Handzettel am Schwarze Brett der Gitschiner 15 in Kreuzberg für Veranstaltung in Wedding

Aus fernen Ländern: Karin Bretzinger erzählt Geschichten

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Geschichten erzählen muss man können. Karin Bretzinger kann es. Karin Bretzinger erzählt Geschichten so, dass man zuhört. Das hat sie mehrfach unter Beweis gestellt, jüngst an einem offenen Singeabend im Seepferdchen in der Brüsseler Straße 43. Um Geschichten zu erzählen, braucht man einen Rhythmus. Karin Bretzinger spielt auch Geige, damit begleitete sie sogar einmal ein Konzert von Jocelyn B. Smiths Different Voices of Berlin in Tegel unter der Leitung des legendären Regi. Den Different Voices lieh sie auch bereits ihre gut hörbare Stimme bei diversen Auftritten mit verschiedenen Stimmen.

Karin Bretzinger ist für den Frieden. Entschieden.

Am 13. Juni ist es soweit: Karin Bretzinger erzählt Geschichten aus fernen Ländern.

Wie Karin Bretzinger zur Geschichtenerzählerin wurde

Nach dem frühen Tod ihres Bruders trauerte die ausgebildete Krankenschwester zutiefst. Eines Tages sah sie in einem Brotgeschäft einen Anschlag: „Werde Märchenerzähler!“ und wurde Märchenerzählerin. Als sie die Ausbildung abgeschlossen hatte, wollte sie auch als solche tätig werden. Doch war der Bedarf zu gering. Anscheinend ließ sich mehr Geld damit verdienen, Erzähler auszubilden, als es zu sein.

Da hatten sie ihr aber ein schönes Märchen erzählt! Die Mär vom erfolgreichen Mär-Er-Zähl-Er.

Doch die Ära der Erzählerin hatte noch gar nicht begonnen.

Kar-in wurde eingeladen, bei der Gartenschau in Havelberg Geige zu spielen. Es war auch im Gespräch, dass sie zusätzlich Märchen erzählen könnte, oder eine Geschichte, oder wenigstens ein Geschichtchen.

Doch weder war die Unterstützung der Veranstalterin stark genug noch wollten die Mit-Auftreter, dass Kar-in Geschichten erzähle.

Da stampfte Kar-in B. aus B. gewaltig mit dem Fuß auf, so dass ganz Havelberg erzitterte. Wer das Gras wachsen hören konnte, vernahm es ganz deutlich. Ganz wütend wurde die Erzähler-in. Ihre Wut brannte ihr den Durchbruch in die Welt. Von nun an brannte sie für Geschichten und Märchen und war mit Haut und Haaren dabei.

Sie ging einfach in das Städtchen Havelberg, bei dem die Schau feiner Gärten stattfand, und fing an, den Leuten auf der Straße Geschichten zu erzählen.

Es hört sich an wie ein Märchen; doch hört, liebe Leute, es ist wahr! So war es. Und so sei es. Eine Geschichtenerzählerin ward geboren. Kar-in Bret-Zinger war ihr Name. Und fortan erzählte sie landauf, landab den Menschen Märchen und G‘schichten zum Wohlgefallen.

Und da sie noch lebt und wenn sie nicht gestorben sind, so lebten sie und ihre Zuhörer glücklich bis an ihr

Ende.

Karin Bretzinger erzählt Geschichten aus China, Indien und Brasilien – und wie!

Der Yala Nationalpark von Sri Lanka.
Elefanten-Begegnung. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel
Wie der Handzettel zur Veranstaltung mit seinen Elefanten, fächelnden Dienern und fürstlichen Sonnenschirmträgern richtig vermuten lässt, stammen die Stories aus der Gegend um Indien und das Reich des Königs von Siam (Thailand). Tatsächlich stammen einige Geschichten, die sie am Dreizehnten des Monats Juno zum Besten geben wird, aus dem alten Indien. Andere aus dem alten China.

Es sind Weisheitsgeschichten.

Eine stammt aus dem Süden des Kontinents, den die Entdecker für Indien hielten: aus Brasilien. Dem einzigen Land weit und breit, das portugiesisch spricht. Dem Land, das den BRICS-Staaten das B gab. Dem Land, das 1:7 verlor; auch das eine Legende, obwohl nur 4 Jahre alt. Das „7:1“ ging in den Wortschatz ein, in die Alltagssprache. Zu sehr waren die Brasilianer mit dem Fußball verbunden. Zumindest auf der Schildkröteninsel, von kenntnisarmen Europäern nach Amerigo V. „Amerika“ genannt, machte den Brasilianern langfristig niemand was vor. Die Mexikaner nicht, die Costaricaner nicht und letzten Endes auch die Nachbarn aus dem Silberland nicht, die Argentinier.

Doch das gehört nicht hierher oder jedenfalls nicht in Kar-ins G‘schichtn.

Karin Bretzinger erzählt Geschichten an einem geheimnisvollen Ort: Codierung TAZ m32

Geschichten aus fernen Ländern
Plakat zur Veranstaltung von Karin Bretzinger im m32. © Karin Bretzinger
Der Veranstaltungsort scheint auch ein fernes Land zu sein. Zumindest sind die Angaben nicht für jedermann verständlich:

„TAZ m32 im KBS im dpw.“

Selbst wenn man das „DPW“ weglässt, ein Kürzel für den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, und „KBS“ zu „Kontakt- und Begegnungsstätte“ – nicht: Beratungsstätte – auflöst, bleibt, und das ist ein Zitat aus dem elektronischen Weltnetz,

„TAZ m32“.

