Fotoreportage: Sauerbraten für die Zocker – Palazzo entführt mit seinem neuen Berliner Programm zu einem köstlichen Vier-Gänge-Menü in die Welt der Spieler und Gestrandeten

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). „Glücksjäger“ lautet der Titel der neuen Berliner Show des Palazzo. Das gilt auch für die Gäste. Sie dürften wohl schnell fündig werden. Schon dank der witzigen und atemberaubenden Darbietungen der internationalen Artisten. Vor allem aber dank den Künsten von Spitzenkoch Kolja Kleeberg.




Gewürzsalz selber machen.

Gewürzsalz selbst gemacht in den Westfälischen Salzwelten in Bad Sassendorf

Bad Sassendorf, Deutschland (Kulturexpresso). Wer schon immer einmal gutes Gewürzsalz selber machen wollte, der ist beim Gewürzsalzworkshop in den Westfälischen Salzwelten genau richtig. Am Sonntag, den 9. September 2018, gibt es noch einige freie Restplätze für den Workshop von von 14.30 Uhr bis 16 Uhr, bei dem auch Teilnehmer auch Wissenswertes über die Würze des Lebens erfahren und im Anschluss an eine Führung ihr individuelles Gewürzsalz herstellen.

Antworten auf die Fragen wie welche Rolle Salz in unserer Ernährung spielt und welche salzigen Tipps die Arbeit in der Küche vereinfachen oder sich positiv auf die Gesundheit auswirken werden gegeben und Auskunft über den Nutzen des Salzes für den menschlichen Körper erteilt.

Nebenbei gibt es nützliche Tipps zu den verschiedenen Kräutern und Gewürzen – denn nicht nur die richtige Prise Salz spielt für die Gesundheit des Menschen eine wichtige Rolle, auch das richtige Kraut kann bei kleinen körperlichen Beeinträchtigungen Linderung schaffen.

Die Kosten würden sich laut Westfälische Salzwelten auf 12 eure pro Person inklusive Eintritt und Material belaufen. Eine verbindliche Anmeldung ist unter der Telefonnummer 02921 943 34 35 erforderlich, denn die Zahl der Plätze ist begrenzt.




"Original-DDR-Softeis"-Bude auf dem Festival "Berlin lacht!" auf dem Dorothea-Schlegel-Platz vor dem S-, U- und Fernbahnhof Friedrichstraße an der Stadtbahn

Du Weicheis. DDR-Softeis ist ein real existierendes Phänomen

Berlin/ Potsdam, Deutschland (Kulturexpresso). Niemand weiß, wie lange noch. Doch DDR-Softeis gibt es! Diesen Frühling und Sommer kann man es schon monatelang (aus-) probieren. Aller guten Standorte sind mindestens drei. Beeilen muss man sich am Dorothea-Schlegel-Platz am S-, U- und Fernbahnhof Friedrichstraße in Mitte. Die Bude auf dem fast dreieckigen Platz südlich des Bahnhofs steht nur vorübergehend da. Das Festival „Berlin lacht“, das täglich mittels Konzerten und Aufführungen unterhält, dauert nur bis Sonntag, den 22. Juli 2018. Von 11 bis 22 Uhr sind die Buden und Stände höchstens geöffnet, obwohl es Mittwoch abend noch etwas länger ging.

Berlin lacht. am 10. und 20., 21. und 22. 7. 2018
Berlin lacht. © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Aber in Berlin-Mitte gibt es sowieso nur Vanille-Schoko-Eis aus der Maschine mit den zwei Hebeln. Und zwar gemischt. So ist das nun einmal. Das Herz der Herstellung ist eine Ilga-Maschine aus den 80er Jahren, Modell „Freezer“. Aus DDR-Produktion; schon mit Temperaturanzeige (-17 oder -18 Grad Celsius. TK eben (Tiefkühlung)).

DDR-Softeis, noch authentischer in Potsdam

Der zweite Standort soll in der Brandenburger Straße am Brandenburger Tor sein. In Potsdam. Zumindest nicht ewig weg vom Tor, führt die Straße doch nach Westen auf das Tor zu. So die Insiderinformation eines Gastes des Wirtshauses Babelsberg an der Großbeerenstraße unweit des Findlings.

DDR-Softeis: das beste bisher von uns getestete gibt‘s am Potsdamer Kirchsteigfeld

Der dritte Standort dürfte der authentischste sein. An der Kirche am Kirchsteigfeld , einem Ost-Potsdamer Wohnbezirk, gibt es einen Supermarkt, ein paar Geschäfte, Gaststätten und immer mal wieder Stände mit Lebensmitteln.

Häufigster Dauergast ist eine Softeisbude. Hier kommt man gern wieder. Viele Eisschlecker sind Stammgäste. Aber auch Auswärtige werden angezogen. Die Eismaschine stammt aus dem Jahr 1974. DDR-Produktion, versteht sich. Angeblich liegt alles an der Platte.

In Berlin immer Schoko-Vanille, am Kirchsteigfeld die größte Abwechslung

Grund für die große Attraktion und den guten Geschmack ist auch die Abwechslung. Varietas delectat. Abwechslung erfreut, wussten schon die Römer. Hier gibt es an einem Tag Maracuja-Vanille (mit zwei ll), Schoko-Vanille am nächsten, oft Erdbeer-Vanille, man will ja das traditionelle Publikum nicht verschrecken. Dann aber immer wieder neue Sorten. Erdbeer ist ein Klassiker, aber auch Saisonware, die hier immer wieder frisch angefertigt wird.

Ein Höhepunkt am Montag, den 16. Juli: Erdbeer-Sahne! Wow. Wirklich wunderbar.

