Schwarzer Hals und schiefe Nase – Daniel Krause als Punkboy in GDR

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ich muss zugegeben, dass mich die derzeitige Tätigkeit des Autors erst ein wenig abschreckte. Er ist aktuell ein Reality-Sternchen bei RTL II. Aber man soll ja immer schön locker bleiben. Und außerdem ist Punk für alle da, auch für Erich Honekka.

Ein
neues Buch über den Ostpunk also. Muss das sein? Ja. Weil man in
Meister Krauses Erinnerungswerk (plus zwei Handvoll Fotografien) ein
wirklich erzählenswertes Leben in der DDR geboten bekommt. Das Buch
setzt Mitte der 80er Jahre ein und torpediert uns nach Ostberlin, als
es für Punks seitens der Staatsmacht nicht mehr so brutal zuging,
wie Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre.

Der
junge Daniel hatte sich mit Adolar sozialisiert, dem ungarischen
Jungen, der jeden Sonntag im Fernsehen der DDR mit Köter und
aufblasbarem Raumschiff das Weltall, also den Kosmos, erkundete und
allerhand Unfug mit Marsmenschen, fiesen Robotern und merkwürdigen
Astralviechern anstellte.

Am
Stadtrand aufgewachsen, trieb es Daniel immer mehr ins Zentrum
Ostberlins, bis er am Alex und am Fernsehturm landete, schon damals
der Treffpunkt der Zonenpunks. Seine Eltern waren sehr tolerant und
ließen ihren Buben mit gefärbten Haaren, zerrissenen Klamotten und
allerhand Tand behangen, durch die Gegend stiefeln. Neben sich immer
sein bester Kumpel Sven, ein Außenseiter wie er:

Im
zweiten Schritt kamen unsere Pullover und T-Shirts an die Reihe.
Denen wurden die Ärmel gekappt und ebenfalls individuelle Designs
mit Lack und Filzstiften verpasst. Dann kamen die Haare. Waren sie
vorher nur wirr und strubbelig gewesen, wurden sie jetzt mit
Privileg-Rasiercreme hochtoupiert und mit Tusche rot gefärbt.“

Sehr
löblich, obgleich das seinerzeit die Bonzen und ihre Knechte
naturgemäß anders sahen. Ärger ließ nicht lange auf sich warten.
Scheissegal. Die zwei waren jung, wollten ihren Spaß und nahmen ihn
sich.

Schön
punkig aufgebrezelt konnte man sich sehen lassen. Die Frage war nur:
WO? In den Arbeiterkneipen gabs gleich aufs Maul, bei der FDJ riefen
sie den Friseur. Wohin… Na, innen Plänti, den Plänterwald. Und
auf die Insel der Jugend! Nach und nach erobern sich die frisch
geschlüpften Punks die Stadt und lernen andere junge Außenseiter
kennen.

Das Buch beginnt mit dem Davie-Bowie-Konzert am Brandenburger Tor, wo die Punker seitens der VoPo ordentlich Dresche beziehen und zum ersten Mal den Satz: „Die Mauer muss weg“ hören.

Das
Finale ist auch nicht ohne. Wegen Nichts landet der jugendliche Held
im Knast und muss neun Monate im Kerker schmoren. Wie bitter.

Das
Buch ist zu empfehlen, weil es zwischen lustig dargestellten
Jugendszenen in der DDR, auch von Repressalien gegen Andersdenkende
handelt, die ohne politisch sein zu wollen, zu Staatsfeinden gemacht
werden. Frei nach dem Motto: Warum nicht auf einen Spatzen mit nem
Panzer anlegen, könnte ja mal ein Elefant werden.

Passt jut zu Jubiläum!

Bibliographische Angaben

Daniel Krause, Freiheit unterm Ladentisch, Mein Leben als Punk in der DDR, 208 Seiten, weicher, flexibler Einband, Verlag: Riva, München, September 2019, ISBN: 978-3742310125, Preis: 14,99 EUR (D)




Gedächtniskirche – the place to be. The Berlin Orchestra in der Kirche

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Gedächtniskirche – the place to be. Klingt ein bisschen englisch, trifft aber den Nagel auf den Kopf. Manche brauchen zum Lesen eines Taschenbuchs Wochen, andere Stunden. Das Programm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin hat mehr Seiten als so manches Büchlein und ist gehaltvoll. Von der aktuellen Photoausstellung zum Thema Wasser mit dem Künstler Sven Hoffmann und einem Begleitprogramm bis hin zu umwelt-, sozial-, integrations- und weiteren politischen Themen gibt es ein ganzes Bündel von Aktivitäten, die kaum jemanden kalt lassen. Ein Besuch im „Hohlen Zahn“, der Gedenkhalle, dem Altbaurest, ist bereichernd. Kunst gibt es auch im Eiermann-Neubau, der ebenfalls, jedoch ganz anders beeindruckt. Gerade wird das Podest, auf dem alles steht, renoviert. An der Südwestecke, das ist die zum (U-Bahnhof) Kurfürstendamm hin zeigende Ecke am Motel One, sieht man schon, wie schön es aussehen wird, wenn es denn einmal fertig sein wird und wie es einst aussah.

Gottesdienste finden hier bisweilen auch statt, das ist in einer Kirche, die nicht nur ein Gebäude ist, unvermeidlich und gehört dazu. Wem das zuviel ist, muss ja nicht hingehen.

Dass die Kirche durchaus offen und nicht nur oft geöffnet ist, zeigt folgendes Beispiel: Aktuell werden ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht. An mehreren Einsatzorten. Einer ist der Verkaufsstand im Altbau, der intern meist Gedenkhalle genannt wird. Wer sich dafür interessiert, soll einige Voraussetzungen mitbringen. Ein Interesse an der Kirche, dem Gebäude, und die Bereitschaft, den Besuchern freundlich Fragen zu beantworten. Die Bereitschaft, sich in das Kassensystem einzuarbeiten. Aber weder die Zugehörigkeit zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde noch die Zugehörigkeit zu einer anderen evangelischen Kirchengemeinde ist Bedingung.

Weltoffenes West-Berlin. Besucherfreundlich, abwechslungsreich und interessant.

Gedächtniskirche – the place to be. The Berlin Orchestra ist bloß ein Beispiel

The Berlin Orchestra – so einen Namen haben zu dürfen, ist ein Privileg. Oder eine clevere Namensgebung; oder beides. Das Kammerorchester besteht aus Semion Gurevich, Solovioline, Sara Gouzy, Sopran – Frauenquote: check! – und Giorgos Fragos, Orgel.

Auf dem Programm stehen laut farbigem, meist in englisch gehaltenem DIN-A5-Handzettel (FLYER) „die besten Meisterwerke aus 300 Jahren europäischer Musikgeschichte in Berlins berühmter Kirche am Kurfürstendamm“.

Wer die jeweils etwa 70minütigen Konzerte, die ungefähr eine Stunde und zehn Minuten dauern – nicht zu lange klatschen, sonst wird die Zahl nicht mehr stimmen – am 1. und 3. Oktober, gut, da waren viele mit etwas anderem beschäftigt, dem Feiertag der Deutschen Einheit; am 8. und 10.10. – schon wieder ein Feiertag, der „Double Tenth“, Gründungstag der Republik China vor über 100 Jahren – am 15., 17. und 22. 10. verpasst hat, hat am Dienstag, den 29. Oktober 2019 um 19.30 Uhr letztmalig die Gelegenheit, das Programm dieses Trios live zu hören im blauen Licht des Kirchenraums.

