Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN ist Hamburgs neue Touristenattraktion

Hamburg, Deutschland (Kulturexpresso). Die Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN in der Hansestadt Hamburg ist ein Fremdenverkehrsmagnet. Einen „soliden Start“ vermeldet die Presseagentur. Nun, so ein Anfang ist nicht stabil, da es ja weitergeht. Aber über 30.000 Besucher in 100 Tagen in der sogenannten Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN –das ist schon eine gute Zahl in Deutschlands zweitgrößter Stadt.

Hier die Pressemitteilung vom 23.12.2019, genau 100 Tage, also etwas über drei Monate ist die Eröffnung der Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN her. So wie man in der Politik ein erstes Fazit zieht und bis zum 101. Tag die Politiker schont achtete man hier auch auf das runde Hundert in HH.

Pressemitteilung zur Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN

„Die Erlebnisausstellung „MÄRCHENWELTEN – Es ist einmal …“ in Hamburgs HafenCity zieht seit [dem] 14. September 2019 die Besucher in ihren Bann. Die Inszenierung von spektakulären Märchen-Szenerien und multimedialen Landschaften mit traditionellen Bühnenbildern ist einzigartig. Zeit, nach 100 Tagen MÄRCHENWELTEN ein erstes Fazit zu ziehen.

Das Fazit nach 100 Tagen Erlebnisausstellung fällt positiv aus: Über 30.000 Besucher aus ganz Deutschland und darüber hinaus sind bislang in die MÄRCHENWELTEN eingetaucht. Ihre Meinung zählt. Daher wertet das MÄRCHENWELTEN-Team rund um Vorstand Matthias Kammermeier Feedback und Eindrücke der Besucher detailliert aus. Vor allem die eingesetzte Technik bekommt dabei großes Lob.“ Die installierte Licht-, Sound- und Computertechnik trägt … „dazu bei, den Besucher für die Dauer des Ausstellungsbesuchs aus seiner gewohnten Realität herauszulösen und zum Helden seines eigenen Märchens im Kampf gegen das Böse zu werden. Durch 360° Grad Wandprojektionen entsteht zum Beispiel über mehrere Minuten die Illusion, selbst durch verschiedene Märchen zu fliegen.

„Schon jetzt haben die MÄRCHENWELTEN einen festen Platz in Hamburgs touristischem Angebot“, sagt Matthias Kammermeier. „Vor allem Kinder und Jugendliche zeigen sich von unserer Erlebnisausstellung begeistert. Auch die Unabhängigkeit vom Wetter hat klare Vorteile für uns.“ Zunehmend gewinnt darüber hinaus die Nutzung des Gebäudes als Event-Location an Bedeutung. Weihnachtsfeiern, Firmenveranstaltungen und auch private Events können für bis zu 300 Gästen in den MÄRCHENWELTEN realisiert werden und werden regelmäßig angefragt – Tendenz steigend. Zudem wird auch die Ausstellung selbst kontinuierlich für ein optimales Besuchserlebnis weiterentwickelt. Hierfür greift das Team ebenfalls auf konkreten Input der Besucher zurück, der kontinuierlich in die Gestaltung der Ausstellung einfließt. Unter anderem diese Weiterentwicklungen tragen dazu bei, dass es auch in Zukunft genügend Gründe für einen Besuch der Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN am Baakenhafen in der Grandeswerderstraße 5 in Hamburg geben wird.

Über die MÄRCHENWELTEN

„Im Herzen der Hamburger HafenCity hat am 14. September 2019 eine völlig neue Art von Ausstellung eröffnet: „MÄRCHENWELTEN – Es ist einmal …“ Hier erleben die Besucher auf einer Fläche von 3.000 qm, was bisher einzig die Grimm’schen Märchenhelden selbst erlebten: Spektakuläre Märchen-Szenerien eröffnen sich als multimediale Landschaften, in denen sie ihrem eigenen Märchen begegnen. Die Besucher erleben eine einzigartige Kombination aus Kultur und Erlebnis und gehen in ein Abenteuer der besonderen Art. Grimms Märchen und ihre darin vermittelten Werte gehören zu den kostbarsten Schätzen unserer Kulturgeschichte. Sie sind seit mehr als 200 Jahren ein Bestseller und haben nichts von ihrer Magie verloren. Zum Ausstellungskonzept gehört eine integrierte Gastronomie, die als Event-Location für Veranstaltungen mit rund 300 Gästen genutzt werden kann.

Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN bald an der Spitze

des Strandkais. „Voraussichtlich 2023 ziehen die MÄRCHENWELTEN vom Baakenhafen zur Kaispitze des Strandkais gegenüber der Elbphilharmonie um, eine der Toplagen der HafenCity (Eigenschreibung).“

Der Stadtteil Hafencity mit mehreren länglichen Kais, die untereinander mit Brücken verbunden sind, ist neu und voller Neubauten. Das meistphotographierte Gebäude Hamburg, die Philharmonie, findet sich hier und die Messmer-Teewelt mit Ausstellung. Die zentrale Lage zwischen Hauptbahnhof und Landungsbrücken garantiert gute Erreichbarkeit mit S- und u-Bahn; man kann die Gegend aber auch vom Bahnhof aus erkunden. Wer Zeit hat und gut zu Fuß ist, kann nicht nur Greta und den Schustern einen Gefallen tun, sondern auch sich selbst. Man sieht zu Fuß besser und die Luft außerhalb der U-Bahn ist in Hamburg nordisch frisch, salzig.

Weitere Informationen unter www.maerchenwelten.net.

Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN, Grandeswerderstraße 5 in Hamburg an der Elbe; am Baakenhafen.




Von Wismar nach Hamburg, von Backsteingotik und Hafengeburtstag

Wismar, Hamburg, Deutschland (Kulturexpresso). Auf historischer Fahrtroute durch Kattegat und Skagerrak verbindet die „MS Astor“ Ostsee und Nordsee.

Mit ihren dicken Bäuchen strotzten die
alten Hansekoggen vor Selbstbewusstsein. Standen sie doch symbolisch
für den Reichtum im nördlichen Europa, der sich unter dem Schutz
des Hanse-Bündnisses beständig vermehrte. Ihnen gegenüber, so weiß
es nicht nur die Legende, standen die gefürchteten Vitalienbrüder
um Klaus Störtebeker, die den Koggen auflauerten, um sich deren
Ladung als fette Beute selbst einzuverleiben.

An diese blutigen Auseinandersetzungen erinnert noch heute die traditionelle Schifffahrtsroute von der Ostsee hinüber zur Nordsee als der in jenen wirren Zeiten am meisten befahrene Seeweg Nordeuropas. Normalerweise war dies eine überschaubare Fahrtroute, die es wegen der von den Piraten verursachten Tücken und Gefahren jedoch in sich hatte.

Hansestädte als Welterbe

Backsteinarchitektur der Wismarer Nikolaikirche. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Dieser alte Seeweg wurde im Verlauf der
Jahrhunderte jedoch nicht nur weiter genutzt, sondern entsprechend
den jeweiligen technischen Möglichkeiten auch weiter ausgebaut. So
spannt sich auch heute der Bogen des neuen Reiseabenteuers von der
Hansestadt Wismar bis hin zur Hansestadt Hamburg, die sich beide
wegen ihrer kulturellen Vorzüge inzwischen sogar als „Welterbe“
bezeichnen dürfen.

Natürlich haben sich im Verlauf der
Zeit auch die Schiffstypen verändert, die auf dieser Route das
Meerwasser durchpflügen. Eines von ihnen ist die „MS Astor“,
eine ältere Dame mit Erfahrung, die offensichtlich weiß, worauf es
ankommt. Neben einer modernisierten Ausstattung bietet sie vor allem
den Vorteil einer überschaubaren Größe. Schon heißt es „Leinen
los!“, und unter den Abschiedsklängen eines Shanty-Chors
verschwindet Wismars Nikolaikirche als imponierendes Zeugnis
gotischer Backsteinarchitektur im zarten Schleier des Küstennebels.