Ist die TAZ, die Tageszeitung, die mangels Phantasie sich nicht anders nennt, und als Kürzel sich gern kleinschreibt, nicht aus dem Wedding weggezogen? Wie die Buchhandlung Mackensen und manche andere Kulturinstitution auch? Richtig, „Die Tageszeitung“ ist jetzt im Zeitungsviertel an der Rudi-Dutschke-Straße und nicht in der Voltastraße oder irgendwo sonst im einst französischen Wedding mit seinem Eiffelturm, der jetzt zu Mitte gehört.

Das Tageszentrum m32 (TAZ m32)

Das Tageszentrum m32 stellt sich selbst so dar: Hier „verbinden sich die Angebote einer Kontakt- und Beratungsstelle mit denen einer Beschäftigungstagesstätte, ergänzt durch einige Zuverdienstmöglichkeiten für psychisch kranke Menschen.

Das vielfältige Programm ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern eine individuell abgestimmte Nutzung der unterschiedlichen Angebote. Mit diesen Angeboten bietet das TAZ m32 Hilfestellung bei einer sinnvollen Tagesstrukturierung und Beschäftigungsmöglichkeiten.

In Form des Offenen Treffs, der verschiedenen Gruppen- und Beratungsangebote und Beschäftigungsmöglichkeiten, Kriseninterventionen, aber auch alltäglichen Begleitungen wird psychisch erkrankten Menschen die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben ermöglicht.“

Weitere Informationen zum Tageszentrum m32 findet man im M32-Flyer.
http://www.kbsev.org/web/tageszentrum-m32.php

Karin Bretzinger erzählt Geschichten aus fernen Ländern

Der Yala Nationalpark von Sri Lanka.
Elefanten-Begegnung. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel

Termin Mittwoch, 13. Juni, 17-19 Uhr

Wo? Veranstaltungsort: Anschrift/ Adresse:
Kontakt- und Begegnungsstätte e. V. (KBS e.V.)/ psychosoziales Tageszentrum m32
Malplaquetstraße 32
13347 Berlin

Anfahrt:
U-Bahn: U9/ U6 Leopoldplatz

Zu Fuß dann diagonal unter Bäumen nach Nordwesten in die Malplaquetstraße, die manche Kulturliebhaber vielleicht durch das gut sortierte, alteingesessene Antiquariat Niemann kennen. Einst hieß das Antiquariat Mackensen & Niemann und befand sich Tür an Tür mit der Buchhandlung Mackensen in der Utrechter Straße (sprich: Ütrechter). Die Buchhandlung ist längst abgewandert in die Langenscheidtstraße am U-Bahnhof Kleistpark in Schöneberg, das Antiquariat ein paar Häuser weiter gezogen an die Ecke Utrechter und Malplaquetstraße.
Die Kreuzung der beiden Straßen nennt man an der unbebauten spitzen Ecke auch Robert-Rescue-Platz. Eine Spitzenecke.

Wem der U-Bahnhof Nauener Platz an der U9 näher liegt, kann von dort auch durch die Liebenwalder Straße laufen und dann links in die Malplaquet einbiegen. M32 liegt dann vor der nächsten Ecke auf der anderen Straßenseite.
Telekommunikation:
Tel.: 030-400 599-0 (Zentrale)
Fax: 030-400 599-20
Tel.: 030/ 4 55 30 9-0 (KBS in der Malplaquetstraße 32 = m32)

Sri Lanka
Wolkenmädchen am Sigiriya Rock. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel

info(a)kbsev.de

(Geschäftsführer: Gerd Pauli. Der KBS ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband (dpw).)
(1001 Wort)

Elefantenwolke
Elefantenwolke © 2017, Foto: Andreas Hagemoser

Von der Fremde, Australien oder der Republik China auf Taiwan, erzählt auch dieser Artikel, genau wie Theater natürlich immer Geschichten erzählt, doch hauptsächlich geht es um das Bild: https://kulturexpresso.de/geheim-die-fremde-in-das-fremde-in-der-fremde-an-einem-unbekannten-brutal-nebuloesen-ort-bjoern-zahns-stueck-mit-betty-despoina-athanasiadou-bringt-die-message-in-die-botschaft/




Das Geld liegt auf der Straße. 2-Cent-Münze liegt auf dem Berliner Asphalt vor dem Patentamt.

Deutschland umsonst. Lesung „Mit Pfand durchs Land“ mit S. Zingler und Bianka Miltz

Potsdam, Deutschland (Kulturexpresso). Hans in Hand durchs Land – noch besser durchs Leben, das wünschen sich viele. Sascha Z. und Bianka M. Haben sich gleich zwei Dinge davon erfüllt. Und das gratis. Deutschland umsonst; nicht die ganze Bundesrepublik, eher ein bisschen Thüringen und Umgebung, aber da soll es ja besonders schön sein. Auf dem Rennsteig zum Beispiel kann man wunderbar wandern. Auch wenn man nicht rennt, nicht rennen muss, dem Namen zum Trotz. Wenn einer einer Reise macht, dann kann er viel erzählen. Selbst wenn er noch nicht mitbekommen hat, dass Reisen außerhalb des Territoriums der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik inzwischen den Bürgern der Republik erlaubt sind. Oder trotzdem. Oder deswegen. Seit Wolfgang Beckers Spielfilm „Good-bye, Lenin!“ mit Daniel Brühl und Katrin Sass in den Hauptrollen wissen wir, dass nicht alle im heute angekommen sind.

Wandern in Deutschland umsonst oder bezahlt – nie vergebens

Bianka Miltz und Sascha Zingler sind inzwischen wieder in Potsdam angekommen. Im Kirchsteigfeld werden sie an der Kirche nicht nur lesen und vorlesen, sondern auch noch vortragen. Wandern ist ja wieder „in“.

