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Sucht die beste aller Welten (!); Sucht findet Leid. Kindheit mit einer drogenabhängigen Mutter: Adrian Goiginger stellt mit einem Schauspieler seinen Debütfilm in Potsdam und Berlin vor

Sucht die beste aller Welten (!); Sucht findet Leid. Kindheit mit einer drogenabhängigen Mutter: Adrian Goiginger stellt mit einem Schauspieler seinen Debütfilm in Potsdam und Berlin vor
© RitzlFilm
Szene mit Jeremy Miliker und Verena Altenberger in dem Film "Die beste aller Welten".

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Zwei Filmleute zum Anfassen in zwei Bundesländern an einem Tag: Am 30.9.2017 um 17.45 Uhr im Thalia-Kino Potsdam und zur Prime Time um 20.15 Uhr im legendären Filmkunst 66 in der Bleibtreustraße 12 in Berlin-Charlottenburg. Adrian Goiginger schrieb das Buch und führte Regie für „Die beste aller Welten“, Michael Pink spielte „den Griechen“, einen Drogenhändler, der selbst abhängig war.
Wer sich den Film anschaut, wird unweigerlich Menschen sehen, die dem Alkohol zusprechen und rauchen, keine Zumutung, meint man, da doch allerorten zu beobachten. Die Menschen, die das tun, bilden eine Art eingeschworenen Freundeskreis, rauchen nicht nur Zigaretten und konsumieren auch härtere, verbotene Drogen.
Nette Momente entstehen dennoch, feiern am Fluss, am Lagerfeuer; Baden, eine sternenklare Nacht.

Auch in der verräucherten Wohnung von Helga Wachter (Verena Altenberger) treffen sich die Freunde, die teilweise keiner geregelten Arbeit nachgehen können und den lieben langen Tag totschlagen, quatschen, rauchen, „high“ sind.

„Eine glückliche Kindheit“

Premiere in Stuttgart des Films "Die beste aller Welten"

© Foto/BU: Zoom Medienfabrik GmbH, 2017

Mitten zwischendrin der kleine Adrian, Helgas Sohn, den sie mit aller Mutterliebe beschützen will und kann. Das gelingt auch fast immer.
Doch wer Drogen nimmt, kann nicht immer aufpassen. Im Rausch und während des Schlafes der Mutter kann dem Kind etwas passieren.
Adrian genießt die vielen Freiheiten, ist ein „Schlüsselkind“, übernimmt früh Verantwortung und darf trotzdem Kind sein. Lagerfeuer am Fluss selbst füttern, kleine Feuerwerkskörper zünden. Adrian darf viel und es stößt ihm nichts zu. In diesen Bereichen wird er früher erwachsen.
Die Erziehungsmethode stimmt soweit.

Doch wenn er mit der Mutter spielen und tollen will, geht das manchmal nicht. Der Mutter geht es schlecht. Schuld sind die Drogen.
Diese fressen obendrein einen viel zu großen Teil des Budgets auf und irgendwann verliert Helga auch noch ihre Arbeit.

Dem Jugendamt muss ständig eine heile Welt vorgespielt werden. Das klappt anfangs. Die Beamten sind einerseits naiv, andererseits wird Adrian tatsächlich gut behandelt.

Aber einmal, als die Mutter unzurechnungsfähig im Schlafzimmer liegt, versucht der „Freund“ mit einem Armdrückspiel das kleine Kind zu nötigen, Wodka zu trinken, obwohl Adrian sich dagegen mit Händen und Füßen wehrt.

Wohlerzogen und wohl wissend, das hochprozentiger Alkohol schadet.
Mutter Helga biegt es trotzdem wieder hin.

Verena Altenberger, die die Helga verkörpert, ist in Österreich ein Star (“Magda macht das schon”, “Die Hölle”) und hat schon mehrfach schnell die Herzen des Publikums erobert.
Die Leistung des Kinderdarstellers Jeremy Miliker gilt es ebenso zu würdigen.
Die anderen Schauspieler stehen ihnen nicht viel nach.

Im Film entscheidet sich die Mutter zu einem Entzug in der häuslichen Umgebung. Von ihrem Lebensgefährten, der weiter Drogen nimmt, wird sie unterstützt. Die erste Zeit, in der ein Abhängiger auf die Droge verzichtet, ist besonders schwer. Das wissen die anderen und der Entzug gelingt.

Auch bei einem Freund, der lange weg war, gelang der Entzug. Doch jetzt spricht er die ganze Zeit von Jesus und ist bei Wachters und besonders bei den Männern in der Wohnung, nicht mehr wohlgelitten.

Die Binsenweisheit von Suchtabhängigenbetreuern, dass Entzug auch eine Veränderung der Lebensumstände einschließen muss, zumindest Abstand von lasterhaften Freunden und Bekannten, schlägt irgendwann zu.