Skandinavische Atmosphäre

Feierlicher Abschied in Göteborg. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Bereits am nächsten Morgen ist das südschwedische Malmö in Sicht. Eine imponierende Küstenstadt, die lange Zeit unter dänischem Einfluss stand. So erging es auch der Stadt Göteborg. Bezaubernd präsentiert sie gepflegte Bauwerke aus unterschiedlichen Stilepochen und hat sich in der Altstadt ihre wohnliche Tradition bewahrt. Auch nahe gelegene Küstenstädtchen wie Klädesholmen versprühen mit ihren weißen Holzhäusern unter strahlend blauem Himmel eine unverwechselbare skandinavische Atmosphäre.

Romantisch und wehrhaft zugleich zeigt
sich nach Passieren der norwegischen Staatsgrenze das Städtchen
Frederikstad. Unweit des Oslo-Fjords präsentiert es sich gar als
eine der mächtigsten Festungsanlagen im gesamten skandinavischen
Raum. Sie erbringt, wie bereits der Name verrät, ebenfalls den
Beweis für die einstige Vorherrschaft Dänemarks.

Bewunderte Großsegler

Kruzenstern und Mir vor Landungsbrücken. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Nach Kristiansand gerät mit dem neuen
Kurs der „MS Astor“ in Richtung Hamburg immer mehr „das
schönste Straßenfest der Welt“ ins Blickfeld. Ausgelassene
Stimmung liegt über dem Hafenbezirk. Doch dann richtet sich das
Interesse auf die bunte Schiffsparade auf der Elbe, die bei den
Zuschauern an den Landungsbrücken eine feierliche Atmosphäre
hervorruft. Vor allem sind es die Großsegler, die Bewunderung
erwecken. Besonders in dem Moment, wenn sie sich in Richtung
Elbphilharmonie fortbewegen, deren schmucke Fassade als eine
strahlende Kulisse dient.

Endlich kommt er zurück, der Star der diesjährigen Einlaufparade. Es ist die heute unter russischem Kommando stehende „Kruzenshtern“, der einzige heute noch im Einsatz befindliche P-Liner, der einst unter dem Namen „Padua“ mit Salpeter beladen die Südspitze Amerikas umrundete. Gerade hat das Schiff vor den Landungsbrücken festgemacht und lässt sich nun aus verschiedenen Perspektiven bewundern. So wie auch all die anderen Modelle einer vielfältigen Schifffahrtstradition, die ähnlich wie die Hansekoggen wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg Europas beigetragen haben.

Reiseinformationen „Hanse mit MS Astor“:

Bug der MS Astor bei Ausfahrt in Göteborg. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

An- und Abreise: Abreise und Ankunft sind nicht identisch! Mit der Bahn nach Wismar zur Einschiffung; zurück mit der Bahn ab Hamburg; bitte Pass oder Ausweis nicht vergessen!

Reisezeit: Besonders zum Hamburger Hafengeburtstag: 08.-10. Mai 2020; 07.-09. Mai 2021; 06.-08. Mai 2022

Auskunft: Transocean Kreuzfahrten, Rathenaustraße 33,63067 Offenbach, Telefon: 069-800 871650; Email: info@transocean.de; Web: www.transocean.de

Unterstützungshinweis:

Die Recherche wurde unterstützt von Transocean Kreuzfahrten.




Hamburg-Reise-Broschüren, in der Mitte das Buch 52 kleine und große Eskapaden in und um Hamburg, Ab nach draußen

Das vorzügliche Hamburgbuch in der Reihe Eskapaden von Volko Lienhardt und Stefanie Sohr … in und um Hamburg

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Eskapaden, das sind Abstecher, Ausflüge und Miniurlaube: Kurz und knackig auf 2 Seiten erfährt man alles was man wissen will und wenn das nicht reicht, auch noch die wichtigsten Links und Adressen. Frisch, humorvoll und ungewohnt geschrieben von Stefanie Sohr, von der auch das Untertitelmotto stammt. „Ab nach draußen“ steht klein auf der Mitte des Umschlags. Sohrs Kindheitstrauma. An der Schlei mit ihren übers Jahr vielen Regenschleiern war es Frau Sohr als Mädchen völlig schleierhaft, warum man immer raus sollte. Inzwischen hat sie es verinnerlicht und es gibt kein Halten mehr. Das beschert uns 52 Touren nach Hamburg und in die angrenzenden Bundesländer.

Eskapaden – Photographie

Volko Lienhardt ist der vollkommene Reisephotograph, nicht nur, weil er Paddeln, Radfahren und lange Strecken wandern kann.

Seine Bilder sind mindestens souverän, oft aber wie Gemälde, die den Blick träumerisch-meditativ verweilen lassen: eine Baumflucht in Haseldorf auf Seite 100, eine weitere auf S. 70 aus dem Nienstedter Hirschpark, die nur wegen der Buchmitte und des Ausschnitts wenig zur Geltung kommt. Rund der aktuelle Ausblick über die Dächer Hamburgs auf S. 74 im Kapitel „Schau auf diese Stadt“ – frei nach Ernst Reuter – durch die Bullaugen von St. Petri. Im Verbund mit dem Layout ergibt sich ein an drei Seiten vom Fenster rund umrahmter Bildausschnitt – an der vierten Seite hat das Buch selbst eine runde Ecke. Wunderschön spiegelt sich die Sonne auf dem Wasser in Entenwerder und selten fesch blickt die Möwe in Finkenwerder, keck das linke Beinchen hebend(S. 82). (Das alte Schild von Hertas Stübchen weist wie so oft den Fehler mit dem Apostroph auf. Da kann der Photograph natürlich nichts für.)

Alles mit Liebe

Doch nicht nur der frisch-freche Text, der einen flott von einer Wesentlichkeit zur nächsten zieht, Lienhardts Photos und das Layout von Carolin Weidemann sind liebevoll, auch der Umgang der Mitarbeiter untereinander scheint es zu sein. Zumindest weiß die Autorin genau, was Liebe ist.

Tour 40 beginnt so: „… die Lieblingsperson im Schlepptau. Idealerweise eine, mit der man stundenlang quatschen oder irre gut schweigen kann. Denn dieser Tag wird lang und herrlich auf einer der schönsten Wanderstrecken überhaupt.“

Beim Sprung ins kalte Wasser lesen wir:

„Und wie das eben so ist: Eine neue Liebe lässt einen Dinge tun, die man zuvor nie für möglich gehalten hätte“. „Da denkt man im kurzen, weichen Gras … vielleicht zum ersten Mal im Leben darüber nach, an einem Grünstrand zu baden“(Textstelle wiederzufinden in Tour 47 zur Meldorfer Bucht.)

Mein Buch, das hat ‘ne Ecke – und die Ecke die ist rund

Insgesamt eine total runde Sache. Nicht nur an der Ecke – des Buches, die gegenüber vom Kapital – das ist das obere Ende des Rückens – abgerundet ist. Auch ein Erkennungszeichen! Nachdem ich, immer noch begeisterungstrunken, hinten hinter den farbigen Landkarten und der Seite „Gut zu wissen …“ zufällig zum Impressum vorgedrungen bin, sehe ich höchsterfreut, dass es noch weitere Bände im selben Layout, also Design, gibt.

Eine Reihe Eskapaden

Eigentlich müsste Monique Sorban noch einen Orden oder einen ITB-BookAward bekommen. Soweit wir wissen, gibt es die Rubrik „Reise-Reihe“ bei den BuchAwards der weltgrößten Reisemesse noch gar nicht. Könnte man mal vorschlagen, oder Sorbans Reihe als Preisträger. Das zufällig aufgestöberte Impressum, das sich mit dem Hinweis auf die bisher drei anderen Titel der Reihe Eskapaden auf der drittletzten Seite des Hamburgreiseratgebers versteckt, verrät, dass Monique Sorban die Reihe konzipiert hat. Doch nicht nur das Konzept stammt von ihr. Die Redakteurin, die sich im Dumont-Reiseverlag um die illustrierten Bücher kümmert, mischte auch beim Projektmanagement mit.