Das Programm: A. Vivaldi, Die vier Jahreszeiten, Frühling und Sommer; W.A.Mozart, das Lacrimosa aus dem Requiem; Bach: Air (Air on the G String, Air auf der G-Saite); L. van Beethoven: Allegro con brio aus der 5. Sinfonie; Fr. Schubert: AVE MARIA; W.A.Mozart: Divertimento in D-Dur; Bach: Toccata und Fuge in d-moll; G.H.Händel: Wassermusik „alla hornpipe & minuet“; nochmal Händel mit dem Largo aus Xerxes und als Encore, also Zugabe von Charles-Marie Widor das Toccata aus der fünften Sinfonie.

(Eintrittskarten an der Tageskasse und an der Abendkasse der K.-W.- Gedächtniskirche (KWG) am Konzerttag und am Vortag, bei eventim Tel. 01806-570070 (20 Cent aus dem Festnetz, maximal 60 Cent vom Handy aus) und an den bekannten Vorverkaufsstellen wie z.B. am Lehniner Platz und in der Westfälischen Straße.) Reservierungen: Tel. 01521-892 86 98.

Homepage der Gedächtniskirche in der Nähe von Zoo, Kranzler-Eck und Joachimthaler Straße: https://www.gedaechtniskirche-berlin.de/

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin am Vorabend von Blacktide. Eingang zum Veranstaltungsort. Im Hintergrund der Zoo-Palast am Zoo. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Weihnachtsmarkt an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz am Vortag des Jahrestages der Terroranschlags. © 2017, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Kürzlich in der Gedächtniskirche, am 30.9.




Made in Wedding, made in Germany. Kunstausstellung in der Koloniestraße

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Made in Wedding klingt englisch, ist es aber nicht – oder auch. Dass manche Maden in Berlin-Wedding wie die Made im Speck leben, mag sein. Made in a Wedding Night* – so ein T-Shirt hätten manche Jungs und Mädels schon im 16. und 17. Jahrhundert anziehen können – wenn es denn T-Shirts gegeben hätte beziehungsweise damals jemand verstanden hätte, was gemeint ist. Bauern trugen eher derbe Kleidung, Gamaschen, Rock – derart, wie es heute nicht verstanden wird – der Adel hatte mehr Auswahl und viel mehr Begriffe für sein Outfit. Wieder so ein Wort, dass sogar in England kaum verstanden worden wäre in vergangenen Jahrhunderten. Adels-, aber auch Pilgerklamotten waren Pelerinen (Schulterumhänge, von französisch pélerine, Pilgerin) oder Esclavinen (Kapuzenmäntel für die Arbeit und Reise, ein Begriff auf dem 13.-17. Jahrhundert). Sprache ändert sich, im Moment fast so schnell wie die Welt sich verändert.

Moden und Mitte

Moden ändern sich, kommen aber wieder. Maden ändern sich auch oft und kommen, dort, wo man sie am wenigsten braucht – im Obst und in der Küche und Speisekammer – gern wieder. Der Wedding, ein Berliner Stadtteil und einst ein West-Berliner Bezirk, ändert sich auch. Einst wegen seines Altbaubestandes beliebt bei Weddingern, Studenten und Gastarbeitern, das war in den 70er und 80er Jahren bis in die 90er so, heute mit dem Etikett „Mitte“ versehen. Das bringt Renommee. Den Bezirk Mitte gibt es in Groß-Berlin seit 1920. Anfänglich bezeichnete er die Altstadt Berlins mit dem Roten Rathaus, Spree und Kupfergraben. Sechs von 20 Groß-Berliner Bezirken gehörten vor 1920 zu Berlin.

Wo ist Mitte, bitte?

2001 wurde die Zahl der Berliner Bezirke reduziert. Das neue Dutzend übernahm eingeführte Bezirke mit viel Bevölkerung und Fläche, wie Neukölln, Reinickendorf und Spandau. Aber auch alte Bezirksnamen, die – für manche Berliner missverständlich – mit neuen Inhalten gefüllt wurden. Mitte, Pankow und Lichtenberg wurden aufgeblasen. Der Prenzlauer Berg verschwand völlig, nicht abgetragen, sondern aufgegangen in Pankow.

Berlin-Mitte mit seinem Hauptstadt-, Geschichts- und Ost-Berlin-Flair übernahm Gegenden minderen Renommees. Wedding und Moabit, seit 1861 Teil Berlins, galten seit den 80ern bis heute eher als Problembezirke. Die Problembezirke gibt es seit 2001 nicht mehr, Moabit und Wedding sind Ortsteile. Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Gegenden mit einem überdurchschnittlich hohen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund sind geblieben.

(Mehr über Mitte im Buch: Link siehe unten.)

Belgien, Brüssel und die Brüsseler Straße in Wedding, im selben Bezirk wie Unter den Linden

Senat, Bezirk und Bund pumpen viel Geld nach Mitte, nicht nur Hartz-IV-Mittel (Bund-Länder-Förderprogramm „Aktive Stadtzentren“). Seitdem die Moabiter Turm- und die Weddinger Müllerstraße, an der einst Mühlen standen wie an der Wilmersdorfer Straße und in Pankow, zum selben Bezirk gehören wie die „Linden“, die zum Brandenburger Tor führen, verteilt man um. Mit Steuergeldern wird aufgewertet. Von Gentrifizierung wird hier nicht so viel geschrieen wie in Kreuzkölln, dafür liegt die Genter Straße in Wedding. Sie kreuzt die Brüsseler Straße im Belgischen Viertel, nach dem der Kiez auch Brüsseler genannt wird. Die nach der belgischen Hauptstadt benannte Straße hat Probleme wie Brüssel heute, was bei der Namensgebung weder berücksichtigt wurde noch vorhergesehen werden konnte. Brüssel, immer noch Stadt in einem Königreich, wurde im deutschen Kaiserreich Namensgeber.

Die bunte Brüsseler Straße beherbergt Kindereinrichtungen, ein Restaurant wie das „L‘Escargot“ und das Anti-Kriegs-Museum.

Zu den ganzen Fördergeldern, die in den Wedding fließen, gehören auch die Gelder, die Kunst und Kultur fördern. Brot und Spiele kann man mit der Berliner Tafel allein nicht bestreiten. Musik und Kunst können manchen von der schiefen Bahn abbringen und wenigstens aus der Bildungsferne in die etwas nähere Bildungsferne.

Made in Wedding: Kunst in der Koloniestraße

Die Ausstellung in der Weddinger Koloniestraße, die heute ab 17 Uhr mit einem Konzert mit Herbstliedern eröffnet werden wird, zeigt Werke aus Wedding und von woanders. Viele Weddinger sind von woanders, aus dem Alten Land oder aus Afrika. Das Afrikanische Viertel trägt seinen Namen seit Kolonialzeiten; gerade wird an Straßenumbenennungen gewerkelt. Afrikanische Straße und Kapweg am Kurt-Schumacher-Platz dürfen wohl bleiben. Die Koloniestraße, die aus irgendeinem Grunde so heißt, beherbergt mit MADE IN WEDDING Kunst-Werke aus dem ganzen Bezirk, nein, Ortsteil, von Künstlern, die alles mögliche sein mögen, heute aber meist Weddinger. Made in Wedding oder nicht.

