Blick vom S-Bahnhof Frohnau Richtung Ludolfingerplatz, Baustelle mit Richtfest im Vordergrund, Berlin-Frohnau

Transformation: Konzert in Straumers Umspannwerk. Saarländer Ro Gebhardt mit Gitarre in Berlin-Frohnau

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der saarländische Vorzeige-Gitarrist Ro Gebhardt (RG) beehrt die Gartenstadt. Diesmal betritt er nur mit einer klassischen Gitarre die Bühne. Das war schon oft anders. Großprojekte mit Big-Band-Sound, Funk und Latin, teils mit Gesang, zogen viele Zuhörer an. Er trat in New York auf (Blue Note) und in Berlin (A-Trane). In Paris (Duc de Lombard) und wieder an der US-Ostküste beim Central-Park-Jazzfest NYC.

Gebhardt nimmt am Donnerstag, den 29.3. „Literatur aus Brasil, Tango, Jazz, Klassik, Blues, Funk aus verschiedenen Jahrhunderten unter die Lupe und benutzt sie als Improvisationsgrundlage.“

Veranstaltungsort: Straumers Umspannwerk, heutzutage mit spannender Musik

Der Architekt Heinrich Straumer baute 1907 das Umspannwerk Frohnau. Heute ist es ein Musik-Café mit geräumiger Ferienwohnung im Obergeschoss.

Kohlendioxidarme Anreise: Vom S-Bahnhof Frohnau rechts Richtung Zeltinger Platz und dann den Fürstendamm (das ist die zweite Straße rechts) entlanglaufen. Das letzte Haus auf der linken Seite ist die Nummer 40 oder der „Trafo“, um das Kurzwort zu verwenden.

Etwas weiter endet Frohnau, das seit 1920 zu Groß-Berlin gehört und während der Teilung zu West-Berlin zählte. Wenige Meter weiter stand seit August 1961 die „Berliner Mauer“.

Heute beginnt dort das Land Brandenburg mit der Bundesstraße 96 (B96). Über sie gelangt man weiter nördlich nach Hohen Neuendorf und Oranienburg, später Löwenberg, Fürstenberg/ Havel, Neustrelitz und Neubrandenburg.

Kreuzt man die Landstraße, kommt man nach Schönfließ.

Geht oder fährt man ein paar Meter rechts (südlich) die Bundesstraße entlang und gleich links, gelangt man auf der Hauptstraße ins Herz von Glienicke/ Nordbahn. Zwischen Haupt- und Gartenstraße hat man die Kirche im Dorf gelassen und den Dorfteich auch.

Zurück nach Frohnau in den Fürstendamm.

Transformation und Musik

Das Musikcafé „Transformator“ im Umspannwerk ist mittwochs bis samstags ab 18 Uhr geöffnet.

(Sonntag, Montag und Dienstag sind Ruhetage, an denen die Lokalität aber gebucht werden könnte.)

Am 23. März gab es hier ein Jazzkonzert mit Michael Gechter und HD. Lorenz, bei dem Sabina Saracevic sang.

Am Donnerstag, den 29. März 2018 spielt Ro Gebhardt reduziert nur mit der akustischen Gitarre. Der saarländische Vorzeige-Gitarrist als Zeitreisender („Time-Traveller“). Er trat im Central Park genauso auf wie im A-Trane in der Pestalozzistraße in Charlottenburg; unterrichtete als Gastdozent außer in der Bundesrepublik (Mainz, Köln) auf Malta und in New York.

Das Folgekonzert an Ultimo (31.3.) ist „Yubo“ (Duo mit Schlagzeug und Gitarre).

Ro Gebhardt im Umspannwerk „Transformator“

Was? Konzert „Time-Traveller“ mit Ro Gebhardt, Akustikgitarre

Wann? Konzerte jeweils um 20 Uhr. Ankunft um 19 Uhr vom Veranstalter empfohlen

Donnerstag, den 29. März 2018: Ro Gebhardt

Wo? „Transformator Berlin“ im ehemaligen Umspannwerk Frohnau.
Fürstendamm 40
13465 Berlin

Telefonische Reservierung wärmstens empfohlen: (030) 60 27 51 59

http://transformator-frohnau.de/

Stromer auf den Spuren von Heinrich Straumer. Architektur erlaufen und erfahren in Berlin




Cully Jazz Festival 2018.

Jazz in den Cafés und Kellern von Cully – Auf zum Cully-Jazz-Festival 2018

Cully, Schweiz (Kulturexpresso). Bald ist es wieder soweit. Am 13. April startet die 36. Ausgabe des Cully Jazz Festivals und bietet bis zum 21. April 2018 insgesamt 60 Gratiskonzerte in den Weinkellern und Bistros des Winzerdorfs.

Cully liegt im Kanton Waadt in der Schweiz und wer einmal dort war, der hörte bestimmt die franko-provenzalische Sprache, die im Osten Frankreichs, vor allem im Rhonetal und in Savoyen sowohl verdrängt als auch noch gesprochen wird. Genau genommen liegt Cully langgestreckt auf dem Ryf, einer Landzunge, die in den Genfer See reicht, und auf der Weine gut gedeihen. Allerdings verfügt der alte Ort auch über einen historischen Stadtkern mit Gässchen, an denen Patrizier-, Bürger- und Winzerhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stehen.

Beim Gang durch die Gassen fällt sowohl die neugotische Kirche Saint-Etienne mit ihrem in den Himmel ragenden gotischen Turm auf als auch der Gerechtigkeitsbrunnen, der ganz sicher kein Tor zur Hölle ist.

Die Ruhe bei der Rast stört der Verkehr auf den Eisenbahnschienen und die Überlandstraße, die durch die Kleinstadt gehen und sie zerschneiden. Beeindruckend hingegen sind die vielen Weinhänge, die bis hinunter zum See reichen.

