Fassade des Polnisches Kulturinstituts, Burgstraße 27 in Berlin-Mitte

Berlinalefilm siegt bei Filmpolska: „Wieża. Jasny dzień.“ von Jagoda Szelc

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Mit „Birds Are Singing in Kigali“ geht am 2.Mai 2018 um 22.30 Uhr das 13. Filmpolska zu Ende. Der Film, der sich mit dem Völkermord in Ruanda beschäftigt, wird im FSK-Kino am Oranienplatz gezeigt. Im Wettbewerb um den filmPOLSKA-Preis 2018 hat sich „Wieża. Jasny dzień.“ (Tower. A Bright Day. Oder: Turm. Ein heller Tag.), der Debütfilm und Berlinale-Beitrag 2018 der Regisseurin Jagoda Szelc, durchgesetzt.
www.filmpolska.de
Die Palette der im Wettbewerb nominierten Filme aus den Bereichen Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilm reicht von der Entstehung des Universums über tragikomische Familienzusammenkünfte bis hin zum tragischen Leben und Sterben Vincent Van Goghs.

Die sieben nominierten Filme filmPOLSKA 2018 sind:

Cicha noc / Silent Night (Polen (PL)  2017)
R/B: Piotr Domalewski

Człowiek z magicznym pudełkiem / The Man with the magic box (PL  2017)
R/B: Bodo Kox

Photon (PL  2017)
R/B: Norman Leto

Plac zabaw / Playground (PL 2016 )
R/S: Bartosz M. Kowalski
(in Berlin und Hamburg vorgestellt auf dem Fantasy Filmfest)

Turyści / Tourists (PL 2017)
R: Mateusz Romaszkan, Marta Wójtowicz-Wcisło

Twój Vincent / Loving Vincent (UK/PL 2017, Koproduktion mit Großbritannien)
R: Dorota Kobiela, Hugh Welchman

Wieża. Jasny dzień/ Tower. A Bright Day (PL  2017)
R/B: Jagoda Szelc

In der Jury waren Katja Petrowskaja, Ricardo Brunn und Robert Thalheim.

Zum Inhalt des Films „Wieża. Jasny dzień.“ / „Tower. A Bright Day“

Ein ländliches Idyll in den südpolnischen Hügeln, eine junge Familie hat die Renovierung ihres Hauses noch nicht beendet. Aber es ist genug Platz, um die ganze Familie zur Erstkommunion von Mulas Tochter Nina einzuladen. Auch Mulas Schwester Kaja kommt zum Fest – aber was folgt, ist das Gegenteil eines Familienidylls. Denn Kaja, vor sechs Jahren plötzlich verschwunden, bekommt zur Begrüßung erst einmal einen Verbotskatalog vorgelegt. Vor allen Dingen darf sie auf keinen Fall erwähnen, dass sie in Wirklichkeit Ninas Mutter ist. Damit beginnt ein Kammerspiel voller Verdächtigungen, unterdrückter Aggressionen, verschwiegener Wahrheiten und unerwarteter Wendungen.

FSK-Kino am Oranienplatz, Segitzdamm 2, Berlin-Kreuzberg, (Bus M29)

Cézanne, Gauguin, van Gogh: Rückkehr alter Meister. „Gauguin“ jetzt im Kino, „Loving Vincent“ Ende des Jahres, ein Spielfilm aus Ölgemälden

Marspole. „First Pole on Mars“ von Agnieszka Elbanowska im Fsk-Kino Oranienplatz (Filmpolska)




Kazimierz Blaszczak und Agnieszka Elbanowska vom Film "Pierwszy Polak na Marsie" bzw. "First Pole on Mars" im Kino Fsk am Oranienplatz beim Filmfestival Filmpolska

Marspole. „First Pole on Mars“ von Agnieszka Elbanowska im Fsk-Kino Oranienplatz (Filmpolska)

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein Marsianer in Berlin! Genauer in Kreuzberg, und das auch noch in der Nacht zum 1. Mai. „Marspole“? Der oder die? Oder gar das Marsfeld, da ‘das Feld‘ in osteuropäischen Sprachen ‘pole‘ heißt? Es geht nicht um Nord- und Südpol des Marses, sondern um Kazimierz Blaszczak, der der erste Pole auf dem Mars werden möchte und mit Regisseurin und Drehbuchautorin Agnieszka Elbanowska von „First Pole on Mars“ aus Anlass von Filmpolska in das fsk kam. Dort wurden sie von Kinobetreuerin und Moderatorin Monika Anna Wojtyllo wärmstens empfangen, die trotz knapper Zeit zwischen den Filmen – „Opera about Poland“ und „Once upon a time in November“ warteten – bestens, pointiert und lebhaft dolmetschte. Wojtyllo führte nicht nur für Filmpolska dieses Gespräch, sondern ist selbst Regisseurin und Musicalautorin. Eine bessere Gastgeberin hätte sich das fsk kaum wünschen können.

„First Pole on Mars“/ „Pierwszy Polak na Marse“, der „Erste Pole auf dem Mars“ – echt jetzt?

Agnieszka Elbanowska, die auch das Drehbuch verfasste, hatte sich da einen wunderbaren Protagonisten an Land gezogen. Immer ruhig, kerngesund, und was macht das Alter schon aus? Man kann doch einfach dorthin gehen, wo man langsamer altert! Selbst Blaszczaks Ehefrau, die beim Filmgespräch nach der Vorführung im Fsk anwesend war, hatte von den weltwichtigen, um nicht zu sagen, planetenumspannenden Plänen ihres Mannes erst aus der Zeitung erfahren. Überraschung!
Ob er wohl gesagt hätte: „Ich gehe mal kurz zum Nachbarn“? – Nicht den eine Hausnummer weiter meinend, sondern den Nachbarplaneten?

Es stand in der Zeitung: „Pierwszy Polak na Marse“, „First Pole on Mars“

Liest die Ehefrau beim Frühstück die Morgenzeitung und stellt fest, dass ihr Mann in der Zeitung ist. Doch nicht nur dort, wo man ja auch nicht so einfach rein- beziehungsweise hinkommen kann. Sondern auch fort.

Kazimierz Blaszczak ist der Ehemann, der ins Guinnessbuch der Rekorde kommen kann. Als Gatte, der sich am originellsten aus dem Staub gemacht hat. Durch das Nichts – okay, durch‘s Vakuum – in den Staub. Nicht den biblischen, aus dem wir angeblich alle stammen – oder war es die Asche? – sondern den roten Staub des Mars‘, der dem Wüstensand Arizonas sehr ähnelt.

Pani Blaszczak las in einer Ausgabe des raschelnden Blätterwaldes, während sie noch am Brötchen kaute und gerade noch einen Schluck Herbata, also Tee, nehmen wollte – dass ihr Mann berühmt würde – und verschwände. Gestern noch im Ehebett, heute in der Zeitung, morgen beim Bewerbungsgespräch, übermorgen zur Vorbereitung in New Mexico – und dann weg. Für immer. Die Rückfahrkarte wär‘ zu teuer. Und dann hat Kazimierz noch ein Zeitproblem.

Das eröffnet Perspektiven …

www.filmpolska.de

In polnischen Sphären (2): Nach dem Strohhalm gegriffen. Bei Filmpolska ging eine Glaskugel an die Gregors

In polnischen Sphären (1). Bei Filmpolska wurden die ersten Preise vergeben, eine Sphäre geht an Knut Elstermann




Entscheidung über Aussehen der Neubebauung gefallen des Blocks III in Potsdam

„Muttis Erben“ in Potsdam. Lothar Beutin liest im Kirchsteigfeld

Potsdam, Deutschland (Kulturexpresso). Wer das Ost-Potsdamer Kirchsteigfeld nicht kennt, hat jetzt einen guten Grund hinzufahren. Wer Mutti persönlich nie kennenlernte, will bestimmt etwas über die Erben wissen. Lothar Beutin macht’s möglich. Er liest aus dem Buch „Muttis Erben“ – „oder vom schlechten Gewissen im Lande der Freudlosigkeit“.

Am 26. April denkt jeder an Tschernobyl und die Havarie im Atomkraftwerk, Michael Gorbatschows größte Pleite, die er natürlich nicht ausschließlich zu verantworten hatten. Aber abends um 6 kann man ja schon an was anderes denken. Dunkel genug zum Lesen ist es vielleicht nicht jedem, dann solle er sich eben etwas vorlesen lassen. Das geht am besten von Profis, aber die Autoren können das auch ganz gut.

Ein Stadtteil Potsdam abseits und umso näher

Auch sonst hat dieser Stadtteil Potsdams im Osten seine Reize. Im Osten der Stadt. Also rechts auf der Karte.

Dadurch, dass er näher an der Bundesautobahn A115 liegt, die manchmal mit der AVUS verwechselt wird, ist er von Berlin aus schneller zu erreichen.
Außerdem gibt es hier das beste Eis der Stadt. Potsdam ist immerhin die Landeshauptstadt Brandenburgs. Aber das ist Geschmackssache. Das mit dem Eis.