Veranstaltungsort Made in Wedding

Made in Wedding ist in der Koloniestraße. Diese schlängelt sich beiderseits der Osloer, die man durch den U-Bahnhof kennt, parallel zur Panke; an dem Teil des Flüsschens, an dem auch das Franzosenbecken liegt. Im Nordteil wurde die Koloniestraße bis zu den Bahngleisen verlängert und heißt dort auch so: Verlängerte Koloniestraße. Bei den Gleisen lag die Mauer, da sie den Bezirksgrenzen folgte.

Der Südteil der Koloniestraße bei der Schwedenstraße ist eine breite Hauptstraße, die nördlich durch die Drontheimer verlängert wird. Die Koloniestraße hört jedoch nicht an der Osloer auf, sondern knickt ab und wird schmaler.

Berliner Falle(n)

Wer mit dem Auto zu Made in Wedding kommt, für den kann die Straßenführung schnell zur Falle werden. Denn wer zum Beispiel aus Mitte kommt (dem „echten Mitte“ sozusagen) und über Gesundbrunnen die Badstraße entlangfährt, die Panke kreuzt und glücklich rechts in die Koloniestraße abbiegt, ist alles andere als am Ziel.

Im Gegenteil, wer jetzt sorglos weiterfährt und die Hausnummer 120 sucht, landet leicht in Brandenburg.

Wer motorisiert von der Koloniestraße – von der Kreuzung Bad-/ Schweden- und Exerzierstraße kommend – in die Koloniestraße (!) möchte, muss von der Koloniestraße an der Osloer – das ist die Ampelkreuzung mit den Straßenbahnen, selten gesehen in Berlin westlich der Ex-Mauer – RECHTS ABBIEGEN und dann gleich wieder links. Von der Osloer Straße in die Koloniestraße. Tja.

Eine Galerie kommt selten allein

(Etwas einfacher ist es aus dem Prenzlauer Berg über die ehemalige Grenzübergangsbrücke Bornholmer Straße: Da fährt man einfach rechts in die Koloniestraße und findet das Ziel Made in Wedding genau vor der nächsten Ecke. Im Fast-Eckhaus 120 residiert die Galerie toolbox, Telefon 0176 81 82 60 30. Ein finnisch-deutscher Kunstraum.)

Doch damit nicht genug. Die „nächste Ecke“, wenn man die Osloer Straße im Süden hinter sich gelassen hat, ist an einer Straße, die rechts reingeht. Zwischen Café Tortuga und Bäckerei Glück. Dort abbiegend gelangt man zum Beispiel zum Hotel „Big Mama“, zu einem Spielplatz und der Grünanlage an der Panke und zum Gotenburger Steg über diesen unterschätzten Wasserlauf. Was daran so außergewöhnlich ist? Das Hotel hat die Haus-Nr. 24 – an der Koloniestraße!

Mit anderen Worten: An dieser Ecke (kurz bevor der verkehrsberuhigte Bereich verlassen wird) kann man entweder geradeaus die Koloniestraße entlangfahren oder rechts in die Koloniestraße abbiegen – ganz nach Wunsch. Nur nicht verzweifeln. Die Galerie liegt fast Ecke Soldiner.

Wem das mit der K.-straße zu verwirrend ist, fährt einfach die lange Soldiner lang, bis er zwischen Holz- und Stockholmer Straße die gewünschte Ecke findet. (Achtung: während der Ausstellung ist die Soldiner Einbahnstraße Richtung Osten, also Panke und Prinzenallee. Von der Holzstraße ist keine Zufahrt zur Soldiner möglich.) Doch wer fährt in Gretas Zeitalter noch mit dem Auto?

Made in Wedding Koloniestraße 120

Die Koloniestraße 120 fast Ecke Soldiner Straße mit der Galerie Made in Wedding liegt im Soldiner Kiez. Die Postleitzahl ist 13359. Der Sektor war französisch.

Erreichbar zu Fuß vom U-Bahnhof Osloer Straße U8/ U9. Näher von der Straßenbahnhaltestelle Drontheimer Straße der Tram-Linien M13 und 50 (eine östlich des U-Bahnhofs Osloer).

Noch näher von der Bushaltestelle des Busses 150 Ritterlandweg/Soldiner Str.

Die nächstgelegene Bushaltestelle scheint die des 255ers Soldiner Straße/ Koloniestr. zu sein. Während der Ausstellung ist ein Aussteigen in Galerienähe nur von der Osloer Straße kommend möglich. Der 255er kommt sonst vom S-Bahnhof Wollankstraße (u.a. S1, S26) und biegt in die Soldiner ein, muss die Kreuzung Soldiner/ Koloniestraße im Oktober 2019 jedoch weiträumig umfahren.

Die Bilderausstellung der Kinderkunstwerkstatt Seepferdchen „Meine Sonne ist erdbeerblau“ wird bis zum 8. November 2019 bei made in Wedding zu sehen sein; montags bis freitags 10-18 Uhr.

* gezeugt in einer Hochzeitsnacht

Die Homepage des „Ausstellungsraums für Kiezkunst und Workshops“ lautet http://made-in-wedding.de/de/ .

Wie der Wedding aufgehübscht wirdhttps://kulturexpresso.de/senatorin-weiht-rathausumfeld-ein-gelaende-um-altes-und-neues-rathaus-wedding-fast-fertig/

Wie Mitte war …




Begegnungskonzert: Begegnungschor + Band mit Konzert in vielen Sprachen

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein Begegnungskonzert steht in Berlin-Neukölln am 2. Oktober auf dem Programm. Der Begegnungschor mit seiner Band führt es auf. Dort singen Menschen aus Afghanistan, Syrien und der Bundesrepublik Deutschland zusammen. Es gibt noch mehr vertretene Nationen. Viele Chormitglieder sind Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern; sie sprechen eine unterschiedliche Sprache und schreiben oft mit einer anderen Schrift. Nicht griechisch, serbisch, bulgarisch oder russisch, sondern es sind Sprachen und Menschen aus dem „arabisch-persischen Raum“. Geflüchtete, wie die Flüchtlinge neuerdings dem Vernehmen nach heißen, sind vor allem Menschen. Künstlerischer Leiter ist der Shooting Star Bastian Holze, der vier Chöre, darunter den preisgekrönten Chor „Mangrooves“ leitet. Michael Betzner-Brandt ist künstlerischer Leiter der Band und Mitbegründer (Buch: „Jeder kann singen! Wie singen im Alltag glücklich macht“).

Begegnungschormitglieder bei Blacktide

Das Blacktide-Konzert für den guten Zweck, Menschenrechte und eine saubere Umwelt wurde von vielen unterstützt bis hinauf in den Senat. Blacktide – Singen für sauberes Wasser war ein Mitsingkonzert am 30. September 2019 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Kurfürstendamm. Es öffnete einen Themenschwerpunkt Wasser mit verschiedenen Veranstaltungen, unter anderem einer Photoausstellung mit Vernissage in anderen Kirchenräumen am selben Abend (Kapelle; Ausstellung läuft im Oktober 2019 täglich 13-18.30 Uhr).

Terry Swartzberg, der unter anderem aus den Stolperstein-Kunstaktionen bekannt ist, hatte die Veranstaltung organisiert.

Jocelyn B. Smith war der ‚main act‘ mit den Different Voices of Berlin sowie Mitgliedern vieler Chöre wie dem der PFF (Protestant Faith Fellowship in Berlin-Dahlem, Hüttenweg) und eben auch einer Vertretung des Begegnungschors.

