Santo Domingo

Ruhm, nicht Rum – „Santo Domingo“ von Stefan Risthaus

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein Spiel von Stefan Risthaus trägt den Titel „Santo Domingo“ und erinnert an die gleichnamige Stadt Santo Domingo. Eigentlich heißt die älteste von Europäern errichtete Stadt in der Neuen Welt Santo Domingo de Guzmán. Die 1496 vom Kolumbus-Bruder Bartolomeo gegründete Stadt ist die Haupt-, Hafen- und Handelsstadt der República Dominicana (deutsch: Dominikanische Republik) und berühmt für ihre Altstadt, in der eine Weltkulturerbe-Attraktion die andere ablöst. Bestaunen und beschreiten möchte man den Botanischen Garten von Santo Domingo mehr als den Palast Alcázar de Colón und die Calle las Damas, doch zu den Sehenswürdigkeiten zählen sie alle, wie auch der Faro a Colón (der Leuchtturm des Kolumbus) und das Kolumbus-Denkmal vor der Kathedrale.

Die 1540 eingeweihte Kathedrale ragt nicht aus dem Santo Domingos Zona Colonial am westlichen Ufer des Río Ozama heraus: sie blieb unvollendet und steht ohne Türme da.

Das Familien- und Kartenspiel von Stefan Risthaus für zwei bis sechs Spieler ab acht Jahren dagegen ist fertig. Dabei kommt es darauf an, Vorausschau zu halten und um die Vorherrschaft in Santo Domingo und der barbarischen Kolonialisierung der Karibik zu kämpfen, wo das Spiel spielt. Im 16. Jahrhundert war Santo Domingo die wichtigste Handels- und Hafenstadt für die Ausplünderung Amerikas. Schiffe wurden ent- und beladen, Waren wurden umgeschlagen.

Zu den 60 Spielkarten im handlichen Format zählen acht durchnummerierte Aktionskarten (Kapitän, Admiral, Gouverneur, Fregatte, Galeone, Zöllner, Kaufmann und Bettler). Zudem erhält jeder Spieler eine Siegel- und eine Warenkarte.

In jeder Runde ohne Rum suchen sich die Spieler eine oder zwei, was von der Anzahl der Spieler abhängt, aus und decken sie auf. Anschließend werden laut Plan und Pegasus Spiele „Aktionen in einer festgelegten Reihenfolge ausgeführt. So können die Spieler Waren sammeln, sie gegen Siegpunkte eintauschen oder sogar auf direktem Weg Siegpunkte erhalten. Durch einen begrenzten Vorrat an Waren und Punkten in jeder Runde hängt die Stärke einer Karte jedoch davon ab, welche Karten die anderen gespielt haben.“ Mehr erklärt die vier A4-Seiten umfassende Spielanleitung.

Wer sich auf Fässer voll Rum freut, der wird enttäuscht. Es geht um Ruhm in Santo Domingo.

Santo Domingo

Autor: Stefan Risthaus, Illustrationen: Klemens Franz, Spieler: 2 bis 6, Alter: ab 8 Jahre, Spieldauer: 20 bis 30 Minuten, Format: 17.7 cm × 12.7 cm × 3.7 cm, Gewicht: 0.28 kg, Verlag: Pegasus-Spiele, Friedberg 2017, EAN: 4250231711190




Kingdomino

Domino im Königreich – „Kingdomino“ von Pegasus-Spiele ist Spiel des Jahres 2017

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der französische Spieleautor Bruno Cathala, der seit der Jahrhundertwende nach unserem Zeitalter über ein Dutzend Spiele entwickelte, schaffte es mit „Boomtown“ (2005), „Flinke Feger“ und „Jamaica“ (2008) sowie „Mow“ (2008) bereits vier Mal auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres in der Bundesrepublik Deutschland (BRD). Mit „Kingdomino“ (2016) gewann der oft ausgezeichnete Cathala erstmals den BRD-Preis Spiel des Jahres und zwar den für 2017, der am 17. Juli 2017 in Berlin vergeben wurde.