1. umweltfreundlich. Weniger Kohlendioxid geht kaum.
2. Lustvoll. Allerorten, zum Beispiel in der Weddinger Kinderkunstwerkstatt Seepferdchen, wird das Lied „Das Wandern ist der Müllers Lust“ angestimmt.
3. Für die Augen besser als Bildschirme angucken, auch in VR-Brillen.
4. Gesund.
5. Hält das Gewicht in Schach.
6. Gut für die deutsche Wirtschaft, wenn die Touristen in Deutschland bleiben.
7. Kurze Anreise (siehe 1.)
8. Auch für Flugängstliche wie Schauspieler und Filmemacher Matthias Schweighöfer geeigtet. Der ist z. B. mit Jella Haase in „Vielmachglas“ zu sehen, seit dem Frauentag 8. März 2018 im Kino. Marleens (Jella Haase) großer Bruder, ein Durchstarter, gemimt von Matthias Schweighöfer, empfiehlt Marleen, viel zu machen, um sie aus dem Dauerformtief herauszuholen. Nach seinem Tod ist ihr sein Wusch Verpflichtung. Sie füllt das Einmachglas mit Zetteln, auf die sie schreibt, was sie erlebte und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise. Ein bisschen Wandern ist auch dabei.
9. Gut für die Wirtschaft, besonders Wanderschuhfabrikanten, Heftpflasterhersteller und Landkartenverlage.
10. Man wandelt auf den Spuren eines Bundespräsidenten.

Wandern geht mit und ohne Jakobsweg

Shirley MacLaine, die grandiose Schauspielerin und unter anderem auch spirituelle Buchautorin („Dance while You Can“/ „Tanze, solange du kannst. Mein Leben“, „Raupe mit Schmetterlingsflügeln“, „Dancing in the Light“/ „Tanz im Licht“, „Zauberspiel“ u.a.), schrieb das berühmte Wanderbuch „Schritt für Schritt“ (kleiner Scherz).
Shirley MacLaines Jakobswegwanderbuch „Der Jakobsweg: eine spirituelle Reise“ ist praktisch und esoterisch zugleich. Also doppelt gut. Da es bereits 2001 in der Bundesrepublik als Taschenbuch erschien, ist es inzwischen für wenige Euro antiquarisch erhältlich.

Und dann gab es da ja auch noch diesen unbekannten und mäßig erfolgreichen Journalisten, der einfach seinen Arbeitsplatz verließ und abhaute. Seine letzten Worte (vor der Reise) sind ähnlich bekannt geworden wie Verona Feldbuschs „Da wird Ihnen geholfen“. Das Buch kam auf die Liste der meistverkauften Bücher Deutschlands. Viele hörten das erste Mal im Leben vom Wege Jakobs. Manche dachten sogar, es sei das erste Buch, was darüber geschrieben wurde und alles sei total neu und sensationell. Sie irrten. Das tat dem Erfolg des Buches, das 2006 im Malik-Verlag erschien (344 Seiten), jedoch keinen Abbruch. Es hieß „Ich bin dann mal weg.“ Der Mann Hape Kerkeling. 600 Kilometer bis nach Santiago de Compostela in Nordwestspanien.

Michael Holzachs Deutschland umsonst …

… war auch mal auf der Bestsellerliste. Untertitel: „Zu Fuss und ohne Geld durch ein Wohlstandsland.“ Sinnsuche im materiellen Überfluss. Sie ahnen schon, es ging um das G7-Land Bundesrepublik Deutschland, die Bonner Republik zu Zeiten als die Mauer noch stand. Gesamtdeutsches Wandern war erschwert. Also wanderte Holzach dort, wo er gerade war: in Westdeutschland. 1982 im Hoffmann-u.-Campe-Verlag Hamburg erschienen, wurde der Text schnell zum Kultbuch. Der frühe, tragische Tod des Verfassers durch Ertrinken trug nach zum Mythos bei. Das Buch erschien auch in Buchgemeinschaften und als Taschenbuch im DTV.

Michael Holzach war Journalist und wanderte dann ein halbes Jahr durch Deutschland. Genausowenig allein wie Bianka Miltz und Sascha Zingler. Holzach war mit Feldmann unterwegs, seinem Hund. Er schrieb unter anderem über den Fluss Emscher in Nordrhein-Westfalen und wie er zugedeckelt, vergiftet und vollgemüllt wurde. Der Autor starb, als er seinen Hund aus der Emscher retten wollte.

LESUNG & VORTRAG mit den Potsdamer Wanderführern Bianka Miltz und Sascha Zingler

am 7. Juni 2018 in Potsdam-Kirchsteigfeld
Deutschland umsonst alias „Mit Pfand durchs Land“

Ganz so weit wie Hape K. waren Frau Miltz und Herr Zingler nicht unterwegs, aber fast. Auf ihrer Langstreckenwanderung durch Mittel- und Ostdeutschland legten sie 550 Kilometer zurück – von Nord nach Süd, von der Küste in die Berge.

Wann?
am Donnerstag, den 7.6.2018 um 10 Uhr. Kein Druckfehler. Das ist extra so früh, wenn alle arbeiten müssen, damit es bei begrenztem Platz nicht so übervoll wird. Bei Beutins Lesung aus „Muttis Erben oder vom schlechten Gewissen im Lande der Freudlosigkeit“ war kaum noch ein Platz frei.

