Begeisterung und Stolz – Die Neuruppiner Aequinox Musiktage feiern den 10. Geburtstag

Neuruppin, Deutschland (Kulturexpresso). Als Geburtsort von Theodor Fontane ist Neuruppin derzeit in aller Munde. Die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des Schriftstellers bereichern auch die Aequinox Musiktage, die stets zum Frühlingsanfang stattfinden, rund um die astronomische Konstellation der Tag- und Nachtgleiche. Vom 21. bis 24. März geht das Festival nun zum zehnten Mal über die Bühne.

„Der
Name Aequinox ist auch Programm“, meint der Lautenist Wolfgang
Katschner, Festivalleiter
und Chef
des Alte-Musik-Ensembles lautten
compagney,
das
bei Aequinox als Ensemble
in Residence mitwirkt.
„Im
Mittelalter gab es zum Phänomen der Tag- und Nachtgleiche allerhand
philosophische Ausdeutungen, die sich um Ideen des Ausgleichs
drehten“, so Katschner. „Auch mit unserem Festival wollen wir
eine Balance zwischen den unterschiedlichen
Stilen
und Spielorten finden.“

Dementsprechend
wendet
man sich nicht
in erster Linie an die Nerds der historischen Aufführungspraxis.
Vielmehr
wird
mit
kurzweiligen und genre-übergreifenden Programmen auch die
ortsansässige Bevölkerung einbezogen.
„Wir bieten eine Mischung aus Bewährtem sowie
neuen
Formaten und Experimenten“,
sagt Wolfgang Katschner, der angesichts des Festival-Jubiläums
„Begeisterung,
Stolz
und
Dankbarkeit“
empfindet.

Am
Donnerstag lädt die lautten compagney bei freiem Eintritt zur
„Jubiläumseinstimmungsfeier“
ein. Die findet in der spätgotischen
Siechenhauskapelle
statt, Herzstück kleinen
Altstadtviertels, das der große Brand von 1787 übrig ließ.

Ein
Schwerpunkt im Programm sind Bezüge
zu Theodor Fontane, der
in Neuruppin zur Welt kam und hier als
Sohn
des Apothekers
seine
Kindheit verbrachte.
Am
Samstag liest
die
Schauspielerin Eva
Mattes aus
dem Fontane-Roman
„Effi Briest“. Das
Calmus
Vokalquintett
illustriert die berühmte Seitensprung-Geschichte
mit
Madrigalen, Arien und Popsongs.

Erstmals
bringt
die lautten compagney eines ihrer erfolgreichsten Projekte nach
Neuruppin:
Shakespeares
„Sommernachtstraum“ im
Revue-Format;
zusammen mit dem Schauspieler Dominik
Horwitz.

Alljährlich
zieht das
Festival auch
nach
Altruppin,
in den einstigen Kornspeicher Neumühle, der heute ein
Antiquitäten-Lager beherbergt. Das
Publikum sitzt
hier auf gedrechselten Stühlen und samtenen Sofas,
umringt
von
altertümlichen
Schränken
und Spiegeln.

Zum
Jubiläum hat Wolfgang Katschner zwei
Highlights
früherer Festivaldurchgänge
erneut in den Kornspeicher eingeladen. So
verwandelt
sich die
Schauspielerin
Mechthild Großmann in
die Stute
Rosinante,
um die Abenteuer des fahrenden Ritters Don Quichote
aus
ganz
eigener Perspektive
zu kommentieren. Die lautten
compagney
spielt
dazu alte
spanische Tänze.

In
einer weiteren Konzertlesung reist Eva
Mattes
mit Marco Polo ins ferne China. Dazu präsentiert die lautten
compagney eine Mischung aus europäischem Barock und traditioneller
chinesischer Musik.

Wie jedes Jahr finden die Konzerte an verschiedenen Orten in und um Neuruppin statt. Erstmals bespielt das Festival die imposante Stadtkirche in Fehrbellin, die von Friedrich August Stüler stammt und mit ihren gelben Ziegeln einen Hauch Toskana verbreitet. „Tolle Atmosphäre! Tolle Akustik!“, lobt Wolfgang Katschner den Bau, in den er die Renaissance-Bläser der „Capella de la Torre“ eingeladen hat.

www.lauttencompagney.de




25 Jahre Yes, I am: Melissa Etheridge tourt von Manchester bis Oslo und war am Frauentag im Tempodrom Berlin

Berlin, Deutschland/ Oslo, Norwegen (Kulturexpresso). Yes, I am (Ja, ich bin) klingt ein bisschen wie das „Yes, we can“ der Aufbruchsjahre in den USA nach George W. Bush, aus dem ein „Yes, I can“ – ja, ich kann es – folgerte. Und es ist beabsichtigt oder unbeabsichtigt nah dran am „Ich denke, also bin ich“, lateinisch „cogito, ergo sum“. Melissa Etheridges 4. Studioalbum aus dem Jahr 1993 hieß so: Yes, I am.

