Plakat des Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartetts in Lüneburg im August 2019.

Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett in Lüneburg, Mölln, Oslo usw.

Lüneburg, Deutschland (Kulturexpresso). Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett kommen nach Lüneburg, anschließend geht es nach Norden: in nahe nördliche Mölln und ins ferne Norwegen. Danach sind Orte in der Bundesrepublik Deutschland an der Reihe, bevor die Tournee nach Salzburg und Wien in Österreich geht.

Lüneburg ist ein wichtiges Konzert. Die über tausendjährige Stadt ist das Zentrum Nordostniedersachsens und war in der Vergangenheit eines der beiden Zentren im Kurfürstentum Lüneburg-Braunschweig.

Lüneburg bietet fast alles, was man sich in einer Stadt wünschen kann: außergewöhnliche, alte und anziehende Architektur, Bibliotheken, Gastronomie, Historie, Kirchen, Krankenhaus, Kurmöglichkeiten, Universität, urige bis moderne Beherbergung. Dabei ist die einst sehr reiche Stadt gut an Autobahnen und Bundesstraßen sowie Nah-und Fernverkehr angeschlossen. In einem Wort, gut vernetzt – bei einer hohen Aufenthaltsqualität. Es gibt einen alten und neuen Hafen, Fluß und Kanal, Anschluss an die Elbe, nebenan ein Weltrekordschiffshebewerk. Richtung Hafen gibt es sogar einen Flugplatz. Was fehlt, ist ein Flughafen. Nicht, weil dessen Bau nicht fertig würde, sondern weil es in Hamburg einen gibt. Die beiden Hansestädte sind per Bahn so gut miteinander verbunden, dass sich mancherorts jemand eine so häufige S-Bahnverbindung wünschen würde.

Eine U-Bahn gibt es in der Salzstadt auch nicht. Seit Ausspülung des Salzes ist der Untergrund dafür ungeeignet. Niemand vermisst eine U-Bahn und auch auf die Straßenbahn kann man gut verzichten. Busse bringen Bürger behende bis Brietlingen, beinahe bis Bienenbüttel bei Bad Bevensen.

Die Stadt Lüneburg ist ein Zentrum für das Umland und geht mit ihm eine Symbiose ein. Das merkt man an dem zweimal in der Woche stattfindenden Wochenmarkt vor dem einzigartigen Rathaus und an inzwischen eingemeindeten, einst selbständigen Orten wie Oedeme, Ochtmissen und Rettmer. Dass eine Scheune heute innerhalb des Stadtgebietes liegt, liegt an seiner Ausweitung.

Ein Ort für Kultur ist die sogenannte Kulturscheune, die zum Gut Wienebüttel gehört.

Der Weg zur Kulturscheune in Lüneburg (auch Giora Feidman hat ihn gefunden)

Die Kulturscheune findet man auch ohne Navi anhand der Beschilderung und tagsüber, wenn man weiß, wo man hingucken muss.

Nehmen wir man an, Besucher kommen vom Bahnhof und gehen zu Fuß. Sie folgen den Schildern Richtung Zentrum und überqueren zwei Brücken. Am Sande, dem größten Platz mit der größten Kirche, folgt man dem Platzverlauf und geht am anderen Ende rechts von der Industrie- und Handelskammer durch die Graßengießerstraße weiter. An dessen Ende beginnt ein tieferes Gebiet, das sogenannte Senkungsgebiet.