Der Chor firmiert als Begegnungschor e.V. Berlin, ist also ein eingetragener Verein wie die meisten Vereine; die Band kommt dabei nicht zu kurz, sondern wird wohl meistens mitverstanden. Die E-Mail des Chores lautet: news@begegnungschor.com

Website von Chor und Band: begegnungschor.com

Der Begegnungschor wurde am 7. Oktober 2015 „auf die Initiative von Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. in Kooperation mit dem Chorverband Berlin e.V. ins Leben gerufen“. Eine international zusammengesetzte Band (Geige, Oud (Ud), Gitarre, Trompete, Percussion, Klavier) begleitet den Chor.

Begegnungskonzert – Konzert des Begegnungschores mit Band

Konzertankündigungspostkarten des Begegnungschores Berlin. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Homepage des Begegnungschores

Was? Ein Begegnungskonzert, also ein Konzert mit dem Begegnungschor und der dazugehörigen Band.

Gemeinsames Konzert mit Aeham Ahmad, Klaviervirtuose und Sänger aus Jarmuk, einem palästinensischen Flüchtlingslager in Syrien. Er wurde bekannt als Pianist, der unerschrocken im Krieg sein Klavier in die Trümmerlandschaft von Jarmuk stellte und dort spielte. Für kurze Zeit konnten seine Zuhörer ihre Umgebung vergessen. „Seine Musik öffnet die Herzen.“ A. Ahmad, der „Pianist aus den Trümmern“.

Wann? 2. Oktober 2019, 19.30 Uhr

Wo? Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin ( Die „Werkstatt“ gibt es seit 1993 in der ehemaligen Bergbrauerei Hasenheide aus dem 19. Jahrhundert.)

Eintritt 15 Euro (ermäßigt 8,-)

Es handelt sich um das 3. eigene Konzert des Begegnungschors nach dem 10. April (Hinterhof in Mitte) und 19. Juni (Hangar 1 des ehemals größten Hauses der Welt, des Flughafens Tempelhof mit Udspieler Wassim Mukdad) – immer um 19.30 Uhr. Das nächste Konzert soll am 18. Dezember 2019 stattfinden. Gleiche Uhrzeit, Ort bisher immer wieder anders.




PlanetArt gestARTet – auf einer Handvoll Etagen Kunst und Naturschutz

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Ausstellung PlanetArt ist gestartet – und wird begleitet von vielen Ausstellungen, Lesungen, Tanzveranstaltungen und weiterem Unerwarteten beim Thema Natur und Umwelt, Umwelt- und Naturschutz.

Darauf gestoßen sind wir durch das „Voting“ für das Kunstwerk, das in der Kunstausstellung innerhalb der Planet Art gezeigt werden soll. Nach dem zu Einreichungen aufgerufen worden war, gab es eine große Auswahl an Bildern, Plastiken, Photographien etcetera. Mehrere hundert Kunstwerke standen zur Auswahl – eine schwere Entscheidung. Auch wenn es zwischendurch nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aussah, konnte schließlich Rosaana Velasco mit einem Vorsprung von etwa 100 Stimmen die Wahl für sich und Ihr Kunstwerk „Wal“ entscheiden. Zusammengesetzt aus „Müll“ gleicher oder ähnlicher Farbe auf weißem Untergrund erkennt jedes Kind die Walfluke. Der Metall- und Plastikmüll der Weltmeere, der wie Jonas auch in den Walfischen landet, wird hier in Wasser-Farben in Verbindet gebracht mit dem Tier, dass ihn nicht frisst, sondern mitschluckt.

Besonders reizvoll: Die Fluke erscheint in einem Rahmen und setzt sich unterhalb bis zum Boden fort. Dort verschwindet dann der sichtbare Teil des Wales, wodurch der Fußboden zur „Wasseroberfläche“ wird. Beim Walbeobachten oder englisch „whale watching“, einer eingängigen Alliteration, sieht man ja von den Walfischen, die keine sind, sondern Meeressäuger, auch nur einen winzigen Teil. Dieser ist allerdings so groß und majestätisch, dass sich das Zugucken für die meisten lohnt und ein beglückendes Erlebnis wird, dass nicht unvergesslich bleibt, sondern auch zu den großen Erinnerungen des Lebens gehört. Nicht wenige sind nach einem zufällig oder aus Langeweile im Urlaub gebuchten Walbeobachtungausflug in Südafrika, Kanada oder Europa zu Walfans geworden, die die „Gesänge“ studieren und die sonstigen Gewohnheiten der Riesen.

Wie der Wal, so die Ausstellung: tierische Kunst dreht sich um Naturschutz

Es
gibt viele Bücher nur über Wale. Robert Hunters und Rex Weylers
„Rettel die Wale“, eher biologische Tierbücher mit vielen Photos
und Belletristik wie Lloyd Abbeys Roman „die letzten Wale. Eine
Walfamilie kämpft ums Überleben“. Andere Literatur wie das Buch
von Juri Rytcheu „Eine Schöpfungsgeschichte von den Ufern der
Beringsee“ nennen die Säuger im Titel beim Namen: „Wenn die Wale
fortziehen“.

Wie man sieht, kommt man leicht von der Kunst zum Umweltschutz, zum Naturschutz und zurück zum Buch, wenn man nur sucht. Kuratorin Marianne Kapfer, Geschäftsführerin der NuART gUG (nuart-berlin.com), suchte und wurde fündig. Reichhaltig fündig. Bis in den 5. Stock des Kühlhauses findet man Kunst (besonders im 4. und 5.), Photos, Infos, eine kirgische Jurte und vieles vieles mehr. Nett wird man von NABU-Mitarbeitern begrüßt. Der NABU ist eine der Organisationen, die als gesamtdeutsch-vereinigter Verein den Namen einer DDR-Organisation übernommen und so am Leben erhalten hat. Verschwunden der Name „Deutscher Bund für Vogelschutz“ mit der Abkürzung DBV. Und dass, obwohl es sich beim DBV um die älteste Naturschutzorganisation Deutschlands handelt. Gegründet im Deutschen Reich von einer Frau.

PlanetArt ist ein Festival

PlanetArt
ist nicht nur eine Ausstellung, es ist ein „Festival of Nature“.
Von der Natur her ein Festival für die Natur. Ein Fest, das seinen
Namen verdient. Bei freiem Eintritt, was einen möglichst großen
Besucherstrom Richtung Gleisdreieck generieren soll, wird anscheinend
auch bei Kleinigkeiten an den Umweltschutz gedacht. Der Flyer, dessen
Urheberrechte beim NABU, Bundeszentrale in der Charitéstraße 3 in
10117 Berlin liegen, trägt einen folgerichtigen, dennoch seltenen
und erstaunlichen Aufdruck.

„Bitte geben Sie den Flyer wieder am Empfang ab.“

„Bitte
werfen Sie diesen Flyer nach Benutzung nicht in den Müll, sondern
geben sie ihn zur weiteren Verwendung wieder am Empfang ab. Vielen
Dank!“ Wow.

Papier wird zu einem hohen Prozentsatz wiederverwertet und -gewonnen. Die daraus gewonnenen Produkte wie Umweltschutzpapier, heute auch Recyclingpapier genannt, sind seit den 80er Jahren gut am Markt etabliert. Dennoch wird hier nicht daran erinnert, Flyer dem Altpapier und damit dem Wertstoffkreislauf zuzuführen, wie den auf jedem Berliner S-Bahnhof stehenden Papierkörben, die ihren Namen verdienen, auch wenn es keine Körbe sind. Nein, hier wird die direkte Wiederverwertung propagiert.