Womit wir gleich bei dem Thema sind, dass hier immer wieder angeschnitten wird: Warum schmeckt das hier anders als woanders? Ist doch schließlich alles DDR-Softeis, oder? Ja.

Eis = Sie. Je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet

Berlin lacht. Platz am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin-Mitte
Berlin lacht. Fahne von hinten. © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Doch zum einen geht Liebe durch den Magen; und was mit Liebe gekocht wird … Das gilt wohl auch bei Eis. Eis ist rückwärts Sie – und tatsächlich steht fast immer eine Dame hinter der Theke. Hinter der Ausgabe.

„She is as cold as ice“ heißt eine Liedzeile- Im Deutschen stimmt es. Buchstabe für Buchstabe. Sie ist Eis. Von hinten kühl. Die kühle Schulter zeigend?

Zum anderen kann man es mit der Mischung steuern: eher Richtung wässrig, oder eher Richtung sahnig. Von den frischeren und besseren Zutaten einmal abgesehen.

DDR-Softeis – aus zwei mach eins

Bleibt noch die Frage mit den zwei Hebeln. Man möchte ja gern am Hebel sitzen. In der Bude aber muss man stehen.

Da gibt es zwei Hebel. Doch die Sorten kommen durch einen Auslass. Unerbittlich. Pfirsich-Vanille oder Vanille-Pfirsich, das kann man sich aussuchen. Nur Vanille schwerlich. Wie so vieles in der DDR: Wer A sagt, muss auch B sagen.

Ob DDR-Softeismaschinen einer Technikfolgenabschätzung unterzogen wurden?

Die Kundenunzufriedenheit oder das -unverständnis wurden – wie unmenschlich diese DDR doch war!! – nicht vorausgesehen. Da sind doch 2 Hebel! Warum kommt das Eis immer zusammen?

Will die eine Sorte vielleicht nicht alleine bleiben? Oder liegt es an der Einsamkeit der anderen?

Die Frage, warum sich immer zwei Sorten in den Becher ergießen, hat schon zu den unterschiedlichsten Ergüssen geführt.

Zum Beispiel diesen:

„Bei mir kommt nur DDR-Softeis in die Tüte!“

Letztlich läuft es darauf hinaus – im übertragenen Sinne – was bei Selbsthilfetreffen der AA so schön wiederholt wird. Sinngemäß: „Es gibt Dinge, die ich ändern kann. Und es gibt Dinge, die ich nicht ändern kann. Bitte gib‘ mir die Weisheit, die beiden Dinge zu unterscheiden.“

(Für eine genauere Version und den ganzen Hintergrund lohnt es sich, bald im Kino den Film zum Thema AA anzugucken. AA ist eine Abkürzung für die effektive Selbsthilfebewegung der anonymen Alkoholiker.)

Deutschland umsonst. Lesung „Mit Pfand durchs Land“ mit S. Zingler und Bianka Miltz

www.kirchsteigfeld-potsdam.de

„Muttis Erben“ in Potsdam. Lothar Beutin liest im Kirchsteigfeld

Anschriften: 1. Berlin lacht mit Eis: Berlin-Mitte, Dorothea-Schlegel-Platz zwischen Georgenstraße, Neustädtische Kirchstraße, Reichtagufer (an der Spree) und S-, U- und Fernbahnhof Friedrichstraße. Auch Tram M1 und Busse. Fußläufig von Unter den Linden.
2. Potsdam-Stadt, Brandenburger Straße (Fußgängerzone) zwischen Luisenplatz am Brandenburger Tor und Bassinplatz
3. Potsdam-Kirchsteigfeld. Mobile Eisbude, meist vor dem Stadtteilladen im Kirchsteigfeld
Anni-von-Gottberg-Straße 14, 14480 Potsdam
Tram 92 / 96 fast bis Endstation Marie-Juchasz-Straße, Haltestelle Am Hirtengraben. Orientierungspunkt: Kirchturm mit Solarzellen. Eisbude auf dem Platz zu Füßen der Kirche (Nordseite)




Uruguay sehen und leben. Das New Montevideo zeigt alle WM-Spiele im Terrassengarten mit Fontänenblick

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das New Montevideo hat ein Logo aus vier Buchstaben. Ein großes M bietet durch seine Form Platz für die drei Buchstaben, die auf englisch „neu“ bedeuten. Neu-Montevideo ist keine Stadt, sondern ein Restaurant-Café am Viktoria-Luise-Platz. Legendär das „Montevideo“, das 2016 seine Pforten schloss. Am 2. Mai 2017 eröffnete der legitime Nachfolger, das New Montevideo. Neu-Montevideo klingt wahrscheinlich zu altbacken wie Neu-York oder Neu-Amsterdam; außerdem können die Deutschen zwar ‚njuu‘ aussprechen, Ausländer aber nicht selbstverständlich das Wort ‚neu‘.

Das New Montevideo konnte nicht anders, als in große Fußstapfen zu treten. Deshalb nahm man sich viel vor. Deckte den Speisesaal linker Hand vom Eingang in weißes Linnen ein. Das fanden viele Berliner toll, aber es schreckte auch ein klein wenig ab. ‚Wenn das hier alles so gut aussieht, was mag es denn wohl kosten? Reicht das Geld nur, um zu kosten? Bin ich überhaupt gut genug gekleidet?‘ Wunderschöne Bilder auf der Homepage des New Montevideo zeugen noch von dieser jüngsten Vergangenheit. Heute dominieren die Decken aus feinem Leinen den Gastraum nicht mehr, und das ist gut so.

Berliner kleiden sich nicht, sie ziehen sich an. (Fast) jeder so, wie er mag. Die Berliner fühlen sich wohl dabei und ziehen beim Presseball auch schon mal Kleid und Smoking an. Geht man essen, möchte man sich wohlfühlen. Das New Montevideo versteht sich als Familienrestaurant mit guter Küche.