Spätestens jetzt sieht man die Michaeliskirche. Die Verlängerung der Grapengießerstraße – Grapen waren große Gefäße (dreibeinige Kochkessel mit Henkeln, die man direkt ins oder übers Feuer stellen konnte) – heißt „Auf der Altstadt“. Die gewundene Straße führt hinab und hinauf zur Kirche, in der Bach sang, dann vorbei auf den Kalkberg zu. Hier muss man kurz rechts und dann wieder links in die Neuetorstraße. Sie führte zu einem der sechs Stadttore. An der Ampelkreuzung an ihrem Ende geht man rechts bis zum Kreisel und dann westlich in die Straße „Bei Mönchsgarten“. Nach einer Kurve führt die Straße am LKH (Landeskrankenhaus) vorbei. Nun ist es nicht mehr weit. Wenn die Bebauung aufhört, führt der Straßenzug durch Felder vorbei an Tennisplätzen. Einen Friedhof lässt man rechts auf einer Anhöhe liegen und biegt etwas später links ein zum Gut Wienebüttel. Das umfasst einige Gebäude und Nebengebäude, die Kulturscheune ist selbstständlich ausgeschildert.

Mit dem Auto kann man weder über den Sand noch durch die Graßengießerstraße. Die Fußgängerzone wird vom Bahnhof (oder der B 216) umfahren über Schießgrabenstraße, Schifferwall, Reichenbachplatz und Hindenburgstraße. Ausschilderung Richtung Vögelsen folgen. Vögelsen ist wie Reppenstedt bereits außerhalb der Stadt im Landkreis. Auf dem Weg nach Vögelsen liegt wie gesagt das LKH, das auch ausgeschildert ist.

Auf dem Weg nach Reppenstedt gibt es Vor dem neuen Tore den Bierstein. Dazu einer andermal.

Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett: Die nächsten Tourtermine August bis Oktober

Lüneburg verpasst? Am Sande kann man gegenüber von der großen Johanniskirche in einem Hotel absteigen, das bis vor kurzem Hotel Stadt Hamburg hieß. Am nächsten Morgen, Donnerstag vormittag oder Mittag, könnte man von Gleis 5 des Bahnhofs Richtung Lübeck/ Kiel reisen. Der Zug hält in Lauenburg/ Elbe, Büchen und dann bald Mölln. Das Konzert in der Eulenspiegelstadt mit unter 20.000 Einwohnern beginnt um halb acht Ortszeit.

Mit dem Elektroauto geht es von Lüneburg nach Mölln über die Bundesstraße B 209. In Hohnstorf/ Elbe verlässt man Niedersachsen über die Elbbrücke. Lauenburg liegt bereits in Schleswig-Holstein. Weitere Bundesstraßen führen über Büchen nach Mölln. Konzert dort im Theater im Augustinum.

Ultimo sind Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett ganz kosmopolitisch in der Hauptstadt Norwegens, am Jahrestag des Kriegsbeginns 1939 in Trondheim in der Synagoge. Die Musiker reisen danach nach Mecklenburg-Vorpommern und Bayern, steuern die evangelische Kirche in Wustrow an und die Greifswalder St.-Jakobi-Kirche.

Weitere Termine unter https://www.giorafeidman-online.com/de/termine . Giora Feidmann stammt aus Argentinien und ist in der dritten Generation Musiker. Mehr über sein bereits sieben Jahrzehnte dauerndes Leben unter https://www.giorafeidman-online.com/de/biografie .

Terminliste des Giora-Feidman-Trios und der Auftritte mit dem Rastrelli Cello Quartett mit den Programmen „Spirit of Klezmer“ und „Klezmer for Peace“

28.8.19, 20h – 22:00 h Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett / Cello meets Klezmer Kulturscheune Lüneburg
29.08.19, 19:30 h – 22:00 h Giora
Feidman & Rastrelli Cello Quartett / Cello meets Klezmer
Theater
im Augustinum
Mölln
31.8.19, 20 h – 22 h Giora
Feidman Trio / The Spirit of Klezmer
Cosmopolite Oslo
1.9.19, 20 h – 22:00 h Giora
Feidman Trio / The Spirit of Klezmer
Synagogue Trondheim
13.09.19, 20:00 h – 22:00 h Giora
Feidman & Rastrelli Cello Quartett / Cello meets Klezmer
Ev.
Kirche
Wustrow
14.09.19, 20:00 h – 22:00 h Giora
Feidman & Rastrelli Cello Quartett / Cello meets Klezmer
St.
Jakobikirche
Greifswald
27.09.19, 20 h – 22 h Giora
Feidman & Rastrelli Cello Quartett / Klezmer meets Beatles
Hotel
Asam
Straubing
12.10.19, 20 h – 22 h Giora
Feidman & Gitanes Blondes / Very Klezmer
Kulturtage Salzburg
18.10.19, 20 h – 22:00 h Feidman
Sextett / Klezmer for Peace
Seeresidenz Seeshaupt
19.10.19, 20 h – 22:00 h Feidman
Sextett / Klezmer for Peace
Akzent-Theater Wien