In dieser verkehrstechnisch guten Lage und schönen Umgebung gedeiht auch das Cully-Jazz-Festival. In den kommenden neun Tagen „werden fast 140 Konzerte und 20 Veranstaltungen, die dem Jazz gewidmet sind, das Dorf Cully elektrisieren“, heißt es in einer Pressemappe. Vielleicht kommen wie im vergangenen Jahr wieder 65.000 Besucher, welche „die Gassen, Gewölbekeller und Seepromenade von Cully“ … „überfluten“.

Dabei sind nicht nur die 36 kostenpflichtigen In-Konzerte auf drei Bühnen beachtenswert, sondern auch die mehr als 100 Off-Konzerte in den über ein Dutzend Cafés und Kellern von Cully. Für viele junge Künstler, vor allem auch jenen aus der Schweiz, ist dieses famose und auch vielbeachtete Festival ein Sprungbrett auf die großen Bühnen dieser Welt. Das ist gut so und soll so bleiben, wie es ist.

Weiterführende Informationen

Cully-Jazz-Festival, Place de l’Hôtel-de-Ville 2, CP 138, CH-1096 Cully, Telefon: +41 21 799 99 00, E-Mail: info@cullyjazz.ch, Web: www.cullyjazz.ch




Stadtteilzentrum Eichkamp am Grunewald in Berlin.

Musik im Stadtteil, „Eintritt frei“. W. Fuchs, E. Mursky und Yasuko Fuchs-Imanaga spielen im Berliner Haus Eichkamp Kammermusik der Romantik

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am Sonntag, den 4. März 2018 erklingen im ruhigen Waldbezirk Eichkamp im Westen Berlins klassische Klänge. Der Kiez am Grunewaldrand, dessen Stille nur von Bahnstrecken und der Autobahn A115 AVUS gestört wird, hat sich seit wenigen Jahren ein eigenes Kulturhaus mit Anwohnertreff geschaffen: Das Haus Eichkamp. Es ist noch im Aufbau, Spenden werden gesammelt und aktuell nimmt das „Haus Eichkamp“ an einem Sparkassen-Voting für die unterstützenswertesten Projekte teil, um einen 1000-Euro-Zuschuss für einen Außenfahrstuhl zu erhalten ( https://ielements-projects.de/voting/spk-berlin/contributors/haus-eichkamp-wird-barrierefrei/ ). Damit soll auch Rollstuhlfahrern der Zugang ermöglicht werden. Zwar gibt es zwei lange Metallschienen, die an die alte Freitreppe angelegt werden können. Doch ist das eine wacklige Angelegenheit und ein bei Regen nicht zu bewältigendes Hindernis.

Philharmoniker live in Eichkamp

Die Besetzung ist hochkarätig. Abgesehen davon, dass Stücke für Klarinette von Doppler, Schumann, Brahms, Schubert und Kummer nicht jedes Wochenende zu hören sind. Selbst in der deutschen Hauptstadt nicht. An diesem Sonntag zur Teezeit gibt es ein Konzert, dass einen Gottesdienstbesuch nicht ausschließt und der Hauptprotagonist ist Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker.

Besetzung:

Wenzel Fuchs (Klarinette),

Yasuko Fuchs-Imanaga (Flöte),

Eugène Mursky (Klavier)

Fünffacher Hörgenuss zur Teestunde

Die Handvoll Komponisten, die am Sonntag erklingen werden, sind im 18. und 19. Jahrhundert geboren. Niemand von ihnen sah das Licht des 20. Jahrhunderts – oder die Dunkelheit, wenn man so will. Doch ihre Werke, die hier gespielt werden, sind alle Kinder des 19.

Programm:

Franz Doppler (1821-1883):
Fantaisie pastorale hongroise für Flöte und Klavier, Op. 26 (1870)

Robert Schumann (1810-1856):
Fantasiestücke für Klarinette und Klavier, Op. 73 (1849)

Johannes Brahms (1833-1897):
Sonate Nr. 2 Es-Dur für Klarinette und Klavier, Op. 120.2 (1894)

PAUSE

Franz Schubert (1797-1828)
Drei Impromptus für Klavier, D 899.3 und 4, D 935.2 (1827)

Caspar Kummer (1795-1870)
Concertino C-Dur für Flöte, Klarinette und Klavier, Op.101 (1840)

Das Ganze haben die Eichkamper in eine Reihe eingeordnet, die modern halbenglisch benannt wurde und deren Schreibweise obendrein nicht den deutschen Rechtschreibregeln folgt. Insofern handelt es sich um das 4. Konzert der „Eichkamp-Classics“. Die Deutsche Bahn hat vor langer Zeit mit dem Unfug angefangen, ihr Reisezentrum mit einem Großbuchstaben in der Mitte des Wortes zu versehen, ohne Punkt und Komma, ohne Leerstelle oder Bindestrich.

Was? Romantik-Konzert mit Soloklarinette

Wann? Sonntag, 4. März 2018, 16 Uhr

Ende der Veranstaltung (mit Pause): um 19 Uhr

Wo? Veranstaltungsort:
Haus Eichkamp (des Siedlervereins Eichkamp), Zikadenweg 42a (Ecke Maikäferpfad), 14055 Berlin
Telefon: (030) 37 30 61 25
Der Eintritt ist frei – um Spenden wird gebeten.

Anfahrt: Bus 349, Haltestelle Maikäferpfad.
In den Maikäferpfad hinein, das Haus liegt dann rechts hinter einer Kreuzung.

Mit Fußweg: S-Bahnhof Grunewald (an der Potsdamer Strecke) oder
S Messe Süd (Eichkamp) an der Strecke Richtung Heerstraße, Olympiastadion, Spandau.

hauseichkamp.de




Rolling Stones.