Wo? Veranstaltungsort:

Stadtteilladen im Kirchsteigfeld
Anni-von-Gottberg-Straße 14
14480 Potsdam

Der Eingang zum Stadtteilladen ist seitlich an der Kirche, die den Platz beherrscht. An den rechten Seite. Es ist ein moderner Bau. Der Turm ist seiner Zeit voraus und mit Solarzellen bedeckt.
www.stadtteilladen.de

Anfahrt mit dem ÖPNV

Verkehrsverbindung: Bequem mit der Straßenbahn: Tram 92 oder 96 von Hauptbahnhof oder Johannes-Kepler-Platz Richtung Marie-Juchacz-Straße bis Haltestelle „Am Hirtengraben“. Wer vorne aussteigt, kann die Kirche mit ihrem umweltfreundlichen Turm schon sehen.

Auf der Luftlinie ist das Kirchsteigfeld nicht weit weg von Stern-Center, Nutheschnellstraße, B 96a und A115. Es liegt im Osten. Potsdams.

https://kirchsteigfeld-potsdam.de/
kirchsteigfeld-potsdam.de
https://kirchsteigfeld-potsdam.de/
Nicht die erste Lesung an diesem Ort:

„Muttis Erben“ in Potsdam. Lothar Beutin liest im Kirchsteigfeld




Entscheidung über Aussehen der Neubebauung gefallen des Blocks III in Potsdam

„Muttis Erben“ in Potsdam. Lothar Beutin liest im Kirchsteigfeld

Potsdam, Deutschland (Kulturexpresso). Wer das Ost-Potsdamer Kirchsteigfeld nicht kennt, hat jetzt einen guten Grund hinzufahren. Wer Mutti persönlich nie kennenlernte, will bestimmt etwas über die Erben wissen. Lothar Beutin macht’s möglich. Er liest aus dem Buch „Muttis Erben“ – „oder vom schlechten Gewissen im Lande der Freudlosigkeit“.

Am 26. April denkt jeder an Tschernobyl und die Havarie im Atomkraftwerk, Michael Gorbatschows größte Pleite, die er natürlich nicht ausschließlich zu verantworten hatten. Aber abends um 6 kann man ja schon an was anderes denken. Dunkel genug zum Lesen ist es vielleicht nicht jedem, dann solle er sich eben etwas vorlesen lassen. Das geht am besten von Profis, aber die Autoren können das auch ganz gut.

Ein Stadtteil Potsdam abseits und umso näher

Auch sonst hat dieser Stadtteil Potsdams im Osten seine Reize. Im Osten der Stadt. Also rechts auf der Karte.

Dadurch, dass er näher an der Bundesautobahn A115 liegt, die manchmal mit der AVUS verwechselt wird, ist er von Berlin aus schneller zu erreichen.
Außerdem gibt es hier das beste Eis der Stadt. Potsdam ist immerhin die Landeshauptstadt Brandenburgs. Aber das ist Geschmackssache. Das mit dem Eis.

„Muttis Erben“ und Beutin im Kirchsteigfeld

BUCHLESUNG am 26.April 2018 in Potsdam

Lesung aus „Muttis Erben“
oder vom schlechten Gewissen im Lande der Freudlosigkeit

am 26.4.2018 um 18 Uhr

im

Stadtteilladen im Kirchsteigfeld

Anni-von-Gottberg-Straße 14

14480 Potsdam

Das Taschenbuch kostet 11,99 Euro. Wer liebt fragt, kann es sich vielleicht vom Verfasser signieren lassen.

Der Eingang zum Stadtteilladen ist seitlich an der Kirche, die den Platz beherrscht. An den rechten Seite. Es ist ein moderner Bau. Der Turm ist seiner Zeit voraus und mit Solarzellen bedeckt.

Verkehrsverbindung: Bequem mit der Straßenbahn: Tram 92 oder 96 von Hauptbahnhof oder Johannes-Kepler-Platz Richtung Marie-Juchacz-Straße bis Haltestelle „Am Hirtengraben“. Wer vorne aussteigt, kann die Kirche mit ihrem umweltfreundlichen Turm schon sehen.

www.kirchsteigfeld-potsdam.de

Wie sich die märkische Stadt Potsdam auch im Zentrum zum Guten ändert und von DDR-Ruinen und Bombenlücken des Zweiten Weltkriegs erholen soll:

Neuschnee von gestern. Die Entscheidungen für die neue Bebauung am Alten Markt in Potsdam sind gefallen




Stadtteilzentrum Eichkamp am Grunewald in Berlin.

Der Lietzensee liest in Eichkamp. Lesung der Charlottenburg-Autorin Irene Fritsch aus ihrem neuesten Roman „Wilde Zeiten am Lietzensee“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Bisher war Irene Fritsch vor allem im Pianocafé am Lietzensee vertreten. Zumindest subjektiv. Ihre Bücher waren dort zu finden und die Autorin soll auch dort in der Herbartstraße/ Ecke Neue Kantstraße gewesen sein … Irene Fritsch hat bereits mehrere Bücher geschrieben und immer wieder geht es um den Berliner Bezirk Charlottenburg, der seit 2001 Teil des Großbezirks Charlottenburg-Wilmersdorf ist. Auch die Schauplätze ihres neuen Werkes „Wilde Zeiten am Lietzensee“ liegen in ihrer Mehrzahl in Charlottenburg. Der gut dokumentierte Klausenerplatz in Schlossnähe, wo selbst Veröffentlichungen erscheinen, und der Lietzenseepark liegen im Kiez.

