Digital Revolution – die Ausstellung für Gamer, Filmfans, Technikfreaks

Frankfurt am Main/ Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Digital Revolution – die Ausstellung für „Gamer und Geeks, Filmfans und Technikfreaks, für Analoge, Digitale und für die ganze Familie“ ist bis Sonntag, den 10. November, verlängert worden! Im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum am Schaumainkai 41 in Frankfurt am Main. “Am Main“ kann man beim Filmmuseum ganz wörtlich verstehen. Nur ein paar Schritte sind es zum Fluss. Im Museum selbst ist auch alles im Fluss. Dabei geht es zurzeit besonders um den Datenfluss, der besonders beim „gamen“ (gejmen, spricht sich also so wie gay men), „streamen“ (sprich: strimen) und am-Rechner-Film-gucken gut sein muss. Auch der Informationsfluss. Denn so gut die DSL-Verbindung auch sein mag – für viele Nicht-Digital-natives ist „gamen“ ein Buch mit sieben Siegeln.

Genau wie Bücher sind manche Menschen analog oder zumindest so aufgewachsen. So analog wie alle Menschen des 19. Jahrhunderts. Gute also, wenn man einen „Gaming Coach“ (Gej-Ming Kohtsch) dabei. Einfach jemand junges, der schon einmal einen Joystick in der Hand hatte. Hier wird ganz analog von Mund zu Ohr nebeneinandersitzend erklärt, wie man spielt. Näheres dazu unten.

Dass es im Filmmuseum auch um echte Filme geht und nicht nur um Musikvideos, ist eigentlich selbstverständlich. Dabei werden Klassiker der 21. Jahrhunderts unter die Lupe genommen; der spannende Science-Fiction-Streifen „Gravity“ mit der hervoragenden Sandra Bullock und der schwer verständliche „Inception“. Im Weltraum drehen ist teuer bis unmöglich, um Rechner kommt man einem Schwerkraft-Film gar nicht herum.

Digitale Revolution: Sichtbar auf der IFA

Straße der Links. Analoges Schild in Tiergarten. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Die digitale Revolution hat selbstverständlich viele andere Aspekte. Die Internationale Funkausstellung IFA in Berlin, bis vor kurzem immer die größte Messe ihrer Art weltweit, beleuchtete technische, philosophische und soziale Aspekte. Der Autoverkehr verändert sich, die Konferenz „Shift automotive“ führte Professoren aus Australien, Dozenten aus Amerika und Europa mit Fachleuten und Journalisten aus vielen Ländern zusammen. Für alle auch mit normaler Eintrittskarte zugänglich die IFA-Next-Veranstaltungen in Halle 26. Auf zwei runden Bühnen – Red und Blue Engine genannt – trugen hochkarätige Speaker vor und diskutierten wichtige Gäste aus Wirtschaft und Parlament. Leider wurden die Vorträge und Diskussionen nicht aufgezeichnet, so dass vieles verloren ist und vorbei. Auch Filmkameras sind zunehmend digital. Anbieter wie Asus, bei Gamern beliebt und auch für Handys und Laptops bekannt, bieten zum Beispiel hochwertige Filmkameras.

Analog und digital – manchmal hat man die Wahl

Analog ist „entsprechend“. Bei einer analogen Uhr mit Zeigern (auch Sonnenuhren sind ja analog) entsprechen die Kreisbewegungen der Zeiger dem scheinbaren Lauf der Sonne um die Erde. Die digitale Uhr zeigt nur Zahlen – in der Hoffnung, das die Menschen die Zeit verstehen. Das Uhr-Lesen dauert übrigens bei Digitaluhren länger. Bei analogen Zeigeruhren erfasst der Mensch schneller, wie spät es ist. Das ist genau der Grund, warum man in Autos wieder davon abgekommen ist (war), Uhren mit digitaler Anzeige einzubauen. Der Zeitvorsprung beim Ablesen einer analogen Uhr mag zwar absolut gering sein, relativ kann er aber im Straßenverkehr den Unterschied von Leben und Tod machen.

Sogar das mündliche Mitteilen, wie spät es sei, geht analog schneller. „Halb eins“ ist kürzer als „zwölf Uhr dreißig“, „viertel vor 6“ kürzer als „Siebzehn Uhr fünfundvierzig“ „fünf vor halb fünf“ schneller als „sechzehn Uhr fünfundzwanzig“. Zwei Silben zu vier und zweimal vier statt 7. Ganz abgesehen davon, dass 16.23 Uhr keine Uhrzeit ist. Wer, der nicht gerade an einer Bushaltestelle steht, will schon genau wissen, wie spät es ist? Zudem man die zwei Zahlen erst in „gut fünf vor halb fünf“ übersetzten muss, damit man eine verständliche und vorstellbare Zeit hat. Als analog sozialisierter Mensch mindestens.

Digital Revolution – „Ausstellung für Gamer und Geeks, Filmfans und Technikfreaks, für Analoge, Digitale und für die ganze Familie“

Die Pressemitteilung von heute, 16. September 2019 lautet: „Lust auf eine Schatzsuche in der digitalen Geschichte der 1980er, 1990er und Nuller Jahre? Die Ausstellung Digital Revolution gibt dazu reichlich und jetzt noch ein paar Wochen länger Gelegenheit: Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum hat die Ausstellung verlängert, und zwar bis Sonntag, 10. November 2019. Die intuitive und interaktive Schau zeigt, wie sich die digitale Welt in den vergangenen Jahrzehnten entwickelte und wie sich das auf den Film auswirkte. Neben zahlreichen Spielstationen mit Independent-Games, faszinierenden Hardware-Exponaten, die auf heutige Computernutzer bereits archaisch wirken, frühen Musikvideos mit künstlerischen digitalen Effekten und spielerischen Kunstinstallationen zeigt die Ausstellung beeindruckende digitale Effekte an ausgewählten Filmbeispielen.