„Muttis Erben“ und Beutin im Kirchsteigfeld

BUCHLESUNG am 26.April 2018 in Potsdam

Lesung aus „Muttis Erben“
oder vom schlechten Gewissen im Lande der Freudlosigkeit

am 26.4.2018 um 18 Uhr

im

Stadtteilladen im Kirchsteigfeld

Anni-von-Gottberg-Straße 14

14480 Potsdam

Das Taschenbuch kostet 11,99 Euro. Wer liebt fragt, kann es sich vielleicht vom Verfasser signieren lassen.

Der Eingang zum Stadtteilladen ist seitlich an der Kirche, die den Platz beherrscht. An den rechten Seite. Es ist ein moderner Bau. Der Turm ist seiner Zeit voraus und mit Solarzellen bedeckt.

Verkehrsverbindung: Bequem mit der Straßenbahn: Tram 92 oder 96 von Hauptbahnhof oder Johannes-Kepler-Platz Richtung Marie-Juchacz-Straße bis Haltestelle „Am Hirtengraben“. Wer vorne aussteigt, kann die Kirche mit ihrem umweltfreundlichen Turm schon sehen.

www.kirchsteigfeld-potsdam.de

Wie sich die märkische Stadt Potsdam auch im Zentrum zum Guten ändert und von DDR-Ruinen und Bombenlücken des Zweiten Weltkriegs erholen soll:

Neuschnee von gestern. Die Entscheidungen für die neue Bebauung am Alten Markt in Potsdam sind gefallen




IGW 2018: Produkte aus griechischer Herstellung: Kapern, Oliven und Olivenöl

Gut für Gaumen und Gesundheit – Griechisches Olivenöl als Jungbrunnen im Frühling

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Langsam trudelt der Frühling ein. Es gab sogar schon das erste Gewitter. Wir wissen ja: Der April macht, was er will. Nachts ist es oft noch frisch, dafür gibt es tagsüber zweistellige Temperaturen und Sonnenschein. Müde kriechen viele aus ihren Löchern und zeigen der Frühlingssonne ihr fahles Antlitz. Halb lahm und etwas steif geraten die ersten Spaziergänge noch recht kurz. Was jetzt helfen würde, wäre eine Kur mit frischem Obst. Doch noch blühen nur die Krokusse, weder Apfel- noch Kirschbäume. Und bis die ersten Erdbeeren geerntet werden können, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Was tun?

Zum Glück gibt es da einen Gesundbrunnen, der das ganze Jahr über verfügbar ist. Olivenöl. Da geht es zum einen um die Qualität verbunden mit der Herkunft, zum anderen um den Geschmack. Da kann ein Öl noch so vergine oder virgin oder extra sein, wenn es nicht schmeckt, wird man es nicht benutzen. Wir haben auf der Grünen Woche mal ein paar Oliven und aus ihnen gepresste Öle probiert. Dabei sind wir auf eines gestoßen, dass vom Geschmack her für uns stimmte und sonst in jeder Hinsicht hervorragend: Das Olivenöl Morea. Bei der Qualität sticht auf Nachfrage bei Unternehmer Frank van Gaalen hervor, das hier deutsche Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Unternehmenskultur mit griechischer Natürlichkeit, Sonne und Erfahrung zusammengehen.

Wo ist Mani?

Den Ort Mani gibt es auf der Welt nicht nur einmal. Bei den zwei einfachen Silben nicht verwunderlich. Mani ist ein Dorf und die dazugehörige archäologische Fundstätte in Yucatán in Mexiko, aber es gibt auch Orte in Südamerika und Afrika, die genauso heißen.

Hier ist der Landstrich im Süden der griechischen Halbinsel Peloponnes gemeint.
Beim Blick auf die Landkarte Griechenlands fallen ohne Beschriftung zwei Orte auf, die mit drei Halbinseln fingerförmig nach Süden zeigen. Beides sind große Halbinseln.Im Norden Chalkidiki mit Kassandra und Athos, Namen, die beide große Bedeutung tragen. Wer kennt nicht Christa Wolf, den Berg Athos und die Mönchsrepublik?

Eine Halbinsel auf einer Halbinsel, die die Geschichtsbücher füllt

Im Süden oder links unten auf der Karte liegt die Halbinsel Peloponnes. Sie ist deutlicher von Wasser umgeben. Größer als Chalkidiki und nicht so in der Ägäis versteckt, sondern – im Uhrzeigersinn – zwischen dem Stiefel Italiens, Kreta und Sizilien. Nur eine kleine Landbrücke, der weltbekannte Isthmus von Korinth, verbindet die Peloponnes mit dem griechischen Festland.

Sparta und Olympia finden sich auf der Peloponnes. Olympioniken und spartanisch sind also Wörter, die von hier stammen. Marathon dagegen ist auf der anderen Seite Athens auf dem Festland. Ungefähr 40 Kilometer von der Hauptstadt, doch das wissen wir ja. Lag doch das „Ziel“ des angeblich ersten Marathonlaufs in Athen.

Die Peloponnes endet also unten im Süden in drei kleineren Halbinseln, die mittlere davon heißt Mani. Auf dem Flyer von Morea lernen wir folgendes. „Die Mani ist eines der ältesten Olivenanbaugebiete Europas.“ Was die Müller unter Morea-Charakter verstehen? „Wir verwenden ausschließlich Koroneiki-Oliven, die im Umkreis von 20 km zu unserer Mühle geerntet werden.“ Das ist gut. Wenn in Norddeutschland schon keine Olivenbäume wachsen, sollen wenigstens keine großen Entfernungen zwischen dem Wuchsort und der Olmühle liegen. Regional als Grundsatz. „Zur Pressung haben wir eine der letzten traditionellen Steinmühlen so modernisiert, dass die ‚Seele‘ des klassischen Mani-Geschmacks erhalten bleibt. Mit großer Leidenschaft stellen wir ein Gourmetöl mit dieser unverwechselbaren Note her.“

Wer die Wahl hat … – Bio oder nicht?

Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin am Stand von Morea-Olivenöl
Frank van Gaalen, Chef guten Olivenöls, auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. © 2018, BU/ Foto: Andreas Hagemoser
Wo „Bio“ draufsteht, ist auch Bio drin. Wir zitieren weiter: „Das Morea-Olivenöl nativ extra ist unser Hauptöl“. Aus der Flasche und den Fläschchen – es gibt drei Größen – steht ‚extra vergine‘. „Morea-Olivenöl schmeckt leicht pfeffrig, ist grün und hat eine feine Bitternote – nicht zu scharf im Abgang und geeignet für alle Ölkenner, die ein eher mildes fruchtiges Öl lieben.“ Das lasse ich einfach mal so stehen. „Es ist eine wunderbare Basis für eine gesunde und mediterrane Küche“.

In Griechenland werden jährlich um die 14 Liter Öl konsumiert, die Deutschen vertilgen nur 0,9 Liter im Schnitt, wie der „Stern“ kürzlich meldete. Manchmal haben auch die Deutschen noch etwas aufzuholen.

Wer in punkto Gesundheit und Qualität auf das Gute oder sehr Gute noch etwas drauflegen will, hat dazu die Chance. „Unser biologisches Olivenöl wird ausschließlich aus eigenen Oliven und denen von vier weiteren Biobauern hergestellt.“ Klingt gut, und: Um biologisches Olivenöl zu produzieren, müssen sich dieses Olivenbauern jährlich zertifizieren lassen. Die Morea-Leute schrieben weiter: „Für uns ist das Bioöl so etwas wie ein klassifizierter Lagenwein für den Winzer: Gleiche Früchte, aus der gleichen Gegend, aber doch aus ganz speziellen Kleinlagen und somit von individueller Qualität.“ Sie schließen an dieser Stelle: „Was zählt, ist der persönliche Geschmack.“
Wenn die Herstellunsgbedingungen abgeklopft sind, dann kann man sich gern nach persönlichen Vorlieben entscheiden.

Oliven kapern okay – Früchte und Blütenknospen aus der Halbinsel der Piratennester

Nicht alles kommt in die Presse. Einige Früchte gleiten auch gleich ganz ins Glas. Ausgereifte Kalamata-Oliven werden etwa zwei Monate in Meersalzwasser eingelegt und entbittert. Kalamata ist eine Stadt. Die Mani beginnt südlich Kalamatas und endet an der Spitze des Mittelfingers, dem Kap Tenaro. So machen die das also mit den ganzen Oliven bei Morea. Also nicht in Meerwasser und nicht einfach nur in Salzwasser, das mit billigem Salz aus dem Supermarkt gelöst wurde, das man besser im Winter zum Streuen verwendet. Sondern in Wasser mit Meersalz.
Dann gibt es noch die kleinen Grünen, gequetschte. Sie werden traditionell mit einem Holz gecshlagen, um den Entbitterungsprozess ins Gang zu bringen. Eingelegt in natives Olivenöl mit Zitronenschale und Oregano.

Wenn man das Flüssigfett schon hat, kann man auch folgendes anbieten: Kapern in Olivenöl. Kurz bevor sie aufblühen werden sie gepflückt und in Meersalz konserviert. Nach einer „ausgiebigen“ Wässerung tauchen sie ins Morea-Olivenöl ein.

