Eine Skulptur von Eduardo Paolozzi.

Britische Nachkriegsmoderne in der Berlinischen Galerie – Eduardo Paolozzi. Lots of Pictures – Lots of Fun

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Britische Nachkriegsmoderne in der Berlinischen Galerie. Dafür holten sich die Verantwortlichen mit Eduardo Paolozzi einen der innovativsten und respektlosesten Künstler der britischen Nachkriegsmoderne von der Insel an die Spree.

Leider ist der Bildhauer und Grafiker Eduardo Paolozzi, geboren 1924, gestorben 2005, schon tot. Doch seine Werke, mit denen er die Pop-Art prägte, werden ausgestellt, jedenfalls in Kreuzberg.

Ab 9. Februar 2018 werden ausdrucksstarke Skulpturen und Grafiken, die sich zwischen Mensch und Maschine bewegen, aus Paolozzis experimentellen Phasen der 1940er- bis 1970er-Jahre präsentiert.

Die Vernissage der Ausstellung mit dem Titel „Eduardo Paolozzi. Lots of Pictures – Lots of Fun“ findet am 8. Februar 2018 statt. Einlaß zur Eröffnung: 18 Uhr, Beginn: 19 Uhr. Erst Pictures und Reden. Vielleicht ist auch eine von dem Schirmherr Sir Sebastian Wood, der als britischer Botschafter in Berlin die Fahne des kleiner werdenden Großbritannien hochhält, dabei. Dann Fun mit Musik.

Berlinische Galerie

Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin-Kreuzberg

Eröffnung: 8. Februar 2018, 19 Uhr
Eintritt: 10 Euro




Das Museum Barbarini.

Welttheater oder Das Bild als Bühne – Max Beckmann im Museum Barberini in Potsdam

Potsdam, Brandenburg, Deutschland (Kulturexpresso). Welttheater oder besser Beckmann in Potsdam. Max Beckmann.

Viele Gemälde Max Beckmanns, der von 1884 bis 1950 nach unserer Zeitrechnung lebte, zeigen die Welt des Theaters, Zirkus und Varietés. Das Museum Barberini zeigt viele Gemädle von Beckmann, Max Beckmann. Ausgestellt werden sie vom 24. Februar bis 10. Juni 2018 in Potsdam.

Noch läuft diese Ausstellung bis zum 4. Februar 2018 in der der Kunsthalle Bremen, wo sie am 30. September 2017 begann.

Für das neue Museum Barberini in Potsdam wird das Bild als Bühne mit Max Beckmann die vierte Ausstellung.

Museum Barberini

Humboldtstraße 5-6, 14467 Potsdam

Eröffnung: 24. Februar 2018
Eintritt: 14 Euro




Manuela Koska: Ich bin ein Mensch - Heimat.

Tränensäcke als Heimat oder Menschen in Mecklenburg-Vorpommern – Zu Ausstellung und Katalog „Ich bin ein Mensch – Heimat“ von Manuela Koska

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). „Ein Fotoprojekt. Ein Buch. Eine Ausstellung. Über Menschen. Über ihre Heimat. Über Identität. Verwurzelung. Sehnsüchte. Enttäuschungen. Freude. Hoffnungen.“ Mit diesen Worten wird auf der Heimatseite des Rostocker Traditionsverlags Hinstorff der Katalog zur Ausstellung im Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin „Ich bin ein Mensch – Heimat“ von Manuela Koska beworben, in dem rund 180 Abbildungen zu sehen sind.

„Die in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause sind“

Weiter im Text heißt es: „Oft zufällig traf Manuela Koska auf die Menschen, die sie dann vor ihre Kamera holte und mit denen sie zugleich Interviews führte. Menschen, die in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause sind. Wobei sie sich nicht nur auf ‚Ur-Einwohner‘ beschränkte, sondern auch auf jene, die von irgendwoher kamen und blieben, mit ihren Kulturen, Weltanschauungen, Lebensformen und Eigenheiten. Sie alle hat sie porträtiert: die ‚Zuwanderer‘, die ‚Ausländer‘ und die ‚Einheimischen‘.“

Koskas Ausstellung „Ich bin ein Mensch – Heimat“ ist nach der Ausstellung in Schwerin gerade in Berlin zu sehen und zwar in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.

Wir sagen dazu wenig, aber dass die 76 Protagonisten aus 42 Ländern stammen, als hätte das neue Bindestrich-Bundesland nicht mehr zu bieten, das bleibt nicht unerwähnt.

Die von Koska Fotografierten, „die in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause sind“, stammen aus Marokko, Indien, Mosambik, Sri Lanka und so weiter.

Tränensäcke als Heimat?

Wundert sich da noch jemand, dass Christiane Peitz im „Tagesspiegel“ (23.12.2017) schreibt: „Heimat ist das, was du am Leib trägst, die faltige Gesichtshaut, die Tränensäcke – gelebte Identität.“

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel, möchte man der Träne vom Tagesspiegel zurufen.

