Ariadna Galaz Vega und Jorge Peralta – mexikanische Künstler in Berlin

Berlin-Mitte, Deutschland (Kulturexpresso). Ariadna Galaz Vega und Jorge Peralta – zwei mexikanische Künstler in Berlin von vielen. Manche sind bekannt wie Bianca Monroy und Rosaana Velasco. Andere, wie Papa Chango (Vater Affe) bemalen ganz legal Hauswände. Das können Ariadna Galaz Vega und Jorge Peralta Galindo auch. Sie sind seit etwa drei Jahren als (los) CALLODITOS unterwegs. Gerade waren sie in Stockholm, dann fahren sie in den Süden Deutschlands. Sie besuchten das Ibug-Festival und werden Europa verlassen, um auf Einladung nach Chicago zu fliegen. Illinois liegt genau wie Mexiko in Nordamerika. Der große Sprung über den großen Teich ist damit gelungen, die Heimat in erfahrbarer Nähe. Nicht jeder Mexikaner, der in die Vereinigten Staaten reist, läuft zu Fuß durch die Wüste.

Jorge Peralta Galindo mit dem Bild „Un don protege su tierra – SU TIERRA brilla con su hacer.“ © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

In Berlin kann man zurzeit im öffentlichen Raum mindestens zwei Gemälde von Mexikanern sehen. Nach dem Motto „Tom streicht einen Zaun!“ (Tom Sawyer und Huckleberry Finn von Mark Twain) haben zwei (bzw. drei) Künstler die Zaunwand (wenn man hereinkommt, rechts ) im Hof gegenüber der Blindenwerkstatt Weidt bemalt im zweiten Hof ist ein Kino.

Jorge Peralta und Ariadna Galaz Vega mit Werk: Un don protege su tierra. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Ariadna Galaz Vega und Jorge Peralta Galindo aus San Miguel de Allende in Mexiko

© 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Ein Liebespaar, wie es im Hofe steht. Arbeit und Beruf miteinander zu verbinden, das ist hier gelungen. Vor über zehn Jahren lernten sich die beiden kennen, als sie Graphic Design studierten. Das blieb etwa acht Jahre langen platonisch. Vor drei Jahren funkte es dann zwischen ihnen. Die Calladitos wurden gegründet, eine Mini-Künstlergruppe, ein Künstlerpaar. Sie ist meist für die Farben zuständig, er zeichnet die Entwürfe. Doch so klar sind die Grenzen nicht, es sind keine Aufgabenbereiche, die hier aufgeteilt wurden. Und Ariadna Galaz Vega malt nicht einfach Malbücher aus, falls es das ein sollte, was sie sich ausgemalt hatten.

© 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Auf ihre Kunstrichtung hin befragt antworteten die beiden, die nicht deutsch sprechen können: Concept art.

Die CALLADITOS Jorge Peralta Galindo und Ariadna Galaz Vega präsentieren Drucke ihrer Werke. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Ihr Heimatort San Miguel de Allende liegt auf dem Weg von Mexiko-Stadt nach San Luis Potosi im gleichnamigen Bundesstaat weiter nördlich. San Miguel de Allende ist im Staat Guanajuato.

Der mexikanische Künstler Papa Chango aus Berlin malt (ein) Monster. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Kunstwand: Detail – „BERLIN LIEBE“. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Wer die Bilder sucht, geht einfach mal ins Central-Kino oder in das Freiluftkino Mitte.




Rudolf Jankuhn – Roaring Twenties: Ausstellung mit Konzert in Weißensee

Berlin-Weißensee, Deutschland (Kulturexpresso). Rudolf Jankuhn – Roaring Twenties wird eine Ausstellung in Sepp Maiers 2raumwohnung. Diese Galerie ist tatsächlich eine Zweizimmerwohnung. Zum Silbensparen und als Bildung nationaler Identität hießen Zwei-Zimmer-Wohnungen in der DDR Zwei-Raum-Wohnung. Obwohl Berlin (Ost) wegen des Viermächtestatus nie offiziell Teil der DDR sein durfte, breitete sich die Hauptstadt de facto im Ostteil Groß-Berlins aus. Acht Bezirke (von 20) war der sowjetische Sektor groß (Berlin Ost)). Herauszufinden, wann der Terminus „Zweiraumwohnung“ aufkam, überlassen wir der Sprachgebrauchsforschung, der Germanistik und der Linguistik. Fakt ist, dass er sich durchsetzte – naheliegend, dass es sich um einen Begriff der kommunalen Verwaltung handelte, die sich durch die Diktatur (des Proletariats) und ihre zentrale Lenkung überall verbreitete. Die Beharrlichkeit ehemaliger DDR-Bewohner, die Gewohnheit sowie die Unbewusstheit, dass in Deutschland zwei Begriffe für ein und dasselbe entstanden waren, führten zum Überleben der „Zwei-Raum-Wohnung“. Eine dieser Wohnungen wurde zur Galerie.

Sie scheint Sepp Maier zu gehören. Der erfolgreiche Fußballer war aber noch nicht dort gewesen. Hatte er sie als Geldanlage gekauft? Betongold in Weißensee? Achim Seuberling wird es wissen. Er ist unter der Adresse der Zweiraumwohnung Langhansstraße 19 in 13086 Berlin erreichbar sowie unter Telefon (030) 34 35 32 56. Geöffnet ist mittwochs von 15-19 Uhr. Das ist natürlich nicht viel. Aber die Langhansstraße ist nicht der Ku‘damm. Hier rattern die Straßenbahnen entlang zum Beispiel der Linie 12 und M13. Vorne am Antonplatz, wo das Kino Toni ist, fährt auch noch die M4 vom und zum Alexanderplatz. Gratis arbeiten geht nicht und üblicherweise flaut nach einer Vernissage das Interesse an einer Kunstausstellung etwas ab. Doch hier kann man immerhin Rudolf Jakuhn sehen, einen lebenden Berliner Künstler, der schon lange im Geschäft ist und trotzdem den Ball flachhält. Demut ist eine Tugend. Jankuhn beherrscht sie.

Rudolf Jankuhns Arbeit und Werke

Rudolf Jankuhn vor seinen Werken. Künstler will er nicht genannt werden, das ist ihm zuviel Ehre. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Rudolf Jankuhn ist Schriftsteller und Künstler. Das ist eine neutrale Feststellung. Doch möchte der Autor nicht so bezeichnet werden. Er nennt sich Bildgestalter und Texter. Er hat bereits eine ganze Reihe Bücher herausgebracht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Reihe heißt „Werkhefte“. Sie begleitet sein Werk. Wird von seinem Werk begleitet. Etwa ein Dutzend Bände gibt es schon. Jankuhn hat als Verfasser Übung. Üblicherweise enthält jedes „Heft“ eine Menge Abbildungen.

Wir fragen ihn: „Was war zuerst da, die Bilder oder die Texte?“ Eine Frage wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Schwer zu sagen.

Jankuhn antwortet, dass die Bilder zuerst da waren, aber die Texte ihm heute wichtiger sind. Letztlich sind beide nicht zu trennen. Wer macht bei den Coen-Brüdern was? Sie arbeiten eben zusammen. Wenn Verfasser und Künstler, wir bitten um Entschuldigung, Bildgestalter, ein und dieselbe Person sind, ergänzt sich beides eben eng. Wirkt zusammen.