Griechisches Olivenöl mit Zitrone, Orange und Ingwer

Wem einfach nur Öl trotz bio auf die Dauer nicht lecker genug oder zu langweilig ist, kann auch zu Fruchtölen greifen. Mit Moreaetikett gibt es „einzigartige“ Fruchtöle in zwei Größen, wobei die Oliven gemeinsam mit Zitronen, Orangen oder Ingwerwurzeln in der Steinmühle zu einer Maische verarbeitet werden.

Mani brachte eigenes hervor

Ein über 2000 Meter hohes Gebirge, das die weit nach Süden reichende Halbinsel Mani vom Rest der großen Halbinsel fast isoliert, hielt Eroberer fern. Stattdessen stritten sich die Einwohner jahrzehntelang untereinander. In der Architektur hat das teils Spuren hinterlassen, so in den Türmen in kleinen Dörfern. Recht wehrartig sehen die Wohntürme der Turmhäuser aus, die teilweise pro Seite zwei Zinnen zu haben scheinen.

Man hatte seinen eigenen Kopf und seine eigene Meinung und ließ sich diese nicht nehmen. Das Christentum fasste hier später Fuß als in Armenien oder anderen Teilen Griechenlands.

Dazu passen die Öle und Oliven von dort, von der Sonne verwöhnt und ein ganz eigenes Gewächs.

Grüne Woche – leckeres Treffen interessanter Angebote aus aller Welt

Berlin ist eine Reise wert: Wer nächstes Jahr die deutsche Hauptstadt besuchen wird, wird in der zweiten Januarhälfte auf die Internationale Grüne Woche (IGW) gehen können, die nur die besten Anbieter präsentiert. Auf der IGW 2019 werden wieder interessante Angebote aus der ganzen Welt des Kulinarischen präsentiert; einschließlich lehrreichen Infostände der Bundesländer und Ministerien für Erwachsene und Kinder. Morea-Olivenöl wird nach dem Erfolg der Erstteilnahme 2018 aller Voraussicht nach kurz nach Drei Könige wieder dabei sein.

Ein bisschen Geographie

Die Halbinsel Peloponnes ins 21.549 Quadratkilometer groß und damit größer als Hessen (21.114 Quadratkilometer).

Die Mani als ihr Teil ist viel kleiner, sie hat aber mit Areopoli (an der Westküste) einen eigenen Hauptort. Die Mani mit einem Mittelfinger zu vergleichen, passt aus mehreren Gründen. Piraten fanden hier Zuflucht und die Rebellion, die Griechenland von der 400jährigen Besetzung durch das Osmanische Reich befreien sollte, nahm wohl hier ihren Ausgang.
Vor allem ist ein Mittelfinger der längste.
Auch wenn es bei einem flüchtigen Blick auf die Karte so aussieht, als sei ein anderes Halbinselchen länger, da die Insel Kapsali dem östlichen (rechten) Finger vorgelagert ist.

Dadurch gibt es Erstaunliches zu berichten: Das Kap am Südende der Mani liegt südlicher als Tunis.

Der südlichste Punkt auf dem europäischen Festland ist Tarifa in Südspanien.

Der zweitsüdlichste Punkt Europas – Inseln wie Kreta und Gavdos ausgenommen – ist das Kap Tenaro (oder Kap Matapan) auf Mani.




Bild aus der VR-Installation Inside Tumucumaque "Waldlichtung im brasilianischen Regenwald"

Sehen mit den Augen eines Greifvogels. VR-Installation „Inside Tumucumaque“ zeigt Kaiman- und Frosch-Perspektive

Berlin/Karlsruhe, Deutschland (Kulturexpresso). VR bedeutet vieles, Völkerrecht zum Beispiel, Vorsignal und Volksrepublik. Es steht auf dem Nummernschild des Kreises Vorpommern-Rügen, bezeichnet den schwedischen Wissenschaftsrat in Stockholm und die Zeitschrift „Vermessungstechnische Rundschau“, die dann „Vermessungswesen und Raumordnung“ hieß. Die gab es aber nur im 20. Jahrhundert, seit 2000 nicht mehr. Das Periodikum wurde in Flächenmanagement und Bodenordnung (fub) umbenannt. Mit vermessen und Raumordnung kommen wir der Sache aber schon näher. Denn man muss eine ganze Menge messen und vermessen, sogar den Raum, in dem es gezeigt werden soll, um etwas wie die VR-Installation „Inside Tumucumaque“ auf die Beine zu stellen. In diesem Zusammenhang bedeutet VR „Virtuelle Realität“.

Die Macher der Zeitschrift VR, die nun FUB heißt, dachten sich vielleicht auch, dass sie gegen die aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommende Abkürzung, die sich weltweit verbreitet und in Zukunft immer wichtiger werden wird, nicht „ankommen“. Auch im deutschsprachigen Raum ist das zwei-Buchstaben-Kürzel „VR“ häufig. Mit den Lettern FUB dagegen konkurriert das Periodikum nur mit wenigen, zum Beispiel der Freien Universität Berlin in Dahlem.

Die VR-Installation „Inside Tumucumaque“ sieht man nicht auf der Leinwand

Um die Virtual-Reality-Installation „Inside Tumucumaque“ sehen zu können, muss man schon eine Brille aufsetzen. Es ginge auch mit einer einfachen handelsüblichen VR-Brille ab 100 Euro, doch natürlich stehen im ZKM Brillen zur Verfügung. Das ZKM ist das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe. Brillenträger können die eigene aufbehalten, unter der VR-Brille ist genügend Platz.

Noch muss man nach Karlsruhe reisen, um die Grundeinstellung, eine Waldlichtung im brasilianischen Regenwald, zu sehen. Später soll das auch im Naturkundemuseum Berlin möglich werden.

Wer die „rosa Brille“ auf hat, kann sich zu 360 Grad umschauen, das heißt: in alle Richtungen. Auch nach oben und nach unten!!

Schwindelfreiheit ist von Vorteil, aber nicht Bedingung.

Der Clou der VR-Installation „Inside Tumucumaque“: die Frosch- und Vogelperspektive

Das Beste kommt noch, nach dem man sich an die Umgebung gewöhnt hat: man kann eines von drei Tieren anpeilen und dann nach der Erfassung durch einen lenkbaren Strahl anklicken.
Dann sieht man die Welt nicht mehr aus der Zweibeinerperspektive – etwa 1,40 bis 2,10 über dem Erdboden – sondern aus der Perspektive des ausgewählten Tieres.

Die anderen Wahrnehmungsarten des jeweiligen Wesens werden dabei nachempfunden. Es wird versucht, sie für uns sichtbar umzusetzen.

Die drei Tiere, deren Sichtweise man einnehmen kann

Die Harpyie.
Der im Wald jagende sperber- oder habichtähnliche Greifvogel heißt wissenschaftlich Harpia harpyja. Dabei ist die Harpyie die einzige Art der Gattung. Sie ist der wohl stärkste Greifvogel überhaupt und unter den größten des Planeten Erde.

Aus ihrer Sicht kann man sich den Überblick verschaffen. Man fliegt in ihrer Flughöhe über und durch den Wald oder über dem Fluss mit seinen Stromschnellen und Wasserfällen. Nebenbei erfüllt man sich einen Menschheitstraum.

Gleichzeitig ist es eine kohlendioxidsparende Art und Weise, Dinge zu sehen, Natur in fernen Ländern, ohne zu reisen.

Der Rumpf der Harpyie ist recht kräftig, die Flügel vergleichsweise kurz, aber sehr breit. Der Schwanz ist lang. Auf diese Weise ist der Vogel im Wald wendig. Er kann wunderbar manövrieren und erreicht hohe Geschwindigkeiten. Da die Harpyie zu den schnellsten und schwersten Vögeln gehört, kann sie große Beute jagen, die selbst schnell ist.

Durch diese Vorteile konnte sie sich weit verbreiten und bis heute in einem großen Gebiet halten. Nicht nur in Brasilien gibt es sie, sondern von Südmexiko über Mittelamerika bis Nordargentinien.

Sei ein Frosch!

Der Pfeilgiftfrosch. Er sieht die Sache ganz anders, nicht nur, weil er nur wenige Zentimeter über dem Boden lebt und sitzt. Das amphibische Tier taucht gern ins Wasser ein. Keine Sorge: Solange man die Brille auf hat, fängt er keine Fliegen und hüpft kaum, so dass man nicht seekrank wird.

Auch die Harpyie wird nicht vor unseren Augen jagen und Beutetiere reißen. Die Darbietungen sind außergewöhnlich in ihrer Art, aber familienfreundlich. Zudem wird davon ausgegangen, dass viele Besucher des Zentrums für Kunst und Medien das erste Mal die VR-Brille aufhaben. Die Anwendung ist dementsprechend nicht für versierte Gamer oder First-Person-Shooter konzipiert. Computerfreaks könnten finden, dass es hier zu wenig zu ballern gäbe.

Doch wir setzen wie die meisten, die Brille auf, um etwas Unvergleichliches zu sehen. Etwas, dass man in der Realität wohl nie sehen können und schon gar nicht werden wird. Unvergessliche Momente, bei Tag, bei Nacht und in der Dämmerung. Man kann den Sonnenaufgang im Urwald erleben.