Den Anspruch kann es mit einer Riesen-Kinderecke unterstreichen, mit einer tollen Kinderküche und Platz zum Tollen. Clever gelegen vom Gastraum hofwärts, als doppelte Sicherheit, damit keine Kurzen türmen können. Oder die wenigen Stufen vom Restaurant zum Garten herunterkullern.

Selten eine Gaststätte, wo der Weg zum nächsten gefährlichen Auto so weit ist. Denn die Straße vor dem Vorgarten ist für den Autoverkehr gesperrt. So hat das New Montevideo neben dem Lette-Verein genau genommen zwei Terrassen. Viel Platz. Mehr Kindersicherheit geht kaum. Vielleicht im Wald.

Uruguay und der WM-Fußball in Berlin – Public Viewing

Terrasse am Lette-Verein: Restaurant-Café New Montevideo. © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Uruguay gelangte bei der Herren-Fußball-WM 2018 ins Achtel- und Viertelfinale. Das ist viel mehr als, was die deutsche Mannschaft von sich sagen kann. Und das trotz der Tatsache, dass es nur gut 3einhalb Millionen Uruguayer gibt. Wir haben recherchiert, ob es vielleicht irgendwo ein spezielles Screening gibt: Fehlanzeige.

Wir wollten das Viertelfinalspiel am 6. Juli in der Gegenwart dieses fußballbegeisterten Völkchens verbringen. Doch Uruguay ist nicht Dänemark. Dänemark organisierte im Felleshus ein Public Viewing. Die Botschaft der Republik östlich des Uruguay – der ein Fluss ist – ist zu klein für derartige Veranstaltungen. Die Kulturbrauerei, dem Straßenlärm entrückt und mit einer großen Leinwand, zieht Fans an, auch aus diesem kleinen, fußballbegeisterten südamerikanischen Land. Doch abgesehen von der unzentralen Lage gibt es auch ein paar indirekte Nachteile. Gerade weil viele Fußballfans kommen, ist es so laut, dass man die Ansagen des Kommentators oder die Analysen von Oliver Kahn & Co. nicht verstehen kann. Da sind kleinere Gaststätten wie der Inder neben dem Hinterausgang der Brauerei an der Lychener Straße besser. Dafür gibt es dort fast keine Gleichgesinnten. Die Indische Union ist bekannter für Cricket.

Uruguay und seine Geschichte als Fußballland

Uruguay ist eines der vier Gründungsmitglieder des ältesten Kontinentalverbandes CONMEBOL. Während Mitteleuropa im Krieg versank und an manchen Tagen Zehntausende Männer starben, niedergemäht wurden, gründeten vor 102 Jahren und 3 Tagen am 9. Juli 1916 die Verbände aus Paraguay, Argentinien, Brasilien und dem erwähnten Lande östlich des Flusses die CONMEBOL. Sie trugen dann in die Copa America aus. Alle anderen Kontinentalverbände, die Mitglied der FIFA sind, wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet.

Uruguay ist kein Anfänger, ist man versucht zu sagen. Doch waren sie genau am Anfang da und wurden 1930 und 1950 Fußballweltmeister. Dann gab es eine ruhigere Phase und seit 2000 sind sie wieder da. Als einer der beiden südamerikanischen Vertreter im Viertelfinale besaßen sie wirklich Chancen, hatten allerdings als Gegner den Ex-Weltmeister Frankreich.

WaruM WM-Fußball im New Montevideo?

Fußball Live im Restaurant-Café New Montevideo. © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Ein wichtiges Spiel, das nicht irgendwo geguckt werden wollte. Ein Insider gab uns den Tip mit dem New Montevideo, gleich darauf hinweisend, dass der Name nur ein Name ist. Wir besuchten es an Vortag des Uruguayspiels, haben es getestet und für gut befunden.

So ist zum Beispiel das fußballlose Speisen auch an den Spieltagen möglich. Die Großen Flachbildfernseher zeigen nach außen in den Garten. Bei Regen natürlich nach innen. Wer drinnen sitzt oder auf der weitläufigen Terrasse mit Blick auf die Fontäne, wird unbehelligt bleiben.

Außerdem ist die WM Mitte des Monats Juli vorbei.

WM-Karte im New Montevideo

Zur Wahl steht eine ganze Palette von Speisen, angefangen bei einem Gemüsespieß mit Grillkäse und Kräuterdip für 7,30 Euro über Spargelpasta für 11,90 Euro bis hin zu einer Reihe nichtvegetarischer WM-Specials für Preise zwischen 7,90 und 15,90 Euro.

Eine eigene WM-Karte hat nicht jeder, auch in der besseren Gastronomie nicht.
(In der Trattoria a’Muntagnola in der nahen Fuggerstraße zeigen sie noch nicht einmal Fußball. Pfui!)

Der Nachtisch kostet nur 4,90 Euro. Limonenparfait. Alternativ bietet man mir ein Mandelparfait an, das ich dankend ablehne. Wenn, dann wollte ich doch schon aus gegebenem Anlass das Dessert der WM-Karte probieren und ein Essen ohne Nachtisch ist kein richtiges Essen, oder?

Zudem man sich doch in so einem innen und außen edlen Ambiente befindet.

Der Service war übrigens auszeichnet. Die Bedienungen sämtlich ausnehmend höflich und beinahe verbindlich. Das vermittelt ein gutes Gefühl. Man fühlt sich wahlweise wie zuhause oder so, als ob einem der rote Teppich ausgerollt würde. Aber unauffällig. So soll es sein.