Die Konzertreihe "Living Music 2018" in Potsdam.

Ihre Stimme – Musik jüdischer Komponisten in der Konzertreihe Living Music 2018

Berlin, Potsdam, Deutschland (Kulturexpresso). Der eingetragene Verein KOL – jüdische Musik beleben und erleben mit Sitz in Potsdam, der sich nach eigenen Angaben „von Beginn an“ der „Musik jüdischer geflüchteter Komponisten“ verschrieben habe, veranstaltet eine jüdische Konzertreihe mit englischem Titel. „Living Music 2018“ verspreche laut Pressemitteilung des Veranstalters vom 3.8.2018 „Musik jüdischer Komponisten an vier verschiedenen Tagen“.

Unter dem Motto »Ihre Stimme. Musik jüdischer KomponistInnen« sollen, so die künstlerische Leiterin Mimi Sheffer, „vor allem die Musik von … Komponistinnen und Dichterinnen, umrahmt von Werken geflüchteter jüdischer Komponisten“ zu Gehör gebracht werden.

Nach dem Erfolg im Juli 2017 in der Villa Elisabeth in Berlin startet die diesjährige Konzertreihe am Sonntag, den 2. September 2018, 17 Uhr, im Potsdam-Museum – Forum für Kunst und Geschichte, mit dem „Jüdischen Neujahrskonzert“. Sheffer freue sich laut Heimatseite kol-juedischemusik.com, „die komplette Version des ausgezeichneten Werks Paul Ben-Haims ‚Empfang des Schabbats‘ mit meinen Kollegen aufführen zu dürfen“.

Die Kollegen seien Martha O’Hara (Sopran), Anne-Lisa Nathan (Mezzo-Sopran), Felipe Balieiro (Tenor), Andrei Makarevich (Bass) und Mirlan Kasymaliev (Orgel und Klavier). Außerdem würden „bekannte und beliebte Werke von Kurt Weill und Max
Janowski“ gespielt werden.

Doch dieses ist nur eines von vier Konzerten, die „immer am ersten Sonntag des Monats um 17 Uhr von September bis Dezember im Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte, Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam, präsentiert“ werden.

Das Konzert am 7. Oktober 2018 mit Mimi Sheffer (Sopran) und Ofra Yitzhaki (Klavier) trägt den Titel „Mein blaues Klavier“. Sie nehmen sich der Komponisten Ben-Haim, Brod, Shlonsky und Lerner Sternberg an, die für Sheffer „verschiedene musikalische Stilrichtungen, die in den 1930er-Jahren mit den jüdisch-europäischen Immigranten nach Israel kamen und die hier auch heute noch existieren“ repräsentieren würden. Auf diesem Konzert würden „Lieder, die von Frauen wie Else Lasker-Schüler, Lea Goldberg und Verdina Shlonsky komponiert und gedichtet wurden“, aufgeführt werden.

Am 4. November 2018 spielen Frauen Frauen. Das Ensemble Noga mit Idit Shemer (Flöte), Orit Messer-Jacobi (Violoncello) und Ruth Zori (Klavier) tritt mit Mimi Sheffer (Sopran) als Gast auf und bringt Werke von Rosy Wertheim, Ayala Asherov und Irena Svetova.