Die Farben, die der Frosch sieht, werden wohl auch von Indianerstämmen Mexikos gesehen (wie den Huicholes), die in Ritualen heilige Pilze zu sich nehmen. Zumindest lassen Berichte darauf schließen und die bunten, um nicht zu sagen grellen Farben, in denen sie Masken herstellen.

Der Kaiman.
Diese Tiere sind eine Unterfamilie der Alligatoren innerhalb der Familie der Krokodile. Es gibt sie nur in Mittel- und Südamerika. (In Mittelamerika kommt nur der Krokodilkaiman vor.) Das Reptil aus der Installation, der Kaiman, ist also wirklich sehr typisch und woanders nicht zu sehen.
Im Gegensatz zu den Fröschen, die mancherorts an die Wand geschmissen werden, damit sie sich zu Prinzen verwandeln – als gäbe es zu viele davon.

Als Kaiman, oder neben einem, auf der sonnigen Sandbank zu liegen, dann fast lautlos ins Wasser einzutauchen und unter der Wasseroberfläche durch den Fluss zu sausen, wo gibt es das sonst schon?

Ein Erlebnis sondergleichen.

Wo und wann die VR-Installation „Inside Tumucumaque“ zu finden ist

Was? Wann? Wie lange?

VR-Installation „Inside Tumucumaque“ im ZKM Karlsruhe vom 6.4.-27.5.2018

Wo? Veranstaltungsort:

ZKM Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe

Öffnungszeiten:

Ausstellungen in Lichthof 1 + 2 sowie 8 + 9
Montag/Dienstag geschlossen; Mittwoch–Freitag 10–18 Uhr
Samstag 14–18 Uhr, Sonntag 11–18 Uhr

Tel. +49 (0) 721 – 8100 – 0

info@zkm.de

zkm.de

Auf Kulturexpresso.de weiterlesen:

VR wird immer wichtiger, am besten zu verfolgen auf der IFA

360°-Anwendungen und virtuelle Realität breiten sich aus, es gibt immer mehr davon. Die internationale Funkausstellung auf dem Berliner Messegelände, die inzwischen jährlich im September stattfindet, legt davon Zeugnis ab und zeigt jeweils aktuelle Entwicklungen. Für Sport und Spiel wird das wichtig; aber nicht nur im privaten Bereich, auch in der Ausbildung und anderen beruflichen Anwendungen hat und wird sich die Technik weiter ausbreiten.

IFA als Designhochburg. Auf der Internationalen Funkausstellung werden die UX-Design-Awards vergeben

Wegen hervorragender Bildgestaltung und wegen des tollen Tonschnitts von Nelson Ferreira & Co. vielfach oscarnominiert:

Wassergestalt. Der Spielfilm „The Shape of Water“ gewinnt am meisten: 4 Oscars „…– Das Flüstern des Wassers“

Das Wesen aus dem Spielfilm „The Shape of Water“ wirkt ähnlich real und irreal wie die virtuelle Abbildung der tatsächlichen Urwaldrealität Brasiliens.




Ein Stand auf der Internationalen Grünen Woche 2018 in der Halle des Partnerlandes Bulgarien.

Das Grüne-Woche-Partnerland Bulgarien überrascht! Rosenöl, ja – aber auch Bio, vegan und Schokolade ohne Milch

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Grüne-Woche-Partnerland Bulgarien ist in aller Munde. Nicht nur wegen der veganen Schokolade. Die EU-Größen trafen sich dort, nicht in der Hauptstadt Sofia, sondern am schönen Schwarzen Meer in Warna. Hier aus der Nähe, wo man bei schönem Wetter die Türkei schon fast sehen kann, wollte man Staatschef Erdogan mal milde auf die Finger klopfen, wo er doch reihenweise Journalisten verhaftet hatte und einfach völkerrechtswidrig mit Panzern nach Syrien eingedrungen war – und geblieben. Bulgarien hat auch die EU-Ratspräsidentschaft inne und erlebt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dabei gibt es immer wieder eine deutsch-bulgarische Zusammenarbeit. Wo wir gerade im wunderbaren Warna waren: Der Flughafen, der der drittgrößte des Landes ist, wurde 2012 modernisiert. Von der Frankfurter Fraport AG, einem MDAX-Unternehmen. Da Warna, mit etwa 350.000 Einwohnern Bulgariens drittgrößte Stadt, hauptsächlich vom Tourismus lebt, gibt es meist Charterflüge. Die wenige Ziele im Linienverkehr – drei an der Zahl – liegen im Lande selbst (Sofia), in Österreich (Wien) und in der Bundesrepublik Deutschland (Memmingen).

Das Grüne-Woche-Partnerland Bulgarien präsentierte sich mit Leckereien und Musik

Die Internationale Grüne Woche (IGW) und Bulgarien – das passte 2018 wunderbar zusammen. Mit bulgarischer Folklore, Musik und Volkstänzen wurde man in Halle 10 auf das Land eingestimmt. Das ist auch nötig, denn auf der IGW wechselt manchmal alle paar Schritte die Nationalität. Die bekannten bulgarischen Spezialitäten und Spirituosen gab es zu sehen. Zum Speisen gab es ein großes Restaurant in der Hallenmitte, gleich an der Bühne. Wie auf einem Dorfplatz war man mitten im Geschehen und konnte nicht nur probieren, sondern auch sitzen und bestellen. Eine wunderbare Atmosphäre. Auch Milchprodukte von Kuh, Schaf und Ziege gibt es Lande zwischen Griechenland, Rumänien, Serbien und Ungarn in großer Zahl und guter Qualität. Noch ahnte ich nicht, dass auch moderne Trendprodukte, die auf die gute Milch verzichten, hier ihren Ursprung haben.

Einmal probieren bitte: Nur echt aus dem Grüne-Woche-Partnerland Bulgarien

Am Nachbarstand von Biobenjamin, einem Schokoladenhersteller, probierte ich verschiedene Honige, sie waren lecker – und süß. Ich hatte aber gerade keinen Bedarf und noch drei Gläser deutschen Imkerhonig zuhause in den typischen Gläsern. Da kann ich mich auch auf die Rückstandskontrolle verlassen, aber vielleicht hole ich mir nächstes Mal bulgarischen.

So süß eingestimmt hatte die Schokolade nebenan, die unter den Marken Happy Benjamino und Benjamissimo daherkam, eigentlich keine Chance. Doch die Tafeln enthielten nur Überraschungen!

In kleinen Schälchen winzige Bruchstückchen zum Kosten. Verständlich, dass einem hier keine ganzen Riegel angeboten wurden, enthält eine Tafel Benjamissimo ja nur 10 Stück Schokolade. Jedes einzelne ist also gut stolze 3 cm im Quadrat groß.

Zuerst probierte ich die Sorte Amaranth Pop. Die lila Packung mit dem Regenschirm, auf den gepufftes Amaranthgetreide prasselt, ist lustig gestaltet und verrät: „I‘m crispy“, „Ich bin knusprig“. Außerdem steht DARKY darauf und „Superchoc for Happiness“. Sie ist mir ein bisschen zu dunkel, enthält 70% Kakao und ist mir nicht süß genug, doch das kann auch an dem Honig liegen, den ich Leckermaul gerade probiert hatte. Doch auch das Puffgetreide reißt mich nicht vom Hocker. Deswegen probiere ich danach Quinoa Pop aus der gleichen Serie Happy Benjamino, da hat der Schokoladenanteil nur 50% Kakaoanteile. Doch das Inkagetreide Quinoa, dass die NASA wiederentdeckte, weil sie nach etwas suchte, was die Astronauten essen könnten und alles in bester Zusammenstellung enthält, reißt mich immer noch nicht vom Hocker, Knusper hin oder her. Immerhin ist der Inhalt der mittelblauen Packung nicht so herb und ein gelbes Bild mit Sonne, Liegestuhl und halber Kokosnuss mit Strohhalm verheißt Entspannung. Die Aufschrift: „I‘m fun – COCO MYLK“.

Ich bin verwirrt. Mylk? Ich denke, das sei alles vegan?

Man lernt nie aus: Schokolade kann auch ohne Milch sein

Ja, richtig, wird mir erklärt, Quinoa-Pop sei mit Kokosmilch, aber alle Sorten vegan. Der Chef wird herbeigerufen, der besser deutsch könne. Das stimmt tatsächlich.

Die meiste Schokolade auf dem Markt sei Milchschokolade, aber bloß, weil man meistens verkürzend von Schokolade spräche, müsse sie noch lange nicht mit Milch sein.

Die vier Eigenschaften der Schokolade aus dem Grüne-Woche-Partnerland Bulgarien

Vegan – die schärfere Version von vegetarisch. Milchschokolade ist vegetarisch, Happy Benjamino und die Schwestermarke sind sogar vegan, da ohne Milch und Honig. Da kommt schon mal was aus dem Land, wo Milch und Honig fließen, und dann ist beides nicht drin. Da staunste.

Bio – Martin Benjamin, der Chef oder General Manager, versichert schriftlich, dass hochwertigste Zutaten verwendet werden, welche zu „100% bio-zertifiziert sind“. Da das Unternehmen auf zwei Beinen steht, der Bio Benjamin Ltd. In Sofia und der gleichnamigen GmbH in der deutschen Hauptstadt, kann man sich darauf verlassen.

