Wohin zum Feiertag? Jocelyn B. Smith und verschiedene Voices mit einem einmaligen Konzert in der Universität der Künste: „Spirit of One – Die Konzertsensation am Reformationstag“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Dieser Feiertag kam unerwartet. Jetzt ist er da. Alle Läden zu, außer im Hauptbahnhof, doch da geht man ungern hin: Zu viele Ketten, die nicht nur hier kaum Steuern zahlen, wenig inhabergeführte Geschäfte und ab und zu fällt ein riesiges Betonteil von der Fassade. Am Sonntag fuhren noch nicht einmal Züge. Nicht, weil die deutsche Bahn so christlich ist, sondern wegen Sturm Herwath, der auch gestern noch Zugausfälle auslöste.

Zum Konzertsaal der UdK in der Nähe des Zoos

Wohin also? Der ultimative Tip: 19 Uhr in die UdK zu Jocelyn B. Smith und „Spirit of One – Die Konzertsensation am Reformationstag“ mit dem Orchester der Kulturen; sich die besten Plätzen sichern für die Musik, die um 20 Uhr beginnt.
Auf einer Website mit vielen „o“s, die zu allem Überfluss auch noch eine org-Endung hat, erfährt man etwas über SpiritofOne.

„Zeit, etwas Neues zu wagen“

Es sei Zeit, etwas Neues zu wagen. Das kann man ruhig in Welt hinaus trompeten.

Aber was? Schließlich will man nicht vom Regen in die Traufe. Unendliches Leid und Flüchtlingsströme brachten die Oktoberrevolution und andere Brüche.

„Spiritualität ohne die Grenzen konventioneller Religionen. Ein Weg, der für jede und jeden offen ist.“ Nun gut. Lassen wir uns überraschen.
„Entdecke einen neuen Weg“, wird dort vorgeschlagen und ein Trailer ist im Angebot.

„Glauben ist wie die Stille, die die Liebenden zueinander bringt…“

Dazu als Motto ein Zitat von Abraham Joshua Heschel: „Glauben ist wie die Stille, die die Liebenden zueinander bringt, wie ein sanfter Hauch, vereint im Wind.“
Wollen wir das glauben? Cui bono?
Die Gedanken sind frei, das ist das Gute.
Das Schöne ist, dass man die Musik hören kann, ohne etwas unbeweisbares Glauben zu müssen. Der neutrale Ort wird auch wenige Agnostiker vom Konzertbesuch abhalten. Und vielleicht wird der Abend ja so wunderbar, wie es zu vermuten steht.-

Reformationstag bundesweit nur 2017

Der Autor erfuhr selbst erst vor kurzem davon. Der Reformationstag wird in Deutschland schon lange gefeiert, auch in der Bundesrepublik, aber nur in den vier Bundesländern, die sich alle in der Nähe von Wittenberg befinden. Die Ausweitung auf die anderen 75% oder drei Viertel des Landes ist schon ein Ding. Einmalig.
Sonst wird nur in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gefeiert, wo die Lutherstadt Wittenberg an der Elbe liegt mit der berühmten Kirche, an die der Überlieferung nach Martin Luther seine 95 Thesen genagelt haben soll. Die Schloss- und Universitätskirche. Wenn zwischen 1517 und 1817 die Universität eine Kirche hatte, dann kann ein bisschen Spiritualität an der Uni in der Hardenbergstraße wohl nicht schaden.

Was? JSB & Orchester der Kulturen

„Spirit of One – Die Konzertsensation am Reformationstag“

Wann? Datum und Uhrzeit: Reformationstag, Dienstag, 31. Oktober 2017, 20 Uhr

Wo? Ort: Konzertsaal der UdK (Universität der Künste, ehemals HdK), Hardenbergstr. 33, 10623 Berlin
Berlin-Charlottenburg, U- und S- und Regionalbahn-/ Fernbahnhof Zoo = Berlin Zoologischer Garten.
BVG-Bus 245 Steinplatz

http://www.jocelynbsmith.com

https://www.spiritofone.org




Prix-Europa-Abschlusskonzert: Zara, Trilok Gurtu & Band erzählen musikalische „Tales of Anatolia“ im großen Sendesaal des RBB

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Prix Europa verlief 2017 wieder etwas anders: Die Preisverleihung, die jahrelang live um 20 Uhr aus dem Großen Sendesaal des SFB, später RBB gesendet wurde, fand schon am späten Nachmittag um 17 Uhr statt. Dadurch blieb Zeit zum Umbau für das Abschlusskonzert: Die „Lucky 7“, Zara, Trilok Gurtu & Band, erzählten musikalische „Tales of Anatolia“.

„Großen Sende-Saal des SFB“, das war noch ein Stabreim, dessen wir verlustig gegangen sind durch die Umbenennung des Senders Freies Berlin. Warum eigentlich? Ist Berlin nach der Wiedervereinigung nicht mehr frei? Wie dem auch sei, die Klangqualiät im architektonischen Meisterwerk an der Masurenallee ist geblieben.

Bestimmt wäre der Saal voller gewesen, wenn auch die Journalisten, die sich eine Woche lang in Berlin trafen, um ihre besten Arbeiten durchzusehen, zu diskutieren, sich auszutauschen und am Ende die allerbesten auszuwählen, in großer Zahl anwesend gewesen wären.

Doch das frühere offizielle Ende mit der Award Ceremony bedingte zweierlei: Zum einen reiste der eine oder andere direkt nach der Feier ab. Verständlich, kamen doch Kollegen aus ganz Europa zusammen. Die Reisezeiten bis Norwegen, Portugal, Griechenland oder Irland sind sehr verschieden und nicht unerheblich. Ein weiterer Aspekt für frühere Abreise sind die Unterbringungskosten; eine Nacht im Hotel einzusparen, wenn größere Teams anreisen oder halbe Redaktionen, kann schon einen großen Unterschied machen, besonders für kleinere und kleine Sendeanstalten, die jede mit einem anderen Budget rechnen muss.

Beim PRIX EUROPA treffen sich ja bekanntlich nur Journalisten öffentlicher Sender, vom Radio, Fernsehen und aus den Onlineredaktionen.
Die Finanzierung ist also Teil eines öffentlichen Haushalts eines Landes der EU oder eines Bundeslandes oder mehrerer (man denke nur an Radio Bremen, das einen Stadtstaat vertritt, den RBB, der zwei deutsche Länder bedient, den NDR, der vier Länder in Ost und West zusammenfast mit regionalen Funkhäusern oder den MDR und WDR).

Zum anderen konnte die Party, auf der sich die Gewinner mit den weniger Glücklichen treffen und einen fröhlich-gemütlichen Ausklang einer spannenden Woche feiern, früher als sonst stattfinden. Die geschlossene Veranstaltung begann schon zu einem Zeitpunkt, an dem sonst noch nicht einmal der erste Gewinner feststand.
Durch den zeitlichen Abstand von der Preisverleihungszeremonie konnte die Party dieses Jahr in Mitte stattfinden, ohne das die Anfahrt ein zeitliches Hindernis darstellte. Viele empfanden allerdings die Entfernung und räumliche Trennung doch als störend und eine heiter-ausgelassene Stimmung mochte kaum aufkommen, von der Terrasse einmal abgesehen.

