Mittwoch, 23. August 2017 | :
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Juan-les-Pins für Gourmets, Park- und Gartenliebhaber – Erstes Festival der Gärten an der Côte d’Azur

Juan-les-Pins für Gourmets, Park- und Gartenliebhaber – Erstes Festival der Gärten an der Côte d’Azur
© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch

Juan-les-Pins, Frankreich (Kulturexpresso). Juan-les-Pins, das Seebad an der Côte d’Azur, gehört zur Gemeinde Antibes. Daher der Doppelname Antibes-Juan-les-Pins für zwei Orte an der traumhaft schönen Halbinsel Cap d’Antibes, mit dem legendären Hôtel du Cap-Eden-Roc, einem der teuersten Hotels der Welt, gelegen.

© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch

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Die Gegend ist berühmt für ihre außergewöhnlich bezaubernden, öffentlich zugänglichen Parks und Gärten der Côte d’Azur. In Ergänzung hierzu – sozusagen als I-Tüpfelchen und Bonbon obendrauf – findet 2017 zum ersten Mal ein Wettbewerb statt: das Festival der Gärten, in dem Landschaftsgärtner aller Couleur ihre ausgefallenen zeitgenössischen Kompositionen und Attraktionen dem Publikum und einer Jury präsentieren.

In Antibes selbst gibt es zum Beispiel den Rosengarten der Villa Eilenroc zu bestaunen und den Botanischen Garten der Villa Thuret – alle auf der Halbinsel Cap d’Antibes gelegen.

Diese Halbinsel der Reichen, die gerne unter sich bleiben, ist felsig und verfügt nur über den Plage de la Garoupe mit kleinen Privatstränden.

Bekannt wurde Cap d`Antibes vor allem durch den  Roman Tender is the Night (Zährlich ist die Nacht) von F. Scott Fitzgerald.

Rosengarten der Villa Eilenroc (Fondation Beaumont)

© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch

© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch

Um 1860 herum gehörte es für die reichen Nordeuropäer zum guten Ton, sich eine Villa an der Côte d’Azur zuzulegen. Direkt neben der prächtigen Villa samt Garten des russischen Milliardärs Abramovic gelegen, befindet sich die in neoklassizistischem Stil erbaute Villa Eilenroc, heute im Besitz der Stadt Antibes. Ihr elf Hektar großer Garten, vom Landschaftsarchitekten Jacques Greber gestaltet, diente einst als repräsentativer Empfangsort von tout Côte d’Azur, die mit Luxusautomobilen vorfuhren. Heutzutage finden dort im Sommer Klassik-Open-Air-Konzerte mit Blick auf die Villa und das Meer statt. Ein Öko-Museum wurde angelegt und vor dem Rosengarten ein Duftgarten mit würzig riechenden Kräutern der Region. „1000 Rosenvarianten der Côte d’Azur sind im Rosengarten vertreten, die besonders gut und intensiv duften, wenn sie im Schatten stehen“, wie Thierry, der Gärtner erklärt. Er hat nicht zu viel versprochen. Die Düfte sind umwerfend, bezaubernd, noch nie gerochen und von vielfältigster Art. Hinter dem Rosengarten schließen sich ein Oliven-, Zitronen- und Orangenbaumhain an.
Ein 3,7 km langer, von der Villa ausgehender Panorama-Küstenwanderweg führt vom Cap d’Antibes und dem Strand der Villa Eilenroc zum Strand Anse de la Garoupe, wo einst Picasso seine Vormittage verbrachte, um sich mit Freunden zu treffen. Der Spaziergang lohnt sich auch für Gourmets, denn an dem Ort ist heute reich an Luxusrestaurants.