Das Konzert „Les Juives“ bildet am 2. Dezember 2018 mit dem Trio Figment, das aus Nur Ben Shalom (Klarinette), Itamar Ringel (Viola) und Na’aman Wagner (Klavier) besteht, das Werke von Fanny Mendelssohn, Ursula Mamlok, Naomi Shemer, Aviyah Kopelman u.a. aufführt, das Ende der Reihe „Living Music 2018“, die vom Land Brandenburg und der Landeshauptstadt Potsdam gefördert wird.

Schauen Sie einmal rein, dann hören Sie schon.

Weitere Informationen:

Tickets: 10 Eure/8 Euro ermäßigt. 4er Abonnement: 35 Euro/25 Euro ermäßigt
2 Stunden vor Konzertbeginn freier Eintritt in die Sonderausstellung „Wilhelm Schmid und die Novembergruppe“, die vom 29.9.2018 bis zum 17.1.2019 läuft.

Eine Kartenreservierung ist telefonisch unter 0331 289 6868 möglich.




Stadtteilzentrum Eichkamp am Grunewald in Berlin.

Musik im Stadtteil, „Eintritt frei“. W. Fuchs, E. Mursky und Yasuko Fuchs-Imanaga spielen im Berliner Haus Eichkamp Kammermusik der Romantik

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am Sonntag, den 4. März 2018 erklingen im ruhigen Waldbezirk Eichkamp im Westen Berlins klassische Klänge. Der Kiez am Grunewaldrand, dessen Stille nur von Bahnstrecken und der Autobahn A115 AVUS gestört wird, hat sich seit wenigen Jahren ein eigenes Kulturhaus mit Anwohnertreff geschaffen: Das Haus Eichkamp. Es ist noch im Aufbau, Spenden werden gesammelt und aktuell nimmt das „Haus Eichkamp“ an einem Sparkassen-Voting für die unterstützenswertesten Projekte teil, um einen 1000-Euro-Zuschuss für einen Außenfahrstuhl zu erhalten ( https://ielements-projects.de/voting/spk-berlin/contributors/haus-eichkamp-wird-barrierefrei/ ). Damit soll auch Rollstuhlfahrern der Zugang ermöglicht werden. Zwar gibt es zwei lange Metallschienen, die an die alte Freitreppe angelegt werden können. Doch ist das eine wacklige Angelegenheit und ein bei Regen nicht zu bewältigendes Hindernis.

Philharmoniker live in Eichkamp

Die Besetzung ist hochkarätig. Abgesehen davon, dass Stücke für Klarinette von Doppler, Schumann, Brahms, Schubert und Kummer nicht jedes Wochenende zu hören sind. Selbst in der deutschen Hauptstadt nicht. An diesem Sonntag zur Teezeit gibt es ein Konzert, dass einen Gottesdienstbesuch nicht ausschließt und der Hauptprotagonist ist Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker.

Besetzung:

Wenzel Fuchs (Klarinette),

Yasuko Fuchs-Imanaga (Flöte),

Eugène Mursky (Klavier)

Fünffacher Hörgenuss zur Teestunde

Die Handvoll Komponisten, die am Sonntag erklingen werden, sind im 18. und 19. Jahrhundert geboren. Niemand von ihnen sah das Licht des 20. Jahrhunderts – oder die Dunkelheit, wenn man so will. Doch ihre Werke, die hier gespielt werden, sind alle Kinder des 19.