Berliner, die auf der Straße die Plakate sahen, verstanden diese allerdings nicht automatisch; auch mit Englischkenntnissen nicht. Ganz zu schweigen davon, dass die Anfangszeit 20 Uhr nicht auf das Plakat gedruckt wurde, eine Unsitte genau wie das überflüssige Aufdrucken der beiden Nullen vor dem 8.3.: „08.03.2019“. Vielleicht liegt es auch daran, dass in diesem Fall die Ziffern weiß sind und damit Druckerfarbe gespart wurde – das würde zu den Umweltschutzzielen passen, die Etheridge bei Ihrer Dankesrede am 5. März 2006 im Kodak-Theater so formulierte: „Am meisten muss ich Al Gore danken, dafür dass er uns inspirierte, mich inspirierte, zeigte, dass sich um die Erde zu kümmern weder republikanisch noch demokratisch, weder noch rot noch blau [die Farben der beiden großen US-Parteien] ist, es ist nur grün.“

Das war bei der Preisverleihung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS), die die Academy Awards mit den kleinen glänzenden Statuen vergibt.

Melissa Etheridge gelang, worauf Bradley Cooper und Glenn Close noch warten: Sie erhielt einen Oscar

„An Inconvenient Truth“, deutscher Titel „Eine unbequeme Wahrheit“, so heißt der Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008, der den Oscar in der Rubrik „Bester Dokumentarfilm“ erhielt und für das beste originale Lied (“Best Original Song“) von 2007 mit dem Titel „I Need to Wake Up“ aus ebendieser Doku „An Inconvenient Truth“ erhielt Melissa Etheridge einen der begehrten Oscars.

Der 55jährige Regisseur Davis Guggenheim („He Named Me Malala“) des Films „Eine unbequeme Wahrheit“ ist der Sohn des am häufigsten für diesen Oscar nominierten Regisseurs Charles Guggenheim.

Al
Gore lobte Melissa Etheridge, weil sie sich immer ‚in Sachen
reinhängt‘, auch wenn es darum geht, anderen zu helfen.

Der ehemalige Vizepräsident und Fast-Präsident – er hatte 300.000 Stimmen mehr bekommen als George Bush, der 2000 das Amt antrat – spricht in dem Film die Wahrheit an, dass die Menschheit in der heute bekannten Form nicht überleben wird. Falls „Global warming“, die weltweite Erderwärmung mit Klimawechsel nicht aufgehalten wird, geht es unseren Kindern und Enkeln schlecht.

Melissa Etheridge – 30 Jahre mit Musik in der Öffentlichkeit

1988 brachte die Singer-Songwriterin und Rockmusikerin ihr Debutalbum heraus: „Melissa Etheridge“. Es erhielt zweimal Platin. Der Höhepunkt des Erfolges bildete die Veröffentlichung von Yes, I am 1993: sechsmal Platin, zwei Jahre in den Charts.

Auf der LP Yes, I am sind die Erfolgsstücke „Come to My Window“ und „I am the only one“.

1993 und 1995 gewann Melissa Etheridge einen Grammy – der Preis wurde nach dem Grammophon benannt – und zwar den Grammy für die „beste weibliche Gesangsdarbietung – Rock“. Erst mit „Ain‘t it Heavy“, dann mit „Come to My Window“. Im Original auf englisch hieß dieser Preis „Grammy Award for Best Female Rock Vocal Performance“.

Seit 2005 gibt es die Auszeichnung so nicht mehr. Es gibt nur noch einen Preis für die „Best Rock Vocal Performance, Solo“. Egal, ob es ein Sängerin oder ein Sänger ist – es kann nur einer gewinnen.

Am Broadway debütierte sie 2011 als „Jimmy“ in Green Day’s Rock Oper „American Idiot“, wo sie Billie Joe Armstrong für eine Woche ersetzte.

Ebenso bekam sie einen Stern am Hollywood Walk of Fame.

Die Yes, I am – Tour mit Melissa Etheridge

Zur Feier des Jubiläums 25 Jahre „Yes, I am“ kündigte Melissa Etheridge im September 2018 eine Europatour an.

„Das Warten hat ein Ende. Lang ist es her, dass ich in Europa war. Ich bin fasziniert, diese Tour jetzt über den großen Teich zu bringen […].“, sagte Melissa Etheridge im Herbst.

Beginnend in Manchester führte die Tournee durch europäische Metropolen und Hauptstädte wie Berlin, Kopenhagen, Stockholm und als Abschluss am 13. März ein Konzert im norwegischen Oslo.




Klassik an der Küste – Musikfreunde kommen im Grand Hotel Heiligendamm auf ihre Kosten

Bad Doberan-Heiligendamm, Deutschland (Kulturexpresso). Heiligendamm, das älteste aller deutschen Seebäder, trumpft mit seiner Lage am Ostseestrand, der Umgebung von Steilküste, sanften Dünen und Wald. Hier lockt das Grand Hotel Heiligendamm mit Angeboten in Sachen Gastronomie und Wellness. Doch auch Kulturfreunde kommen in dem Luxushotel auf ihre Kosten. Davon zeugt schon die vielseitige, gut sortierte Bibliothek, die sich in einem Lesekabinett mit gemütlichen Sesseln befindet.