Das nicht schwere Domino- oder besser gesagt Legespiel „Kingdomino“, das sich einfach aus den Begriffen Kingdom (Deutsch Königreich) und Domino zusammensetzt, können zwei bis vier Kinder ab acht Jahren, Jugendliche und Erwachsene leicht und locker in 20 bis 30 Minuten spielen. Der Spieler ist in „Kingdomino“, das erst im französischen Verlag Le Grand Massif herauskam (2015) und 2016 im 1993 gegründeten Verlag Pegasus Spiele mit Sitz im hessischen Friedberg, sei „Herrscher eines Königreichs und auf der Suche nach Ländereien.“ Richtig, Reich vergrößern, darum geht es.

Drei Schritte und ein „großer 3D-Turm“ werden angepriesen. „Wählt nacheinander einen Dominostein aus …“, ist der erste Schritt, doch der zweite folgt sogleich: „… und legt ihn in euer Königreich“. Ähnlich wie bei „Domino“ dürfen sich die Spieler in jeder Runde ein zweigeteiltes Plättchen nehmen und damit ihr Königreich ausgehend von einer Burg auf eine Größe von fünf mal fünf Feldern ausbauen. Die Deckel verspricht: „Je größer die Landschaft ist und je mehr Gebäude sie aufweist, desto mehr Punkte erhaltet ihr.“ Beim Verteilen der Dominosteine oder Plättchen kommt es auf den richtigen Plan und Kamerad Zufall an. Das ist kinderleicht – und zwar für alle, welche die Grundidee beziehungsweise das Spielprinzip von Domino kennen -. Das ist auch schon die Kritik am Spiel. Manchem wird das zu wenig sein, aber als flottes Familienspiel geht „Kingomino“ durch.

„Kingdomino“ wird auf Wikipedia als „eine Weiterentwicklung des klassischen Dominospiels“ vorgestellt. Zu diesem Domino-Effekt beim Spiel notiert die Spiel-des-Jahres-Jury: „‚Kingdomino‘ hebt das altehrwürdige Dominoprinzip auf eine neue Ebene – ohne dabei die schlichte Eleganz des Vorbilds zu verlieren.“

Zum Spiel heißt es auf der Heimatseite Spiel des Jahres: „Gut ist es, große Flächen mit gleichen Landschaften zu bilden. Doch sie bringen nur dann Punkte, wenn mindestens eine Krone auf diesen Plättchen zu sehen ist. Denn am Schluss werden für jedes Gebiet diese beiden Faktoren miteinander multipliziert: Zahl der Felder mal Zahl der Kronen. Zuvor bestimmt die Wahl des Plättchens immer auch die Zugreihenfolge für die nächste Runde, denn gute Plättchen sorgen automatisch dafür, dass man beim nächsten Mal spät an die Reihe kommt. So stehen die Spieler in jedem Durchgang aufs Neue vor der wichtigen Entscheidung, welches Plättchen sie am besten auswählen.“

Die Jury des Kritikerpreises begründete ihre Entscheidung damit, dass „das Planen der weitläufigen Ländereien rund um die Burg und der kluge Mechanismus bei der Plättchenauswahl … stimmig miteinander verzahnt und meisterlich auf das Wesentliche reduziert“ seien.

Kingdomino

von Bruno Cathala, Illustrationen: Cyril Bouquet, Grafikdesign: Jens Wiese, Realisation: Klaus Ottmaier, Alter: ab 8 Jahre, Spieldauer: 20 bis 30 Minuten, Spieler: 2 bis 4, Format: 24,5 cm x 24,5 cm x 6,5 cm, Gewicht: 0,825 kg, Verlag: Pegasus-Spiele, EAN: 4250231714450, Preis: rund 20 Euro




4 Seasons

Zwei Spieler ab acht Jahre, 48 Karten und vier Jahreszeiten – Zum Spiel „4 Seasons“ von Pegasus-Spiele

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das japanischen Team Saien entwickelte für die Spielewelt die Spiele Element und Onitama, die im Friedberger Verlag Pegasus erschienen. Das dritte Spiel vom Team Saien bei Pegasus Spiele trägt den Titel 4 Seasons.

Waren es bei Elements noch 16 Karten, mit denen zwei Spieler mehr oder minder vielseitig „rechnen“ konnten, sind es bei 4 Seasons 48. Mit 48 Spielkarten versuchen zwei Spieler bei 4 Seasons laut Spieleanleitung „mit wenig Regeln“ die meisten „Einflusspunkte zu sammeln, um so die Siegpunkte einer Jahreszeit zu erlangen. Die Regeln sind wirklich einfach, denn „wer in der summe aller vier Jahreszeiten die meisten Siegpunkte erlange, gewinnt.“ Die Jahreszeitenfiguren werden in den Farben Grün, Gelb, Rot und Blau dargestellt. Grün dürfte für frisches Gras und unreife Früchte und also Frühling stehen, Gelb für Sonne und Sommer, Rot, das von Gelb nach Blau tendieren kann, für Herbst und Blau für Winter. Herrlich blau kann der Himmel an einem klaren, kalten Wintertag sein.