Rudolf-Jankuhn-Vernissage und Konzert: Das Natalia-Mateo-Trio spielt über eine Stunde

Plakatausschnitt „Roaring Twenities“ von RJ. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Nun also wird es aktuell in Berlin eine Ausstellung von Jankuhns Werken geben. In Weißensee. Seit 1920 ein eigener Bezirk von Groß-Berlin, in der DDR, zu der Ost-Berlin offiziell nicht gehören konnte, de facto aber schon, gesellten sich später noch drei Bezirke in der Nachbarschaft hinzu. Im Rahmen der Bezirksreform verschwand am 1. Januar 2001 der Bezirk Weißensee von der Bildfläche. Statt 20 Bezirken hat Berlin nur noch 12; Weißensee ist nur noch ein Ortsteil des Bezirks Pankow.

Dazu ein Konzert, das für eine Vernissage untypisch lang ist und damit eher eine normale Konzertlänge erreicht. Es sind also eigentlich zwei eigenständige Veranstaltungen in einem. Zwei zum Preis von einem – bei freiem Eintritt.

Veranstaltungsdaten zu Rudolf Jankuhn – Roaring Twenties

Bildgestalter Rudolf Jankuhn vor seinen Werken. Im August 2019. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Was?

Vernissage mit Konzert des Natalia-Mateo-Trios, das in zwei Zeitfenstern vor und nach den Reden insgesamt eine Stunde und 20 Minuten dauern soll.

Wann?

Die Vernissage findet am Freitag, den 23. August 2019 um 19 Uhr statt.

Die Ausstellung dauert vom 24.8. bis 28.9.2019, also von Ende August an fast den ganzen September. Mittwochs 15-19 Uhr.

Wo?

Sepp Maiers Zweiraumwohnung (2raumwohnung), Langhansstraße 19, in 13086 Berlin. Das liegt im Ortsteil Weißensee des Bezirks Pankow nicht weit vom Prenzlauer Berg.

Plakat-Ankündigung der Rudolf-Jankuhn-Ausstellung „Roaring Twenties“. 24.8.-28.9. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Die Website des Veranstaltungsorts lautet

http://seppmaiers2raumwohnung.de/

(Am 10.9.’19 um 10 Uhr soll dann hier Lingulinos Kindertheater steigen, für Kinder ab dem Alter von 2 Jahren.)




9. Kurdisches Filmfestival letztmalig im Sommer noch bis zum 7. August

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Noch bis zum 7. August 2019 (Mittwoch) dauert das 9. Kurdische Filmfestival an.

Es findet letztmalig im Sommer statt.

Am 6. und 7. August werden noch viele Filme gezeigt, so THE LEGEND OF KAWA THE BLACKSMITH, ALTINDAG, WELL, TRACES, TOUCH, GUARDS, OF FATHERS AND SONS, THE DEMINER, LINSENBÜNDEL, PUYA und SAZ.

Im Kino MOVIEMENTO, Kottbusser Damm zwischen Hermannplatz und Kottbusser Tor.

www.kurdisches-filmfestival.de

Panels, Diskussionen und Q&As sind an der Tagesordnung.

9. Kurdisches Filmfest. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Unter der Schirmherrschaft des Berliner Kultursenators Dr. Klaus Lederer.




Wachwechsel bei Lulu Guldsmeden Potsdamer Straße: Stephan Hein tritt an

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wachwechsel im Hotel und Restaurant Lulu Guldsmeden in der Potsdamer Straße 67: Stephan Hein tritt an, Marc Lorenz tritt ab. Bei einer Welcome-Farewell-Party in Tiergarten, dass seit 2001 Teil des Berliner Bezirks Mitte ist, flossen der Wein, Champagner und Wasser. Wasser auch gleich in großen Mengen von oben. Der gemütliche, begrünte Hof mit großen, stabilen Regen- und Sonnenschirmen war anfangs der ideale Ort um lauschig zu plauschen und anzustoßen. Bei beginnendem Regen hielten die Großschirme lange das Nass von oben ab. Doch der Wucht des Starkregens, der im Verbund mit böigem Wind auch irgendwann die Kissen auf den gemütlichen, straßenseitig aufgestellten Bänken benetzte, waren die Schirme bald nicht mehr gewachsen.

Gute Atmosphäre in hervorragender Lage

Imposante Möbel verbreiten Atmosphäre im Hotel-Restaurant Lulu Goldsmeden. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Tag und Nacht verkehrenden Linien M45 und M85 gelegen, ist das Hotel leicht und umweltfreundlich erreichbar. In Zeiten wachsenden Einflusses von Great Greta und ihren Freunden sowie stärkeren Umweltbewusstseins nicht zu verachten. Die genannten Busse verbinden die Bahnhöfe Bülowstraße und Potsdamer Platz der roten Linie 2 miteinander und den Bahnhof Kurfürstenstraße der U3 und U1, nach der sogar ein Musical benannt wurde. Um die Ecke das urige Kumpelnest 3000 auf dem Weg zum neuen Gleisdreieckpark. Eine Bushaltestelle weiter verkehrt Tag und Nacht der M29er Autobus, der die Szenebezirke Kreuzberg und Neukölln über die Oranienstraße (SO36) und das Zeitungsviertel mit dem Kurfürstendamm und Grunewald verbindet. Potsdamer Brücke aussteigen; diese führt über den Landwehrkanal, an dem man spazierengehen kann und IBA-Häuser entdecken. Vom Hotel aus gesehen direkt hinter dem Kanal liegt Scharouns Kulturforum mit Staatsbibliothek, Philharmonie und Musikinstrumentenmuseum.

Direkt am Gewässer ist die Neue Nationalgalerie (Potsdamer Straße 50) gerade Baustelle, so dass Gelegenheit bleibt, nur ein paar Schritte die Matthäikirche, Gemäldegalerie, Kunstgewerbemuseum (mit Lüneburger Ratssilber) und die Gedenkstätte deutscher Widerstand im Bendlerblock zu besuchen.

Damit ist die herausragende West-Berliner und denkbar zentrale Lage zwischen City-West und unter den Linden schon schlagkräftig skizziert. Unter Weglassung vieler weiterer Anziehungspunkte im Umkreis wie Sony-Center, Diplomatenviertel und das nur schräg über die Kreuzung wartende Varieté Wintergarten.

Ein Mietshaus als Hotel. Die weitverbreiteten vierstöckigen Mietshäuser, die die Traufhöhe von 22 Metern bei hoher Deckenhöhe ausnutzten kennt man. Doch hier tritt man in einen Hotelflur ein. Links und rechts geht ins Restaurant und an die Theke statt in zwei verschiedene Läden. Sie sind beide vom Flur aus zugänglich statt wie üblich von aßen. Auch der Innenhof ist in den Eindruck integriert.

Serviert werden orientalische Köstlichkeiten, koreanischer grüner Tee anderes Leckere. Bei Verlassen erhält mn, solange der Vorrat reicht, ein frisches Glas Erdbeermarmelade mit Lulu-Etikett.