Man kann ich vorstellen, was der Autor dieser Rezension demnächst auf seiner Wunsch- und Bestellliste hat. Als Merkwort hat er OBST festgelegt, führen doch die anderen Eskapadenbücher an die Ostsee, nach Berlin und Sylt …

Das Konzept ist einfach
hervorragend. Schon vor dem Inhaltsverzeichnis ist die einfache
Aufteilung des Buches zu erkennen: 4stündige Abstecher, 12stündige
Ausflüge und 36stündige Miniurlaube sind in dieser Reihenofolge im
Angebot. Wer einen Tag Zeit hat, hat demnach die Wahl zwischen einem
Halbtagesausflug oder einem kürzeren Programm, das er kombinieren
kann mit einem Tee-Besuch im Momentum, einem Umstreifen der vielen
Museumsschiffe oder einem Spaziergang durch die rund um die Uhr
geöffnete Science-Fiction-Architektur der Hafen-City.

Was waren Eskapaden nochmal?

Großes Eskap, kleines Aden, besser, wir verlieren jetzt nicht den Faden. Der Rechner, den der Autor zum Niederschreiben dieser Zeilen benutzte, hat links oben eine Taste „ESC“. Trotz der Großbuchstaben, die auch die Zeichnerin gern benutzt, bedeutet das nicht European Song Contest, die Nachfolgebezeichnung des Grand Prix Eurovision de la Chanson . Mit Escape (flüchten, fliehen, raus hier) ist man schon ganz nah an der Bedeutung dran. Ab nach draußen – remember?

Gibt es wirklich nur Gutes über die Eskaden im Allgemeinen und die Hamburger im besonderen zu sagen?

Ja. Bei dem einzigen festgestellten Fehler handelt es sich um einen überzähligen Buchstaben. Wäre der Autor dieses kleinen Beitrags nicht auch Redakteur und Korrekturleser und stammte aus der Urlaubsregion, umd die es auf Seite 176 geht – die Lüneburger Heide – wäre es vielleicht auch gar nicht aufgefallen. Viele Leser sind vielleicht nicht so wach, wie der Wachholder vermuten lässt. In der Heide rund um Undeloh und Wilsede wächst Wacholder wild, die Beeren würzen oder werden zu geistreiche Getränken gebrannt. In Norddeutschland auch Machandelbaum genannt, ist der immergrüne Juniperus, wie er botanisch heißt, auch ein guter Sichtschutz an der Grundstücksgrenze. Neben Garagen fängt er das ganze Jahr über die Autoabgase des Nachbarn ab und wandelt sie teils in Sauerstoff um.

Wieviel würzigen Sauerstoff es im Naturpark Lüneburger Heide gibt, in dem zudem nur Kutschen erlaubt sind, kann man sich nur vorstellen, bis man mal da war. Ob man die Stille oder die frische Luft mehr genießen wird oder gar die vielen Sterne am nächtlichen Himmel, kann jeder selbst mit Freude herausfinden.

Ob das der Grund war, wissen wir nicht, doch der erste Miniurlaub in die Hamburger Umgebung führt über Buchholz in der Nordheide nach Handeloh und von dort zu Fuß nach Schneverdingen.

Exkurs Autokennzeichen und Buchstaben

Vielleicht ist der Wachholder ja auch kein Fehler, sondern ein Code. Ein Hamburger – Volko Lienhardt kam über London, Tokyo und Prag hierher, Stefanie Sohr stammt von der Schlei und aus der Schweiz, der Holsteinischen – sieht jeden Tag das HH vor Augen auf Autokennzeichen. Hansestadt Hamburg macht zwei Buchstaben, obwohl die Größe der Stadt – seit Jahrzehnten Nummer zwei in Deutschland – nur einen Buchstaben nötig macht.

Als Kind hat den Verfasser dieser Zeilen diese Unlogik irritiert. Kleinere Städte wie Stuttgart, Düsseldorf oder Köln unterzeichneten mit dem Anfangsbuchstaben auf dem Blechschild. Obwohl erstere Landeshauptstädte sind reicht doch keine an die Million heran. Das schafft München mit seinem M und natürlich die größte Stadt Berlin mit dem B.

Hamburg hätte das H verdient, macht sich jedoch freiwillig klein indem es den Buchstaben verdoppelt. Hannover, Landeshauptstadt mit sechsstelliger Einwohnerzahl, ist der glückliche Gewinner der Einzel-Hs. Auch Lübeck machte sich klein und bestand als Hansestadt auf einem HL. Leipzig hatte als DDR-Gemeinde mit dem landesweit größten Bahnhof lange ein ganz anderes Kennzeichen, so dass Lübeck, im Eskapaden-Reiseführer auch erwähnt, das L verdient hätte. Stattdessen bekam es der kleine Lahn-Dill-Kreis. Erst die Wiedervereinigung korrigierte das. LDK gibt die kleine Größe an. Die südlicehn Nachbarn Hamburgs, die Winsener (WL) und Lüneburger (LG) hatten und haben genausoviele Buchstaben auf dem Kennzeichen wie Hamburg. Lüneburg hatte 65.000 Einwohner, jetzt über 75.000 (bei Hamburgern beliebt), der nördlichste Stadtstaat etwa 1.835.000. Wie dem auch sei, das HH ist Fakt und Hamburgern sei es verziehen, wenn sie in Wörtern, die mit einem ‚H‘ geschrieben werden, daraus zwei machen.

Falls es denn nicht doch Absicht ist.

Vielleicht auch für ein Preisausschreiben: In welchen Kapiteln befinden sich die Wörter mit ‚hh‘. Falls der Verlag ein solches veranstaltet, wurde die Lösung hier zum Teil schon verraten. Da müsste man noch einmal in das Buch gucken.

Kleine Eskapade Wachhalter

Vielleicht ist Wachholder eine Wortschöpfung, für die insgeheim schon Titelschutz angemeldet wurde. Holder ist der Halter so wie in Share Holder (Aktienbesitzer). Wachholder könnte eine Dose Redbull, ein Pott Kaffee oder eine Tasse kräftiger Ostfriesentee sein. Im Norden wohl eher der Tee.

Immer wieder ein Film-, Literatur- oder Literatenbezug

Ob es nun Friedrich Gottlieb Klopstock ist, der der recht großen Stintenburginsel im Schaalsee eine Ode widmete und sie dadurch bekannt machte (Seite 180/81, Tour 42), oder Heidedichter Hermann Löns, der mit dem Hermann-Löns-Blick auf den Hemmelsdorfer See zwischen Travemünde und Scharbeutz erwähnt wird – immer wieder lugt die Kultur hervor (Seite 216, Tour 51). Was Klopstock mit Hamburg zu tun hat? Er liegt in Ottensen begraben. Die Klopstock-Eiche steht am Schaalsee bei Lassahn. Dieser See, lange durch die deutsch-deutsche Grenze geteilt und vielleicht deswegen so wenig bebaut, ist nicht nur der zweittiefste des Landes, sondern gleich auf zwei Bundesländer verteilt: Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Stintenburginsel, über einen Damm erreichbar, ist laut einer Ode Klopstocks („der große Dichter der Empfindsamkeit“) die „Insel der froheren Einsamkeit“.

Am besten also, man unterschätzt das Buch nicht: Wer Hamburg selbst gar nicht besuchen möchte, findet trotzdem genug reizvolle Reiseziele zum Beispiel in Niedersachsen.

Und wer weiß schon, das einige Nordseeinseln zu Hamburg gehören? Sogar drei. Auch wenn sie am besten vom niedersächsischen Cuxhaven angesteuert werden wie im Eskapaden-Tourtipp. Auf zweien ist man gut zu Vögeln: Auf Nigehörn sind Menschen verboten, Scharhörn darf nur betreten, wer sich vorher beim Vogelwart anmeldete. Neuwerk dagegen ist bewohnt. Es sei nicht gerade Manhattan, so eine der schönen Stefanie-Sohr-Formulierungen. 40 Seelen leben dort. Die Nachkommen des letzten Piraten Neuwerks sind ehrlich geworden und führen ein Hotel, eine der rund ein halbes Dutzend Beherbergungsstätten der Insel. („Überall ist Wunderland- Wattwandern vor Neuwerk“ ab Seite 206.)