Regelmäßig
veranstaltet das Haus Lesungen und Konzerte, die gegen Eintritt auch
Nicht-Hotelgästen zugänglich sind. Ein Highlight ist die Reihe
„Freitagskonzerte“, die seit
sechs Jahren läuft und monatlich an einem Freitag über die Bühne
geht.

Damit knüpft das
Grand Hotel Heiligendamm, dessen Ensemble von Bade-
und Logierhäusern zwischen 1793 und 1870
entstand, an seine kulturelle Tradition an: Seit jeher finden
musikalische Veranstaltungen im prächtigen klassizistischen Ballsaal
des Kurhauses statt.

Wir besuchten Ende
2018 ein „Freitagskonzert“ mit
den Schauspielern Nadja Becker und Steffen Groth.
Sie lasen Rainer Maria Rilke:
Impressionen von dessen winterlicher
Spanienreise sowie aus dem Briefwechsel
des Dichters mit angebeteten Damen, Lou Andreas-Salomé oder
Marie von Thurn und Taxis. Der Gitarrist
Heiko Ossig umrahmte die Lesung mit
leidenschaftlichen spanischen Klängen.

„Jedes
Freitagskonzert ist einzigartig“, sagt Susan Franke,
Kulturdirektorin des Grand Hotels Heiligendamm. „Wir laden
renommierte Künstler ein, die zur selben Zeit sonst nicht in
Mecklenburg-Vorpommern zu erleben sind.“

Höhepunkt der
ersten Jahreshälfte ist das „Chamber Music Fest am Meer“
vom 25. bis 28. April. Hier hält die Geigerin Franziska
Hölscher das Szepter in der Hand, die einige
ihrer Freunde und Kollegen zum gemeinsamen Musizieren einlädt. Mit
von der Partie sind zum Beispiel der Klarinettist Sebastian
Manz und die Pianisten Marianna Shirinyan
und Aaron Pilsan –
allesamt preisgekrönte Künstler.

Franziska Hölscher,
in diesem Jahr „Artist in Residence“ des Hotels, ließ sich
von der rauen Schönheit der Natur um Heiligendamm zum Festivalmotto
„Landscapes“ anregen. „Komponisten
wie Beethoven, Brahms oder Sibelius haben Erfahrungen
in der Natur, etwa Begegnungen mit den Alpen oder dem Meer,
immer wieder als Auslöser zum Komponieren
genutzt“, sagt die Geigerin.

Das
Rezitationskonzert „Landschaften“
entwarfen Hölscher und die Pianistin Marianna Shirinyan
zusammen mit dem 2016 verstorbenen Publizisten
Roger Willemsen. „Bei der
Programmgestaltung ging es uns um Brückenschläge zwischen
Klanglandschaften und Sprachlandschaften, um Wechselwirkungen
zwischen Wort und Musik“, erzählt
Hölscher. In Heiligendamm werden die
Stationen dieser Reise –
von der Schwäbischen Alb bis
zum isländischen Örtchen Ísafjörður –
von dem Schauspieler Walter Sittler
vorgetragen.

Dem „Chamber Music Fest am Meer“ folgen weitere hochkarätige Konzerte. Am 31. Mai reisen die estnischen Zwillinge Triin Ruubel und Kärt Ruubel an. Triin ist Konzertmeisterin beim Estnischen Staatlichen Symphonieorchester; Kärt eine gefragte Pianistin. Am 19. Juni ist dann der bekannte Geiger Daniel Hope mit dem kalifornischen New Century Chamber Orchestra zu Gast.

Während bei den
„Freitagskonzerten“ renommierte Künstler spielen, kommt in
der monatlichen Reihe „Carte blanche“ der Nachwuchs zum
Zuge: Studenten der Rostocker Musikhochschule bieten eine Bandbreite
von Klassik über Jazz bis zur Operette. Das Hotel legt Musikfreunden
eine Jahreskarte ans Herz.

Alljährlich wählt
das Publikum seinen Favoriten für einen Förderpreis, was mit einem
weiteren Gastspiel im Grand Hotel Heiligendamm verbunden ist.
Publikumslieblinge 2018 waren sechs junge Sängerinnen, die in
Rostock bei der Sopranistin Martina Rüping
studieren. Im Preisträgerkonzert am 7. Juli 2019 erfreuen sie das
Heiligendammer Publikum erneut mit Arien aus Opern und Operetten.

Auch das Frühförder-Programm der Rostocker Musikhochschule, die „Young academy rostock“, schickt ihre Talente nach Heiligendamm. Am 20. April gestaltet der hochbegabte Nachwuchs ein Osterkonzert im historischen Ballsaal.

www.grandhotel-heiligendamm.de/kultur/




Hugo Barriol geht auf Konzertreise

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Musiker, den der eine oder andere schon in der U-Bahn von Sydney oder Paris mit gut gespielter akustischer Gitarre und geradlinigem Gesang sensibler Texte gehört und gesehen hat, geht erstmals auf Konzertreise.

Mehr zu Hugo Barriol und seiner Debüt-CD „Yellow“ im Beitrag Gelb und auf Gitarre: Hugo Barriol begeistert mit sensiblen Texten, sanftem Gesang und akustischer Gitarre – „Yellow“ ist moderne Volksmusik aus Frankreich für die Welt von Ole Bolle.