Das erste Hygge-Hotel am Platze: Stephan Hein tritt an

Nachhaltigkeit wird großgeschrieben im Hotel Lulu Goldsmeden: ALL YOU CAN EAT – „Nimm alles, was Du essen kannst. (Aber:) Iss alles auf, was Du nimmst.“ © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Stephan Hein reichte es an. Er wird noch einiges auf der Karte ändern. Marc Lorenz wies in seiner Farewell-Speech auf den Aufbau des ersten Berliner Hygge-Hotels hin, mit dem Ehrgeiz, immer etwas anders sein zu wollen. Die Hotelkette nicht von der Stange hat in Skandinavien einen starken Stand: Norwegen und Dänemark sind Schwerpunkte. Südfrankreich und Berlin sind bisher mit einem Haus vertreten. Ein zweites soll hinzukommen. Die Häuser von Arhus (277.000 Einwohner) bis Oslo sind teils nach den Vornamen der Kinder benannt. Sympatisch.

Ein Gastbetrieb, wo man gern mal wiederkommt. Wir wünschen Stephan Hein ein gutes Händchen und haben da Gefühl: Das kriegt der hin.

Das Hotel

Anschrift: Lulu Goldsmeden Hotel Potsdamer Straße 67, 10785 Berlin, Bundesrepublik Deutschland

Telefon: +49 (0) 30 255 587 20, aus Deutschland: 030 25 55 87 20

E-Mail: lulu@guldsmedenhotels.com




Wal gewinnt die Wahl. NABU-PlanetArt mit Rosaana Velascos Installation

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein Wal gewinnt die Wahl. Vier Gewinner gab es am Ende: drei aus dem Wahlvolk, die als Dank für ihre Teilnahme an der Abstimmung eine Tasse erhielten, und einen Künstler. Genauer: Es wurde eine Künstlerin. Die eventuell schon aus der Pole position einen Start-Ziel-Sieg einfuhr. So genau lässt sich dass nun nicht mehr nachvollziehen. Gab es ein Preisgeld? Nein. Gewonnen hat Frau Rosaana Velasco einen Platz in der Ausstellung im 4. Stock des Kühlhauses.

Und dann gab es noch eine JURY. Eine dreiköpfige. Sie sollte sich aus den über 303 eingereichten Kunstwerken 3 oder 4 heraussuchen. Das gelang der Jury nicht. Angeblich war die Auswahl zu gut. Vielleicht war es auch Entscheidungsschwäche. Jedenfalls wurden 7 Kunstwerke prämiert. Und dafür die 5. Etage des Kühlhauses freigemacht. Rosaana Velascos Wal zieht dann ja vielleicht auch dorthin (Links unten).

PlanetArt hat …

… Wal gewonnen

Wal. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Die Installation konnten wir bereits während einer Ausstellung in Wedding photographieren. Es war eine Gemeinschaftsausstellung in der Neuen Hochstraße Nähe Reinickendorfer. Rosaana Velasco nahm bereits an vielen Ausstellungen im In- und Ausland teil, darunter vielen Einzelausstellungen.

Dass die Wale wegen zuviel Plastikmülls untergehen, hat sich herumgesprochen. Plastik – Kunststoff – ist leicht und gelangt über die Flüsse ins Meer. Dort kann er nicht weg und wird immer mehr. Das Meer dagegen wird immer weniger Meer. Riesige Plastikinseln haben sich im Stillen Ozean gebildet. Wenn es so weiter geht, wird es im Stillen Ozean bald noch stiller. Atombomben sah der Pazifik, der so pazifistisch nicht immer war, schon viel zuviele. Die erste Bombe wurde östlich des Ozeans in den USA gezündet, die ersten auf Menschen abgeworfenen, die Hunderttausende töteten, am Westrand des Pazifiks in Japan. Menschen verließen pazifische Inseln wegen der Atombomben-“Versuche“ oder „Tests“. Heute verlassen Menschen tiefgelegene Inseln, weil der Meeresspiegel steigt und sich Salz- und Süßwasser vermischen. Meerestiere sterben tonnenweise durch Abfälle. Fischbestände sind kleiner geworden, kaum irgendwo kann man nicht von Überfischung sprechen.

Kunststoff ins Meer zu schmeißen, ist keine Kunst. Er gehört recycelt, wieder dem Kreislauf zugeführt. Meist gelingt das nur in der Form von Regenrinnen. Aus alten Tüten lassen sich nicht direkt neue herstellen, das kommt gar nicht in die Tüte. Zu verschieden die Kunststoffe; lebensmittelecht sind die eingschmolzenen Reste auch nicht.

Am besten wäre die Müllvermeidung durch weniger Produktion von Einwegplastikprodukten. Viele Regionen sind auf dem Weg dahin. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es heute Millionen Tüten weniger als noch vor zwei Jahren. Doch das bereits in Meer gelangte Plastik verdunstet weder noch sinkt es auf den Meeresboden. Es schwimmt und wird von Haien, Fischen und Meeressäugern verschluckt.

Plastikwal oder Wal-Plastik? Ein Wal gewinnt die Wahl

Zu bauen aus Plastik einen Wal, das ist genial.

Frau
Velasco baute eine Plastik aus Plastik.

Kunst
aus Kunststoff.

Genial auch die Dreiteiligkeit. Zwei Teile sind zu sehen: oben ein gerahmter Walteil, die eigentliche Walfluke, darunter setzt sich der Walkörper außerhalb des Rahmens fort bis er an der Fußleiste endet. Der größte Teil des Wals ist „unsichtbar“. So wie im echten Leben, wo die Wale nur selten zu sehen sind und dann nicht ganz. Ein Teil der Kolosse ist immer im Wasser. Bis dann mal wieder Wale stranden. Niemand weiß warum. Sicher ist: die Menschen sind dumm und sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen. Der Ast ist schon mehr als die Hälfte durchgesägt. Manche hören es schon knacken. Andere meinen, die Tatsache, dass sie auf dem Ast sitzen, bedeutet, dass sie auch noch lange sitzenbleiben würden. Warten wir‘s ab oder tun wir was dagegen, gegen‘s Sägen?

Veranstaltungsdaten zu PlanetArt und Links (zum Ort, zum NABU usw.)

PlanetArt ist Teil des Festivals of Nature. Näheres auf der Website des NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. Es folgt ein Link zu Planet-Art auf eine Unter-Website von NABU.de. https://www.nabu.de/landingpages/planet-art.html

Was?

PlanetArt soll beim Festival of Nature im Kühlhaus Berlin gezeigt werden. Mehr als 30 Künstler aus der Bundesrepublik Deutschland, Kirgistan, Mexiko, Norwegen, Russland, Simbabwe, Spanien und anderen Ländern zeigen, was sie anfertigten.

Wann? Vom 11.-21.09.2019

Wo? Im Kühlhaus Berlin (KB), U-Bahnhof Gleisdreieck U1 + U2 + U3,

Anschrift: Kühlhaus Berlin, Luckenwalder Straße 3, 10963 Berlin

Telefon: (als eine Zahl:) 03021005605, (paarig mit Vorwahl:) 030 21 00 56 05

Website des Kühlhauses: http://www.kuehlhaus-berlin.com/de/

Das Kühlhaus hat auf 7 Etagen 5000 Quadratmeter Platz und liegt gegenüber der Station Berlin.

