Mittwoch, 18. October 2017 | :
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Slow Food auf dem Internationalen Filmfestival in Berlin

Slow Food auf dem Internationalen Filmfestival in Berlin
© Berlinale, Foto: Piero Chiussi
Dieter Kosslick zu Besuch beim Street Food Markt der 65. Berlinale 2014. © Berlinale, Foto: Piero Chiussi

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Zur Filmkarte, also zu den Pressemitteilungen über Filme, die während der Internationalen Filmfestspiele vom 11. bis zum 21. Februar 2016 in Berlin gezeigt werden, gehört neben der Eintritts- oder Pressekarte seit einigen Jahren die Speisekarte. Zur 66. Berlinale wird wieder Kulinarisches Kino geboten. Diese köstliche wie erkenntnisreiche Sektion rund um Pott und Politik, dass sich einem schon mal der Magen umdrehen möchte, läuft seit 2007 im Festival und zwar mit wachsendem Erfolg.

Dass dritte Jahr in Folge wird allen Festivalbesuchers ein kleiner Berlinale-Street-Food-Markt mit Leckereien aus anderen Ländern unter dem Slow-Food-Motto ans Herz gelegt, auch wenn das nicht ganz billig und Discounter sowie Schnellrestaurants in der Nähe sind. Street-Food-Markt klingt klasse wie Food-Trucks, doch das sind in der Regel Imbissbuden auf Rädern, das ist also Essen auf Rädern mit Stehtischen davor. Die Fressfahrzeuge heißen „Heisser Hobel“ mit Allgäuer Kässpätzle, „Big Stuff Smoked BBQ“ mit saftigem Pulled Pork oder „Café 9“ mit Sironis köstlichen italienischen Backwaren.

Neu dabei sei „der sardische Sternekoch Roberto Petza“, wie es in einer Berlinale-Pressemitteilung vom 15. Dezember 2015 heißt, „der … zusammen mit der Berliner Flüchtlingsinitiative ‚Über den Tellerrand kochen‘ in einem Truck Essen aus dem Mittelmeerraum anbieten“ werde. „Petza hat beim italienischen Food Festival Il Pranzo di Babele (Das Mittagessen von Babel) bereits zusammen mit Flüchtlingen gekocht.“

Doch warm wird einem deswegen in der unwirtlichen Kälte, die im Frost-Monat Februar oft rund um den Marlene-Dietrich-Platz herrscht, nicht, was auch an der frischen Ungemütlichkeit des Retortenviertels liegt. Länger als nötig möchte dort niemand stehen.

Noch immer wirken die Mampfmeter in einer Sackgasse namens Joseph-von-Eichendorff-Gasse am Rande der Berlinale und Jottwehdeh des Kulinarischen Kinos wie gut gedacht, aber nicht gut gemacht. Der Dichter und Denker der deutschen Romantik würde sich im Grabe umdrehen.

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