Roh – Roher Zucker schmeckt super. Was machen die eigentlich immer mit dem Zucker sonst, dass der so schädlich wird? Raffiniert kling gut, doch dunkel erinnere ich mich an die Mahnungen von Dr. med. M.O. Bruker aus Lemgo, der seitenlang erklärt, was dem Rübenzucker angetan wird. Hier aber steckt Rohrzucker drin. In der Frühzeit der Bioläden, als es noch keine Ketten gab, sondern nur inhabergeführte Läden oder Genossenschaften und ein paar Foodcoops, kursierte der Witz vom Rohrohrzucker. Anders ausgesprochen wird nämlich aus dem Roh-Rohr-Zucker Rohr-Ohr-Zucker.
Rohr enthält der wohl auch.

Superfood – hätte man aus Bulgarien am wenigstens erwartet. Das passt besser nach Ibiza oder Gomera, nach Zypern oder Lateinamerika. Selbst aus Mexiko kann man es sich besser vorstellen als aus Südosteuropa. Doch bei genauerem Hinsehen findet man in SÜDOSTEUROPA nicht nur Dose, Düse und Tür, sondern auch Oster und Super, sogar mit einem großen S. (Duroplast gibt es aber beim besten Willen nicht (mehr), da kann man scrabbeln soviel man will; dafür Pasteur)

Soziale Aspekte: Fair Trade mit Nicaragua

Fair – Als wär‘ das nicht schon gut genug, gibt es noch ein gutes Gewissen gratis obendrauf: Nur 5 Prozent (!) der weltweiten Kakaoproduktion werden fair gehandelt. Die Biobenjamin-Produkte gehören dazu. Die Firma unterstützt nachhaltigen Kakaoanbau und verspricht, dass durch den Schokokauf Kakaobauern in Nicaragua geholfen wird, ein besseres Leben zu führen. Hier werden sie geholfen! Sagte schon Verona Feldbusch aus La Paz. Aus Bolivien kommen vielleicht auch Zutaten und was nicht ist, kann ja noch werden. Aber fair bleiben!

Was ist Superfood?

Die Marke Benjamissimo gibt es in sieben Sorten, alle „Bean-to-bar“, von der (Kakao-)Bohne zum (Schoko-)Riegel bzw. der Tafel.

Wobei KAKAO selbst schon ein „absolutes“ Superfood sei, aus 300 Nährstoffen bestehend, mit Flavanoiden und Magnesium.

CHIA bedeutet in der MAYA-Sprache „Kraft“. Die Samen enthalten Omega-3-Fettsäuren (wie in Algen), Eiweiße, Vitamine und Mineralien.

MAKA ist eine südamerikanische Pflanze aus der Hochgebirgsregion Perus und wird auch peruanischer Ginseng genannt.

MAULBEEREN enthalten Vitamine, Kalium, Eisen und Magnesium. Der Maulbeerbaum lebte und trägt jahrhundertelang.

MATCHA-TEE ist Grüntee, der aus der japanischen Teezeremonie bekannt ist. Grün ist er wegen des hohen Chlorophylgehalts

PFEFFERMINZÖL und seine Frische kennen wir, und zu guter letzt sind wir mit

ROSENÖL endlich wieder in Bulgarien angekommen, hergestellt im Rosental. Es verzaubert, vitalisiert und entspannt den Geist.

Von den dargebotenen Sorten schmeckte mir am besten „Lemon Spirulina“, angenehm mehlig und nur 45 Prozent Kakao. Obwohl mit 70 Prozent, mochte ich auch „Chia Grapefruit“ sehr.

Doch an die 100 Prozent Geschmack aus der 70prozentigen „Bulgarian Rose Oil Chocolate“ kam alles andere nicht heran.

Als ich am letzten oder vorletzten Tag der Grünen Woche diese nochmal probieren wollte, war sie unter den bereits ausverkauften Sorten.

Wer die bulgarische Schokolade selber kosten möchte, für den ist es gar nicht so einfach, da heranzukommen. Meine Frage, ob es denn einen Onlineshop gäbe oder wann, wurde erst verneint und dann mit „im Laufe des Jahres“ beantwortet. Zwar war Martin Benjamin sogar während der IGW auf der Internationalen Süßwarenmesse ISM, doch bisher gab es die Tafeln nur in einigen Bioläden sowie Berliner Spätis und Tankstellen. Berlin ist eben eine Reise wert.

www.happybenjamino.com

Weiteres über das Partnerland wie die Geheimnisse bulgarischer Urwälder:

Sie laufen durch Hessen und Partnerland Bulgarien … Die Internationale Grüne Woche ist auch ein Ort für Musik, Tanz und kleine Konzerte

Abendliche Impressionen aus Halle 10 und den Nachbarhallen:

Marktplatz Streetfood ist=? Internationale Grüne Woche, Halle 12: Von Aal bis Öl, von Schlagsahne bis Sticks




Buch "Bald nach Hause - Skoro domoi"

Eva, dein Ochse erwürgt sich! Kein Aprilscherz in Sibirien

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ergreifend das Leben der Eva-Maria Stege, 1928 in Grochow, Kreis Oststernberg in der Provinz Brandenburg geboren. Stege flüchtete im Januar 1945 mit der Familie über die Oder und wurde im März ‘45 „in ein Straflager in Sibirien verschleppt, von wo sie erst 1949 zurückkehrte.“ Durchaus kein Aprilscherz.

Sigrid Moser (Jahrgang 1934) hatte ihr Leben aufgezeichnet. Der Text erschien mit einem Vorwort von Ruth Misselwitz, die im Sommer ‘91 schrieb: „Dieses Buch ist eine Mahnung gegen den Krieg“. Und:

„Eine Mahnung gegen die Ideologisierung von Menschenschicksalen, die die einen als schuldig, die anderen als unschuldig qualifiziert.“ Und:

„Eine Mahnung gegen das Desinteresse und die Gleichgültigkeit“.

Frau Misselwitz endet: „Am Ende ist es aber auch das Buch mit der weiblichen Handschrift“
(Aus dem dreiseitigen Vorwort, Seite 11).

Kein Aprilscherz – „Bald nach Hause, Skoro Domoi“

Das Aufbau-Taschenbuch heißt „Bald nach Hause, Skoro Domoi“ und erschien in erster Auflage 1991 im Aufbau-Taschenbuch-Verlag (AtV) in der Reihe „Texte zur Zeit“ (ISBN 3-7466-0066-9). Rotarmisten waren auf den kleinen Bauernhof im Märkischen gekommen. Das erinnert einen an viele Geschichten aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien. Von Flüchtlingen und Schlimmerem.

Der Film „Über Leben in Demmin“, der just am 22. März ins Kino kam, erzählt von den 100fachen „prophylaktischen“ Selbstmorden vor und bei der Besetzung der vorpommerschen Hansestadt Demmin (heute Mecklenburg-Vorpommern).

Das Buch „Bald nach Hause“ enthält auch eine Mahnung, vermeintliche Aprilscherze ernstzunehmen. Eva-Maria Stege, die 21 war, als sie 1949 aus dem Lager freikam (und 17, als sie verschleppt wurde) berichtet Interessantes im Kapitel „Und dennoch: Leben“ (Seite 71). Es gibt in diesem Kapitel vier Unterabschnitte, ‚Kartoffelfracht und Kabeldraht‘, ‘Das gute Omen‘ und ‘April, April …“ (S. 81) und ‘Der „Hund“ und die Schafe‘. In dem nach dem vierten Monat benannten Abschnitt findet sich auf Seite 84 folgende Geschichte:

Und dennoch: Leben – im April

„Einmal, noch in den ersten Wochen im Kolchos, lenkte Eva bei der Frühjahrsbestellung einen Ochsenkarren aufs Feld. Es war der 1. April. Zum Mittagbrot fuhr sie zum Kolchos zurück. Sie war gerade beim Essen, als ein Mädchen in die Küche stürzte und schrie: „Eva, dein Ochse erwürgt sich!“ Die aß ruhig weiter und antwortete nur gelassen: „Denkste, April, April …“.

Hätten Sie das geglaubt? Noch dazu an diesem Datum?

„Als dann aber die nächsten mit derselben Nachricht ins Haus gelaufen kamen, wurde es ihr mulmig, und sie rannte hinaus.“

?

„Tatsächlich, der Ochse war am Verrecken.“ Kaum zu glauben, aber wahr.

Lasst den Ochsen leben

„Das an einem Mast festgebundene Tier hatte sich in seinem Kummetgeschirr verfangen und röchelte nur noch schwach. Evas Herz klopfte bis zum Halse vor Angst; wenn es starb, würde man sie der Sabotage bezichtigen.“

„Und dann …“ Ein Akt, der zeigt, dass man gemeinsam stark sein kann:
„Mit vereinten Kräften schoben die Mädchen den Wagen von hinten gegen den Ochsen, das Geschirr lockerte sich, Eva konnte es öffnen und ihn aus seiner tödlichen Falle befreien.“

Kein Aprilscherz, oder?