Wenn so viele Menschen mehrere Tage so intensiv zusammenarbeiten, ist die Unterbringung durchaus ein wichtiger Faktor. Hotels und Pensionen in Berlin-Charlottenburg und Wilmersdorf waren bevorzugt, damit jeden Morgen und Abend Zeit gespart werden konnte, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Das märchenhafte Abschlusskonzert war denn auch nicht ausverkauft, da sich die Journalisten für einen Termin entscheiden mussten, jedoch gut besucht. Auch die Galerie des Sendesaals war besetzt. Die Anwesenden waren nicht zuletzt von der Stimme der Sängerin Zara begeistert und spendeten enthusiastischen Beifall.

Automatisch erinnerte man sich der inhaftierten Journalisten in der Türkei. Die Ankündigungen für die Songs und Stücke im Verlauf des Konzertes waren sämtlich in türkischer Sprache, ohne gedolmetscht zu werden. Auch Kopfhörer waren nicht vorhanden. Ein gewisses Manko.
Die Europäische Union mit ihrem Übersetzerdienst in Brüssel sucht weltweit ihresgleichen. Kreuz und quer wird innerhalb der Sprachen Europas hin- und herübersetzt. Eine Dominanz einer oder zweier Sprachen wird damit ausgeschlossen. Wer etwas zu sagen hat, darf das in Brüssel oder Straßburg auch in seiner Muttersprache. Ein polnisches oder dänisches Wort ist nicht weniger wert als ein spanisches oder französisches.

Aus praktischen Gründen wird während des PRIX EUROPA englisch benutzt. Die deutschen Gastgeber bleiben dies seit Jahren, ohne dass die Veranstaltung in verschiedene andere Nationen wandert. Die zentrale Lage Deutschlands und der deutschen Hauptstadt sowie die großzügigen Räumlichkeiten im Haus des Rundfunks sind die Gründe.
Beim Grand Prix Eurovision de la Chanson, der inzwischen als European Song Contest (ESC) firmiert, gibt es nur EINE Rubrik und EINEN Gewinner. So kann im Folgejahr das „Event“ im Siegerland stattfinden.

Der PRIX EUROPA kennt viele Gewinner, die naturgemäß aus vielen Ländern stammen; selbst wenn es von den Räumlichkeiten her andernorts möglich und praktikabel wäre, hätte eine Regelung wie beim ESC keinen Sinn.

Der musikalische Schlusspunkt des Prix‘ Europa zeigte allein schon bei den Instrumenten eine Fusion. Solist Trilok Gurtu spielte die Tabla – zwei unterschiedlich große Trommeln aus Indien, eine aus Holz, die andere aus Metall – und das moderne Schlagzeug.
Die fünfköpfige Band spielte türkische Blasinstrumente genau so wie den westlichen Flügel.

Zara, die auch moderierte, sang klar erkennbar türkische Elemente. Die meist eingängigen Melodien mischen Westliches wie Jazz und Orientalisches. Die Sängerin sieht ein bisschen aus wie Nazan Eckes, nur hübscher. Ein ausschließlich in schwarz gehaltenes langes Kleid mit originellem Schnitt war wesentlich dezenter als das, was Nazan Eckes zur Schau stellt, wenn sie bei der Suche nach dem Supertalent zwischen Bruce Darnell und Dieter Bohlen sitzt. Die Farbe schwarz passt sowohl in klassische Orchester, sondern auch in die Türkei.

Musikalisch mischten sich die Einflüsse, doch wäre es wohl etwas übertrieben, von Weltmusik zu sprechen; ein starker türkischer Anklang blieb. Allein – die Türkei, die als Nationalstaat in Kleinasien ein Durchgangsland wie Deutschland oder Österreich ist, hat in ihrer Geschichte schon viele Einflüsse aufgenommen und Völker gesehen. Das Osmanische Reich hatte nicht, wie ihr Nachfolgerstaat, ein kleines Bein in Europa und ein großes in Asien, sondern vereinte Kurden, Türken und Griechen mit Arabern aus Syrien, dem Irak, dem Jemen und Oman; Staaten, dessen zum Teil künstliche Existenz (Kuwait) auf moderner, Kulturen nicht hinreichend berücksichtigende Grenzziehung beruht.

Wie europäisch die Türkei ist und ob überhaupt – von den paar Quadratkilometern türkischen Bodens an der griechischen Ost- und bulgarischen Südgrenze einmal abgesehen, ist hier kein Thema.

„Die Märchen aus Anatolien“ haben sich viele gern angehört, auch wenn die Klänge nicht jeden Geschmack trafen und vereinzelt Zuhörer aus dem Saal tröpfelten.

Schön, wenn die Musik im Mittelpunkt steht.

Zum Glück überschreitet sie Grenzen ohne Sichtvermerke. Auch die Grenze zwischen Verstand und Gefühl quert die Musik visumsfrei. Herzen werden im Sturm erobert.

Veranstaltungsort: Großer Sendesaal des RBB, Haus des Rundfunks, Masurenallee 8-14, 14057 Berlin.




Sara de Ascaniis

Heute oder nie? Moon Suk wird ihren Salon weltreisebedingt schließen – Zu Gast: die Pianistin Sara de Ascaniis

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Moon Suk reiste 1989 zu einem Aufnahmestudium nach Deutschland, seitdem hat sie hier eine beispiellose Karriere hingelegt und das Kunst- und Musikleben entscheidend bereichert. Seit 3 Jahren ließ sie die Berliner Salonkultur wieder aufleben und zieht hervorragende junge Künstler an. Diesmal die Pianistin Sara de Ascaniis. Die Italienerin ist bei der Koreanerin zu Gast, doch Länder zählen schon lange nicht mehr in der Welt der Musik. Sprachen, ja. Sara de Ascaniis hat beim Lesen der Noten und Partituren zweifellos einen Heimvorteil, da sie als Muttersprachlerin nicht erst lernen muss, was adagio bedeutet, oder andante oder piano. Das Piano, Klavier, der Flügel ist ihr Instrument. Sie studierte in Vicenza in Venetien, das ca. 60 Kilometer nordwestlich von Venedig liegt. Die norditalienische Großstadt mit etwa 112.000 Einwohnern ist unter anderem für ihre Keramik und Musikintrumente bekannt. Andrea Palladios Renaissancebauwerke führten zur Anerkennung eines Unesco-Welterbes.

Sara de Ascaniis‘ Italien

Sara de Ascaniis Eltern sind Musiker, haben aber ihr aber alle Freiheit gelassen. Nach einer Veranstaltung wiederholte die Zweieinhalbjährige das gerade mehrfach gehörte Hauptthema am Klavier, was bei den Eltern Erstaunen auslöste und sie langsam an das Instrument heranführen ließ. Von Schulbeginn an begann dann eine zehnjährige Ausbildung. Es ist diese Freiheit und Freiwilligkeit, die Sara de Ascaniis‘ Ausdruck und Entfaltung ermöglicht gemacht hat. „Perfekte“ Pianisten, deren technische, teils seelenlose „Perfektion“ wenig lebendig und noch weniger herzlich ist, deckeln einen Teil ihrer Persönlichkeit, um in einem kleinen Teilbereich bessere Ergebnisse zu erzielen. Professor Bernd Senf würde von Unterdrückung der Lebensenergie sprechen.