Damit braucht man auch nicht das sonst neugewonnene Papier wieder zu bedrucken. Und jeder Handzettel erhält eine maximale Zahl von Kundenkontakten.

VIPs, Überraschungen, Lesungen, Filme

Doch
auch sonst birgt das Festival im Kreuzberger Kühlhaus
Überraschungen. Nach der Vernissage am 11. September gab es
Thementage – Entlang der Seidenstraße, Dem Schneeleo auf der Spur,
Trashbusters Day, Weltrettertag 15.9. Der Botschafter der Republik
Kirgisien war da und Minister.

Es gab mehrere Lesungen „Ostwärts – mit dem Rucksack der Sonne entgegen“ und am 14.9. eine Lesung zum Werk von Tschingis Aitmatow mit Dr. Imtraud Gutschke, doch auch einen „Sustainable Science Slam“, Talks („Plastikflut“, „Haben die Fridays for Future recht?“) und mehrere Filmvorführen. Es liefen die Filme „Ostwärts“, „Schneeleoparden schützen“ und „Der Dieb des Lichts“.

Nur
am 12. und 16. war einmal – nichts besonderes los. Endlich mal
Zeit, sich die teils provokative Kunst im 4. Stock anzuschauen oder
Rosaana Velascos Wal im 5. Wenn man sich von unten nach oben intensiv
durcharbeitet, wird man bis zum Walwerk schon ein paar Stunden
brauchen. Der freie Eintritt ermöglicht die Wiederkehr ohne Zögern.

Kuba- und Humboldt-Tag am 17.9. mit Vorträgen und Live-Musik (13-21 Uhr)

„Cuba
Libre meets Humboldt“, so ist die Veranstaltung mit karibischem
Schwerpunkt am 17. September überschrieben. Auch hier eine Begrüßung
durch den Botschafter; den der Republik Kuba selbstredend.

Im
Anschluss zwei Vorträge: „Humboldt und Gundlach – Vermächtnis
und aktuelle Verpflichtung“ um 16.10 Uhr sowie ein Vortrag des
Künstlers David Palacios um 16.40 Uhr.

Danach
Live-Musik und Tanz – Salsa Cubana mit dem Youth Ensemble
Havanna-Berlin (17.15 Uhr).

Um
19 Uhr dann ein weiteres Konzert: Havanna Sounds von der Grupo Caney.

Teil-Veranstaltungs-Kalender der PlanetArt: Am 18. und 19.9. Vorträge und Filmvorführungen

Am 18. September (Mittwoch) gibt es eine Filmvorführung: „Dust“ von Udita Bhargava. Um 20 Uhr.

Am
Donnerstag, den 19. September einen Vortrag: „Projekt unverpackt“
SRH-Hochschule der populären Künste und der HNE Eberswalde.

Am Abend wieder Live-Musik mit Muhammad Qadri Dalal. Er ist „der letzte Direktor“ des Aleppo-Konservatoriums in Syrien und „einer der großen Interpreten der Oud, der östlichen Laute.“ (Alternative Schreibweise im Deutschen: Ud. Die Ud ist eine Kurzhalslaute. Ud bedeutet „Holz“. Schon ist man von der Kultur, der Musik, zurück bei der Natur, dem Baum. Am Botanischen Garten Berlin steht geschrieben: „Habe Respekt vor der Pflanze. Alles lebt durch sie.“ ) Solo-Konzert mit Improvisationsmusik aus dem Vorderen Orient kombiniert mit andalusischer und klassischer arabischer Musik. Um 20.30 Uhr.

Am 20. und 21. September dann „Volle Vielfalt Afrika“ mit Talks, Vorträgen und Live-Musik bei PlanetArt.

https://kulturexpresso.de/rosaana-velasco-fuehrt-nabu-abstimmung-unter-300-bildern-fuer-planetart/




25 Jahre Jazzkantine – Die Browntown-Band tourt bald mit neuem Album „Mit Pauken und Trompeten“ durch die alte BRD

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Musiker „schlafen heute doch lieber im Hotelbett, die Nächte sind irgendwie länger geworden, es gibt ein paar neue Gesichter und wir sind nicht mehr die Jüngsten“, heißt es im quadratisch, praktischen Faltheft, die der neuesten, der achten CD der Jazzkantine mit dem Titel „Mit Pauken und Trompeten“ beiliegt, die auf dem Boden der Redaktionsstube liegt, während merkwürdige Musik aus den Boxen schallt. Deutschgesang in Rythm, Jazz, Rap und Funk.

Die CD ist druckfrisch. Sie erschien am 23. August 2019. Und nicht mehr lange, dann startet die Tour zum Album und zwar im Oktober diesen Jahres.

Die Band gilt in deutschen Landen und bei Jazzliebhabern weltweit als Musik-Dinosaurier. Schließlich blicken die Bandmitglieder auf 25 Jahre Jazzkantine zurück. Die Braunschweiger würden sicherlich für sich behaupten, gewachsen und gereift zu sein, quasi „gestählt durch unzählige Gigs in kleinen schmuddeligen Clubs, aber auch in piekfeinen Theatern und in riesigen Arenen“, wie es in einer Pressemitteilung einer PR-Agentur vom 9.9.2019 heißt.

Darin erwähnt wird, dass die Jazzkantine „bis dato um die 1.500 Konzerte gespielt“ sowie „das Schönste und Schlimmste, Aufregendste und Außergewöhnlichste aus allen Musikwelten erlebt“ habe. In dem Stück „Eine Ehre“ an „alle Wegbegleiter“ und „alle Mitstreiter“ werden einige Orte aufgezählt und abgesungen. Letztendlich geht „die Show … weiter!“ Nebenbei bemerkt: Hip-Hop traf auch Ballett.

Die Jazz-Rap-Band aus Browntown beziehungsweise Braunschweig, die von Ole Sander, Matthias Lanzer und Christian Eitner gegründet wurde, hört nicht auf. Und wer gerne eine aparte Mischung aus Jazz, Funk und Rap hören mag, möchte der Jazzkantine die Ehre geben und das Geld für die CD.

Eitner, Bandleader, Bassist und Produzent, hat auch im Monofon-Studio in Braunschweig die Lieder aufgenommen und gemischt.

Hier noch die Daten für die 2019er Tour „25 Jahre Jazzkantine“ durch die alte BRD

  • 19.10.2019 – Brilon, Jazznacht
  • 20.10.2019 – Kassel, Theaterstübchen
  • 23.10.2019 – Braunschweig, Westand (ausverkauft)
  • 24.10.2019 – Berlin, frannz
  • 25.10.2019 – Hamburg, Fabrik
  • 26.10.2019 – Minden, Jazzclub
  • 27.10.2019 – Würzburg, Jazzfestival
  • 28.10.2019 – Aschaffenburg, Colos-Saal
  • 29.10.2019 – Osnabrück, Lagerhalle
  • 01.11.2019 – Freiburg, Jazzhaus
  • 02.11.2019 – Stuttgart, BIX (ausverkauft)
  • 03.11.2019 – München, Technikum
  • 05.11.2019 – Nürnberg, Hirsch
  • 06.11.2019 – Ravensburg, Landesjazzfestival Baden-Württemberg
  • 07.11.2019 – Duisburg, Mercatorhalle
  • 08.11.2019 – Braunschweig, Westand (Zusatzkonzert)

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Internationales Yixue Art Festival mit Friedensmeditation und Konzert

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Internationale Yixue Art Festival, dessen Bezeichnung freilich auf englisch daherkommt, ist ein feiner Lichtblick mitten im Herzen des deutschen Hauptstadt. Auf dem Weg zur Kreuzberger Kneipen- beziehungsweise Restaurant-Galerie Reds Deli, beim Umsteigen vom M48er, 200er oder 300er Bus, die man erst noch auseinanderhalten lernen muss, lief man am Donnerstagabend vor Sonnenuntergang unweigerlich dem Yixue Art Festival über den Weg. Harmonische, angenehme Klänge bremsten die Schritte derjenigen, die zielstrebig die Bushaltestelle des M41ers am Denkmalstummel vor dem U-Bahn-Eingang Potsdamer Platz ansteuerten.