Filme anders gesehen – GRAVITY mit Sandra Bullock und INCEPTION

So ist an einer Monitorwand großformatig nachzuvollziehen, wie Regisseur Alfonso Cuarón Schauspielerin Sandra Bullock in GRAVITY (US/GB 2013) mit digitalen Effekten „in den Weltraum“ schickte. Eine interaktive Station lädt ein in ein digital nachgebautes Paris, das in INCEPTION (US/GB 2010, Regie: Christopher Nolan) auf den Kopf gestellt wird.“

Selbst spielen, gamen und Computerspielen in der Ausstellung Digital revolution

Spielfreudige Besucher „erfahren in Digital Revolution, wie gigantisch schnell die digitale Welt sich weiterentwickelt. Dass Mama und Papa aus der digitalen Steinzeit kommen, erkennt der Nachwuchs spätestens beim gemeinsamen Zocken am Spielautomaten. Pong, PacMan und das legendäre Nintendo-Spiel Super Mario – schneller könnte uns keine Zeitmaschine zurück in die 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts versetzen.“

Weiter heißt es: „Wie Computerspielen heute geht, zeigen die Jungen den Älteren dann im Gegenzug an 16 Spielstationen an denen wunderbar fantasievolle und kreative Indie-Games ausprobiert werden können: vom poetischen „Today I Die“ (2007) über den Bestseller „Journey“ (2012), bei dem es um Teamgeist und Abenteuerlust geht, bis hin zu Sophie Houldens „There shall be Lancing“ (2014), das Schnelligkeit im Zweikampf ebenso wie im Denken voraussetzt. Wissbegierige kommen genauso auf ihre Kosten wie Spielfreudige: Sie tauchen ein in die Vor- und Frühgeschichte des Digitalen und erkunden historisch anmutende Geräte und erhalten in zahlreichen Interviews Hintergrundinformationen zu Spielen wie „Minecraft“ und politisch motivierten Social-Media-Angeboten wie dem Instagram-Projekt „Dronestagram“, das Drohnenaufnahmen und Drohnenangriffe zusammenbringt und so Aufmerksamkeit für das „stille Töten“ per Fernsteuerung in Pakistan, Jemen und Somalia weckt.“

Die Ausstellung Digital Revolution wurde verlängert bis Sonntag, den 10. November 2019.

An sonnigen Tagen kann man also im September und Oktober noch das Freie aufsuchen, ohne befürchten zu müssen, die Ausstellung zu verpassen.

Die öffentliche Führung findet immer samstags um 15 Uhr im dritten Stock des DFF statt.

http://www.dff.film




Sängerin Julia Zhao auf der IFA. Tanzgruppe auf der Bühne in Halle 9

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Was machte die Sängerin Julia Zhao auf der IFA? Frau Zhao, eigentlich Zhao Songzi beziehungsweise europäisiert Songzi Zhao (sprich Ssung-dse Dschau) singt nicht nur, europäisch wie chinesisch, sondern kann auch tanzen. Eine ganze Tanzgruppe erfreute in Halle 9 auf der Bühne die Messebesucher in ihren traditionellen Kostümen. Nicht nur Musik und Tanz, auch talkshowähnliche Formate wurden dort gezeigt im Rahmen eines chinesisch-deutschen (Kultur-) Austauschs.

Julia Zhao auf der IFA in Halle 9. Auf dem Berliner Messegelände in Charlottenburg. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Julia Zhao, wie sich die Sängerin hier für diejenigen nennt, die meinen, nicht in der Lage zu sein, ihren Namen aussprechen zu können, kam nach Deutschland um klassischen (Opern-) Gesang zu lernen. Zu studieren. In China sang und singt sie Peking-Oper. Dabei hat sie einen ganz eigenen Stil gefunden, beides zu kombinieren.

Julia Zhao auf der IFA in Halle 9. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Wir fragen sie, ob es noch jemand gäbe, der das tut. Die Antwort ist: Eigentlich nicht oder kaum, und die einzige Sängerin, die Frau Zhao auf Anhieb einfällt, ist bereits über 60 Jahre alt.

Julia Zhao auf der IFA in Halle 9. Im Hintergrund auf der Bühne: Logo der Stiftung deutsche und chinesische Kultur. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Wir versuchen, Julia Zhao auf Film zu bannen; keine einfache Aufgabe, eine tanzbegeisterte Sängerin zu photographieren, die sich gern bewegt. „Die Kamera ist zu langsam“, meint sie, während sie von einer Pose zur anderen wechselt.

Julia Zhao auf der IFA: Von Anfang an Musik

Julia Zhao unter dem Funkturm in Berlin. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Geboren wurde die tanzende Sängerin als Zhao Songzi in einem Dorf in der Nähe von Zhangzhou (Dschang-dschou) in der Provinz Henan. He-nan bedeutet „südlich (nan) des Flusses“. Der Fluss (He) ist der Gelbe Fluss oder Huanghe, der so heißt, weil er viel Löss mit sich führt. Es ist der nördlichste der drei großen Flüsse, die auf einer kleinen Karte von China eingezeichnet sind.

Julia Zhao unter dem Funkturm in Berlin. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Schon als Kind begann sie bei ihrem Onkel Musiktheorie zu lernen. Anfang der 1990er Jahre arbeitete sie in der Schule als Musiklehrerin. In der Grundschule und in der Sekundarstufe. Später trat sie an verschiedenen Orten auf. Da sie heute in Berlin lebt, ist ein Auftritt auf der IFA nur folgerichtig.

Julia Zhao auf dem Berliner Messegelände unter dem Funkturm in Berlin. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Auf dem Messegelände erklingt allerorten Musik. Oft aus der Konserve, doch häufig auch live. Nicht nur tagelang im Sommergarten mit Rap und Pop, sondern auch an den Ständen wie zum Beispiel bei Siemens in Halle 1.1 regelmäßig Jazz zum Feierabend mit Nelson Müller und Band (17.15 bis 18 Uhr, Nähe Eingang Messe Süd). Chinesische Klänge, Tänze und Kostüme runden eine Messe ab, auf der von Technik made in China wirklich nicht zu wenig zu sehen ist.

Julia Zhao in Bewegung. Studie. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Hinweis: Auf der Bühne in Halle 9 wird unter anderem oder vor allem deutsch gesprochen. Eine schöne Abwechslung, da zum Beispiel die Supplier in der Station Berlin bei IFA Global Markets zwar von ihren Produkten viel verstehen, aber bei ihren Fremdsprachenkenntnissen vielfach noch Luft nach oben haben.