In der Fernsehsendung „Wer dreimal lügt“ wurden vor Jahren im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (ARD oder ZDF) sechs Geschichten erzählt, die eine Hälfte wahr, die andere gut gelogen. Es war gar nicht so leicht, bis unmöglich, alle „Stories“ richtig einzuordnen.

Wenn jemand um Hilfe schreit, sollte man also erstmal hin. Auch im April.

Länderwissen interessant. Zohre Shahi und Stephan Orth gewinnen in Berlin Preise (ITB Buch Awards)

https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2018#Termineom18




In einer Straße in Berlin parken Autos nach Farben sortiert.

Autos sollen nach Farben sortiert werden. „Unser Dorf wird schöner“ in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Farben sind etwas Feines. Farben sind schön, finden viele. Vielleicht nicht die Goths. Denn Schwarz ist keine Farbe, ich weiß. Jetzt will die Stadt Berlin Ordnung in die Farben bringen. Die meiste Farbe in die Straßen bringen die Autos und Lkw. Während die Laster meist mit Werbung beschriftet sind, sind deutsche Autos bunt und uni. Langweilig, gemessen an den philippinischen Jeepneys, die meist wirklich bunt sind. Bunt ist ein Straßenzug nur durch viele verschiedene Autos. Aber nicht unbedingt hübsch. Da geht noch was, befanden bezirkliche Planer. Da die deutsche Hauptstadt inzwischen auch als Hauptstadt der Kunst gilt und staatliche Institutionen wie die KBB verschiedenste Projekte fördern, darunter das Haus der Kulturen der Welt und die Berlinale, könnte man hier weiter punkten, muss man sich gedacht haben. Und mit einem Pfund wuchern, dass es gratis gibt: Autos. Sie müssen bloß nach Farben sortiert werden.

Einfache Ideen: Christo und Jeanne-Claude

Einfache Ideen sind manchmal sehr erfolgreich, man denke nur an Christo und Jeanne-Claude. Alles mögliche wird verpackt: Weihnachtsgeschenke, Ostergeschenke, Geburtstagsgeschenke – warum nicht Häuser verpacken?

Die Realisierung war vielleicht gigantisch und erforderte neben einem großen finanziellen Aufwand auch die Zustimmung und Zusammenarbeit verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen – doch letztlich war die Idee ganz einfach: Wir verpacken das, was noch nicht verpackt wurde.

Und gleich wurden die beiden, der Bulgare aus Gabrowo und die Frau aus Casablanca, nicht nur zu Künstlern. Sie wurden Verpackungskünstler genannt.

Erfinde eine neue Kunst und du kannst ganz oben mitmischen.

Die Verhüllung des Reichtagsgebäudes 1995: Ein perfektes Beispiel für die gelungene Verbindung oder Umhüllung öffentlicher Institutionen durch Kunst.

Nach Farben sortiert wie Suhrkamp-Taschenbücher

Wer einmal eine gut sortierte Buchhandlung wie Hugendubel in der Wilmersdorfer Straße, Lünebuch am Lüneburger Markt oder Kindlers Buchhandlung in der Mosbacher Hauptstraße besucht hat, wird leicht einsehen, dass es durchaus Sinn haben kann, Bücher nach Farben zu sortieren.

Die Suche nach Schönheit hört auf der Straße nicht auf. Ästhetik hat viele Gesichter.

Es kann auch schöne Farbeffekte geben, wenn viele bunte Bücher sinnvoll nebeneinander stehen, unterschiedlich dick wie die Linien eines Holzstichs.

Manchmal spielen mehrbändige Nachschlagewerke in Taschenbuchform damit, dass sich die Gestaltung der Rücken über das Gesamtwerk erstreckt. Damit kann auch das Zurückstellen eines benutzten Bandes in das Regal vereinfacht werden.

Das ganze ist eben mehr als seine Teile, ob nun beim Buch, beim Menschen oder beim Automobil.

Farbenreine Sortierung von parkenden Autos

Die Idee ist ja nicht schlecht, bestimmte Farben an bestimmten Stellen eines Straßenzuges zu konzentrieren. Eine solche absichtliche Installation ist wohl weltweit einmalig. Berlin wäre zumindest zeitlich mal wieder ganz vorn. Wie beim Fernsehen. Eine Pionierstadt, Avantgarde. Doch welche Farben in welchen Straßen? Passend zur jeweiligen Hauswand?

Und was ist mit der Praktikabilität?

Die Bezirksämter und auch die entsprechende Schnittstelle im Berliner Senat haben sich bisher nicht zu der Frage geäußert, wie lange so verfahren werden soll, wie lange das Projekt insgesamt dauert.

Vielleicht ist ja auch eine Sensibilisierung der Bevölkerung angedacht, ihre Wagen jeweils nur neben einem in der gleichen (oder zumindest ähnlichen) Farbe abzustellen. Das könnte dann einen dauerhafteren Effekt haben.

Umweltschützer werden zudem darauf hinweisen, dass der Parksuchverkehr anschwillen wird, wenn erst nach bereits geparkten Wagen in einer ähnlichen Farbe gesucht werden muss. Höherer Benzinverbrauch und Kohlendioxidausstoß werden bestimmt nicht gut ankommen, bei aller Liebe zur Kunst.

Andererseits ist es umweltfreundlich, dass die Farbe nicht neu produziert werden muss und auch keine Lösungsmittel ausgasen, da die Lackierung bereits erfolgt ist.

Interessant wird, die eigenen Reflexe und die anderer zu beobachten: Die Bibel sagt schon „… und führe mich nicht in Versuchung“. Was ist aber, wenn jemand nicht an einer farbunreinen Parklücke vorbeiführe?

Abschleppen erlaubt, wenn nicht nach Farben sortiert geparkt wurde?

Abzuwarten bleibt, inwiefern das Ordnungsamt auch in diesem Fall für Ordnung sorgen soll und ob Abschleppungen im Einzelfall erlaubt sein werden, wenn zum Beispiel ein schwarzer Geländewagen zwischen 10 „richtig“ geparkten Silberboliden steht.

Strafzettel zu vergeben wegen „Falschparkens“ könnte unter Umständen als angemessen betrachtet werden, immerhin geht es um das große Ganze, um die Stadt. Ihre Anziehungskraft als Touristenattraktion, einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde und vieles mehr.

Einen Querschläger zu verwarnen, der einfach nicht mitmachen will, halte ich für moralisch durchaus vertretbar. Es kann ja bei kleinen Beträgen bleiben. Schließlich kostet bei den Politessen ein Parkverstoß im absoluten Halteverbot oder auf einem Behindertenparkplatz um die 25- 35 Euro, dahingegen ein abgelaufener Parkschein nur zwischen 5 und 15 Euro. Obendrein kommt das Geld immer dem Bezirk zugute. Als Lokalpatriot zum Beispiel in Steglitz-Zehlendorf kann man, statt umständlich ein Spendenkonto zu suchen zum Beispiel für Baumpflanzungen, durchaus auch ab und zu keinen Parkschein ziehen.

Ungeklärt ist bisher auch, ob Farbenblindheit einen Rabatt beim Knöllchen erwirken kann. Immerhin sind die meisten Autofahrer nach wie vor Männer. Gerade bei ihnen ist die Rot-Grün-Blindheit weit verbreitet.

Genau deswegen sind ja auch die farbigen Lichtzeichen an signalgebenden, verkehrsregelnden Anlagen – Ampeln – senkrecht angeordnet worden. Am Potsdamer Platz in Tiergarten kann man noch eine alte Ampel bestaunen, deren rote, gelbe und grüne Lichter waagerecht nebeneinander angeordnet waren.

Jetzt, wo man weiß: „Wenn das obere Licht brennt, habe ich sofort anzuhalten“, gibt es weniger Unfälle als vorher.

Es erscheint sinnvoll, Personen mit Führerschein und Rot-Grün-Sehschwäche im Regelfall von Ahndungen wegen Verstößen gegen die Farbparkregel – „hast du einen Nachbarn, richte dich nach ihm“ – auszunehmen.

Auch Bohnen, Beeren und PVC werden nach Farben sortiert

Fortschrittliche Sortiermaschinen können nicht nur Bohnen und Beeren, Reis und Kaffee optisch unterscheiden – schwarz ist eine Warnfarbe der Natur, Verdorbenes kann so aussortiert werden – sondern sogar Kunststoffe wie Polyvinylchlorid (PVC). Maschinenbauer vermelden zum Beispiel: „Durch die erreichten Reinheiten und die hochkonzentrierten Auslesefraktionen kann sich ein Farbsortierer schnell amortisieren.“

Warum sollte sich das Farbsortieren im Straßenland nicht auch schnell auszahlen? Wie oft schauen die Touristen auf das Brandenburger Tor? In Zukunft könnten auch unbekannte Straßenzüge entdeckt werden, sich die Besucherströme besser verteilen und die Läden in den Kiezen neu belebt werden.

Fazit: Die parkenden Autos – ein notwendiges Übel – nach Farben sortiert – genial.