Programm:

Franz Doppler (1821-1883):
Fantaisie pastorale hongroise für Flöte und Klavier, Op. 26 (1870)

Robert Schumann (1810-1856):
Fantasiestücke für Klarinette und Klavier, Op. 73 (1849)

Johannes Brahms (1833-1897):
Sonate Nr. 2 Es-Dur für Klarinette und Klavier, Op. 120.2 (1894)

PAUSE

Franz Schubert (1797-1828)
Drei Impromptus für Klavier, D 899.3 und 4, D 935.2 (1827)

Caspar Kummer (1795-1870)
Concertino C-Dur für Flöte, Klarinette und Klavier, Op.101 (1840)

Das Ganze haben die Eichkamper in eine Reihe eingeordnet, die modern halbenglisch benannt wurde und deren Schreibweise obendrein nicht den deutschen Rechtschreibregeln folgt. Insofern handelt es sich um das 4. Konzert der „Eichkamp-Classics“. Die Deutsche Bahn hat vor langer Zeit mit dem Unfug angefangen, ihr Reisezentrum mit einem Großbuchstaben in der Mitte des Wortes zu versehen, ohne Punkt und Komma, ohne Leerstelle oder Bindestrich.

Was? Romantik-Konzert mit Soloklarinette

Wann? Sonntag, 4. März 2018, 16 Uhr

Ende der Veranstaltung (mit Pause): um 19 Uhr

Wo? Veranstaltungsort:
Haus Eichkamp (des Siedlervereins Eichkamp), Zikadenweg 42a (Ecke Maikäferpfad), 14055 Berlin
Telefon: (030) 37 30 61 25
Der Eintritt ist frei – um Spenden wird gebeten.

Anfahrt: Bus 349, Haltestelle Maikäferpfad.
In den Maikäferpfad hinein, das Haus liegt dann rechts hinter einer Kreuzung.

Mit Fußweg: S-Bahnhof Grunewald (an der Potsdamer Strecke) oder
S Messe Süd (Eichkamp) an der Strecke Richtung Heerstraße, Olympiastadion, Spandau.

hauseichkamp.de




Harfe

Der Feiertag macht’s möglich: Morgens Harfe und sax live. Das Jerusalem-Duo begleitet ökumenischen Gottesdienst in Mainz am Tag der deutschen Einheit

Berlin/ Mainz, Deutschland (Kulturexpresso). Mit dem Zweiten hätten Sie mehr gesehen (außer, Sie halten etwas zu). Doch obwohl der ökumenische Gottesdienst zum säkularen Tag der deutschen Einheit in Mainz abgehalten wird, sendet nicht das ZDF, sondern die ARD. Damit sitzen Sie wenigstens in der 1. Reihe, im Heimkino mag das gehen, im Cinemax, Cinestar oder Filmkunst 66 gilt das nicht als Vorteil. Widersprüchlich ist die Werbung, die leicht zu Antiwerbung gerieren könnte, dächte man darüber nach. Wer wirbt schon für Fern-SEHEN damit, dass er sich die Augen zuhält? Zugegeben nur eines, doch der 3D-Effekt, den viele versuchen, mit den verschiedensten Tricks und teurer Technik zu erreichen, ist automatisch – weg. Zudem könnten Blinde sich beleidigt fühlen, wenn sie jene Augen-Zuhalte-Werbung denn sehen könnten. Denn ein gutes sehendes Auge wäre für viele Sehbehinderte ein Geschenk des Himmels. Doch so, wie sich nicht nur Affen die Augen zuhalten, weil sie es nicht mit ansehen können (ursprünglich, um nichts Böses zu sehen), ruinieren junge Leute freiwillig ihr Gehör in zu lauten Discos und ihre Gesundheit mit Drogen und Alkohol.
Doch wollen wir nicht nörgeln und meckern, sondern feiern! Jene Sorte feiern, die auch ohne Bier auskommt, obschon Dr. Helmut Kohl sehr daran gelegen war, dass man den deutschen Feiertag draußen verbringen kann. Zum Beispiel auf dem Oktoberfest. Obwohl das im September stattfindet. Wenn schon der Tag der deutschen Einheit am 17. Juni wegfiel, der an den Volksaufstand 1953 erinnerte.