Suberbe Pfifferlingskarte

Sommer, Sonne, Ausflugsziel für Fahrräder: Fontäne am Viktoria-Luise-Platz. Rechts ein Sonnenschirm auf der Terrasse des New Montevideo. © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Beim Essen entscheide ich mich saisongemäß und auf Empfehlung für die Pfifferlinge. Sie sind viel mehr wert, als man allgemein denkt. Allerdings wird der Ausdruck langsam obsolet, da der Pfennig auf den Heller folgt. Der Heller überlebt in unserer Sprache außer bei Münzsammlern nur durch das Sprichwort „Wer den Heller nicht ehrt, …“

Die Pfifferlinge auf dem Teller sind eine Menge wert, nicht nur wegen des gesunden Eiweißes. Im New Montevideo werden sie in vielen Variationen dargeboten, preiswert mit Blaubeeren für Vegetarier oder entsprechend teure mit allerlei frei wählbaren Beilagen. Lecker.

Dauerhafte Vorteile im New Montevideo

Frische und gute Produkte werden verwendet, zum Beispiel Frischmilch für die Kaffeespezialitäten und ausschließlich Bio-Eier.

Man kann lange frühstücken. Von 9-15 Uhr, samstags, sonn- und feiertags bis 16 Uhr. Das ist auch ideal für Berlinbesucher oder all die, die sich am langen Wochenende mal einen Tapetenwechsel im Hotel gönnen. Von vielen Unterkünften im Hotelviertel und am Wittenbergplatz, wo das KaDeWe steht, ist der Vicky für Geübte fußläufig zu erreichen. Auch vom neuen Hotel Riu Plaza, das oberhalb der Kreuzung Lietzenburger/ Martin-Luther-Straße/ An der Urania thront (ehemals Philips).

Erstaunlich, aber wahr: Vieles wird selber hergestellt: Marmeladen und Nudeln zum Beispiel. Die Nudeln kann man sogar für zuhause kaufen.

NEWMONTEVIDEO – Geheimer Code geknackt!

Man konnte sich natürlich schon fragen, warum das New Montevideo so heißt.

Das Video-Geheimnis

Video bedeutet „Ich sehe“. Wir Deutschen betonen es gern auf der ersten Silbe. In dem Wort Montevideo wird das letzte „e“ betont. Montevideo ist die Hauptstadt Uruguays und wurde Weihnachten 1726 gegründet, im Barock, als Friedrich Wilhelm I. König in Preußen war – in Personalunion brandenburgischer Kurfürst – und unter anderem in Berlin residierte. Der erste König in Preußen, der 1705 Charlottenburg gegründet hatte, war bereits tot, Friedrich der Große trat 1740 an.

Montevideo ist auch die Primatstadt Uruguays, vorher wohnten die Ureinwohner dort und von einer „Stadt“ in unserem Sinne war nichts zu sehen, genausowenig von einem „Staat“ Uruguay. Das Wort „Arbeit“ war unbekannt, auch wenn natürlich gearbeitet wurde.

„Monte“ bedeutet in drei Sprachen „Berg“ – italienisch, spanisch, portugiesisch . Video heißt auf nur latein „ich sehe“.

„Montevideo“ ist in Holland der Name für einen künstlichen Berg mit Aussicht. Das Rotterdamer Hochhaus ist etwa 150 Meter hoch – gute Aussichten – und das zweithöchste Wohnhaus der Niederlande.

Das Haus hat eine Fahne (Ein Haus mit Fahne) – M

Sommerfontäne an einem Platz in Schöneberg.
Speisekarte des Restaurant-Cafés New Montevideo mit Platz-Panorama. © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Das Symbol ist ein großes „M“, das als 8 mal 8 = 64 Quadratmeter große Wetterfahne auf dem Dach thront. Ähnlich wie an der Kantstraße Ecke Fasanenstraße das von der Stadtbahn aus sichtbare Riesensegel mit drei Etagen.

Im New Montevideo prangt das große „M“ auf der Speisekarte. Etwas verloren gruppieren sich die drei neuen Buchstaben N, E und W dazwischen.

Man hätte das neue Restaurant nicht Buenos Aires, VICKY oder Fontänenblick nennen dürfen. Auch Santiago de Chile, Malwinen oder Fontainebleau, nach der Stadt südlich Paris mit dem guten Wasser (fontaine belle eau), kamen nicht infrage. Montevideo musste es irgendwie schon sein. New liegt nahe, doch wäre auch ein spanisches Wort infrage gekommen.

Die Lösung

Letztlich fiel die Entscheidung dafür, weil man alle vier Jahre hier ein großes Fest feiern wollte und die ganze Welt dazu einladen. Der Lösung des Rätsels kommt man näher, wenn man die Leerstelle zwischen den Wörtern New Montevideo weglässt. NewMontevideo ist ungültig, in Großbuchstaben ergibt sich NEWMONTEVIDEO.

Nun braucht man nur noch genau hinzusehen, um eine haushohe Überraschung zu erleben. Was sage ich, eine berghohe. Video WM. Wer noch?

Das NEW MONTEVIDEO gehört zu den ganz wenigen deutschen Restaurants, die die WM (Weltmeisterschaft) im Namen führen. Weltmeisterlich. Meisterhaft!

Für mich ist das NEWMONTEVIDEO so das ultimative WM-Restaurant.

Von mir aus auch für Basket-und Volleyball.

+ NEWMONTEVIDEO

 

Die Russen sind schuld! Wenn Deutschlands Fußball-Herren ausscheiden, sind fast alle Deutschen betroffen

Endspurt der italienischen 72 Stunden. 7 von 52 Berliner Orten für authentisches Essen – ein Sonntagsausflug!




Das Rusty im Berliner Reuterquartier.