Die Auftritte der Reise des Musikers:

  • 17.1.2019: Eurosonic (NL)
  • 24.1.2019: Paris – Maroquinerie (FR)
  • 7.2.2019: Liege – Reflektor (BE)
  • 8.2.2019: Lasne – Rideau Rouge (BE)
  • 26.2.2019: Londres – Thousand Island (UK)
  • 27.2.2019: Amsterdam – Sugar Factory (NL)
  • 1.3.2019: Lasne – Rideau Rouge (BE)
  • 2.3.2019: Berlin – Auster Club (DE)
  • 7.3.2019: Orléans – Le Bouillon (FR)
  • 20.3.2019: Lyon – Groom (FR)
  • 21.3.2019: Toulouse – Connexion Live (FR)
  • 22.3.2019: Poiré sur Vie – Festival Acoustic (FR)
  • 23.3.2019: Nantes – Le Bal Pop (FR)
  • 11.4.2019: Zermatt – Unplugged (CH)

Viel Vergnügen mit dem Folkmusiker!




„Der Grüffelo“ als Kinderoper von Iván Fischer im Berliner Konzerthaus

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Im Berliner Konzerthaus soll am Sonnabend, den 12. Januar 2019, 15.30 Uhr, Iván Fischers Kinderoper „Der Grüffelo“ aufgeführt werden, genauer: im Werner-Otto-Saal.

Wir sind gespannt, wie der Komponist Iván Fischer das beliebte Bilderbuch „Der Grüffelo“ zu seiner ersten Kinderoper verarbeitet hat und wir dürften nicht die einzigen sein.




Daniel Barenboim in der Staatsoper Unter den Linden.

Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker mit Daniel Barenboim als Dirigent und Klaviersolist auch im Kino

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Welt der klassischen Musik muss zum Silvesterkonzert nicht nach Berlin, sie kann aufatmen, von Berlin aus wird das vielbeachtete Silvesterkonzert in Kinosäle zumindest auf diesem Kontinent ausgestrahlt.

Deswegen merken Sie sich Montag, den 31. Dezember 2018, ab 17 Uhr vor und gehen Sie zum Konzert ins Kino, wenn Sie das neue Jahr mit großer Musik und festlicher Stimmung begrüßen wollen.

Das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker findet in Berlin mit Daniel Barenboim als Dirigent und Klaviersolist statt. Auf dem Programm stehen in diesem Jahr Mozarts Klavierkonzert Nr. 26, das als „Krönungskonzert“ berühmt wurde, und einige der bekanntesten Orchesterwerke von Maurice Ravel. Gipfelpunkt ist der Boléro – und damit ein Garant für einen schwungvollen, energiegeladenen Jahreswechsel.

Das Konzert wird in Kinos in der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Österreich und der der Schweizer Eidgenossenschaft sowie in Finnland, dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Schweden, Tschechien und Ungarn gezeigt.




Symphonieorchester Vorarlberg spielt sich in die Herzen

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Jung ist es als Verein, das Symphonieorchester Vorarlberg, denn die Gründung durch eine Gruppe von Musizierenden und Musikbegeisterten aus dem Land zwischen Arlberg und Rhein fand erst im Jahr 1984 statt. Jung ist es auch in seiner Besetzung, denn hier treffen einander professionelle Musikerinnen und Musiker aus Vorarlberg und den benachbarten Regionen, die oft in keinem Orchester fest angestellt tätig sind.

120 Musiker kehren immer wieder zurück zu diesem Orchester, das in seiner kurzen Geschichte lange von nur zwei Dirigenten geprägt wurde. Mehr als zwei Jahrzehnte prägte Christoph Eberle die Arbeit des Orchesters, 16 Jahre davon als Chefdirigent. Von 2005 bis 2018 folgte ihm der Südafrikaner Gérard Korsten nach, nun ist man wieder auf der Suche nach einem neuen Chefdirigenten, so sind fast alle Maestros dieser Saison in einer Art Bewerbungsphase.

Ein britischer Abend im Festspielhaus

So auch der Dirigent des Abend, der Brite Leo McFall, der ein klassisches Konzertprogramm präsentierte. Werke von Joseph Haydn, Gordon Jacob und Felix Mendelssohn Bartholdy waren zu hören. Gordon Jacob (1895-1984) ist wohl der unbekanntere von den dreien, doch sein Konzert für Horn und Streichorchester gehört zu den meist gespielten Werken dieser Gattung. Es wurde 1951 in London unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt, Solist war damals der legendäre Dennis Brain. Es stellt enorme Anforderungen an den Solisten, doch im Bregenzer Festspielhaus agierte der renommierte Hornist Stefan Dohr souverän virtuos und erntete viel Applaus im ausverkauften Haus. Die vielschichtige Komposition kann als eine Art Serenade für Horn und Streicher beschrieben werden und wurde nach der Uraufführung als vergnügliches Stück gelobt. Ja, das war ebenfalls der Eindruck auch an diesem Abend, wenn auch das Orchester teilweise etwas zaghaft begleitete.

