Stephan Orth und Zohre Shahi.

Länderwissen interessant. Zohre Shahi und Stephan Orth gewinnen in Berlin Preise (ITB Buch Awards)

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die größte Reisemesse der Welt, die Internationale Tourismusbörse ITB, ist für 2018 vorbei. Was bleibt, sind die Buchempfehlungen, die eine reisebucherfahrene Jury aussprach. Auf gut deutsch-englisch: „ITB BuchAwards“. Buchpreis ist ja nun auch wirklich ein doppeldeutiges Wort, ein Teekesselchen, und die ITB eine internationale Marke, die im Ausland bestehen muss und deshalb das „ö“ aus „Börse“ vermeidet. Einige Preise wurden vergeben und sie alle verdienen es, genauer betrachtet zu werden. Hier und heute geht es um zwei ITB Awards: den für Stephan Orth, „Couchsurfing in Russland“, und den für Zohre Shahi, eine Iranerin, die ein persisch-jüdisch-palästinensisches Kochbuch schrieb: „Jaan – Die Seele der persischen Küche“.

ITB Buch-Award für Stephan Orth „Couchsurfing im Russland“

9mal auf der Bestsellerliste der Zeitschrift „SPIEGEL“ in der Rubrik „Paperback Sachbücher“. Beste Platzierung: Platz 9. Von der 14. bis zur 20. Kalenderwoche (KW) war das Buch ununterbrochen unter den besten seiner Art, dann nochmal in der 31. und 34. KW. Dazu mag der Untertitel beigetragen haben: „Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde“. Schließlich ist Putin-Bashing ein Volkssport in der Mainstream-Presse. Einem sympathischen Menschen wie Stephan Orth, der zudem seine Erkenntnisse verständlich „rüberbringt“, traute man eine zweite Meinung zu.

Ein Bestseller später: Was ist eigentlich „Couchsurfing“?

Was ist Couchsurfing überhaupt? Dass Sofa oder Diwan auf englisch anders heißt, wissen wir. Surfen ist das Wellenreiten und wird auch im übertragenen Sinne verwendet, im Netz surfen könnte man auch „sich durch das Netz klicken“ oder „Websites aufrufen“ nennen.

Die Kombination „Couchsurfen“ oder noch englischer „Couchsurfing“ ist inzwischen zu einem feststehenden Begriff geworden und international verständlich.

Beim Übernachten im Gästebett – das ist als Sofaersatz bestimmt auch erlaubt – lernt man andere Länder gut kennen. Quasi „an der Graswurzel“. Die Gastgeber kennen sich vor Ort aus, man kann mit ihnen einkaufen und Restaurantempfehlungen jenseits von Google-maps & Co. erhalten. Man spart Geld und hat vor allem viel mehr von seiner Reise, als wenn man abgeschirmt im Hotelbereich einer Kette sitzt, die weltweit in vielen Ländern vertreten ist. Wer auch noch in einem abgezäunten Strandbereich badet und Shopping nur als Gruppe „vornimmt“ – mit Reiseleiter – wird nicht wirklich im Land ankommen.

Alle diese Vorteile schließt der Begriff ein. Damit ist er nicht weit entfernt vom Terminus des „Rucksacktouristen“. Doch Couchsurfer können auch aus dem Koffer leben. Vielleicht bringt sie der Gastgeber noch zum Bahnhof. Der Anteil derer, die diesen Weg nicht mit dem Taxi, sondern mit dem Bus zurücklegen, ist unter Couchsurfern hoch.

Meist lernt man die Gastgeber erst kennen, weil, während oder nachdem man brav auf der Couch übernachtet. Vielleicht gibt man auch einen Obulus oder tut aus Dankbarkeit etwas in die Haushaltskasse. Das sind unwichtige Einzelheiten. Ein Beispiel für das Couchsurfing und seine Vorzüge ist Orths ähnlichlautendes Werk „Couchsurfing im Iran“. Die beste deutsche Tageszeitung, die Süddeutsche, nannte es schlicht „Ein wunderbares Buch“.

Stephan Orth auf und jenseits der Bestsellerliste: „Couchsurfing im Iran“

Wo nicht nur das Couchsurfen verpönt ist, sondern vieles Amerikanische, kann es trotzdem funktionieren. Orths Buch aus dem Jahr 2015 (Verlag Malik, Verlagsgruppe Piper) trägt den Untertitel „Meine Reise hinter verschlossene Türen“. Ein Erfolgsbuch, das zwei Jahre später als Taschenbuch erschien und dieses Jahr bereits eine Nachauflage erreichte. Es enthält – auch als Taschenbuch – 48 Farbabbildungen und 35 schwarzweiße. Der Klappentext trägt die Überschrift: Urlaub bei den Mullahs und fasst knackig zusammen: „Es ist offiziell verboten.“ Trotzdem reist Stephan Orth „als Couchsurfer kreuz und quer durch den Iran, schläft auf Dutzenden von Perserteppichen [wusst‘ ich‘s doch, dass mit der Couch braucht man nicht wörtlich zu nehmen], erlebt irrwitzige Abenteuer und lernt dabei ein Land kennen, das so gar nicht zum Bild eines Schurkenstaates passt.“

Das internationale Umwelt-Filmfestival „GreenMe“, das weltweit an fünf Standorten stattfindet, war auch im Iran zu Gast. Die Veranstalter konnten über die iranische Küche und Gastfreundschaft nur Positives berichten. Der Klappentext des Piper-Taschenbuches verweist auch auf die hospitality:

„… die Iraner sind nicht nur Weltmeister in Sachen Gastfreundschaft“ – ob das im Guinness-Buch der Rekorde steht? – „sondern auch darin, den Mullahs ein Schnippchen zu schlagen“.

Orth war neun Jahre Redakteur bei „Spiegel online“, bevor er sich 2016 selbständig machte. Da war das Reisebuch über Teheran, Kerman, Bam und Ahvaz bereits erschienen. Laut Piper-Verlag ist er schon lange Couchsurfer, empfing selber viele Gäste aus aller Herren Länder und war zu vielerorts zu Gast. In mehr als 30 Ländern.

Der Reisende Stephan Orth und die iranische Küche

Andere Buchtitel des Reisenden sind „Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt“ und jüngst „Opas Eisberg“.

Wo und wann er Zohre Shahi kennenlernte, wissen wir nicht. Das tut auch nichts zur Sache. Wenn einer eine Reise macht, kann er viel erzählen. Da er viel Zeit im Land verbracht‘, kennt er wohl viele Seelen.

62 Tage war er im Land des Xerxes und des Shahs. Einem ziemlich großen Land, das im Süden an den nach ihm benannten Persischen Golf grenzt, im Norden an das Kaspische Meer und Nachfolgestaaten der Sowjetunion wie Turkmenistan. Es ist die Ostwestbrücke zwischen dem arabischen Zweistromland und Indien, grenzt an Afghanistan und Pakistan.

Was er von den Menschen zu berichten weiß, ist eine Sache. Dabei stellt er, wie wohl für Journalisten üblich, viele Fragen. Zum Beispiel: „Warum hast du es mit dem Heiraten so eilig?“

Er sieht einen Fluss ohne Wasser, an dem ein Verbotsschild steht „No Swimming“.

Da er, wie viele, jeden Tag isst, erzählt er auch von Kebab und Salzstangen. Von Schafkopf, Ghormeh Sabzi, einem traditionellen Eintopf, und Walnussbäumen. Sabji ist Hindi für Gemüse. Er zählt auf, was ihm aufgetischt wird, darunter Reis „mit der typischen goldbraunen Kruste“, selbstgemachten Joghurt und Salat.

Wem schon vor dem Ende des Surferbuches das Wasser im Munde zusammenläuft – vielleicht ist deshalb der Fluss trockengefallen? – der findet jederzeit in Zohre Shahis Buch die perfekte Ergänzung. Vielleicht ist ein Paar, dass man parallel lesen kann. Und versteht dann „Die Seele der persischen Küche“ zwischen dem Mittelmeer, dem persisch(-arabischen) Golf und dem Indischen Ozean besser.

ITB Buch-Award für Zohre Shahi mit „Jaan – Die Seele der persischen Küche“

Frau Zohre Shahi gewann einer der beiden Auszeichnungen in der Rubrik Reisekochbuch für das Werk: „Jaan – Die Seele der persischen Küche“. Sie ist am 9. März, als die zu den BuchAwards gehörenden Trophäen übergeben wurden, sehr glücklich. Sie zeigt ihre Freude und teilt sie mit anderen. So wie sie im zwischenmenschlichen Bereich „herüberkommt“, ist es wahrscheinlich auch mit ihrem Buch geschehen. Zohre Shahi hat es geschafft, ihre sympathische Art auch in ihrem Kochbuch zu transportieren.

In einem Kurz-Interview hat sie eine Vermutung, warum sie den BuchAward erhalten hat und auf die Preisträger-Bühne der größten Reisemesse der Welt gebeten wurde. „Wahrscheinlich habe ich gewonnen, weil ich nicht nur über die persische Küche schreibe und mich darauf beschränke, sondern auch die palästinensische und jüdische Küche miteinbeziehe.“

Bei aller teils hochkochenden Propaganda sollte nicht vergessen werde, dass Judentum und Iran durchaus zwei Dinge sind, die zusammenpassen. Bis heute gibt es im iranischen Parlament einen Sitz, der für die jüdisch-iranische Minderheit reserviert ist. In Israel ist die ehemals im Iran wohnende Gruppe, die nach der Staatsgründung 1948 ins Mutterland „heimkehrte“, durchaus groß und von Gewicht. Mit eigenen Zeitungen und Rundfunksendern waren die persischsprachigen Juden gut vertreten. Das von George W. Bush vergebene Etikett „Schurkenstaat“ und die manchmal hochkochende Polemik und Propaganda sollten den Blick auf die durchaus komplexere Realität nicht verstellen. Außenpolitische Beleidigungen gegen leichte Ziele dienen sehr oft nur der Festigung der innenpolitischen Machtbasis.