Fotoreportage: Knuspriges Risotto im „Rusty“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Hier kocht der Chef noch persönlich, so verspricht es auch die Website. Nur an diesem Abend nicht. Fabrizio Cervellieri, Koch und neuerdings Inhaber des „Rusty“ in Berlin-Neukölln, hat es kurzfristig in die italienische Heimat verschlagen. Geschenkt, das junge Team, unter anderem Sous-Chef Brett Cocking, schlägt sich auch ohne den Patron recht tapfer. Sehen Sie selbst!

Mehr Text zu den Bildern im Beitrag Knuspriges Risotto – Das „Rusty“ bietet gehobene Küche in lässiger Atmosphäre von Fritz Hermann Köser im KULTUREXPRESSO.




Das Rusty im Berliner Reuterquartier.

Knuspriges Risotto – Das „Rusty“ bietet gehobene Küche in lässiger Atmosphäre

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Hier kocht der Chef noch persönlich, so verspricht es auch die Website. Nur an diesem Abend nicht. Fabrizio Cervellieri, Koch und neuerdings Inhaber des „Rusty“ in Berlin-Neukölln, hat es kurzfristig in die italienische Heimat verschlagen. Geschenkt, das junge Team, unter anderem Sous-Chef Brett Cocking, schlägt sich auch ohne den Patron recht tapfer. Am Herd wie beim Service. Ein Mitarbeiter, flink, freundlich und aufmerksam, kredenzt zunächst eine lauwarme Blumenkohlsuppe. Das blanchierte Gemüse wurde dazu in Sahne eingekocht. Das gleiche Gemüse, knusprig geröstet, sowie Senfsaat sorgen für eine interessante Textur. Dennoch wurde etwas gegeizt, nämlich an Gewürz im Allgemeinen und an Salz im Besonderen.

So auch bei dem gebratenen Zander. Der wurde als zweiter Gang von Kürbisrisotto und glasiertem Chicorée begleitet. Beim dazugehörigen Hummer-Bisque-Schaum harmoniert das Krustentier vortrefflich mit den weiteren Zutaten, unter anderem dem Sud aus Knoblauch, Schalotten, Weißwein und Safran. Formvollendet. Das Gemüse, bissfest und nur ganz leicht bitter, entspricht ebenfalls ganz den Erwartungen. Ebenso wie der auf den Punkt gegarte Fisch, bei dem eigentlich, wie bereits angedeutet, nur eine Prise Salz fehlte. Das Reis im sonst sehr schmackhaften Risotto war eine Winzigkeit zu weich geraten, der sauer eingelegte Kürbis glich das mit seiner interessanten Note aber wieder aus. Kürbiskerne sorgen für einen entsprechenden „Crunch“. Knuspriges Risotto, das geht.

Und knusprig geht es auch beim nächsten, recht deftigen Gericht zu. Dafür sorgen die Paprikachips, die statt zu Bier und Fußball-WM zu einer Ochsenbacke gereicht werden. Sie zieren jedenfalls die Beilage, Kartoffelstampf mit Stückchen, zubereitet mit Milch und Schalottencreme. Das geschmorte Fleisch zerfällt fast auf der Gabel, so weich, so zart ist es geraten. Eine Brühe aus geschmorten und getrockneten Pilzen, unter anderem Champignons und Shitake, macht das Ganze angenehm saftig und zudem pikant.

Da ist für den Nachtisch kaum noch Platz. Zu allem Überfluss liegt tatsächlich ein Brownie auf dem Teller, jenes fudgig-schokoladige, wenig magenschonende Bleigewicht. Aus den USA eingeschleppt wie einst der Ochsenfrosch und ähnlich aufregend wie manch andere der üblichen Dessertkarten-Verdächtigen, etwa Lava Cake, Mousse au Chocolat oder Creme Brulée. Hier ist er aber gelungen, leicht, locker, luftig. Und nicht zu süß, so wie auch das köstliche Tonkabohnen-Eis, das mit Kaffee, Kardamom, Sahne und Vanille verfeinert wurde.

Neben dem Geschmacksinn wird auch das Gehör verwöhnt, mit David Bowie, dessen Hits in erträglicher Lautstärke aus den Boxen schallen. Gehobene Küche, knapp vor dem „Fine Dining“, in lässiger Atmosphäre, das ist das Ziel. Entsprechend das Interieur, schnörkellos und schlicht. Eine offene Küche, ein langer Tresen, einige Holztische. Das Rustys ist eigentlich ein typisches Kiezlokal, nur etwas gediegener. Der Raum im dem Eckgebäude blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück: Steakhaus, Technoklub, Burgerbude, Bordell. Vielleicht hält das neue Konzept etwas länger durch. Darauf einen Drink, einen Gin-Tonic mit Kold-Brew-Kaffee, Rosmarin und Limette. Der Aperitif, frisch, mit einer herben Note und reichlich Coffein. „Der heißeste Scheiss im Glas“, verspricht der Barkeeper. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.

Fotoreportage

Mehr Bilder zum Beitrag in der Fotoreportage: Knuspriges Risotto im „Rusty“ von Fritz Hermann Köser.

Rusty

Sanderstraße 17, 12047 Berlin, Telefon: +49 30 23 93 9663, E-Mail: kontakt@rusty-rusty.de, Web: rusty-rusty.de

Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 18 bis 22:30 Uhr (Küchenschluss).




Kuddelmuddel oder Südosteuropäische Küche zum südosteuropäischen Kino – SEEFF präsentiert SEESFM

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). South East European Film Festival (SEEFF) nennt sich das Festival für südosteuropäisches Kino, das dieses Jahr zum dritten Mal in Berlin stattfindet und zwar vor allem im Kino Babylon(Mitte), doch auch in der Botschaft von Rumänien in der Bundesrepublik Deutschland und der Berliner Humboldt-Universität.