Pâtissier Cristian Cotard

Nach dem Besuch des Gartens empfiehlt sich ein Mittagessen im Pâtisserie-Restaurant La Closerie des berühmten Pâtissiers Christian Cotard in Antibes. Die verlockenden Angebote sind bezahlbar. Cotard richtete mit seiner Frau eine hübsche oasenartige Villa samt Kochschule ein, nicht zuletzt um seine preisgekrönte Pâtisserie zu verkosten. Auch Touristen können hier annäherungsweise das Handwerk des Chocolatiers-Pâtissiers erlernen. Hervorzuheben ist die Schokoladenkuchen-Komposition Fort carré, die das Fort Carré in Antibes widerspiegelt. „Eigentlich wollte ich ja etwas anderes werden“, flachst Christian Cotard, der dann doch in die Fußstapfen seines Vaters, ein berühmter Pâtisserie in Menton stieg.

Botanischer Garten Villa Thuret (Cap d‘Antibes)

© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch

© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch

Dieser herrliche, verwilderte riesige Garten auf einem Felsenvorsprung vor dem Meer, bereits von Berühmtheiten wie der Schriftstellerin Georges Sand gelobt, wurde vom Botanisten Gustave Thuret (von 1815 bis 1899) angelegt. Thuret, der 1869 korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften wurde, ist in deutschsprachigen Landen vor allem als Forscher von Algen an der Atlantikküste bekannt. Die 1857 gegründete meeresbiologische Forschungsstation und der Jardin botanique de la Villa Thuret ist eine unter Park- und Gartenliebhabern weltweit bekannte Attraktion am Mittelmeer. 2500 exotische Baum- und -Sträucherarten des mediterranen Klimas wurden Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzt um ihrer Seltenheit oder Geschichte willen. Heute wird der Garten vom Gartenbau-Institut Institut National de la Recherche Agronomique verwaltet und ist weiterhin ein Ort der wissenschaftlichen Forschung über Botanik und Akklimatisation. Hier wachsen unter anderem Mimosengewächse, große Eukalyptusbäume und „schüchternen“ Pinien. Mit schüchternen Pinien sind Pinienbäume gemeint, die einerseits eng zusammenstehend aufwachsen, sich andererseits in der Krone nicht berühren.

Juan-les-Pins – La Pinède Gould

© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch

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Am Strand des einst mondänen Seebades voll von Künstlern, Reichen und Schönen, beim Pinienhain Pinède Gould, sind zeitlich begrenzte Installationen von Gartenvorschlägen im Rahmen des Festival des Jardins de la Côte d’Azur zu bestaunen: Les Ondées (Die Überflutung) von M. Vincent Capmartin trägt der Wasserknappheit der Region Rechnung. Unter einem schattenspendenden Dach tropft Regen herunter, der auf die aromatisch riechenden Sträucher und Blumen fällt und ihren Duft hierbei verstärkt. In den daneben installierten Bulles Encensées (das sind Duftkugeln aus Holzstreben) vom Kollektiv der Jardiniers nomades findet sich in mannshohen, licht- und sichtdurchlässigen Kugeln die Biodiversität der Region in Schalen präsentiert. Sitze geben Gelegenheit zum Genießen. Die Böden sind teils mit Teppichen aus Muscheln oder anderem Material belegt. Pinède Gould und M. Vincent Capmartin sind nur zwei von zahlreichen jungen, vielversprechenden Gärten- und Landschaftsarchitekten, die dem Zeitgeist Ausdruck verleihen und in Juan-les-Pins zu bestaunen sind.

Reisehinweise:

Anreise: Juan-les-Pins im Département Alpes-Maritimes ist über den Flughafen Nizza und die Autobahn A 8 zu erreichen. Eine TGV-Schnellzug-Haltestelle wurde neu angelegt, so dass die Anreise mit der Bahn flott und famos vonstatten geht.
Busse: Die Busse der Envibus, Linie 200, verbinden Antibes mit der näheren Umgebung Côte d’Azur nach Cannes und Nizza. Fahrpreis: 1,50 €

Übernachtung: Allen Budgetgrößen kann Genüge getan werden: von Campingplätzen und Jugendherberge bis zum 5-Sterne-Hotel.

Unterstützungshinweis:

Die Recherche wurde von Office de Tourisme und Congrès Antibes-Juan-les-Pins unterstützt.

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