Charlottenburg, das ist die einstige kurfürstliche, dann königliche Residenz, die diesen Namen seit 1705 trägt. Von Anfang an war sie Stadt. Der Adelssitz wurde gleichzeitig umbenannt und hieß einst Lietzenburg oder Lützenburg. Die Umgehungsstraße zum Ku’damm oder Kurfürstendamm trägt deshalb den Namen Lietzenburger Straße. Lietzow oder Lützow hieß ein altes Dorf, aus dem aber die barocke Stadt nicht entstand. Es handelt sich bei der Neugründung im 18. Jahrhundert um eine kurfürstliche Privatstadt.

Zum Inhalt des Romans „Wilde Zeiten am Lietzensee“

Auf einer Bank im Lietzenseepark findet Anna eine Tote – und erkennt sie wieder. Die Frau hatte sich vor wenigen Tagen nach einer Dagmar erkundigt, mit der sie vor Jahrzehnten befreundet war.

Anna kannte keine Dagmar, aber sie beginnt zu recherchieren und findet allmählich Hinweise auf Vorgänge, die sich in den 70er Jahren in einer WG am Lietzensee, im nahegelegenen Klausenerplatz-Kiez und auf dem Campus der Pädagogischen Hochschule Lankwitz abspielten.

Zwei Freundinnen gerieten damals in den Strudel von linksextremen Aktivitäten, Kontakten zur Stasi und Fluchthilfeunternehmen. Ihr wildes Leben mit Haschorgien, Sex und Eifersucht endete schließlich in Verrat und Mord.

Gelingt es Anna, die verworrenen Ereignisse zu klären, obwohl sie dabei in Lebensgefahr gerät?

Roman-Lesung „Wilde Zeiten am Lietzensee“ mit Irene Fritsch

Wann? Dienstag, den 13. März 2018, 19.30 Uhr

Ende der Veranstaltung: um 22 Uhr

Wo? Veranstaltungsort:
Haus Eichkamp (des Siedlervereins Eichkamp), Zikadenweg 42a (Ecke Maikäferpfad), 14055 Berlin
Telefon: (030) 37 30 61 25
Anfahrt: Bus 349, Haltestelle Maikäferpfad.
In den Maikäferpfad hinein, das Haus liegt dann rechts hinter einer Kreuzung.

Mit Fußweg: S-Bahnhof Grunewald (an der Potsdamer Strecke) oder
S Messe Süd (Eichkamp) an der Strecke Richtung Heerstraße, Olympiastadion, Spandau.

hauseichkamp.de

Musik im Stadtteil, „Eintritt frei“. W. Fuchs, E. Mursky und Yasuko Fuchs-Imanaga spielen im Berliner Haus Eichkamp Kammermusik der Romantik




Die Erstausgabe von "Zwischen den Wegen", herausgegeben von Jennifer Herbst und Bianca Monroy (Berlin 2017).

Sind wir nur Sternenstaub, kleine Lichtpunkte? Film- und Buchpremiere von „Irgendwo – zwischen den Wegen“ der Herausgeberinnen Bianca Monroy und Jennifer Herbst

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Gleich der Premieren zwei und dann auch noch Eintritt frei! Egal, ob man mit Udos Sonderzug fährt, am 28.11.2017 um 17.45 Uhr gibt es im Rathaus Pankow eine Filmpremiere und eine Buchpräsentation. Der Film heißt „Das sind wir – irgendwann“, Regie: Daniellis Hernandez Calderon. Das Buch heißt „Irgendwo zwischen den Wegen“. Es enthält Kunst und Texte unter anderem der Projektleiterin Bianca Monroy, einer Mexikanerin. Die Künstlerin hatte jüngst mehrere Werke gespendet, um Erdbebenopfern in Mexiko-Stadt zu helfen. Wir sind gespannt und drücken die Daumen!

Um Anmeldung wird gebeten, der Eintritt ist frei.
Mem.unterwegs@gmail.com

28.11.2017, 17.45 Uhr (!)

Rathaus Pankow
Breite Straße 24a-26
13187 Berlin

„Irgendwo – Zwischen den Wegen“
ISBn 978-3-00-058350-6
69 Seiten + Impressum
1. Auflage 250 Stück
etwa Format DIN A4. Broschur




Buch

Auf nach Berlin-Buch und zur Buch Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das eine Buch liegt jottwede im Norden Berlins, die anderen Bücher liegen in Neukölln auf Berlins größter Buchmesse namens Buch Berlin.

Berlin-Buch hingegen liegt auf dem Barnim, einer Hochfläche zwischen dem Berliner Urstromtal im Süden und dem Eberswalder Urstromtal im Norden, die laut Wikipedia „aus Grundmoränen, einem Endmoränenzug und Sanderflächen“ besteht. Einfach mal zur Schaufel greifen und buddeln, was jeder Zeit möglich ist.

Auf der Buch Berlin in die Blätter greifen, das ist das nächste Mal vom 25. bis 26. November 2017 möglich und zwar im Estrel Convention Center in der Sonnenallee.

Die drittgrößte Buchmesse der Bundesrepublik Deutschland wird zum vierten Mal laut Pressemitteilung der Schwindkommunikation vom 7. November 2017 „von einem kleinen ehrenamtlich arbeitenden Verein“ organisiert. Gegründet worden sei die Veranstaltung mit 300 unabhängigen Verlagen aus dem deutschsprachigen Raum „von einer jungen Frau und Verlegerin“ namens Steffi Bieber-Geske, „die quasi aus dem Nichts diese Idee in die Tat umgesetzt“ habe.

Der Eintritt zu Buch Berlin kostet 5 Euro (Lehrlinge, Studenten und Empfänger von Transferleistungen des Staates müssen nur die Hälfte bezahlen.) Niedrig dürften auch die Standpreise sein, „die sich auch kleine Verlage“ und Eigenverleger „leisten können“.