Qualität durch Freiheit und Freiwilligkeit

Dass Sara de Ascaniis‘ Entwicklung wunderbar und in Freiheit geschah, ist nicht anders vorstellbar. Wenn sie als Violinduo mit Julia Pérez Gámez auftritt, ist ihre Fähigkeit, ganz im Spiel zu versinken und gleichzeitig perfekt mit ihrer Partnerin zu harmonieren, voll ausgebildet. Ein Genuss, dies zu beobachten. Der Musikgenuss ergibt sich von ganz allein.

Moon Suks Verdienst, ist es immer wieder solche begnadeten Talente aufzuspüren, die doch sehr menschlich sind. Von Moon Suks Kunst und Gesang – die Sopranistin beherrscht allein 500 Stücke auswendig – wäre noch viel zu berichten.

Moon Suk setzt sich in einen VW-Bus und ist dann einfach mal weg

An dieser Stelle kurz der Hinweis, dass ihre Berliner Tage vorübergehend gezählt sind. 2018 wird sie auf eine vielleicht anderthalbjährige Weltreise gehen – in einem VW-Bus? – und unterwegs mit örtlichen Künstlern auftreten. Ein Datum der Wiederkehr wurde nicht festgelegt.

Der monatliche Salon pausiert auf unbestimmte Zeit – was das heißen kann, wissen wir vom ICC

Der monatliche Salon wird also ab Anfang der Jahres auf unbestimmte Zeit aussetzen. Die 1000 glücklichen Zuhörer ihre monatlichen Salons und diejenigen, die es bisher nicht schafften, werden wohl jetzt zum Run auf die Eintrittskarten ansetzen. Lediglich 50 werden für die Beletage in der Charlottenburger Altbauwohnung am Olivaer Platz verkauft.
Als einmal 70 Musikliebhaber Einlass begehrten, wurde es einfach zu eng.

Zu allem Guten obendrauf gibt es auch noch ein selbstzubereitetes schwäbisch-koreanisches Dinner-Büfett.

Sonntag, 15. Oktober 2017: „Musikalisches Oktoberfest“ im Salon Moon

www.moonsuk.de
(Nicht nur zum Salon, sondern auch zu Vita und Werk Moons.)

Der Salon Moon ist ja kein Auslaufmodell, aber ein Beweis für die Wandlungsfähigkeit des „Gesamtkunstwerks“ Moon: www.salonmoon.de

Mond und Sterne zum Anfassen – Exklusive Kultur-und-Wellness-Reise mit Wladimir Kaminer und Moon Suk




Carpe Diem – Ewiges Leben und Sieg über den Tod! Eine experimentelle Oper beschließt die Kosmismus-Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein Tag geschenkt, wo könnte man den besser verbringen als im Haus der Kulturen der Welt? Der 3. Oktober liegt an einem Dienstag. Nach dem ersten Besuch im Hause zum Thema Kosmismus blieb der Wunsch, tiefer zu gehen, doch ständig kam etwas dazwischen. Da endlich, der Tag der deutschen Einheit am Horizont! Nun wird’s was! Die Ausstellung „Art Without Death: Russischer Kosmismus“ ist zur Finissage sogar bis 22 Uhr geöffnet, Ausschlafen freigestellt.
Und es lockt ein von den Ideen des Russischen Kosmismus inspiriertes neues Werk mit einer digitalen Übersetzung von Klängen in visuelle Muster: Dorit Chrysler (Theremin, Sprechgesang) und Carsten Nicolai (Sampled ANS-Synthesizer) präsentieren um 20 Uhr eine Experimentaloper.

Victory over Death!
Победа над смертью!
Sieg über den Tod!

Die Russische Revolution und die Entdeckungen jener Jahre ermutigten Künstler und Wissenschaftler zu Pionierarbeiten.
Dorit Chrysler und Carsten Nicolai schaffen mit verschiedenen Instrumenten, gesampelten Sounds und Bildern eine Performance, die an diese Geschichte anknüpft.

Der Erfinder Léon Theremin und das russische Saxophon

Der sowjetische Forscher Léon Theremin entwickelte das gleichnamige Instrument als eines der ersten elektronischen Instrumente überhaupt und ließ es 1928 patentieren.
Für „Sieg über den Tod!“ spielt Chrysler zwei speziell gefertigte Theremins: Die Peilantenne auf der linken Seite des Instruments kontrolliert die Lautstärke, während die aufgerichtete Antenne die Tonhöhe aussteuert. Die elektrischen Signale des Instruments werden verstärkt und an einen Lautsprecher gesendet.

Nicolai spielt gesampelte Sounds, die vom legendären ANS-Synthesizer generiert werden.
Das optoelektronische Musikinstrument ist eine Erfindung des sowjetischen Ingenieurs Evgeny Murzin (1914-1970) und nach dem Avantgardekomponisten Alexander (Nikolajewitsch) Skrjabin (A. N. S.) benannt. Der Moskauer Pianist und Komponist lebte von 1872–1915.

Exkurs: Namenkunde

Übrigens sagt niemand alle drei Teile des Namens. Man spricht man neutral von Alexander Skrjabin. Da der Familienname nicht selten ist, kann man den Vornamen dazusagen. Zudem auch Alexanders Sohn Julian (1908-1919) Pianist und Komponist wurde. Russische Musiker würden unter sich im vertrauten Ton auch von Sascha Skrjabin sprechen. Dieser Vorname ist nicht wie im Deutschen (Sascha Hehn) eigenständig, sondern ein Diminutiv von „Alexander“ wie das im Deutschen, Englischen und vielen anderen Sprachen gebräuchliche Kurzwort Alex.
Solange er lebte, wurde Skrjabin selbst mit Alexander Nikolajewitsch angesprochen (oder genannt), eine respektvolle Anrede, die nicht zu vertraut ist. Niemand hätte im Alltag Alexander Skrjabin gesagt, außer vielleicht der Polizei. Im Pass steht in Russland und Weißrussland immer „Alexander“, nie Sascha oder Alex. In der Bundesrepublik Deutschland ist das anders, hier können auch Kurzformen wie Hans, Tanja, Alex den offiziellen Rufnamen bilden. Sogar Verkleinerungsformen kommen zum Zuge, meist zum Leidwesen der Kinder.
Der in Kanada und den Vereinigten Staaten gebräuchliche Mittelname entspricht nicht dem Patronym oder Vatersnamen im Russischen.