Stephan Orth Preisträger in der Rubrik Länderwissen – aktuell/ WM-Land 2018: Russland

Stephan Orth: „Couchsurfing in Russland – Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde“
Verlag: Malik
EAN: 9783890294759
Erscheinungsdatum: März 2017
Anzahl der Platzierungen auf der Bestsellerliste: 9
Preis: 16,99 Euro

(als einer von mehreren Gewinnern)

Rubrik Reise-Kochbuch: Preisträger: Zohre Shahi, Heimo Aga und Nicole Schmidt

2 Gewinner:

Zohre Shahi: „Jaan – Die Seele der persischen Küche. Meine persisch-israelisch-palästinensischen Familienrezepte“
GU-Themenkochbuch aus dem Gräfe-und-Unzer-Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2017
Preis: 24,99 Euro

Heimo Aga, Nicole Schmidt: „Teigtaschen – Eine Reise zu den besten Rezepten der Welt.
Dim Sum, Samosa, Manti, Ravioli, Maultaschen & Co.“

Hädecke-Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: Mai 2017
Preis 24,90 Euro (D)




Zum Bierbad in die Sächsische Schweiz – Romantik vollbiologisch in Schmilka nahe der tschechischen Grenze

Schmilka, Sachsen, Deutschland (Kulturexpresso). Von Afrika aus schweift der Blick über die Elbe. Vor einem der Fluss, eingezwängt in ein enges Tal, mit dicht bewaldeten Hügeln, hinter einem Savannen-Romantik, zumindest lassen Möbel im Zebra- und Geparden-Look ein wenig Großwildjäger-Stimmung aufkommen.

Basteibrücke bei Rathen im Elbsandsteingebirge. © Foto: Fritz Hermann Köser, BU: Stefan Pribnow

„Safari“ nennt sich das Zimmer im Bio-Hotel „Helvetia“ in Schmilka nahe der tschechischen Grenze, eines von mehreren Themen-Räumen, Ernest Hemingway hätte sich hier bestimmt wohl gefühlt. Schlangen unter dem Bett gibt es nicht, auf Moskitonetz und Tropenhelm wurde trotz des Klimawandels verzichtet, dafür liegt die Zeitschrift „Schrot und Korn“ auf dem Nachttisch. Kühlschrank mit Mini-Bar? Fernseher? Wlan? Fehlanzeige. Stattdessen wurde alles nach Feng Shui konzipiert. Naturlatex-Matratzen, punktelastische Lattenroste und Bezüge aus ökologischer Baumwolle sorgen für einen gesunden Schlaf. Eine wunderbare Einstimmung, nicht nur auf die Mahlzeiten im zum Hotel gehörenden Bio-Restaurant „Strandgut“, erwähnenswert vor allem die Kürbissuppe mit Ingwer, sondern auf den gesamten Ort.

Fachwerkhäuser schmücken Schmilka. © Foto: Fritz Hermann Köser, BU: Stefan Pribnow

„Das ganze Dorf ist Bio“, sagt Nicole Hesse vom Tourismusverband Sächsische Schweiz. Vor allem ist es idyllisch. Der Ortskern ist ein paar Gehminuten vom Hotel entfernt, ein steiler Weg führt an putzigen Fachwerkhäuschen vorbei zum Marktplatz. Alles sehr einladend, das Gasthaus, die alte Mühle, die historische Bäckerei, in der nach alter Tradition gebacken wird, natürlich Bio, die Brau-Manufaktur, die naturtrübes Bier produziert wird. Und alles wirkt so, als hätte man ein Märklin-Dörfchen im Maßstab eins zu eins errichtet, wie eine Disney-Mini-Welt, nur mit Patina statt Plastikkitsch. Sachsen schönstes Dorf, so verspricht es jedenfalls ein Prospekt, ist fast zu schön, um wahr zu sein, es wäre ein idealer Drehort für Filme, die vor dem Krieg spielen. Auf dem Platz steht ein großer Holz-Zuber, in dem einige gut gelaunte Männer und Frauen planschen. Und trinken. Biergläser stehen am Rand, mit dem Gerstensaft wurde auch das Wasser verfeinert, das soll gut für die Haut sein. Ein junger bärtiger Mann im Mittelalterkostüm sorgt für Nachschub und die richtige Wassertemperatur. Dampf steigt aus dem Zuber, es riecht würzig. Pop schallt aus Lautsprechern. Bierbadetag in Schmilka.

Baden in einer Tonne mit einem Glas Bier. © Foto: Fritz Hermann Köser, BU: Stefan Pribnow

„Hier ist immer etwas los“, versichert Sven-Erik Hitzer. „Rituale“ nennt er die saisonalen Events, die fast täglich Gäste nach Schmilka anlocken sollen, derzeit ins „Winterdorf“, bis weit in den März hinein. Außer Bierbädern gibt es Lesungen, Filme oder Kabarett. Der Mittfünfziger ist der ungekrönte König des Örtchens, ihm gehört inzwischen von insgesamt 50 Häusern gut die Hälfte. Samt dem Bio-Hotel.

Der Cottbuser kam wegen der Kletterei ins Elbsandsteingebirge, die sächsische Schweiz sei schließlich die Geburtstätte des Freeclimbing, wie er erklärt. Seine Kumpels und er übernachteten in Felshöhlen, am Lagerfeuer spielten sie Bob Marley zu Klampfe und Mundharmonika. Schmilka selber war vor der Wende als Grenzdorf für normale Besucher weitgehend tabu, die Bewohner zu 60 Prozent Grenzer. Kurz nach der Wende kaufte er die ersten Immobilien von der Treuhand.

© Foto: Fritz Hermann Köser

Manchen Raum hat er der gelernte Gärtner und spätere Spielzeugdesigner mit alten Spielautomaten dekoriert.

Ein Tante-Emma-Laden sei sein nächstes Projekt, mit Kletter- und Wanderbedarf. Schließlich lädt die Gegend mit ihren Wäldern, steilen Felsen und Schluchten zu ausgedehnten Touren ein. Der Naturschutz wurde hier vor gut 100 Jahren entdeckt, sagt Nationalparkführerin Alrun Flechsig während einer Wanderung. Alte Gemälde zeigen meist nur den nackten Fels, das Gebiet litt unter Kahlschlag, viele Bewohner arbeiteten als Holzfäller, das Holz wurde auf Flößen verschifft.

Damals, so berichtet Regionalhistorikerin Andrea Bigge, gab es in Schmilka einen Ortsteil namens „Kamerun“, eine Art „Kolonie“ des Hauptorts, wo die Ärmeren wohnten. Zwar steht das Bio-Hotel dort nicht, aber dennoch: Afrika grüßt die Elbe.




Jerusalem

Willkommen in Jerusalem – wenigstens in der Jerusalem-Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Manche meiden Jerusalem und das nicht nur in diesen Tagen. Dabei ist diese Jeruschalajim auf Hebräisch oder al-Quds für die Heilige auf Arabisch genannte Stadt in den judäischen Bergen zwischen Mittelmeer und Totem Meer immer einen Besuch wert. Für alle an Geschichte und Gegenwart Interessierte hat sie nicht nur Kirchen, Moscheen und Synagogen für Christen, Muslime und Juden zu bieten, sondern vier Viertel in einer Altstadt, die alle – das muslimische, jüdische, christliche und armenische Viertel – besichtigungswürdig sind.

Jerusalem ist nicht nur von religiöser, kultureller und geschichtlicher Relevanz, Jerusalem sei auch „von außerordentlicher politischer Brisanz, da sowohl Israelis als auch Palästinenser es als ihre Hauptstadt beanspruchen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Jüdischen Museums Berlin vom 21. Dezember 2017.

Die neue Ausstellung „Welcome to Jerusalem“, die seit dem 11. Dezember 2017 und noch bis zum 30. April 2019 läuft, wird mit folgenden Worten beworben: „Von der Zeit des zweiten Tempels und seiner Eroberung durch Rom über die osmanische Herrschaft und die britische Mandatszeit bis zum 21. Jahrhundert – die Ausstellung ‚Welcome to Jerusalem‘ thematisiert eine Stadtgeschichte, in der Alltag, Religion und Politik unauflöslich miteinander verflochten sind. Zu sehen sind wertvolle historische Objekte und Modelle, die erstmals in Berlin gezeigt werden; ebenso mediale Installationen, die eigens für die Schau entwickelt wurden.
Arbeiten von Yael Bartana, Mona Hatoum, Gustav Metzger, Fazal Sheikh und weiteren internationalen Künstlern kommentieren historische Ereignisse und politische Positionen. Eine Filmspur mit Interviews aus der Echtzeit-Dokumentation ’24h Jerusalem‘ macht die Besucher mit einer in jeder Hinsicht bemerkenswerten und aufregenden Stadt bekannt. – Welcome to Jerusalem!“

Die Ansicht einer Ausstellung ist das eine, die Erlebnisse, die Erfahrungen und Erkenntnisse einer Reise nach Jerusalem das andere und viel nachhaltiger für das Verstehen, Erklären und Verändern einer Welt im Wandel.

Die vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit freundlicher Unterstützung der Lotto-Stiftung Berlin geförderte Ausstellung ist im ersten Obergeschoss des Altbaus des Jüdischen Museums Berlin zu sehen.