Harfenklänge zum Fest

Michail Gorbatschow sei Dank wurden 1990 die DDR und die BRD zu einer neuen Bundesrepublik Deutschland vereinigt, der Berliner Republik. die auf die Bonner folgte. Deutschland errang damit erstmals seit 1945 die Souveränität und konnte wieder über den eigenen Luftraum bestimmen.
Der Freude über die „Wiedervereinigung“ muss einfach Luft gemacht werden, trotz aller Häme gegen Ossis, hoher zusätzlicher Steuerbelastung der Wessis und unzufriedener Mainstreampolitiker, die nicht ganz verstehen, warum in den neuen Bundesländern und im Osten Berlins so viele die Linken und die AfD wählen.

Feiern mit Musik

Feiern also, Fête, Party. Da darf die Musik nicht fehlen. Schon früh um zehn, wenn viele noch in den Federn schlummern, spielt das Jerusalem-Duo. Allerdings kein ganzes Konzert, sondern
im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes. Warum am Tag der deutschen Einheit überhaupt ein Gottesdienst gefeiert wird, obwohl es kein Sonntag ist (gut, manche feiern auch am Samstag), sei dahingestellt. Feiern steht ja im Mittelpunkt, nicht die Kritik und der Dissens. (Mutet es nicht schon ein bisschen merkwürdig an, nachdem der Sonntag am Dienstag nur zwei Tage her sein wird und die deutsche Einheit keine religiöse Angelegenheit ist?)

Einheit

Zum Thema Vereinigung passt immerhin die Ökumene, die zeigt, dass man sich zusammenschließen kann, auch wenn man anderer Meinung ist.
Da das geteilte Deutschland kein natürlicher Zustand für ein Volk, für ein Staatsvolk war, sondern eher Machtausübung nach dem Prinzip „Divide et impera – Teile und herrsche“, können sich die Deutschen wirklich freuen.

Gründe zu feiern

Feiern kann der Souverän auch sein Wahlrecht in freier, geheimer, direkter und allgemeiner Wahl, das auch für Frauen und nicht in drei Klassen gilt.
Ein weiterer Grund zum Feiern ist die Nichtdurchführung des Morgenthau-Planes, der Wirtschaft und Kultur der Deutschen zurückgeworfen hätte. Dann schon lieber Care-Pakete und Marshallplan.
Nur ewige Nörgler können dem Morgenthau-Plan Gutes abgewinnen und Stichworte wie Selbstversorgung und „Zurück zur Natur“ ins Feld führen. Auch wenn saisonal, regional und bio zurzeit im Trend liegen.

Also: Musik!

Die Harfe zählt mit zu den festlichsten Instrumenten überhaupt; die Ehrfurcht vor ihr lässt das Gerede und Gequatsche im Publikum umgehend verstummen. Morgen früh um 10 braucht man nur den Fernseher einzuschalten, die Rundfunkgebühren sind schon bezahlt. Das 1. Programm ist bei vielen Geräten festeingestellt, man braucht dann noch nicht einmal den Programmknopf zu berühren. Derart früh am Morgen an einem Feiertag durchaus von Vorteil.

Mainzer Dom

Gespannt sein darf man auf die Akustik in Mainzer Dom. Der Hohe Dom zu Mainz ist 83einhalb Meter hoch (Höhe des Westturms: 83,50 Meter mit Wetterhahn, Höhe des Mittelschiffs 28 Meter).
Friedrich II. wurde 1212 hier durch Siegfried II. von Eppstein gekrönt (nicht der alte Fritz).

Andere Könige auch, darunter Agnes von Poitou im 11. Jahrhundert.

Das Recht zum weltlichen Herrschen ist keine Geschlechterfrage, das Wahlrecht hingegen schon. Bis ins 20. Jahrhundert, sogar in der direkten Demokratie der Schweiz, wie der wunderbare Spielfilm „DIE GÖTTLICHE ORDNUNG“ seit August diesen Jahres in Deutschland zeigt. (Als eines der letzten europäischen Länder führte die Schweiz erst 1971 das Wahlrecht für Frauen ein.)