„No Filter 2018“ oder Rüstige Rock-Rentner wollen erneut auf Dienstreise gehen – Die Europa-Tour der Rolling Stones geplant und verkündet

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Man reibt sich schon verdutzt die Augen, wenn man Pressemitteilungen wie die vom heutigen Morgen, Montag, den 26. Februar 2018, liest. Darin teil FKP Scorpio mit, dass die Rolling Stones 2018 erneut auf Europa-Tour gehen würde und dabei nach Berlin und Stuttgart kommen würden.

Alle Jahre wieder und wer nicht will, der hat schon die rüstigen Rock-Rentner auf einer oder mehrerer ihrer Reisen gesehen und gehört.

Wie auch immer, diese rollenden Steine, die aus den Herren Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood bestehen, sollen am 22. Juni im Berliner Olympiastadion und am 30. Juni in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena spielen.

Klassiker wie „Satisfaction“, „Paint It Black“, “Tumbling Dice“ und „Brown Sugar“ und „wechselnde Hits“ sowie Überraschungssongs würden auf der Tour „Stones – No Filer 2018“ auf die Bühne und große LED-Leinwände gebracht.




Theater.

Theater retten einmal anders. Benefizveranstaltung für Kreuzberger Bühne Theaterforum nach Einbruchdiebstahl und Raub

Berlin, Deutschland(Kulturexpresso). Man kennt das schon: Theater sterben oder es wird davon geredet. Es geht um staatliche Bühnen oder lang eingeführte private wie die Komödie am Kurfürstendamm und das ähnlich benannte Theater gleich nebenan, für die das Urteil: „Ab in den Keller!“ und „Aus zwei mach eins“ lautet. Doch das hier ist etwas neues: Das Theaterforum Kreuzberg ist durch Einbruchdiebstahl und Raub in der Existenz bedroht. Jetzt gilt es: Theaterforum retten!

Musik, Tanz und Schauspiel sollen das Theaterforum retten

Am Mittwoch, den 21. Februar um 20 Uhr wird es einen Abend mit Musik, Gesang, Tanz, Eurythmie, Jonglage, Artistik und – auch – Schauspiel geben.

Es moderiert: Anemone Poland.

Denn noch ist Polen nicht verloren, es wäre doch mehr als schade, wenn durch Verbrechen auch noch die Kulturlandschaft Standorte verlöre!

Gemeinsam das Theaterforum retten: Gut für Kreuzberg, gut für Berlin

Viele Künstlerfreunde treten auf als Akt der Solidarität. Schauspieler, Sänger, Musiker, Artisten und Tänzer!

Um zu zeigen, wie wichtig die Existenz des „kleinen, engagierten Theaters“ für das Publikum und die Künstler ist, nicht nur Schauspiel, Darsteller, sodern auch das ganze Drum und Dran mit Maske, Kostüm und Bühnenbild.

Eintritt auf Spendenbasis nach dem Motto pay what You Can ((Yes, I can; Yes, You can; Yes, we can!). Zu deutsch und berlinerisch: „Zahl‘, waste kannst.“

Schließlich ist das Ziel, das Theaterforum zu retten. Nicht Shakespeare, sondern Realität. Sein oder Nichtsein.

Das Theaterforum schreibt dazu selbst: „Nach Einbruchdiebstahl und Raubüberfall ist die Existenz des tfk gefährdet. Aber von solchen Ereignissen wollen wir uns nicht unterkriegen lassen und machen weiter. Doch dazu braucht es Unterstützung. Der Erlös dieses Abends geht an das theaterforum kreuzberg e.V. Eintritt auf Spendenbasis nach dem Motto ‚pay what you can‘.“

Schreibweise und Adresse der Theaterforums Kreuzberg

Hinweis: Die künstlerische, wenn auch nicht dudendeutsch korrekte Eigenschreibweise des Theaterforum ist die Kleinschreibung. Deswegen theaterforum kreuzberg statt der richtigen Schreibweise Theaterforum Kreuzberg.

Die Frage, ob am Satzanfang kleingeschriebene Wörter großgeschrieben werden, kann bejaht werden.
Layouter und Onlinedesigner, wie es sich anhört sowieso halbe Engländer, sehen das anders und dadurch SEHEN wir das auch anders. Die Rechtschreibregeln haben nichtdestotrotz Bestand.

Der RBB – Rundfunk Berlin-Brandenburg, der mit Knut Elstermann auch am 21.2.2018 neben dem Cinemaxx 5 im 1. Stock wieder live von der Berlinale berichtet, nicht nur aus dem Wettbewerb, sondern auch aus den Sektionen Forum und Panorama – macht es auf seinen Websites normalerweise richtig: RBB wird großgeschrieben. „rbb“ in einer bestimmten Schrifttype, die das Loch des kleinen „b“ wie einen Bildschirm aussehen lässt, ist Design.
In einem Fließtext hingegen muss und soll richtig geschrieben werden. Für den ehemaligen Sender Freies Berlin (SFB) heißt das, mit Großbuchstaben.

Übrigens konfligieren Theaterrettung und Knut Elstermann hören nicht. Zum einen sind Radios mobil. Zum Zweiten beginnt die Sendung erst um 22 Uhr und läuft bis Mitternacht. Selbst Knut Elstermann live beim Senden sehen „geht sich also aus“. Wer bis zum feiernden Ende das Theaterforum retten will und in der Eisenbahnstraße bleiben, hat morgen wieder Gelegenheit, Herrn Elstermann unweit von der Kreuzberger Bezirksgrenze am Potsdamer Platz zu besuchen.