Finale Rangliste:

https://www.nabu.de/wir-ueber-uns/veranstaltungen/planet-art/26558.html#rangliste

Die Siegerinstallation gewann mit deutlichem Abstand und 494 abgegebenen Stimmen. Weiter unten war es deutlich knapper, das sechste und siebte Bild erhielten beide je 190 abgegebene Stimmen. Das zeigt: Jede Stimme zählt.

Für PlanetArt eingereichte Kunstwerke in der ursprünglichen, neutralen Numerierung:

https://www.nabu.de/wir-ueber-uns/veranstaltungen/planet-art/26645.html

Zu den Künstlern zählen Karla Paredes de Krentel, Alfons Schmidlin, Katja Heinroth, Nocole Jandl und viele andere.

Jurygewinner

Unten der Link zu den von der JURY ausgewählten Werken. Sie tragen folgende Namen: PlastikKarte, KunstStoff No.1, THE FLY, Das perfekte Unkraut, If I were YOU, Because I Wished, Rote Liste, ETERNAL und Geratewohl. Die Jurymitglieder heißen Andrea Wenzler, Olaf Tschimpke und Matthias Koch (gegen das Alphabet sortiert).

https://www.nabu.de/wir-ueber-uns/veranstaltungen/planet-art/planet-artist.html

Die von der Jury bestimmten „Gewinner“ im einzelnen mit den Namen der Künstlerinnen und Künstler: Serie „PlastikKarte“ (73) und „KunstStoff No1“ (72) von Ruth Bergmann, „THE FLY/// Warum wir Insekten brauchen?“ (107) von Natalie Port, „Das perfekte Unkraut“ (202) von Antje Dathe, Serie „DEDITIO“ (81), „ZORN“ (82), „If I WERE YOU“ (89) und „Because I wished“ (91) von Regine Wolff, „rote Liste“ (147) von Petra Steeger, „ETERNAL“ (301) von Maris Polanco und „Geratewohl“ (163) von Anja Jaeger.

Link zum Artikel im Kulturexpresso über die Wahl, als sie noch nicht entschieden war, aber Rosaana Velasco führend:




Rosaana Velasco führt. Nabu-Abstimmung unter 300+ Bildern für PlanetArt

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). PlanetArt soll beim Festival of Nature im Kühlhaus Berlin gezeigt werden. Vom 11.-21.9.2019. Dafür wird – ganz demokratisch – abgestimmt, welches Bild die Leute sehen wollen. Denn nicht alle Bilder, die eingereicht wurden zur Abstimmung, werden dort gezeigt werden können. Deshalb findet auf der Website des NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. eine Abstimmung statt, an der jeder teilnehmen kann. Bis Ultimo 12 Uhr, das heißt bis zum letzten Tag des Monats, genau am 31. Juli 2019 am Mittag. In der Rubrik „Wir über uns“ erfahren wir auf der NABU-Website, dass der Bund nicht immer so hieß: „Der heutige NABU wurde 1899 von Lina Hähnle als „Bund für Vogelschutz“ gegründet. Damit ist der NABU der älteste und mit seinen mehr als 700.000 Mitgliedern und Förderern auch der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland.“

Wow. Der älteste Umweltverband Deutschlands mit den meisten Mitgliedern, im 19. Jahrhundert von einer Frau gegründet. Lina Hähnle war also damals schon „engagiert“ und „vernünftig“, indem sie sich mit dem Herzen für Mensch und Tier und Pflanze einsetzte. Für die Natur, die damals noch nicht „Umwelt“ hieß. Eine mutige Frau, die das richtige tat.

Wir erinnern uns an einen Anwerbeversuch während der Schulzeit. Ein Freund und Mitschüler wollte gern neue Mitglieder werben. Anreiz war die Vogelbeobachtung und der Zugang zu Orten, die sonst dem Normalsterblichen verwehrt sind: Vogelschutzinseln zum Beispiel. Nach einer Bedenkzeit entschieden wir uns dagegen. Zum einen liegt uns Vereinsmeierei nicht so sehr, zum anderen fehlte die Zeit. Aber der Begriff „Deutscher Bund für Vogelschutz“ mit seiner Abkürzung DBV hatte sich eingeprägt und als auf dem GreenMe-Filmfest ein Stand des NABU stand, fand man schnell heraus, dass durch die Umbenennung sich einiges geändert hat. Der NABU ist nicht nur gut zu Vögeln, sondern zu allen Tieren und der gesamten Natur.

NABU-Abstimmung für PlanetArt

Künstler bilden manchmal die Natur ab oder verweisen auf das Thema. Es kann eine gute Sache sein, Menschen, die quasi eine Galerie betreten, so zum Umdenken in Bezug auf die Natur zu bewegen. Im Netz findet man die digitalen Abbildungen von über 300 Bildern zum Natur-Sujet.

https://www.nabu.de/wir-ueber-uns/veranstaltungen/planet-art/26645.html

Welche Bilder wieviele Stimmen bekamen, steht hier:

https://www.nabu.de/wir-ueber-uns/veranstaltungen/planet-art/26558.html#rangliste

Die letzten Klicks,
die zählen und das Zünglein an der Waage sein können, werden heute
abgegeben. Die Betrachtung vieler Bilder ist ein Genuss. Um einen
guten Zweck geht es sowieso.

Noch haben Sie die
Wahl. Die meisten, die ihre Stimme abgaben, wählten den „Wal“
von Rosaana Velasco.

Aus bunten Kunststoffresten fügt sich ein Bild einer Fluke. Genial ist dieser Wal gerahmt, setzt sich aber außerhalb der Rahmens fort. Wal bleibt nicht im Rahmen. Der Boden der Galerie oder des Ausstellungsorts ist die Wasseroberfläche, unterhalb welcher der Wal unsichtbar wird.

Viele Wähler kennen
das Plakat, mit dem gegen Plastikmüll vorgegangen werden soll. Ein
Riesenfisch hat eine Menge Unrat im Maul. Er droht zu ersticken.
Viele Meeresbewohner tun das tatsächlich, andere, wie Schildkröten,
verheddern sich in losgerissenen Netzen und verenden qualvoll.

Dass das Siegerbild
dann im Kühlhaus gezeigt werden soll, ist Zufall und doch keiner.
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht zuviel Kohlendioxid herausblasen.
Ein Kühlhaus erzeugt Wärme und Kälte. Global betrachtet ist ein
Hintersinn hineininterpretierbar. Doch nicht unbedingt gewollt,
sondern genauso zufällig wie „Tier“ und „Bar“ Teil dieses
langen Worts sind.




Der Rubel rollert – elektrische Roller erobern Berlin und D. Alles gut?

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Elektrische Roller: Kennzeichen haben sie ja. Und online nachverfolgbar einschließlich des Nutzers sind sie sowieso. Damit sie von dieseltankenden Lieferwagen abtransportiert werden können ins Nest, um anschließend wieder ausgesetzt zu werden, ist die Ortung eingeschaltet. Man weiß also, wer wann wohin fuhr. Von wo aus. In der Hauptstadt ist das Angebot recht groß, je weiter mittig, desto besser.