Berlin-Buch kostet hingegen keinen Eintritt.




Familienfahrt mit Kerstin Reimann. Die Schauspielerin liest am Ku’damm eine höchst vergnügliche Sommergeschichte von Hans Fallada

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Eine Sommergeschichte gehört in den August. Das mögen sich die Wahlberlinerin Kerstin Reimann und die Leitung eines Seniorenheims in Berlin-Halensee gedacht haben. Alten Menschen bietet man gern etwas aus den passenden Schubladen an. Experimentelles Theater wird man hier vergebens suchen. Schon Adenauer gewann seine Wiederwahl mit Plakaten wie „Keine Experimente“.
Wenn dabei eine heitere Sommer-Story vorgetragen wird, warum nicht. Zudem von dem berühmten Greifswalder Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen („Der Trinker“, „Der Eiserne Gustav“, „Altes Herz geht auf die Reise“).

Hans im Glück

Sie kennen Ditzen nicht? Vielleicht kennen Sie sein Pseudonym, gebastelt aus „Hans im Glück“ und dem Pferd Falada aus den Grimmschen Märchen. Dem sprechenden Pferd Falada wird in der „Gänsemagd“ der Kopf abgeschlagen; wohl eben, weil es spricht – und noch schlimmer, DIE WAHRHEIT SAGT.

Die Wahrheit sagen, bis sie sich durchsetzt

Nichtsdestotrotz spricht der abgeschlagene Pferdekopf solange weiter, bis eine Betrogene zu ihrem Recht kommt, in diesem Fall eine Prinzessin.
Wenn der Groschen noch nicht gefallen ist, fällt er vielleicht bei Werken wie „Kleiner Mann, was nun?“, „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“ und „Jeder stirbt für sich allein“.

Von der Sportpädagogin zur Schauspielerin

Die 1960 in Leipzig geborene Darstellerin Kerstin Reimann wurde in der DDR zur Lehrerin ausgebildet. Von 1979 bis 1984 studierte sie an der PH Potsdam, schloss als Dipl.-Sportpädagogin ab und arbeitete in ihrem Beruf. Von 1987 bis 1990 absolvierte sie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin (Ost) eine weitere Ausbildung. Als die Mauer geöffnet wurde, war sie 29, bei der Wiedervereinigung 30 Jahre alt.
In den 90er Jahren wurde sie vom Theater Anklam und dem Schauspielhaus Magdeburg engagiert. In Berlin war sie im Admiralspalast zu sehen und im Kabarett „Die Kneifzange“.

In Liebe eine Eins

Ab Mitte der 90er begann ihre Tätigkeit bei Film und Fernsehen.
Im neuen Jahrtausend spielte sie im „fliegenden Klassenzimmer“, einem Kinofilm, die Frau Thaler (2003).
Im Fernsehfilm „In Liebe eine Eins“, in dem auch Anna Loos mitwirkte, spielte sie die Richterin Hanisch, eine Nebenrolle.

Sekretärin, Schauspielerin und Friedensforscherin

Ein Jahrzehnt weiter geht es wieder um Liebesbeziehungen: Reimann war mehrfach die Sekretärin Gudrun Kramer in „Ein Fall von Liebe“.

Auch in einer Dokumentation war sie zu sehen: der ZDF-Produktion „Casanova – Die Kunst der Verführung“. KR war dort Silvia Balletti, die französische Schauspielerin.

In der Serie „Der Kriminalist“ mimte sie die Friedensforscherin Professor Wieland (2013).

2015 mischte sie bei SOKO Wismar als Adoptivmutter mit.

Lesungen: Lebenswert und auf dem Kreuzfahrtschiff

Rezitieren und lesen ist durchaus eine regelmäßige Beschäftigung bei ihr; so mit dem Rosenau-Ensemble Baden-Baden, der Märchenhaften Operncompany Berlin und auf Kreuzfahrtschiffen.

Vor acht Jahren fing sie an mit „Lebenswert“-Lesungen, wo sie aus der romanhaften Autobiographie des Berliner Journalisten Maxim Leo liest, „Haltet euer Herz bereit“.

Dies tut sie wohl auch für Alte und Blinde, denen sie immer wieder vorträgt.

Was?
Lesung „Familienfahrt“ von H. Fallada

Wann?
Datum und Uhrzeit:
Dienstag, den 15. August 2017 um 15 Uhr (Ende 16 Uhr)

Wo?
Ort:
Altenheim „Pro Seniore“, Kurfürstendamm 100, 10711 Berlin, Bibliothek (1. Stock)

Anfahrt: Bus M19 und M29 bis Haltestelle Kurfürstendamm/ Joachim-Friedrich-Straße.
U Bahn: U7 Adenauerplatz, Fußweg (2 Bushaltestellen Richtung Südwesten)

Eintritt 9,50 Euro




„Das Gipfelglück“ hat viele Gesichter

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Hotels sind Orte, in denen sich Menschen begegnen, kennen lernen und möglicherweise auch unerwartete Schicksale ihren Lauf nehmen. Ein beliebter Stoff vieler Bücher. Ganz aktuell beschäftigt sich mit dieser Thematik der Roman „Gipfelglück, der jetzt im Verlag Hoffmann und Campe erschienen ist. Die beiden Autorinnen, die ehemalige Stern-Korrespondentin Evelyn Holst und die Reisejournalistin Uschi von Grudzinski, haben für den Ort ihrer Handlung das Gradonna Mountain-Resort in den Hohen Tauern ausgewählt, das die Unternehmergruppe Schultz, Österreichs erfolgreichster, privat geführter Seilbahn- und Tourismusbetrieb, vor einigen Jahren hoch über dem kleinen Osttiroler Bergdorf Kals am Großglockner errichtet hat. Eigentlich ein perfekter Ort für Urlaubsträume.