Filmreife Eskapade

Der erfolgreiche deutsche Schauspieler Til Schweiger, der selbst auch Regie führte, produzierte und seiner Tochter Luna, die wiederholt vor der Kamera stand, einiges beibrachte, wird quasi als Hotelier erwähnt („Keinohrhasen“, „Schutzengel“, Honig im Kopf“). In Tour 51 empfiehlt sich eine Übernachtung an der Lübecker Bucht im Barfußhotel oberhalb des Kurparks in Timmendorfer Strand. Til Schweiger hat es gestaltet „wie einen seiner Wohlfühlfilme“ (S. 217).

Bei den längeren Ausflügen namens „Miniurlaube“, die um die 36 Stunden dauern, ist ein Bleiben über Nacht angedacht. Immer auf halber Strecke oder jedenfalls passend wird eine exklusive Unterkunft ausgesucht.

Bibliographische Angaben zu Eskapaden in und um Hamburg

Verlag: DuMont-Reiseverlag

Verfasser:
Stefanie Sohr, Volko Lienhardt

Titel:
52 kleine & große Eskapaden in und um Hamburg

Seitenzahl: 232

Preis in Euro für die Bundesrepublik: 14,99

ISBN 10: 3770180712 ISBN 13: 9783770180714

Fehlt etwas oder nicht? Der Frage mit dem Möwenfinder

Was fehlt? Vielleicht ein Ortsregister, aber braucht man das, wo doch alle Touren zum Download zur Verfügung stehen? Die man vermutlich digital durchsuchen kann? Will man das? „Oh Digitalisierung, wieviel Schaden (und Nutzen) hast du schon angerichtet!“

Nett wäre es schon, wenn man das Buch nicht von Anfang bis Ende durchliest – und, Hand aufs Herz, wer tut das schon in dieser Reihenfolge gänzlich? – dass man Ziele, von denen man gelesen hat, aber nicht mehr weiß, wo, anhand eines Registers schnell wiederfinden könnte. Zwar findet man auf den wichtigen Seit 8, 90 und 172 den Überblick über die unterschiedlichen Touren. Dort steht aber nur der Titel der Tour – Beispiel Tour 41: „Draußen vor der Tür“, nicht aber der aufschlussreiche Untertitel – „auf dem Heidschnuckenweg“. Wer also das Photo mit der kecken Finkenwerder-Möwe mit dem weiblichen Kopfschmuck noch einmal anschauen möchte, tut gut daran, sich die Seitenzahl oder „Tour 19“ zu merken.




Familienfest im Erlebnisland Mathematik in den Technischen Sammlungen Dresden

Dresden, Deutschland (Kulturexpresso). In Dresden gibt es nicht nur einen Tierpark, sondern auch einen Zoo der Zahlen. Vor zehn Jahren öffnete das Erlebnisland Mathematik in den Technischen Sammlungen Dresden (TSD), von dem die Macher meinen, dass es eine „Strahlkraft“ habe, die „weit über die Stadtgrenzen Dresdens hinaus“ ginge.

Wenn das so ist, dann wird am morgigen Sonnabend, den 8. September 2018, das Familienfest zum Zehnjährigen wohl voll.

Ab 10.30 Uhr solle laut Pressemitteilung der Museen der Stadt Dresden vom 5.9.2018 „die Direktoren des Erlebnislandes und der Technischen Sammlungen die Gäste, natürlich mit Geschenk und Kuchen“ begrüßen. Um 11 Uhr zeige der „rechnende“ Hund Tango seine Kunststücke. Um 13.00 Uhr werde „am großen, stählernen ‚Durchkrabbelknoten‘ eine außergewöhnliche Tanz-Performance mit Live-Musik aufgeführt. Studenten der TU Dresden präsentieren im halbstündigen Rhythmus unter der Überschrift ‚Mathematik live‘ Wissenswertes und Hintergründiges zu ausgewählten Exponaten.“

Ein „Erlebnisland-Bingo“ warte „auf potentielle Gewinner, ein Wer-löst-am-schnellsten-ein-3D-Puzzle?-Wettstreit“ suche „Spieler“ und Knobeln und Basteln könnten Gäste auch. Um 16 Uhr würde „bei Tee und Gebäck der Dresdner Architekt Gerd Priebe (GPAC) und Dr. Frank Schladitz von der TU Dresden über das Zukunftsmaterial Carbonbeton und sein Potential für nachhaltiges Bauen“ diskutieren.

Wer mehr Zahlen möchte, der ist vielleicht bei Ralph Caspers, der bekannt aus „Die Sendung mit der Maus“ und „Wissen macht Ah!“ sei, um 14.30 Uhr richtig, wenn er unter der „Überschrift ‚1+1=10 und andere Rechenkünste‘ große und kleine Gäste mit auf eine unterhaltsame Reise durch die Mathematik“ nehme..

Wem das alles zu viel Zirkus im TSD und zu wenig Zoo der Zahlen ist, der wird vielleicht irgendwo auf den 1000 Quadratmetern „mit über 100 Experimenten“, wo „Mathematik spielerisch erfahrbar, mathematische Phänomene zum Erlebnis und zunächst abstrakt erscheinende Sachverhalte … anschaulich und anfassbar“ werden würden, sein Glück finden.

Erlebnisland Mathematik

Technischen Sammlungen Dresden

Junghansstraße 1-3, 01277 Dresden

Menschen, Tiere, Attraktionen beim Familienfest am Samstag, den 8. September 2018, von 10 Uhr bis 18 Uhr.

Öffnungszeiten: von dienstags bis freitags von 9 Uhr bis 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 10 Uhr bis 18 Uhr

Eintrittspreise: 5 Euro, ermäßigt 4 Euro




Zum Bierbad in die Sächsische Schweiz – Romantik vollbiologisch in Schmilka nahe der tschechischen Grenze

Schmilka, Sachsen, Deutschland (Kulturexpresso). Von Afrika aus schweift der Blick über die Elbe. Vor einem der Fluss, eingezwängt in ein enges Tal, mit dicht bewaldeten Hügeln, hinter einem Savannen-Romantik, zumindest lassen Möbel im Zebra- und Geparden-Look ein wenig Großwildjäger-Stimmung aufkommen.

Basteibrücke bei Rathen im Elbsandsteingebirge. © Foto: Fritz Hermann Köser, BU: Stefan Pribnow

„Safari“ nennt sich das Zimmer im Bio-Hotel „Helvetia“ in Schmilka nahe der tschechischen Grenze, eines von mehreren Themen-Räumen, Ernest Hemingway hätte sich hier bestimmt wohl gefühlt. Schlangen unter dem Bett gibt es nicht, auf Moskitonetz und Tropenhelm wurde trotz des Klimawandels verzichtet, dafür liegt die Zeitschrift „Schrot und Korn“ auf dem Nachttisch. Kühlschrank mit Mini-Bar? Fernseher? Wlan? Fehlanzeige. Stattdessen wurde alles nach Feng Shui konzipiert. Naturlatex-Matratzen, punktelastische Lattenroste und Bezüge aus ökologischer Baumwolle sorgen für einen gesunden Schlaf. Eine wunderbare Einstimmung, nicht nur auf die Mahlzeiten im zum Hotel gehörenden Bio-Restaurant „Strandgut“, erwähnenswert vor allem die Kürbissuppe mit Ingwer, sondern auf den gesamten Ort.