Elektrische Roller und Zweiräder aller Art

Alles auf einem Bild: Bahn,_S-Bahn, fahrendes Fahrrad vor Bus, stehendes_Leihfahrrad_und Elektroroller am einstmals verkehrsreichsten Platz Europas Potsdamer Platz in Berlin. (Der U-Bahneingang ist hinten hinter dem Bus.) © Foto/BU: Andreas Hagemoser, 2019

Weitere Zweiräder stehen an vielen Straßenecken zur Verfügung. Die breiten Bürgersteige Berlins und die Politik des hellrot-dunkelrot-grünen Senats, im Zweifel immer gegen die Parkplätze zu regieren – was ein Fehler ist – vereinfachen die Aufstellung von Unmengen oft nicht gebrauchter Fahrräder, Roller und Motorroller.

Motorroller war bis vor nicht langer Zeit ein eindeutiger Begriff, da es sich um Verbrennungsmotoren handelte, die in kurzer Zeit eine maximale Leistung und Beschleunigung erzielen. Preiswerte Modelle mit stinkenden, knatternden Zweitaktern á la Trabi; leistungsfähigere, die auch für Überlandfahrten taugen, ähneln in der Ausstattung immer mehr den Autos. Maximales Zweirad-Beispiel: das nicht mehr gebaute BMW-Motorrad C1 mit ABS und Dach.

Da ein Elektromotor auch ein Motor ist, ist „Motorroller“ heute ein doppeldeutiger Begriff. Kinder würden sagen, ein „Teekesselchen“. Im Grunde rollen alle erwähnten Gefährte und Fahrzeuge. Einen Antrieb haben sie auch. Ein Außerirdischer könnte mit Fug und Recht einen elektrischen Roller „Motorroller“ nennen.

Wozu Parkplätze gut sind: Auch für den Umweltschutz!

Parkende Elektroroller am Taxistand. Dazu ein geparktes Fahrrad, ein fahrendes Rad (auf dem Bürgersteig) und ein fahrendes Krad (auf der Straße). Sommerszene vor dem Ritz-Carlton am Berliner Tierrgarten. © Foto/BU: Andreas Hagemoser, 2019

Parkplätze, die in einem guten Verhältnis zur Zahl der benutzten Fahrzeuge stehen, sind eine gute Sache. In Berlin heute mit seinen Dauerbaustellen, die sich durch die Niedrigzinsen noch vermehren, sind immer zu wenige Parkplätze vorhanden. Da bedarf es keiner städtischen Politik des Senats oder der Bezirksämter, die Anzahl der Stellplätze noch zu verringern. Trotzdem geschieht der Abbau noch immer. Beispiele: Sitzbänke am Straßenrand (in der Kreuzberger Bergmannstraße), Blumenkübel und betonierte „Fahrradleihstationen“ wie an der Nationalgalerie in Tiergarten.

Man könnte meinen, dass Parkhäuser dann umso besser verdienen. Das ist nur teilweise richtig. Wer spart, das Tageslicht schätzt oder Platzangst hat, für den ist ein Parkhaus keine Alternative. Außer dem Parkhaus im Englischen Garten. Dort im Tiergarten kann man Tee trinken – jedoch keine Wagen abstellen, außer dem Geschirrwagen.

In Zeiten, in denen der Klimaschutz alles zu dominieren scheint, sind Parkplätze wieder wichtig.

Zuwenig Parkplätze bedeutet zuviel Parksuchverkehr, also Zeitverlust, Spritverbrauch, Abgase und andere Umweltverschmutzung, Erderwärmung.

Zuwenige Parkplätze führen zu mehr Staus, weil mehr Verkehrsteilnehmer länger auf der Straße sind und sich manche mit Stehen in der zweiten Reihe behelfen. Folge: Stau, Abgase, Klimaschaden.

Wer heute für Klima und Umwelt ist, muss auch für ausreichenden Parkraum sein.

Aufstehen! Elektrische Roller und Stand-up-Paddling (SUP)

Absteigen, bitte! Elektroroller, Auto und Bus begegnen sich am Potsdamer Platz in Berlin. © Foto/BU: Andreas Hagemoser, 2019

Wer elektrische Roller fährt, steht auf der Straße herum, während der Asphalt unter ihm hinweggleitet. Dass statt den altbekannten Sportarten Rudern, Kanu-und Kajakfahren Wind- und Kitesurfen sowie SUP (Paddeln im Stehen) aufgekommen sind, ist ein kulturhistorisches beachtenswertes Phänomen, das noch nicht ausgewertet wurde.

Stehen statt Sitzen

Ob es da um Alexandertechnik geht, die Verwertung des Kapitals durch ständig neue Angebote und Märkte oder um eine Gesellschaft, die immer weniger Rückgrat zeigt, aber gerade deswegen wenigstens aufrecht stehen will?

Worum es geht, werden vielleicht bald Dissertationen zeigen.

Sorgfältiger Umgang?

Einen Aspekt, den wir in unserer Alltagsblindheit nicht gesehen oder übersehen haben, brachte einer der Berliner ein, die von außen einen unverstellteren Blick haben. Syed Mujtaba Ishaq ist Sales Director bei Unipos, einer japanischen Firma, die eine Software anbietet, die auf der Basis der Dankbarkeit funktioniert und unter anderem in Personalabteilungen nützlich ist. Ob er durch den täglichen Umgang mit seinen Kollegen – die Japaner sind ein äußerst höfliches Volk – oder wegen der Software die Dankbarkeit mehr im Kopf hat, wissen wir nicht.

Sein Kommentar zu den neuen elektrischen Rollern: „Die Menschen nehmen vieles für selbstverständlich. Schauen Sie, viele sind nicht sorgsam genug!“

Von einem seiner Arbeitsplätze aus überblickt er den Kemperplatz an Sony-Center und Philharmonie. Nördlich davon beginnnt der Tiergarten, ein großer öffentlicher Park. Herr Mujtaba Ishaq meint, das einfach viele sorglos in den Park fahren (wo steinige Wege das Material stark strapazieren.) Dafür seien die Roller nicht gedacht.

Auch habe er schon umgestürzte oder nicht angemessen abgestellte Fahrzeuge gesehen. Nach seinen Beobachtungen können man mit den tollen Geräten besser umgehen, pfleglicher und sorgfältiger. Er hat recht.

Aber das war uns nicht zuerst aufgefallen. Eher schon die teils rücksichtslose Fahrweise, die nur vorübergehend auf die überschwengliche Freude zurückgeführt werden darf, die mit dem „neuen Spielzeug“ und dem Fahrgefühl einhergeht.

Flugzeuge, Leihfahrräder und Elektroroller – namentlich benutzte Verkehrsmittel

Eine Handvoll elektrische Roller warten am Straßenrand vor der Zentrale der Deutschen Bahn AG Potsdamer Platz 2 in Berlin. © Foto/BU: Andreas Hagemoser, 2019

Ob sich das Klima durch Elektroroller verbessert oder gar die Welt gerettet wird, ist noch nicht klar. Vielleicht wird der Roller nur eine kleine Episode in der Geschichte bleiben, kürzer als das Hochrad. Nebenbei tragen App-gestützte Roller zu einer immer stärkeren Datenerfassung und damit einer möglichen größeren Überwachung der mobilen Nutzer bei. Wer ein Flugticket kauft, hinterlässt seinen Namen. Da an Flughäfen der Pass kontrolliert wird, nur fair. Bahnfahrkarten gibt es namentlich und anonym, Busfahrscheine ebenfalls. Leihfahrräder, -Scooter und Elektroroller werden fast ausschließlich gegen Gebühr und App angeboten. Name und Standort der Nutzer sind sekunden- und minutengenau nachvollziehbar. Ein ganz neues Feld für den Datenschutz und ein gefundenes Fressen für jede Diktatur.