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 20 Uhr, montags 10 bis 22 Uhr
Eintritt: Mit dem Museumsticket (8 Euro, erm. 3 Euro)
Mehr Informationen: www.jmberlin.de/jerusalem




Kloster Springiersbach

Klosterurlaub im Viervierteltakt – Eintauchen in die Welt des Gospelgesangs

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ist es ein mit Ungestüm hereinbrechendes Tropengewitter, das sich wie eine Urgewalt aus Blitz und Donner in mitreißender Energie entlädt? Das darüber hinaus jeden elektrisiert, der diesem sprühenden Funkenflug zu nahe kommt? So jedenfalls will es scheinen, wenn Lerato Sebele ihrem musikalischen Temperament Raum gibt und dabei ihre klanghelle Stimme mit rhythmischen Körperbewegungen unterstützt. Wie schon im Hamburger „Lion King“, bei dem sie in der Rolle der Rafiki gleich zu Beginn die ausgelassene Stimmung im Auditorium anheizte.

Ihr begeisterndes Engagement ist geblieben, nur der Ort ist ein anderer. Es ist das Karmelitenkloster Springiersbach in der Südeifel, nur wenige Kilometer entfernt von der Mosel zwischen Cochem und Traben-Trarbach. Normalerweise ein Ort der Besinnlichkeit und der Stille, der inneren Einkehr und der Kontemplation. Nur nicht in diesen Tagen mit Ausnahmecharakter, an denen die ruhigen Stellen nur noch in den Randbereichen der stattlichen Klosteranlage zu finden sind.

Musikalische Kabinettstückchen

Kloster Springiersbach
Außenfassade der Rokoko-Klosterkirche. © 2010, Foto: Dr. Bernd Kregel

Stattdessen schwungvoller und spontan mitreißender Gospelgesang, der selbst bei geschlossenen Türen und nur leicht angekippten Fenstern den Weg nach draußen findet. Klänge, die einer anderen Welt zu entstammen scheinen, zu der Lerato Sebele nun ihrem zwanzigköpfigen Chor Tür und Tor öffnen will. Es sind nicht die bekannten Stücke, wie sie von den Südstaaten-Baumwollfeldern Nordamerikas ihren Siegeszug durch die ganze Welt angetreten haben.

Vielmehr sind es vor allem die kleinen unbekannten Kostbarkeiten, die die Sängerin aus ihrer südafrikanischen Heimat mitgebracht hat. Musikalische Kabinettstückchen, durchweg dreistimmig gesetzt, die christlichen Glauben und christliches Leben auf eine unkomplizierte Weise mit geradezu entwaffnender Schlichtheit reflektieren und kommentieren. Einige auf Englisch, andere in der Zulu-Sprache, Schnalzlaute inbegriffen.

Wir-Gefühl

Und dabei bilden die Sänger – es sind in der überwiegenden Mehrzahl Sängerinnen – nicht einmal einen Chor im herkömmlichen Sinn. Was sie verbindet ist die Freude am gemeinsamen Gesang, und die hat sie aus allen Teilen Deutschlands hierher zusammen geführt, um sich auf das Experiment eines musischen Urlaubs im Kloster einzulassen. Ein Wagnis?

Noch kurz nach der Begrüßung der Gruppe durch Pater Felix, den Geistlichen Leiter des Exerzitien- und Bildungshauses „Carmel Springiersbach“, ist – man sieht es den versonnenen Gesichtern an – das Eis noch nicht gebrochen. Jeder für sich muss erst einmal ankommen am neuen Ort des Geschehens. Das weiß natürlich auch die Chorleiterin, die ohne große Vorrede sofort einen Versuch startet, bei den im Kreis um sie herum sitzenden Individuen ein gemeinsames Wir-Gefühl aufzubauen.

Gefühl der ausgelasenheit

Kloster Springiersbach
Gospel-Chor mit Lerato Sebele. © 2010, Foto: Dr. Bernd Kregel

Da erweist sich das von ihr in die Runde geworfene „Halleluja, praise celebrate rejoice in the name of the Lord“ als ein wahres Zaubermittel, das schnell ein erstes Lächeln auf den Gesichtern entstehen lässt. Ein Trend der anhält und in den nächsten Tagen zu einem Gefühl der Ausgelassenheit heranwächst, das Distanzen überwindet und im dreistimmigen Chorgesang Gemeinsamkeit schafft: „Have you heard of the city, the streets are paved with gold!“ Ein schlichter, hoffnungsvoller Text, der schon bald zur Chor-Hymne heranreift, die bei jeder Gelegenheit mit Eifer – unterstützt durch Mimik und Gestik – erschallt.

Sehr zur Freude der einheimischen Jugend und der zahlreichen Gäste im Ort, die von außen rhythmisch mitklatschen und sich bereits auf ein abschließendes Konzert in der barocken mit schmucken Rokoko-Elementen ausgestatteten Klosterkirche freuen. Anfangs als Projekt noch Besorgnis erregend, doch dann immer motivierender, anspornender, ohne dass die Freude am unbefangenen Gesang dadurch beeinträchtigt würde.

Zufriedenes Lächeln

Der Lockerung dienen auch Wanderungen in die nähere Umgebung, wobei natürlich die Mosel mit ihren kleinen Winzerorten unterhalb der hoch aufsteigenden Weinberge am meisten imponiert. Erinnert nicht auch der nun mit der Weinernte zu erwartende Gärungsprozess der Trauben an die Entwicklung, wie sie gerade im Chor stattfindet, wo sich mit der Zeit irgendwann einmal ein ausgereiftes und genießbares Ergebnis einstellt?

Noch unterbricht Lerato Sebeles Stimme ab und zu mit kritischen Anmerkungen den Gesang. Doch bei „Schlagern“ wie dem wehmütigen bis lustigen „Achiwiwiwi Buya Sithandwa“, das von einer Frau vom Lande handelt, die ungeduldig auf die Rückkehr ihres Mannes aus Johannesburg wartet, huscht nun wieder ein zufriedenes Lächeln über ihr stets hellwaches Gesicht. Gospel-Urlaub im Kloster? Kaum jemand zweifelt in diesem Stadium noch daran, dass dies die richtige Entscheidung für ihn war.

Einüben in Achtsamkeit

Kloster Springiersbach
Sonntagsmesse in der Klosterkirche Springiersbach. © 2010, Foto: Dr. Bernd Kregel

Auch der Gedankenaustausch kommt nicht zu kurz, entweder abends bei einem Moselwein im geräumigen Gewölbekeller des Klosters oder zum Sonnenuntergang bei einem Bier in der Dreibank-Sitzecke unweit der Kirchenfassade. Einige Teilnehmerinnen berichten von einschlägigen Erfahrungen, die sie bereits an anderen Orten in Deutschland mit dem Klosterurlaub gemacht haben: zum Beispiel mit dem liturgischen Gesang der Gregorianik in der Allgäuer Benediktinerabtei Ottobeuren.

Andere wiederum schwören auf Wellness-Klosterwochen im Bayerischen Wald und dabei besonders auf die Stressbewältigung durch angeleitetes Einüben in „Achtsamkeit“. Oder auf Besinnungstage in Niederaltaich an der Donau, wo Bogenschießen und Atemübungen dazu dienen sollen, sich körperlich und mental neu zu entdecken.

Optimales Mischungsverhältnis

Urlaub im Kloster demnach als Alternative zu Sonne und Strand, zu Bergen und Seen? Niemand von denen mit SKR-Klostererfahrung will dies so stehen lassen. Vielmehr sehen sie in der Mischung von Einkehr und Klosterumwelt, von Kultur und Natur, ein optimales Mischungsverhältnis mit persönlichem Gewinn für Körper, Seele und Geist.

Und natürlich, wie nun hier in Springiersbach, für die eigene Stimme. Das Konzert in der Klosterkirche steht nun unmittelbar bevor, und das Vertrauen in die stimmlichen Fähigkeiten ist bei allen enorm gewachsen. „Mögen sie nur kommen!“ meint man in den Augen der Workshop-Teilnehmer zu lesen. Und dass ein jeder von ihnen eine gehörige Portion an Erinnerung und Können mit nach Haus nimmt, daran zweifelt nun niemand mehr.

Infos Klosterurlaub:

SKR Studien-Kontakt-Reisen, Web: www.skr.de, E-Mail: info@skr.de
Karmelitenkloster Springiersbach, Web: www.karmelitenorden.de/klosterspringiersbach.html

Unterstützungshinweis:

Die Recherche wurde unterstützt von SKR-Reisen.




Calvin in Genf.

Spitzbärtiger Bücherwurm – Johannes Calvin brachte Luthers Ideen in die weite Welt. Sein Wohnort Genf wurde zum „protestantischen Rom“

Genf, Schweiz (Kulturexpresso). Martin Luther ist gerade in aller Munde. Das Reformationsjubiläum erinnert an seinen Einfluss auf das Christentum. Dabei wird gern vergessen, dass es die Anhänger von Johannes Calvin waren, die das Gedankengut der Reformation in die Welt trugen; nach Schottland oder Nordamerika, bis in die Südsee.

Es wurde kritisiert, dass die Evangelische Kirche bei den Jubiläumsfeierlichkeiten so stark auf Luther setzt. Der eignet sich eben zu gut als Sympathieträger. Gutmütig und lebensfroh blickt er aus dem berühmten Cranach-Porträt. Luther liebte gutes Essen und die Musik; mit den einfachen Leuten sprach er auf Augenhöhe. Calvin dagegen – hageres Antlitz, ernster Blick und langer Spitzbart – wirkt eher einschüchternd. Während Luther sich als leutseliger Prediger verstand, war Calvin ein disziplinierter, pflichtbewusster Bücherwurm. Die Mitmenschen fürchteten seine Reizbarkeit und scharfe Ironie. Getroffen oder geschrieben haben sich die beiden Reformatoren übrigens nie.

1509, ein Vierteljahrhundert nach Luther, kommt Calvin im nordfranzösischen Noyon zur Welt. Als Theologiestudent in Paris überträgt Jean Cauvin seinen Namen ins Lateinische. Da die evangelisch Gesinnten in Frankreich verfolgt werden, zieht er bald in die Schweiz, wo sich die Anhänger der Reformation um Ulrich Zwingli scharen.

