Vom Singapur Sling bis zum James-Bond-Felsen – Unter Segeln von Singapur nach Phuket

Singapur; Phuket, Thailand (Kulturexpresso). Frauen und Alkohol? Zumindest in der Öffentlichkeit war diese Kombination vor hundert Jahren vielerorts noch tabu. Bis einem Barkeeper in Singapur eine Erfindung gelang, die den Damen der feinen Gesellschaft ein unverhofftes süßes Geheimnis bescherte. Denn auf der Grundlage von Beefeater Gin schüttelte er einen Cocktail aus dem Ärmel, der auf den ersten Blick als harmloser Fruchtsaft durchgehen konnte. Damit war der „Singapur Sling“ aus der Taufe gehoben, der schon bald seinen Siegeszug durch die Getränkekarten der Welt antrat.

Singapur-Sling-Kultur in der Long Hall in Singapur. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

In der kleinen Marina Bay unweit des
historischen Stadtkerns wartet bereits die „Star Clipper“. Im
Stil einer historischen Viermast-Barkentine ist sie unterwegs durch
die Inselwelt Südostasiens. Ihr jetziges Ziel ist die Straße von
Malacca, eine Meerenge zwischen der malaiischen Halbinsel und der
indonesischen Insel Sumatra. Schon heißt es „Leinen los!“, und
angetrieben von warmen tropischen Winden gleitet der schmucke
Viermaster in der Tradition der alten Clipper-Schiffe mit prallen
Segeln hinaus aufs Meer.

Zentrum des Gewürzhandels

Mini-Las Vegas auf der Insel Langkawi. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Mitten hinein in die einstmals gefürchtete Hochburg der Piraten, die in dem Gewirr von Inseln und Inselchen stets auf der Lauer lagen um Beute zu machen. Besonders vor der Stadt Malacca, der einst durch einträglichen Gewürzhandel reichsten Stadt der Welt. Ganz anders präsentiert sich die malaysische Insel Langkawi. Sie verfügt über einen landschaftlich reizvollen Naturpark, in dem Fledermäuse lässig von Höhlenwänden herabhängen, Seeadler kraftvoll durch die Lüfte kreisen und aufdringliche Affen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen.

Höhlenfelsen in der Bucht von Ao Phang Nga. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Langkawi bedeutet gleichzeitig auch das Ende des langen Anlaufs zur Andamanensee, jener bezaubernden Welt voller tropischer Überraschungen. Besonders die Bucht von Ao Phang Nga scheint mit ihrer spiegelglatten Wasseroberfläche einer anderen Sphäre zu entstammen. Ebenso wie der Ko Hoong-Archipel mit seinen verkarsteten Kalksteinkegeln, die hier wie in einer bizarren Märchenlandschaft die Fantasie anregen.

James Bond auf der Spur

Selbst ernanntes Bond-Girl am James-Bond-Felsen. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Den größten Leckerbissen in dieser Zauberwelt bietet der inzwischen zu legendärem Ruhm gelangte James-Bond-Felsen. Es ist eine steil aufragende Gesteinsformation, der einst in dem Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ die Rolle eines Hauptdarstellers zufiel. Roger Moore hätte heute seine Freude daran, den selbsternannten neuen Bond-Girls beim Posieren in die leuchtenden Augen zu schauen.

Bambusfloß unter Bambusflora bei Phuket. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Einen ähnlichen Höhepunkt stellt auch der vom Meeresnationalpark Ko Similan aus stattfindende Schnellboot-Ausflug dar. Hinüber zu jenem Landstrich, dem die Tsunami-Flutwelle im Jahr 2004 erheblich zusetzte. Heute lässt eine romantische Bambusflora kaum noch Rückschlüsse zu auf die damalige Katastrophe. Schon gar nicht auf einem leicht manövrierbaren Bambusfloß, das unter Licht durchfluteter Bambusflora gemächlich ein munteres Flüsschen hinab gleitet.

