US-Amerikaner Raymond Hughes studierte das Stück bravourös zusammen mit dem Chor ein. Der renommierte, international tätige Chordirektor wird in der Saison 2016/2017 als Chorleiter zahlreiche Repertoire- und Premierenserien an der Deutschen Oper Berlin einstudieren. Der warme Mezzosopran Ronnita Millers geht zu Herzen, unterstützt von dem Solosopran Siobhan Staggs und dem Mezzosopran Abigail Levis. Die Akustik und Architektur der Philharmonie wird miteingebunden: von einem obersten Rang in der Philharmonie erklingen unerwartet Geigen und Gesang, was den Eindruck sphärischer Klänge auch raumakustisch noch einmal verstärkt – wie aus dem Himmel kommend klingen die Töne. Auch die selten zum Einsatz kommende Orgel der Philharmonie erklang. Sie ist seitlich versetzt und versteckt gelegen. Das Werk und seine Präsentation waren sensationell und durch und durch bezaubernd! In der mit großem Orchester, Fernorchester, Orgel, Klavier, Chor und Sopransolo besetzten „Sphärenmusik“ hat Langgaard die atmosphärischen Klangschichtungen Richard Wagners weitergedacht.

So wurde nach der Pause Wagners „Die Walküre“ großartigst dargeboten, mit Peter Seiffert als „Siegmund“, Anja Harteros als Sieglinde und Georg Zeppenfeld als Hunding. Etwa 100 Jahre zuvor hatte Richard Wagner „Die Walküre“ als den zweiten Tag seines Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“ komponiert. In deren erstem Aufzug wird die Erzählung vom Fall der Götter wieder aufgenommen. Das Vorspiel signalisiert Unwetter – Chaos – Menschenjagd. Dem Orchester der Deutschen Oper Berlin – endlich einmal aus dem Orchestergraben entstiegen – auf der Bühne der Philharmonie bei ihrem virtuosen Spiel und Einklang mit Ronald Runnicles zusehen zu können, ist einzigartig! Vor ihnen auf der Bühne singen die drei Opernstars. Im Aufeinandertreffen von Siegmund und Hunding, von Gejagtem und Verfolger, und im Wiedererkennen der Geschwister Siegmund und Sieglinde und ihrer inzestuösen Liebe ereignen sich die Gesetzesbrüche, in die sich Wotan verstrickt und die seine Pläne zur Wahrung und Rettung seiner Macht misslingen lassen.

Es gab tosenden Schlussapplaus für ein unglaublich faszinierendes Konzert.

Dieses Konzert wurde vom Rundfunk Berlin-Brandenburg aufgenommen und wird am 1. Oktober 2016 ab 20.04 Uhr im Kulturradio (UKW 92,4 MHz, Berliner Kabelfrequenz 95,35 MHz) gesendet.

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