Murzins Erfindung

Technisch basiert Murzins Erfindung auf der Methode der graphischen Tonaufzeichnung, die auch im Kino zum Einsatz kommt. Das Verfahren wurde in der Sowjetunion parallel zu ähnlichen in den USA verwendeten Systemen entwickelt. Es erlaubt das Generieren des Bildes einer Klangwelle beziehungsweise das Synthetisieren eines Klangs aus einem künstlich gezeichneten Sound-Spektrogramm. Tarkovsky-Fans werden die vom ANS erzeugten Klänge vertraut sein: Der Komponist Edward Artemiev (Eduard Artemjew), geboren 1937 in Nowosibirsk, erschuf mit diesem Synthesizer die ikonische Filmmusik zu „Solaris“ (1972).

Alexander Svyatogors „Biokosmistisches Manifest“

Dorit Chrysler wird außerdem – als Referenz an die Geschichte des „Gesamtkunstwerks“ – das 1922 vom futuristischen Dichter Alexander Svyatogor geschriebene Biokosmistische Manifest aufführen:
„Die Fragen der Unsterblichkeit und des Interplanetarismus dürfen weder unabhängig voneinander betrachtet noch automatisch miteinander verbunden werden. Beide ergeben sich aus dem jeweils anderen Phänomen und ergänzen einander. Sie konstituieren ein einheitliches, organisches Ganzes – vereint unter einem einzigen Begriff: Biokosmismus.“

Die (Klang-) Künstlerin Dorit Chrysler: Komponistin und Theremin-Spielerin

Dorit Chrysler wurde in Graz geboren und lebt in New York und Österreich. Die virtuose Theremin-Spielerin, Klangkünstlerin und Komponistin ist Mitgründerin der NY Theremin Society und Initiatorin der ersten Theremin-Akademie KidCoolThereminSchool. Für diese entwickelte sie einen eigenen Lehrplan für die frühkindliche Erziehung im Bereich elektronische Musik. Weitere neue Werke Chryslers werden demnächst bei der Ars Electronica zur Aufführung kommen, eine Auftragsarbeit wird sie beim Steirischen Herbstfestival vorstellen und im Rahmen der „Sisters Academy“ wird eine Sound Performance bei Den Frie, CPH zu hören sein. Chrysler realisierte zahlreiche künstlerische Koproduktionen, unter anderem mit Jesper Just, Phillippe Quesne, Anders Trentemøller, Cluster, Sasha Waltz und Elliot Sharp.

Carsten Nicolai aus Karl-Marx-Stadt

Carsten Nicolai aka Alva Noto ist einer der renommiertesten Künstler an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft und bekannt für seinen minimalistischen Ansatz. 1965 in Karl-Marx-Stadt (dem heutigen Chemnitz) geboren gehört er einer Generation an, die vor allem im Grenzbereich von Musik, Kunst und Wissenschaft kreativ tätig ist. Als bildender Künstler will Nicolai die Grenzen zwischen den sensorischen Wahrnehmungen des Menschen überwinden, indem er technische Phänomene wie Klang und Lichtfrequenzen für das Auge und Ohr wahrnehmbar macht. Seine Installationen sind von faszinierender Eleganz und Konsistenz und werden durch ihre minimalistische Ästhetik ausgezeichnet. Neben Teilnahmen an großen internationalen Ausstellungen wie der documenta X sowie der 49. und 50. Biennale von Venedig werden Nicolais Werke weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Zu seinem künstlerischen Oeuvre zählen auch die unter dem Pseudonym Alva Noto durchgeführten Klangexperimente, die von einem prägnanten Reduktionismus begleitet unmittelbar in die Sphäre elektronischer Musik führen. Für sie entwickelt Nicolai alias Alva Noto eigene Zeichencodes, eine spezifische Akustik und visuelle Symbole.

Russischer Kosmismus – Begeisterung für Wissenschaft und Technik inklusive

Der Russische Kosmismus stand für die Forderung nach physischer Unsterblichkeit, Wiedererweckung der Toten und Reisen ins All. In seinen Lehren verbanden sich westliche Aufklärung und östliche Philosophie, russisch-orthodoxe Tradition und Marxismus, gepaart mit der Begeisterung für Wissenschaft und Technik. Die Bewegung inspirierte sowjetische Denkerinnen und Denker, fiel später der Unterdrückung durch den Stalinismus zum Opfer und ist heute nahezu vergessen.

Eine Utopie – und ein Opfer des Stalinismus

„Art Without Death: Russischer Kosmismus“ blickt auf diese verwegene Utopie und ihre Resonanzen in Kunst, Wissenschaft und Politik. Die Ausstellung verknüpft Arbeiten der russischen Avantgarde aus der Sammlung Costakis – ausgewählt von Boris Groys – mit zeitgenössischen Positionen: Filme von Anton Vidokle und eine Installation von Arseny Zhilyaev reflektieren philosophische, wissenschaftliche und künstlerische Konzepte des Russischen Kosmismus.

„Art without Death: Russischer Kosmismus“ endet mit dem Konzert Sieg über den Tod! um 22 Uhr

Art Without Death: Russischer Kosmismus ist Teil von „100 Jahre Gegenwart“ und wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Auswärtigen Amt.

Eintrittskarten: tickets@hkw.de / +49 – (0)30 – 39 78 7175, Online www.hkw.de/cosmism

Oper: 3. Oktober 2017, 20 Uhr
Ausstellung: bis 22 Uhr
Kombiticket (Konzert und Ausstellung) EUR 10/ermäßigt EUR 8

Haus der Kulturen der Welt (ehem. Kongreßhalle), John-Foster-Dulles-Allee im nördlichen Großen Tiergarten




Harfe

Der Feiertag macht’s möglich: Morgens Harfe und sax live. Das Jerusalem-Duo begleitet ökumenischen Gottesdienst in Mainz am Tag der deutschen Einheit

Berlin/ Mainz, Deutschland (Kulturexpresso). Mit dem Zweiten hätten Sie mehr gesehen (außer, Sie halten etwas zu). Doch obwohl der ökumenische Gottesdienst zum säkularen Tag der deutschen Einheit in Mainz abgehalten wird, sendet nicht das ZDF, sondern die ARD. Damit sitzen Sie wenigstens in der 1. Reihe, im Heimkino mag das gehen, im Cinemax, Cinestar oder Filmkunst 66 gilt das nicht als Vorteil. Widersprüchlich ist die Werbung, die leicht zu Antiwerbung gerieren könnte, dächte man darüber nach. Wer wirbt schon für Fern-SEHEN damit, dass er sich die Augen zuhält? Zugegeben nur eines, doch der 3D-Effekt, den viele versuchen, mit den verschiedensten Tricks und teurer Technik zu erreichen, ist automatisch – weg. Zudem könnten Blinde sich beleidigt fühlen, wenn sie jene Augen-Zuhalte-Werbung denn sehen könnten. Denn ein gutes sehendes Auge wäre für viele Sehbehinderte ein Geschenk des Himmels. Doch so, wie sich nicht nur Affen die Augen zuhalten, weil sie es nicht mit ansehen können (ursprünglich, um nichts Böses zu sehen), ruinieren junge Leute freiwillig ihr Gehör in zu lauten Discos und ihre Gesundheit mit Drogen und Alkohol.
Doch wollen wir nicht nörgeln und meckern, sondern feiern! Jene Sorte feiern, die auch ohne Bier auskommt, obschon Dr. Helmut Kohl sehr daran gelegen war, dass man den deutschen Feiertag draußen verbringen kann. Zum Beispiel auf dem Oktoberfest. Obwohl das im September stattfindet. Wenn schon der Tag der deutschen Einheit am 17. Juni wegfiel, der an den Volksaufstand 1953 erinnerte.