Die Ausstellung

in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, In den Ministergärten 3, 10117 Berlin, läuft noch bis zum 12. Januar 2018. Öffnungszeiten montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr (an Feiertagen geschlossen).

Bibliographische Angaben

Manuela Koska, Ich bin ein Mensch – Heimat, Katalog, Sprachen: Deutsch und Englisch, 176 Seiten, Broschur, Format: 20x 28 cm, Verlag: Hinstorff, ISBN: 9783356021462, Preis: 24,99 EUR




Flaschentrockner von Macel Duchamp.

Ein Flaschentrockner von Marcel Duchamp zu Gast im Schaufenster Sohm

Stuttgart, Deutschland (Kulturexpresso). Vom 23. November 2018 an soll die Sonderausstellung „Marcel Duchamp. 100 Fragen. 100 Antworten“ im Schaufenster Sohm zu sehen sein. Zu dem, was die Staatsgalerie Stuttgart über den Winter bis zum 10. März 2019 zeigen will, soll auch der Flaschentrockner zählen, den Duchamp 1914 kaufte und der als Ready-Made 1964 in die Kunstgeschichte einging.

Allerdings wird nur ein kleiner Einblick in den umfangreichen Bestand zu sehen sein.

Marcel Duchamp, der von 1887 bis 1968 nach unserer Zeitrechnung lebte, behauptet die Staatsgalerie Stuttgart in einer Pressemitteilung vom 21.12.2017, „beeinflusst bis heute wie kaum ein anderer Künstler die Gegenwartskunst. Indem er einen Alltagsgegenstand zum Kunstwerk erhob und damit das ‚Ready-made‘ erfand, revolutionierte er die Kunstgeschichte.“

Zu empfehlen ist nach wie vor der von dem Künstler und Duchamp-Forscher Serge Stauffer 1981 herausgegebene Band „Marcel Duchamp. Die Schriften“. Das Werk ermöglicht laut Pressemitteilung „einen Einblick in Duchamps theoretische Überlegungen zum Prinzip des Ready-Mades.




Fanny Hensel

Im Schatten des Bruders – Das Leipziger Mendelssohn-Haus feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einer neuen Ausstellung über Fanny Hensel

Leipzig, Deutschland (Kulturexpresso). Zwölf Jahre wohnte Felix Mendelssohn in Leipzig. Er komponierte, leitete die Gewandhauskonzerte und gründete das erste deutsche Konservatorium. „Als Mendelssohn mit 26 Jahren nach Leipzig kam, war er bereits ein Star. Er wurde engagiert, um Einnahmen für das bürgerliche Gewandhausorchester zu generieren“, sagt Jürgen Ernst. Er leitet das Mendelssohn-Haus, das sich in jenem klassizistischen Bau befindet, wo Mendelssohn mit seiner sechsköpfigen Familie lebte und auch starb.

In der DDR ließ man den Bau verkommen. Dass er nach der Wende nicht abgerissen wurde, ist vor allem dem langjährigen Gewandhaus-Kapellmeister Kurt Masur zu verdanken. Tomoko Masur, die Witwe des 2015 verstorbenen Dirigenten, erinnert sich an einen Spaziergang im Jahre 1982. „Wir kamen an der Ruine des Mendelssohn-Wohnhauses vorbei, an der nur eine kleine Tafel stand“, erzählt sie. „Da wurde mein Mann ganz blass und meinte: Hier muss etwas gemacht werden.“

Nach der Wende gründete Masur eine Stiftung, so dass der denkmalgerecht sanierte Bau 1997 als Museum eröffnet werden konnte. In der Beletage befinden sich die fünf Wohnräume Mendelssohns. Größtes Zimmer ist der Musiksalon: lindgrüne Wände, ein weißer Kachelofen und mittendrin der Flügel „Für solche Räume ist Kammermusik eigentlich geschrieben“, sagt Jürgen Ernst, der bereits von Masur als Direktor des Hauses eingesetzt wurde. Man merkt ihm den Unmut darüber an, dass sich die Musikmetropole Leipzig – auch Telemann, Schumann oder Mahler waren hier zugange – lange nur als Bach-Stadt vermarktet hat. Auch deshalb hat es bis heute gedauert, die Einrichtung zu vollenden.

Die neue Ausstellung über die ältere Schwester Mendelssohns trägt den Titel „…und wo ist Fanny?“ – diese Frage wurde dem Museumspersonal nahezu täglich gestellt. Man mag einwenden, dass Fanny nicht in Leipzig, sondern in Berlin lebte. Dennoch: „Felix‘ Lebensgeschichte und sein Werk sind ohne den Blick auf Fanny nicht vollständig erzählt“, ist Museumsleiter Jürgen Ernst überzeugt.

Das Geschwisterpaar erhielt gemeinsam eine exzellente musikalische Ausbildung. Auch Fanny war eine ausgezeichnete Pianistin und begann früh mit dem Komponieren. Doch Vater und Bruder verwehrten ihr die Veröffentlichung ihrer Werke – für eine bürgerliche Dame galt das nicht als schicklich. Fanny beschränkte sich daher auf das Organisieren und Musizieren im Zusammenhang mit den Konzerten in ihrem Berliner Salon.

