Jan Costin Wagner schickt uns in die Wüste des Leids – Annotation zum Roman „Sakari lernt, durch Wände zu gehen“

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Jan Costin Wagner
Jan Costin Wagner: Sakari lernt, durch Wände zu gehen. © Galiani Verlag

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein nackter junger Mann steht mit einem Messer in der Hand in einem Brunnen. Er ist auf dem Weg zu den Engeln, der Erlösung, einem Platz außerhalb unseres Wissens. Und ist für alle anderen Protagonisten auf seinem Weg nicht mehr unerreichbar. Als sich ein Polizist beim Einsatz gegen den zukünftigen Engel bedroht sieht, greift er zur Waffe und erschießt den Mann. Das ist die Ausgangslage des kleinen Dramas, mit welcher der finnische Polizist Kimmo Joentaa konfrontiert wird, weil der schießende Polizist sein Freund ist. Kimmo erfühlt die losen Stränge des Geschehens und führt uns für zwei Tage in ein bitteres Stück Schmerz, das zwei Familien an den Rand des Irrsinns treibt.

Wagner ist ein feinfühliges Buch gelungen, er umschifft problematische Untiefen, ohne im Kitsch zu versinken, der so viele Krimis, bzw. krimiähnliche Romane ausmacht. Letztlich ist das Buch ein Zwitterwesen, eine wenig Genre, doch schon viel Literatur. Wagner hat in seiner Sprache eine Dichte erreicht, die ihresgleichen sucht.

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Jan Costin Wagner, Sakari lernt, durch Wände zu gehen, Ein Kimmo-Joentaa-Roman, 240 Seiten, Galiani Verlag, Berlin 2017, ISBN: 3-86971-018-1, Preis: 20 EUR (D), 20,60 EUR (A)

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