Harfenklänge zum Fest

Michail Gorbatschow sei Dank wurden 1990 die DDR und die BRD zu einer neuen Bundesrepublik Deutschland vereinigt, der Berliner Republik. die auf die Bonner folgte. Deutschland errang damit erstmals seit 1945 die Souveränität und konnte wieder über den eigenen Luftraum bestimmen.
Der Freude über die „Wiedervereinigung“ muss einfach Luft gemacht werden, trotz aller Häme gegen Ossis, hoher zusätzlicher Steuerbelastung der Wessis und unzufriedener Mainstreampolitiker, die nicht ganz verstehen, warum in den neuen Bundesländern und im Osten Berlins so viele die Linken und die AfD wählen.

Feiern mit Musik

Feiern also, Fête, Party. Da darf die Musik nicht fehlen. Schon früh um zehn, wenn viele noch in den Federn schlummern, spielt das Jerusalem-Duo. Allerdings kein ganzes Konzert, sondern
im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes. Warum am Tag der deutschen Einheit überhaupt ein Gottesdienst gefeiert wird, obwohl es kein Sonntag ist (gut, manche feiern auch am Samstag), sei dahingestellt. Feiern steht ja im Mittelpunkt, nicht die Kritik und der Dissens. (Mutet es nicht schon ein bisschen merkwürdig an, nachdem der Sonntag am Dienstag nur zwei Tage her sein wird und die deutsche Einheit keine religiöse Angelegenheit ist?)

Einheit

Zum Thema Vereinigung passt immerhin die Ökumene, die zeigt, dass man sich zusammenschließen kann, auch wenn man anderer Meinung ist.
Da das geteilte Deutschland kein natürlicher Zustand für ein Volk, für ein Staatsvolk war, sondern eher Machtausübung nach dem Prinzip „Divide et impera – Teile und herrsche“, können sich die Deutschen wirklich freuen.

Gründe zu feiern

Feiern kann der Souverän auch sein Wahlrecht in freier, geheimer, direkter und allgemeiner Wahl, das auch für Frauen und nicht in drei Klassen gilt.
Ein weiterer Grund zum Feiern ist die Nichtdurchführung des Morgenthau-Planes, der Wirtschaft und Kultur der Deutschen zurückgeworfen hätte. Dann schon lieber Care-Pakete und Marshallplan.
Nur ewige Nörgler können dem Morgenthau-Plan Gutes abgewinnen und Stichworte wie Selbstversorgung und „Zurück zur Natur“ ins Feld führen. Auch wenn saisonal, regional und bio zurzeit im Trend liegen.

Also: Musik!

Die Harfe zählt mit zu den festlichsten Instrumenten überhaupt; die Ehrfurcht vor ihr lässt das Gerede und Gequatsche im Publikum umgehend verstummen. Morgen früh um 10 braucht man nur den Fernseher einzuschalten, die Rundfunkgebühren sind schon bezahlt. Das 1. Programm ist bei vielen Geräten festeingestellt, man braucht dann noch nicht einmal den Programmknopf zu berühren. Derart früh am Morgen an einem Feiertag durchaus von Vorteil.

Mainzer Dom

Gespannt sein darf man auf die Akustik in Mainzer Dom. Der Hohe Dom zu Mainz ist 83einhalb Meter hoch (Höhe des Westturms: 83,50 Meter mit Wetterhahn, Höhe des Mittelschiffs 28 Meter).
Friedrich II. wurde 1212 hier durch Siegfried II. von Eppstein gekrönt (nicht der alte Fritz).

Andere Könige auch, darunter Agnes von Poitou im 11. Jahrhundert.

Das Recht zum weltlichen Herrschen ist keine Geschlechterfrage, das Wahlrecht hingegen schon. Bis ins 20. Jahrhundert, sogar in der direkten Demokratie der Schweiz, wie der wunderbare Spielfilm „DIE GÖTTLICHE ORDNUNG“ seit August diesen Jahres in Deutschland zeigt. (Als eines der letzten europäischen Länder führte die Schweiz erst 1971 das Wahlrecht für Frauen ein.)

1942, 1944 und ’45 trafen mehrere Fliegerbomben den Mainzer Dom, zerstörten Dächer, die abbrannten, und das OG des Kreuzgangs. Zum Glück blieben die Gewölbe heil und die Geschichte des Doms konnte trotz der Luftangriffe weitergehen.

1975 beging man die 1000-Jahr-Feier des Gebäudes, das nun schon 1042 Jahre steht.

Das Duo

Das Jerusalem-Duo versteht sich als eine neue Stimme in der Musikwelt, die die Grenzen der konventionellen Genres überschreitet.

Was wäre das Leben ohne Zufälle?

Frau Hila Ofek und Andre Tsirlin haben an der „Jerusalem Academy of Music and Dance“ studiert und wie viele gute Dinge im Leben ergab sich auch der erste Auftritt des Jerusalem-Duos eher zufällig.
Die Harfenistin Hila Ofek war zur Hochzeit eines Freundes eingeladen, um mit einem Flötisten zu aufzutreten, der aber leider krankheitsbedingt absagen musste.
Eine spontane, zuerst halb im Scherz gemeinte Idee, dass André den Flötisten ersetzen könnte, wurde in die Tat umgesetzt.

„Flöte oder Saxophon – egal!“

„Die Leute interessiert nicht, ob es eine Flöte oder Saxophon ist, sie kümmern sich nur um die Musik“, sagte die Mutter der Braut.
Es kam, wie es kommen sollte, die Aufführung war ein großer Erfolg und ein Kompliment das häufig gemacht wurde, war, dass die Kombination der beiden Instrumente so natürlich und melodisch klingt und nichts vermissen lässt.

Selten gehörte Kombination

Im Zusammentreffen eines der ältesten mit einem der jüngsten Instrumente der Musikgeschichte eröffnete sich ein bislang selten gehörtes Klangerlebnis.
„Die individuellen Klangfarben des Jerusalem-Duos auf ihren so sehr unterschiedlichen Instrumenten macht es manchmal fast unmöglich, zu erkennen, welches der Instrumente spielt“, meinte Florance Sitruck, ehemalige künstlerische Leiterin des Internationalen israelischen Harfenwettbewerbs.

Nach ihrer ersten gemeinsamen Auftritten konzertierte das „Jerusalem-Duo“ in zahlreichen Städten Europas und Israels, nahm an wichtigen Festivals teil, erhielt prestigeträchtige Stipendien wie Live Musik Now in Frankfurt und gewann mehrere Wettbewerbe wie zum Beispiel den 3. Internationalen TEREM-CROSSOVER-Wettbewerb in St. Petersburg.