Bleibt zu hoffen, dass die Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) durch ihr schillerndes Angebot an vielen Orten nicht verhindern, das ausreichend Besucher den Weg nach SO 36 finden.

Theaterforum Kreuzberg
Eisenbahnstraße 21
10997 Berlin
Tel: 612 88 880
E-Mail: info@tfk-berlin.de

Kartenreservierung
Telefon: 700 71 710
(oder online)
Preiskategorien: 5,- bis 18,- Euro
(übliche Ermäßigungen)

Freie Platzwahl

Spielplan & News kann man per E-Mail abonnieren

Verkehrsanbindung: U-Bahn Linie U 1, U-Bhf-Görlitzer Bhf. oder Schlesisches Tor

BVG: Bus 140, 265

http://www.tfk-berlin.de/




Augsburg.

Das „Erwachen der Macht“ in der Mozartstadt Augsburg

Augsburg, Deutschland (Kulturexpresso). Nein, nicht nur Salzburg oder Wien gelten als Mozartstädte, sondern auch Augsburg. Schließlich erblickte in der Stadt an der Lech Leopold Mozart 1719 das Licht der Welt, während Wolfgang Amadeus Mozart 1756 in Salzburg geboren wurde.

Wer sich mit Mozart und vor allem seinem Vater befassen möchte, der besuche das Mozarthaus in Augsburg, in dem seit 1937 eine Ausstellungs- und Gedenkstätte zur Geschichte der Familie Mozart untergebracht ist. Wie wäre es mmit dem 24. Februar 2018, denn dann wird ein vorgezogenes Konzert zum Mozartfest gegeben.

In einer Pressemitteiung der Stadt Augsburg vom 8.2.2018 heißt es dazu: „Die Akademie für Alte Musik bringt den Top-Cellisten Jean-Guihen Queyras im Rahmen eines vorgezogenen Mozartfest-Konzerts endlich nach Augsburg.“ Der 1967 in Montreal geboene Queyras spielt Cellokonzerte von Haydn, Pleyel und Boccherini.

Ob „derzeit … fast jeder junge Cellist den in Kanada geborenen Franzosen … als Vorbild und Inspiration“ nennt, das mag mal außen vor bleiben, doch das Queyras, der einst laut Wikipedia ein „Stipendien für die Musikhochschule Freiburg, die Juilliard School of Music und das Mannes College of Music in New York“ erhielt, bei „internationalen Spitzenorchestern ein heiß begehrter Solist“ ist, das darf man so stehen lassen. Auch als Professor an der Musikhochschule Freiburg gilt er bei Studenten als begehrt.

Darauf, dass das Konzert am 24. Februar „Teil des Deutschen Mozartfests, das vom 4. bis 13. Mai weitere hochkarätig besetzte ‚Machtspiele‘ bieten“ werde, weißt der Veranstalter hin wird und notiert: „Akamus und Queyras lassen im Kleinen Goldenen Saal das goldene Zeitalter des Cellospiels und zugleich den Dunstkreis um W. A. Mozart wieder auferstehen. Nicht nur die große Vaterfigur Joseph Haydn wird mit dem berühmtesten Cellokonzert der Klassik vertreten sein, sondern auch der gemeinsame Zeitgenosse und Haydn-Schüler Ignaz Pleyel, dessen Musik Mozart sehr schätzte. Pleyel war ein wahrer Tausendsassa: zugleich
Komponist, Kapellmeister, Konzertveranstalter, Verleger und Klavierfabrikant, nach ihm ist der berühmte Salle Pleyel in Paris benannt. Das dritte Genie im Bunde ist der italienische Cellovirtuose und Komponist Luigi Boccherini, mit dessen Werk Mozart ebenfalls vertraut war. Seine extravagante ‚Musica notturna‘ schildert das nächtliche Treiben auf den Straßen Madrids und wurde
einem Millionenpublikum bekannt durch den Hollywood-Film ‚Master and Commander‘.“

* * *

Das Erwachen der Macht in der Mozartstadt Augsburg, Jean-Guihen Queyras & Akamus spielen Haydn am 24. Februar 2018, um 19.30 Uhr, Kleiner Goldener Saal.




Trompe und Notenständer.

„Asyla“ in Dortmund – Große Orchesterwerke und musikalischer Poetry-Slam

Dortmund, Deutschland (Kulturexpresso). Große Orchesterwerke und musikalischer Poetry-Slam, Taktstocktalente und Wortkünstler werden beim Abschlusskonzert des Dirigentenforums mit den Dortmunder Philharmonikern am 7. Februar 2018 versprochen. Versprochen ist versprochen und wird bei „Asyla“ nicht gebrochen. Punkt.

Dafür hätten sich junge Dirigenten und Nachwuchs-Slammer gemeinsam mit dem Stück „Asyla“ des britischen Komponisten Thomas Adès auseinander. Das Werk basiere laut Pressemitteilung vom 24. Januar 2018 „auf einem Wortspiel: ‚Asyla‘ steht im Englischen sowohl für die sichere Zufluchtsstätte als auch für die Irrenanstalt.“ Na, das passt ja wie die Faust auf Auge.

Ob die „Musik … rauschhaft und pulsierend“ ist, das werden die Besucher hören und auch, ob „im dritten Satz Ecstasio … der pulsierende Orchesterklang an Technobeats“ erinnert.

Weiter in der Pressemitteilung: „‚Asyla‘ wurde 1997 von dem damals erst 26 Jahre alten Thomas Adès für Sir Simon Rattle geschrieben. Dieser brachte das Werk mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra zur Uraufführung und dirigierte es 2002 in seinem Einstandskonzert als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Damit ist ‚Asyla‘ ein Werk, das besonders für Dirigenten von großem Interesse ist.