Das Internationale Yixue Art Festival – eine Überraschung am Potsdamer Platz

Die Hauptbühne des „International Yixue Art Festivals“. Rechts die Dirigentin, links daneben Wei Ling Yi. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Eine freundliche Dame mit Flyern in der Hand und einem Japan-T-Shirt lauscht insbrünstig hingegeben der Musik. Dann erklärt sie, dies sei die Generalprobe für das Konzert am Freitag. Da fände die Friedensmeditation statt. Also ein Konzert. Nein, eher eine Friedensmeditation am Freitag um 19 Uhr, zu der das Konzert dazugehöre. Frieden? Finde ich gut. Die vergangenen Jahre konnte einem ja schon manchmal etwas schwummerig werden. Libyen, Syrien, Nigeria, der Jemen, Nordkorea, Indien und Pakistan, die mit dem Säbel rasseln, Afghanistan, Kurdistan, ach nee, das gibt es ja gar nicht, der Irak, Iran? … Wo soll man aufhören? Wie lang ist die Liste? Wenn da mal jemand sich aktiv um den Frieden kümmert: Applaus!

Die Generalprobe für das Konzert zur Friedensmeditation am Freitag den 31. August 2019 zieht bereits Publikum an. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Japan? Yixue ist doch ein offensichtlich chinesisches Wort. Die Kleidung hatte die Dame in dem Moment gar nicht beachtet. Die Friedensmeditation am Freitag, den 30.8. fände mit Großmeister Wei Ling Yi statt (sprich: Wej Ling I), der vor 20 Jahren aus China nach Berlin gekommen sei, um Qigong zu üben (und zu lehren) (sprich: Tchi-gung, bedeutet soviel wie mit mit der Lebenskraft, Wilhelm Reich nannte es Lebenskraft, China nennt es Tchi/ Qi).

Die Generalprobe am Donnerstag, den 30.8. für das Konzert mit Friedensmeditation beim Yixue Art Festival am Freitag, den 30. August 2019. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Berlin kann glücklich schätzen, soviele Gäste zu haben. Wei Ling Yi gründete eine Qigong-Schule und initiierte letztlich dieses Festival.

Was gibt‘s beim Yixue Art Festival?

Dirigentin, Solisten, Hauptbühne am Potsdamer Platz. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Es begann am Donnerstag, den 29.8. und geht bis einschließlcih Samstag. Es gibt am Feitag abend um 7 Uhr das erwähnte Konzert zu Friedensmeditation, Open-Air-Musik und – Tanz sowie einen Künstlermarkt. Das ganze „“bunt, fröhlich, bewegend“ und „für alle“, verspricht der bunte Hochglanz-Handzettel. Fröhlich scheint es, bunt ist es, bewegen tut es viele Zuhörer. Die Generalprobe, die nicht auf der Bühne selbst stattfand, (also eher eine Hauptmanns-, Major, oder Leutnantsprobe war), da der Bühnenaufbau noch nicht abgeschlossen war, zog bereits ein Publikum der größenordnung an, das man das Ganze für ein Konzert und nicht nur eine Konzertprobe halten konnte.

Ein zweiter Zettel wird uns in die Hand gedrückt, erst in Reds Deli stellt sich heraus, das es sich um die hell bedruckte Rückseite handelt. Am Sonnabend, den 31. August 2019 finden das Mutter-Erde-Fest und die Street-Parade statt, eine Straßenparade. „Live-Music, Dances, Cultures“ verheißt der Flyer. „Al are invited!“ Das klingt doch gut. Umsonst und draußen, das ist etwas, was man in diesen heißen Augusttagen vertragen kann.

Ablauf Samstag

11 Uhr Berlin, Gendarmenmarkt – Brandenburger Tor – (das unsere Geldmünzen, zum Beispiel die 50 Cent schmückt) – Potsdamer Platz.

13 Uhr Bühnenprogramm auf dem Potsdamer Platz an der Verkehrsampel aus den 20er Jahren, als der Doppelplatz Potsdamer/ Leipziger der verkehrsreichste Europas war.

„Infos zum Event info@yixue.de oder 0176-568 561 16.“

Die Website heißt http://www.yixue.de .




Musik mit Eis und Eistee. Großer Bahnhof in Charlottenburg mit Konzert

Berlin-Charlottenburg, Deutschland (Kulturexpresso). Musik und Tanz, wenn es jemand mag, das ist neu am Stuttgarter Platz in Charlottenburg. Einst reichste Stadt Preußens, meckerten die Stadtoberen, dass der Bahnhof so weit von der Stadt entfernt sei. Die kurfürstliche Privatstadt mit seinem regelmäßigen Straßenmuster links und rechts der Wilmersdorfer, jedoch nördlich der Zillestraße war 1882 noch etwas kleiner. Die Kaiser-Friedrich-Straße wurde zur Erschließung neu angelegt zwischen dem königlichen Küchengarten am Schloss und der Station. Was jenseits, also südlich war, interessierte wenig. Wilmersdorf war weit, Halensee bot Spargelfelder, der Kurfürstendamm ging nur bis zum Olivaer oder Adenauerplatz, der selbstverständlich nicht so hieß.

Doch bald gestaltete sich neues Leben um den Bahnhof – übrigens nicht der erste in der Stadt. Bereits fünf Jahre vorher gab es einen Halt auf der Ringbahn mit acht Gleisen, „Charlottenburg“ genannt und dann zur Vermeidung von Missverständnissen Charlottenburg-Westend.

Deutschlandweit hatte die Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts die Welt verändert. Noch vor Gründung des Deutschen Reiches 1871 eroberte sie die Städte und machte Dampf. Die Gesellschaften waren bald staatlich und erhielten riesige Flächen. In Berlin wurden jüngst viele von der Deutschen Bahn veräußert, um dem Druck von Büro- und Wohnungsbau nachzugeben.

Doch die Bahn hat ein Imageproblem. Während jahrzehntelang vielerorts Haupt- Ecke Bahnhofstraße die Musik spielte, im übertragenen Sinne, handelt es sich bei den wenigen noch geöffneten und nicht zweckentfremdeten Bahnhöfen eher um zugige Durchgangsstationen voller Süßigkeitenpapier und Zigarettenkippen, die man so schnell wie möglich zu verlassen trachtete.

Damit soll jetzt Schluss sein. Ade tristesse! Musik und Tanz statt Totentanz.

Musik mit Eis und Eistee: Volles Programm

Hier gibt es Honig und Eistee. Keine Bude, sondern ein Pop-up-Store. Das neue Bahnkonzept am Stutti in Berlin-Charlottenburg. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Beispiel Bahnhof Charlottenburg: Mit ein bisschen Farbe und Bänken zum Handyaufladen fing es an. Der Durchgang wird verschönert und jetzt ist vor dem Bahnhof richtig was los.