Julia Zhao zur IFA auf der Messe Berlin zwischen Sommergarten und großem Stern, im Hintergrund der Funkturm. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser




Bild aus der VR-Installation Inside Tumucumaque "Waldlichtung im brasilianischen Regenwald"

Sehen mit den Augen eines Greifvogels. VR-Installation „Inside Tumucumaque“ zeigt Kaiman- und Frosch-Perspektive

Berlin/Karlsruhe, Deutschland (Kulturexpresso). VR bedeutet vieles, Völkerrecht zum Beispiel, Vorsignal und Volksrepublik. Es steht auf dem Nummernschild des Kreises Vorpommern-Rügen, bezeichnet den schwedischen Wissenschaftsrat in Stockholm und die Zeitschrift „Vermessungstechnische Rundschau“, die dann „Vermessungswesen und Raumordnung“ hieß. Die gab es aber nur im 20. Jahrhundert, seit 2000 nicht mehr. Das Periodikum wurde in Flächenmanagement und Bodenordnung (fub) umbenannt. Mit vermessen und Raumordnung kommen wir der Sache aber schon näher. Denn man muss eine ganze Menge messen und vermessen, sogar den Raum, in dem es gezeigt werden soll, um etwas wie die VR-Installation „Inside Tumucumaque“ auf die Beine zu stellen. In diesem Zusammenhang bedeutet VR „Virtuelle Realität“.

Die Macher der Zeitschrift VR, die nun FUB heißt, dachten sich vielleicht auch, dass sie gegen die aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommende Abkürzung, die sich weltweit verbreitet und in Zukunft immer wichtiger werden wird, nicht „ankommen“. Auch im deutschsprachigen Raum ist das zwei-Buchstaben-Kürzel „VR“ häufig. Mit den Lettern FUB dagegen konkurriert das Periodikum nur mit wenigen, zum Beispiel der Freien Universität Berlin in Dahlem.

Die VR-Installation „Inside Tumucumaque“ sieht man nicht auf der Leinwand

Um die Virtual-Reality-Installation „Inside Tumucumaque“ sehen zu können, muss man schon eine Brille aufsetzen. Es ginge auch mit einer einfachen handelsüblichen VR-Brille ab 100 Euro, doch natürlich stehen im ZKM Brillen zur Verfügung. Das ZKM ist das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe. Brillenträger können die eigene aufbehalten, unter der VR-Brille ist genügend Platz.

Noch muss man nach Karlsruhe reisen, um die Grundeinstellung, eine Waldlichtung im brasilianischen Regenwald, zu sehen. Später soll das auch im Naturkundemuseum Berlin möglich werden.

Wer die „rosa Brille“ auf hat, kann sich zu 360 Grad umschauen, das heißt: in alle Richtungen. Auch nach oben und nach unten!!

Schwindelfreiheit ist von Vorteil, aber nicht Bedingung.

Der Clou der VR-Installation „Inside Tumucumaque“: die Frosch- und Vogelperspektive

Das Beste kommt noch, nach dem man sich an die Umgebung gewöhnt hat: man kann eines von drei Tieren anpeilen und dann nach der Erfassung durch einen lenkbaren Strahl anklicken.
Dann sieht man die Welt nicht mehr aus der Zweibeinerperspektive – etwa 1,40 bis 2,10 über dem Erdboden – sondern aus der Perspektive des ausgewählten Tieres.

Die anderen Wahrnehmungsarten des jeweiligen Wesens werden dabei nachempfunden. Es wird versucht, sie für uns sichtbar umzusetzen.

Die drei Tiere, deren Sichtweise man einnehmen kann

Die Harpyie.
Der im Wald jagende sperber- oder habichtähnliche Greifvogel heißt wissenschaftlich Harpia harpyja. Dabei ist die Harpyie die einzige Art der Gattung. Sie ist der wohl stärkste Greifvogel überhaupt und unter den größten des Planeten Erde.

Aus ihrer Sicht kann man sich den Überblick verschaffen. Man fliegt in ihrer Flughöhe über und durch den Wald oder über dem Fluss mit seinen Stromschnellen und Wasserfällen. Nebenbei erfüllt man sich einen Menschheitstraum.

Gleichzeitig ist es eine kohlendioxidsparende Art und Weise, Dinge zu sehen, Natur in fernen Ländern, ohne zu reisen.

Der Rumpf der Harpyie ist recht kräftig, die Flügel vergleichsweise kurz, aber sehr breit. Der Schwanz ist lang. Auf diese Weise ist der Vogel im Wald wendig. Er kann wunderbar manövrieren und erreicht hohe Geschwindigkeiten. Da die Harpyie zu den schnellsten und schwersten Vögeln gehört, kann sie große Beute jagen, die selbst schnell ist.

Durch diese Vorteile konnte sie sich weit verbreiten und bis heute in einem großen Gebiet halten. Nicht nur in Brasilien gibt es sie, sondern von Südmexiko über Mittelamerika bis Nordargentinien.

Sei ein Frosch!

Der Pfeilgiftfrosch. Er sieht die Sache ganz anders, nicht nur, weil er nur wenige Zentimeter über dem Boden lebt und sitzt. Das amphibische Tier taucht gern ins Wasser ein. Keine Sorge: Solange man die Brille auf hat, fängt er keine Fliegen und hüpft kaum, so dass man nicht seekrank wird.

Auch die Harpyie wird nicht vor unseren Augen jagen und Beutetiere reißen. Die Darbietungen sind außergewöhnlich in ihrer Art, aber familienfreundlich. Zudem wird davon ausgegangen, dass viele Besucher des Zentrums für Kunst und Medien das erste Mal die VR-Brille aufhaben. Die Anwendung ist dementsprechend nicht für versierte Gamer oder First-Person-Shooter konzipiert. Computerfreaks könnten finden, dass es hier zu wenig zu ballern gäbe.

Doch wir setzen wie die meisten, die Brille auf, um etwas Unvergleichliches zu sehen. Etwas, dass man in der Realität wohl nie sehen können und schon gar nicht werden wird. Unvergessliche Momente, bei Tag, bei Nacht und in der Dämmerung. Man kann den Sonnenaufgang im Urwald erleben.

Die Farben, die der Frosch sieht, werden wohl auch von Indianerstämmen Mexikos gesehen (wie den Huicholes), die in Ritualen heilige Pilze zu sich nehmen. Zumindest lassen Berichte darauf schließen und die bunten, um nicht zu sagen grellen Farben, in denen sie Masken herstellen.

Der Kaiman.
Diese Tiere sind eine Unterfamilie der Alligatoren innerhalb der Familie der Krokodile. Es gibt sie nur in Mittel- und Südamerika. (In Mittelamerika kommt nur der Krokodilkaiman vor.) Das Reptil aus der Installation, der Kaiman, ist also wirklich sehr typisch und woanders nicht zu sehen.
Im Gegensatz zu den Fröschen, die mancherorts an die Wand geschmissen werden, damit sie sich zu Prinzen verwandeln – als gäbe es zu viele davon.