Auftritte mit Giora Feidman

Darüber hinaus arbeiteten sie bereits erfolgreich mit so renommierten Künstlern wie Giora Feidman zusammen. Auf seiner Tournee im Januar waren die beiden die „special guests“ und traten im Dom auf, in Wesel und Ratzeburg, sowie in der Heilig-Kreuz-Kirche Augsburg, der Friedenskirche in Ludwigsburg und der Martinikirche in Siegen, aber auch an weltlichen Orten wie dem Rossini-Saal in Bad Kissingen und der Stadthalle in Biberach an der Riß.
Mainz wurde auf der Januar-Rundreise nicht angesteuert, aber jetzt.

Am 3.10.2017 um 10 Uhr übertragen ARD und SWR live den ökumenischen Gottesdienst aus dem Hohen Dom zu Mainz, als offizielle Feierlichkeit zum Tag der Deutschen Einheit – musikalisch umrahmt vom Jerusalem-Duo.

Das Jerusalem-Duo:
Hila Ofek, Harfe
Andre Tsirlin, Saxophon




Jung, frisch, philharmonisch und klassisch. Ostseeklänge: Carl Nielsen, Sergej Prokofjew und Kaija Saariaho im Konzerthaus Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Werke von Saariaho, Prokofjew, Nielsen, so steht es auf der Eintrittskarte. Wer Sergej Prokofjew nicht kennt, für den war es höchste Eisenbahn und das Konzert ein Muss. Nielsen klingt zumindest nicht unbekannt, aber wer ist dieser Saariaho? Sprachkenntnisse sagen einem: Ein Finne. Vielleicht hilft das Programmheft weiter, dass am Eingang käuflich zu erwerben ist. Gleich zu Beginn steht im Programm unter „Programm“: Kaija Saariaho (geb. 1952), LATERNA MAGICA für Orchester. Erleichtert nimmt man das Geburtsdatum aus der Zeit der Koreakriegs zur Kenntnis. Nichts, dass man hätte kennen müssen. „Laterna Magica“ sagt einem schon eher etwas, aber Kaija? Wieder stößt man an die sanfte Wand der eigenen Unkenntnis.
Saariaho heißt mit vollem Namen Kaija Anneli Saariaho Der finnische Komponist ist eine Frau. Sie wurde am 14. Oktober 1952 in Helsinki geboren. Mit anderen Worten: In gut zwei Wochen feiert sie ihren 65. Geburtstag und ein Geschenk hat die Komponistin sicher: Dass ihre Musik im altehrwürdigen Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte gespielt wurde, an einem ruhigen, noch angenehm spätsommerlich-frühherbstlich warmen Abend. Dunkel genug, um ins Konzert zu gehen, warm genug, um nach dem Musikgenuss noch ein paar Bushaltestellen weit zu Fuß zu gehen, oder U-Bahnhöfe. Denn wer wollte sich nach einer so exquisiten Entspannung, die einem exzellente Musiker bescherten, schon in der deutschen Hauptstadt hinter das Steuer des eigenen Wagens setzen? Zudem man vorher lange einen Parkplatz hätte suchen müssen oder das Parkhaus für mehrere Stunden bezahlen.

Die jungen Musiker und Musikerinnen auf der Bühne haben alles, was ihre hauptberuflich tätigen Kollegen auch haben, außer vielleicht einen Tick Enthusiasmus und Begeisterung mehr, und vor allem fehlt ihnen manches, das als Fehlendes zur Tugend zählt.
Ihnen fehlt zwar wohl kaum der Ehrgeiz, doch vermutlich die Überheblichkeit, Hochnäsigkeit, die Starallüren, die Routine samt aller ihrer Nachteile, und auch das Ego scheint nch nicht so groß zu sein. Stattdessen spürt man bis in den Zuschauerraum hinein Freundschaft und Harmonie. Philharmonie.

64 Jahre, für eine Komponistin ist das wenig. Dirigent Jukka-Pekka Saraste, der bei der Stückauswahl naturgemäß ein Wörtchen mitreden konnte, hat die fast gleichaltrige Saariaho zurecht mit gepusht. Wäre Bach ein Unbekannter gewesen, hätte Karajan ihn trotzdem spielen müssen. Herbert von Karajan ist zugegeben Österreicher, doch das tut nichts zur Sache.
Übrigens: nebenbei gesagt ist Jukka-Pekka zwar ein eindeutig finnischer, doch kein seltener Name. Noch nicht einmal ein Name, an dem man das Geburtsjahrzehnt ablesen könnte, so wie bei dem in Deutschland den Namen Claudia zu Sarastes Geburtsjahr 1956 plus minus ein paar Jahre als typisch zuordnen kann.
Valkeapää, der Regisseur von Muukalainen (Der Besucher) und anderen Filmen, die einige Preise einheimsten und u.a. in Venedig zu sehen waren, ist Jahrgang 1977 und trägt denselben Vornamen.
Saraste wählte Saariaho nicht, weil sie etwa aus demselben Ort stammten. In China wäre eine derartige Solidarität normal.
Saraste wurde in der 20.000-Einwohner-Kleinstadt Heinola geboren. Die liegt zwar auch in Südfinnland, aber in der Nähe von Lahti und fast 140 Kilometer von der Hauptstadt Suomis entfernt.

Eine berechtigte Frage wäre, warum der Dirigent hier so eng mit der Jungen Deutschen Philharmonie zusammenarbeitet. In dem Zusammenhang ist es vielleicht gut zu wissen, dass er nicht nur Künstlerischer Leiter des Sibelius-Festivals in Lahti ist, 30 Kilometer von Heinola entfernt, sondern seit Beginn der Saison 2010/2011 Chefdirigent des WDR-Sinfonieorchesters Köln ist (bis mindestens 2019).

Zeitgenössische Musik lag ihm schon früh am Herzen. 1983 gründete er mit Esa-Pekka Salonen das Avanti Chamber Orchestra vor allem für genau diese Musik.

Dabei ist das kein Rückzugsort, keine Nische.

Sarastes Karriere kann sich sehen lassen. Nicht nur in Oslo war er der Hauptdirigent. Es scheint fast, als hätte er eine Vorliebe für Orte mit Os: Orchester in London leitete er ebenso wie das Toronto und Boston Symphony Orchestra. Doch er war auch in Mailand und Dresden, um nur einige herausragende Stationen zu nennen.

Auch der Name Carl Nielsen taucht in Sarastes Wirken zentral auf: Die Schallplattenaufnahmen des Dirigenten umfassen Gesamtaufnahmen der Sinfonien von Jean Sibelius, um den man in Finnland nicht herumkommt und Carl Nielsens (1865-1931). Der Däne aus Fünen starb in Kopenhagen. Im Konzerthaus hörte man nach der Pause die 4. op. 29 („Das Unauslöschliche“). Ein schöner Titel. Die Sätze: Allegro – poco allegretto – poco adagio quasi andante und letztlich wieder Allegro.

Für die Jugend auf der Bühne zweifellos geeignet. An einzelnen Stellen hatte man wirklich das Gefühl, dass der handwerkliche Aspekt des Musizierens, die Arbeit, hervortrat, so schnell fast sägeartig huschte der Bogen über die verschiedenen Saiteninstrumente.