Zeichen des Mahuts

Elefant auf dem Heimweg zum Elefanten-Camp. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Auch ein in der Nähe errichtetes
Elefanten-Camp strahlt nichts mehr aus von den Schrecken, die eine
aus den Fugen geratene Natur einst heraufbeschwor. Im Gänsemarsch
ziehen die Dickhäuter hinunter zum Fluss, um sich ebenso geduldig
wie genüsslich im Wasser abschrubben und von zarten Händen
streicheln zu lassen. Eine wunderbar entspannte Stimmung, die mit
einem Zeichen des Mahuts hin viel zu früh zu Ende geht.

Singapur Sling an der Tropical Bar des Schiffes. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

So wie auch die abenteuerliche Schiffsreise selbst, die in der Patong-Bucht der thailändischen Insel Phuket ihren jähen Abschluss findet. Schon gehen die neuen Gäste mit neugierigen Blicken in der Takelage des Clippers spazieren. Ob sie wohl auch ihre Erfahrungen sammeln an der Tropical Bar des Schiffes bei einem Singapur Sling der Extraklasse?

Unter weißen Segeln durch die Andamanensee. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Reiseinformationen „Star Clipper“ / Singapur bis Phuket

Anreise: Günstig mit Singapore Airlines als Star-Alliance-Flug nach Singapur, Web: www.singaporeair.com; empfehlenswert: Zwischenstopp in Singapur; von dort mit Bus oder Taxi zur Anlegestelle Marina Bay.

Einreise: Erforderlich für Singapur, Malaysia und Thailand ist ein noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass. Ein Visum ist nicht erforderlich.

Reiseroute: Singapur; Malaysia (Malacca-Langkawi); Thailand (Andamanensee-Phuket)

Schiffsatmosphäre: Die „Star Clipper“ als luxuriöser Nachbau der großen Segler des 19./20. Jahrhunderts ruft die Tradition jener Tage wieder wach und bringt sie in Einklang mit der eleganten Atmosphäre einer Megayacht.

Kabinen: Fast durchweg Außenkabinen, ausgestattet mit Farbfernseher, Telefon, Safe sowie komfortablem Bad.

Buchung und Auskunft: Empfehlenswert über den Reiseveranstalter „Star Clippers Kreuzfahrten Gmbh“, Konrad-Adenauer-Straße 4, 30853 Langenhagen, Telefon: gebührenfrei 00800-78272547 oder 0511-7266590, Fax 0511-72665920, E-Brief: info@star-clippers.de, Heimatseite im Weltnetz: www.star-clippers.de oder die Reisebüros Ihres Vertrauens.

Unterstützungshinweis:

Vorstehende Reportage von Dr. Bernd Kregel ist eine Erstveröffentlichung. Die Recherche wurde unterstützt von Star Clippers Kreuzfahrten.

Anmerkung:

Der Beitrag von Dr. Bernd Kregel wurde unter der Überschrift Segelabenteuer in Fernost – Von Singapur zur Andamanensee am 12.11.2019 im WELTEXPRESS erstveröffentlicht.




Natur- und Kulturlandschaften am Mekong zwischen Vientiane und dem Goldenen Dreieck

Vientiane, Laos (Kulturexpresso). Das Abenteuer beginnt in Vientiane, jener abseits vom Weltgeschehen gelegenen Hauptstadt der Volksrepublik Laos. Auf der Suche nach ihrer eigenen fernöstlichen Identität sind ihr die Hinterlassenschaften des französischen Kolonialreiches noch ebenso anzumerken wie die zerstörerischen Ereignisse des Vietnamkrieges. Ein riesiges Staatsmonument in Form eines hoch aufragenden goldenen Stupas soll dem erhofften Aufbruch in die Zukunft Ausdruck verleihen.

Goldener Stupa als Staatssymbol in Vientiane. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Wichtiger jedoch als jede menschliche
Einflussnahme ist die Lage der Stadt am Ufer des mächtigen Mekong.
Jenem Fluss der Flüsse, der quer durch Südostasien wie ein roter
Faden die Länder China und Vietnam miteinander verbindet. Längst
sind die Leinen los, und die „Mekong Pearl“, ein für solche
Abenteuer bestens geeignetes Fluss-Kreuzfahrtschiff, nimmt Fahrt auf.