Als Kaiman, oder neben einem, auf der sonnigen Sandbank zu liegen, dann fast lautlos ins Wasser einzutauchen und unter der Wasseroberfläche durch den Fluss zu sausen, wo gibt es das sonst schon?

Ein Erlebnis sondergleichen.

Wo und wann die VR-Installation „Inside Tumucumaque“ zu finden ist

Was? Wann? Wie lange?

VR-Installation „Inside Tumucumaque“ im ZKM Karlsruhe vom 6.4.-27.5.2018

Wo? Veranstaltungsort:

ZKM Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe

Öffnungszeiten:

Ausstellungen in Lichthof 1 + 2 sowie 8 + 9
Montag/Dienstag geschlossen; Mittwoch–Freitag 10–18 Uhr
Samstag 14–18 Uhr, Sonntag 11–18 Uhr

Tel. +49 (0) 721 – 8100 – 0

info@zkm.de

zkm.de

Auf Kulturexpresso.de weiterlesen:

VR wird immer wichtiger, am besten zu verfolgen auf der IFA

360°-Anwendungen und virtuelle Realität breiten sich aus, es gibt immer mehr davon. Die internationale Funkausstellung auf dem Berliner Messegelände, die inzwischen jährlich im September stattfindet, legt davon Zeugnis ab und zeigt jeweils aktuelle Entwicklungen. Für Sport und Spiel wird das wichtig; aber nicht nur im privaten Bereich, auch in der Ausbildung und anderen beruflichen Anwendungen hat und wird sich die Technik weiter ausbreiten.

IFA als Designhochburg. Auf der Internationalen Funkausstellung werden die UX-Design-Awards vergeben

Wegen hervorragender Bildgestaltung und wegen des tollen Tonschnitts von Nelson Ferreira & Co. vielfach oscarnominiert:

Wassergestalt. Der Spielfilm „The Shape of Water“ gewinnt am meisten: 4 Oscars „…– Das Flüstern des Wassers“

Das Wesen aus dem Spielfilm „The Shape of Water“ wirkt ähnlich real und irreal wie die virtuelle Abbildung der tatsächlichen Urwaldrealität Brasiliens.




IFA als Designhochburg. Auf der Internationalen Funkausstellung werden die UX-Design-Awards vergeben

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am Samstag, den 2. September 2017 ist es soweit: Die UX- Design-Awards-Zeremonie findet statt (um 18.30 Uhr). Nicht nur die IFA ist in der deutschen Hauptstadt zuhause, sondern auch das Design-Zentrum IDZ. Gleichsam im Vorgarten stellt das IDZ Technik aus den Designschmieden der Welt aus. Tolle Teile, die Energie sparen, aber langweilig oder gar schlecht aussehen, haben am Markt wenig Chancen. Gutaussehendes, das bald kaputt geht, weil es schicker Schund ist, schon eher.

Von künstlicher Intelligenz bis zu Organen aus dem 3D-Drucker: Innovative Technologien schaffen neue Nutzererlebnisse. Mit den UX Design Awards zeichnet das Internationale Design Zentrum Berlin (IDZ) herausragende Produkte, Services und Konzeptstudien aus, die den Nutzer in den Mittelpunkt der Gestaltung stellen. Die nominierten Produktlösungen werden vom 1. bis 6. September 2017 in einer Sonderausstellung auf der IFA, der globalen Messe für Consumer und Home Electronics, präsentiert.

Vier Dutzend aus Hunderten

Aus mehreren hundert Einreichungen nominierte die Jury eine limitierte Auswahl von 48 innovativen Produkten, Dienstleistungen und Konzeptstudien. Die nominierten Lösungen nutzen neueste Hologramm-Technologien, künstliche Intelligenz (KI), Spracherkennung, 360°-Optik oder organische 3D-Drucktechnik für intuitive Anwendungen in Bereichen wie Gesundheit, Mobilität, Open Data, Medien sowie in vernetzten Lebens- und Arbeitsräumen.

Vom „autonomen Fahren“ bis zur Live-Übertragung

In immer kürzeren Abständen eröffnen neue Technologien dem Menschen ungeahnte Möglichkeiten. Virtual Reality und 360 Grad Anwendungen versetzen uns in die Lage, von jedem Ort der Welt aus hautnah Konzerte oder Sportereignisse zu erleben. Mittels Bioprintern vermögen Forscher und Pharmazeuten in wenigen Schritten auf der Basis von menschlichen Zellen Haut, Leber, Nieren oder Lungenmodelle zu drucken. Und bereits in naher Zukunft werden wir autonome Fahrzeuge mittels einfacher Handgesten ansteuern können.

Die Digitalisierung verändert unsere Lebens- und Arbeitswelt. Lernfähige Produkte und Dienstleistungen verbinden sich zusehends zu „intelligenten“ Systemen. Doch je komplexer die allgegenwärtige Technik ist, desto wichtiger wird ihre intuitive Nutzung. Für ihren Erfolg zählt die Fähigkeit, nützliche Dienste anzubieten und durch positive Erlebnisse das Vertrauen ihrer Nutzer zu gewinnen.

Awards-Ausstellung Anfang September

Die UX-Design-Awards-Ausstellung präsentiert alle nominierten Produktlösungen vom 1. bis 6. September 2017 auf der IFA in Berlin. Die Gewinner des Wettbewerbs werden zum Auftakt der Messe am 2. September 2017 in einer feierlichen Preisverleihung bekanntgegeben.

Nominierte 2017 – Auswahl alphabetisch

Auofahren? Kein Köpfe drücken mehr, keine Hebel bedienen, kein Lenkrad festhalten.
Wie werden wir eine Reise in der Zukunft erleben? Uns in einem vollautomatischen Fahrzeug verhalten? Mit HoloActive Touch erweitert BMW den Innenraum zu einem innovativen User-Interface und eröffnet neue Wege der Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug: Die Steuerung erfolgt mit Handgesten über einem virtuellen, frei im Raum schwebenden Touchscreen, der mit haptisch wahrnehmbarer Rückmeldung reagiert.

– BMW i Inside Future / BMW Concept HoloActive Touch
BMW Group, Design: BMW Group Design
http://www.press.bmwgroup.com

Körperteile aus der Presse

3D-gedruckte Organe als Service – ein Bioprinter versetzt Biologen und Pharmazeuten in die Lage, in wenigen Schritten aus menschlichen Zellen Haut, Leber, Niere oder Lungenmodelle zu drucken. Die Technik ist ein erster Schritt auf dem Weg, Tierversuche zu ersetzen. Eine intuitive Software vervollständigt das intelligente Produkt-Ökosystem und erleichtert so den Zugang zu einer noch neuen Technologie mit weitgehend unerforschten Anwendungsmöglichkeiten.