Calvin in Genf.
Die Rue Jean-Calvin in Genf. © 2017, Foto: Antje Rößler

Nur widerwillig lässt sich der Bücherwurm Calvin überreden, beim Aufbau des Kirchenwesens in Genf mitzuhelfen. 1536 hat sich die Stadt für protestantisch erklärt und zugleich die unabhängige Republik ausgerufen – per Volksentscheid.

Doch die ersten Reformversuche gehen schief. Calvin findet keine Mehrheit im Bürgerrat und wird verbannt. Während eines dreijährigen Aufenthalts in Straßburg nimmt er immer wieder an Einigungsversuchen teil, um die Wogen zwischen Protestanten und Katholiken zu glätten. Wie auch Luther, liegt Calvin eine Spaltung der Kirche fern.

Unterdessen versinkt in Genf das politische und kirchliche Leben im Chaos. Calvin wird eindringlich um Rückkehr gebeten. Und so lässt er sich 1541, mit 32 Jahren, endgültig in der Stadt nieder.

Seit jeher war Genf ein wichtiger Handelsposten – dank der günstigen Lage zwischen Alpen und Jura, der Rhone und dem türkis schillernden Genfersee. Die Handelswege kreuzten sich auf dem zentralen Marktplatz, der Place du Bourg-de-Four, der heute allerorten mit Cafés und ihren Außenterrassen bestückt ist.

Die Altstadt zwängte sich auf einem Hügel zwischen wuchtige Befestigungswälle. Noch heute begegnet man hier Calvin auf Schritt und Tritt: Die schmale, steile Straße, in der er wohnte, ist nach ihm benannt. In der mittelalterlichen Kathedrale, wo er einst predigte, steht sein hölzerner Lehnstuhl.

Abgesehen von den bunten Kirchenfenstern wirkt die Kathedrale karg, wurden doch Dekor und Malereien im Zuge der Reformation entfernt. Wer die 157 Stufen des Kirchturms erklimmt, wird mit einem Panoramablick auf Bergketten und See belohnt.

Neben der Kathedrale steht eine kleine, schlichte Kapelle mit Spitzbogen-Pforte, die Calvin als Hörsaal für seine Vorlesungen nutzte. Um den theologischen Nachwuchs zu schulen, gründete er die Akademie, den Vorläufer der heutigen Universität. So legte er die Weichen dafür, dass sich Genf zum „protestantischen Rom“ entwickelte.

Calvin in Genf.
Das Reformationsdenkmal in Genf. © 2017, Foto: Antje Rößler

Bald wurde die Stadt zur Zuflucht für verfolgte Glaubensgenossen aus Frankreich, Schottland, Holland oder Italien. Die Bevölkerung innerhalb der engen Stadtmauern verdoppelte sich auf rund 20.000 – sogar die Häuser mussten aufgestockt werden. Zugleich trugen die Fähigkeiten der Flüchtlinge – darunter Lehrer, Ärzte, Uhrmacher und Kaufleute – zu einer wirtschaftlichen Blüte bei.

Näheres über Calvin und seine Wirkung erfährt man im Museum der Reformation, das in einem prächtigen klassischen Stadtpalais residiert. Stundenlang könnte man hier im Musikzimmer den Klängen der Reformation lauschen; von Hugenotten-Psalmen bis zu Luther-Chorälen.

Ausflugswert bietet ein Besuch des Literaturmuseums Fondation Bodmer, das in den Weinhügeln liegt, mit weitem Blick über den See. Es besitzt zahlreiche Schätze der Reformationszeit: ein Plakat mit Luthers Thesen, einen Brief aus der Feder Calvins; oder eine reich dekorierte Gutenberg-Bibel, die einst dem Zaren gehörte.

Entlang der Seepromenade geht es zurück in die Stadt, wo ein riesiges Freiluft-Denkmal an die Ereignisse der Reformation erinnert. Es stammt von Paul Landowski, der auch die Christus-Statue in Rio de Janeiro entworfen hat. In Genf setzte er eine hundert Meter lange Mauer aus hellem Stein gegen den Befestigungswall des Altstadthügels. Davor stehen vier überlebensgroße Skulpturen, die Hauptfiguren der Genfer Reformation. Calvin, am Spitzbart leicht erkennbar, ist der zweite von links.

Nach seinem Tod 1564 wurde der ernste Reformator ohne Pomp beigesetzt; nicht einmal einen Grabstein wollte er. Seine Grabstätte auf dem Genfer Prominenten-Friedhof besteht aus kniehohen immergrünen Büschen, umringt von einem gusseisern Zaun, davor eine nackte Steinplatte – schlicht und schmucklos, wie es Calvins Charakter entspricht.

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Mehr touristische Informationen über Genf unter https://www.geneve.com/de im Weltnetz.




Sara de Ascaniis

Heute oder nie? Moon Suk wird ihren Salon weltreisebedingt schließen – Zu Gast: die Pianistin Sara de Ascaniis

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Moon Suk reiste 1989 zu einem Aufnahmestudium nach Deutschland, seitdem hat sie hier eine beispiellose Karriere hingelegt und das Kunst- und Musikleben entscheidend bereichert. Seit 3 Jahren ließ sie die Berliner Salonkultur wieder aufleben und zieht hervorragende junge Künstler an. Diesmal die Pianistin Sara de Ascaniis. Die Italienerin ist bei der Koreanerin zu Gast, doch Länder zählen schon lange nicht mehr in der Welt der Musik. Sprachen, ja. Sara de Ascaniis hat beim Lesen der Noten und Partituren zweifellos einen Heimvorteil, da sie als Muttersprachlerin nicht erst lernen muss, was adagio bedeutet, oder andante oder piano. Das Piano, Klavier, der Flügel ist ihr Instrument. Sie studierte in Vicenza in Venetien, das ca. 60 Kilometer nordwestlich von Venedig liegt. Die norditalienische Großstadt mit etwa 112.000 Einwohnern ist unter anderem für ihre Keramik und Musikintrumente bekannt. Andrea Palladios Renaissancebauwerke führten zur Anerkennung eines Unesco-Welterbes.

Sara de Ascaniis‘ Italien

Sara de Ascaniis Eltern sind Musiker, haben aber ihr aber alle Freiheit gelassen. Nach einer Veranstaltung wiederholte die Zweieinhalbjährige das gerade mehrfach gehörte Hauptthema am Klavier, was bei den Eltern Erstaunen auslöste und sie langsam an das Instrument heranführen ließ. Von Schulbeginn an begann dann eine zehnjährige Ausbildung. Es ist diese Freiheit und Freiwilligkeit, die Sara de Ascaniis‘ Ausdruck und Entfaltung ermöglicht gemacht hat. „Perfekte“ Pianisten, deren technische, teils seelenlose „Perfektion“ wenig lebendig und noch weniger herzlich ist, deckeln einen Teil ihrer Persönlichkeit, um in einem kleinen Teilbereich bessere Ergebnisse zu erzielen. Professor Bernd Senf würde von Unterdrückung der Lebensenergie sprechen.

Qualität durch Freiheit und Freiwilligkeit

Dass Sara de Ascaniis‘ Entwicklung wunderbar und in Freiheit geschah, ist nicht anders vorstellbar. Wenn sie als Violinduo mit Julia Pérez Gámez auftritt, ist ihre Fähigkeit, ganz im Spiel zu versinken und gleichzeitig perfekt mit ihrer Partnerin zu harmonieren, voll ausgebildet. Ein Genuss, dies zu beobachten. Der Musikgenuss ergibt sich von ganz allein.

Moon Suks Verdienst, ist es immer wieder solche begnadeten Talente aufzuspüren, die doch sehr menschlich sind. Von Moon Suks Kunst und Gesang – die Sopranistin beherrscht allein 500 Stücke auswendig – wäre noch viel zu berichten.

Moon Suk setzt sich in einen VW-Bus und ist dann einfach mal weg

An dieser Stelle kurz der Hinweis, dass ihre Berliner Tage vorübergehend gezählt sind. 2018 wird sie auf eine vielleicht anderthalbjährige Weltreise gehen – in einem VW-Bus? – und unterwegs mit örtlichen Künstlern auftreten. Ein Datum der Wiederkehr wurde nicht festgelegt.

Der monatliche Salon pausiert auf unbestimmte Zeit – was das heißen kann, wissen wir vom ICC

Der monatliche Salon wird also ab Anfang der Jahres auf unbestimmte Zeit aussetzen. Die 1000 glücklichen Zuhörer ihre monatlichen Salons und diejenigen, die es bisher nicht schafften, werden wohl jetzt zum Run auf die Eintrittskarten ansetzen. Lediglich 50 werden für die Beletage in der Charlottenburger Altbauwohnung am Olivaer Platz verkauft.
Als einmal 70 Musikliebhaber Einlass begehrten, wurde es einfach zu eng.

Zu allem Guten obendrauf gibt es auch noch ein selbstzubereitetes schwäbisch-koreanisches Dinner-Büfett.

Sonntag, 15. Oktober 2017: „Musikalisches Oktoberfest“ im Salon Moon

www.moonsuk.de
(Nicht nur zum Salon, sondern auch zu Vita und Werk Moons.)

Der Salon Moon ist ja kein Auslaufmodell, aber ein Beweis für die Wandlungsfähigkeit des „Gesamtkunstwerks“ Moon: www.salonmoon.de

Mond und Sterne zum Anfassen – Exklusive Kultur-und-Wellness-Reise mit Wladimir Kaminer und Moon Suk




Juan-les-Pins für Gourmets, Park- und Gartenliebhaber – Erstes Festival der Gärten an der Côte d’Azur

Juan-les-Pins, Frankreich (Kulturexpresso). Juan-les-Pins, das Seebad an der Côte d’Azur, gehört zur Gemeinde Antibes. Daher der Doppelname Antibes-Juan-les-Pins für zwei Orte an der traumhaft schönen Halbinsel Cap d’Antibes, mit dem legendären Hôtel du Cap-Eden-Roc, einem der teuersten Hotels der Welt, gelegen.

© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch
© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch

Die Gegend ist berühmt für ihre außergewöhnlich bezaubernden, öffentlich zugänglichen Parks und Gärten der Côte d’Azur. In Ergänzung hierzu – sozusagen als I-Tüpfelchen und Bonbon obendrauf – findet 2017 zum ersten Mal ein Wettbewerb statt: das Festival der Gärten, in dem Landschaftsgärtner aller Couleur ihre ausgefallenen zeitgenössischen Kompositionen und Attraktionen dem Publikum und einer Jury präsentieren.

In Antibes selbst gibt es zum Beispiel den Rosengarten der Villa Eilenroc zu bestaunen und den Botanischen Garten der Villa Thuret – alle auf der Halbinsel Cap d’Antibes gelegen.

Diese Halbinsel der Reichen, die gerne unter sich bleiben, ist felsig und verfügt nur über den Plage de la Garoupe mit kleinen Privatstränden.

Bekannt wurde Cap d`Antibes vor allem durch den  Roman Tender is the Night (Zährlich ist die Nacht) von F. Scott Fitzgerald.

Rosengarten der Villa Eilenroc (Fondation Beaumont)

© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch
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Um 1860 herum gehörte es für die reichen Nordeuropäer zum guten Ton, sich eine Villa an der Côte d’Azur zuzulegen. Direkt neben der prächtigen Villa samt Garten des russischen Milliardärs Abramovic gelegen, befindet sich die in neoklassizistischem Stil erbaute Villa Eilenroc, heute im Besitz der Stadt Antibes. Ihr elf Hektar großer Garten, vom Landschaftsarchitekten Jacques Greber gestaltet, diente einst als repräsentativer Empfangsort von tout Côte d’Azur, die mit Luxusautomobilen vorfuhren. Heutzutage finden dort im Sommer Klassik-Open-Air-Konzerte mit Blick auf die Villa und das Meer statt. Ein Öko-Museum wurde angelegt und vor dem Rosengarten ein Duftgarten mit würzig riechenden Kräutern der Region. „1000 Rosenvarianten der Côte d’Azur sind im Rosengarten vertreten, die besonders gut und intensiv duften, wenn sie im Schatten stehen“, wie Thierry, der Gärtner erklärt. Er hat nicht zu viel versprochen. Die Düfte sind umwerfend, bezaubernd, noch nie gerochen und von vielfältigster Art. Hinter dem Rosengarten schließen sich ein Oliven-, Zitronen- und Orangenbaumhain an.
Ein 3,7 km langer, von der Villa ausgehender Panorama-Küstenwanderweg führt vom Cap d’Antibes und dem Strand der Villa Eilenroc zum Strand Anse de la Garoupe, wo einst Picasso seine Vormittage verbrachte, um sich mit Freunden zu treffen. Der Spaziergang lohnt sich auch für Gourmets, denn an dem Ort ist heute reich an Luxusrestaurants.

Pâtissier Cristian Cotard

Nach dem Besuch des Gartens empfiehlt sich ein Mittagessen im Pâtisserie-Restaurant La Closerie des berühmten Pâtissiers Christian Cotard in Antibes. Die verlockenden Angebote sind bezahlbar. Cotard richtete mit seiner Frau eine hübsche oasenartige Villa samt Kochschule ein, nicht zuletzt um seine preisgekrönte Pâtisserie zu verkosten. Auch Touristen können hier annäherungsweise das Handwerk des Chocolatiers-Pâtissiers erlernen. Hervorzuheben ist die Schokoladenkuchen-Komposition Fort carré, die das Fort Carré in Antibes widerspiegelt. „Eigentlich wollte ich ja etwas anderes werden“, flachst Christian Cotard, der dann doch in die Fußstapfen seines Vaters, ein berühmter Pâtisserie in Menton stieg.

Botanischer Garten Villa Thuret (Cap d‘Antibes)

© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch
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Dieser herrliche, verwilderte riesige Garten auf einem Felsenvorsprung vor dem Meer, bereits von Berühmtheiten wie der Schriftstellerin Georges Sand gelobt, wurde vom Botanisten Gustave Thuret (von 1815 bis 1899) angelegt. Thuret, der 1869 korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften wurde, ist in deutschsprachigen Landen vor allem als Forscher von Algen an der Atlantikküste bekannt. Die 1857 gegründete meeresbiologische Forschungsstation und der Jardin botanique de la Villa Thuret ist eine unter Park- und Gartenliebhabern weltweit bekannte Attraktion am Mittelmeer. 2500 exotische Baum- und -Sträucherarten des mediterranen Klimas wurden Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzt um ihrer Seltenheit oder Geschichte willen. Heute wird der Garten vom Gartenbau-Institut Institut National de la Recherche Agronomique verwaltet und ist weiterhin ein Ort der wissenschaftlichen Forschung über Botanik und Akklimatisation. Hier wachsen unter anderem Mimosengewächse, große Eukalyptusbäume und „schüchternen“ Pinien. Mit schüchternen Pinien sind Pinienbäume gemeint, die einerseits eng zusammenstehend aufwachsen, sich andererseits in der Krone nicht berühren.

Juan-les-Pins – La Pinède Gould

© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch
© 2017, Münzenberg Medien, Foto: Eva-Maria Koch

Am Strand des einst mondänen Seebades voll von Künstlern, Reichen und Schönen, beim Pinienhain Pinède Gould, sind zeitlich begrenzte Installationen von Gartenvorschlägen im Rahmen des Festival des Jardins de la Côte d’Azur zu bestaunen: Les Ondées (Die Überflutung) von M. Vincent Capmartin trägt der Wasserknappheit der Region Rechnung. Unter einem schattenspendenden Dach tropft Regen herunter, der auf die aromatisch riechenden Sträucher und Blumen fällt und ihren Duft hierbei verstärkt. In den daneben installierten Bulles Encensées (das sind Duftkugeln aus Holzstreben) vom Kollektiv der Jardiniers nomades findet sich in mannshohen, licht- und sichtdurchlässigen Kugeln die Biodiversität der Region in Schalen präsentiert. Sitze geben Gelegenheit zum Genießen. Die Böden sind teils mit Teppichen aus Muscheln oder anderem Material belegt. Pinède Gould und M. Vincent Capmartin sind nur zwei von zahlreichen jungen, vielversprechenden Gärten- und Landschaftsarchitekten, die dem Zeitgeist Ausdruck verleihen und in Juan-les-Pins zu bestaunen sind.

Reisehinweise:

Anreise: Juan-les-Pins im Département Alpes-Maritimes ist über den Flughafen Nizza und die Autobahn A 8 zu erreichen. Eine TGV-Schnellzug-Haltestelle wurde neu angelegt, so dass die Anreise mit der Bahn flott und famos vonstatten geht.
Busse: Die Busse der Envibus, Linie 200, verbinden Antibes mit der näheren Umgebung Côte d’Azur nach Cannes und Nizza. Fahrpreis: 1,50 €

Übernachtung: Allen Budgetgrößen kann Genüge getan werden: von Campingplätzen und Jugendherberge bis zum 5-Sterne-Hotel.

Unterstützungshinweis:

Die Recherche wurde von Office de Tourisme und Congrès Antibes-Juan-les-Pins unterstützt.




Kunst und Antiquitäten in Antibes – Stadt der Kunst und des Kunsthandwerks

Antibes, Frankreich (Kulturexpresso). Sanft rauscht das Meer und bricht sich an Felsbrocken am ehemaligen Festungshafen Port Vaubaun der von den Griechen gegründeten Stadt Antibes, unweit des „Quai des Milliardaires“, den der russische Milliardär Abramovic anlegen ließ. Hier ankern die riesigen Luxusjachten von Menschen, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Bei Sonnenaufgang lässt sich das geschäftige Treiben der Angestellten betrachten, die für alles sorgen, bevor vereinzelt Jachten auf einen Törn aufbrechen. Dazwischen findet sich auch das Yachtcharterschiffchen Navire Moguntia. Die Crew bietet Schwimmen mit den Delfinen an. Hierzu wird per Satellit nach Delfinschwärmen Ausschau gehalten, so ein Crewmitglied. Die Frage, ob auch therapeutisches Schwimmen mit Patienten angeboten wird, wird bejaht. „Delfine erkennen Kranke sofort und schwimmen auf sie zu“, erklärt das Crewmitglied weiter. Ganz billig ist es nicht, aber für einen Tag voller Außergewöhnlichkeiten mit allem Drum und Dran nicht zu viel! Mehr Meeressäugetiere, Eisbären sind im „Marineland“ in Antibes zu bewundern. Auch hier können die Delfine im Becken besucht werden! „Viele Touristen kommen nur deshalb nach Antibes“, klagt Lucy vom Tourismusbüro.

© 2017, Foto: Eva-Maria Koch
© 2017, Foto: Eva-Maria Koch

Ausgiebig lässt sich auf den noch vorhandenen Festungsmauern am Hafen spazieren mit bezauberndem Panoramablick auf die Alpes-Maritimes, Nizza und Antibes und den Yachthafen, mit 1.700 Liegeplätzen einer der größten Europas! Eine riesige, weiße, begehbare Drahtgestell-Installation namens „Nomade“ ziert seit kurzem die Festungsmauer – zwischen vielen Buchstaben, die keinen Sinn ergeben sollen, lässt sich das Panorama einmal anders genießen. Auch das große Picasso-Museum im ehemaligen Grimaldi-Schloss ist neben anderen ein Muss.