Schiffsanlegestelle am oberen Mekong. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Tropische Vegetation

Kapitän Bualao und Navigator Vansee auf der Brücke sind dabei nicht zu beneiden. Ihre innere Anspannung ist ihnen anzumerken, als sie inmitten schäumender Stromschnellen und gefährlich aus dem Wasser herausragender Felsformationen eine sichere Fahrrinne auszumachen versuchen.

Kapitän und Navigator auf der Brücke. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Erst langsam legt sich die Spannung, sodass statt der Oberfläche des Flusses die tropische Vegetation an seinen Ufern ins Augenmerk gerät. Es ist ein Flächen deckendes Grün in allen Schattierungen: von Trockenreis-Plantagen und Bambuswäldern bis hin zu Teakholzgiganten und Bananen-Blattdickicht.

Tempel-Dachkonstruktion in Luang Prabang. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Prächtig geht es demgegenüber zu in der alten Königsstadt Luang Prabang. Eingerahmt vom Ufer des Mekong und dem heiligen Phousi-Berg, spiegelt sich hier die buddhistische Tradition wider, die Laos seine religiöse Identität verleiht. Diese verkörpern nicht nur die zahlreichen buddhistischen Tempel, sondern auch das ehrwürdige Nationalmuseum in Zentrum der Stadt.

Geburt und Wiedergeburt

Almosengang der Mönche in Luang Prabang. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Am meisten jedoch berührt der
Almosengang der buddhistischen Mönche. Schweigend sind sie noch vor
Sonnenaufgang in ihren gelbrot getönten Gewändern bei ihrem
täglichen Rundgang durch die Straßen der Stadt anzutreffen. Dort
werden sie bereits erwartet von wohltätigen Menschen, die Ihnen
kleine Portionen von Lebensmitteln in ihre mitgeführten
Almosenschalen hineinlegen.

Buddhafiguren am Höhleneingang von Pak Ou. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Vielleicht nicht ganz uneigennützig seitens der Spender? Sollen doch die Taten der Barmherzigkeit eine Verbesserung des Karmas bewirken, ein Umstand, der irgendwann einmal von Nutzen sein könnte, um dem persönlichen Zyklus von Geburt und Wiedergeburt Einhalt zu gebieten. Auch die weiter oberhalb des Flussverlaufs gelegenen Pak Ou-Höhlen spiegeln diesen buddhistischen Geist wider. So ist es selbstverständlich, an diesem heiligen Ort ehrfurchtsvoll Kerzen an den Heiligenfiguren zu entzünden.

Hoffnungsvolle Perspektive

Geografisches Zentrum des Goldenen Dreiecks. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Kurze Zeit später kündigt sich gegen
Ende der Flussreise auch das Dreiländereck von Laos, Thailand und
Myanmar an. Jene legendäre Region, die einst wegen des hier in
großem Maßstab betriebenen Opiumanbaus als „Goldenes Dreieck“
traurige Berühmtheit erlangte. Doch diese nie ganz so goldenen
Zeiten sind nun wegen verschärfter Verbote zum Glück vorbei.
Darüber klärt auf thailändischer Seite ein erstaunlich modern
gestaltetes Opium-Museum auf, das ausführlich über die
Zusammenhänge vom einst lukrativen Opium-Anbau bis hin zu den
zerstörerischen Folgen des Opium-Konsums informiert.

Goldener Buddha am Goldenen Dreieck. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Demgegenüber steht heute die strahlende Monumentalstatue eines „Goldene Buddhas“, der mit seiner majestätischen Ausstrahlung symbolisch eine Alternative darstellt zum „Goldenen Dreieck“ vergangener Zeiten. Eine Entdeckung, die nach der abenteuerlichen Mekong-Erkundungsreise durch Laos zweifellos eine hoffnungsvolle Perspektive darstellt.