Die Handlung kulminiert und wird irgendwann brandgefährlich. Der Wunsch nach Tugend ist stark, die Mutterliebe auch, aber spätestens in schwierigen Situationen hat das Laster eine Chance. Innere Dämonen steigen auf.

Letztlich hilft bei Sucht meist nur eine radikale Lösung, und die kann ein eigener Entschluss sein, die Intervention von Freunden oder Familie, ein Umzug oder eben das Sich-Bekehren zum christlichen Glauben.

Wie sagte Professor Bernd Senf so schön:
Die Lösung der Bildung ist die Lösung.

Am wichtigsten ist es, unabhängig und selbständig zu sein und zu bleiben

Im Film sogar beides oder dreierlei: Ein Umzug in eine Entzugsklinik in Portugal, die von Christen geleitet wird. Ein Telefonanruf „aus der Vergangenheit“ wird nicht beantwortet.

Am wichtigsten ist es, nicht in die zerstörerische Abhängigkeit zurückzufallen.

Am wichtigsten ist es, unabhängig und selbständig zu werden.

Am wichtigsten ist es, unabhängig und selbständig zu sein und zu bleiben.

Termine

Am Samstag, den 30. September 2017 werden Regisseur Adrian Goiginger und Darsteller Michael Pink („der Grieche“) den Film in Berlin und Potsdam persönlich vorstellen.

30.9.2017 um 17.45 Uhr: Filmvorführung „Die beste aller Welten“, in Anwesenheit des Regisseurs und des Darstellers Michael Pink
Thalia Potsdam, Rudolf-Breitscheid-Str. 50, 14482 Potsdam
(S-Bahnhof Babelsberg, Tramlinien 94 und 99, Haltestelle Wattstraße)

30.9.2017 um 20.15 Uhr: Filmvorführung „Die beste aller Welten“, in Anwesenheit des Regisseurs und des Darstellers Michael Pink
Wo? Im Kino „Filmkunst 66“, Bleibtreustraße 12, 10623 Berlin. (S-Bahnhof Savignyplatz Stadtbahn)

Premieren und Kinostart

Die Weltpremiere fand auf der Berlinale 2017 im Februar statt.

Zum bundesweiten Start des deutsch-österreichischen Films gab es am 28.9. eine feierliche Premiere in der baden-württembergischen Landeshauptstadt.

Kinostart in der Bundesrepublik Deutschland: 28. September 2017 .


„Die beste aller Welten“ – Besetzung

Verena Altenberger (Helga Wachter)
Jeremy Miliker (Adrian Wachter)
Lukas Miko (Günter Goiginger)
Michael Pink (der Grieche)
Michael Fuith (Hr. Hütter, Jugendamt)
Reinhold G. Moritz (Berni)
Philipp Stix (Walter)
Georg Veitl (Schneider)
Gabriel Marian Skowerski (Ronan)
Fritz Egger (Amtsarzt)


„Die beste aller Welten“ – Stab (Crew)

Regie, Buch Adrian Goiginger
Kamera Yoshi Heimrath, Paul Sprinz
Schnitt Ingrid Koller
Musik Dominik Wallner
Sound Design Marvin Keil
Ton Bertin Molz, Tobias Scherer
Szenenbild Veronika Merlin
Kostüm Monika Gebauer
Maske Tim Scheidig
Casting Angelika Kropej
Regieassistenz Sandra Wollner
Produktionsleitung Viktor Perdula, Mathias Hammer, Peter Wildling
Produzenten Nils Dünker, Wolfgang Ritzberger
Ausführender Produzent Wolfgang Ritzberger
Co-Produktion SWR, Baden-Baden
ORF, Wien

Biographie Adrian Goigingers

Geboren wurde 1991 in Salzburg – unter dem Namen Adrian Wachter.
Nach dem Abitur und einem Jahr als Reserveoffiziersanwärter beim österreichischen Bundesheer gründete er 2012 gemeinsam mit Schulfreunden die Filmproduktionsfirma 2010 Entertainment OG in Salzburg, bei der er als Regisseur und Drehbuchautor für Kurzfilme, Werbespots, Imagefilme und Musikvideos verantwortlich ist
2013 begann er ein Studium der szenischen Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Seine Kurzfilme „Klang der Stille“ und „Milliardenmarsch“ liefen weltweit auf vielen Festivals, wurden mehrfach prämiert. Mit „Die beste aller Welten“ gab Goiginger sein Langfilmdebüt.

Filmographie

2011 „Aitch“. Kurzfilm
2014 „Klang der Stille“ (Sound Of Silence). Kurzfilm
2015 „Milliardenmarsch“ (Billion Walk). Kurzfilm
2017 „Die beste aller Welten2 (englischer Titel: „The Best Of All Worlds“)

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