4 Seasons

Das Kartenspiel 4 Seasons von Pegasus Spiele. © 2017, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

In den drei Grundfarben Gelb, Blau und Rot sowie der Farbe Gründ sind auch die 48 Karten auf der einen Seite gestaltet, die Nummern von eins bis drei tragen. Auf der anderen Seite stehen nur die Nummern.

Die Karten werden zur Vorbereitung erst sortiert in Einser, Zweier und Dreier. Anschließend wird jeder Stapel gemischt. Als nächstes wird der aufgeschichtete Haufen der Einer wird genommen. Daraus werden acht Stapel gebildet. Das geschieht auch mit dem Haufen der Zweier, die auf die acht Stapel der Einer verteilt werden, und dem Haufen der Dreier. Spätestens jetzt fällt auf, dass in jedem der acht Stapel zwei Einer, drei Zweier und ein Dreier liegen. Zwar gibt es jeweils 12 Karten Führling, Sommer, Herbst und Wintr, abr nur 16 Einer, 25 Zweier und acht Dreier.

Zwei Stapel sind nun aus dem Spiel zu entfernen und beiseite zu legen. Jeder der zwei Spieler nimmt sich nun je drei der übrigen sechs Stapel und legt sie übereinander und zwar ohne sie anzusehen und zu mischen. Beide Spieler haben nun jeweils einen Nachziehstapel von 18 Karten, von denen zu Beginn acht auf die Hand genommen werden.

Die vier Jahreszeitenfiguren kommen nun so in die Mitte, dass bei jeder Figur Platz für eine Kartenreihe ist. Der Startspieler wird auf eigene Art und Weise bestimmt.

Das Besondere an 4 Seasons ist, dass jeder Spieler die Karten, die sein Gegner ausspielt, kontrolliert und entscheidet, wann er diese ausspielen darf. Weiter im Text von Pegasus Spiele: „In jedem Spielzug wählt ein Spieler zwei Handkarten und gibt sie seinem Gegner, der eine Karte in den Jahreszeitenbereich und eine Karte in seinen Einflussbereich legen muss. In beiden Bereichen werden die Karten farblich getrennt voneinander hingelegt. Karten, die in den Jahreszeiten abgelegt werden, bestimmen am Ende die Siegpunkte, die jede der vier Farben wert ist, während die Karten im Einflussbereich bestimmen, wer die Siegpunkte erhält. Da ein Spieler zwar entscheiden kann, wo er seine Karten hinlegt, aber immer nur die Karten verwenden kann, die sein Mitspieler ihm gibt, müssen viele knifflige Entscheidungen getroffen werden.“

Ein Spiel zieht sich über neun Runden. In jeder Runde beginnt der Startspieler, so dass sich die Spieler ständig abwechseln.

Das kleine Kartenspiel ist nicht teuer und im Handel für rund 10 Euro zu kaufen. Wer Taktieren mag, für den dürfte das Spiel, das durchaus anspruchsvolle ist, aber auch ein wenig Kartenglück und Pokerface erfordert, das man zwei, drei Mal in einer Stunde spielen kann, gut geeignet sein.

4 Seasons

Spieler: 2 Spieler, Alter: ab 8 Jahren, Spieldauer: 15 bis 30 Minuten, Format: 17.7 cm × 12.7 cm × 3.7 cm, Gewicht: 0.2 kg, Verlag: Pegasus-Spiele, Friedberg, Erscheinungsdatum: 24.07.2017, EAN: 4250231711169, Preis: im Handel um 10 Euro.




Kingdomino ist Spiel des Jahres 2017.

„Kingdomino“ von Bruno Cathala ist „Spiel des Jahres 2017“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Spiel „Kingdomino“ wurde in Berlin von der Jury zum „Spiel des Jahres 2017“ gekürt, weil es ein „flottes und schnell zu erlernende Spielerlebnis“ sei. Super!