Apropos: Ein schöne Geste des Dirigenten zum Schluss, als er nach dem Empfang der Blumen diese sogleich und entschlossen an eine hervorragende Bratschistin weiterreichte.

Von Sergej Prokofjew mit dem scharfen ‚S‘ wurde das Konzert für Klavier und Orchester Nr.3 gegeben (in C-Dur op.26). Warum Ostseemusik? Nun, nachdem das Zarenreich vor Jahrhunderten Schweden als europäische Großmacht besiegt hatte (Schweden gehörten und anderem Teile Norddeutschlands, so auf der Insel Rügen), war ein Zugang zum baltischen Meer geschaffen worden. Sehr wichtig für den „Mann mit den zugenähten Ärmeln“ wie das Riesenreich aufgrund des Mangels an eisfreien Überseehäfen genannt wurde.
Sogleich wurde St. Petersburg dort an der östlichsten Ostsee gebaut, Keimzelle zunächst die Haseninsel in der Newa, nach abgeschlossenem Städtebau wurde die Metropole zur Hauptstadt des gesamten Reiches bestimmt, obwohl ganz am Westrand gelegen. Prokofjew selbst stammt aus Bachmut in der Oblast Donezk, die eher am Asowschen und Schwarzen Meer liegt, und starb in Moskau. Der russische Komponist war auch ein brillanter Pianist. Prompt muss also ein Solist am Flügel Platz nehmen; in Berlin Nikolai Lugansky. Dieser angenehme Zeitgenosse mit dem Lächeln im Gesicht legte sich am Klavier mächtig ins Zeug und interpretierte Prokofjew angemessen. Viel Energie konnte man in die Pause mitnehmen. Ganz sicher ein, wenn nicht der Höhepunkt des Abends.

Lugansky, der Moskauer mit dem absoluten Gehör, arbeitete schon mit Neeme und Paavo Järvi, Kurt Masur und Kent Nagano zusammen, unter vielen anderen.

Stellvertretend für viele andere sehr gute Musiker im Orchester sei hier wenigstens ein Name genannt: Caroline Fischbeck. Die Violonistin ist in ihren Zwanzigern und hört wohl seit der Geburt Musik. Auch ihr Vater ist, vor allem in Halle, als Konzertmusiker tätig. Manchen wird es eben in die Wiege gelegt, was nicht bedeutet, dass der Fleiß fehlen darf.




Kate Tempest will wegen Drohmails nicht in Berlin singen und sagt Konzert ab

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Statt am 6. Oktober 2017 im Hangar 5, einer Außenstelle der Berliner Volksbühne, zu singen, sagte Lyrikerin und Raperin Kate Tempest ab.

Die Berliner Volksbühne teilte in einer Pressemitteilung vom 20.9.2017 mit, dass „Ihr Management ATC in London … die Absage mit Drohungen gegen ihre Person“ begründet habe und zitiert wie folgt: „We have continued to receive personal threats via email and over social media and this is not a conducive environment in which to present our concert. Kate does not want to perform in such an aggressive atmosphere and I do not want to take a further risk with her mental health or potentially our team’s safety“.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung der Volksbühne, dass Kate Tempest „im Zuge der Boykottaufrufe der BDS-Bewegung („Boycott, Divestment and Sanctions“) gegen das Berliner „Pop-Kultur“-Festival im August … in mehreren Presseartikeln als Unterstützerin dieser Bewegung genannt“ wurde, „weil sie sich 2015 zusammen mit 1.220 weiteren britischen Künstler*innen dazu bekannte, aus Solidarität mit den Palästinensern keine professionellen Engagements in Israel anzunehmen („Artists for Palestine“).“ Im Kulturexpresso berichtete ich im Beitrag „Das Festival Pop-Kultur und Der Boykott gegen die Besatzung“ (22.8.2017) darüber und auch, dass „Klaus Lederer, ein linker Lump, der vom Rostkehlchen über Quasselbuden des Kapitals bis in Staatsdienste flatterte“, … „zum Fernbleiben arabischer Musiker vom Festival ‚Pop-Kultur'“ erklärte, „dass er den Boykott ‚widerlich‘ findet und enttäuscht sei, wenn ‚Boykottaufrufe, Unwahrheiten und – anders kann ich es nicht nennen – Hass die Vorbereitungen auf das Festival beeinträchtigen'“. Dazu kommentierte ich: „Widerlich ist nicht nur Lederer, widerlich ist die seit 50 Jahren währende Unterwerfung des palästinensischen Volkes von und mit Israel.“

„Die israelische Regierung ist nicht die einzige Stimme des Judentums“

Kate Tempest sieht das nicht anders und teilte auf Facebook (https://www.facebook.com/katetempest/, 20.9.2017) mit: „Ich bin auf die Debatte in den deutschen Medien und den sozialen Netzwerken bezüglich meines geplanten Auftritts in Berlin aufmerksam geworden. Ich möchte klarstellen, dass ich über die Handlungen der israelischen Regierung gegen die palästinensische Bevölkerung entsetzt bin. Ich habe lange darüber nachgedacht und mich, gemeinsam mit vielen anderen Künstlerinnen und Künstlern, die ich respektiere, als Akt des Protestes dem kulturellen Boykott angeschlossen. Ich bin eine Person jüdischer Abstammung und zutiefst von den Vorwürfen, ich würde eine antisemitische Organisation unterstützen, verletzt. Die israelische Regierung ist nicht die einzige Stimme des Judentums. Dieser Auftritt war dazu gedacht, darauf aufmerksam zu machen, welchen Horror Migrantinnen und Migranten auf der Suche nach einem besseren Leben durchmachen müssen und Solidarität mit ihnen als Menschen zu zeigen und ich bin darüber enttäuscht, dass daraus ein politischer Spielball gemacht wurde. Ich bedauere, dass ich den Auftritt abgesagt habe, aber ich hatte das Gefühl, dass es weder ein angemessener noch ein sicherer Rahmen für mich wäre, meine Kunst zu präsentieren – ich hoffe das in Deutschland zeitnah wieder tun zu können. Ich bin dankbar für die Unterstützung des Teams der Berliner Volksbühne und wünsche ihnen nur das Beste.“

Nicht nur Tempest bedauern ihre Absage, auch Chris Dercon, der nach Frank Castorf neuer Intendant der Berliner Volksbühne ist. Laut Pressemitteilung der Volksbühne vom 20.9.2017 soll er gesagt oder geschrieben haben: „Ich bedauere es sehr, dass Kate Tempest sich entschieden hat, nicht in Berlin aufzutreten. Das ist eine riesige Enttäuschung für uns und die vielen Besucher, die sich auf das Konzert gefreut haben. Obwohl ich ihr Unwohlsein in dieser Situation verstehen kann, hätte ich mir gewünscht, dass sich die Künstlerin für einen Dialog mit ihrem Publikum geöffnet hätte. Dafür machen wir Kunst“.

Wer Tempest nun in Berlin nicht hören und sehen kann, der darf den Debütroman „Hold Your Own“ (deutsch: „Worauf du dich verlassen kannst“) lesen und erfahren, was die Autorin über das laut Verlag „finstere, schlagende Herz der Metropolen“ – wie Berlin, in dem Lumpen wie Lederer leben -, „das im alles überdauernden Takt von Drogen, Begehren und Freundschaft schlägt“, schreibt.