Die Ausstellung erreicht man über das historische hölzerne Treppenhaus, in dem manche japanische Besucher aus Ehrfurcht die Schuhe ausziehen. Das lichtdurchflutete Obergeschoss empfängt mit hellen Holzdielen und Wänden in warmen Pastellfarben. Die sinnliche Raumgestaltung lässt die Atmosphäre von Fannys Gartensalon aufleben, in dem die Sonntagsmusiken stattfanden.

An den Wänden hängen Familienporträts von Fannys Ehemann, dem preußischen Hofmaler Wilhelm Hensel. Blätter mit Zitaten aus dem emsigen Briefwechsel mit Felix schweben wie Wölkchen vor einer himmelblauen Wand. Zum Musikhören lässt man sich auf einer der beigefarbenen Chaiselongues nieder, wo dann im Kopfhörer die zwölf Charakterstücke aus Fannys Klavierzyklus „Das Jahr“ ertönen.

Die Einrichtung des Mendelssohn-Hauses ist auch als historische Wiedergutmachung zu verstehen, wurden doch die Werke des „nicht-arischen“ Komponisten von den Nationalsozialisten aus Konzertsälen und Rundfunkprogrammen verbannt. Kurt Masur, dem 1927 in Schlesien Geborenen, dürfte das bei seinem Einsatz für Mendelssohn stets gegenwärtig gewesen sein.




Mexikanische Jenseitstiere, wie sie in dem Disney-Pixar-Film Coco zu sehen sind

Rosaanas farbige Tiere. Vernissage der Ausstellung „Animales de colores“ am 9.12., Musik: C. Frenn, Malerei von Rosaana Velasco

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wer den Disney-Pixar-Zeichentrickfilm „Coco“ kennt, der seit dem 30. November bundesweit in den Kinos ist, weiß, wie farbig in der Vorstellung der Mexikaner Tiere sein können. Die Berliner Künstlerin Rosaana Velasco präsentiert nun ihre Vision bunter Tiere im Chipi Chipi. Das duale Jahr zwischen Mexiko und der Bundesrepublik Deutschland hat noch einmal den kulturellen Reichtum des alten Landes zwischen Atlantik und Pazifik gezeigt. Einen Teil dieses Reichtums erschafft Rosaana Velasco immer wieder neu. Die Deutschmexikanerin wird bei der Eröffnung anwesend sein. Keine Selbstverständlichkeit, tourt sie doch von einer Ausstellung zur nächsten, gerade baute sie in Nordrhein-Westfalen ein Kunstwerk wieder ab, demnächst wird sie den Großen Teich überqueren und auch Pariser Galerien beherbergten bereits Teile ihres Oevres.

Zitat aus dem Artikel in Kulturexpresso vom 18. November 2017 („Von Rosaana Velasco gestalteter mexikanischer Totenaltar am Volkstrauertag und bis zum Totensonntag, dem Thementag Lateinamerika, im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln zu besichtigen“): „Die Vorstellungswelt der Mexikaner und Mexikanerinnen ist besonders reich und bunt, genannt seien vor allem die Geisttiere, die die Seelen führen sollen. Sie sind sehr bunt und ähneln lebenden Tierarten nur bedingt. Die in allen Farben schillernden Fabelwesen bereichern einen Trickspielfilm ungemein.“

Gemeint ist der Animationsfilm „Coco“, der seit dem 30. November 2017 mit großem Erfolg auch in den deutschen Kinos zu sehen ist, nachdem er in den Vereinigten Staaten von Mexiko zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten wurde (zusammen mit „Ramon“) und in den Vereinigten Staaten von Amerika an die 1. Stelle der Kinocharts gelangte.

Der Hund ist bunt

Ein ständiger Begleiter der Hauptfigur, des talentierten, gitarrespielenden kleinen Jungen, ist ein Hund. Dieser erfährt eine nur in Trickfilmen mögliche Metamorphose, Verwandlung, von einem braunen Fell- zu einem buntleuchtenden Geisttier.

Kein Tischlervogel

Ein Werk wird heute nicht zu sehen sein: der putzige Tischlervogel „Pájaro Carpintero“, ein echter Hingucker. Velasco hatte das Gemälde für die Opfer der September-Erdbeben in Mexiko-Stadt, Puebla und Umgebung zur Verfügung gestellt, bei der Auktion mit Matthias Fischer kam es sogleich unter den Hammer (Kulturexpresso berichtete am 25. Oktober: „Im Tiergarten, im Tiergarten ist Kunstauktion. Versteigerung zugunsten der Erdbebenopfer in Mexiko-Stadt mit Werken von Bianca Monroy, Vanessa Enriquez, …“)

Umso gespannter kann man sein, welche echten oder Phantasietiere sie mit Farbe abgebildet hat. Ist der Riesen-Hai aus dem Tapir dabei?