Damit ist „Kingdomino“, eine – das darf man sagen und schreiben – Variante des Klassikers Domino das 39. „Spiel des Jahres“. Gratulation!

Der Spieleverlag Pegasus Spiele, das gleich dieses Mal drei nominierte Spiele verzeichnen konnte, äußerte sich in einer Pressemitteilung vom 17. Juli 2017 wie folgt zum Spiel „Kingdomino“, das anders als Domino sei, weil es „nicht auf abstrakte Spielsteine“ setze, „sondern auf ansprechend gestaltete Landschaftsplättchen“, wie folgt: „Aus diesen bilden die 2 bis 4 Spieler Königreiche, um damit die meisten Punkte zu erhalten.“ Der Spielablauf sei „schnell erklärt“: „Jede Runde wird pro Spieler genau ein Plättchen genommen und eines platziert. Für zusammenhängende Landschaften des gleichen Typs gibt es bei Spielende die begehrten Punkte.“

Dazu erklärte die Jury: „Das Planen der weitläufigen Ländereien rund um die Burg und der kluge Mechanismus bei der Plättchenauswahl sind stimmig miteinander verzahnt und meisterlich auf das Wesentliche reduziert.“

Zudem meint die Jury, dass „Kingdomino … das altehrwürdige Dominoprinzip auf eine neue Ebene – ohne dabei die schlichte Eleganz des Vorbilds zu verlieren“ – hebe. Holla, die Waldfee!

„Kingdomino“, das die Spiele „Wettlauf nach El Dorado“ und „Magic Maze“ auf die Plätze verwies, sei für zwei bis vier Spieler ab einem Alter von acht Jahren geeignet. Die Dauer des Spiels betrage in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten.




„State of the Game“ im Roten Rathaus – Tagung über das Kulturgut Computerspiele am 14. und 15. September 2017 in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das 1997 in Berlin eröffnete Computerspielemuseum (CSM) wandert für zwei Tage im September ins Rote Rathaus. Nun, selbstverständlich nicht das ganze CSM, aber zur Tagung am 14. und 15. September 2017 anlässlich des 20. Jubiläums des Computerspielemuseums im Rahmen der Veranstaltungsreihe „State of the Game“ werden sich die Protagonisten einfinden.

Die Veranstaltungsreihe „State of the Game“ wird sowohl vom Hauptstadtkulturfonds als auch von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderte und deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen laut Pressemitteilung der Gameshouse gGmbH und dem CSM vom 23.06.2017 „aus vielfältigen Perspektiven und in unterschiedlichen Formaten einen Diskurs über den Stand der digitalen Spielekultur“ führen. Geplant seien „eine physische Ausstellung und eine Online-Ausstellung, Kunstaktionen sowie eine zweitägige internationale Tagung zur Kultur und Praxis digitaler Spiele“.

Die Veranstalter zeigen sich erfreut, dass Dr. Henry Lowood von den Stanford Libraries und Prof. Dr. Wimmer von der Universität Augsburg „bereits Keynotes am Eröffnungstag“ zusagten.

Obwohl die Tagung „von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und vom BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware und dem Deutschen Kulturrat unterstützt“ werde, sei eine TAgungsgebühr für zwei Tage“ von 20 Euro zu zahlen.

Mehr Informationen finden sich hier: http://computerspielemuseum.de/index.php?id=1491&clearcookie=true




Das Spiel mit dem Yeti

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Den Yeti genannten Schneemenschen, der laut Wikipedia als „zwei bis drei Meter groß und über 200 Kilogramm schwer, mit Fußabdrücken von bis zu 43 Zentimetern Länge“ beschrieben wird, den gibt es also doch und zwar als Brett- und Würfelspiel in Zimmertemperatur und im handlichen Format 29,5 cm × 29,5 cm × 7 cm. Pegasus Spiele sei Dank!

Der Autor des im Gefrierschrankblaugrau gehaltenen Spiels, für die lustigen Illustrationen ist Dennis Lohausen und für das Layout Hans-Georg Schneider verantwortlich, für zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren ist Benjamin Schwer, der an Spielen wie „Die Helden von Kaskaria“, „Crowns“, „Ugah, Ugah“ oder „Würfel Kung Fu“ mitwirkte. Yeti geht als flottes Familienspiel durch, für das man 20 bis 40 Minuten einplanen möchte.