Antibes, zwischen Cannes und Nizza gelegen, besteht nur teilweise aus nicht sichtbaren Milliardären. Durch die pittoresken, engen Gässchen mit ihren Boutiquen, Läden, Restaurants und Galerien der ehemaligen Jetsetter-Stadt laufen neben flanierenden Einwohnern und Touristen auch Vierergruppen von Soldaten Streife. Das Patrouillieren ist der aktuellen politischen Situation geschuldet und die Regierenden tragen damit dem Bedürfnis nach Sicherheit der Bevölkerung Rechnung. Sie stören nicht, ganz im Gegenteil trägt deren Anwesenheit erheblich zum Wohlbefinden bei, wenn man beim Bummeln nicht Angst haben muss, ungeschützt Attentätern ausgesetzt zu sein.

Marché Couvert Provençal, Platz Cours Masséna

© 2017, Foto: Eva-Maria Koch
© 2017, Foto: Eva-Maria Koch

Zurück zum Vergnügen! Besonders authentisch und pittoresk ist der Marché Provençal auf dem Platz Cours Masséna. Frische Produkte der Region, Blumen wie Lavendel, Pfingstrosen, Früchte, Gemüse wie Tomaten, Auberginen, Zuccini, Oliven in allen vielfältligen Natur- und Zubereitungsformen, Fische, Seifen, Käse, Gewürze werden von charmanten HändlerInnen feilgeboten: La Provence wie sie leibt und lebt.

Europas bester Antiquitäten- und Kunstmarkt

In Antibes lockt seit einigen Jahren im Frühjahr und im Sommer der europaweit beste und exklusivste Antiquitäten- und Kunstmarkt mit 120 Ausstellern rund 25.000 Besucher an. Unter großen, weißen Eventzelten am Port Vauban sind exquisite antike Möbel zu bestaunen – und zu kaufen, wenn es das Portemonnaie erlaubt: Louis XVI, ganze Zimmertäfelungen aus Turiner Schlössern, Samurai-Rüstungen, kostbare Vasen, Schmuck, Gemälde und auch witzige, moderne und zeitgenössische Gemälde und Skulpturen finden ihre Abnehmer, präsentiert von namhaften, edlen Galeristen. Auch wenn die persönliche Geldbörse keine Käufe erlauben sollte, einen Besuch wert ist diese kostbare Sammlung von schönen Dingen aller Art, die zum Staunen verführt, schon.

Nach einer kleinen Pause im Restaurant „Le Nacional“ am Place Nationale mit seinem oasenähnlichen, ruhigen, sonnigen Innenhof und einem Steak aus einem Spezialkohleofen geht es weiter mit den Kunst- und Kulturgenüssen: Auf zu den
Künstlerateliers in der Galerie municipale Les Bains Douches.

In der Festungsmauer am Port Vauban, die Festung wurde von Festungsstar-Architekten Louis XIV. Vauban konzipiert, waren einst in ehemaligen Militäranlagen zur Hygiene für die Bewohner eine Aneinanderreihung von Zimmern zum Duschen und Baden angelegt worden. Diese steinernen Zimmer werden seit einigen Jahren an zahlreiche KünstlerInnen vermietet, die hier ihre Ateliers haben, arbeiten und ihre Werke ausstellen.

Die KünsterlerInnen

Der antiboise, warmherzige Sculpteur Claude Urbani zum Beispiel mit seiner farben- und lebensfrohen Skulpturen- und Gemäldesammlung erzählt so lebendig – als ob Picasso vor einem stünde – von der Entstehungsgeschichte seiner Kunst und von Antibes. Man könnte seinem südfranzösischen Charme ausstrahlenden Plaudern „aus dem Nähkästchen“ stundenlang zuhören, denn er ist ein wirklicher Insider, der auch schon in Deutschland auf Schloss Würtemberg eine Mäzenin fand. Auch die beiden Hélènes „Les Helènes“ sind keine Helleninen, sondern authentische, gestandene, langhaarige, blonde Bildhauerinnen, die äußerst attraktive lange, große Holzskulpturen präsentieren, in die zum Beispiel Glas eingearbeitet ist. „Es ist Holz aus der Region.“ so eine der Hélènes. Auch wertvolle Bronzemasken und -skulpturen sowie Schmuck runden ihre Werkschau ab, die von großem künstlerischen Können zeugen. Auch die anderen Ateliers sind eins um andere interessanter als das andere. So kann man zum Beispiel in der Galerie Didier Saba dem Glasbläser bei der Arbeit zuschauen, wie er witzige Kreationen ins Leben ruft wie bunte Papageien mit Hüten.

Restaurantstraße entlang der Galeries Bain-Douches

Entlang der Straße der Galerien können Erfrischungen und französische Küche in zahlreichen Restaurants und Bistrots genossen werden – der spannenden Wanderung durch die Ateliers muss Tribut gezollt werden! In den angrenzenden Gässchen findet sich in der Rue Thuret ein typisch französisches Seifengeschäft, um beim Thema Bain-Douches zu bleiben. Im Comptoir des Savonniers bleibt kein Seifenwunsch offen: alle schönen Farben, alle diversen Formen, alle feinen Düfte – bislang noch nirgendwo in dieser Vielfältigkeit gesehen und gerochen – dieses Seifengeschäft ist ein Geheimtipp.

Reisehinweise:

Anreise: Antibes Juan-les-Pins im Département Alpes-Maritimes (die von weitem mit ihren schneebedeckten Kuppen zu sehen sind) ist über den Flughafen Nizza und die Autobahn A 8 zu erreichen – auch eine TGV-Schnellzug-Haltestelle wurde neu angelegt. Auch hier keine weiteren störenden, offensichtlichen Sicherungsmaßnahmen, lediglich sind die abfliegenden Passagiere an einem Spezialterminal „Kiss and Fly“ „abzuliefern“. Die Autos parken nicht mehr auf Parkplätzen, sondern die Gäste werden hier samt Gepäck abgeladen und die Autos müssen weiterfahren. In Nizza selbst ist der Boulevard des Anglais mittlerweile durch Betonpoller gesichert. Die Lebensfreude nach dem schrecklichen Attentat von 2016 mit 80 Toten siegt und niemand lässt sich in seinem Tun beeinträchtigen. Das Leben geht weiter.
Busse der Linie 200 verbinden Antibes mit der näheren Umgebung an der Côte d’Azur sowie nach Cannes und Nizza. Der Fahrpreis beträgt 1,50 Euro.

Übernachtung: Allen Budgetgrößen kann Genüge getan werden. Besucher können sich auf Campingplätzen ein Plätchen, in Jugendherbergen ein Bett und Hotels bis hin zum Fünf-Sterne-Hotel ein Zimmer buchen.

Unterstützungshinweis:

Die Recherche wurde von Office de Tourisme und Congrès Antibes-Juan-les-Pins unterstützt.




Kultur pur in Aix-en-Provence

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Alljährlich an Ostern werden an den berühmten Festspielorten der Welt Klassikfestivals inszeniert. In Aix-en-Provence spielt nun das fünfte Jahr in Folge die Crème de la Crème der Klassikmusik in neugebauten Kulturstätten, zu denen neben dem Grand Théâtre de Provence weitere Spielstätten zählen.

Renaud Capuçon, begnadeter Violonist mit Welt-Renommée, rief dieses ins Leben, tatkräftig von Mäzenen unterstützt. Sein Bruder, der ebenfalls berühmte und begnadete Cellist Gautier Capuçon ist neben weiteren Berühmtheiten selbstverständlich „mit von der Partie“. Er bezauberte unser Berliner Publikum bereits 2016, als er beim „Young European Classic“ Festival junge Franzosen auf der Bühne begleitete.

Im Konzert „Renaud Capuçon and Friends“ hat der sympatische Renaud seine Freunde eingeladen, die witzige, charmante Sopranistin Julie Fuchs aus Avignon, François Lambret und Nicolas Angelich am Piano, Gerard Caussé – Bratsche und Gautier Capuçon – Violoncello. Zuerst singt die bezaubernde Julie Fuchs mit ihrem kristallklaren Sopran Arien von Rossini, Mozart, Léhar und Oberfeld. Sie bezirzt das Publikum und flirtet mit ihren Mitspielern mit französischem Charme – es ist eine wahre Freude! Nach der Pause wird das Quattuor No. 1, op. 25 von Johannes Brahms gespielt – ein Hochgenuss und herzergreifend, mit welch meisterhaftem Spiel und vor allem Zusammenspiel dieses in Szene gesetzt wird.

Am darauffolgenden Abend spielt Renaud Capuçon zusammen mit dem weltberühmten Schweizer Dirigenten Charles Dutoit und dem Royal Philharmonic Orchesta Hector Berlioz (Ouverture Le Carneval Romain, op. 9) und Felix Mendelssohn-Bartoldy (Concerto pour violon en mi mineur, op. 64).

Renaud Capuçon spielt brilliant-magnetisierend und allen im Publikum geht sein Spiel unter die Haut und erzeugt Gänsehautgefühl. An den Stellen, wo er solo spielt, könnte man eine Stecknadel auf den Boden fallen hören, so hypnotisiert ist das Publikum von seinem unglaublich begnadeten, meisterlichen Spiel. Es ist einfach überwältigend und von niemandem in der Welt zu toppen, hierin sind sich alle einig! Dutoit dirigiert das Royal Philharmonic Orchesta dann nach der Pause solo zu Antonín Dvořák’s Symphonie No. 9 en mi mineur, op. 95 „Du nouveau Monde“. Das Publikum gibt stehende Ovationen.

Wer an kommenden Oster- oder Sommerfestivals teilnehmen möchte, erreicht Aix-en-Provence sehr gut über den Flughafen von Marseille mit Überlandbus-Anbindung (Cars Phocéens). Zwar hat der diesmal zu frische April 2017 auch vor dem „Midi“ nicht halt gemacht und der Mistral blies dazu, aber ein Sommertag war auch zu verzeichnen – was wohl eher die Regel bei den übrigen Festivals.