Ausstellung „Animales de colores“
„Vernissage“ am Nachmittag, Samstag den 9.12.2017 um 15 Uhr.
Begrüßung: Marcela Villanueva
Musikalische Begleitung C. Frenn
Anschrift & Öffnungszeiten
„Chipi Chipi Bombón“ – Craft-Eis, Warschauer Straße 12, 10243 Berlin

Dauer der Ausstellung: 9.12.2017- 9.1.2018, Montag bis Sonntag 15-23 Uhr

Anfahrt:
Das Haus Warschauer Straße 12 befindet sich etwas nördlich der Grünberger Straße auf der Westseite des Boulevards. Es ist etwa das dritte Haus von der Ecke.

(Auto: Viele Halteverbote, wenige Parkplätze, bei Anfahrt mit dem Auto Zeit auch für die Wege von und zum Parkplatz einplanen. Inanspruchnahme öffentlicher Verkehrsmittel empfehlenswert. Schnee- und Glättewarnung.)

S- + U-Bahnhof Warschauer Straße S 3, 5, 7, 75, 9, U-Bahn-Linie U 1, Straßenbahn Tram M10, Bus 248, 347

Nichts für Veggies

Rosaana Velascos Ausstellung „Animales de colores“ wird unterstützt von Karne-Kunst, einer Organisation zur Förderung lateinamerikanischer Kunst in der Bundesrepublik Deutschland. Karne ist tatsächlich das Fleisch, das wir aus dem Wort „Karneval“ kennen. Es wird absichtlich mit „K“ geschrieben, als ob es ein deutsches Wort wäre und soll an die Bereicherung erinnern, die die mexikanische, mittel- und südamerikanische Kunst & Kultur mit ihrer Sinnlichkeit für die kühlen deutschen Dichter, Denker und Erfinder darstellt.
Andere Projekte waren und werden sein:
7.9. bis 15.11.2017. „Mujeres latinoamericanas“ (‚Lateinamerikanische Frauen‘), (Xochi Berlín)
4.11. bis 8.12.2017 Blumenportäts („Floral portraits“) von Isabela Savastano. (Chipi-Chipi)
Samstag, 16.12.2017: „Transcurso“-Party, Musik & Ausstelung (music and exhibition). (Peterburg Art Space)

www.karnekunst.com




Kunst in den Keller? MoKuzuMimi-Vernissage mit Andrea Wallgren, Susanne Duppen … 22 Künstlern & Ricarda Baubkus mit Bach auf dem Cello

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Teure Mieten im Wedding? Ein Witz? Nicht ganz, und wie immer bei Mieten: Nicht überall. Alles ist lokal. Wer hätte das in den 80ern gedacht: dass in den teils halbverfallenen Altbauten, in denen viele Studenten und Gastarbeiter unterkamen, einmal schicke Apartments angesagt sind. Ein Grund: Die Umbenennung. Was früher Wedding oder Moabit war, ist heute „Mitte“. Mitte ist Macht (Regierungsviertel), Mitte ist Merkel und Unter den Linden, Mitte ist wichtig, und zentral. Roter Wedding war einmal. Entrümpelung. MoKuzuMimi? Wohnungs- und Ateliermieten können ruhig steigen, denn sie bedeuten Aufschwung. Niedrige Mieten gibt es in Hellersdorf. Der Ausweg für alle Weddinger – bitteschön!
Simone Weil beschrieb die Folgen der Entwurzelung.

Wie es dazu kam? MoKuzuMimi – Moderne Kunstateliers zu minimalen Mieten … ermöglichte der ehemalige Gesobau-Chef Dr. Rolf Brüning bereits vor 30 Jahren. Er legte den Grundstein für den Kulturstandort Gerichtshöfe. Jetzt ist manches anders und selbst die Gesobau will gentrifizieren: die Kunst soll „in den Keller“ (ins Souterrain), das Gewerbe nach „JotWeDe“ …


Auf der Sonnenseite

und auf die Sonnenseite kommen die schicken Apartments.
Alle Jahre wieder immer am Nikolaustag laden die Künstler in den Gerichtshöfen Wedding ein zu MoKuzuMimi. Das steht für „Moderne Kunst zum Mitnehmen“. Dahinter verbirgt sich eine originelle Verkaufsvernissage mit kleinformatiger Kunst in transparenten Tüten zu erschwinglichen Preisen.

22 von 70

22 Künstlerinnen und Künstler „tapezieren“ die Wände einer Atelieretage in den Gerichtshöfen mit kunstgefüllten, transparenten Plastiktüten.

Nichtkunst? Kommt gar nicht in die Tüte!

Die durchsichtigen Plastiktüten, durch die man, ohne Hand anzulegen meist schon das Objekt erkennen kann, werden von 18 Uhr bis 23.59 Uhr, kurz: bis Mitternacht zu weihnachtlich „spendablen“ Preisen von maximal 100 Euro zum Kauf angeboten.

Kunst, Kunsthandwerk, Schmuck

Im Angebot sind Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Objekte und Schmuck. Wer verkauft, darf eine Tüte nachhängen, so ist fast den ganzen Abend für ein gleichbleibend großes Angebot gesorgt.