Oma und Opa, Mama und Papa, Tochter und Sohn (wollen alle sechs mitspielen, muss einer aussetzen) sind Bergsteiger. „Du übernimmst die Rolle eines wagemutigen Abenteurers und Bergsteigers“, lese ich in der Einleitung, „der sich auf die Suche nach dem Yeti, dem legendären Schneemenschen, gemacht hat. Die könnten beispielsweise Reinhold Messner befragen oder in seinem Buch „Yeti – Legende und Wirklichkeit“ nachlesen, oder auf „Fußspuren … in der unwirtlichen Gebirgslandschaft“ des eiskalten Himalaya.

Mit Glück gerate der Yeti „sogar vor deine Kamera“. Dafür sollten die Ausrüstung „verbessert und ortskundige Sherpas“ angeheuert werden. Irgendwann ist der Yeti da, muss Spielzug um Spielzug „eingeholt“ werden. Beim „Entdecken“ und Fotografieren des Yeti sammeln die Spieler Punkte. Wird der Yeti „auf der Zählleiste ein- oder überholt“, dann ist Schluss und derjenige, der „am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt“.

Gewürfelt werden können Schnee, Münzen, Sherpas, Fußspuren und Zelte. Wer weitere Abwechslung wünscht, der fügt als Variante „dem Spiel die Wetter-Plättchen hinzu“. während des Spiels geht es den dreidimensionalen Berg hinauf. Je höher die Spieler steigen, desto mehr Punkte sammeln sie. Schöne Idee. Das Spiel ist originell, auf den ersten Blick wirklich mal etwas anderes. Pegasus Spiele sagt dazu: „Sowohl für Gipfelstürmer als auch für geduldige Taktiker kann die spannende Spurensuche zum Erfolg führen – solange beim Würfeln die richtigen Entscheidungen getroffen werden und das Wetter gut bleibt … sonst freut sich der Yeti.“

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Yeti, Spieleralter: ab 8 Jahren, Spieleranzahl: 2 bis 5, Spieldauer: 20 bis 40 Minuten, Autor: Benjamin Schwer, Illustrationen: Dennis Lohausen, Layout: Hans-Georg Schneider, Format: 29,5 cm × 29,5 cm × 7 cm, Gewicht: 0,84 kg, Verlag: Pegasus Spiele, März 2016, EAN: 4250231709128, Preis im Pegasusshop: 24,95 EUR




Wie die Wikinger – Über das Karten- und Brettspiel „Jórvík“ von Stefan Feld

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wikinger wären Nordmänner, die entlang der germanischen und baltischen See in der Zeit von Anfang des neunten bis Mittel des elften Jahrhunderts nach unserer Zeitrechnung siedelten, wenn sie nicht zur See fuhren und also die Planken, die für sie die Bretter dieser Welt bedeuteten, ihr windiges wie welliges Zuhause waren. Die Kriegsfahrten zur See brachte die Männer mit Schild und Schwert in ihren Drachenbooten an die Ufer entfernter Länder, zu den Sachsen und Franken, auch zu den Angelsachen. Teile des heutigen Schottland, Irland, Wales und England. Bis nach Baku und Konstantinopel, bis Island, Grünland (Grönland) sowie Helluland und Markland (heute Kanada) kamen sie.

Schlachten wurden geschlagen, gerauft und geraubt, aber die Wikinger sollen nicht nur als Lösegeld fordernder Haufen von Kriegern aufgetreten sein sondern neben Siedlungen auch ganze Städte entwickelt haben. Von Zentren blühenden Handwerks und Handels ist die Rede.

Eine Stadt samt umliegenden Königreich nannten sie Jórvík, heute besser bekannt als York. Laut Wikipedia liegt York „am River Ouse nahe der Mündung des River Foss“, doch wir interessieren uns an dieser Stelle mehr für das gleichnamige Spiel. Nein, das heißt nicht York, das heißt „Jórvík“ und wurde von Stefan Feld entwickelt.

In diesem Spiel aus dem Verlag Pegasus Spiele „schlüpfen die Spieler“ laut Hersteller „in die Rolle von Jarlen, den Anführern der Wikinger. Sie sammeln Prestigepunkte, indem sie mit Waren handeln, große Feste feiern, Plünderfahrten finanzieren, Handwerker anheuern und Soldaten einstellen, die die Stadt gegen wiederkehrende Angriffe schützen. Der Spieler mit den meisten Prestigepunkten gewinnt.