Angefangen hatte man mit Joseph Haydn, Symphonie Nr. 98 B-Dur, die zu den 12 Londoner Symphonien des Komponisten gehört und schon bei Uraufführung bejubelt wurde. Aber auch hier schien der Dirigent zu sehr auf einstudierte Exaktheit zu setzen, als auf ein dynamisches Musizieren, das sich aus dem Augenblick selbst manifestiert. Zu einer geistig geprägten Aufführung kam es nicht, was leider heute immer öfters der Fall ist. Zwar konnte man sich nach der Pause mit der Symphonie Nr.3, der ‚Schottischen‘, von Felix Mendelssohn Bartholdy durchaus steigern, wobei der warme Klang der Streicher sowie ein durchweg flexibles Spiel des Orchesters positiv zu vermerken waren.

Man darf gespannt sein auf das kommende Operndirigat des Orchesters, Beethovens ‚Fidelio‘ ist sicherlich eine Herausforderung für jeden Klangkörper. Die szenische Aufführung wird im Vorarlberger Landestheater ab dem 1. Februar 2019 zu erleben sein. Das SOV spielt jede Saison einen Zyklus von 6 Konzerten in Bregenz und Feldkirch, die mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil des Vorarlberger Kulturlebens sind.




Blaue Stunde im Wedding jetzt immer öfter. Neu gegründete Band spielt weiter

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Es handelte sich nur um ein kleines Konzert und ja, es war religiöse Musik. Doch Bachs H-moll-Messe (Mass in b-minor), die wir mit dem Collegium musicum in Irun und San Sebastian/ Donostia, in Loyola, Madrid und Leganés aufgeführt haben und außerhalb Spaniens in Belfort und Berlin, ist auch religiös. Ursprünglich. Egal, ob sie nun konzertant in der Philharmonie oder seinem Nachbau, dem auditorio nacional in der spanischen Hauptstadt, aufgeführt wird oder in Sakralbauten. Einige der oben genannten Tournee-Termine führten ja auch in Kirchen, so Irun, Loyola und Leganés. In Gotteshäusern der Landeskirchen ist die „flottere“ Musik oder Anbetungsmusik allerdings selten zu hören, dabei könnte sie ein probates Mittel gegen Publikumsschwund sein.
Längst sind viele Kirchengebäude nicht mehr das, was sie einmal waren. Die katholische Kirche am Mierendorffplatz wurden nach Umbauten syrisch-orthodox, auf dem Leopoldplatz und am Südstern stehen Häuser, die von kleineren Gruppierungen übernommen wurden.

Wie dem auch sei, die Musikanten, die am Donnerstag, den 15. November ein Blaue-Stunde-Konzert spielten, „machen einen guten Job“. Markus Steinmeyer an der Gitarre meinte anschließend selbstkritisch, dass man mehr üben hätte können. Doch die Leistung war für den Anlass gut genug. Übung macht den Meister. Ja, das stimmt. Doch wissen wir aus eigener Erfahrung, das jedes Konzert auch eine sehr gute Probe ist.

Mit der frischen, andernorts sehr beliebten, schwungvollen Musik soll frischer Schwung in die Kirche gebracht werden. Das ist beschwingt gelungen. Man hat geschwungen und gesungen.

Blaue Stunde im Wedding 2019 öfter

In der Kapernaumkirche an der Ecke Seestraße und Antwerpener wird ja sowieso viel gesungen und musiziert.

Im Nachgang von dem schönen Konzert am 15. 11. entschied Gemeindepädagoge Markus Steinmeyer, dass man bei den Abendgottesdiensten, die etwa alle Vierteljahre in der Kapernaumkirche stattfinden, die Blaue-Stunde-Band einbeziehen kann. 2019 wird es also öfter eine Blaue Stunde geben.

Die drei Musiker sind Silke Fischbeck vocals und piano, Peter Darby, Violine, und Markus Steinmeyer vocals und guitar.

Frau Fischbeck gibt in der Kindermusikwerkstatt „Seepferdchen“ in der Brüsseler Gitarren- und Klavierunterricht.-

Blaue Stunde im Wedding

Wo? Kapernaumkirche, Seestraße 35, 13353 Berlin

(Wer sich die Hausnummer an der Seestr. merken möchte, aber nicht kann,

dem bieten wir hier eine schöne Eselsbrücke an:

Alle Berliner Postleitzahlen fangen mit einer 1 an,

was man hier getrost ignorieren kann.

Es bleibt “3353“; die beiden Ziffern in der Mitte

zeigen die Hausnummer der Kirche in Mitte:

35. Bitte!

Waren das nicht zwei einfache Schritte?)

(Wer statt zahlen lieber reimen möchte: „Die Kapernaumkirche steht, das weiß ich, Seestraße fünfunddreißig.“ Auch dieser Spruch ein Dienst von uns. Ein Service.)

Ecke Antwerpener Straße http://www.kapernaum-berlin.de/
Anfahrt BVG: U-Bahnhof Seestraße Linie U6 und Tram 13




Der "alte" Kulturpalast Dresden.