Knabbereien-cum-Campanula-Cello

Für die Besucher gibt es u.a. Glühwein und Knabbereien, der Nikolaus kommt vorbei und für besinnliche Stimmung sorgt Ricarda Baubkus mit Bach-Werken auf einem Campanula-Cello.

Malerei, Mieten und Mediation – Hintergrund und aktueller Stand

„Seit 1983 arbeiten etwa 70 Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichster Herkunft in den sechs Weddinger Gewerbehöfen der GESOBAU AG zwischen Gericht- und Wiesenstraße (Baujahr 1912). Seit 2004 sind viele der Künstler im Verein „Kunst in den Gerichtshöfen e.V.“ organisiert und öffnen regelmäßig ihre Ateliers, zum Beispiel zur „Langen Nacht der Gerichtshöfe“.

‚Mi‘ wie in Berliner Mischung

Hier gibt es sie noch, die „Berliner Mischung“ aus Wohnen, Gewerbe und Handwerk, doch ihr Bestand ist inzwischen gefährdet. Nach heftigem Protest der Künstler und Gewerbetreibenden und einem klaren Bekenntnis der Bezirksverordnetenversammlung Mitte zum Bestandserhalt der Gerichtshöfe mit ihrer Mischnutzung hat die Eigentümerin, die landeseigene Wohnbaugesellschaft GESOBAU, die Modernisierungsmaßnahmen um zwei Jahre verschoben. Aktuell läuft ein Mediationsverfahren.“ Es ist dazu da, eine einvernehmliche Lösung im Konsens mit allen Beteiligten zu finden. (Unterstützung bei der Recherche: Ines Schilgen PR-Management)

Wann?

Veranstaltungsdatum und Uhrzeit: Mittwoch, 6.12.2017 ab 18.00 Uhr bis Mitternacht

Wo?

Adresse: Gerichtshöfe Wedding, Atelieretage Aufgang 8, 3. OG, Zugang wahlweise über Gerichtstr. 12/13 oder Wiesenstr. 62 (näher), 13347 Berlin-Mitte

Anfahrt/ Verkehrsverbindungen: S-Bahnhof Wedding (Ringbahn S4 = 41/42); S-Bhf- Humboldthain (Nord-Süd-S-Bahn S2 etc.), BVG: U-Bhf. Wedding (U6), Bus M27, 120, 247




Lüneburger Rathaus

Heidi aus der Heide und Heidrun in Hannover. H. Hentschel und H. Giese mit Malerei in der niedersächsischen Hauptstadt; Heiko Bolting macht Musik

Lüneburg, Deutschland (Kulturexpresso). Am Freitag, den 1.12. ab 18 Uhr heißt es in Hannover ‚Vorhang auf!‘ zur Ausstellung von Kunst lebender Künstlerinnen; die Praxis für komplementäre Medizin lädt ein zum „interessanten Austausch, Beisammensein und Sinnesgenuss“. Heidrun Giese und Heidi Hentschel stellen aus.
Für Frau Hentschel ist es die Debütausstellung. Die Lüneburger Künstlerin arbeitete lange mit verschiedenen Techniken, darunter Aquarell.
Vor nicht langer Zeit hat sie Acryl entdeckt und arbeitet gern damit. „Es ist ein leichtes Malen und falls man einmal etwas korrigieren möchte, kann man einfach eine Stelle übermalen.“ Seit Jahren, seit Jahrzehnten malt sie schon. In ihrer erfrischend direkten Art gesteht sie: „Man malt für sich selbst. Man sollte seine Nachkommen nicht mit der Verwaltung eines großen Nachlasses belasten.“ Heidi Hentschel ist weitgereist verfügt über eine hervorragende Allgemeinbildung, kennt die Ebstorfer Weltkarte genauso wie die Hagia Sophia in Istanbul aus eigener Anschauung.

Vogel – Menschen

Eine ihrer Arbeiten ist in einer Mischtechnik aus Acryl mit Federn entstanden. „Thunderbird“ heißt das Werk.
Hentschel erläutert: „Der Schöpfungsmythos der Dakota (auch Lakota, d. Red.) fußt auf dem Thunderbird. Der Vogel verursacht u.a. den Donner, durch das Schlagen mit den Flügeln. Vor allem aber hat er die ersten Menschen geboren“.
Ihre Kenntnisse machen vor den Ureinwohnern Nordamerikas nicht halt.

Hei-mat Hann.

Auf der Vernissage am Kaland des Dezember spielt Heiko Bolting die Musik. In der Praxis für Komplementäre Medizin arbeiten zwei Frauen. Die eine heißt Heidrun. Heidrun Zumpe. Sie stellt am Freitagabend nicht aus. Doch fast scheint es, als würden hier nur die eine Hauptrolle spielen, deren Vorname mit einem „H“ wie Hannover beginnt. Die Landeshauptstadt hat das einzelne „H“ als Autokennzeichen, obwohl die größere (Millionen-) Stadt Hamburg auch mit einem „H“ beginnt. Da der Stadtstaat eine Hansestadt ist, hatte Hannover Glück. Hamburg erhielt zur Kennzeichnung das „HH“ – ebenfalls die Initialen der Lüneburger Malerin Heidi Hentschel – und das kürzere, meist wichtigere Einbuchstabenkennzeichen ging an die niedersächsische Hauptstadt.