– Cellbricks – Organ as a Service
Cellbricks GmbH, Design: Intuity Media Lab GmbH
www.intuity.de/cellbricks-menschliche-mini-organe-aus-dem-3d-drucker

Nicht dabei und doch dabei

Veranstaltungen und Ereignisse unabhängig vom Ort erleben – Virtual Reality und 360-Grad-Aufnahmen verwandeln Liveübertragungen in räumliche, „immersive“ Erlebnisse. Ob Sportereignisse oder Konzerte, der Zuschauer taucht unmittelbar ins Geschehen ein und kann nach Belieben zusätzliche Informationsebenen und Ansichten aufrufen. Das visuelle Erlebnis wird durch Raumklang zu einer multisensorischen Erfahrung verstärkt, die lange in Erinnerung bleibt.

– VEYE 360° System i-mmersive
i-mmersive GmbH, Design: e27 berlin
www.i-mmersive.net

Virtual Reality Basketball
Deutsche Telekom AG, Design: Telekom Design
www.telekom.com

IFA. Messegelände unterm Funkturm am ICC in Berlin-Charlottenburg




Blumen aus und für Portugal – Lissabons zunehmende Bedeutung und alle Preise des Filmfestivals IndieLisboa

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Portugal war lange abseits, allenfalls als Auslaufhafen für Flüchtlinge nach Amerika blieb es aus den 30ern in Erinnerung. Dann eine lange, faschistische Pause, im Einklang mit dem Nachbarn auf der Iberischen Halbinsel. Nelkenrevolution. Probleme mit der Unabhängigkeit einst untergeordneter Gebiete. Die seefahrenden Portugiesen erwarben Kolonien mit am frühesten. Macao blieb bis 1999. Durch die demokratische Regierung Ende der 70er der Weg frei in die EU mit der Süderweiterung. Filmfestival IndieLisboa.

IFA, ESC und EM

Und heute? Immer wieder hören wir etwas aus dem Land und seiner Hauptstadt: Am 22. April fand die IFA-Global-Pressekonferenz in Lissabon statt. Die Internationale Funkausstellung ist die Leitmesse auf ihrem Gebiet.

2018 wird der ganze ESC-Zirkus mit seinen Chansons dort stattfinden, weil Portugal überraschend (?) den Grand Prix gewann, der jetzt European Song Contest heißt.

Im Fußball verlor der amtierende Weltmeister Deutschland 2016 bei der Europameisterschaft (EM) gegen Frankreich, das im Endspiel nach Verlängerung von – der portugiesischen Nationalmannschaft besiegt wurde.

Fado und Porto

IFA, Musik und Fußball – was ist mit Film?
Gabe Klinger, der in Venedig den Löwen für den besten Dokumentarfilm gewann, wählte für seinen von Jim Jarmusch mitproduzierten ersten Spielfilm eine Liebesgeschichte, die im Norden des Landes spielt, in der Küstenstadt, die dem Film den Namen gab: „Porto“. Deutschlandpremiere am 29. Oktober 2016 im Regina in Hof.

„Fado“, in Rotterdam im Wettbewerb uraufgeführt, spielt größtenteils in Lissabon und erhielt den Best Director/Max-Ophüls-Preis 2016, Best Director bei Achtung Berlin, und Best Feature Film beim SEHSÜCHTE-Festival Potsdam. Regisseur Jonas Rothlaender, Hauptdarsteller Golo Euler und Luise Heyer.

Ein halbes Dutzend Kinos und 20 prämierte Filme: Das Filmfestival IndieLisboa

Im Mai waren bei Indie-Lisboa Dutzende Streifen in 6 Kinos und ähnlichen Spielorten gezeigt worden: Cinema Sao Jorge, Culturgest, Cinema Ideal, Cinemateca Portuguesa, Museo do Cinema, Cineteatro Capitolio.
20 Filme wurden prämiert, einer mehr als erwartet.

Der Überblick über alle IndieLisboa-2017-Awards

Internationaler Wettbewerb Spielfilm (Feature Film International Competition)
Jury: Giona A. Nazzaro, Manuel Mozos, Paz Lázaro

(Hauptpreis: Der große Spielfilmpreis der Stadt Lissabon) Feature Film Grand Prize City of Lisbon

Viejo Calavera/Dunkler Schädel/Dark Skull, Kiro Russo (Bolivien, Katar)

Special Jury Award TVCine & Séries

Arábia/Araby, Affonso Uchôa, João Dumans (Brasilien)

Internationaler Wettbewerb – Kurzfilm (Short Film International Competition)

Jury: Filipe Abranches + Katja Pratschke + Richard Raskin

Großer Preis Kurzfilm (Grand Prix)/ Short Film Grand Prize

Wiezi/ Enge Verbindungen/ Close Ties, Zofia Kowalewska (Polen) (in Berlin aufgeführt beim Festival Filmpolska im Babylon) www.filmpolska.de

Bester Zeichentrick-/Animationskurzfilm/ Best Animation – Short Film (Sponsorship: Macau Tourism)

489 Jahre/ 489 Years, Hayoun Kwon (Frankreich)

Bester Dokumentarkurzfilm/ Best Documentary – Short Film (Sponsorship: Macau Tourism)

Die Falschmünze/ The Hollow Coin, Frank Heath (USA)

Bester Kurzspielfilm/ Best Fiction – Short Film (Sponsorship: Macau Tourism)

Le film de l’été/ Der Sommerfilm (bzw. Der Film des Sommers) / The Summer Movie, Emmanuel Marre (Frankreich, Belgien)

Nationaler Wettbewerb (ausschließlich portugiesische Filme) (National Competition Jury)

Jury: Antoine Barraud + Maike Mia Höhne + Paulo Bertolín

Allianz-Ingreme-Preis für den besten portugiesischen Spielfilm/ Allianz – Ingreme Award for Best Portuguese Feature Film

Encontro Silencioso / Stille Begegnung/ Silent Encounter, Miguel Clara Vasconcelos (Portugal)

Preis für den besten portugiesischen Kurzfilm/ Allianz – Ingreme Award for Best Portuguese Short Film

Miragem Meus Putos / Mirage My Bros, Diogo Baldaia (Portugal)

Talentpreis Kurzfilm/ FCSH/Nova New Talent Award – Short Film

Flores / Blumen/ Flowers, Jorge Jácome (Portugal)