Drei Nachwuchsdirigenten – Niklas Benjamin Hoffmann, Assistant Conductor beim London Symphony Orchestra, Gábor Hontvári, Student an der Hochschule „Franz Liszt“ Weimar und Yura Yang, Solorepetitorin mit Dirigierverpflichtung am Musiktheater im Revier – erhalten im Februar die Möglichkeit, im Rahmen einer Dirigierwerkstatt des Dirigentenforums zusammen mit den Dortmunder Philharmonikern an ‚Asyla‘ zu arbeiten. Als Mentor steht ihnen der Dortmunder Generalmusikdirektor Gabriel Feltz zur Seite, der selbst Stipendiat des Dirigentenforums war und 1999 als Preisträger aus dem Förderprogramm hervorging.

Das, was in der Dirigierwerkstatt erarbitet wurde, wird beim Abschlusskonzert am Mittwoch, 7. Februar 2018, um 19 Uhr im Orchesterzentrum NRW zu sehen und vor allem zu hören sein. Neben den jungen Dirigenten werden auch die besten Schülerinnen und Schüler aus dem Workshop „Kreatives Schreiben – Asyla“ auf der Bühne zu erleben sein, die das musikalische Programm mit ihren Slam-Texten ergänzen.

Tickets für das Abschlusskonzert gibt es für 20 Euro an der Theaterkasse im Opernhaus Dortmund, unter Telefonnummer 0213-50 27222 oder unter www.theaterdo.de.




Tino Eisbrenner

Friedenskonzert in Berlin von und mit Tino Eisbrenner – Musik-statt-Krieg-Tournee von Wyssozki bis Brecht

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Tino Eisbrenner und Freunde laden am 25. Januar zum großen Friedenskonzert „Musik statt Krieg“ in Berlin ein anlässlich des 80. Geburtstags des sowjetischen Barden Wladimir Wyssozki. Mit dem Galaabend am 25. Januar 2018 im Russischen Haus in der Berliner Friedrichstraße unter dem Motto „unangepasst“ startet Tino Eisbrenner seine Musik-statt-Krieg-Tournee 2018.

Auf Initiative von Eisbrenner würden laut Pressemitteilung vom 17.1.2018 „internationale Künstler mit Musik, Tanz und Rezitationen für ein friedliches Miteinander von Deutschland, Europa und Russland“ eintreten.

Beim nunmehr zweiten Friedenskonzert „Musik statt Krieg“ im Russischen Haus heißt Gastgeber Tino Eisbrenner Barbara Thalheim & Band (D), Natasha Tarasova (RUS), Olga Zalesskaya (BLR), Frank Viehweg (D), Alejandro Soto Lacoste (CHL), Stina Eisbrenner (D), Mark Chaet (UKR), Bulgarian Voices Berlin (BGR), Ulrike Gastmann (D), Kids Groove Band (D/RUS/UKR) und Sergej Gaponow (RUS) willkommen.

Tino Eisbrenner betont: „Wladimir Wyssozki war ein unangepasster Künstler und ist vom Volk dafür vergöttert worden. Die Oberen haben ihn sowohl geehrt als auch beargwöhnt. Wyssozki hat immer Lieder für das Volk gemacht und das ist meinen Kollegen und mir Beispiel. Schon, wer heute in Deutschland das Thema Frieden mit Russland aufgreift, agiert unangepasst.“

Eisbrenners „Musik statt Krieg“-Tournee durch die Bundesrepublik Deutschland endet am 10. Februar 2018, dem 120. Geburtstag von Bertolt Brecht. Von Wyssozki bis Brecht. Das passt.

Musik-statt-Krieg-Friedenskonzert

Donnerstag, den 25. Januar 2018, um 19 Uhr, Großer Saal, Russisches Haus, Friedrichstraße 176-179, 10117 Berlin-Mitte. Eintrittspreis: 10 EUR




Unter dem neuen Palazoo-Zelt am Bahnhof Zoo, Hertzallee. Einer der wenigen Pfeiler.

Palazzo? PalaZOO! Hans-Peter Wodarz und Kolja Kleeberg mit Super-Zelt auf ehemaliger Riesenrad-Freifläche am Berliner Zoo

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Palazzo wird langsam erwachsen. Die Kinderkrankheiten sind ausgestanden, das Konzept ist geblieben. Jedes Jahr eine neue Show, beste Musik und ein exquisites Vier-Gang-Menü. Doch was nützte es, falls man nicht gerade auf dem Super-VIP-Logenplatz direkt vor der Bühne saß?

Viele Plätze im zweiten und dritten Ring waren ganz gut, doch die Pfeiler versperrten zu oft die Sicht auf die Künstler. Diese weigerten sich, im freien Sichtfeld eines bestimmten Zuschauers zu jonglieren, tanzen, singen und springen – sie bewegten sich ständig!

Sogar wenn sie sich dicht unter die Decke, pardon, unter das (Himmels-)Zelt schwangen, gerieten die Artisten manchmal außer Sicht. Oder sie erschienen wegen eines der vielen Pfeiler zweigeteilt wie die zersägte Jungfrau, die früher im Zirkus ein Klassiker war. Und das war schade, denn die Darbietungen waren wirklich exquisit.

Lauter Hingucker, auf dem Teller, der Bühne, in der Manege

Doch nun ist alles anders! 14 LKW brachten einen neuen, 15 Tonnen schweren Spiegelpalast, der mit 140 Lüstern ausgeleuchtet wird. Jetzt kann man praktisch von jedem Platz aus so gut wie alles sehen.

Palazzo war schon lange ein Erlebnis für Gaumen, Augen und Ohren; wenn man sich die Zeit nimmt, kann man es jetzt richtig genießen.