Historisch ist Hannover die Kurzfassung des Kurfürstentums Lüneburg-Braunschweig, auch Kurhannover genannt. Lange verband eine Personalunion die Kurfürstenwürde mit dem englischen Thron. Bis im 19. Jahrhundert Queen Victoria auftauchte. Ein altes Gesetz verbat eine Frau auf dem hannoverschen Thron. Langsam gabelten sich die norddeutschen und englischen Wege bis zur Umbenennung in das „Haus Windsor“.

In der Praxis für komplementäre Medizin sitzen zwei Frauen wenn nicht auf dem Thron, so doch am Hebel. Auch die Künstler, die sie einladen, sind zwei Frauen. Doch scheint es fast noch eine Regel oder Vorbedingung zu geben: Ein Vorname, der, genau wie die „Heimat“, mit der Silbe „Hei“ beginnt. Sogar der männliche Musiker fällt unter diese Regel.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Doch die Ärztin und Heilprakterin vor Ort heißt Jutta Franke. Zwar kommt das „J“ im Alphabet gleich anschließend, jedoch ist das mit der Vornamenvorsilbenhäufung wohl alles nur Zufall. Oder?

Heidrun Giese malt abstrakt, Heidi Hentschel gegenständlich. Doch Hentschel nimmt Giese gleich in Schutz. „Nichtgegenständliches Malen ist nicht einfacher. Sie arbeitet mit mehreren Schichten, Ebenen – das ist nicht leicht.“

Gieses Bild auf der Einladungskarte ist ein Hingucker, auf den man lange gucken kann. Das Werk Hentschels auf der Postkarte zeigt Blumen; beide sind farblich sehr gut aufeinander abgestimmt, auch mit der Farbe der Schrift. Harmonie scheint in dieser Praxis großgeschrieben zu werden.

Ansonsten ist Hannover die Stadt von Bundesligaverein ’96, von Flughafen Langenhagen und der Bundesministerin Ursula von der Leyen. Von der Leyen ist die Nr 1. zumindest der CDU-Landesliste, kandidierte aber auch direkt in einem Hannoveraner Wahlkreis.
Seit kurzem ist Hannover eine Stadt, die für ein Land mit einer Großen Koalition steht, nachdem rotgrün überraschend an einer Stimme scheiterte.

Malerei
Ausstellung ab 1.12.2017, 18 Uhr.
Praxis für komplementäre Medizin

Große Barlinge 21
30171 Hannover

Tel. 0511 / 920 100 94

http://www.praxis-jutta-franke.de/




Schöne Schlaufe.

Der Loop oder Never Ending Stories – Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt die Schlaufe oder Schleife in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte

Wolfsburg, Deutschland (Kulturexpresso). Wenn der Zug mal wieder in Wolfsburg halten sollte, dann steigen sie dort aus. Oder wenn sie mit einem Personenkraftwagen auf der Autobahn von Berlin nach Hannover unterwegs sind und rasten wollen, dann schlagen wir einen ganz besonderen Platz vor. In Wolfsburg, Fahren Sie die Schleife und parken sie in der Autostadt.

Die hat den Loop. Im Kunstmuseum Wolfsburg wird seit dem 29. Oktober 2017 und noch bis zum 18. Februar 2018 einiges über die Schlaufe oder Schleife in in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte gezeigt. Geht es nach den Machern, dann „präsentiert das Kunstmuseum Wolfsburg weltweit erstmals eine formal und inhaltlich sowie räumlich und zeitlich weit ausgreifende, interdisziplinäre Recherche zum Phänomen der Endlosschleife“. So und nicht anders ist das einer Presseinformation des Wolfsburger Kunstmuseums (ohne Datum) zu entnehmen.

Der Titel der Ausstellung lautet „Never Ending Stories“ und der passende Parcours soll „in 14 Kapiteln neben zahlreichen mentalen Rotationen auch räumlich-körperliche Erfahrungen“ möglich machen. Dass sich „der Bogen der Schau … vom ‚Ouroboros‘-Oktogon – einer Schatzkammer der Kulturgeschichte – über den ‚Zen‘-Saal bis hin zur quadratisch verspiegelten ‚Music Hall'“ spannt, das glauben wir gerne, woll aber gucken. Deswegen planen wir statt einer erneuten Durch- oder Dranvorbeifahrt einen Halt in Wolfsburg und dort einen Gang ins Kunstmuseum Wolfsburg.