Wer das Spiel „Die Speicherstadt“ (2010) kennt, erkennt, dass „Jórvík“ eine neugestaltete Version des Spiels des Verlags Eggertspiele ist. Im Spiel erwerben die Spieler Karten aus einer Auslage durch einen sehr einfachen und dennoch brillanten Arbeiter-Einsetz- und Biet-Mechanismus, um ihr Handelsimperium aufzubauen. „Jórvík“ bietet beziehungsweise der Spielekarton beinhaltet zwei Versionen: Das einführende Karl-Spiel als Basisspiel, welches äquivalent zu „Die Speicherstadt“ ist, und ein herausforrderdes Jarl-Spiel für Fortgeschrittene, welches der Ergänzung von „Die Speicherstadt“ durch die Erweiterung „Kaispeicher“ entspricht.

Staat das alte „Die Speicherstadt“ lohnt sich das neue „Jórvík“, weil es nicht nur ein feines Karten- und Brettspiel mit einem bravourösen Bietermechanismus ist, sondern Kennern (ohne zu anspruchsvoll zu sein) eine neue und ansprechenden Überarbeitung bietet.

Die Illustrationen und Grafiken von Marc Margielsky gefallen mir und wirken wikingig. Die Spielregeln musste ich studieren, um sie zu kapieren und ausprobieren, doch dann ging es.

Die Spielerfiguren erinnern an die Meaple der „Carcassonne“-Spiele, aber nach ein, zwei Runden mit Angebots-, Nachfrage-, Kauf- und Verladephase vergißt man das, spätestens beim finalen Angriff der Pikten.

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Jórvík, Autor: Stefan Feld, Illustrationen und Grafiken: Marc Margielsky, Regeln und Layout: Philippe Schmit, Alter: ab 10 Jahre, Anzahl der Spieler: für zwei bis fünf Spieler, Spieldauer: nicht ganz eine bis gut und gerne eineinhalb Stunden, Format: 29.5 cm × 29.5 cm × 7 cm, Gewicht: 1,62 kg, Verlag: Pegasus Spiele, 1. Auflage Friedberg, Oktober 2016, Format: EAN: 4250231711244, Preis (im Pegasusshop): aktuell 34,95 Euro




Das Einmal-Spiel „Exit – Die Grabkammer des Pharao“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Oberboss von Ober- und Unterägypten, der früher, also von 1550 bis 1070 vor unserer Zeitrechnung, Pharao genannt wurde und nicht nur über das große Haus, seinen Palast, sondern über jede Menge Untertanen herrschte, liegt längst auf dem Scheiterhaufen der Geschichte und, geht es nach dem Kosmos-Spieleverlag, unterm Weihnachtsbaum: als Exit-Spiel – Die Grabkammer des Pharao von den Autoren Inka und Markus Brand.

„Während eines Ägypten-Urlaubs“, beschreibt der Verlag das Spiel“, „besuchen die Spieler“ den Höhepunkt ihres Aufenthalts, die Pyramiden von Gizeh. „Doch als sie durch die engen, labyrinthartigen Gänge steigen, verlieren sie schnell den Rest der Gruppe. Nach langem Umherirren gelangen die Spieler schließlich in eine mysteriöse Grabkammer. Plötzlich schließt sich die Steintür hinter ihnen. Die Spieler sind gefangen. Auf dem Boden liegt ein halb mit Sand verdecktes Notizbuch sowie eine uralte Drehscheibe. Werden die Spieler rechtzeitig entkommen oder für immer unter Stein begraben sein?“

Das weiß ich auch nicht, aber bei dem Spiel Exit – Die Grabkammer des Pharao sollten „die Spieler mit etwas Kombinationsgabe, Teamgeist und Kreativität nach und nach immer mehr Gegenstände“ entdecken, Codes „knacken“, „Rätsel“ lösen „und … der Freiheit Stück für Stück näher“ kommen.

Das klingt klasse. Klasse meinen sicherlich manche Spieler, dass „das Material geknickt, beschriftet oder zerrissen werden“ darf. .Weniger witzig könnten einige Spieler finden, dass, sobald „das Geheimnis des Raumes einmal gelüftet“ ist, „das Event-Spiel kein zweites Mal gespielt werden“ kann. Anders formuliert: Wie in einem richtigen Exit-Room ist auch das Exit-Spiel etwas Einmaliges.