Aix-en-Provence – Kultur pur

© 2017, Foto: Eva-Maria Koch
© 2017, Foto: Eva-Maria Koch

Die geschichtsträchtige, trotzdem junge Universitätsstadt Aix-en-Provence mit seinem südfranzösischen Flair bietet auch tagsüber ein reichhaltiges, anregendes Programm, gut mit den öffentlichen Bussen oder auch zu Fuß zu bewältigen. So fasziniert als Erstes der brunnenreiche „Cours Mirabeau“, eine mit hohen, prächtigen Plantanen bepflanzte Prachtstraße, die zum Bummeln einlädt. In Straßencafé-Restaurants wie dem berühmten „2 Garçons“ lässt sich das bunte Treiben gut bei Vin Rosé und einer Platte „Fruits de Mer“ beobachten. Wer von den über 600 Käsesorten Frankreichs probieren will, dem empfiehlt sich die benachbarte „Fromagerie du Passage Agard“. Auch die Altstadt-Gässchen von Aix-en-Provence sind mehr als sehenswert, eine Führung empfiehlt sich.

An den verschiedenen Plätzen der Stadt (Place de la Rotonde, Place Richelm, Place de l’hôtel de ville) finden pittoreske Obst- und Blumenmärkte statt, am Samstag entlang des Cours Mirabeau ein typisch provençalischer Wochenmarkt mit Obst, Gemüse, Kleidung, Tischdecken, Mitbringseln und vielem anderen mehr.

Sicherheit geht vor

Der öffentlichen Sicherheit und der der Touristen wird sichtbar Rechnung getragen! In Vierertrupps laufen Soldaten mit Maschinengewehren herum, von bewaffneten Polizisten bewachte Betonhindernisse vor dem Cours Mirabeau verhindern ungewolltes Eindringen auf den Boulevard von potentiellen Lastwagenattentätern. Den Tourismusbähnchen und kleinen Bussen fahren Polizeiautos hinterher. Es ist jedoch nicht störend, sondern ganz im Gegenteil beruhigend – dem Terrorismus von heute muss überall Rechnung getragen werden. Für Sicherheit in Frankreich ist gesorgt.

Atelier Césanne, Picasso, Museen und Galerien

Der Maler Paul Cézanne, Sohn der Stadt, hat überall seine Spuren hinterlassen. So ist sein Atelier zu besichtigen in seinem ehemaligen Haus. Im einstündigen, lebendigen Erzählen einer Mitarbeiterin wird der Maler zum Leben erweckt. Danach schnell zum Hôtel Caumont Centre d’Art. Das museale Haus an sich ist schon eine Sehenswürdigkeit mit seiner noblen, französischen Architektur. Die Innenräume des Hotels sind voller antiker Möbel. Eine Ausstellung über Marylin Monroe bezaubert aktuell. In einem Kinosaal läuft in einer Dauerschleife ein sehenswerter Film über Paul Cézanne, von dem Picasso sagte: „Was wäre ich ohne ihn!“

Picasso, auch er überall! Im Musée Granet und in der nicht weit entfernten Chapelle des pénitents blancs dürfen die reichhaltig vorhandenen Picassobilder und Werke anderer Meister sogar fotografiert werden. Von Cézanne sind der Stadt leider nicht viele Werke erhalten geblieben – er brilliert in den renommiertesten Museen der Welt.

Wer noch mehr „Hunger“ auf Kultur hat, dem sei die Fondation Vasarély wärmstens zu empfehlen, mit den öffentlichen Bussen gut zu erreichen. Das von Vasarély konzipierte Haus besteht aus einer wabenförmigen Struktur – in jeder der Alveolen hängen meterhohe umwerfende Vasarely-Werke. Leider hat Vandalismus und der „Zahn der Zeit“ stark an allem „genagt“, so dass die Alveolen paarweise renoviert werden. Einige sind schon wieder ganz gut „in Schuss“, andere sind nicht begehbar wegen Baugerüsten, man kann jedoch trotzdem einen Blick auf die Werke erhaschen. Die Fondation ist nicht „flüssig“, so dass die Renovierungsmaßnahmen sich leider seit Jahren hinziehen, aber erfolgreich.

Aix-en-Provence ist eine wahre Schatztruhe und Augenweide. Sie bietet Römerkultur und Thermalquellen. Daher der Name Aix, der sich vom Lateinischen Aqua ableitet und Wasser bedeutet. Die südfranzösische Lebensart und Savoir vivre springt in der Woche und an einem langen Wochenende auf Reisende über. Vor allem im Sommer, wenn alljährlich in Aix-en-Provence das internationale Lyrikfestival mit Opern aller Art stattfindet. Spätestens dann, wenn die Sonne schön scheint, lassen sich noch weitere antike und zeitgenössische Kulturstätten erkunden. Die Auswahl ist riesig. Vive la culture – vive la France!

Unterstützungshinweis:

Die Recherche wurde unterstützt von Office de Tourisme d’Aix-en-Provence.




Kulturelles Erbe schützen. National Geographic verrät die Finalisten der World Legacy Awards; die Preisträger werden auf der ITB Berlin bekanntgegeben

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Reisen ja, aber nachhaltig. So könnte kurz der neue Trend zusammengefasst werden. Wenn die heute in Arbeit Stehenden nicht die vorletzte Generation sein wollen, die noch reisen kann und große Stätten der Kultur in einer lebenswerten Umwelt vorfindet, muss etwas geschehen. Nicht weniger reisen kann die Lösung sein, sondern besser.
Zu den fünf Dingen, die man am Ende des Lebens bereut, gehört „bin zu wenig gereist“. Innovative Reiseunternehmen, Organisationen und Destinationen setzen Nachhaltigkeit in die Tat um – die besten unter ihnen werden im März ausgezeichnet, um ihre Vorbildfunktion zu unterstreichen.
Die 15 Finalisten der National Geographic World Legacy Awards wurden im Dezember verkündet. Die World Legacy Awards, eine Partnerschaft zwischen National Geographic und der ITB Berlin, präsentieren führende Reise- und Tourismusunternehmen, Organisationen und Destinationen, die die globale Reiseindustrie positiv verändern und dazu motivieren, sich für nachhaltigen Tourismus einzusetzen. Die Preisträger reichen von Ländern bis zu kleinen Inseln und von urbanen Hotels bis zu Retreats im Dschungel. Erstmals findet die Preisverleihung der World Legacy Awards im Palais am Funkturm, der neuen und offiziellen Award-Location der ITB Berlin, statt.

Rika Jean-François, CSR Commissioner ITB Berlin, erklärt: „In ihrem dritten Jahr haben sich die World Legacy Awards zu einer überaus angesehenen Auszeichnung der globalen Reiseindustrie etabliert. Die Finalisten werden am ITB-Mittwoch einem internationalen Publikum vorgestellt und die Gewinner noch vor Ort bekanntgegeben. Wir freuen uns auch sehr darüber, dass wir mit den Finalisten zusätzlich am renommierten CSR Day am ITB-Freitag über ihre innovativen Projekte diskutieren werden. Die ITB Berlin setzt sich intensiv dafür ein, das Bewusstsein für nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus international zu stärken und ist deshalb auch kürzlich offiziell Mitglied im GSTC (Global Criteria for Sustainable Tourism) geworden.“
Die Bewerbungen für die diesjährigen World Legacy Awards umspannen mit 45 Ländern und sechs Kontinenten den ganzen Planeten und zeigen, dass nachhaltiger Tourismus keine Grenzen kennt. Die Finalisten der fünf Kategorien wurden von einem internationalen Team von mehr als 20 Juroren ausgewählt. Der mehrstufige Bewertungsprozess beinhaltete auch Vor-Ort-Inspektionen jedes Finalisten. Weitere Informationen zur Jury finden Sie unter http://www.nationalgeographic.com/worldlegacyawards/judging.html.

Costas Christ, Chairman der National Geographic World Legacy Awards, sagte: „Wir haben einen Wendepunkt erreicht. Immer mehr Leistungsanbieter der Reiseindustrie verstehen, dass es ohne Nachhaltigkeit keine Zukunft für den Tourismus geben kann. Dazu gehören umweltfreundliche Geschäftspraktiken, der Schutz von kulturellem und natürlichem Erbe sowie konkrete soziale und wirtschaftliche Leistungen für die einheimische Bevölkerung in den Reisezielen. Die Länder und Unternehmen, die das heute verstehen, werden die führenden Köpfe von morgen sein. Diese 15 Finalisten der World Legacy Awards weisen den Weg in eine glänzende Zukunft für die Menschen und den Planeten.“

Die Finalisten der National Geographic World Legacy Awards 2017, nach Rubriken geordnet, sind:

Conserving the Natural World (Erhaltung der natürlichen Umwelt)

Prämiert werden außerordentliche Leistungen zur Erhaltung der Natur, zur Wiederherstellung natürlicher Lebensräume sowie zum Schutz seltener und bedrohter Arten, sowohl auf dem Land als auch im Meer.
(Die Nummerierung stelle keinerlei Rangfolge oder Wertung dar.)

1. Mark Thornton Safaris, Tansania – Dieser Anbieter mit eigenen Führern schützt die vom Aussterben bedrohte Tierwelt, indem er Partnerschaften mit einheimischen Gemeinden im Sinne des Simanjiro Grazing Easement der Massai-Steppe schließt, ein enorm wichtiger Migrationskorridor der Tierwelt und Abkalbeterrain von Gnus.

2. Misool Eco Resort, Indonesien – Misool setzt sich aktiv dafür ein, den marinen Lebensraum zu schützen, auf die Politik einzuwirken und lokalen Gemeinden mehr Teilhabe zu ermöglichen. Sie leiten mehr als 350 Quadratmeilen Meeres-Naturschutzgebiet im Herzen des Coral Triangle – dem globalen Zentrum der marinen Biodiversität.