Warum gibt es keine Roller mit Münzeinwurf?

Gefahr Lautlosigkeit

Elektroroller vor Denkmalsockel: Wird es je ein Denkmal für diese Art Roller geben? © Foto/BU: Andreas Hagemoser, 2019

Ein Fahrradfahrer aus dem Collegium musicum Berlin der Berliner Universitäten TU und FU sagte einmal Überraschendes. Auf den geäußerten Wunsch nach weniger Autolärm, um Lebensqualität in die Stadt zu bringen, reagierte der Fahrradfahrer so: ‚Mir ist es wichtig, dass ich die Autos höre, sonst wäre es viel zu gefährlich‘.

Um wieviel gefährlicher der Straßenverkehr durch elektrische Verkehrsmittel geworden ist, ist größtenteils unbekannt. In der heutigen Übergangszeit mit breit vertretenen Diesel-, Benzin- und Wankelmotoren bei aufkommenden Elt-Gefährten aller Art sind viele Leute noch gewohnt, die Straße nach Gehör zu überqueren.

Für Blinde dürfte das zunehmend schwieriger werden.

Andererseits laufen Hunderte ständig mit Kopfhörern herum. Feuerwehren und Rettungsdienste müssen heute mit lauteren Sirenen fahren, um wahrgenommen zu werden. Der Stress hört nicht auf.

Wie werden die E-Roller bewertet werden? Die Zeit wird es zeigen.

Hinterher werden wir schlauer sein.




BOTSCHAFT VON DRÜBEN. Buch von Wilhelm Horkel – gehaltvoll und poetisch

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). BOTSCHAFT VON DRÜBEN, das Buch von Wilhelm Horkel aus dem Jahre 1949, ist für unsere Zeit ungewohnt gehaltvoll, seine Sprache kunstfertig aus einem reichen Wortschatz schöpfend und bisweilen sogar geradezu poetisch. Es beschäftigt sich mit allem, was nicht sinnlich-diesseitig ist. Mit Ahnungen – vielen haben sie, keiner weiß, woher genau sie kommen – und mit Wahrträumen. Wahrträume bewahrheiten sich, im Traum werden Lösungen angezeigt oder Fundstellen von Dingen, die dringend benötigt werden oder lange gesucht wurden. Dann geht es um Hellsehen, um Totenerscheinungen und Fernwirkungen. Telekinese kennt man, das Bewegen ohne Berühren. In „Botschaft von Drüben“ – geht es um vier Phänomene, die wir selten bezeichnen, vielleicht auch, weil wir sie noch nicht kennen. Vier übersinnliche Fähigkeiten – hier möchte man an Michael Murphys „Quantenmenschen“ denken, das unvergleichlich umfangreiche Kompendium, an dem der Autor erst viele Jahre forschte, um es anschließend viele Jahre zu niederzuschreiben. 1993 erschien es auf deutsch.

BOTSCHAFT VON DRÜBEN – Botschaften wäre richtiger, denn es gibt nicht nur eine

Buch von Wilhelm Horkel: „Botschaft von Drüben – Übersinnliche Erfahrungen aus jüngster Zeit“, Erschienen im Neubau-Verlag München. Umschlagvorder- und Titelseite. © Foto/BU: Andreas Hagemoser, 2019

Im Kapitel „Fernwirkungen“ gibt es vier Unterkapitel: Fernhören und Fernfühlen, Fernbewegungen und Fernwirkungen. Danach folgt das Kapitel „Spuk“. Wenn der SPUK vorbei ist, fangen die ZUFÄLLE an (Kapitel VII, Kapitel VIII). Das Kapitel 8 mit den Zufällen ist an dieser Stelle, in diesem Buch keine Selbstverständlichkeit. Ist Zufall eine Botschaft von drüben? Eine übersinnliche Erfahrung? Jeder erlebt doch Zufälle, immer wieder! Auch wenn manche sie nicht bemerken und andere sie abtun. Dritte bemerken sie, rationalisieren sie dann aber wieder weg: „Das war kein echter Zufall, das war ja denkbar, dass es passieren konnte.“ Denkbar vielleicht, aber hätte irgendjemand vorher daran gedacht?

Horkel ordnet Zufälle jedenfalls hier seinem Thema zu. Oft werden sie als Einzelthema betrachtet, was die Autoren von der Einordnung in einen Gesamtzusammenhang befreit. Angela Seifert und Dr. Theodor Seifert schrieben „So ein Zufall! Synchronizität und der Sinn von Zufällen“. „Ein ganz besonderer Saft“-Autorin Carmen Thomas verfasste „Vom Zauber des Zufalls : eine Einladung zum Mitmachen“. Durch das ganze Buch „Botschaft von drüben“ zieht sich Horkels christliche Gesinnung, die auch als Schutz vor bösen Geistern dient. Beim Zufall bezieht er sich unter anderem auf die Kraft des Gebets. Ein Beispiel:

Ein Zufall?

Ein Pfarrer hatte 1945 eines Abends etwa zwölf Kilometer mit dem Fahrrad durch einen Bergwald zurückzulegen. Zwei Drittel davon, also acht Kilometer, nach Einbruch der Dämmerung oder in der Dunkelheit. In einer Gegend, wo ausweichen auf Auto oder Zug angeblich unmöglich war.

Kurz vor einem Dorf riss ihm die Fahrradkette.

Er musste ein Nachtlager suchen. Die Kirche war kriegsbedingt verwaist, das Wirtshaus nahm keine Übernachtungsgäste. So klopfte er am ersten besten Haus – es war das beste. Denn er wurde schon erwartet. Von einer betenden Ehefrau, dessen Sohn im Krieg fiel. Ihr Mann, der Vater des Kindes, hatte sich vom Christentum abgekehrt und verkraftete nun den Tod seines Sohnes nicht. Die Frau betete seit Stunden, dass er sich nichts antun möge – genau das nämlich hatte der Herr des Hauses angekündigt. Geschehen sollte das in derselben Nacht. Nun tauchte wie aus dem Nichts ein Pfarrer in dem Bauernhaus auf. Es schien allen wie ein Wunder. Der Selbstmord wurde verhindert. Es wurde eine Nacht der langen Gespräche.

Weiterhin gibt es noch ein Kapitel „Jenseits des Todes“ – „Eine Besinnung“.

Insgesamt ein Werk, das mit seinen vielen in den Text eingebauten Quellenangaben den reichhaltigen Kenntnisstand und die Belesenheit des Autors belegt.

Die ungewohnte Sprache kann zu plötzlicher Erkenntnis führen – zudem heute, wo viele Wörter allein deshalb schon nicht mehr intuitiv verstanden werden, weil sie nicht der Muttersprache entstammen.

Im Text auftauchende Namen sind zum Beispiel Hermann Bezzel, Paul Alverdes, Wedekind und E.Th.A.Hoffmann. In den Quellenhinweisen, die je Kapitel durchnumeriert sind, finden sich Manfred Hausmann und Sören Kierkegaard, Wilhelm Kütemeyer und Luise Ullrich, Ernst Wiechert, Wilhelm von Scholz (Der Zufall und das Schicksal. Die geheimen Kräfte des Unwahrscheinlichen. Erfahrungen im Zwischenreich), Peter Schmid, Ernst Rupprecht und J. Kniese, Walther von Hollander und Sadhu Sundar Singh, Peter Gebler und Fritz Woike.