Ob das für alle Spieler der Kick ist, der von diesem Einmal-Spiel, das auf dem Spielekarton als „Escape-Room-Spiel für zu Hause“ angepriesen wird, ausgeht, darf bezweifelt werden.

Bei einem Excape-Spiel werde eine Gruppe von „zwei bis sechs Spielern … wird in einen Raum gesperrt, sagt Markus Brand in einem Cliquenabend-Interview (Essen 2016), „und dann hat die Gruppe in der Regel eine Stunde Zeit, um aus dem Raum zu kommen. Das gelingt nur durch das Lösen verschiedener Rätsel“. Dabei arbeite sich „die Gruppe gemeinsam durch den Raum“. „Sowohl im Raum als auch im Spiel“, erklärt Markus Brand, sollte „das Team zusammenarbeiten“ beim Beschreiten ungewöhnlicher Wege.

Der ungewöhnlichste Weg, der zuerst beschritten werden muss, dürfte der vom Computer mit seiner virtuellen Welt zurück in den Raum der Realität und an den Brettspieltisch sein. Das mag gelingen.

Ob die Spieler dieser Welt dieses Brand-Spiel kaufen, dessen Preis mit derzeit 12,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer „klein“ sei, wie Heiko Windfelder, Mitglied der Geschäftsleitung und Programmleiter Spielware bei Kosmos, erklärt haben soll, wie ich einer Presseinformation des Verlags (Stuttgart 2016) entnehme, darf ebenfalls bezweifelt werden.

Mehr Infos unter www.exit-das-spiel.de.

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Exit – Die Grabkammer des Pharao, Autoren: Inka und Markus Brand, Alter: ab 12 Jahre, Spieler: 1 bis 6, Dauer: 45 bis 90 Minuten, Kartonformat: 180 x 130 x 41 mm (LxBxH), Kartoninhalt: 1 Buch, 1 Decodier-Scheibe, 23 Rätsel-Karten, 30 Lösungs-Karten, 33 Hilfe-Karten, 2 seltsame Teile, 1 Spielanleitung, Verlag: Kosmos, 2016, EAN: 4002051692698, Art.-Nr.: 69269, aktueller Preis bei Kosmos: 12,99 EUR inklusive Mehrwertsteuer, zuzüglich Versand




Affe, Ameisenbär, Elefant, Tukan, Tiger oder Schlange? – Über das Würfel- und Merkspiel Dschungelbande von Stefan Dorra und Manfred Reindl

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Rambazamba im dichten, tropischen Regenwald, Fete unter vielen Farben Grün, Party und Plantschen am Fluss. Das alles und noch viel mehr versprechen die Autoren Stefan Dorra und Manfred Reindl mit ihrem Spiel für Kinder ab fünf Jahre namens Dschungelbande, dass der Kosmos-Spieleverlag zur Nürnberger Spielewarenmesse 2016 mitbrachte.

Dschungelbande ist ein Schiebe-, Würfel-, Setz-, Karten-, Brett- und Merkspiel und deswegen sowohl für Kinder als auch für Erwachsende geeignet. Am besten dürfte das Spiel, das auf der Empfehlungsliste Spiel des Jahres 2016 zu finden ist, im Kreis einer fröhlichen Familie auf den Tisch kommen. Dort werden der Dschungel-Spielplan auf der Schachtel, die Tierkärtchen, Freunde-Chips, Spieler-Marker und Würfel platziert. Die Schachtel ist aus Pappe, die Figuren und der Würfel sind aus Holz, der Rest ist Plaste und Elaste.

Die vier Spielfiguren der vier Mitspieler werden auf die vier Startfelder am Lagerfeuer aufgestellt, die 30 Tierkarten werden gemischt, als Stapel auf den Tisch gelegt, so dass jeder Spieler acht Karten verdeckt vom Stapel ziehen kann. Jeweils zwei werden jetzt vor jeden der vier Flussläufe bei der Hängebrücke ausgelegt und anschließend umgedreht, so dass die Karten für alle sichtbar sind. Nun beginnt die Schieberei und Merkerei und mit der Würfelei beginnt das Spiel richtig. Der Würfel zeigt entweder einen Affen, Ameisenbären, Elefanten, Tukan, Tiger oder eine Schlange. Diese Tiere gilt es an den acht Wasserstellen zu finden. Vorsicht vor der Schlange.