Unter dem Motto „Das Gipfelglück hat viele Gesichter“ zeigen die beiden Autorinnen, dass jedoch auch an einem so herrlichen Platz, an dem man, wie es in einem alten Werbeslogan heißt, die Seele baumeln lassen kann, Menschen vor ihrem Schicksal nicht davon laufen können. Da wird eine der Hauptpersonen, Monika Landmann, unerwartet von ihrer Vergangenheit eingeholt und muss um ihre Ehe bangen. Victor Gold, ein alternder Star, sieht sich ausgerechnet bei der Präsentation seiner Biografie mit einer Lebenslüge konfrontiert. Waltraud van Hoge muss die Erfahrung, dass man Menschen nicht wie Marionetten lenken kann, beinahe mit dem Leben bezahlen. Dr. Michael Grundmann lernt, dass der Spagat zwischen Stand- und Spielbein durchaus schmerzhaft sein kann. Und die pubertierende Leonie bringt sich und andere Menschen leichtsinnig in Lebensgefahr, weil sie die Macht der Berge unterschätzt. Aber, wie der Roman „Gipfelglück“ schildert, ist auch unter den Einheimischen nicht alles Gold was glänzt. Oder warum hat Bergführer Sepp panische Angst davor, seinem Herzen zu folgen? Und was halten Vroni und Franz eigentlich vor ihrer Tochter Resi geheim?

Dass die Fäden aller Ereignisse gerade im Gradonna Mountain Resort zusammenlaufen, einem Ort, an dem der Gast eigentlich abschalten und zur Ruhe kommen und den Alltag draußen für eine gewisse Zeit vergessen soll, macht die Geschichte mit allen ihren Handlungssträngen besonders unterhaltsam, spannend und manchmal auch umwerfend komisch. Fazit: Sehr lesenswert! Beste Urlaubslektüre!

* * *

Uschi von Grudzinski und Evelyn Holst, Das Gipfelglück, Roman, 288 Seiten, Taschenbuch, Klappenbroschur, Hoffmann und Campe Verlag, Verlagsbereich: Atlantik – Belletristik, 2017, ISBN: 978-3-455-65146-1, Preise: 15,00 EUR (D), 15,50 EUR (A), 20,50 CFr (CH)




„Das Herz des Aals“ – Buchpremiere in Berlin – Lesung mit Anne Hahn

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Berliner Autorin Anne Hahn stellt ihren neuen Roman „Das Herz des Aals“ am 30. März 2017 in der Kultur- und Schankwirtschaft BAIZ in der Schönhauser Allee 26A, 10435 Berlin, vor. Hahn, die über Punk in der DDR (mit Frank Willmann: „Satan, kannst du mir noch mal verzeihen, Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest“, 2008), ihre Flucht- und Familiengeschichte („Gegenüber von China“, Roman, 2014 und „DreiTagebuch“, Roman, 2014) schrieb, entwickelt in ihrem neuen Roman ein phantastisches Panorama Berlins auf mehreren Zeitebenen, zu dem der Mainzer Ventil Verlag notiert: „Ein Zirkusdirektor reist im Jahr 1900 in die Südsee und findet dort die Sensation für die Manege: ein Wesen, halb Fisch, halb Frau. 16 Jahre später – mitten im Ersten Weltkrieg – inszeniert der Zirkus ein furioses Unterwasser-Spektakel in Berlin, bei dem ein Nachbau der mystischen Stadt Vineta vor den Augen des erstaunten Publikums in den Spreefluten versinkt. Und an jenem Tag beginnt zwischen dem Direktor und der jungen Statistin Charlotte eine Liebesgeschichte, die vom wilhelminischen Deutschland bis in das Berlin nach der Jahrtausendwende reicht …

Die kurze und grausame deutsche Kolonialgeschichte, Verrat und Intrigen am Ende des Zweiten Weltkriegs und das Berlin der neuen Mitte an einem heißen Spätsommertag 2013 – das alles durchläuft ‚Herz des Aals‘ von Anne Hahn, getragen von einem wunderbar melancholischen Grundton. Das goldene Zeitalter des Zirkus zwischen Vaudeville und hoher Unterhaltungskunst wird mit literarischer Akrobatik zu neuem Leben erweckt.“

Die Besucher der Buchpremiere in Berlin hören und sehen erst Anne Hahn und lesen dann bitte selbst das neue Berlin-Buch.

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Anne Hahn, Das Herz des Aals, Roman, Broschur, ca 128 Seiten, Frühjahr 2017, Ventil Verlag, ISBN 978-3-95575-071, Preis: 12,00 Euro (D)




La donna phaenomenal: Die Schriftstellerin Gioconda Belli liest in Bremen aus ihrem neuen Buch „Mondhitze“ und spricht über die Lage nach den Wahlen, begleitet von Musik der Grupo Sal

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am Montag, den 21. November 2016 um 19.30 Uhr stellt Gioconda Belli ihr neues Buch in Berlin vor und wer weiß, vielleicht liest die Lyrikerin auch eines ihrer Gedichte. Am 22. ist sie in Bremen.