Rosaana Velasco

Von Rosaana Velasco gestalteter mexikanischer Totenaltar am Volkstrauertag und bis zum Totensonntag, dem Thementag Lateinamerika, im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln zu besichtigen

Köln/ Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Berliner Künstlerinnen Rosaana Velasco und Liliana Cobos Pineda gestalteten einen Altar, der seit dem „Tag der Toten“, der in Mexiko die Friedhöfe heiter belebt, im Kölner Museum Rautenstrauch-Joest steht. Ein neuer Disneyfilm, der am 30. November bundesweit in die Kinos kommt, erhellt die Bedeutung eines solchen Altars. Doch dann wird er bereits abgebaut sein. Der 26. des Monats ist der letzte Schautag, gleichzeitig Totensonntag und Thementag Lateinamerika in Köln.

Die Deutschmexikanerin war bei der Eröffnung und auch zwischendurch in Köln anwesend.

Alles gerät in Vergessenheit, wenn es nicht erinnert wird

Erinnerung ist eine zentrale Funktion der Seele, der Geschichte und sogar der Politik. Das aus Indien stammende Wort „Yoga“ bedeutet unter anderem auch Erinnerung und Verbindung. Erinnern wir uns an etwas, verbinden wir uns damit; erinnern wir uns an jemanden, verbinden wir uns mit ihm.
(Für genderkorrekte-Leser: mit ihm oder ihr, doch darum ging es gerade nicht.)
Yoga schafft eine Verbindung, auch zu Gott, wenn man ihn denn kennt.
Wie soll man sich an jemanden erinnern, den man nicht kennt?

Strautenrauch oder Rautenstrauch? Das Museum

1901 wurde ein Völkerkundemuseum in Köln gegründet, das noch zu Preußen gehörte. Preußen endete durch das zögerliche Verhalten Max von Badens und des deutschen Kaisers im Verlauf der Ereignisse von 1914/1918/1919 und folgende. Die Weltkriege zerstörten nicht nur Feld und Flur, Gesundheit und Menschenleben von Tausenden und Abertausenden, sondern auch Preußen.
Köln gibt es noch, obwohl es im 20. Jahrhundert auch Zerstörungen erlitt und eine Teil-Zwangsevakuierung stattfand.

Alles geht um Erinnerung

Das Völkerkundemuseum darf jetzt „Ethnologisches Museum“ heißen. Im Zuge der Entdeutschung, Entwurzelung?, Korrektur: freiwilligen Internationalisierung der deutschen Sprache werden die Wörter teils immer länger. Statt eines international untauglichen „ö“s enthält das politisch korrekte Wort für das Museum jetzt zwei „o“.

Erinnerung an Wörter

Auch bei den Wörtern kommt es eben auf die Erinnerung an. Das „Oberhaupt“ und die Wendung „erhobenen Hauptes“ erinnert uns an ein altes Synonym für Kopf (das Haupt), das andernfalls wohl schon der Vergessenheit anheimgefallen wäre. Sprichwörter wie „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“ an ausgerottete Währungen. Doch dazu muss man sie ab und zu benutzen. Wenn „die junge Generation“ mit dem Handy kommuniziert, chattet, gamet, sich Apps downloaded (schreibt man das ‚auf deutsch so?), bleibt wohl wenig Platz für „alte“ Wörter, die bis vor kurzem über Generationen weitergegeben wurden. Jetzt veralten sie anscheinend in Windeseile. Oder sie werden veraltet. Indem neue Wörter und Begriffe schnell und in großer Zahl auftauchen.

Erinnerung an Verstorbene

Der Disneyfilm „Coco“ stellt es so dar, als ob alles darauf ankäme, das ein Photo des geliebten verstorbenen Menschen, zum Beispiel eines Verwandten, auf dem Altar stehen müsse. Kein Photo, kein Friedhofsbesuch.

Die zweite Stufe des Todes, der endgültige Tod, ist der durch das Vergessen. Filmisch dargestellt durch die Auflösung in – nichts. Wer von niemandem mehr erinnert wird, muss auch aus dem Jenseits verschwinden.

Auf den Wortschatz übertragen bedeutet das: Jahrzehntelang unbenutzte Begriffe werden erst als „veraltend“, dann als „obsolet“ bezeichnet und Verschwinden letztlich aus dem Duden.

Ein Film über Erinnerung

In dem in Kürze in die deutschen Kinos kommenden Spielfilm „Coco“ – in Mexiko läuft der Film zurzeit schon – gibt es einen Ohrwurm „Recuerda me“, zu deutsch: Erinnere Dich an mich. In der deutschen Fassung des Zeichentrickfilms heißt das umgedichtete Lied „Denk stets an mich“. Es geht um die Erinnerung.

Zeichentrickfilm

Heute wird so ein Film Animationsfilm genannt, in Anlehnung an den englischen Terminus „animation“. Dieses Wort ist zwar im deutschen unverständlicher, hat sich jedoch bereits und wurde eingebürgert. Verwendet jemand das Wort Zeichentrickfilm, wird er belehrt, dass „Zeichentrick“ ja etwas anderes sei als „Animation“. In der Tat, Animation findet im Urlaub in Tunesien statt. Unterhaltung gibt es woanders. Trotz neuer Technik und neuer Computerprogramme wird immer noch gezeichnet; ob nun am Bildschirm oder Zeichenbrett, who cares?