Gute Musik und offene Ohren. OPEN HOUSE in der Heilig-Kreuz-Kirche mit den „Different Voices of Berlin“ und Jocelyn B. Smith

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Geht es um die Musik? Das Essen? Das gemeinsame Erleben? Am 16. 9. zur Prime Time – Samstagabend um 20 Uhr – gibt es ein tolles Event an einem zentralen Ort in Berlin, der bereits in vielen Konzerten seine gute Akustik bewiesen hat: Der Heilig-Kreuz-Kirche Zossener Straße am Blücherplatz neben der AGB am Halleschen Tor. Der Zentralbau mit der Spirale im Boden ermöglicht das Zuschauen und -hören nicht nur frontal, sondern auch von oben und seitlich; viele Nischen bieten Platz für ein Café, einen Büchertisch, gute Gespräche und vieles mehr.
Die Jazz-, Blues-, Gospel- & Spiritual- und ichweißnichtwasnoch-Sängerin Jocelyn B. Smith aus New York braucht man kaum noch vorzustellen. Die Königin der Löwen sang sich am Brandenburger Tor in die Herzen der Deutschen und ist immer wieder mal on tour – allein, mit Volker Schlott oder anderen. Sie singt so, dass vielen der Mund offensteht, spielt am Flügel, schreibt selbst ihre Lieder, arrangiert und und und. Die Chöre 4bridges und „Different Voices of Berlin“ gründete sie nach 2000, über „Körper Geist Seele“ suchte sie damals Mitglieder. Letztlich möchte sie Gutes tun, mit ihrer Stimme, ihrem Wirken, ihrem Einfluss, zum Beispiel beim Kampf gegen Landminen, die weltweit viele spielende Kinder verstümmelten.

Der integrative Chor „Different Voices of Berlin“ stand nicht nur beim Karneval der Kulturen und in Kirchen auf der Bühne, auch beim Fernsehgottesdienst, sondern auch zum Beispiel vor Bundesministerin Ursula von der Leyen. Wohnungslose und Wohnungsbesitzer dürfen mitsingen, Arme und Reiche.

Am Samstag ist der Eintritt frei, es darf aber gespendet werden. Die Spenden gehen zugunsten des Zentrums Gitschiner 15, benannt nach der Hausnummer in der Gitschiner Straße an der Hochbahn der U1. Malen und Musik machen kann dort auch der, der sich Leinwände und Farben oder Musikinstrumente und den Unterricht nicht leisten kann. Schön auch der Untertitel: „Zentrum für Gesundheit und Kultur …“, etwas Positives steht im Vordergrund, die Anti-Haltung kommt erst danach: Zentrum gegen Ausgrenzung und Armut.

Zum Teil selbstgeschriebenes Repertoire

Musikalisch wird schon mal der eine oder andere Gassenhauer vorgetragen, der gute Laune bringt.
„Von Geburt an beginnt das Erlebnis …“, so beginnt „Der ewige Kreis“, ein Song aus dem Hamburger Musical „König der Löwen“. Different Voices ist der erste Chor, der das Lied singen durfte.
Auch Lieder von Jocelyn B. Smith durften mitunter vorgetragen werden, doch baut der Chor urheberrechtsmäßig sicher sein Repertoire aus: Bereits mehrere Lieder wurden selbstgeschrieben. Wer weiß, ob dieses Mal wieder etwas Neues auf dem Programm steht.

Auf jeden Fall musikalisch ein Genuss; dass leibliche Leckerbissen auch serviert werden sollen, wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen, aber tut doppelt gut, wenn auch Gäste da sind, die sich wieder einmal richtig satt essen können.
Und offene Ohren haben bestimmt nicht nur die Zuhörer, sondern auch die Leute vor Ort.

Als Gast ist die Sängerin Johanna Amelie mit Gitarre angekündigt.

Eine gute Veranstaltung zur richtigen Zeit. Am Ende der warmen Jahreszeit droht die kalte und vorsorgen ist besser als frieren lassen.

Wer ausschließlich aus musikalischen Gründen kommt, wird trotzdem auf seine Kosten kommen, dafür haben der Chor und seine Leiterin Jocelyn B. Smith bisher immer gesorgt.




Weiherer

Der Weiherer spielt auf Bühnen und auf Fratzebuch

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der in München lebende Liedermacher Christoph Weiherer, der sich selbst gerne als „langhaarigen Liederbombenleger“ bezeichnet, feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bühnenjubiläum. BerlinerInnen und BrandenburgerInnen können mitfeiern, denn Weiherer tritt am 24. September 2017, ab 19 Uhr, in der WABE, Danziger Straße 101, 10405 Berlin, auf.

Der Veranstalter teilt mit, dass Weiherer in „einem Video mit seiner Glosse um die Stadt ‚Brunsbüttel‘ das Netz sorgfältig infiltriert“ habe. Ja, wenn das so ist.

Weiherer scheint „zu einem Internetphänomen geworden“ zu sein und alles nur wegen fünf Zahlen beziehungsweise einer Postleitzahl: 25541. Das ist die Postleitzahl von Brunsbüttel.

Wie gut Weiherer wirklich gegen die Datensammelwut in Geschäften zu Felde zieht, das kann jedeR auf Fratzebuch selber sehen.

Wurdet ihr auch schon mal an der Supermarktkasse nach eurer Postleitzahl gefragt? Ich hätte da eine Wahnsinns-Idee… :-)BioBrunsBeutel, Shirts und mehr: http://www.weiherer-shop.comTourdaten: http://www.weiherer.com/termine.html

Posted by Weiherer on Samstag, 8. Oktober 2016




Teresa Riemann

Lied- und Leadabend mit Teresa Riemann im Klaviersalon

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). In der „ZUKUNFT am Ostkreuz“ im Berliner Stadtteil Friedrichshain startet der „LIEDABEND, auch LEADABEND genannt“, in die Saison. Im Klaviersalons präsentieren laut Veranstalter „Jazzbar ZUkunft und Theater Zukunft … an diesem Abend wiederum eine sehr umtriebige Künstlerin: Teresa Riemann“.

Die in Bayern geborene und in Berlin lebende „Performance-Künstlerin, Komponistin und Pianistin spielt an diesem Abend ausschließlich eigene Stücke, deren Einflüsse so vielfältig sind wie die Falten eines spanischen Fächers“, teilt der Veranstalter mit und meint, dass es heute Abend „von Jazz über Kammermusik bis hin zu groovenden Einflüssen aus dem Rock´n´Roll“ auf die Ohren gibt.

Nach den „inspirierende Einflüsse von Tom Waits und Diamanda Galas“ werden wir „Ausschau“ halten, während „musikalisch Unerhörtes zu Gehör“ gebracht wird.

ZUKUNFT am Ostkreuz
Laskerstr. 5 / Markgrafendamm
10245 Berlin Friedrichshain
S-Bahnhof Ostkreuz
Tel. 0176 57861079