1942, 1944 und ’45 trafen mehrere Fliegerbomben den Mainzer Dom, zerstörten Dächer, die abbrannten, und das OG des Kreuzgangs. Zum Glück blieben die Gewölbe heil und die Geschichte des Doms konnte trotz der Luftangriffe weitergehen.

1975 beging man die 1000-Jahr-Feier des Gebäudes, das nun schon 1042 Jahre steht.

Das Duo

Das Jerusalem-Duo versteht sich als eine neue Stimme in der Musikwelt, die die Grenzen der konventionellen Genres überschreitet.

Was wäre das Leben ohne Zufälle?

Frau Hila Ofek und Andre Tsirlin haben an der „Jerusalem Academy of Music and Dance“ studiert und wie viele gute Dinge im Leben ergab sich auch der erste Auftritt des Jerusalem-Duos eher zufällig.
Die Harfenistin Hila Ofek war zur Hochzeit eines Freundes eingeladen, um mit einem Flötisten zu aufzutreten, der aber leider krankheitsbedingt absagen musste.
Eine spontane, zuerst halb im Scherz gemeinte Idee, dass André den Flötisten ersetzen könnte, wurde in die Tat umgesetzt.

„Flöte oder Saxophon – egal!“

„Die Leute interessiert nicht, ob es eine Flöte oder Saxophon ist, sie kümmern sich nur um die Musik“, sagte die Mutter der Braut.
Es kam, wie es kommen sollte, die Aufführung war ein großer Erfolg und ein Kompliment das häufig gemacht wurde, war, dass die Kombination der beiden Instrumente so natürlich und melodisch klingt und nichts vermissen lässt.

Selten gehörte Kombination

Im Zusammentreffen eines der ältesten mit einem der jüngsten Instrumente der Musikgeschichte eröffnete sich ein bislang selten gehörtes Klangerlebnis.
„Die individuellen Klangfarben des Jerusalem-Duos auf ihren so sehr unterschiedlichen Instrumenten macht es manchmal fast unmöglich, zu erkennen, welches der Instrumente spielt“, meinte Florance Sitruck, ehemalige künstlerische Leiterin des Internationalen israelischen Harfenwettbewerbs.

Nach ihrer ersten gemeinsamen Auftritten konzertierte das „Jerusalem-Duo“ in zahlreichen Städten Europas und Israels, nahm an wichtigen Festivals teil, erhielt prestigeträchtige Stipendien wie Live Musik Now in Frankfurt und gewann mehrere Wettbewerbe wie zum Beispiel den 3. Internationalen TEREM-CROSSOVER-Wettbewerb in St. Petersburg.

Auftritte mit Giora Feidman

Darüber hinaus arbeiteten sie bereits erfolgreich mit so renommierten Künstlern wie Giora Feidman zusammen. Auf seiner Tournee im Januar waren die beiden die „special guests“ und traten im Dom auf, in Wesel und Ratzeburg, sowie in der Heilig-Kreuz-Kirche Augsburg, der Friedenskirche in Ludwigsburg und der Martinikirche in Siegen, aber auch an weltlichen Orten wie dem Rossini-Saal in Bad Kissingen und der Stadthalle in Biberach an der Riß.
Mainz wurde auf der Januar-Rundreise nicht angesteuert, aber jetzt.

Am 3.10.2017 um 10 Uhr übertragen ARD und SWR live den ökumenischen Gottesdienst aus dem Hohen Dom zu Mainz, als offizielle Feierlichkeit zum Tag der Deutschen Einheit – musikalisch umrahmt vom Jerusalem-Duo.