3. North Island, Seychellen – Gefeiert als das Galapagos des Ostens, hat dieses innovative Projekt des Eco-Resorts einige der seltensten Lebewesen der Seychellen als Teil der Renaturierung von heimischen Lebensräumen auf der früheren Plantageninsel wieder in die Natur eingeführt.

Earth Changers (Veränderer der Erde)

Prämiert wird die innovative Marktführerschaft im Bereich umweltfreundlicher Geschäftspraktiken und grüner Technologien – von erneuerbarer Energie und dem Schutz des Wassers bis hin zu Null-Abfall-Systemen und der Verringerung der Kohlenstoffemission.

4. Cayuga Collection, Costa Rica und Nicaragua – Verringern, wiederverwenden, recyclen ist ein tägliches Mantra bei diesem ultra-grünen Hospitality-Unternehmen, das mit seinem innovativen Programm, Plastikmüll eliminieren will (sogar Strohhalme bestehen aus wiederverwendbarem Bambus). Gäste können an Touren teilnehmen, die durch für sie sonst unzugängliche Bereiche führen, um zu erfahren, wie Nachhaltigkeit ihre Urlaubserfahrungen bereichert.

5. Finch Bay Eco Hotel, Ecuador – Der geschlossene Kreislauf der nachhaltigen Technologie von Finch Bay produziert Bio-Lebensmittel für Gäste mittels eines ertragreichen Prozesses, der Wasser konserviert, Pestizide beseitigt und die CO2-Fußabdrücke der Lebensmittel reduziert. Ihr Modell macht nun auch bei anderen Hotels auf den Galapagosinseln Schule.

6. ITC Hotels, Indien – Die elf, über Indien verteilten, ikonischen Stadthotels von ITC sind alle LEED Platinum zertifiziert – das höchste anerkannte Level der Leadership in Energy and Enviromental Design. Sie zeigen damit, dass auch große luxuriöse Stadthotels einen neuen Standard in Sachen Nachhaltigkeit setzen können.

Sense of Place (Erhaltung der Bedeutung eines Ortes)

Prämiert werden hervorragende Leistungen zur Aufwertung der Atmosphäre eines Ortes und dessen Authentizität, wie etwa dem Schutz historischer Monumente, archäologischer Stätten, kultureller Ereignisse, dem indigenen Erbe sowie künstlerischer Traditionen.
7. Adventure Canada, Kanada – Dieses kleine Unternehmen hilft einheimischen Gemeinschaften, ihr touristisches Potential zu verwirklichen und gleichzeitig ihre Heimatverbundenheit zu sichern. Die Inuit-Jugendlichen erhalten die Möglichkeit, aus erster Hand Erfahrungen in Archäologie zu sammeln und sich über ihr Erbe unterrichten und anleiten zu lassen.

8. Awamaki, Peru – Im Sacred Valley gelegen, setzt sich diese gemeinnützige ländliche Gemeinde-Tourismusorganisation dafür ein, Armut zu lindern, indem sie einheimische Kunsthandwerkerinnen und ihre Familien dazu befähigen, Reisenden die authentische Quechua-Kultur in einer lebensechten, nachhaltigen und respektvollen Art und Weise nähe zubringen.

9. Stadt Santa Fe, USA – Wenn die amerikanischen Pioniere aus der Zeit vor mehr als 100 Jahren heute auf der Plaza von Santa Fe wiederauftauchten, würden sie diese sofort wiedererkennen. Die älteste Hauptstadt eines amerikanischen Bundesstaates sieht die Erhaltung ihres reichen Erbes als Pflicht an. Dazu gehört auch die Fiesta de Santa Fe, die älteste regelmäßige öffentliche Feierlichkeit des Landes.

Engaging Communities (Engagement in Gemeinschaften)

Prämiert werden direkte, konkrete wirtschaftliche und gesellschaftliche Leistungen, die zur Verbesserung der Lebensgrundlage vor Ort beitragen. Dies umfasst die Schulung und den Kapazitäten-Aufbau, gerechte Löhne und Sozialleistungen, Gesundheitsfürsorge und Bildung.
Die Anwärter in dieser Rubrik sind:

10. Andaman Discoveries, Thailand – Gegründet als Antwort auf den Tsunami im Jahr 2014, lässt Andaman Discoveries Gäste in die kulturelle und natürliche Diversität Thailands eintauchen. Alle Initiativen werden von der lokalen Gemeinschaft geführt. Die Dorfbewohner setzen einen fairen Preis für ihre Tourismusleistungen fest, 50 Prozent der Einnahmen unterstützen eine Stiftung für die Gemeindeentwicklung.

11. Lodge at Chaa Creek, Belize – Belizes führendes Eco-Resort zeigt, dass das Vorgehen, einheimische Menschen an erster Stelle zu stellen, den Mitarbeitern, den Dörfern und dem eigenen Gewinn zu Gute kommt. Die Lodge stellt über das Land verteilt wirtschaftliche Leistungen für Gemeinde-Projekte zur Verfügung. Zehn Prozent der Zimmereinnahmen unterstützen soziale und ökologische Programme.

12. Chambok Community Based Eco Tourism/MIup Baitong, Kambodscha – Als die gemeinnützige Gruppe MIup Baitong ihre Arbeit begann, waren die Dorfbewohner von Chambok von unerbittlicher Armut geplagt. Um zu überleben, setzten sie deshalb auf illegales Abholzen und Wilderei. Das selbstversorgende Ecotourismusprojekt beteiligt sich heute mit 20 Prozent ihres Gewinns an einen einheimischen Fonds, der sich für Initiativen von Kleinunternehmerinnen einsetzt und das Gesundheitswesen der Gemeinde unterstützt.

Destination Leadership (Beispielhafte Destinationsführerschaft)

Prämiert werden hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Destinationsmanagements, dies betrifft Städte, Provinzen, Bundesstaaten, Länder oder Regionen, die Best Practices im Bereich des Umweltschutzes anwenden, die Erhaltung des Kultur- und Naturerbes pflegen, die Schaffung von Vorteilen für örtliche Gemeinschaften unterstützen und Touristen über die Grundsätze der Nachhaltigkeit informieren.

13. Riverwind Foundation/Jackson Hole Chamber of Commerce, USA – Indem sie zusammenarbeiten, bringen diese beiden Unternehmen öffentliche und private Akteure dazu, ökologische und soziale Verantwortung sowie wirtschaftliche Dynamik durch Destinationsmanagement-Strategien und Planungen zu unterstützen. Dazu gehört ein Beschluss für Naturräume, die den Schutz von über 10.000 Hektar sicherstellt sowie einen Sustainability Code of Conduct für Besucher.

14. Segera Retreat, Kenia – Diese luxuriöse Eco-Lodge in Laikipia fungiert als Inkubator für innovative Technologien und Naturschutz-Ansätze, die in Afrika und darüber hinaus getestet, verfeinert und nachgebildet werden können. Dazu zählen erfolgreiche Projekte, um die lokale Lebensgrundlage zu verbessern, das Gesundheitswesen zu unterstützen, bedrohte Tiere zu schützen und den natürlichen Lebensraum wiederherzustellen.

15. Slowenisches Tourismusamt, Slowenien – Slowenien hat den Grundstein gelegt, um eine der nachhaltigsten Destinationen der Welt zu werden. 60 Prozent des Landes sind bewaldet. Das Tourismusamt vereint alle Initiativen durch ihre „Green Scheme“, welche Richtlinien setzt und alle dafür nötigen Werkzeuge bereitstellt, um den Nachhaltigkeitsfortschritt messbar zu machen.

Preisvergabe am Internationalen Frauentag

Die Gewinner werden am 8. März 2017 bei der Preisverleihung der World Legacy Awards live auf der Bühne im Palais am Funkturm während der ITB Berlin bekanntgegeben. Ebenso werden die Gewinner und Finalisten vom National Geographic Traveler Magazin geehrt.
Die Sponsoren der World Legacy Awards sind Adventure World und TreadRight Foundation.
Mehr Informationen zu den World Legacy Awards und die diesjährigen Finalisten erhalten Sie unter www.nationalgeographic.com/worldlegacyawards/ oder http://www.itb-berlin.de/en/ITBBerlin/SocialResponsibility/WorldLegacyAwards/.

Über National Geographic Partners LLC

National Geographic Partners LLC, ein Joint Venture zwischen National Geographic Society und 21st Century Fox, vereint die Fernsehsender von National Geographic mit den Medien und kundenorientierten Bereichen von National Geographic, darunter die National Geographic Magazine; National Geographic Studios; verwandte digitale und soziale Medienplattformen; Bücher; Landkarten; Kindermedien und unterstützende Tätigkeiten, wie z.B. Reisen, weltweite Erlebnisse und Events, Archivverkäufe, Kataloge, Lizenzierung und E-Commerce. Ein Teil der Erlöse von National Geographic Partners LLC wird zur Finanzierung von Wissenschaft, Forschung, Erhaltung und Bildung verwendet, um die Arbeit der National Geographic Society durch beträchtliche, kontinuierliche Beiträge zu unterstützen.

Die ITB Berlin und der ITB Berlin Kongress

Die ITB Berlin 2017 findet von Mittwoch bis Sonntag, 8. bis 12. März, statt. Von Mittwoch bis Freitag ist die ITB Berlin für Fachbesucher geöffnet. Parallel zur Messe läuft der ITB Berlin Kongress von Mittwoch bis Samstag, 8. bis 11. März 2017. Er ist weltweit der größte Fachkongress der Branche. Mehr Informationen sind zu finden unter www.itb-kongress.de. Die ITB Berlin ist die führende Messe der weltweiten Reiseindustrie. 2016 stellten mehr als 10.000 Aussteller aus 187 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen rund 180.000 Besuchern, darunter 120.000 Fachbesuchern vor.