»Erschütternd nobel» – »Violinen der Hoffnung» – Geigen jüdischer Musiker im Kulturpalast Dresden

Dresden, Deutschland (Kulturexpresso). Im Grunde ist jedes Sinfonie- oder Kammerkonzert etwas Einmaliges, einerseits, weil es normalerweise nur einmal gespielt wird, andererseits, weil auch jede Wiederholung ihre Besonderheiten im Klang, in den Tempi und in der Intensität hat. Doch etwas Einmaliges, Unwiederholbares, Historisches erlebten die Dresdner am 8. November im neuen Konzertsaal des Kulturpalasts. Im Gedenken an die Pogromnacht des 9. November vor 80 Jahren wurden die »Violinen der Hoffnung» gespielt. Der Geigenbauer Amnon Weinstein aus Tel Aviv vertraute Dresdner Musikern seine Geigen für ein Konzert an, das sich nicht wiederholen wird, und das sich ins Gedächtnis der Kunststadt einprägen wird.

In Dresden lebten 1933 4675 Juden. 1945 waren es noch 70. Der Antisemitismus nimmt in Deutschland zu. Ist die Judenverfolgung vergessen? Die Jüdische Gemeinde Dresden, die Katholische Akademie Dresden-Meißen und die Dresdner Philharmonie beschlossen, des Pogroms mit einer Themenwoche zu gedenken.

Eine private Initiative

Seinen Ursprung hatte der Plan in einer privaten Initiative. 1992 ging der Dresdner Bogenmacher Daniel Schmidt (»auf Wanderschaft») nach Tel Aviv, um beim Geigenbauer Amnon Weinstein seine handwerklichen Fähigkeiten zu vervollkommnen. Seine Neugier führte zu einer Entdeckung. In einem Schrank fanden sie eine Ansammlung von hervorragenden deutschen Geigen, die einst Mitgliedern des Palestine Symphonic Orchestra gehört hatten. Als sie von der Judenvernichtung erfuhren, weigerten sie sich, deutsche Geigen noch anzurühren, und sie wollten sie kaputtschlagen, wenn Weinstein sie nicht annahm. Weinstein wusste, dass er sie nicht würde verkaufen können. Sie gerieten in Vergessenheit. Hinzu kamen nach der Befreiung vom Faschismus Geigen, die Juden im KZ spielen mussten oder die sie irgendwie über die Nazizeit hatten retten können. Schmidt erinnert sich, dass in Weinsteins Werkstatt überall Geigen lagen, die er angenommen hatte und die niemand spielte.

Perfide Idee der Nazis

Die Nazis wollten die Juden ausrotten, sagt Amnon Weinstein, aber sie hatten die perfide Idee, die Liebe der Juden zur Musik und zu den Geigen für ihre Vernichtungspläne auszunutzen. Wenn in Auschwitz Judentransporte ankamen, spielte eine Kapelle zu ihrer Begrüßung. »Violinen begleiteten die Juden zu den Gaskammern, sie ließen die gedemütigten und abgezehrten Menschen glauben, sie seien an einem menschlichen Ort angekommen». Man bedenke, in Auschwitz gab es acht Lagerkapellen, darunter eine »Mädchenkapelle». Die Orchester hatten zu spielen, auch wenn die Toten gebracht wurden. Akribisch erforschte Weinstein die Geschichte jeder Geige, wobei grauenvolle Tatsachen ans Licht kamen. Als er eine Auschwitzgeige öffnete, um sie zu reparieren, fand er darin Asche. Die Geigen sind stumme Zeugen der Naziverbrechen, sagt Weinstein.

Nachdem Daniel Schmidt nach Deutschland zurückgekehrt war, verfolgte er über viele Jahre seinen Plan, die »Violinen der Hoffnung» in Dresden erklingen zu lassen. Gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde, der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen, mit der Dresdner Philharmonie und ihrem Konzertmeister Wolfgang Hentrich initiierte er ein Konzert zum Gedenken an die Novemberpogrome. Amnon Weinstein und sein Sohn Avshalom brachten aus ihrer Sammlung 16 Geigen mit, die sämtlich am 8. November im Konzertsaal des Kulturpalastes Dresden gespielt wurden. Der Meister erzählte die Geschichte seiner Sammlung. Nur drei Violinen seien genannt. Eine Klezmer-Violine, erstklassig, 120 Jahre alt, zeigt auf dem Geigenboden einen Davidstern aus Perlmutt. Die »Bielski-Violine» ist die Geige eines Klezmers. Sie erinnert an die Bielski-Partisanen, in deren Reihen in Bjelarus 1250 Juden gegen die Nazis kämpften. Die Auschwitz-Violine spielte ein unbekannter Musiker in Auschwitz. Nach der Befreiung verkaufte sie der Mittellose für 50 Dollar. Der Sohn des Käufers schenkte sie Weinstein, der sie restaurierte und bedeutenden Geigern für Konzerte in aller Welt leiht. In Dresden ließ Weinstein die Geigen spielen, »um den verlorenen Leben eine Bedeutung und eine Hoffnung zu geben.» Die Dresdner würdigten den Meister mit stehendem Applaus.