16 Filme werden gezeigt, die mehr oder weniger aus Rumänien, Bosnien und Herzegowina, Albanien, Bulgarien, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Moldau, Montenegro, Serbien, Slowenien, Ungarn, Türkei und Zypern kommen und vom 24. bis 27. Mai 2018 in Berlin zu sehen sein werden.

Die Veranstalter von der Berliner Movie Members GmbH weisen mit Pressemitteilung vom 9.5.2018 darauf hin, dass beim SEEFF der SEESFM, der South East European Street Food Market nicht fehlen darf und preisen ihn wie folgt an: „Köstlicher rumänischer Mămăligă, gefüllte Auberginen aus Albanien, typisch bulgarischer Wein oder echtes ungarisches Gulasch – das SEEFF #3 bietet neben exotischen Filmen auch die passenden kulinarischen Genüsse und Getränke aus den Ländern Südosteuropas.“

Alles durcheinander zur gleichen Zeit. Wer`s mag und neben Küche Kino, der ist bei dieser angeblich „einzigartigen Varietät an südosteuropäischer Filmkunst und einer nicht minder vielfältigen Küche“ offensichtlich gut aufgehoben. Küche zum Kino gibt es aber nur am Freitag, den 25. Mai 2018, von 15 Uhr bis 18 Uhr vor dem Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin.

Kulturexpesso berichtete über Streetfood …

Marktplatz Streetfood ist=? Internationale Grüne Woche, Halle 12: Von Aal bis Öl, von Schlagsahne bis Sticks

und mehrfach über das SEEF-Festival 2017:

Nur das Beste. Das SEEFF eröffnete mit dem Siegerfilm des Vorjahres und zeigt je einen Film pro Land

Feste Blicke zum Fest. P. Fredo, der Fotograf vom Rio Grande, schaut zum SEEFF auf Südosteuropäer in Berlin

Fünfbuchstaben-Film-Festival fasst Fuß. Wer kann beim Südosteuropafest SEEFF gewinnen?




Pizza Napoletana im Ristorante Malafemmena in Berlin.

Pizza, Parmigiana und Prügel

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Vorne, in der offenen Küche, setzt es kräftig Prügel. Doch niemand schreitet ein. Handelt es sich bei dem Opfer doch nicht um einen renitenten Mitarbeiter, sondern lediglich um bloßen Teig. Flinke Hände kneten, massieren und, ja, schlagen den Fladen anschließend. Das bedarf reichlich Geschick und einer gewissen Fingerfertigkeit. Doch nur so wandert die Luft in den Cornicione genannten Rand mit den spezifischen Blasen, die nach dem Aufenthalt im Ofen entstehen.

Pizza Napoletana im Ristorante Malafemmena in Berlin.
© 2018, Foto: Fritz Hermann Köser

Zuvor hat der Teig 48 Stunden geruht, erklärt Emmanuele Cirillo, sonst wird er knusprig oder gar hart. Schließlich will der Inhaber des „Malafemmena“ in Berlin-Schöneberg original neapolitanische Pizza kredenzen „und keine Flammkuchen“. Mit dem typischen hauchdünnen, aber zugleich weichen Boden, und dem üppigen Rand, innen soft, und nur die Hülle ganz außen leicht kross.

Nicht von ungefähr ist sein Lokal Mitglied der Associazione Verace Pizza Napoletana, nicht von ungefähr wurde die Kunst der neapolitanischen Pizza-Zubereitung Unesco-Weltkulturerbe. Emmanuele, der selber öfters am Ofen steht, ist waschechter Neapolitaner, und auch seine Zutaten stammen aus der Region Kampanien, vor allem aus Neapel und der unmittelbaren Umgebung. Die Atmosphäre von dort scheint er ebenfalls mitgebracht zu haben. Lebhaft-lautstark-süditalienisch geht es im dem großen, stets gut besuchten Restaurant her, das auch in Berlin lebende Italiener gerne aufsuchen.

Pizza Napoletana im Ristorante Malafemmena in Berlin.
© 2018, Foto: Fritz Hermann Köser

Geschickt balancieren die Kellner die Fladen zwischen den Tischen umher, servieren alsbald zwei Pizzen, eine „Salsiccia e friarelli“, also mit Wurst und Broccoli, sowie die „Piennolo“. Letztere ganz klassisch, mit Basilikum, Fior di Latte Mozzarella und Olivenöl „Extra Vergine“. Hauptzutat sind die kräftig-roten Piennolo-Tomaten. Wegen ihrer spitzen Form erinnern sie entfernt an Zitronen, sie wachsen ausschließlich an den Hängen des Vesuv, dort ist der Boden besonders fruchtbar. Für den Teig wurde hochwertiges „Caputo“-Mehl verwendet, aus Neapel. Der Mozzarella stammt ebenfalls von Kühen aus der Umgebung. Zuvor gab es Antipasti, unter anderem Parmigiana di Melanzane, einen Auflauf aus Auberginen mit etwas Käse. So köstlich wie die Pizza, und fast noch sättigender. Das Delizia al limone, ein Dessert aus Biskuit und Zitronencreme, geriet ebenso reichhaltig. Darauf einen Absacker. Natürlich einen Limoncello, der berühmte italienische Zitronenlikör.

Fotoreportage

Mehr Bilder zum Beitrag in der Fotoreportage: Pizza Napoletana im Ristorante Malafemmena in Berlin von Fritz Hermann Köser im KULTUREXPRESSO.

Ristorante Malafemmena

Hauptstraße 85, 12159 Berlin-Friedenau, Telefon: 030 84 18 31 82, Web: malafemmena.restaurant, Facebook: https://www.facebook.com/Malafemmena.ristorante/

Öffnungszeiten: von Montag bis Freitag in der Zeit von 11.30 Uhr bis 23 Uhr, sonnabends und sonntags von 11.30 Uhr bis 24 Uhr.