Elefantencamp am Mekong. © 2019, Foto/BU: Dr. Bernd Kregel

Reiseinformationen „Laos/Mekong“:

Anreise: Günstig mit Thai Airways von Frankfurt am Main über Bangkok nach Vientiane; zurück von Chiang Rai über Bangkok nach Frankfurt (Star Alliance)

Einreise: Für Laos ist neben einem noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass ein Einreisevisum erforderlich, das bei Bedarf vom Veranstalter beantragt wird.

Reisezeit: Empfehlenswert ist in dieser Klimazone die Trockenperiode von Oktober bis April. Legere Kleidung und in den Kabinen und öffentlichen Räumen wirken der Hitze entgegen.

Reieveranstalter: Als bewährter Spezialveranstalter gilt Lernidee Erlebnisreisen, Kurfürstenstraße 112, 10787 Berlin, Telefon: 030-786000. Fax -000632; team@lernidee.dewww.lernidee.de

Unterkunft: Während der Reie in der eigenen Kabine; bei Anreise in Bangkok: Anantara Riverside Resort & Spa; bei Abreise ab Chiang Rai: The Riverie by Katathani

Auskunft: Beim Reiseveranstalter und in den Reisebüros; oder: Botschaft von Laos: www.laos-botschaft.de; Königlich Thailändische Botschaft in Berlin: www.thaiembassy.de; Auswärtiges Amt: www.auswaertiges-amt.dewww.visit-mekong.com

Anmerkungen:

Vorstehende Reportage ist eine Kurzfassung der Erstveröffentlichung, die am 18.10.2019 im WELTEXPRESS erfolgte. Die Recherche wurde unterstützt von Lernidee-Erlebnisreisen.




Fotoreportage: Dornburger Schlösser über der Saale

Dornburg, Deutschland (Kulturexpresso). Eine Besonderheit an der Saale bilden die drei Dornburger Schlösser, eingebettet in eine gepflegte und dabei doch geheimnisvoll anmutende Gartenanlage.

Nebeneinander gruppiert auf einem steilen Muschelkalkfelsen hoch über dem Ufer der Saale, bilden sie von der Lage her eine Einheit. Dies gilt selbst dann, wenn sie als Altes Schloss, als Renaissanceschloss und als Rokokoschloss unterschiedliche Stilepochen repräsentieren. Schon Goethe sah sich veranlasst, inspiriert vom Geist dieser Anlage, seine stets sprudelnden Weisheiten zu Papier zu bringen. Oder aber, wie Gästeführerin Cornelie Mier mit Zitaten zu belegen weiß, sie unmittelbar an seine gebannt lauschende Zuhörerschaft weiter zu leiten.

Mehr Text im Beitrag Schöne Frauen und schöne Gärten an Saale und Unstrut von Dr. Bernd Kregel.




Schöne Frauen und schöne Gärten an Saale und Unstrut

Naumburg, Deutschland (Kulturexpresso). Wer war die „schönste Frau des
Mittelalters“? Gesucht wird die Aphrodite des europäischen
Nordens, deren natürliche Ausstattung und persönliche Ausstrahlung
geeignet wären, der antiken Schönheitskönigin ihren Thron streitig
zu machen. Die Suche führt hinein ins Gebiet von Saale und Unstrut.
Hier jedoch nicht, wie vielleicht erwartet, an eine der Stätten
weltlicher Lustbarkeit, sondern mitten hinein in den ehrwürdigen
Naumburger Dom.

Hier heftet sich der Blick inmitten
romanischer Säulen und Rundbögen sogleich an das lebensgroße
Standbild einer der Stifterfiguren. Es ist die legendäre Uta, die
nicht zuletzt wegen ihres erhöhten Standortes die Zeitläufte
unbeschadet überdauert hat. Stets vermochte sie es, im harmonischen
Miteinander von körperlicher Schönheit und persönlicher Würde den
direkten Beweis erbringen für den von ihr ausgehenden Zauber, der
bei ihren zahlreichen Verehrern bis heute Bewunderung hervorruft.