Walla Collective Award for Best Film in Brand New Section

Os Corpos que Pensam / Die Körper, die denken/ The Bodies That Think, Catherine Boutaud (Frankreich, Portugal)

IndieMusic

Jury: Joana Sá + Mário Valente + Tó Trips

Indiemusic Schweppes Award

Tony Conrad: Ganz und gar in der Gegenwart/ Completely in the Present, Tyler Hubby (USA, Großbritannien)

Árvore da Vida Jury

Inês Gil + Paulo Pires Alves

Árvore da Vida Award

Ex-aequo:
Antão, o Invisível / Anton, der Unsichtbare/ Anthony The Invisible, Maya Kosa, Sérgio da Costa (Schweiz, Portugal)

Num Globo de Neve / Auf einem Silberglobus/ On a Silver Globe , André Gil Mata (Portugal)

Amnesty-International-Jury

Fernanda Câncio + Filipa Santos + Joana Gorjão Henriques

Amnesty Internationals Award

(Finde ein schnelles Ende (?)) Find Fix Finish, Mila Zhluktenko, Sylvain Cruiziat (Bundesrepublik Deutschland)

Jury der Universitäten / Universities Jury

Leonor Sousa + Rafael Afonso + Teresa Vieira

Universities Prize

El mar la mar, Joshua Bonnetta, J.P. Sniadecki (USA)

Jury der Schulen / Schools Jury

Débora Mogueiro + Inês Proença + Teresa Oliveira

Schools Award

Le fol espoir/Verrückte Hoffnung/ Wild Hope, Audrey Bauduin (Frankreich)

Publikumspreise/ Audience Awards

…für den besten Spielfilm/ Feature Film Audience Award

Venus, Lea Glob, Mette Carla Albrechtsen (Dänemark, Norwegen)

Best Short Film Crocs Award

Scris/Nescris, Adrian Silisteanu (Rumänien)

IndieJunior Schools DoctorGummy Award

Bichinhos do Lixo/ Müllhaustiere, Müllkäfer, Dreckspatzen/ Litterbugs, Peter Staney-Ward (Großbritannien)

IndieJunior Families Trina Award

O Trenó/ Der Schlitten/ The Sled, Olesya Shchukina (Russland)

Das Festival fand vom 3.-14. Mai 2017 in Lissabon statt.

Berlinalebezüge

Manchem fallen vielleicht die vielen Berlinale-Bezüge auf.
Maike Mia Höhne saß in der Jury des innerportugiesischen Wettbewerbs mit Antoine Barraud und Paulo Bertolín – und kuratierte die 24 Kurzfilme der Berlinale Shorts 2017.
Darunter der 30minüter „Le film de l’été“/ Der Sommerfilm (bzw. Der Film des Sommers) von Emmanuel Marre (Frankreich, Belgien), der bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin seine Weltpremiere erlebte.
In Lissabon erhielt dieser kurze Film den Preis für den „Besten Kurzspielfilm“. In der Jury: Filipe Abranches, Richard Raskin und Katja Pratschke.

Elmar

Von Em-manu-el Mar-re zu „El Mar“.

El mar la mar“ von Joshua Bonnetta und J.P. Sniadecki (USA) feierte dieses Jahr in Berlin Weltpremiere im 47.Forum und erhielt am 17. Februar ’17 im Filmhaus Potsdamer Straße den Caligari-Preis. Als wohl einziges Wort im Spanischen, das mit beiden Artikeln geschrieben werden kann, wäre die wörtliche Bedeutung „Das Meer das Meer“ – unübersetzbar.
Es geht um die Flucht von Mexikanern und Mittel- und Südamerikanern durch Mexiko über die Grenze nach Norden. Viele Flüchtlinge verirren sich in der Wüste oder verdursten. Die Darstellungsart ist experimentell.

www.berlinale.de

www.filmpolska.de

Er- Taste Portugal – Ein flüchtiges Feinschmeckererlebnis in Berlin-Kreuzberg




Kein Obst, nirgends. Internationalität und Auswirkungen auf den Sprachgebrauch am Beispiel der Berliner Messe Fruit logistica

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Früher, das heißt bei Gemüseläden in Deutschland teilweise noch in der Gegenwart, hieß es: „Eßt mehr Obst!“ Ein gut gemeinter Rat für die Gesundheit gepaart mit ein bisschen Eigennutz des Einzelhandels. Der kurze Spruch prangt auf den grünen Papiertüten, in die leckeres Obst und Gemüse, Beeren und Nüsse verpackt wurden und werden.

„Eszett“

Das „ß“ ist aus diesem Satz durch die Rechtschreibreform 1996 verschwunden. In dieser Reform ist das „ß“ nur noch bei Diphthongen (äußerst, außen, heißen, Schmeißfliege, weiß) und langen Vokalen vorgesehen (Maß halten – Spaß machen). Dass es auffällig oft trotzdem weggelassen wird, auch dort, wo es hingehört, zeigt, wie komplizierte Regelungen vom Volk vereinfacht werden. Oder von Denkfabriken für ihre Zwecke missbraucht.
Welche Zwecke? Zum Beispiel soll Werbung möglichst gleichgeschaltet werden, zum Kostensparen, aber auch aus anderen Gründen. Die Erweiterung der Reichweite ist einer. Nicht alle Deutschen sind gleichzeitig in Deutschland, alle Franzosen in Frankreich, alle Chinesen in China.

Wenn zum Beispiel ein Deutscher in Frankreich Urlaub macht und ein Produkt X eines multinationalen Konzerns in der Bundesrepublik „Y“ heißt und in Frankreich „Z“, sind die Werbebemühungen an ihm so gut wie vergeudet.
Das „ß“ ist einfach nicht international genug, um im Weltmaßstab zu überleben. Deshalb geht es ihm auch in Deutschland an den Kragen.
Erschwerend kommt hinzu, dass anders als in Österreich in der Schweiz alle „ß“-Wörter mit „ss“ geschrieben werden. Die Confoederatio Helvetica, die in vielem einen gesunden Sonderweg geht, hat in ihrer Viersprachigkeit diesen Buchstaben aussortiert, da er in den anderen Schweizer Sprachen wie Französisch und Italienisch nicht vorkommt.