Am Sonnabend erst die Musik-Band „Ajvar“ von 13.15 – 14.15 Uhr, dann das Duo „Martina Bárta“ von 14.45 – 15.40 Uhr.

Ab 16.30 bis 17.30 Uhr dann die Musik-Band „Joao and friends“.

Ajvar ist ein würzige Paprikapaste. „Wie Sambal oelek, aber nicht so 7scharf“, erklärt mir Vlad vom Eisteestand, der eine Bude ist. SORRY: Ein Pop-up-Store. Ein Regalbrett hängt schief von der Wand, die Ware droht in den Raum zu stürzen. Es ist die erste Pop-up-Wagenburg der Architekten. Diese verteidigen sich für die Unperfektheiten damit, dass sie noch lernten.

Vlad
arbeitet für die Firma „tealer“. Der eingängige Spruch lautet:
Let me be Your Tealer“. Drei Sorten Eistee bietet er an in den
beiden Boxen. Darjeeling mit Mango, Zitronengrastee und eine Variante
mit Apfel. Er
will nicht
bundesweit
expandieren, sondern sich langsam hocharbeiten. Sonst leide die
Qualität, und das will er
nicht. Er kocht den Tee in Berlin in einer
biologisch zertifizierten Küche. Reinigungsmittel, die er eigentlich
verwenden würde, kommen dort nicht in die Küche. Eistee
herstellen
ist Handarbeit. Auf
dem Bahnhofsvorplatz
spricht Vlad das Publikum an, das ihm an den Lippen klebt. Der laue
Sommerabend ist der Vorabend des Musikevents. Die Fahrradbude mit
dekorativ
aufgemaltem
Straßennetz an der Seite hat schon zu, der Eisladen ebenfalls. Die
gesamten Sitzgelegenheiten verschwinden später noch im Bauch der
Boxen. Wir sind mit dem Fahrrad unterwegs, Vlad bietet mir einen
Schluck Mango-Darjeeling-Eistee an. Nach gelöschtem Durst stellt man
fest. Die Mango schmeckt nicht vor.

Was
im Winter mit dem Eisteeabsatz wird, darüber denkt bei der
gegenwärtigen Hitze niemand nach. Doch
Qualität
geht ja
wohl
immer.

Auch die Kurzen kommen nicht zu kurz

Begleitend zum Konzertprogramm Kinderbetreuung: 13-15 Uhr Zauberkunst und Ballontierbasteln, von 14-17 Uhr Kinderschminken.

Fazit

An diesem schönen Beet wurde nur vorbeigeeilt, jetzt laden tagsüber Sitzgelegenheiten zum Verweilen bei einem Eistee ein. In der braunen Bude gibt es von 13-19 Uhr Eis, der Fahrradladen links hat auch diese Öffnungszeiten. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Eine
gute Sache, die die Bahn hoffentlich nicht zuviel kostet.
Projektentwicklung, Büdchen, Auf- und
Abbau für die Konzerte. Werden
die Fahrkarten billiger? Die
Bahn muss bald vielleicht nicht mehr die volle Mehrwertsteuer
berechnen. Schon jetzt wird nicht versprochen, die Ersparnis
weiterzugeben (7 statt 19%); wahrscheinlicher ist die Investition der
freiwerdenden Mittel in Schienennetz und neue Wagen und Loks. Ob die
Bahn auch in der Stadterneuerung eine Lokomotive sein kann, ist noch
offen.

Statt
schnell und durstig über eine Steinwüste zu huschen, verweilt man,
kann sich setzen, den Durst stillen, Zeitung oder Handy lesen. Das
Wohnlichermachen des Platzes ist zunächst einmal
zweifellos
etwas Gutes.

Die
Eisteebuden sind begrünt, das verbessert das Klima ungemein, das
Mikroklima auf dem Platz.

Weitere Verbesserungen betreffen die Kultur: Das Kino Klick in der Windscheidstraße musste schließen, zurzeit wird wenigstens Freiluftkino auf dem Platz gezeigt. Kunst, Kultur und Kommerz sollen sich ergänzen in einem Ort der Begegnung. Am Bahnhof Charlottenburg ist viel Platz, dieser wird vielleicht jetzt besser genutzt.

Verkehrsanbindung des Bahnhofs Charlottenburg am Stuttgarter Platz

Fern- und S-Bahn fahren zum „Stutti“, wie viele umgangssprachlich den Stuttgarter nennen, aber auch die U-Bahn Wilmersdorfer und viele Bushaltestellen sind in der Nähe: Die M49 an der nahen Kantstraße, der 109er vom Zoo zum Flughafen Tegel, der neue 309er zur Schloßparkklinik mit seiner Endhaltestelle U-Bahn Wilmersdorfer Straße).

Englischer Name

Das neue Konzept der Bahn heißt – wie könnte es anders sein – mit einem englischen Namen „Smart City“. Wir wünschen der Deutschen Bahn (DB) viel Glück, brauchen wir sie doch in Gretas Zeiten mehr denn je.




Jakob-Festival im Lüneburger Kurpark – Kunst und Musik an einem 1a Ort

Lüneburg, Deutschland (Kulturexpresso). Das Jakob-Festival im Lüneburger Kurpark am 23. und 24. August 2019 in Lüneburg ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Gutes Wetter für die gute alte Kurmuschel und die Besucher und Zuhörer sowie ein wunderbare Stadt drumherum. Da das Festival zwei Tage dauert, ist eine Übernachtung Pflicht. Samstag abend könnte man auch noch bleiben und den Sonntag zum Chillen an der Ilmenau, zum Spazierengehen mit wenig Autoverkehr oder zum Besuch einer der historischen Kirchen nutzen, die älter sind als die Vereinigten Staaten.

12-16jährige können
mit Erlaubnis ihrer Erziehungsberechtigten kommen. Unter 12jährige
müssen in Begleitung dieser sein; haben dafür freien Eintritt!

Parkplätze gibt es
wenig am Park, dafür ist der Park schon groß und bietet viele
Möglichkeiten. Neben einem Spielplatz gibt es
Trainingsmöglichkeiten, ein Gradierwerk, ein Seminarhotel
(„Seminaris“), Bademöglichkeiten („Salü“ geschlossen?),
Kneipptretmöglichkeit, Minigolf, Enten im See, einen Springbrunnnen
mit einer prächtigen Fontäne und und und. Einkaufsmöglichkeiten
sind nicht weit weg. Einen Supermarkt gibt es in der historischen
Saline am Deutschen Salzmuseum. Getränke kann man natürlich nicht
auf das Festival mitnehmen.

Wer kommt zum Jakob-Festival im Lüneburger Kurpark?

Am Samstag geht es ab 13 Uhr los. Auf dem Programm stehen folgende
Künstler und Bands:

KEI.JTO,
J.O.D., HERMINE FLANGER, HAVINGTON, KOTA CONNECTION, WIZTHEMC, CATT,
MADANII, BRASS RIOT und
AROMA.

Am
Freitag Beginn um 17 Uhr mit OBSTI, DOTA und ZWEIRAUMSILKE.

Lage des Kurparks und Anfahrt

Das Jakob-Festival im Lüneburger Kurpark ist gut gelegen und prima mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wanderbegabte schaffen es vom Bahnhof auch locker zu Fuß über den Sand, die Rote Straße und Lindenstraße. Der Kurpark liegt dann hinter dem Stern, das ist die Kreuzung an der Hauptpost, von der in 5 Richtungen Straßen abgehen. Zwischen Uelzener und Soltauer liegt der Park mit der Kurmuschel.

