La donna phaenomenal: Die Schriftstellerin Gioconda Belli liest in Bremen aus ihrem neuen Buch „Mondhitze“ und spricht über die Lage nach den Wahlen, begleitet von Musik der Grupo Sal

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© 2016, Foto: Andreas Hagemoser

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am Montag, den 21. November 2016 um 19.30 Uhr stellt Gioconda Belli ihr neues Buch in Berlin vor und wer weiß, vielleicht liest die Lyrikerin auch eines ihrer Gedichte. Am 22. ist sie in Bremen.

Die 1948 in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas, als Tochter reicher italienischer Einwanderer geborene Schriftstellerin stellt in Berlin ihren Roman „Mondhitze“ vor mit dem großen Thema „Wechseljahre“. Ein Buch, das für Frauen weltweit Gültigkeit besitzt.
Sie ist eine Autorin, die sich automatisch auch emanzipatorischen Frauenthemen widmet. Dabei schreibt sie oft nur das, was auch Männer schreiben, doch genau das wurde als Skandal betrachtet.
Belli war auch politisch aktiv. In Nicaragua kämpfte sie mit den Sandinisten gegen die Diktatur und bekleidete nach dem Sieg der „Revolution“ Ämter in der neuen Sandinista-Regierung. Enttäuscht von dem neuen Regime brach sie mit den Sandinisten und lebte in Nord- und Mittelamerika im Exil, so in Mexiko und in Costa Rica. Heute lebt sie wieder in ihrer Heimat Nicaragua.

Die Lesung wird von dem Duo „Grupo Sal“ begleitet. Ihre einzigartige Interpretation gründet sowohl auf der traditionellen sowie zeitgenössischen und klassischen Musik.

Einführend wird mit Gioconda Belli über die aktuelle politische Lage 3 Wochen nach den Präsidenten- und Parlamentswahlen sowie über die Situation der Frauen in Nicaragua gesprochen werden.

In der Reihe „Kultur als Brücke“ lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) regelmäßig Künstlerinnen und Künstler ein, deren Werk eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen und Welten darstellt.

Lesung in der Reihe „Kultur als Brücke“ der Friedrich-Ebert-Stiftung 21.11.2016, 19.30 Uhr
Heimathafen, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin
Tel. 030 65 82 13 33
Eintritt frei nach erfolgreich erfolgter Anmeldung

Letzte Station Bremen

– Die letzte Veranstaltung auf dieser Lesereise im Jahr 2016 findet am Dienstag, den 22. November in Bremen statt. Man könnte sie auch Konzertlesung nennen. Für die Musik sorgt das Grupo Sal Duo, das sind Fernando Dias Costa (Percussion, Gesang, Moderation) & Aníbal Civilott (Gitarre, Gesang). Der Sänger Dias Costa stammt aus Porto in Portugal, Civilotti aus Argentinien. Die Lesung für das deutsche Publikum übernimmt Viola Gabor, die auch in Berlin vortrug.

Gioconda Belli und ihr Übersetzer Lutz Kliche

Zuvor war Gioconda Belli mit ihrem Hauptübersetzer Lutz Kliche im Phaeno in Wolfsburg und in Kiel in der Pumpe zu Gast gewesen. Einfühlsam übersetzt Kliche ihr Werk, seit den achtziger Jahren arbeiten sie zusammen. Erstaunte Fragen aus dem Publikum, warum eine Feministin sich von einem Mann übersetzen lasse, entlockten Belli ein verschmitzte Bemerkung und Lutz Kliche ergänzte, dass er wohl auch viel Weibliches in sich habe. Lutz Kliche ist ein Meister des Spanischen und zweisprachig in Wort und Schrift, er moderierte auch die Veranstaltung in Wolfsburg, die als reine Lesung ein sehr harmonisches Ereignis war. Das erlesene Publikum, selbst zum großen Teil bilingual, konnte die Übersetzung gleich ad hoc ein wenig überprüfen und pflichtete bei, dass Kliche den Text sehr gut herübergebracht hätte.

Bellis Bücher – in verschiedenen Sprachen unterschiedlich verbreitet

Gioconda Bellis Bücher sind in viele Sprachen übersetzt worden und auf allen Kontinenten erschienen, doch auf der Welt sehr unterschiedlich verbreitet. Zwei große Kultursprachen und -nationen, Frankreich und China, veröffentlichten jeweils nur zwei Bücher. Im Reich der Mitte sind es „Bewohnte Frau“ und „Werkstatt der Schmetterlinge“.
So können sich die Deutschen in der glücklichen Lage sehen, dass ein großer Büchertisch mit ihren Werken gefüllt werden kann.

Der Veranstaltungsort im kleinsten Bundesland ist das altehrwürdige, über ein Jahrhundert alte Übersee-Museum Bremen am Bahnhofsplatz 13 (28295 Bremen, Tel. 04 21 / 16 03 81 71). Nächstes Jahr wird es 130.

Wer den ganzen Tag mit Kultur verbringen möchte, kann von 9-18 Uhr ins Museum und viele Kulturen kennenlernen, bevor dann um 19.30 Uhr der spanisch-lateinamerikanische Kulturraum in Literatur und Musik im Mittelpunkt steht. Ein schöner Veranstaltungsort für den Tourneeabschluss. Eintritt 15 Euro/ermäßigt 10. Beginn wieder um 19.30 Uhr.

Bereits im Frühjahr war die Nicaraguanerin in Deutschland auf Tour; Im Herbst begann die Reise in Bayern. Zuletzt war Gioconda Belli seit dem 16. November bei einem Tag Pause (dem Sonntag) jeden Tag in einem anderen Bundesland: Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Berlin und nun Bremen.

Donna phaenomal – auch im phaeno in Wolfsburg

Das Phaeno in Wolfsburg war bestimmt der modernste Veranstaltungsort. Abgespacet wie es ist, scheint es eher aus der Zukunft zu kommen oder Science-Fiction-Kulisse zu sein. Zu wenig passt es zu bisherigen Sehgewohnheiten. Nichtsdestotrotz ein sehr passender Ort.
Belli schrieb als erste Frau Dinge, die Männer früher ähnlich geschrieben hatten. Doch bei ihr war es ein Skandal, offenbar, weil sie ein Frau ist, eine Autorin. So wurde sie unfreiwillig zur Pionierin, so wie das Gebäude des Phaeno ein Pionierbau ist, der viele anzieht.
Übrigens: Gebaut von einer Frau.

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