„Botschaft von Drüben“ – keine Ständige Vertretung

„Geh doch nach drüben“ hatte lange die Bedeutung: „Wenn es Dir in der Bundesrepublik nicht gefällt, geh in die DDR“. Der Ausspruch wandte sich an notorische Nörgler, Linke und Möchtegernsozialisten. Diese wollten in den seltensten Fällen den deutschen Staat wechseln, als es noch zwei gab. Die Diktatur (“des Proletariats“), die in der „Deutschen Demokratischen Republik“ herrschte – die „DDR“ wurde lange mit Anführungsstrichen geschrieben und gedruckt – mit ihren Gefängnissen und einem Totalitarismus, dessen Bespitzelung so umfangreich und allgegenwärtig war, dass sie vielen ehemaligen DDR-Bürgern – auch Opfern – ins Blut gegangen ist, war selbstverständlich keine Alternative für die Linken und Kommunisten Westdeutschlands. Sie wollten ihre Freiheit behalten und noch das Eigentum revolutionieren beziehungsweise in ihre Hände bringen. Dazu diente die freizügige Bundesrepublik als „Kampfgebiet“ nicht nur im Wahlkampf. Eine „Botschaft von Drüben“ hätte also zum Beispiel ein Kassiber, ein Brief oder eine mündliche Nachricht sein können.

Gemeint ist das bei Horkel nicht. Das Erscheinungsjahr 1949 ist das Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland und seines östlichen Nachbarns. Es dauerte eine Weile, bis sich der Begriff „Drüben“ eingebürgert hatte. Zunächst sprach man von der SBZ, der sowjetischen Besatzungsszone oder schlicht: der „Zone“. Den Staat der DDR wollte man im Westen ja eh nicht anerkennen. Die Hallstein-Doktrin machte das international deutlich. Erst Willy Brandt änderte das. Der gleichzeitige Beitritt beider deutscher Staaten zu den Vereinten Nationen war die Folge.

Da mit „drüben“ erst nach 1949 die DDR gemeint war, handelte es sich 1949 um das Jenseits und allgemein um die über-sinnliche Welt.

BOTSCHAFT VON DRÜBEN hüben wie drüben leicht erhältlich

Buch von Wilhelm Horkel: „Botschaft von Drüben – Übersinnliche Erfahrungen aus jüngster Zeit“, Erschienen im Neubau-Verlag München. Umschlagvorderseite und Deckel. © Foto/BU: Andreas Hagemoser, 2019

Das Buch erschien 1949. Das ist für das Verständnis wichtig. Der vier Jahre vorher beendete Weltkrieg mit Millionen Opfern und Toten, die vielleicht noch herumgeisterten, war auch eine Zeit teils starken Glaubens und vieler Zufälle. Hochbetrieb für Schutzengel? Wer weiß. Im Münchner Neubau-Verlag erschienen, der heute gänzlich unbekannt ist.

Der Untertitel „übersinnliche Erfahrungen aus jüngster Zeit“ bezieht sich auf diesen Zeitpunkt. Der immer noch bekannte Aufbau-Verlag, auch das ein Name der Zeit nach den riesigen Zerstörungen und dem Staatszusammenbruch des Deutschen Reiches, brachte den Text 1950 heraus.

Das Buch wurde immer wieder verlegt, 1960 in Hamburg, 1975 im Schwarzwald, sowohl gebunden als auch broschiert beziehungsweise als Taschenbuch. Dann noch einmal in Stuttgart und nach der Jahrtausendwende zum Beispiel 2004 bei Reichl. Ein echter Dauerbrenner, von dem wir die Erstausgabe mit dem seltenen Schutzumschlag abbilden.

– Das Buch ist in den meisten Ausgaben vergriffen und nur über Antiquariate oder das Netz erhältlich: Abebooks http://www.abebooks.de, Antiquariat.de u.a.

Preise: Neu ca. 16,80 EUR; gebraucht etwa bis 40 Euro, ab 2 Euro (AbeBooks).

Wer ein weiteres antiquarisches Buch entdecken möchte:

https://kulturexpresso.de/tage-und-naechte-werden-zur-zeit-leben-traum-und-tod-des-kanuten-und-louisianagruenders-sieur-de-la-salle/




Wieder freie Fahrt nach Sylt. Einschränkungen an der Bahnstrecke beendet

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Freie Fahrt nach Sylt! Das nördlichste Urlaubparadies Deutschlands ist wieder erreichbar. Lange fuhr man mit der Bahn über Tønder und dann zu einem Küstenort mit Schleuse. Dort stieg man in ein Bäderschiff beziehungsweise eine Fähre nach Munkmarsch um. Das liegt etwas oberhalb des langen mittleren Landrückens Sylts, der über Keitum und Archsum weit nach Osten ragt. Die Zeit: Wir sprechen vom Deutschen Reich. In der Kaiserzeit. Als es noch kein Frauenwahlrecht gab. Es der Wirtschaft gutging. Deutschland hatte sogar Kolonien. Wir sagen das ganz wertfrei. Trotzdem reisten zu Zeiten, als viele nicht wussten, was eine Kokusnuss ist, eine Passionsfrucht oder eine Ananas, viele Deutsche nicht zu den Marianen, Neumecklenburg oder in Bismarckarchipel. Im Stillen Ozean, dem Pazifik. Sie reisten auch nicht nach Qingdao in China, das heute durch das Tsingtaobier bekannt ist. Oder nach Deutsch-Südwest.

Das ist Geschichte – der Weg nach Sylt

Sondern nach Sylt. Durch den unseligen Ersten Weltkrieg – Kriege sollten verboten werden, und zwar umgehend! – gelangte Deutschland erst ins Hintertreffen und dann ganz nach unten, von den Millionen Toten ganz zu schweigen. Die Reisen der Deutschen blieben damals oft innerhalb des Reiches, und das nicht wegen der Kohlendioxidnebenwirkungen.

52 kleine und große Eskapaden von SANKT PETER-ORDING BIS SYLT, Buch von Elke Weiler. Der Titel sollte nicht missverstanden werden! Wenn hier SYLT großgedruckt ist, führt bei den ersten 20 Abstechern nur einer auf die Insel. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Nach Sylt wollte man auch nach 1918. Doch war der Weg über Tønder zwar nicht versperrt, führte aber bald übers Ausland, da der Ort im Norden Schleswigs liegt, der nach einer Volksabstimmung 2020 zu Dänemark geschlagen wurde.

Am 6. Juli jährte sich zum 99. Mal die Unterzeichnung des Übertragungsvertrages in Paris 1920. Schleswig wurde geteilt und ist es bis heute. Nur der Süden blieb beim Deutschen Reich. Das förderte den Bau eines Dammes nach Sylt, der als Hindenburgdamm bekannt wurde.

Munkmarsch ist seitdem aus dem Bewusstsein verschwunden. Früher war es das Tor zur Insel.