Fröhliche Farbigkeit

Türme des Naumburger Doms. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Wie das Standbild der Uta zeigt sich
auch der romanische Dom als formvollendet. So erweisen sich Standbild
und Bauwerk zugleich als Symbole für eine verwirrend vielfältige
Kulturlandschaft an Saale und Unstrut, die nun seit mehreren
Jahrzehnten mit Erfolg an ihr reichhaltiges kulturelles Erbe
anzuknüpfen weiß.

Nicht nur in Städten wie Naumburg mit
ihren schmucken Bürgerhäusern von einst. Darüber hinaus erinnern
auch die Schlösser im ländlichen Bereich an den ehemaligen Reichtum
der Region. Zugleich verweisen sie auf die Lebenskunst, wie sie auf
jeweils unterschiedliche Art gepflegt wurde. Dafür steht
beispielsweise Schloss Moritzburg nahe der Stadt Zeitz, umgeben von
einem Lustgarten aus dem 17. Jahrhundert.

Zauber eines Sommernachtstraums

Dornburger Rokokoschloss mit Gartenanlage. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Eine Besonderheit jedoch bilden die
drei Dornburger Schlösser, eingebettet in eine gepflegte und dabei
doch geheimnisvoll anmutende Gartenanlage. Schon Goethe sah sich
veranlasst, inspiriert vom Geist dieser Anlage, seine stets
sprudelnden Weisheiten zu Papier zu bringen. Ein zusätzliches
Erlebnis stellt heute die alljährlich veranstaltete „Dornburger
Schlössernacht“ dar. Ein Lichterfest der Superlative, das an einem
lauschigen Wochenende den Zauber eines Sommernachtstraums erfahrbar
macht.

Neben Landschaft und Architektur sind
es vor allem die Gartenanlagen, mit denen die Region punktet und
vielerorts „Gartenträume“ wahr werden lässt. So auch der
historische Kurpark von Bad Dürrenberg, der sich bereits seit
Kaisers Zeiten mit Palmenexotik und Blütenpracht großer Beliebtheit
erfreut. Mit Feuereifer ist man soeben dabei, sich auf die im Jahr
2022 stattfindende Landesgartenschau von Sachsen-Anhalt
vorzubereiten, mit dem ein florales Feuerwerk gezündet werden soll.

Glanzlicht der Region

Kurpark von Bad Lauchstädt. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Als ein Erbe der Gartenbaukunst im 19. Jahrhundert präsentiert sich auch die spätbarocke Kuranlage in Bad Lauchstädt. Einst konzipiert als Sommerresidenz des Kurfürstlichen Hofes in Dresden, entwickelte sich der Ort schnell zu einer Kinderstube der europäischen Badekultur. Und Goethe, soviel ist sicher, hatte mit Fragen körperlicher Natürlichkeit ohnehin keine Probleme. Er setzte noch eins obendrauf, indem er die Errichtung eines stilvollen Theaters inmitten der Kuranlagen unterstützte, das bis heute seinen Namen trägt.

Weinprinzessin Julia in Bad Sulza. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Im Anschluss an die Aufführungen trifft man sich, wie sollte es anders sein, natürlich bei einem anderen Glanzlicht der Region, dem Wein! Lange Zeit im Schatten von Rhein und Mosel, wurden die an Saale und Unstrut gekelterten Weine häufig unterschätzt. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Denn heute präsentieren sich die Weine der Region als filigrane frische Weißweine ebenso wie gehaltvolle Rotweine – ergänzt durch deftige Leckereien, die allein vom Duft her überzeugen. So steht einem beschwingten Abend an Saale und Unstrut nichts mehr im Wege.

Fotoreportagen

Mehr Bilder zum Beitrag in der Fotoreportage: Dornburger Schlösser über der Saale, in der Fotoreportage: In der Goethestadt Bad Lauchstädt und in der Fotoreportage: Naumburg an der Saale von Dr. Bernd Kregel.