Fachwerkhäuser schmücken Schmilka. © Foto: Fritz Hermann Köser, BU: Stefan Pribnow

„Das ganze Dorf ist Bio“, sagt Nicole Hesse vom Tourismusverband Sächsische Schweiz. Vor allem ist es idyllisch. Der Ortskern ist ein paar Gehminuten vom Hotel entfernt, ein steiler Weg führt an putzigen Fachwerkhäuschen vorbei zum Marktplatz. Alles sehr einladend, das Gasthaus, die alte Mühle, die historische Bäckerei, in der nach alter Tradition gebacken wird, natürlich Bio, die Brau-Manufaktur, die naturtrübes Bier produziert wird. Und alles wirkt so, als hätte man ein Märklin-Dörfchen im Maßstab eins zu eins errichtet, wie eine Disney-Mini-Welt, nur mit Patina statt Plastikkitsch. Sachsen schönstes Dorf, so verspricht es jedenfalls ein Prospekt, ist fast zu schön, um wahr zu sein, es wäre ein idealer Drehort für Filme, die vor dem Krieg spielen. Auf dem Platz steht ein großer Holz-Zuber, in dem einige gut gelaunte Männer und Frauen planschen. Und trinken. Biergläser stehen am Rand, mit dem Gerstensaft wurde auch das Wasser verfeinert, das soll gut für die Haut sein. Ein junger bärtiger Mann im Mittelalterkostüm sorgt für Nachschub und die richtige Wassertemperatur. Dampf steigt aus dem Zuber, es riecht würzig. Pop schallt aus Lautsprechern. Bierbadetag in Schmilka.

Baden in einer Tonne mit einem Glas Bier. © Foto: Fritz Hermann Köser, BU: Stefan Pribnow

„Hier ist immer etwas los“, versichert Sven-Erik Hitzer. „Rituale“ nennt er die saisonalen Events, die fast täglich Gäste nach Schmilka anlocken sollen, derzeit ins „Winterdorf“, bis weit in den März hinein. Außer Bierbädern gibt es Lesungen, Filme oder Kabarett. Der Mittfünfziger ist der ungekrönte König des Örtchens, ihm gehört inzwischen von insgesamt 50 Häusern gut die Hälfte. Samt dem Bio-Hotel.

Der Cottbuser kam wegen der Kletterei ins Elbsandsteingebirge, die sächsische Schweiz sei schließlich die Geburtstätte des Freeclimbing, wie er erklärt. Seine Kumpels und er übernachteten in Felshöhlen, am Lagerfeuer spielten sie Bob Marley zu Klampfe und Mundharmonika. Schmilka selber war vor der Wende als Grenzdorf für normale Besucher weitgehend tabu, die Bewohner zu 60 Prozent Grenzer. Kurz nach der Wende kaufte er die ersten Immobilien von der Treuhand.

© Foto: Fritz Hermann Köser

Manchen Raum hat er der gelernte Gärtner und spätere Spielzeugdesigner mit alten Spielautomaten dekoriert.

Ein Tante-Emma-Laden sei sein nächstes Projekt, mit Kletter- und Wanderbedarf. Schließlich lädt die Gegend mit ihren Wäldern, steilen Felsen und Schluchten zu ausgedehnten Touren ein. Der Naturschutz wurde hier vor gut 100 Jahren entdeckt, sagt Nationalparkführerin Alrun Flechsig während einer Wanderung. Alte Gemälde zeigen meist nur den nackten Fels, das Gebiet litt unter Kahlschlag, viele Bewohner arbeiteten als Holzfäller, das Holz wurde auf Flößen verschifft.

Damals, so berichtet Regionalhistorikerin Andrea Bigge, gab es in Schmilka einen Ortsteil namens „Kamerun“, eine Art „Kolonie“ des Hauptorts, wo die Ärmeren wohnten. Zwar steht das Bio-Hotel dort nicht, aber dennoch: Afrika grüßt die Elbe.




Rosaana Velasco vor dem Portal

Freier Eintritt ins Cinemaxx 7 – Rosaana Velasco ante Portas! Kunst im Kino: „Breaking Religion – 500 Jahre Reformation“ in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). 2000 Jahre sind eine lange Zeit. Nicht ausgeschlossen, dass da mal ein Geburtstag verrutscht, schließlich gab es zwischendurch verschiedene Kalender. 500 Jahre sind da schon etwas handlicher. Martin Schulz wird in 50 Jahren vielleicht schon nicht mehr erinnert werden, außer in SPD-Kreisen und seiner Familie vielleicht. Luther dagegen hat es geschafft. Mit dem gleichen Vornamen. Als ungläubiger Thomas wollte er Gottes Wort jeden Sonntag auf deutsch hören und weil es keine Vertonung gab, übersetzte er erst einmal selbst. Jetzt soll er das größte Cinemaxx-Kino am Potsdamer Platz füllen, den Saal 7.

Saal 7

Hier werden bei der Berlinale wichtige Filme aus dem „Panorama“ gezeigt mit Q&A auf der Bühne. Am Berlinale-Kinotag werden hier die Panorama-Publikumspreise bekanntgegeben und vergeben.
Niemand geringerer als Knut Elstermann persönlich moderiert die Preisverleihungen und übergibt die Awards in den Rubriken Spiel- und Dokumentarfilm.
Und hier, in diesem wunderschönen Saal im Herzen des Gebäudes, nun eine große Veranstaltung. Eben.

Nicht das tägliche Brot brechen

Da man ein größeres Publikum ansprechen möchte oder einem in der Muttersprache die Worte fehlen, heißt das „Event“ „Breaking Religion – 500 Jahre Reformation“. Oder ist das Brechen der Religion etwas, dass man nicht aussprechen möchte? Luther war Katholik, so wie Jesus Jude war. Das Schisma in Katholizismus und Protestantismus hat er verursacht, einen Keil getrieben ins Christentum, der die Ökumene gebar, die immer noch keinen haltbaren Kitt für die Trennung gefunden hat.

Die Feierlichkeiten zum Halbtausendjubiläum besuchen teils auch Katholiken, Agnostiker und Ungläubige. Sogar bei den Kommunisten und Sozialisten war ML nicht so unbeliebt, wie man vermuten könnte. Die Führungen zu den 95 Thesen, die Martin L. ans Kirchentor genagelt haben soll, fanden in Wittenberg unter DDR-Ägide und -Kontrolle statt. 1483 wurde M.L. geboren, der 500. Geburtstag 1983 begangen.
Briefmarken und 5-Mark-Stücke erschienen. 1546 starb der Übersetzer. Mal sehen, ob und wie 2046 gefeiert wird.

Der 31. Oktober 2017 ist in Deutschland ein bundeseinheitlicher Feiertag

Hier und heute geht es um das Annageln der Thesen. 95 Stück – nicht einzeln natürlich – an das Hauptportal der Schloßkirche zu Wittenberg. Die Stadt an der Elbe hat heute knapp 50.000 Einwohner und den Beinamen Lutherstadt.
Wann genau das passiert ist, daran erinnert uns seit vielen Jahren der Reformationstag, den man in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt (hier liegt die Elbestadt mit der berühmten Kirche) und Thüringen feiert. Viele Brandenburger gehen dann in Berlin schoppen, da sie in ihrem Land nicht einkaufen können. Daraus wird in diesem Jahr nichts.

Das Risiko des Feiertags

Obwohl man vor ein paar Jahren gelernt hat, dass das Bruttosozialprodukt stark zunahm, wenn ein Feiertag weniger stattfand (oder an einem Sonntag) – einfach deswegen, weil einen Tag länger gearbeitet wurde – riskierte die alte Bundesregierung Mindereinnahmen durch Produktions- und Arbeitsausfall in 12 Bundesländern.
Entweder dachte sie „Nach uns die Sintflut, die Steuermindereinnahmen muss ja die nächste Regierung ausbaden“ oder der Anlass war ihr wichtig.

Den Nagel getroffen

„Aller Anfang ist schwer, sagte der Dieb und stahl einen Amboss.“ Vor dem Ruhm des Reformators stand das Handwerk. Einen Hammer muss der Augustiner-Eremit schon in die Hand genommen haben, um den Nagel auf den Kopf zu treffen. Wenn es gut werden soll, sollte man es besser selbst machen.

