Henry Werner reißt den Fußball in Berlin an – Annotation zum Buch „Fußball in Berlin“

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© Elsengold

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Titel lässt Großes vermuten, leider bestätigt sich diese Vermutung beim Lesen nicht. Sehr gehetzt, werden alle möglichen Vereine und Ereignisse angerissen, ohne auch nur einmal komplexe Zusammenhänge einigermaßen lesbar zu beschreiben. Es gibt keinen vernünftigen Anhang, man erfährt nirgends woher der Autor seine Informationen hat (bzw., die Autoren, da ohne erkennbare Einordnung zwei weitere Herren als Textgeber genannt werden). Texte und Zeitlinien enden abrupt, so erfahren wir als letzte Info zum BFC Dynamo auf Seite 162: „Mit dem Insolvenzverfahren musste sich Dynamo im November 2001 aus dem Spielbetrieb zurückziehen.“

Der Statistikteil ist selbst mit Lupe nicht zu entziffern, in seiner stattlichen Aufmachung wirkt das viel zu schwere Buch wie ein schweres Präsent Marke Jubelperser für verdiente Fußballbonzen, denen man einen ordentlichen Wackerstein in die Schrankwand wuchten will, um ihre Verdienste damit aufzupeppen. Der Preis des Buches steht in keinem Verhältnis zum dürftigen Inhalt, die grafische Gestaltung, insbesondere der Statistikteil, lässt sehr zu wünschen übrig, das geht eindeutig besser. Warum der Berliner Fußball-Verband keinen fähigen Sporthistoriker herangezogen hat, weiß nur der BFV selbst. Der Verfasser arbeitet in der PR-Abteilung „eines internationalen Unternehmens“. Das merkt man dem leblosen Klumpen Buch an. Doch wollen wir mal nicht so hart den Stab brechen, immerhin sind einige sehr schöne Fotos und die wunderbare Berliner Fußballroute zu bewundern.

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Henry Werner, Fußball in Berlin, Spieler – Vereine – Emotionen 1880 bis heute, 176 Seiten, ca. 120 Abbildungen, Elsengold Verlag, Berlin, Mai 2016, ISBN: 3-944-59446-0, Preise: 29,95 Euro (D), 30,80 Euro (A), 40,90 CHF

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1 KOMMENTAR

  1. Hallo Frank, sauer, selbst nicht zitiert oder zum Zuge gekommen zu sein? Unrecht hast Du allerdings kaum, denn dem Henry Werner ist zu viel daneben gegangen. Viel zu viel, wie ich aus meinem Union-Beritt nach nur oberflächlichem Lesen leider weiß. Du aber verfasst ein einzig Nörgelpost, das aus meiner Sicht darauf schließen lässt, dass Dir selbst die kleinste Gegenrecherche oder mindestens die Abbildung derer zu viel Arbeit gewesen wäre. Das bissl berechtigte BFC-Kritik und Schriftgöße-Bemängelie stellt Dich nun auch nicht gerade in ein helles Licht. Schade, denn ich suchte hier im Netze vernünftige Einschätzungen des Buches über herumkopierte Verlagstexte hinaus. – Gruß Gerald

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