Die 1948 in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas, als Tochter reicher italienischer Einwanderer geborene Schriftstellerin stellt in Berlin ihren Roman „Mondhitze“ vor mit dem großen Thema „Wechseljahre“. Ein Buch, das für Frauen weltweit Gültigkeit besitzt.
Sie ist eine Autorin, die sich automatisch auch emanzipatorischen Frauenthemen widmet. Dabei schreibt sie oft nur das, was auch Männer schreiben, doch genau das wurde als Skandal betrachtet.
Belli war auch politisch aktiv. In Nicaragua kämpfte sie mit den Sandinisten gegen die Diktatur und bekleidete nach dem Sieg der „Revolution“ Ämter in der neuen Sandinista-Regierung. Enttäuscht von dem neuen Regime brach sie mit den Sandinisten und lebte in Nord- und Mittelamerika im Exil, so in Mexiko und in Costa Rica. Heute lebt sie wieder in ihrer Heimat Nicaragua.

Die Lesung wird von dem Duo „Grupo Sal“ begleitet. Ihre einzigartige Interpretation gründet sowohl auf der traditionellen sowie zeitgenössischen und klassischen Musik.

Einführend wird mit Gioconda Belli über die aktuelle politische Lage 3 Wochen nach den Präsidenten- und Parlamentswahlen sowie über die Situation der Frauen in Nicaragua gesprochen werden.

In der Reihe „Kultur als Brücke“ lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) regelmäßig Künstlerinnen und Künstler ein, deren Werk eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen und Welten darstellt.

Lesung in der Reihe „Kultur als Brücke“ der Friedrich-Ebert-Stiftung 21.11.2016, 19.30 Uhr
Heimathafen, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin
Tel. 030 65 82 13 33
Eintritt frei nach erfolgreich erfolgter Anmeldung

Letzte Station Bremen

– Die letzte Veranstaltung auf dieser Lesereise im Jahr 2016 findet am Dienstag, den 22. November in Bremen statt. Man könnte sie auch Konzertlesung nennen. Für die Musik sorgt das Grupo Sal Duo, das sind Fernando Dias Costa (Percussion, Gesang, Moderation) & Aníbal Civilott (Gitarre, Gesang). Der Sänger Dias Costa stammt aus Porto in Portugal, Civilotti aus Argentinien. Die Lesung für das deutsche Publikum übernimmt Viola Gabor, die auch in Berlin vortrug.

Gioconda Belli und ihr Übersetzer Lutz Kliche

Zuvor war Gioconda Belli mit ihrem Hauptübersetzer Lutz Kliche im Phaeno in Wolfsburg und in Kiel in der Pumpe zu Gast gewesen. Einfühlsam übersetzt Kliche ihr Werk, seit den achtziger Jahren arbeiten sie zusammen. Erstaunte Fragen aus dem Publikum, warum eine Feministin sich von einem Mann übersetzen lasse, entlockten Belli ein verschmitzte Bemerkung und Lutz Kliche ergänzte, dass er wohl auch viel Weibliches in sich habe. Lutz Kliche ist ein Meister des Spanischen und zweisprachig in Wort und Schrift, er moderierte auch die Veranstaltung in Wolfsburg, die als reine Lesung ein sehr harmonisches Ereignis war. Das erlesene Publikum, selbst zum großen Teil bilingual, konnte die Übersetzung gleich ad hoc ein wenig überprüfen und pflichtete bei, dass Kliche den Text sehr gut herübergebracht hätte.

Bellis Bücher – in verschiedenen Sprachen unterschiedlich verbreitet

Gioconda Bellis Bücher sind in viele Sprachen übersetzt worden und auf allen Kontinenten erschienen, doch auf der Welt sehr unterschiedlich verbreitet. Zwei große Kultursprachen und -nationen, Frankreich und China, veröffentlichten jeweils nur zwei Bücher. Im Reich der Mitte sind es „Bewohnte Frau“ und „Werkstatt der Schmetterlinge“.
So können sich die Deutschen in der glücklichen Lage sehen, dass ein großer Büchertisch mit ihren Werken gefüllt werden kann.

Der Veranstaltungsort im kleinsten Bundesland ist das altehrwürdige, über ein Jahrhundert alte Übersee-Museum Bremen am Bahnhofsplatz 13 (28295 Bremen, Tel. 04 21 / 16 03 81 71). Nächstes Jahr wird es 130.

Wer den ganzen Tag mit Kultur verbringen möchte, kann von 9-18 Uhr ins Museum und viele Kulturen kennenlernen, bevor dann um 19.30 Uhr der spanisch-lateinamerikanische Kulturraum in Literatur und Musik im Mittelpunkt steht. Ein schöner Veranstaltungsort für den Tourneeabschluss. Eintritt 15 Euro/ermäßigt 10. Beginn wieder um 19.30 Uhr.

Bereits im Frühjahr war die Nicaraguanerin in Deutschland auf Tour; Im Herbst begann die Reise in Bayern. Zuletzt war Gioconda Belli seit dem 16. November bei einem Tag Pause (dem Sonntag) jeden Tag in einem anderen Bundesland: Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Berlin und nun Bremen.

Donna phaenomal – auch im phaeno in Wolfsburg

Das Phaeno in Wolfsburg war bestimmt der modernste Veranstaltungsort. Abgespacet wie es ist, scheint es eher aus der Zukunft zu kommen oder Science-Fiction-Kulisse zu sein. Zu wenig passt es zu bisherigen Sehgewohnheiten. Nichtsdestotrotz ein sehr passender Ort.
Belli schrieb als erste Frau Dinge, die Männer früher ähnlich geschrieben hatten. Doch bei ihr war es ein Skandal, offenbar, weil sie ein Frau ist, eine Autorin. So wurde sie unfreiwillig zur Pionierin, so wie das Gebäude des Phaeno ein Pionierbau ist, der viele anzieht.
Übrigens: Gebaut von einer Frau.