Nicht alle Geigen sind erstklassig, aber sie wurden von den Dresdner Musikern als Kostbarkeiten behandelt. Es spielten Mitglieder der Dresdner Philharmonie, Studenten der Musikhochschule »Carl Maria von Weber» und Schüler des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik und des Heinrich-Schütz-Konservatoriums, in einem von Wolfgang Hentrich perfekt arrangierten Programm. Die Musiker traten hinter die Ausstrahlung der Instrumente völlig zurück. Sie spielten die Geigen, verbeugten sich, legten die Geigen zurück auf die Tische und gingen ab, »erschütternd nobel», meinten Dresdner Musiker. Schließlich erklangen alle 16 Violinen im Konzert der Dresdner Philharmonie unter der Leitung von Michael Sanderling. An diesem Abend erlebten der Konzertsaal und seine Hörer »Intimität und Würde», wie Michael Sanderling es einmal genannt hatte. Das Programmheft des Konzerts ist inzwischen eine Rarität geworden.

Amnon Weinsteins Universitäten

In jenen Tagen in Dresden leisteten Amnon und Avshalom Weinstein viel Kleinarbeit. Sie gingen in vier Gymnasien, um die Geschichte der Geigen zu erzählen, und sie präsentierten ihre Sammlung ausführlich im Jüdischen Gemeindezentrum. Nicht verschwiegen sei jedoch, dass die Dresdner Mittelschulen auf das Angebot nicht reagierten. Das Milieu der AfD-Wähler verschloss sich der historischen Wahrheit. Unterdessen reisten die Weinsteins weiter nach Dortmund, um auch dort im neuen Konzertsaal die Violinen der Hoffnung spielen zu lassen. Über die Geschichte seiner Geigen hält Weinstein Vorträge in aller Welt, manchmal verbunden mit einer Ausstellung. Im Januar 2015 waren die Violinen auch in der Berliner Philharmonie ausgestellt worden, verbunden mit einem Konzert, in dem Berliner Philharmoniker Instrumente aus Weinsteins Sammlung spielten. Inzwischen sammelt Amnon Weinstein auch die Geschichten von Geigen in privatem Besitz, die Geigen verstorbener Angehöriger aufbewahren. Er erhält hunderte Briefe. Oft ist es schwer, die Geschichte von Geigen aufzuklären, die die Nazis den Juden geraubt oder abgepresst hatten. Das waren tausende Instrumente, und nicht selten werden sie mit falscher Legende angeboten. Gemäß der Washingtoner Erklärung von 1998 müssen sie ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden. Von einem Wiener Geigenbauer erhielt Weinstein ein Beispiel böswilliger Manipulation, damit er es an die Öffentlichkeit bringe. Jener hatte in einer Geige ein Hakenkreuz und die Inschrjft »Heil Hitler“ entdeckt. Damit konnte ein Jude, der sie spielte, bloßgestellt und verhöhnt werden. Diese Geige wird nie wieder gespielt werden.

Weit gespannter Bogen

Zum Rahmenprogramm der Gedenkwoche gehörte ein Abend mit dem Titel »Zwischen Krieg und Frieden. 1618 – 1918 – 2018». Laut Programmheft sollte es »die wiederkehrenden Schrecken des Krieges, aber auch die Vision einer anderen Welt» beschwören – vom Beginn des Dreißigjährigen Krieges über das Ende des Ersten Weltkrieges bis heute.

Das Ensemble Amarcord plus, der Philharmonische Chor Dresden und die Cappelle Sagittariana gaben unter der Leitung von Norbert Schuster ein subtiles Konzert mit Werken von Michael Praetorius, Heinrich Schütz, Leos Janacek, Edvard Elgar, Maurice Ravenel und Arvo Pärt. Martina Gedeck las Texte von Andreas Gryphius, Ricarda Huch, Erich Kästner, Erich Mühsam, Kurt Tucholsky und Paul Celan. Der literarische Bogen geriet jedoch ziemlich kurz, denn er brach mit der Todesfuge von Paul Celan (1945) ab. Sofern Schuster die Epoche bis 2018 als jene zwischen Krieg und Frieden charakterisiert wissen wollte, so ist wahr, dass die Fortsetzung des Kalten Krieges und die Manöver der Nato brandgefährlich sind, aber dann kann man den Atomtod und das Wettrüsten nicht ausblenden. Auch steht das Jahr 1918 nicht nur für den Krieg und das Ende des Krieges, sondern auch für die Revolution und die Kämpfe der Arbeiterklasse.

Stoff ist in der deutschen Literatur genügend da: zum Beispiel das Manifest der 18 Göttinger Atomforscher von 1957, der Monolog des Galileo Galilei zur Verantwortung der Wissenschaftler, das Friedenslied oder die Ballade vom Weib und dem Soldaten von Brecht, »Winterschlacht» von Johannes R. Becher (Musik von Hanns Eisler) oder die Komödie »Der Frieden» von Peter Hacks mit der bezaubernden Musik von André Asriel. Schusters Anspruch, den »Circulus Vitiosus» zu durchbrechen, blieb unerfüllt.