Jetzt bei den bevorstehenden Dieselfahrverboten werden manche Wagen sowieso länger am Straßenrand stehen. Da lohnt es sich, einen besseren Platz zu suchen; warum keinen farblich passenden?

Wir sind gespannt, wann sich das und in welchen Straßen durchgesetzt haben wird. Ein leichtes dürfte es sein, das in der Moabiter Thusneldaallee zu realisieren. Die Allee vor dem höchsten Kirchturm Berlins ist die kürzeste Straße der Stadt.

Das Bild zum Beitrag über die Ausstellung von Rosaana Velasco und anderen in der Weddinger Neuen Hochstraße 8 zeigt ein Photo der Rauminstallation „ORDNUNG DER FARBE“:

Tapir entlaufen. Rosaana Velasco stellt in Mitte aus, Fernando Soto musiziert dazu: „The Belly of the Whale“

Noch ein Artikel zu Farben:

Angebote. Natascha Engst-Wrede und Jürgen Eimecke bieten mit ihren farbenfrohen Bildern eine neue Sicht auf die Gebote an




Blick vom S-Bahnhof Frohnau Richtung Ludolfingerplatz, Baustelle mit Richtfest im Vordergrund, Berlin-Frohnau

Transformation: Konzert in Straumers Umspannwerk. Saarländer Ro Gebhardt mit Gitarre in Berlin-Frohnau

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der saarländische Vorzeige-Gitarrist Ro Gebhardt (RG) beehrt die Gartenstadt. Diesmal betritt er nur mit einer klassischen Gitarre die Bühne. Das war schon oft anders. Großprojekte mit Big-Band-Sound, Funk und Latin, teils mit Gesang, zogen viele Zuhörer an. Er trat in New York auf (Blue Note) und in Berlin (A-Trane). In Paris (Duc de Lombard) und wieder an der US-Ostküste beim Central-Park-Jazzfest NYC.

Gebhardt nimmt am Donnerstag, den 29.3. „Literatur aus Brasil, Tango, Jazz, Klassik, Blues, Funk aus verschiedenen Jahrhunderten unter die Lupe und benutzt sie als Improvisationsgrundlage.“

Veranstaltungsort: Straumers Umspannwerk, heutzutage mit spannender Musik

Der Architekt Heinrich Straumer baute 1907 das Umspannwerk Frohnau. Heute ist es ein Musik-Café mit geräumiger Ferienwohnung im Obergeschoss.

Kohlendioxidarme Anreise: Vom S-Bahnhof Frohnau rechts Richtung Zeltinger Platz und dann den Fürstendamm (das ist die zweite Straße rechts) entlanglaufen. Das letzte Haus auf der linken Seite ist die Nummer 40 oder der „Trafo“, um das Kurzwort zu verwenden.

Etwas weiter endet Frohnau, das seit 1920 zu Groß-Berlin gehört und während der Teilung zu West-Berlin zählte. Wenige Meter weiter stand seit August 1961 die „Berliner Mauer“.

Heute beginnt dort das Land Brandenburg mit der Bundesstraße 96 (B96). Über sie gelangt man weiter nördlich nach Hohen Neuendorf und Oranienburg, später Löwenberg, Fürstenberg/ Havel, Neustrelitz und Neubrandenburg.

Kreuzt man die Landstraße, kommt man nach Schönfließ.

Geht oder fährt man ein paar Meter rechts (südlich) die Bundesstraße entlang und gleich links, gelangt man auf der Hauptstraße ins Herz von Glienicke/ Nordbahn. Zwischen Haupt- und Gartenstraße hat man die Kirche im Dorf gelassen und den Dorfteich auch.

Zurück nach Frohnau in den Fürstendamm.

Transformation und Musik

Das Musikcafé „Transformator“ im Umspannwerk ist mittwochs bis samstags ab 18 Uhr geöffnet.

(Sonntag, Montag und Dienstag sind Ruhetage, an denen die Lokalität aber gebucht werden könnte.)

Am 23. März gab es hier ein Jazzkonzert mit Michael Gechter und HD. Lorenz, bei dem Sabina Saracevic sang.

Am Donnerstag, den 29. März 2018 spielt Ro Gebhardt reduziert nur mit der akustischen Gitarre. Der saarländische Vorzeige-Gitarrist als Zeitreisender („Time-Traveller“). Er trat im Central Park genauso auf wie im A-Trane in der Pestalozzistraße in Charlottenburg; unterrichtete als Gastdozent außer in der Bundesrepublik (Mainz, Köln) auf Malta und in New York.

Das Folgekonzert an Ultimo (31.3.) ist „Yubo“ (Duo mit Schlagzeug und Gitarre).

Ro Gebhardt im Umspannwerk „Transformator“

Was? Konzert „Time-Traveller“ mit Ro Gebhardt, Akustikgitarre

Wann? Konzerte jeweils um 20 Uhr. Ankunft um 19 Uhr vom Veranstalter empfohlen

Donnerstag, den 29. März 2018: Ro Gebhardt

Wo? „Transformator Berlin“ im ehemaligen Umspannwerk Frohnau.
Fürstendamm 40
13465 Berlin

Telefonische Reservierung wärmstens empfohlen: (030) 60 27 51 59

http://transformator-frohnau.de/

Stromer auf den Spuren von Heinrich Straumer. Architektur erlaufen und erfahren in Berlin




Drei Häuser des Architekten Heinrich Straumer in Berlin-Frohnau.

Stromer auf den Spuren von Heinrich Straumer. Architektur erlaufen und erfahren in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Heinrich Straumer (Initialen HS) ist ein deutscher Architekt. Wer schreibt, der bleibt. Wer baut, auch; bis seine Häuser zerstört sind. Davon sind wir noch ein gutes Stück weg und Straumer ist guter Grund zum Stromer zu werden. Seit der Tag-und-Nacht-Gleiche im März, dem Frühlingsanfang, braucht man wieder Ideen, wohin.

Auch im April liegt der See mal starr und still; denn der Monat macht, was er will. Das bisschen Schnee im März ist also kein Scherz. Nee, es ist normal. Doch die Tage werden länger und dann beginnt die Suche nach Zielen. Ausflugsziele zu suchen, wenn die Sonne schon scheint, führt manchmal zu Zeitverlust und Frust. Ist man endlich unterwegs, geht die Sonne doch schon unter. So oft geschehen in Berlin, wo jeder Weg eine halbe oder Dreiviertelstunde dauert. Zum Stadtrand noch länger.

Rundreise zu drei Bauten von Heinrich Straumer

Mein Vorschlag: Drei Bauten Heinrich Straumers chronologisch zu folgen: von Frohnau nach Dahlem und zuletzt nach Charlottenburg zum Messegelände am ICC.

Das kann einen halben Tag, einen Tag (oder, wenn man es intensiv macht, auch zwei Tage) dauern.

Wem das aus Zeitgründen nicht passt, kann von Dahlem mit der U-Bahn zum Heidelberger Platz fahren, dort umsteigen in die Ringbahn S41 Richtung Westkreuz/ Westend/ Jungfernheide und bis Messe Nord/ ICC fahren; in Fahrtrichtung hinten aussteigen und oben von den Ostpreußenbrücke am ICC den Funkturm bewundern. An der Kreuzung ist der Eingang zum Funkturminnenhof.

Heinrich Straumer – Chemnitz und Berlin

Geboren wurde Heinrich Straumer am 7. Dezember 1876 in Chemnitz; gestorben ist er am 22. November 1937 in Berlin.

Seine Geburtsstadt Chemnitz wurde nach seinem Tode, dem Zweiten Weltkrieg, der bedingungslosen Kapitulation und dem Untergang des Deutschen Reiches am 10. Mai 1953 umbenannt. Die Gemeinde hieß bis zur Wiedervereinigung 1990 Karl-Marx-Stadt.

Der U-Bahnhof Thielplatz, den er erbaute, wurde auch umbenannt. Damit muss man leben.
Die kreisfreie Stadt im Südwesten Sachsens war ein gutes Sprungbrett. 1883, nachdem Deutschland einen aus preußischer Sicht wichtigen Krieg gewonnen hatte und als Zweites Reich wieder gegründet worden war, wurde Chemnitz Großstadt. Grund war die immer weiter geführte Industrialisierung. Ein paar Jahre vor Straumers Tod erreichte die Einwohnerzahl ihre Spitze. Das Allzeithoch Anfang der 30er Jahre wird irgendwo über 360.000 Chemnitzer beziffert. Heute sind es eine knappe Viertelmillion Menschen. Zum Rückgang beigetragen haben die 80%ige Zerstörung der Chemnitzer Innenstadt bei Bombenangriffen im Februar und März 1945 und die Flucht vieler aus der DDR in den Westen vor dem Mauerbau im August 1961.

Die Umgewöhnung von einer Großstadt in die Millionenstadt Berlin und deutsche Reichshauptstadt dürfte Straumer nicht schwergefallen sein.

Ausgangspunkt der Erkundungsreise auf den Spuren von Heinrich Straumer: Frohnau

Start ist am S-Bahnhof Frohnau (für Autofahrer der Ludolfingerplatz).