Der Tacker war noch nicht erfunden, Baumärkte gab es nicht und der Erfinder der Reißzwecke, ob es nun Heinrich Sachs war aus Wien, Johann Kirsten aus dem 200 Kilometer entfernten uckermärkischen Lychen in der Nähe von Templin oder ein unbekannter Dritter, war sicher noch nicht geboren. Soviel ist gewiss.

Hammer, Nagel, Papier

Das Werkzeug des Übersetzers war die Feder. Der Reformator schaffte den Durchbruch mit dem Hammer. 97 Thesen hatte er vorher verfasst, bekannt sind die 95 vom 31. Oktober.

Gib mir den Hammer

Nicht ausgeschlossen, dass Luther einen Mitbruder um das Werkzeug und Nägel bat.
Fest steht, dass am Ultimo des 10. Monats das Ereignis des Annagelns gefeiert wird, gleichzeitig die Veröffentlichung.
Es geht also nicht um ein allgemeines Datum aus Luthers Leben wie Geburts- oder Todesdatum, sondern das Festhalten eines Ereignisses, einer Aktion. Leiser als die Boston Tea Party, doch vielleicht mit durchschlagenderer Wirkung.

Die Christen und die Nägel

Auffällig, wie wichtig in der Religion der Christen die eingehämmerten Nägel sind.
Das Symbol des Christentums, das Kreuz, trug die eingehämmerten Nägel. Ohne die Kreuzigung kein Religionsbeginn, scheint es.
Doch immerhin rechnet die Christenheit heute 2017 Jahre nach Christi Geburt.

Der ins Tor dringende Nagel Luthers spaltete nicht nur ein kleines bisschen das Holz.
Kleines Nägelchen, große Wirkung.

Kein Tor, ein Portal

Ein Nagel drang in eine Tür und das Portal in eine neue Zeit öffnete sich.

1517, 1760, 1857

Am 31. des Monats Oktober also, 1517.
So die Überlieferung denn stimmt.

Die Kirche der Stadt ist ein halbes Jahrtausend später noch zu besichtigen.

Die Thesentür nicht.

Die heutige Tür: in Bronze getrieben

Heute sieht man eine rechteckige bronzene Tür mit Thesen, darüber musizierende Knaben auf dem waagerechten Kämpfer und oben, im Tympanon, der Schmuckfläche im Bogenfeld des Portals, ein Gemälde mit goldenem Himmel vor der Silhouette Wittenbergs. Es zeigt Christus ans Kreuz genagelt mit Inschrift INRI, rechts Melanchthon mit dem Augsburger Bekenntnis und links Luther mit der deutschen Bibel.

Zwei Gemälde

Das Gemälde, das am 29. Oktober 2017 in Kino Cinemaxx am Potsdamer Platz präsentiert wird, zeigt das große Tor. Durch die verklärte Erinnerung erscheint es vielleicht noch größer als das Original.
O-Ton Rosaana Velasco: „Heute ist die Präsentation meines größten Gemäldes meines Lebens.“

Die Deutschmexikanerin hat die künstlerische Freiheit. Diese brauchte sie auch dringend, denn 1760 verbrannte die Tür; als die Kirche ausbrannte, im Siebenjährigen Krieg.

Nie wieder Krieg

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Nie wieder Krieg.
Der siebenjährige Krieg setzte auch dem Französischen als Weltsprache ein Ende. Die preußischen Könige verwendeten anfangs diese Sprache für ihre Korrespondenz. Friedrich II. brach mit Frankreich und verbündete sich mit England, das durch den 7jährigen Krieg zur unumstrittenen Weltmacht wurde mit dem größten Territorium der Weltgeschichte. Die Franzosen wurden in Nordamerika besiegt, Kanada und das Land, das heute die USA sind, wurden britisch.

Die Zerstörung der Thesentür an der Universitätskirche würde heute vielleicht als Kollateralschaden bezeichnet.

Die Schloß- und Universitätskirche, an der die Thesen prangten, wurde in den Befreiungskriegen erneut stark beschädigt. 1814 wurde die Stadt erstürmt.

Die Universität Wittenberg zog 1817, vor genau 200 Jahren, nach Halle (Saale).

Die Stadt kam durch den Wiener Kongress zu Preußen. Dessen König Friedrich Wilhelm IV., der für den Dänemark- und Baden-Feldzug verantwortlich war, stiftete angeblich 1858 das heutige metallene Tor, in das die Thesen eingraviert sind. Er tat dies am feierlich am 10. November, dem 375. Geburtstag Luthers.

Fridericus Gvilelmus IV Rex Portam

An der Tür steht ein mittellanger Text, der mit „Fridericus Gvilelmus IV Rex Portam“ beginnt und mit der Jahreszahl „1857“ endet. Friedrich Wilhelm hatte in jenem Jahr mehrere Schlaganfälle und zog sich aus der Regierungsverantwortung zurück, sein Sohn, der Prinz von Preußen, vertrat ihn. Am 7. Oktober 1858 unterschrieb der Vater die Regentschaftsurkunde und reiste am 12. Oktober nach Italien, um die verfassungsmäßige Bedingung eines längeren Auslandsaufenthalts einzuhalten.

Egal, ob 1857 oder ‘58, die Thesentür aus Metall erwies sich bisher als dauerhaft. Sie gehörte mit zu den letzten Dingen, die der preußische König seit seiner Krönung 1840 erfolgreich unternahm.

Friedrich Wilhelm IV. starb kurz nach Neujahr 1861 und wurde in der Potsdamer Friedenskirche bestattet.

In Wittenberg liegt Luther an der Seite Melanchthons begraben.

Augsburg

Die Stadt des Bekenntnisses, das Melanchthon auf dem Tympanon zeigt, hatte nach der Reformation Probleme, den Frieden zu wahren. Den heutigen gregorianischen Kalender hatte der Papst eingeführt. Das evangelische (protestantische) Augsburg wollte deshalb den julianischen Kalender beibehalten. Wegen dieses Kalenderstreits (Höhepunkt: 1584), der ohne Luther und Melanchthon unmöglich zustandegekommen wäre, kam es in Augsburg fast zum Bürgerkrieg.
Dies wäre ein (indirekter) Religionskrieg gewesen.

„Breaking Religion. Rule Breakers, Rebels & Reformers unite.“ – 500 Jahre Reformation
„Das Event am Potsdamer Platz“
29. Oktober 2017
3mal:
11 Uhr, 13 Uhr und 16 Uhr
Cinemaxx-Kino Potsdamer Platz
Kinosaal 7 –

„Eine besondere Show zum 500. Jahrestag der Reformation mit
Live-Theater & Gospelmusic feat. Andrew & Alaina Mack. Gastsprecher: Dr. Paul Louis Cole aus Dallas, USA.“

Veranstalter: „Berlin Church“

Eintritt frei




Elbphilharmonie

„Echo Klassik“ in der Elbphilharmonie in Hamburg

Hamburg, Deutschland (Kulturexpresso). Morgen ist es wieder soweit. Am Sonntag, den 29. Oktober 2017, werden in der Elbphilharmonie in Hamburg die in der Bundesrepublik Deutschland höchsten Auszeichnungen für Musik auf Tonträgern vergeben. Der „Echo Klassik“ wird seit 1994 von der als eingetragener Verein bestehenden Interessengemeinschaft der Tonträger-Industrie namens Deutsche Phono-Akademie vergeben. Deren Vorstandsmitglieder stehen auf den Lohnisten der Industrie. Wer an die ästhetische Unabhängigkeit dieses Vorstands und Verein glaubt, der glaubt auch an Gott. Dass die Kriterien zur Entscheidungsfindung ebenso wenig veröffentlicht wie die Zusammensetzung der Jury, das schlägt dem faulen Fass den Boden aus.

Dem ZDF-Intendanten Thomas Bellut, der unter anderem dem Bundesverband Musikindustrie zur Verleihungsveranstaltung „gratuliert“, ist das so egal wie der man mir.