Wer
wirklich nah heranfahren muss oder sich fahren lassen (mit dem
Taxi?), sollte vielleicht am besten die Uelzener Straße an der
Fontäne ansteuern. Vom Brunnen aus ist die Rückseite der Kurmuschel
schon zu sehen und am 23. und 24. August bestimmt auch zu hören.

Vom
Bahnhof und dem größten Platz, Am Sande, fahren mehrere Busse zur
Haltestelle Kurpark, unter anderem die 5003 und 5007. Die Lüneburger
Busse sind teil des HVV (Hamburger Verkehrsverbunds).

https://jakob-festival.de

PS: Punkt 12 der Veranstaltungsordnung besagt übrigens:

„Auf dem
Jakob-Festival gilt: Nazis müssen draußen bleiben! Außerdem werden
rassistische, sexistische, homophobe und andere Belästigungen sofort
geahndet. Verbotene Symbole jeglicher Form, Propagandamaterial sowie
volksverhetzende Musik sind strengstens untersagt.“




Rudolf Jankuhn – Roaring Twenties: Ausstellung mit Konzert in Weißensee

Berlin-Weißensee, Deutschland (Kulturexpresso). Rudolf Jankuhn – Roaring Twenties wird eine Ausstellung in Sepp Maiers 2raumwohnung. Diese Galerie ist tatsächlich eine Zweizimmerwohnung. Zum Silbensparen und als Bildung nationaler Identität hießen Zwei-Zimmer-Wohnungen in der DDR Zwei-Raum-Wohnung. Obwohl Berlin (Ost) wegen des Viermächtestatus nie offiziell Teil der DDR sein durfte, breitete sich die Hauptstadt de facto im Ostteil Groß-Berlins aus. Acht Bezirke (von 20) war der sowjetische Sektor groß (Berlin Ost)). Herauszufinden, wann der Terminus „Zweiraumwohnung“ aufkam, überlassen wir der Sprachgebrauchsforschung, der Germanistik und der Linguistik. Fakt ist, dass er sich durchsetzte – naheliegend, dass es sich um einen Begriff der kommunalen Verwaltung handelte, die sich durch die Diktatur (des Proletariats) und ihre zentrale Lenkung überall verbreitete. Die Beharrlichkeit ehemaliger DDR-Bewohner, die Gewohnheit sowie die Unbewusstheit, dass in Deutschland zwei Begriffe für ein und dasselbe entstanden waren, führten zum Überleben der „Zwei-Raum-Wohnung“. Eine dieser Wohnungen wurde zur Galerie.

Sie scheint Sepp Maier zu gehören. Der erfolgreiche Fußballer war aber noch nicht dort gewesen. Hatte er sie als Geldanlage gekauft? Betongold in Weißensee? Achim Seuberling wird es wissen. Er ist unter der Adresse der Zweiraumwohnung Langhansstraße 19 in 13086 Berlin erreichbar sowie unter Telefon (030) 34 35 32 56. Geöffnet ist mittwochs von 15-19 Uhr. Das ist natürlich nicht viel. Aber die Langhansstraße ist nicht der Ku‘damm. Hier rattern die Straßenbahnen entlang zum Beispiel der Linie 12 und M13. Vorne am Antonplatz, wo das Kino Toni ist, fährt auch noch die M4 vom und zum Alexanderplatz. Gratis arbeiten geht nicht und üblicherweise flaut nach einer Vernissage das Interesse an einer Kunstausstellung etwas ab. Doch hier kann man immerhin Rudolf Jakuhn sehen, einen lebenden Berliner Künstler, der schon lange im Geschäft ist und trotzdem den Ball flachhält. Demut ist eine Tugend. Jankuhn beherrscht sie.

Rudolf Jankuhns Arbeit und Werke

Rudolf Jankuhn vor seinen Werken. Künstler will er nicht genannt werden, das ist ihm zuviel Ehre. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Rudolf Jankuhn ist Schriftsteller und Künstler. Das ist eine neutrale Feststellung. Doch möchte der Autor nicht so bezeichnet werden. Er nennt sich Bildgestalter und Texter. Er hat bereits eine ganze Reihe Bücher herausgebracht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Reihe heißt „Werkhefte“. Sie begleitet sein Werk. Wird von seinem Werk begleitet. Etwa ein Dutzend Bände gibt es schon. Jankuhn hat als Verfasser Übung. Üblicherweise enthält jedes „Heft“ eine Menge Abbildungen.

Wir fragen ihn: „Was war zuerst da, die Bilder oder die Texte?“ Eine Frage wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Schwer zu sagen.

Jankuhn antwortet, dass die Bilder zuerst da waren, aber die Texte ihm heute wichtiger sind. Letztlich sind beide nicht zu trennen. Wer macht bei den Coen-Brüdern was? Sie arbeiten eben zusammen. Wenn Verfasser und Künstler, wir bitten um Entschuldigung, Bildgestalter, ein und dieselbe Person sind, ergänzt sich beides eben eng. Wirkt zusammen.

Rudolf-Jankuhn-Vernissage und Konzert: Das Natalia-Mateo-Trio spielt über eine Stunde

Plakatausschnitt „Roaring Twenities“ von RJ. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Nun also wird es aktuell in Berlin eine Ausstellung von Jankuhns Werken geben. In Weißensee. Seit 1920 ein eigener Bezirk von Groß-Berlin, in der DDR, zu der Ost-Berlin offiziell nicht gehören konnte, de facto aber schon, gesellten sich später noch drei Bezirke in der Nachbarschaft hinzu. Im Rahmen der Bezirksreform verschwand am 1. Januar 2001 der Bezirk Weißensee von der Bildfläche. Statt 20 Bezirken hat Berlin nur noch 12; Weißensee ist nur noch ein Ortsteil des Bezirks Pankow.

Dazu ein Konzert, das für eine Vernissage untypisch lang ist und damit eher eine normale Konzertlänge erreicht. Es sind also eigentlich zwei eigenständige Veranstaltungen in einem. Zwei zum Preis von einem – bei freiem Eintritt.

Veranstaltungsdaten zu Rudolf Jankuhn – Roaring Twenties

Bildgestalter Rudolf Jankuhn vor seinen Werken. Im August 2019. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Was?

Vernissage mit Konzert des Natalia-Mateo-Trios, das in zwei Zeitfenstern vor und nach den Reden insgesamt eine Stunde und 20 Minuten dauern soll.

Wann?

Die Vernissage findet am Freitag, den 23. August 2019 um 19 Uhr statt.

Die Ausstellung dauert vom 24.8. bis 28.9.2019, also von Ende August an fast den ganzen September. Mittwochs 15-19 Uhr.

Wo?

Sepp Maiers Zweiraumwohnung (2raumwohnung), Langhansstraße 19, in 13086 Berlin. Das liegt im Ortsteil Weißensee des Bezirks Pankow nicht weit vom Prenzlauer Berg.

Plakat-Ankündigung der Rudolf-Jankuhn-Ausstellung „Roaring Twenties“. 24.8.-28.9. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Die Website des Veranstaltungsorts lautet

http://seppmaiers2raumwohnung.de/

(Am 10.9.’19 um 10 Uhr soll dann hier Lingulinos Kindertheater steigen, für Kinder ab dem Alter von 2 Jahren.)