Kunst vom Feinsten

Kunst vom Feinsten bot »Musik und Literatur aus Israel». Eingebettet in das Violinkonzert d-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy und das Konzert für zwei Violinen d-Moll von Johann Sebastian Bach, genügten zwei Künstler aus Israel, um die Kultur ihres Landes zu repräsentieren.

Der Dichter Elazar Benyoetz, 1937 in Saarbrücken geboren und nach Palästina geflohen, ging einen Weg vom Deutschen ins Hebräische und, als israelischer Dichter, wieder ins Deutsche wie niemand außer ihm. Er brauchte nur wenige Minuten, um mit seinen Aphorismen Spannung zu erzeugen. Die Zuhörer hielten den Atem an, staunten, lachten, nickten.

Einige Sätze handelten vom gebrochenen Verhältnis der Juden zu Deutschland oder zu den Deutschen: »Die Juden sprachen vom deutschen Geist,/ die Deutschen vom jüdischen./ So haben sie einander tödlich umworben/ und zu Tode befruchtet»// oder: »Der jüdische, im Deutschen angeschlagene Ton/ behält im Deutschen seine nachhallende Tonart,/ die sich auf keine andere Sprache übertragen lässt/ Den Untergang des deutschen Judentums/ kann ich nicht widerrufen,/ aber mich seiner erbarmen./ Ich nehme das Untergegangene in mein Wort auf/ und teile die Zukunft meiner Sprache mit ihm.»// und: »Die deutsche Sprache war der Juden Loreley.» Man kann und darf dem Sinn lange nachspüren, aber die Worte treffen den Nerv der humanistisch Denkenden. Die Verse Benyoetz´ lehren Dialektik.

Vom Komponisten Tzvi Avni erklangen das »Pas de deux» für Violine und Streicher sowie »Summer Strings», Streichquartett Nr.1 in der Fassung für Streichorchester, deutsche Ur- oder Erstaufführungen, noch in den Proben gemeinsam bearbeitet. Als Solisten brilliierten Kolja Lessing und Wolfgang Hentrich, glänzend eingebettet in das Spiel des Philharmonischen Kammerorchesters Dresden. Das Programm wurde ausgewählt und geleitet von Wolfgang Hentrich, so vorzüglich, dass kein Wunsch offen blieb.

Eine exzellente Akustik des Konzertsaals war das Ziel des Umbaus des Kulturpalastes. In beiden Konzerten fragte man nicht, wie die Akustik sei. Sie war da, klar, transparent, warm. Der Klang kam so an, wie die Musiker und Sänger ihn erzeugt hatten. Die Arbeit der Baumeister, Akustiker und Musiker: gelungen.

Nazis oder »Nationalsozialisten»

Am Rande des Gedenkens an die Novemberpogrome fällt eine Kleinigkeit auf. Amnon Weinstein und Daniel Schmidt nennen die Nazis Nazis, wie die Verbrecher in aller Welt genannt werden. Von deutschen Politikern, Historikern und Medien einschließlich der sozialistische Zeitung »neues deutschland» werden sie vornehm zu »Nationalsozialisten» stilisiert. Das ist die Folge der Verharmlosung der Nazibarbarei in der bundesdeutschen Propaganda. Nicht zufällig war an westdeutschen Universitäten der Begriff Faschismus verpönt. Die Opfer des Faschismus redeten von Anfang an eine klare Sprache. Ihre Organisation nannten sie »Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes». Sprache verrät vieles, sie muss gepflegt werden.




Bei nächtlicher Blick auf die Philharmonie in Berlin.

The Beethoven Experience – Le Concert Olympique in der Berliner Philharmonie

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Le Concert Olympique ist in Antwerpen ansässig und vereint 45 Musiker aus europäischen Spitzenorchestern. Der Name des 2010 gegründeten Ensembles verweist auf das gleichnamige Pariser Orchester, das in den 1780ern europaweit berühmt war und zum Beispiel Joseph Haydn mit den „Pariser Sinfonien“ beauftragte.

Leiter der mehrmals im Jahr stattfindenden Arbeitsphasen von Le Concert Olympique ist der flämische Dirigent und Musikwissenschaftler Jan Caeyers. Er war in den Neunzigern Claudio Abbados Assistent beim Gustav Mahler Jugendorchester und hat überdies eine erfolgreiche Beethoven-Biografie geschrieben.

Mit Le Concert Olympique widmet sich Caeyers vor allem der Musik Beethovens; nicht nur den Sinfonien und Instrumentalkonzerten, sondern auch weniger bekannten Werken. In dieser Saison liegt das Augenmerk auf Beethovens Chormusik, die Le Concert Olympique zusammen mit dem Arnold Schoenberg Chor aus Wien aufführt. Eine besonders festliche Note erhalten die Veranstaltungen dadurch, dass die Musiker von der Antwerpener Modedesignerin Anna Heylen in leuchtende Blautöne eingekleidet werden.

Beethoven: Missa solemnis, Freitag, 23.11., 20 Uhr, Philharmonie
Le Concert Olympique, Arnold Schoenberg Chor, Jan Caeyers (Leitung)