Vom Himmel gefallen sind wieder Laudatoren und Preisträger. Laut ZDF-Pressemitteilung vom 25. Oktober 2017 erhält der Tenor Jonas Kaufmann (Kategorie „Bestseller des Jahres“) … den Preis aus den Händen von Schauspieler Sebastian Koch. Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker bekommen von Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert den Preis und Geiger Daniel Hope („Klassik ohne Grenzen“) bekommt Preis und Lobrede von Schauspielerin Katja Riemann. Weiter im Text der Pressemitteilung: „Den ‚Sänger des Jahres‘, Bariton Matthias Goerne, zeichnet Schauspieler Tobias Moretti aus, seine Schauspielkollegin Meret Becker ehrt die ‚Sängerin des Jahres‘, die Mezzosopranistin Joyce DiDonato.“

Durch das Programm der Veranstaltung, die das ZDF ab 22 Uhr ausstrahlt, führt Thomas Gottschalk, der auch Lobreden hält und Preise vergibt und zwar an die Sopranistinnen Aida Garifullina („Solistische Einspielung“) und Pretty Yende („Nachwuchskünstlerin“). Jazztrompeter Till Brönner überreicht den „Echo Klassik“ an Ksenija Sidorova („Instrumentalistin, Akkordeon“) und Camille Thomas („Kammermusikeinspielung“). Die Lobrede auf die Opernsängerin, Regisseurin und Autorin Brigitte Fassbaender, die für ihr „Lebenswerk“ geehrt wird, hält der Intendant der Oper Frankfurt Bernd Loebe.

Nebenbei bemerkt bietet das ZDF zum ersten Mal den Echo Klassik auch als 360 Grad-Livestream ab 17 Uhr an.

In der Hamburger Elbphilharmonie musizieren das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter der Leitung seines Generalmusikdirektors und Chefdirigenten Kent Nagano, der als „Dirigent des Jahres“ für seine Einspielung von Richard Strauss‘ „Alpensinfonie“ prämiert wird.




Pfefferkörner

Hohe Berge und Hamburg – Zum FSK-Null-Spielfilm „Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Um es vorweg zu nehmen, die Pfefferkörner, die es im deutschen Staats-TV seit 17 Jahren mit Gaunern und Ganoven aufnehmen, vermehren sich und für den Schwarzen König braucht es keinen Schauspieler. Doch der Reihe nach.

Die zwei kurzen Detektive von der Waterkant, Alice (Emilia Flint) und Benny (Ruben Storck), lösen gerade einen Fall, bei der die noch Kleinere Mia (Marleen Quentin) den Kürzeren zieht, schon steht eine Klassenfahrt an. Von der Elba an den Etsch oder so ähnlich. Von einer Hafenstadt in die Hohen Berge auf alle Fälle.

Auf dieser lernen sich Lehrer Schulze (Devid Striesow) und Bennys Mama (Katharina Wackernagel), die das Wissen ihres Sohnes für eine erkrankte Lehrerin einspringt, damit die Reise ins Abenteuer Alpen losgehen kann, näher kennen und lieben.

Auf und um den Gruber Hof in Südtirols wartet nicht nur der Schwarze König, sondern auch Hilfsköchinnen und Hilfspolizisten, vor allem Freund Luca (Leo Gapp) oder auch nicht, denn der Bauernsohn als moderne Version des Ziegenpeters schickte kurz vor der Abreise eine windige Videobotschaft. Doch mit Verboten wie „fahrt nicht“ kann man den Pfefferkörnern nicht kommen. Die treten die Reise an, aber richtig. Und Luca spielt sich die die Herzen der Mädchen, jedenfalls das von Lena.

Im Bus sitzt auch Johannes (Luke Matt Röntgen), der neue Schüler der Klasse, der sich erst von einem Chauffeuer zum Abfahrtsort an der Elbphilharmonie bringen lässt, dann als Petze entpuppt, aber am Ende des Kinderfilms zum vierten Pfefferkorn aufsteigt.

Während die anderen in Berghöhlen klettern und Seilbahn fahren, hält Mia im Hauptquartier der Pfefferkörner in der Hamburger Speicherstadt die Stellung und Kontakt via Weltnetz.

Autor Dirk Ahner, der schon für „Hui Buh, das Schlossgespenst“, die Feder führte und vor allem als Roman- und Hörspielautor bekannt ist, hat den kindgerechten und für diese Zielgruppe spannenden Abenteuer- und Heimat mit einer Prise Grusel und Gesellschaftskritik gewürzt. Und das ist gut so, geht es doch bei diesem Spektakel immer auch um Umwelt- und Sozialbewußtsein sowie gegen das große Kapital, das durch die Berge und an der Elbe wütet und Wasser zur Ware macht. Keine Angst, der Film ist an Gegenwartskritik nicht überladen und also düster. Im Gegenteil: humorvoll und heiter, lichtdurchflutet und leicht.

Das Regisseur Christian Theede aus einem Sammelsurium an Erfahrungen in der Film- und Fernsehbranche schöpfen kann, das merkt man diesem Kinofilm für Kinder an, der auch die Eltern auf die Leinwand starren lässt und sie in der Kurzweiligkeit, die bisweilen Atemlosigkeit gleichkommt, was wohl auch an der ordentlichen Arbeit mit der Kamera von Ngo The Chau zurückzuführen ist, der Handlung hält. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf. Zur Not färbt sich Bergseewasser schwarz und eine Scheune fängt Feuer. Hauptsache fidel und flott. Dauernd drive!

Von allen Beteiligten wird eine grundsolide handwerkliche Arbeit hingelegt. Hafen und Hof, Hamburg und Höhe wurden kleinbürgerlich gebügelt und geleckt in Szene gesetzt. „Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs“ ist auch ein Schön- und Schnulzenfilm ein gelungener FSK-Null-Spielfilm für Regentage im Hochsommer. Schade, dass der Film erst ab 7. September 2017 in die Kinos kommt.

* * *

Titel: Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs
Land: Deutschland
Jahr: 2017
Regie: Christian Theede
Buch: Dirk Ahner
Kamera: Ngo The Chau
Schauspieler: Marleen Quentin, Ruben Storck, Luke Matt Röntgen, Emilia Flint, Leo Gapp, Devid Striesow, Katharina Wackernagel, Stephan Luca, Hannes Wegener, Anna Böttcher, Suzanne von Borsody
Produzenten: Michael Lehmann, Holger Ellermann, Kerstin Ramcke
Laufzeit: 99 Minuten
FSK: 0, freigegeben ohne Altersbeschränkung




Von Alter Schule bis Zebrastreifen. Die Top-100-Lieder des alten Hauses Rolf Zuckowski alphabetisch sortiert

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Für Fans und Archivare, Chronisten und Statistiker, Musikwissenschaftler und Kinder stellen wir die folgende Liste zur Verfügung. Sie enthält die beliebtesten hundert Lieder Zuckowskis nach dem Anfangsbuchstaben des Liedtitels sortiert.

Die Titel folgen einer Auswahl, die sich 2007 aus 225 Wunschkonzerten herauskristallisiert hatte.

Mancher hatte nach dem runden Geburtstag Rolfs Zuckowskis das Bedürfnis wiederverspürt, die alten Kassetten und CDs noch einmal zu hören. So am Muttertag eine junge Frau aus Magdeburg, die ihren Fernseher sehr bewusst benutzt.

Was wird am 16. Juli zu hören sein?

Mal sehen, was am 16. Juli 2017 ab 15 Uhr in Hamburg-Winterhude erklingt – und sei es als Zugabe. Rolf Zuckowski schenkt sich ein Konzert. Was Wunder: Kinder sind dabei.