Sehr starke Brückenbeschädigung

Am 1. Juli 2019 beschädigte ein „zu hoch aufragender Lastenkran“ (bahn.de) eine Eisenbahnbrücke bei Langenhorn. Gemeint ist nicht das Hamburger Langenhorn, sondern der kleine Ort, der näher an der dänischen Grenze liegt; mit einem Bahnhof an der Marschbahn. Die Marschbahn ist eine Bahnstrecke, die in gebührendem Abstand mehr oder weniger entlang der Westküste Schleswig-Holsteins verläuft, der Nordseeküste. Auf der Marschbahnstrecke fahren heute IC und RE (Regionalexpresse).

Durch die Kollision stand etwa bis Dienstag, den 23. Juli nur noch die Strecke Bredstedt-Niebüll zweigleisig zur Verfügung.

Die durch den Unfall plötzlich nur noch eingleisig verlaufende Strecke führte zu einer Befahrbarkeit im Stundenabstand. Zwischen Husum und Niebüll. Der Fahrplan musste abrupt geändert werden.

Und das ausgerechnet mitten in der Ferienzeit. Schulferien hatte zum Beispiel das Land Berlin. Von dort aus verkehrt ein direkter Zug nach Sylt und zurück.

Freie Fahrt nach Sylt – seit dem 24. Juli wieder

Nun sind, rechtzeitig bevor die Hochsaison vorbei ist, die Einschränkungen aufgehoben. Seit Montagnachmittag 22.7. ist die Strecke wieder einschränkungslos befahrbar, meldete DB-Fernverkehr für die Intercitys. DB Regio Nord meldete, „unsere Züge“ „verkehren“ ab 24. Juli 2019 „wieder wie gewohnt“ (sic). Das betrifft die REs. Dem Ferienspaß steht von Bahnseite nichts mehr entgegen und Autofahrer haben eine Ausrede weniger.

Fahrplan-Nachwirkungen bis 26.7.2019

„Seit Montagnachmittag (22.7.2019) ist die Strecke zwischen Husum und Niebüll wieder ohne Einschränkungen befahrbar.“ Und: „Unsere IC-Züge verkehren wieder wie geplant von/nach Westerland/Sylt und Dagebüll Mole“, meldete die Deutsche Bahn AG aktualisiert am 23.Juli. Dabei war es wohl nicht möglich, sofort wieder nach Fahrplan zu fahren; denn es hieß weiter, das am Mittwoch, den 24. und Donnerstag, den 25. Juli 2019 abweichend von der Reiseauskunft ein anderer Fahrplan gilt. Dafür bat die Bahn ausdrücklich um Entschuldigung. Es betrifft die ICs 2374 und 2375 von Hamburg-Altona nach Westerland (Sylt) und zurück. Mit Unterwegshalten, wie es so schön heißt, Richtung Sylt in Itzehoe, Heide, Husum und Niebüll. Beziehungsweise umgekehrt.

Ab Freitag, den 26. Juli sind diese Intercityzüge wieder im Netz abrufbar: www.bahn.de/reiseauskunft.

Gedächtnisstützen

Wer sich die Zwischenhalte zwischen Hamburg und Westerland nicht merken kann, sie sind von Hamburg an alphabetisch sortiert. Nur Itzehoe ragt heraus.

Der Zug fährt von

Hamburg-Altona erstmal nach Itzehoe (Eselsbrücke I sieht aus wie = 1, erstmal ..), weiter geht es alphabetisch

Heide,

Husum,

Niebüll,

Westerland.

Wer sich nicht merken kann, wo Westen ist, könnte sich Hamburg – Westerland merken: Das Land um Westerland liegt westlich der Hansestadt.

Und die Moral von der Geschicht‘? Kran flachhalten!

Sonst wird der Lastenkran zu einer Last.

Herausragend ist halt nicht immer gut.




DIALOG – Almendra López und Rosaana Velasco in der Galerie Vinogradov

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Rosaana Velasco ist mit ihrem vielfältigen Werk international bereits an vielen Orten unterwegs gewesen. Aktuell stellt die Mexikanerin in der deutschen Hauptstadt aus. Titel der Kunstausstellung: DIALOG – Almendra López und Rosaana Velasco.

Die Ausstellungseröffnung DIALOG – Almendra López und Rosaana Velasco fand – musikalisch von Montserrat López umrahmt – am Samstag dem 6. Juli 2019 um 19 Uhr statt.

Was?

DIALOG – Almendra López und Rosaana Velasco: Malerei und Installation in der Galerie Vinogradov.

Wann?

Dauer der Ausstellung DIALOG – Almendra López und Rosaana Velasco: Vom 6. Juli bis 18. Juli 2019

Wo? Ausstellungsort

Anschrift: Galerie Vinogradov, Chodowieckistraße 25, 10405 Berlin. Prenzlauer-Berg

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag 13-18 Uhr laut Flyer (Fehler) beziehungsweise eigentlich Montag – Freitag von 11-17 Uhr und nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 017664349731 (Mobiltelefon). Aktuell gibt es Sommeröffnungszeiten von 12-18 Uhr Montag bis Freitag. Trotzdem muss man klingeln und wenn man kurz vor Feierabend kommt, ist das Licht schon aus.

Das
Beitragsphoto oder Titelbild ist im Rahmen der folgenden Ausstellung
entstanden:

Chodowiecki und der Ort der Ausstellung DIALOG – Almendra López und Rosaana Velasco, die Chodowieckistraße in Prenzlauer Berg/ Bezirk Pankow

Eine Galerie in der Chodowieckistraße zu betreiben oder dort auszustellen, ist eine gute Wahl. Mein „Freund und Kupferstecher“ Daniel Nikolaus Chodowiecki aus Danzig starb am 7.Februar 1801 in Berlin. Es gibt ein Ehrengrab der Stadt Berlin. Die Chodowieckistraße ist nach dem Danziger und Wahlberliner Daniel Nikolaus benannt und nicht nach Louis Guilleaume (1765–1805), dem Maler und Kupferstecher, Gottfried (1728–1781), dem Maler, Miniaturist und Zeichner (Daniels Bruder) oder Susanne Chodowiecki (1763–1819), der Malerin. Immerhin, alle vier genannten Chodowieckis waren Maler und stammen aus dem 18. Jahrhundert. Daniel Nikolaus Chodowiecki hatte polnische und hugenottische Vorfahren und war der beliebteste Maler, Grafiker und Kupferstecher seines Jahrhunderts. Susanne oder Suzette Chodowiecki ist seine Tochter, auch ihre Geschwister 1785 heiratete sie Jean Henry, einen Prediger und hieß fortan Susanne Henry. Auch wenn die Chodowieckistraße nach ihrem Vater benannt wurde, blieb so der Name einer ganzen Künstlerfamilie präsent.

Die zwischenzeitlich in der DDR umbenannte Danziger Straße in der Nähe Galerie stellt eine Verbindung zu Chodowieckis Geburtsort her. Die Danziger verläuft nördlich der Chodowieckistraße parallel. Dort fährt die Straßenbahnlinie M10. Die Chodowieckistraße verbindet Prenzlauer Allee (M2) und Greifswalder Straße (M4, S4).

Übrigens heißt die Familie nicht „cho-do-Wiki“ sondern „Chodo-Wiätzki“ mit einem „Ch“ wie in dem Wort „auch“; betont auf den „ä“.

Das Bild aus dem Handzettel zur aktuellen Ausstellung erinnert ein bisschen an das Titelbild der nun genannten.