Vereinheitlichung und Internationalität

Wieviel Anziehungskraft hätten ferne Länder noch, wenn überall die gleiche Sprache gesprochen würde und das gleiche Essen auf den Tisch käme? Dennoch wünschen sich manche Touristen Ähnliches, zumindest zeitweise. Wer hat nicht schon im Ausland einen US-Amerikaner erlebt, der wie selbstverständlich davon ausgeht, dass wenigstens irgendjemand in Hörweite seine Sprache versteht? Oder irgendwo im Ort ein gewohnt großer Burger oder Huhn aus Kentucky serviert wird?
Nun ist die Fruit logistica nicht in einer einfachen Lage. Sie ist die internationalste Messe der Welt, auch wenn Messechef Dr. Christian Göke in aller Bescheidenheit und mangels Zeit, eine solche Aussage zu verifizieren, diesen Satz nicht auszusprechen wagt.

Auf keiner anderen Messe der Welt sind Aussteller und Fachbesucher aus so vielen Nationen zu Gast.

Keine Obst logistica, logisch, oder?

Wenn der Messename „Obst logistica“ wäre oder, länger, „Obstbeschaffungs-, Lagerungs- und Transportmesse“, hätte man bestimmt ein Problem. Nicht, weil das Gemüse fehlt (das zu allem Unglück, wie ungünstig, ein ‚ü‘ enthält). Zum Beispiel, den Namen zu kommunizieren. Trotz Führerschaft auf dem Weltmarkt solcher Messen wäre es mit einem Stück Arbeit verbunden, Kunden für das Ereignis unter dem Funkturm zu werben.

Fazit: „Früchte“ und „Fruit“ gewinnen gegenüber „Obst“

Wer weltweit so erfolgreich sein will, wie es viele Messen der „Messe Berlin“ sind, muss in den sauren Apfel der internationalen Begriffe beißen.
Gleich mehrere Leitmessen über das Jahr hinweg wie „Fruit logistica“, ITB und IFA sind mit „ö“ und „ß“ nicht zu halten.

Diejenigen Deutschen, die den Messenamen „Fru-eat Logistika“ aussprechen, gehören sowieso nicht zur Zielgruppe.

Und die ITB schrieb man mal mit ‚ö‘

Ältere Jahrgänge unter uns, damit meine ich alle über 34, erinnern sich sicher noch daran, wofür die Buchstaben „ITB“ eigentlich stehen: „Internationale Tourismusbörse“. Zu dumm, dass Börse mit „ö“ geschrieben wird. Auch ein „oe“ hülfe an dieser Stelle wohl nicht weiter.

Da die Abkürzung bereits eingeführt war, ist sie zusammen mit dem Signet und den Farben Träger der Marke. Da war die Messeleitung in einer bequemen Lage und konnte auf dem raketenhaften Erfolg der ersten 25 Jahre aufbauen.

Wer die Langform des Markennamens ‚ITB‘ auf der Website des Berliner Veranstalters sucht, wird eine Überraschung erleben. Außer auf nostalgischen Seiten wie „Geschichte“ oder „50 Jahre ITB – Die Anfänge“ findet man kaum einen Hinweis darauf, wofür die Abkürzung steht. Das Internet macht’s möglich. Wer „1984“ von George Orwell gelesen hat, weiß, wie man die Vergangenheit manipulieren kann. Auch ohne umständlich Schwarzweiß-Bilder von Staatsmännern zu retuschieren, wie es im Sozialismus üblich war.

Der Mantel des Schweigens

Man muss schon in die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz oder in Archive wie das des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf – in diesem Bezirk finden die Messen statt – um gedruckte Beweise zu finden, dass es eine „Tourismus-Börse“ einst gab.

Es sei denn, man sammelt schon seit vielen Jahren Material auf der ITB und besitzt noch einen schönen Handzettel – pardon: Flyer.


www.messe-berlin.de

Besonders um Obst und Gemüse geht es auf der internationalen Fachmesse www.fruitlogistica.de

Link zu einem Artikel über eine weitere Ausstellung der Messe Berlin, der Grünen Woche. Dort werden neben Milchprodukten und Honig auch Obst und Gemüse und ihre Produkte gezeigt:

Es grünt so grün… – Internationale Grüne Woche und Green-Me-Filmfestival lassen Berlin erstrahlen




Einmal um die Welt und doch in Berlin bleiben. Weltkinofestival „Around The World In 14 Films“ im Endspurt – mit interessanten Filmpaten und Gästen

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die 11. Ausgabe von „Around The World In 14 Films“ – einmal um die Welt mit vierzehn Filmen – ist auf der Zielgeraden mit der IFA-Verleihung, spannenden Filmen und Gästen wie Amos Gitai, Olivier Assayas, Nora von Waldstätten, Claudia Michelsen, Lars Eidinger und Mark Waschke.

Noch bis zum Sonntag, den 4. Dezember, findet das Berliner Weltkinofestival im Jahr 1 nach dem 10jährigen Jubiläum im Kino in der Kulturbrauerei statt.

Zu den Highlights des Festivalfinales zählen unter anderem die Vorführungen von „Rabin, the Last Day“ (am 2.12.) in Anwesenheit von Regisseur Amos Gitai (Israel) und Pate Knut Elstermann, „Frenzy“ (u.a. am Sonntag, 4.12.) in Anwesenheit von Regisseur Emin Alper (Türkei) und Pate Mark Waschke („Tatort Berlin“), „Personal Shopper“ (am 3.12.) in Anwesenheit von Regisseur Olivier Assayas sowie Lars Eidinger, Nora von Waldstätten und Pate Ed Berger („Deutschland 83“, „Jack“) sowie „Light Years“ in Anwesenheit von Regisseurin Esther May Campbell (Großbritannien) und Patin Claudia Michelsen („Im Zweifel“).

Am 3. Dezember verkündete die Jury – Ina Weiße (Schauspielerin und Regisseurin), Christiane Peitz („Der Tagesspiegel“) und Ayat Najafi (Regisseur) – den Gewinner des IFA – Intercultural Film Award für einen Festivalbeitrag, der in inhaltlich wie ästhetisch besonderer Weise den Dialog der Kulturen thematisiert.
Der undotierte IFA ging 2016 an den Film „Frenzy“ des türkischen Regisseurs Emin Alper (Originaltitel: „Abluka“).