1. Achterbahn (45)
2. Alle machen Fehler (74)
3. Alle wissen alles – keiner weiß bescheid (97)
4. Als ich ein Baby war (7)
5. Alte Schule, altes Haus (51)
6. An meinem Fahrrad ist alles dran (43)
7. Besuch auf dem Bauernhof (My Toot Toot) (38)
8. Das Brummi-Lied (89)
9. Das eine Kind ist so, das andre Kind ist so (55)
10. Dein kleines Leben (59)
11. Deutschland, deine Kinder (49)
12. Dezemberträume (26)
13. Drachen im Wind (27)
14. Du bist du – ich bin ich. Gesang: Bill Ramsey, Lucie Schäfer (60)
15. Du brauchst ein Lied (57)
16. Du da im Radio (10)
17. Ein Schmetterling im Tannenbaum (70)
18. Ein Vogel wollte Hochzeit machen (13)
19. Elbkinder (42)
20. Es gibt noch echte Kinder (L’italiano) (86)
21. Es ist nicht leicht, ein Narr zu sein (62)
22. Es schneit (14)
23. Frag mir doch kein Loch in’n Bauch (66)
24. Freunde sein (92)
25. Fröhlicher August (95)
26. Frohe Ostern (88)

27. Frühstück mit Mama, Frühstück mit Papa (21)
28. Glücksminuten (91)
29. Guten Tag, ich bin der Nikolaus (76)
30. Hallo Mama, hallo Papa (31)

31. Hallo Welt (46)
32. Hut ab! (39)
33. Ich bin sauer (58)
34. Ich bin stark (28)
35. Ich schaff das schon (6)
36. Ich bau mir eine Höhle (41)
37. Ich glaub, ich hab dich lieb (56)
38. Ich hab mich verlaufen (54)
39. Ich kenn ein Haus (87)
40. Im Kindergarten (9)
41. Im Orient (94)
42. Im Osten geht die Sonne auf (83)
43. Immer wieder kommt ein neuer Frühling (19)
44. In der Osterhasenmalerwerkstatt (73)
45. In der Weihnachtsbäckerei (3)
46. Die Jahresuhr (Platz 1)
47. Jane und John (100)
48. Jetzt kommt die Osterzeit (72)
49. Kinder brauchen Träume (78)
50. Die Kinder des Rock’n’Roll (93)
51. Kinder werden groß (40)
52. Kleine Europäer (52)
53. Komm, wir woll’n Laterne laufen (35)
54. Lachende Augen (79)
55. Leben ist mehr (48)
56. Lieder, die wie Brücken sind (23)
57. Links und rechts (84)
58. Mein neuer Bruder (80)
59. Mein Platz im Auto ist hinten (37)
60. Mein Weg zur Schule (67)
61. Meine Heimat ist ein kleiner blauer Stern (81)
62. Meine Mami (15)
63. Meine Schwester (82)
64. Die Monster kommen (98)
65. Der Morgenmuffel (85)
66. Nackedei (8)
67. Nasenküsse (17)
68. Ohne dich (44)
69. Oma liebt Opapa (4)
70. Papa, bist du müde? (34)
71. Papi, wach auf (12)
72. Riesenglück (90)
73. Ryrksnglynks (61)
74. Schneewittchen und die sieben Zwerge (25)
75. Schulbus (18)
76. So wie du bist (32)
77. Sommerkinder (33)
78. Sommerzeit – Ferienzeit (65)
79. Der Spielmann (71)
80. Starke Kinder (20)
81. Sternenkinder (77)
82. Stups, der kleine Osterhase (5)
83. Theo (Der Bananenbrot-Song) (29)
84. Tick, tick, tick (69)
85. Tiere brauchen Freunde (64)
86. Tip Tap (30)
87. Tweety (22)
88. … und ganz doll mich (36)
89. Unsre Schule hat keine Segel (75)
90. Was Spaß macht (24)
91. Wenn der Sommer kommt (53)
92. Das Wetter (96)
93. Wie gut, daß es die Sonne gibt (68)
94. Wie schön, dass du geboren bist (2)
95. Winterkinder (16)
96. Wir sind Kinder (47)
97. Wir wollen Sonne (63)
98. Wo ist das Telefon? Gesang: Alexander Zuckowski (99)
99. Der Zahnlückenblues (50)
100. Zebrastreifen (11)




Ein Elbphi-Bilderbuch – Rezension zum Buch „Elbphilharmonie“ von Joachim Mischke und Michael Zapf

Hamburg, Deutschland (Kulturexpresso). Die Linke in Hamburg brachte vor dem Tag der Eröffnung einen weiteren Skandal rund um die Elbphilharmonie an den Tag: Der private Bereich des Gebäudes, das Hotel, die Gastronomie und das Parkhaus, gerne auch „kommerzieller Mantel“ genannte, wird „mit fast 288 Millionen indirekt von der Stadt subventioniert“ werden. Zuvor schon achtete das sich selbst gern als „weltweit führenden Baukonzernen“ sehende Unternehmen namens Hochtief AG sehr genau darauf, dass wie Norbert Hackbusch im Gespräch Kristian Stemmler sagt „die Baukosten allgemein gestiegen sind, sondern die Baukosten für den öffentlichen Bereich“ (vgl. junge Welt, 09.11.2016).

Am 31. Oktober 2016 war nach fast zehn Jahren Bauzeit, sechs Jahr davon länger als anfangs geplant, Schlüsselübergabe. Geplant waren, das Konzerthaus 2010 zu eröffnen, aber nach Baubeginn 2007 stieg nicht nur der Pegel der Probleme, sondern der Preis. Die Kostensteigerung war gigantisch. Dem öffentlich gemachten Preis von 77 Millionen Euro wurde hinten nicht nur eine Null angefügt sondern noch viele Millionen mehr. Jetzt sind es bald eine Milliarde Euro. Zu verantworten haben das viele, meist Männer, vor allem die Bürgermeister Ole von Beust (CDU), Christoph Ahlhaus (CDU) und Olaf Scholz (SPD).

Kein Wunder, dass die „Elbphi“, wie in der Hanse- und Hafenstadt Hamburg die Elbphilharmonie hier und dort umgangssprachlich genannt wird, nicht nur als Bauwerk der Mutigen sondern auch als Bauwerk der Betrüger gilt. Dass aus dem Vorzeigeprojekt für Public Private Partnership eine Vollverarschung wurde, das lesen wir in dem Buch zum angeblichen Jahrhundertprojekt mit dem Titel „Elbphilharmonie“ von Joachim Mischke und Michael Zapf nicht, obwohl der 1954 in Felsburg geborene Journalist Mischke, der im Grunde als Berichterstatter vom Kulturhof oder Werner Theurich als „Chefreporter für Kultur beim ‚Hamburger Abendblatt'“ (Spiegel, 01.11.2016) gilt, als Chronist der Ereignisse gute Dienste leistete. Aber „die Kritik ist“, geht es nach Karl Marx, „keine Leidenschaft des Kopfs, sie ist der Kopf der Leidenschaft.“ Mischkes aparter Mix aus Bauberichterstattung und Wirtschaftskriminalroman spiegelt diese Leidenschaft nicht wider. Seine Leidenschaft scheint vor allem der Musik zu gehören, was nicht das Schlechteste ist.

Der Kopf hinter der Knipse ist Michael Zapf. Der 1965 geborene Hamburger, der für das 224 Seiten umfassende Buch im A4-Format viele, vor allem bunte Bilder lieferte, fotografiert laut Pressemitteilung des Edel-Verlagsgruppe „seit über 30 Jahren in seiner Heimatstadt“. Eine Barkassenfahrt mit Kännchen Kaffee mag man darin gedankenverloren oder wild assoziierend blättern, länger nicht. Das Betrachten überlagert leider (bei mir) das Bedenken und daher ist das Buch zur Elbphilharmonie dieser beiden Autoren (für mich) ein Bilderbuch. Weitere mehr oder weniger belanglose Bilderbücher werden folgen.

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Joachim Mischke und Michael Zapf, Elbphilharmonie, 240 Seiten, Einband, Verlag: Edel, 1. Auflage Hamburg November 2016, ISBN: 978-3-8419-0365-5, Preise: 29,95 EUR (D), 30,80 EUR (AH und 41,90 CHF