Wer zum Beispiel in Berlin-Tegel landet, setzt sich in den 109er Bus und lässt sich kohlendioxidfreundlich und entspannt kutschieren. So biegt man am Adenauerplatz auf den Kurfürstendamm ein und am Kranzlereck Richtung Zoo. Statt an der Haltestelle „Zoologischer Garten – Endhaltestelle“ auszusteigen, fährt man nach dem Motto „Sie können noch bis zur Betriebshaltestelle mitfahren“ bis zur allerletzten Station. Mit dem Bus X9 vom Flughafen Tegel (TXL) erzielt man ein ähnliches Ergebnis, sogar schneller, verpasst nur den einstimmenden Blick auf den Ku‘damm.

Am Ziel angekommen keine Spur von dem Matsch, den so manches Zirkuszelt umgibt. Auf breiten, mit dezent bunten Steinen gepflasterten und gut beleuchteten Wegen geht es vorbei an Pflanzungen. Am Eingang tritt man durch die eventuell bereits gewohnten Holztüren ein. Nicht durch einen Vorhang, wohlgemerkt.

Sofort ist man in der angenehm gut beheizten und gut schallgedämmten Palazzowelt.

Circus Flicflac erlaubte sich an derselben Stelle noch den Scherz mit einer Reihe von Türen von Dixitoiletten – natürlich in einem anderen Zelt. Das war eine Saison zuvor und ist Schnee von gestern, längst vergessen.

Palazzo hat hier alles verbessert, nicht nur sich selbst an allen Ecken und Enden, sondern auch das Umfeld.
Im „Spiegelpalast“ des Palazzo kann man sich so wohl fühlen wie in jeder anderen edlen Location. Im Foyer ein Getränk zu sich nehmen, Smalltalk pflegen und – sich willkommen geheißen fühlen. Oft begrüßen einen die Gastgeber Wodarz und Kleeberg persönlich. Einem schönen Abend, auch wenn man diesen nicht zu früh loben soll, steht nichts mehr im Wege. Außer – der größte Feind des Menschen ist der Mensch – man steht sich selbst oder dem Genuss im Wege.

Nach der Begrüßung interessiert die meisten das Menü

Wie bei der Show so steht auch im Programmheft eine herzliche Begrüßung am Anfang, dann steht das Menü im Fokus. Die Neugierde auf die Darbietungen können die meisten wohl im Zaume halten, nicht aber ihre Frage: „Was gibt es denn heute?“

Eine Antwort, ohne die es nicht geht: Vegetarisch oder nicht?

Auf den Seiten 6 und 7 wird das Vier-Gang-Menü dargestellt, in seiner klassischen und vegetarischen Variante, unter denen man rechtzeitig auswählen muss. Da diese Entscheidung weniger von der Speisekarte abhängt als von grundsätzlichen Überlegungen, konzentriere ich mich auf das Vegetarische.
Der Schnickschnack von ‚vegan‘ ist nichts für Kolja Kleeberg und wäre auch aus organisatorischen Gründen schwierig. Die einzelnen Gänge werden innerhalb von 10 Minuten serviert. Das bedeutet, dass beispielsweise alle 1,7 Sekunden eine Vorspeise die Küche verlässt. Mehr als zwei Menüs würden die Logistik sprengen. Eine Veganvorgabe zudem die Gestaltungsmöglichkeiten beim Menü stark eingrenzen und wohl auch nicht den Geschmack der Mehrheit treffen.
Beide Menüvarianten haben als 4. Gang ein identisches Dessert.

Die Speisekarte

„Vegetarisch“ beginnt mit Rote-Bete-Linsen mit Tamarindendressing, Wildkräutersalat und gepufftem Wildreis.
Wer sagt, das habe er schon einmal gegessen, dem glauben wir nicht.
Im Zwischengang gibt es ein Klare Tomaten-Consommé mit Basilikumsoufflé und weißen Bohnen. Schließlich will man ja auch ein kleines bisschen satt werden.
Der Hauptgang bietet einen Pilzstrudel mit Taleggio, violettem Senf und wildem Broccoli.
Zum Nachtisch darf man sich freuen auf eine Tarte von Dulce de Leche mit Gewürzmandarinen, dunklem Schokoladensorbet und Pistazienmacaron.

Die klassische Variante, die noch die Mehrheit bestellen dürfte, kombiniert das Tomatenconsommé mit Krustentieren, Garnelen und Meeressprossen-
Im Hauptgang gibt es Kalbsfilet im Steinpilzbrotmantel an Rotweinschalotten, Liebstöckelsalz und Panisse

Schau an, was für eine Show

Zu verantworten hat die Show Verena Schmidt. Die unprätentiöse kleine Frau kann definitiv leicht übersehen werden – was ihr nicht angemessen ist, vielleicht aber ihre Arbeit als „Artistic Director“ erleichtert. Sie meint von sich selbst, dass die drei Wörter ‚Neugierig‘, ‚strukturiert‘ und ‚ehrgeizig‘ sie am besten beschreiben. Die gute Art von ehrgeizig und die Strukturiertheit glauben wir ihr aufs Wort. Unstrukturiert könnte man so etwas Tolles nicht auf die Beine stellen. Und Neugier? Dieses Jahr ist so eine runde, erstklassige Show zustandegekommen, dass die Fähigkeit und der Wunsch, Neues zu entdecken zu wollen, wohl dazugehört.

Tänzerinnen und Humor

Der Abend besteht aus vielen Elementen, die Revuetänzerinnen Natalie Brooker und Chanelle Freeland gehören dazu. Freeland sagt, der bislang beste Moment ihres Lebens sei das Gefühl gewesen, nach mehrjährigen Reisen nach Hause zu kommen. Nach Hause, das ist für die beiden Australien. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass sie als Ort, den jeder einmal im Leben besucht haben sollte, Byron Bay angeben. Wegen der wunderschönen Strände und Berge. Cool wie Models blicken sie in die Kamera, etwas farblos und blass scheint es. Sie sind groß und schlank, fast hager. Um beurteilen zu können, was die beiden „drauf haben“, müssten sie länger am Stück auftreten.