Wer zuerst den Dschungelkrötenkönig und also das letzte Feld erreicht, der gewinnt das verschobene Würfel- und Merkspiel.

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Dschungel Bande, Autoren des Spiels: Stefan Dorra und Manfred Reindl, Alter der Spieler: ab 5 Jahre, Anzahl der Spieler: zwei bis vier, Dauer des Spiels: rund 20 Minuten, Verlag: Kosmos, Artikel-Nummer: 697358, Preis bei Kosmos: 24,99 EUR inklusive Mehrwertsteuer, Versandkostenfrei innerhalb der Bundesrepublik Deutschland




Zwei Flips aus Biene Maja in einem Spiel namens Harry Hopper

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Nein, nicht Harry Potter, sondern Harry Hopper heißt das neue Spiel, das frisch vom Verlag Kosmos in der sommerlich warmen Redaktionsstube eingetroffen ist. Autor des kurzweiligen Spiels für Kinder ab sechs Jahre, das für zwei bis vier Spieler gedacht ist, die sich gut und gerne eine Viertelstunde und länger damit vergnügen können, ist Florian Nadler. Für den mit seiner Familie in Wien lebenden 1977 geborenen Nadler ist Harry Hopper sein Erstlingswerk.

Harry Hopper © Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, 2016

Harry Hopper © Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, 2016

Dass Nadler nicht nur die Geschichten des von Joanne Rowling erdachten Zauberlehrlings kennt, sondern anscheinend auch noch die Romane von Waldemar Bonsels, der in seinen Büchern mit den Titeln „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ und „Himmelsvolk“ seine Erinnerungen an seine Erlebnisse als Kind im Herzen von Mutter Natur zu Papier brachte, das merkt man auf Anhieb, denn Flip, der grüne Grashüpfer, eine Nebenfigur von Maja, ist bei Harry Hopper Hauptfigur. Seine Hauptaufgabe ist hüpfen.

Gleich zwei Grashüpfer sind im quadratischen Karton, der eine hellgrün, der andere dunkelgrün. Diese beiden Unterarten der gemeinen Feldheuschrecke werden um 19 Grashalme platziert, von denen neun hellgrün und neun dunkelgrün sind, aber eine knallrot ist. Mit viel Fingerspitzengefühl gilt es, die Halme der eigenen Farben von seiner Heuschrecke abgrasen zu lassen. Die Grashalme sind aus Holz, die Grashüpfer aus Plaste und Elaste.

Vorsitz vor dem roten Grashalm. Der eine Aufrechte darf nur dann gefressen werden, wenn die eigenen neun Grashalme bereits umgefallen sind. Fällt er vorher, muss er erstens wieder aufgestellt werden und darf zweitens der Mitspieler beziehungsweise das andere Team einen eigenen Halm vom Spielfeld beziehungsweise aus dem Spiel nehmen. Die Landestelle des Grashüpfers soll laut Regel auch die Absprungstelle sein, immerhin darf der grüne Hüpfer in eine andere Richtung gedreht werden.

Harry Hopper © Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, 2016

Harry Hopper © Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, 2016

Dieses Spiel eignet sich auch für Bankster und solche, die das werden wollen, und wird wohl nicht nur in Bankfurt sondern an ähnlichen Orten Verbreitung finden. Zwischen Temingeschäften einfach eine Viertelstunde Harry Hopper auf dem Computerarbeitstisch oder gleich grundlos auf dem Boden spielen.

Für die ganz Kleinen scheint das ganz lustig, für die ganz Großen in den Geldhäuser auch, weil dabei der Kopf mal Pause. Uns in der Redaktion wurde nach ein paar Runden langweiligen, aber wir sind auch Kopfarbeiter. Nadler scheint das vorausgesehen zu haben und schlägt die Variante Grashüpfer-Parcours vor. Die zwei Flips aus diesem Spiel namens Harry Hopper könnten damit bis zu Mutti oder in die Chefetage hüpfen. Herrlich.

Harry Hopper steht auf der Empfehlungsliste Spiel des Jahre 2016.

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Harry Hopper, Autor: Florian Nadler, Alter: ab sechs Jahre, Anzahl der Spieler: zwei bis vier, Dauer des Spiels: rund eine Viertelstunde, Verlag: Kosmos, Artikel-Nummer: 697334, Preis auf der Website von Kosmos: 19,99 EUR inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Versand