Pizza Napoletana im Ristorante Malafemmena in Berlin.

Fotoreportage: Pizza Napoletana im Ristorante Malafemmena in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Im Berliner Ristorante Malafemmena wird Pizza Napoletana serviert und noch viel mehr super Speisen und tolle Getränke.

Mehr Text im Beitrag Pizza, Parmigiana und Prügel von Fritz Hermann Köser im KULTUREXPRESSO.




IGW 2018: Produkte aus griechischer Herstellung: Kapern, Oliven und Olivenöl

Gut für Gaumen und Gesundheit – Griechisches Olivenöl als Jungbrunnen im Frühling

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Langsam trudelt der Frühling ein. Es gab sogar schon das erste Gewitter. Wir wissen ja: Der April macht, was er will. Nachts ist es oft noch frisch, dafür gibt es tagsüber zweistellige Temperaturen und Sonnenschein. Müde kriechen viele aus ihren Löchern und zeigen der Frühlingssonne ihr fahles Antlitz. Halb lahm und etwas steif geraten die ersten Spaziergänge noch recht kurz. Was jetzt helfen würde, wäre eine Kur mit frischem Obst. Doch noch blühen nur die Krokusse, weder Apfel- noch Kirschbäume. Und bis die ersten Erdbeeren geerntet werden können, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Was tun?

Zum Glück gibt es da einen Gesundbrunnen, der das ganze Jahr über verfügbar ist. Olivenöl. Da geht es zum einen um die Qualität verbunden mit der Herkunft, zum anderen um den Geschmack. Da kann ein Öl noch so vergine oder virgin oder extra sein, wenn es nicht schmeckt, wird man es nicht benutzen. Wir haben auf der Grünen Woche mal ein paar Oliven und aus ihnen gepresste Öle probiert. Dabei sind wir auf eines gestoßen, dass vom Geschmack her für uns stimmte und sonst in jeder Hinsicht hervorragend: Das Olivenöl Morea. Bei der Qualität sticht auf Nachfrage bei Unternehmer Frank van Gaalen hervor, das hier deutsche Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Unternehmenskultur mit griechischer Natürlichkeit, Sonne und Erfahrung zusammengehen.

Wo ist Mani?

Den Ort Mani gibt es auf der Welt nicht nur einmal. Bei den zwei einfachen Silben nicht verwunderlich. Mani ist ein Dorf und die dazugehörige archäologische Fundstätte in Yucatán in Mexiko, aber es gibt auch Orte in Südamerika und Afrika, die genauso heißen.

Hier ist der Landstrich im Süden der griechischen Halbinsel Peloponnes gemeint.
Beim Blick auf die Landkarte Griechenlands fallen ohne Beschriftung zwei Orte auf, die mit drei Halbinseln fingerförmig nach Süden zeigen. Beides sind große Halbinseln.Im Norden Chalkidiki mit Kassandra und Athos, Namen, die beide große Bedeutung tragen. Wer kennt nicht Christa Wolf, den Berg Athos und die Mönchsrepublik?

Eine Halbinsel auf einer Halbinsel, die die Geschichtsbücher füllt

Im Süden oder links unten auf der Karte liegt die Halbinsel Peloponnes. Sie ist deutlicher von Wasser umgeben. Größer als Chalkidiki und nicht so in der Ägäis versteckt, sondern – im Uhrzeigersinn – zwischen dem Stiefel Italiens, Kreta und Sizilien. Nur eine kleine Landbrücke, der weltbekannte Isthmus von Korinth, verbindet die Peloponnes mit dem griechischen Festland.

Sparta und Olympia finden sich auf der Peloponnes. Olympioniken und spartanisch sind also Wörter, die von hier stammen. Marathon dagegen ist auf der anderen Seite Athens auf dem Festland. Ungefähr 40 Kilometer von der Hauptstadt, doch das wissen wir ja. Lag doch das „Ziel“ des angeblich ersten Marathonlaufs in Athen.

Die Peloponnes endet also unten im Süden in drei kleineren Halbinseln, die mittlere davon heißt Mani. Auf dem Flyer von Morea lernen wir folgendes. „Die Mani ist eines der ältesten Olivenanbaugebiete Europas.“ Was die Müller unter Morea-Charakter verstehen? „Wir verwenden ausschließlich Koroneiki-Oliven, die im Umkreis von 20 km zu unserer Mühle geerntet werden.“ Das ist gut. Wenn in Norddeutschland schon keine Olivenbäume wachsen, sollen wenigstens keine großen Entfernungen zwischen dem Wuchsort und der Olmühle liegen. Regional als Grundsatz. „Zur Pressung haben wir eine der letzten traditionellen Steinmühlen so modernisiert, dass die ‚Seele‘ des klassischen Mani-Geschmacks erhalten bleibt. Mit großer Leidenschaft stellen wir ein Gourmetöl mit dieser unverwechselbaren Note her.“

Wer die Wahl hat … – Bio oder nicht?

Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin am Stand von Morea-Olivenöl
Frank van Gaalen, Chef guten Olivenöls, auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. © 2018, BU/ Foto: Andreas Hagemoser
Wo „Bio“ draufsteht, ist auch Bio drin. Wir zitieren weiter: „Das Morea-Olivenöl nativ extra ist unser Hauptöl“. Aus der Flasche und den Fläschchen – es gibt drei Größen – steht ‚extra vergine‘. „Morea-Olivenöl schmeckt leicht pfeffrig, ist grün und hat eine feine Bitternote – nicht zu scharf im Abgang und geeignet für alle Ölkenner, die ein eher mildes fruchtiges Öl lieben.“ Das lasse ich einfach mal so stehen. „Es ist eine wunderbare Basis für eine gesunde und mediterrane Küche“.