Das Jerusalem-Duo:
Hila Ofek, Harfe
Andre Tsirlin, Saxophon




Die Geschichte des Jazz und seiner größten Stars von der Klassik bis zur Moderne – Zum senjazzionellen Buch „100 Jahre Jazz“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Über den vor „ungefähr um 1900 in den Südstaaten“ der durch Kolonialkriege Vereinigten Staaten von Amerika (USA) „entstandene, ursprünglich überwiegend von Afroamerikanern hervorgebrachte Musikrichtung, die in vielfältiger Weise weiterentwickelt wurde, häufig im Crossover mit anderen Musiktraditionen und Genres“, wie es bei Wikipedia heißt, über diese „Negermusik“, also über die Musik derer, die als Sklaven aus Afrika oder dessen Vorfahren als Sklaven aus Afrika kamen und deren Haut sehr dunkel oder fast schwarz ist, Neger leitet sich vom Französischen nègre, spanisch negro, lateinisch niger für „schwarz“ ab, wurde wieder ein Buch geschrieben. Dieses Mal von Philipp Margotin.

Über dessen Buch notiert der Verlag Delius Klasing, der das Werk Margotins für deutschsprachige Lande an die Leute bringt, dass „auf mehr als 400 großformatigen und reichbebilderten Seiten die wichtigste Musikrichtung des letzten Jahrhunderts“ dargeboten werden würden und zwar „in Form einer kompletten Stilgeschichte und mittels eines Panoptikums von Porträts der grandiosen Stars, die mit Trompete und Posaune, Saxofon und Vibrafon, Klarinette, Gitarre und Schlagzeug diese Gattung geprägt und populär gemacht haben und nicht zu vergessen die Sänger/innen.

In zwei Hauptkapitel ist der Band gegliedert, die identisch sind mit den prinzipiellen Epochen des Jazz.Zunächst die Anfänge in New Orleans mit dem Hot Jazz und die Swingära der großen Bigbands mit ihrengenialen Solisten. An erster Stelle steht hier Louis Armstrong, gefolgt von Dutzenden weiterer illustrer Namen: Duke Ellington, Count Basie, Sidney Bechet, Benny Carter, Tommy Dorsey, Artie Shaw… Aberauch der Hot Club de France mit Django Reinhardt und Stéphane Grappelli wird hier gebührend
gewürdigt.

In der zweiten Epoche entfaltet sich der Jazz in seiner ganzen Differenziertheit. Angeführt wird dieser Abschnitt von den großen Diven Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Mahalia Jackson u.a. Dann geht es um die aufregenden Entwicklungen der Nachkriegsjahre: Bebop, Cool Jazz, West Coast Jazz, Third Stream, Hard Bop, Soul Jazz sowie die allerneuesten Klangwelten. Auch hier pralle Porträts von allem, was Rang und Namen hat: Charlie Parker, Miles Davis, John Coltrane, Thelonious Monk, Stan Getz sowie eben Carla Bley, Jan Garbarek, Keith Jarrett und Esbjörn Svensson. Künstlerbiografien, Stilmerkmale,
Karrierehöhepunkte, persönliche Geschichten und Fotos satt. Die Musik dazu stellt sich von selbst im Kopf ein.“

Insgesamt bietet Martotin 63 Porträts, die sowohl eine Kurzbiografie als auch einen Lebenslauf mit den bedeutenden Daten des musikalischen Wirkens beinhalten, und somit eine „fantastische Reise“, wie er in der Einleitung schreibt, in das Leben und Werk und also „mitten hinein in die Geschichte des jungen, dynamischen Amerika, ohne die wenigen Europäer zu vergessen, denen es gelang, im Jazz Furore zu machen.“

Das aus dem Französischen von Sarah Pasquay und Elisabeth Szilagyi-Westphal übersetzte Werk über die größten Stars des Jazz von der Klassik bis zur Moderne ist senjazzionell.

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Philippe Margotin, 100 Jahre Jazz, Von der Klassik bis zur Moderne: die größten Stars, 424 Seiten, 195 S/W Fotos, Format 21,8 x 29,2 cm, gebunden, Delius Klasing, 1. Auflage 2017, ISBN: 978-3-667-10607-0, Preise: 59,90 EUR (D), 61,60 EUR (A)