„Anime“ ist ein japanisches Wort und der Duden verzeichnet für die Bezeichnung „Animation“ an zweiter Stelle folgendes: „(Film-) Verfahren, das unbelebten Objekten im Trickfilm Bewegung verleiht“. Wie das geschieht, dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Neu in der deutschen Sprache ist unter anderem der „Stop-Motion-Film“.

Passender als mit einem Zeichentrickfilm hätte man die Problematik wohl kaum darstellen können.
Jeder Film ist ein Trick, da er zwei Dutzend statische Bilder zur Illusion einer lebenden Szene erweckt.

Dieser Trickfilm ist gezeichnet, da man so ganz genau sowieso nicht weiß, wie es „da drüben“ aussieht und auch keine Fotos schießen kann.

Nebenbei wird dabei das belebt, was bereits tot ist. Im Film wirkungsvoll: die Skelette.

Die Animation führt zu einer Reanimation.

Die Vorstellungswelt der Mexikaner und Mexikanerinnen ist besonders reich und bunt, genannt seien vor allem die Geisttiere, die die Seelen führen sollen. Sie sind sehr bunt und ähneln lebenden Tierarten nur bedingt. Die in allen Farben schillernden Fabelwesen bereichern einen Trickspielfilm ungemein.

Übrigens sind die Lieder in der deutschen Fassung des Animations-/ Zeichentrickfilms „Coco“ sehr gut gelungen, genauso wie die Songs in der Originalfassung. Das Original des Disney-Pixar-Films ist auf englisch.

Kalendertage und die Mitternachtsgrenze

Der Dia de los Muertos (Tag der Toten) ist am 1. November. Allerdings führt eine kurze Antwort auf die Frage des „Wann?“ in die Irre.

Anders als der Volkstrauertag (19.11.2017) und der Totensonntag (2017 am 26.11.), die nicht nur immer an einem Sonntag liegen, sondern auch mit Mitternacht abgeschlossen sind, ist der Tag der Toten, der „dia de los muertos“, zwar am 1. November; doch gefeiert wird vom Abend durch die Nacht bis hin zum Sonnenaufgang. So, wie der Sabbat (Schabbat) zum Sonnenuntergang beginnt und am Samstag bei Sonnenuntergang endet, überschreitet auch der „Dia de los muertos“ die Mitternachtsgrenze.

Tag und Nacht

Wir haben uns daran gewöhnt, das Zweigespann von Tag und Nacht als „Tag“ abzutun und die Nacht dabei zu vergessen. Nur im Reisebüro interessiert noch, wieviele TAGE und wieviele NÄCHTE bei einer Reise vergehen. (Die Anzahl kann durchaus abweichen.)
Dadurch gerät die Nacht in Vergessenheit. Da nachts weniger zum Bruttosozialprodukt beigetragen wird und viele sie ohnehin verschlafen, ist sie weniger wichtig und wird seltener erwähnt.

Jede Nacht enthält ein „Ach“

Trotzdem wird es immer wieder Nacht, am Südpol seltener, in Mitteleuropa häufiger, am Äquator abrupter.

Es ist Zeit, im Bewusstsein eine Synthese zu finden. Genau, wie die mexikanische Art und Weise, Allerheiligen und Allerseelen freudig auf dem Friedhof zu feiern, beim Verständnis des Welt, des Lebens und eines harmonischen Zusammenlebens über alle Generationen hinweg helfen kann, kann man Zeit anders sehen. Die Hautfarbe des Menschen ist nicht wichtig; warum sollte die Farbe der Tageszeit/Nachtzeit, das hell/ dunkel so wichtig sein, so getrennt wahrgenommen werden?

Eine andere, ganzheitlichere oder ganzheitliche Wahrnehmung ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Tage und Nächte werden zur Zeit

„Tage und Nächte werden zur Zeit“.

So eine tieffühlende Kapitelüberschrift aus einem Walter-Bauer-Buch („Folge dem Pfeil“).

Dieser nachwirkende Satz soll das Schlusswort sein.

Tage und Nächte werden zur Zeit.

Anschrift, Anfahrt, Öffnungszeiten

Rautenstrauch-Joest-Museum, Kulturen der Welt
Cäcilienstraße 29-33
50667 Köln
Telefon: (0221) 221 313 56
eine leicht zu merkende Nummer.
Öffnungszeiten: Di.-Sonntag 10- 18 Uhr, donnerstags 10-20 Uhr (1. Donnerstag im Monat bis 22 Uhr)
Anfahrt: Bahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 16 und 18, Haltestelle Neumarkt, Bus 136 und 146, dito.

Querverweise zu weiteren Info

Ein Pdf zum mexikanischen Totentag findet man online unter
http://www.museenkoeln.de/Downloads/rautenstrauch/Flyer_Mex_Totentag%202017.pdf
Helmut Frangenberg schrieb am 30.10.2017 im Kölner Stadtanzeiger den Artikel „Mexiko-Tag im Rautenstrauch-Joest-Museum. Ein buntes Fest für die Toten“. Dieser ist auch online abrufbar unter https://www.ksta.de/28741552 .