Das Auswahlgremium begründete seine Entscheidung so:
„Frenzy“ zeigt eine Gesellschaft des Misstrauens, der Willkür und der Ausgrenzung in einem Überwachungsstaat. Es ist eine nachtschwarze, surreale Gewaltstudie, eine Vorahnung aus dem Jahr 2015, die inzwischen Realität geworden ist. Emin Alpers prophetischer Film erinnert uns daran, dass wir diejenigen nicht allein lassen dürfen, die Opfer der staatlichen Paranoia werden.“
Mit dem IFA – Intercultural Film Award zeichnet das unabhängige Filmfestival gemeinsam mit dem „ifa“ (Institut für Auslandsbeziehungen) einen Film aus, der in inhaltlich wie ästhetisch besonderer Weise den Dialog der Kulturen thematisiert.

Das Ifa ist die älteste deutsche Mittlerorganisation. Es engagiert sich weltweit für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben von Menschen und Kulturen.

Alpers Film läuft am 4.12. um 19.30 Uhr (wird mit englischen Untertiteln gezeigt).

Das Beste kommt zum Schluss

Das Festival endet am Sonntag, 4. Dezember um 21.30 Uhr, mit „About Love“ von Anna Melikyan (Russland), präsentiert von Patin Sonja Heiss („Hedi Schneider muss weg“).

Da der Russlandfilm „Uchenik“ („The Student“) des persönlich anwesenden Kirill Serebrennikov als Film Nummer 8 von 14 lief und nach den selbstgemachten Fest-Regeln bei der filmischen Weltreise jedes Land nur einmal „durchreist“ wird, wandte Bernhard Karl einen Kniff an, um einen weiteren herausragenden russischen Streifen zeigen zu können.

Neben einigen French Previews – parallel und teilweise überschneidend läuft die 16. Französische Filmwoche Berlin noch bis 7.12. – gab es einige rumänische und deutsche Nächte und – eine „Closing Night“. Das Beste zum Schluss. Sie ist länderunabhängig, das heißt darf aus einem in dem Jahr bereits bereisten Land kommen.

Anna Melikyan („Mars“) zählt zu den Großen des Weltkinos und vermag immer wieder zu überraschen. Auch dadurch, dass sie immer wieder einen Treffer landet.
Wie in „Mars“ ein Buchstabe wegkippt und mit ihm einen Teil Sibiriens in einen fremden Planeten verwandelt, bleibt dem Zuschauer lange in Erinnerung.

„Around The World In 14 Films“ hat einen Hauptförderer, das Auswärtige Amt, und einen Schirmherren, Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Ohne Geld dreht sich nicht die Welt

Außerdem gibt es Sponsoren, ohne die es nicht ging: die Hauptsponsoren Arte, Audi AG/Audi City Berlin, CineStar (Kino in der KulturBrauerei) und KWK/ Karl-Wilhelm Kayser. Die Partner Hotel Indigo, Ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), Agentur Fitz & Skoglund, Bar Tausend, Restaurant Chutnify, Jelly Press, Zoom Medienfabrik, Institut français Deutschland, UniFrance, Rumänisches Kulturinstitut sowie die Botschaften von Israel, Spanien, Großbritannien und Österreich. Ein besonderer Dank geht an die Medienpartner Zitty, Freitag, Radio EINS (RBB), Berliner Fenster sowie Unterstützer Manfred Nausester, Agentur Imdahl, Das Imperium, Blumenbeet, Casting Network, Rgk-Coaching, AKW Berlin und den Förderverein des Festivals.
Festivalleiter Bernhard Karl: „Ohne diese großartigen Unterstützer und Ermutiger ist ein solches Festival und der vielschichtige Blick auf das außergewöhnliche Weltkino nicht möglich“.

Um die Welt in einem guten Dutzend Filmen: Seit 2006 zeigt „Around The World in 14 Films“ als ‚Festival der Festivals‘ jeweils zum Jahresende außergewöhnliche Werke des aktuellen Weltkinos aus 14 Ländern rund um den Erdball.

Die Berlin-Premieren werden von Persönlichkeiten des Film-, Kunst- und Kulturlebens präsentiert.

Zuvor feierten die Filme ihre Weltpremieren bei führenden Filmfestivals in Cannes, Venedig, Locarno oder Sundance. Internationale Gäste, Special Screenings, die Verleihung des IFA – Intercultural Film Award und zwei herausragende deutsche Filme des Jahres ergänzen das Programm.
Im Wortsinne bleibt es also nicht bei 14 Filmen. Das Filmfest „14 Filme“ hat sich entwickelt, doch der Titel bleibt allein schon wegen des Wiedererkennungswertes. 14plus gibt es nicht nur zur Berlinale.

Aus Finnland dieses Jahr dabei: „Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki“ von Regisseur Juho Kuosmanen. Basierend auf dem Kampf des in Suomi bekannten Boxers Mäki gegen den Weltmeister aus den USA. Ein Kampf nur des Geldes wegen. Und eine Liebesgeschichte.
Die Berlin-Premiere in Anwesenheit von Regisseur Juho Kuosmanen und der Hauptdarstellerin Oona Airola wurde am 26.11. im Rahmen dieses Festivals gefeiert. Kinostart ist am 5. Januar 2017 im Camino-Filmverleih.

Der Handlungsreisende

Für den Iran ging ins Rennen: „The Salesman“ („Forushande“). Regie: Asghar Farhadi. Rund um Millers Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden“ mit Linda und Willy und dessen Aufführung in Teheran entspinnt sich eine glänzend gemachte und gespielte Geschichte um Schuld, Liebe und Zufall.

Der französisch-iranische Spielfilm, der trotz seiner knapp über 2 Stunden nie den Spannungsbogen oder den Anschluss verliert, obwohl teilweise Alltägliches passiert, startet in der Bundesrepublik Deutschland erst am 2. Februar 2017.

Empfehlung: Erste Februarwoche vormerken, um nicht durch die Berlinale-Berichterstattung abgelenkt zu werden und dadurch vielleicht den „Handlungsreisenden“ zu verpassen.

Apropos Internationale Filmfestspiele Berlin: Dort ist der am 7. Mai 1972 in Khomeini Shahr geborene Regisseur und Drehbuchautor seit Jahren in aller Munde.
2009 erhielt Farhadi den Silbernen Bären für „Alles über Elly“, 2011 den Goldenen für „Nader und Simin – Eine Trennung“. Für letzteren räumte er noch viele andere Preise ab, darunter den Oscar für den „Besten fremdsprachigen Film“. 2012 fungierte er als Jurymitglied des Berlinale-Wettbewerbs.

Weitere Highlights: „Personal Shopper“ mit Kristen Stewart und „Safari“ von Ulrich Seidl.

11. „Around The World in 14 Films“
Bis 4.12.2016

Kino in der KulturBrauerei (Cinestar), Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin

www.14films.de