Glanz & Gloria

Die neue Show heißt „Glanz und Gloria“, das wird ihnen auch zugeschrieben. Sie treten in edlen, handgefertigten Kostümen auf.
Bei der Vielzahl von Künstlern, die auftreten – während der Saison sind rund 80 Mitarbeiter und Künstler täglich auf den Beinen – haben es die Komiker und die Artisten leichter, die Aufmerksamkeit zu erheischen als die Tänzer.
Ein Clown braucht quasi nur die Zeit bis zur Pointe zu überbrücken und was die Artisten präsentieren, gehört meist in die Schublade „Wow“. Comedy Director ist Aitor Basauri aus Spanien; sein Vorbild ist Harpo Marx, der Entertainer.
Es schickt Miss Frisky ins Rennen, die durch den Abend führt und Zahir Circo, Comedians, die zaubern können. Tolle Männer.

Miss Frisky tut recht vulgär, kann aber so singen, dass man sie sofort ernst nimmt! Sie war erfolgreich an der Oxford-Universität und absolvierte die Royal Academy of Music mit Auszeichnung.
Mir persönlich gefiel der Gesang viel besser als ihre Rolle als Moderatorin mit rosa Perücke. Geschmackssache. Wenn gerade nicht Palazzo-Saison ist, tourt sie solo oder im Komikduo „Frisky & Mannish“ um die Welt.

Die Band ist bekannt

Die deutschkanadischen Lonely Hearts sind reumütig in den Palazzo-Schoß zurückgekehrt, schön.
Von den Showacts möchte ich so wenig wie möglich verraten, außer das sie sehenswerte, nie gesehene Kracher sind.

Wenn der Wecker nicht klingelt

Zahir Circo, das sind Kike Aguilera aus Barcelona und Luciano Martin aus Buenos Aires. Die Lingua Franca Spanisch ermöglicht ihre reibungslose Zusammenarbeit. Kike findet, das beste am Künsterleben sei, dass morgens kein Wecker klingelt. Er bedankt sich dafür bei der Welt, in dem er ihr Lachen schenkt.

Männer, die nicht sägen können

Zum Glück ist es ihnen noch nicht gelungen, sich zu zersägen. Entweder gelingt das nur Jungfrauen oder sie haben es einfach nicht drauf.
Schön, dass Zerstörungswut nicht immer zielführend ist.
Kikes unvergesslichster Auftritt war vor gut zehn Jahren in einem Flüchtlingslager in Namibia. Vor tauben und blinden Kindern.

Anschrift: Neue Adresse: Hertzallee am Bahnhof Zoo, 10787 Berlin
Viele Kudammbusse und/oder die Direktverbindungen 109/ X9 zum Flughafen Tegel.
Bus 46, 49, X34, X49, 110, 100 und 200. S-Bahnen der Stadtbahn und U2. Seit dem Brand in der Silvesternacht keine Regionalzüge.




Musikgruppe Walk-a-tones in Hessen-Halle 22 auf der83. Internationalen Grüne Woche IGW 2018

Sie laufen durch Hessen und Partnerland Bulgarien … Die Internationale Grüne Woche ist auch ein Ort für Musik, Tanz und kleine Konzerte

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Als Konzertsaal sind sie ungeeignet, die Messehallen am ICC und Berliner Funkturm. Man kann sie sehr variabel umbauen, doch gibt es auf der Messe einfach zu viele Nebengeräusche. Trotzdem jagt auf der Internationalen Grünen Woche 10 Tage lang eine Vorstellung die nächste, oft sogar gleichzeitig in mehreren Hallen. Bereits bei der feierlichen Eröffnung am Donnerstag abend zeigte das Partnerland Bulgarien, dass es ein Hort der Kultur ist.

Nicht das Gastland ist für die Unterhaltung bei der Auftaktveranstaltung zuständig. Bulgarische Musiker und Tänzer lieferten eine tolle Show ab und zeigten, dass verstaubte Vorstellungen von dem osteuropäischen Land überholt sind. Sie erzeugten mit Musik und Tanz mehr Begeisterung beim Publikum als der gutgelaunte Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und sein bulgarischer Amtskollege Rumen Porodzanov.

Die Landwirtschaftsminister, die Urwälder und die Musik

Christian Schmidt (CSU) und Porodzanov, Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, hielten vor geladenen Gästen durchaus wichtige Reden. Schmidt machte sich um die Insekten Sorgen und versicherte, dass nur soviel Glyphosat eingesetzt würde, wie nötig. Bienenhecken und Blütenstreifen sollen den kleinen Viechern das Überleben ermöglichen.
Porodzanov überraschte viele mit der Information, dass 10% der bulgarischen Wälder jahrhundertelalt sind.

Partnerland Bulgarien bietet Berge, Rosenduft und Musik

Wunderschöne Bilder von Rosen, Feldern und Bergen waren auf riesigen Großbildflächen zu sehen, eine technische Meisterleistung.

Doch die Begeisterung entstand immer wieder durch die Musik. Sie ließ die Zuhörer mitgehen und am Ende frohgemut den Saal verlassen.

Dudelsack und Volkstanz

Am Freitag, die Messehallen sind endlich geöffnet, eröffneten die Bulgaren den Stand der Partnerlandes. Tänzer in traditionellen Trachten fließen durch den Saal. Ein Dudelsackspieler fasziniert das Publikum. Traditions- und Liedgutpflege lässt europaweit erkennen, wie erstaunlich weit das Instrument verbreitet war. Der Dudelsack gehört nicht nur nach Schottland.