Denn hier in Frohnau, seit 1920 Berlin-Frohnau als Teil des Bezirks Reinickendorf von Groß-Berlin, fing alles an. Der nördlichste Zipfel Groß-Berlins, das ist im wesentlichen das „Berlin“ von heute, war um die Jahrhundertwende so gut wie nicht bebaut. Straumer war 1896 20 Jahre alt, 1900 24. Das Projekt der Erschließung und Bebauung Frohnaus stand an. Der Begriff Gartenstadt kursierte, wurde verstanden und hatte seine Anziehungskraft. Das Bürgertum in der Hauptstadt des florierenden Deutschen Reiches und seiner Umgebung suchte ein gutes Leben in guten Häusern mit Garten.

Bevor eine Siedlung entsteht, braucht man erstmal eine Infrastruktur. Frei nach dem Motto „Aller Anfang ist schwer, sagte der Dieb und stahl einen Amboss“ musste erst einmal die Versorgung für die frisch erfundene Elektrizität her.

Zuerst der Strom: Straumers Umspannwerk, heutzutage mit spannender Musik

Heinrich Straumer baute 1907 das Frohnauer Umspannwerk. Mit Strom und Verstromung hat das Haus heute nur noch sehr wenig zu tun. Es ist ein Café. Wer es sehen möchte, kann sich vom Bahnhof Richtung Osten wenden und vom Zeltinger Platz den Fürstendamm entlanglaufen. Das letzte Haus auf der linken Seite ist die Nummer 40.

Kein Zufall, dass das Umspannwerk so weit hinten steht. Bürgerliches Wohnen dient der Entspannung, um für die Arbeit Kraft zu sammeln. Den Elektrosmog und das Brummen eines Trafos (Transformators) braucht niemand in seiner Nähe. Hier endete Frohnau, dann Berlin, dann auch West-Berlin. Nur wenige Meter weiter östlich bauten DDR-Maurer 1961 die „Berliner Mauer“.

Zur Orientierung: Etwas nördlich des Umspannwerks am Fürstendamm steht das Buddhistische Haus, das der eine oder andere vielleicht einmal besucht hat. Es liegt am Edelhofdamm ebenfalls zwischen S-Bahnstrecke und B96.

Gleich zu Beginn einkehren hat wenig Sinn. Das Musikcafé „Transformator“ im Umspannwerk ist mittwochs bis samstags ab 18 Uhr geöffnet. Am 23. März gab es hier ein Jazzkonzert mit Michael Gechter und HD. Lorenz, bei dem Sabina Saracevic sang.
Am Donnerstag, den 29. März spielt Ro Gebhardt Gitarre.

Straumer schlägt zu: Buche

Doch unsere Architekturwanderung beginnt eigentlich bei den drei Häusern, die auf dem Titelbild zu sehen sind. Baujahr 1910/1911. Man erreicht sie vom S-Bahnhof Frohnau aus über den Ludolfingerplatz und den Sigismundkorso.

Warum sind die drei Landhäuser „An der Buche“ so wichtig? Es waren mehr oder weniger die ersten Häuser in Frohnau und die Musterhäuser der neuen Siedlung. Sie wurden inmitten der zukünftigen Stadt oder des Stadtteils errichtet, um sichtbar zu sein. Noch sichtbarer, weithin gut zu sehen, wurden sie durch ihre Lage auf einem kleinen Berg. Einer Anhöhe.

Der Straßenname folgt dem beherrschenden Baum, einer Buche. Sie symbolisiert Kraft und Beständigkeit. Sie ist ein deutscher Baum und nicht wie die Kiefer oder Kastanie eingeführt worden. Vor dem Ersten Weltkrieg, der zunächst jahrzehntelang nur Weltkrieg genannt wurde, hatte Deutschland ein großes Selbstbewusstsein. Seit einigen Jahren war man mit Kiautschou und den Karolinen, Deutsch-Ostafrika und -Südwest sogar Kolonialmacht.

Die Lage der drei Häuser am Berg und später eines vierten (roten) auf der anderen Straßenseite strahlt zusammen mit der großen, alten Buche bis heute etwas Faszinierendes aus.

Es handelt sich übrigens nicht um die Originalbuche. Jene Buche wurde bei Berlins Blockade Brennholz.

Das rechte der drei Straumer-Landhäuser ist das erste Frohnauer Haus, das unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Der Garten gleich mit, damit niemand auf die Idee käme (was bereits geschehen war), das Grundstück zu teilen und auf dem Hammer Mehrfamilienhäuser zu errichten.

Den ganz eigenen Charakter des Ensembles perfekt machen die teils bedingte Zugänglichkeit über weit von Straße und Bürgersteig entfernte Wege und ein alter Brunnen.

Zweiter Punkt der Erkundungsreise: U-Bahnhof Freie Universität (Thielplatz)

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c1/U-Bahnhof_Thielplatz_20130704_4.jpg
Oft habe ich vor dem U-Bahnhof Thielplatz gestanden, bin um ihn herumgelaufen, besonders den nördlichen Ausgang, der von Straumer gestaltet wurde. Das erste Mal bewusst benutzt habe ich den Bahnhof 1983. Damals gab es den südlichen Ausgang schon mit zwei Treppen nach links und rechts, um auf Straßenniveau zu gelangen. Ich wollte zur Freien Universität und fuhr anschließend mit dem Bus bis „Im Dol“, um zu Fuß zur Podbielskiallee zu gelangen.

Zwei Einbahnstraßen flankieren den U-Bahnhof Thielplatz am Thielpark, der als Teil eines längeren Grünstreifens sich quer zur Bahnstrecke Richtung Krumme Lanke durch Dahlem zieht. Vielleicht sollte man sagen, eine Reihe von Parks, denn südöstlich der Thielallee schließt sich der Triestpark an. Wie auch immer man das nennen will, man kann mit und ohne Hund sehr gut vom U-Bahnhof aus einen längeren Spaziergang machen, vorbei an kleinen Seen beziehungsweise Teichen.

Etwa bis 1945 wurde der Thielpark als Thielplatz bezeichnet.

Wegen der Freien Universität Berlin und ihres Wachstums auf teilweise über 60.000 Studenten wurde der zweite U-Bahn-Ausgang gebaut. Das Auditorium maximum (Audimax) der FUB im Henry-Ford-Bau an der Garystraße ist vom südlichen Ausgang besser zu erreichen.

Umbenennen – ein Berliner Sport

Wohl auch wegen der vielen „dummen Fragen“ benannte die BVG den U-Bahnhof „Thielplatz“ am 11. Dezember 2016 „Freie Universität (Thielplatz)“ um. Die alten Namen werden zum Verständnis und zur Orientierung der Alteingessenen gern dem neuen beigefügt.

So heißt der S-Bahnhof auf der Ringbahn zwischen BMW-Zentrale und ICC statt „Witzleben“, wie das ganze Viertel, heute „Messe Nord/ ICC“ und kleiner: „Witzleben“. Der Bahnhof „Eichkamp“ hieß fast simultan „Messe Süd/ Eichkamp“. Der neue Hauptbahnhof, das ist der am Humboldthafen zwischen Europaplatz und Washingtonplatz, heißt statt „Lehrter Stadtbahnhof“ „Hauptbahnhof -Lehrter Stadtbahnhof“. Der Tunnel-S-Bahnhof „Unter den Linden“ heißt jetzt „Brandenburger Tor“, Unterschrift: „Unter den Linden“. Usw. usf.

Am 12. Oktober ging‘s los

Eröffnet wurde der U-Bahnhof Thielplatz am 12. Oktober 1913. Gleichzeitig mit acht anderen Bahnhöfen. Von der Hochbahngesellschaft. Das macht vielleicht auch etwas verständlicher, warum die U-Bahn nicht unterirdisch fährt. In der Tat ist „Thielplatz“ ein Einschnittbahnhof mit Mittelbahnsteig, das heißt man kann vom Bahnsteig aus die frische Luft genießen und das Tageslicht sehen. Außen halten die Züge Richtung Krumme Lanke oder Wittenbergplatz und weiter. Die Linie hieß bereits U2, U1 und U3. Linienbezeichnungen und -führungen sind kurzlebig. Anfänglich benutzte man Buchstaben.

Bis 1929 war „Thielplatz“ auch der Endbahnhof, der Endpunkt der Strecke und insofern doppelt prominent, da in Berlin der Endbahnhof die Richtungsbezeichnung angibt. Dadurch kennt jeder die Osloer Straße oder das Rathaus Steglitz.

Zusammenfassung: Reise zur Gegenwart von Heinrich Straumer

Die Ausflugsziele nach Entstehungszeitraum geordnet:

1907: Berlin-Frohnau, Umspannwerk Fürstendamm 40

1910–1911: Berlin-Frohnau, Landhausgruppe am Berg,
Anschrift/Adresse: An der Buche 17/21 (mit Hans Hermann und Ludwig Lesser) (siehe Photo)

1912–1913: Berlin-Dahlem, U-Bahnhof Thielplatz mit nördlichem Stationsgebäude, Vorplatz und Brücke

1924–1926: Berlin-Charlottenburg, Berliner Funkturm auf dem Messegelände

Transformation: Konzert in Straumers Umspannwerk. Saarländer Ro Gebhardt mit Gitarre in Berlin-Frohnau