In Griechenland werden jährlich um die 14 Liter Öl konsumiert, die Deutschen vertilgen nur 0,9 Liter im Schnitt, wie der „Stern“ kürzlich meldete. Manchmal haben auch die Deutschen noch etwas aufzuholen.

Wer in punkto Gesundheit und Qualität auf das Gute oder sehr Gute noch etwas drauflegen will, hat dazu die Chance. „Unser biologisches Olivenöl wird ausschließlich aus eigenen Oliven und denen von vier weiteren Biobauern hergestellt.“ Klingt gut, und: Um biologisches Olivenöl zu produzieren, müssen sich dieses Olivenbauern jährlich zertifizieren lassen. Die Morea-Leute schrieben weiter: „Für uns ist das Bioöl so etwas wie ein klassifizierter Lagenwein für den Winzer: Gleiche Früchte, aus der gleichen Gegend, aber doch aus ganz speziellen Kleinlagen und somit von individueller Qualität.“ Sie schließen an dieser Stelle: „Was zählt, ist der persönliche Geschmack.“
Wenn die Herstellunsgbedingungen abgeklopft sind, dann kann man sich gern nach persönlichen Vorlieben entscheiden.

Oliven kapern okay – Früchte und Blütenknospen aus der Halbinsel der Piratennester

Nicht alles kommt in die Presse. Einige Früchte gleiten auch gleich ganz ins Glas. Ausgereifte Kalamata-Oliven werden etwa zwei Monate in Meersalzwasser eingelegt und entbittert. Kalamata ist eine Stadt. Die Mani beginnt südlich Kalamatas und endet an der Spitze des Mittelfingers, dem Kap Tenaro. So machen die das also mit den ganzen Oliven bei Morea. Also nicht in Meerwasser und nicht einfach nur in Salzwasser, das mit billigem Salz aus dem Supermarkt gelöst wurde, das man besser im Winter zum Streuen verwendet. Sondern in Wasser mit Meersalz.
Dann gibt es noch die kleinen Grünen, gequetschte. Sie werden traditionell mit einem Holz gecshlagen, um den Entbitterungsprozess ins Gang zu bringen. Eingelegt in natives Olivenöl mit Zitronenschale und Oregano.

Wenn man das Flüssigfett schon hat, kann man auch folgendes anbieten: Kapern in Olivenöl. Kurz bevor sie aufblühen werden sie gepflückt und in Meersalz konserviert. Nach einer „ausgiebigen“ Wässerung tauchen sie ins Morea-Olivenöl ein.

Griechisches Olivenöl mit Zitrone, Orange und Ingwer

Wem einfach nur Öl trotz bio auf die Dauer nicht lecker genug oder zu langweilig ist, kann auch zu Fruchtölen greifen. Mit Moreaetikett gibt es „einzigartige“ Fruchtöle in zwei Größen, wobei die Oliven gemeinsam mit Zitronen, Orangen oder Ingwerwurzeln in der Steinmühle zu einer Maische verarbeitet werden.

Mani brachte eigenes hervor

Ein über 2000 Meter hohes Gebirge, das die weit nach Süden reichende Halbinsel Mani vom Rest der großen Halbinsel fast isoliert, hielt Eroberer fern. Stattdessen stritten sich die Einwohner jahrzehntelang untereinander. In der Architektur hat das teils Spuren hinterlassen, so in den Türmen in kleinen Dörfern. Recht wehrartig sehen die Wohntürme der Turmhäuser aus, die teilweise pro Seite zwei Zinnen zu haben scheinen.

Man hatte seinen eigenen Kopf und seine eigene Meinung und ließ sich diese nicht nehmen. Das Christentum fasste hier später Fuß als in Armenien oder anderen Teilen Griechenlands.

Dazu passen die Öle und Oliven von dort, von der Sonne verwöhnt und ein ganz eigenes Gewächs.

Grüne Woche – leckeres Treffen interessanter Angebote aus aller Welt

Berlin ist eine Reise wert: Wer nächstes Jahr die deutsche Hauptstadt besuchen wird, wird in der zweiten Januarhälfte auf die Internationale Grüne Woche (IGW) gehen können, die nur die besten Anbieter präsentiert. Auf der IGW 2019 werden wieder interessante Angebote aus der ganzen Welt des Kulinarischen präsentiert; einschließlich lehrreichen Infostände der Bundesländer und Ministerien für Erwachsene und Kinder. Morea-Olivenöl wird nach dem Erfolg der Erstteilnahme 2018 aller Voraussicht nach kurz nach Drei Könige wieder dabei sein.

Ein bisschen Geographie

Die Halbinsel Peloponnes ins 21.549 Quadratkilometer groß und damit größer als Hessen (21.114 Quadratkilometer).

Die Mani als ihr Teil ist viel kleiner, sie hat aber mit Areopoli (an der Westküste) einen eigenen Hauptort. Die Mani mit einem Mittelfinger zu vergleichen, passt aus mehreren Gründen. Piraten fanden hier Zuflucht und die Rebellion, die Griechenland von der 400jährigen Besetzung durch das Osmanische Reich befreien sollte, nahm wohl hier ihren Ausgang.
Vor allem ist ein Mittelfinger der längste.
Auch wenn es bei einem flüchtigen Blick auf die Karte so aussieht, als sei ein anderes Halbinselchen länger, da die Insel Kapsali dem östlichen (rechten) Finger vorgelagert ist.

Dadurch gibt es Erstaunliches zu berichten: Das Kap am Südende der Mani liegt südlicher als Tunis.

Der südlichste Punkt auf dem europäischen Festland ist Tarifa in Südspanien.

Der zweitsüdlichste Punkt Europas – Inseln wie Kreta und Gavdos ausgenommen – ist das Kap Tenaro (oder Kap Matapan) auf Mani.