Das Partnerland Bulgarien und das ABC

Beschwingt stellen sich so die Besucher nach Köstlichkeiten an. Auf der Grünen Woche wird ihnen allerhand geboten, und bei weitem nicht nur für Gaumen und Magen.
Das Partnerland Bulgarien steht im Länderalphabet hinter Botswana. Vergangenes Jahr elektrisierten afrikanische Tänzer auf der Riesenbühne im ICC-Ersatz City Cube die Zuschauer. Die Grüne Woche 2017 hatte Ungarn als Partnerland, die ITB Botswana. Ob das Partnerland nach dem Alphabet ausgesucht wird? Ist bald China oder Cuba dran? Kuba dürfte dann vielleicht gegen Extragebühr 10 Tage lang einen Buchstaben am Cube überhängen.

Was wird früher fertig: BER oder ICC?

Das ICC Berlin zwischen Ringbahn und Funkturm ist übrigens noch geschlossen. Die letzten Flüchtlinge zogen im September kurz vor Beginn der IFA aus. Umbau und Sanierung werden in die Länge gezogen. Das internationale Kongresszentrum ICC lässt sich unterteilen wie ein Schiff mit Schotten. Die Sanierung könnte längst auf einem guten Weg sein. Im Gegensatz zu dem neuen Flughafen auf der grünen Wiese, der 2012 eröffnet werden sollte, sind hier keinesfalls die Architekten, Bauarbeiter oder Bauplaner schuld. Die Arbeiten werden einfach nicht begonnen, die Landespolitiker schieben den Schwarzen Peter einem Investor zu und verursachen so trotz voller Kassen Stillstand.

Messe braucht Gebäude, ICC steht leer: Dornröschenschlaf

Die Messe Berlin ist eine Melkkuh der Stadt, viele Messen sind Leitmessen und ziehen Hunderttausende in die Hauptstadt. Messechef Göke hat seit Jahren Platzprobleme und denkt an den nächsten Neubau auf dem Messegelände. Derweil ziehen die Massen vom S-Bahnhof Messe Nord/ ICC am architektonischen Wunderwerk vorbei Richtung Funkturm und Sommergarten. Das „Alumonster“ ICC, wie mancher Berliner es liebevoll nennt, ein hochdurchdachter Ort der Geschäftigkeit und Begegnung, schläft noch einen Dornröschenschlaf.

Aroma der Sonne, Erlebnisse der Sinne

Währenddessen ist in Halle 10.2 – in der Nähe des „Großen Sterns“ – das Gedränge groß. Das Partnerland Bulgarien der 83. Grünen Woche feiert unter dem Motto „Aroma der Sonne“ die zusätzliche Aufmerksamkeit. Auf der Homepage der Grünen Woche oder IGW steht dazu: „Erlebnisse für alle Sinne“. Das trifft den Nagel auf den Kopf.
Die Augen essen nicht nur mit, sondern erfreuen sich an den Künstlern und Tänzern mit ihren farbigen Kleidern, bunten Tüchern und typischen Kopfbedeckungen. Die Ohren kommen auch auf ihre Kosten.

Hessen in Halle 22 nicht ohne Musik

Wer nach einiger Zeit nicht mehr sicher ist, ob ihn die Dudelsackmusik erfreut oder nicht, verlässt die Halle 10.2. (Das Wort „Gedudel“ wird heute meist nicht mehr neutral gebraucht.) Irgendwann trudelt er vielleicht in Halle 22 ein. Stand 151 ist vom hessischen Ministerium für Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) gemietet. Doch keine Sorge, die Länderhalle Hessen findet man auf dem Weg zum Ausgang Nord am Hammerskjöldplatz ganz automatisch.

20er-Jahre-Klänge bei der 83. IGW seit 1926

Vielleicht wird man von den Klängen der 20er Jahre dazu bewegt, die Schritte zu verlangsamen. Sich an den gastlichen Tischen des wohlhabenden Bundeslandes niederzulassen und hessische Spezialitäten zu probieren. Ein halbes Dutzend Musiker stimmt „der kleine Kaktus“ auf dem Balkon und manch andere Melodie an, die einst kleine, vielstimmige Herrenensembles sangen. Die „Walk-a-tones“ bestehen aus einer Sängerin und einem Sänger, zwei Akustikgitarren, Geige und Kontrabass.

Sonst nur auf geschlossenen Gesellschaften, jetzt auf der Grünen Woche

Die Gruppe spielt meist auf geschlossenen Gesellschaften in Frankfurt am Main und „Umgebung“. Eine Platte oder CD haben sie nicht herausgebracht. Sie covern eher. Eine seltene Gelegenheit, die Walk-a-tones und ihre Leadsängerin zu erleben, ist die Grüne Woche. Hier kann man eine Eintrittskarte kaufen und ist dabei. Langeweile ist anderswo. Fürs leibliche Wohl ist gesorgt.

Eintrittskarten: Dauerkarte 42 Euro, Tageskarte 15 Euro, Schulklassen mit Schulnachweis 4 Euro pro Schüler, Familienkarte 31 Euro, Gruppenkarte 12 Euro ab 20 Personen, Sonntags-Ticket 10 Euro, diese für Schüler und Studenten 5 Euro.

Ab Freitag, den 19. Januar 2018. Ort Messegelände am Funkturm und ICC in Berlin-Charlottenburg. S-Bahn Messe Nord/ICC (S41/ S42 Ring).

https://www.gruenewoche.de/

www.walk-a-tones.de

Hier geht es zum Artikel über die Grüne Woche des vergangenen Jahres:

Es grünt so grün… – Internationale Grüne Woche und Green-Me-Filmfestival lassen Berlin erstrahlen