Reiseinformationen „Saale-Unstrut“:

Anreise: Mit Bahn oder PKW über Halle (Nord), Erfurt (West) oder Jena (Süd) nach Naumburg und Umgebung.

Reisezeit: Ganzjährig; für Gartenkunst und Lebensart empfiehlt sich jedoch das Sommerhalbjahr.

Sehenswürdigkeiten: Freyburg: Rotkäppchen-Sektkellerei, www.rotkaeppchen.de; Geo-Naturpark, www.naturpark-saale-unstrut.de; Bad Dürrenberg: Kurpark und Gradierwerk, www.badduerrenberg.eu; Mücheln: Geiseltalsee, www.geiseltalsee.de; Bad Lauchstädt: Kuranlagen und Goethe-Theater, Zeitz: Schlosspark und Schloss Moritzburg, www.zeitz.de; Naumburg: Dom und Domgarten, www.naumburger-dom.de; Dornburg: Dornburger Schlösser, Bad Sulza: www.bad-sulza.de; „Gartenträume“: www.gartentraeume-sachsen-anhalt.de

nterkunft: Freyburg: Hotel Freylich Zahn, Lauchstädt: Kurparkhotel Lauchstädt, Auerstedt: Hotel Resort Schloss Auerstedt

Essen und Trinken: Zeitz: Wein- und Sektgut Hubertus Triebe, weingut-triebe.de; Naumburg: Gasthof Zufriedenheit, Großheringen: Weingut Zahn

Auskunft: Saale-Unstrut-Tourismus e.V., Topfmarkt 6, 06618 Naumburg, Telefon: 03445-233790, Fax -98, E-Mail: info@saale-unstrut-tourismus.de, Heimatseite im Weltnetz: www.saale-unstrut-tourismus.de

Unterstützungshinweis:

Die Recherche wurde unterstützt von Saale-Unstrut-Tourismus e.V.




Fotoreportage: Naumburg an der Saale

Naumburg, Deutschland (Kulturexpresso). Wie zu Goethes Zeiten erinnert die Landschaft seines Wirkungsbereiches an eine „Toskana des Ostens“. Sie sehen bitte selbst!

Mehr Text im Beitrag Schöne Frauen und schöne Gärten an Saale und Unstrut von Dr. Bernd Kregel.




Fotoreportage: Flussgenuss mit kulturellem Tiefgang

Potsdam, Stralsund, Deutschland (Kulturexpresso). Einst bewegte eine „Blaue Blume“ die Gemüter. Als Sinnbild der Romantik verzehrten sich die Künstler einer ganzen Epoche nach ihr, doch stets ohne Erfolg. Denn kaum hatten sie sich ihr in ihrem inneren Empfinden angenähert, entzog sie sich wie von Geisterhand gelenkt ihrem Zugriff. So blieb sie gleich einer ungreifbaren Fata Morgana auch weiterhin nur das imaginäre Symbol unerfüllter Träume und Sehnsüchte.

Doch auch jenseits der „Blauen Blume“ gab es im Zeitalter der Romantik Orte, vor deren spezieller Lichtkulisse sich bei sensiblen Menschen Gefühle verfestigten. Und dabei zum Anlass wurden, über sich selbst und seine Winzigkeit im riesigen Universum nachzudenken. Die Uferlandschaften von Ostsee und Oder gehören sicherlich dazu.

Mehr Text zu den Bildern im Beitrag Auf der Suche nach der „Blauen Blume“ – Auf Ostsee, Oder und Havel – Flussgenuss mit kulturellem Tiefgang von Dr. Bernd Kregel.




Geister und Fabelwesen, Wald und Baumwipfelpfad rund um Bad Harzburg

Bad Harzburg, Deutschland (Kulturexpresso). Mit Geistern und Fabelwesen erschafft
sich die Natur zuweilen ihre eigene Wirklichkeit. Ein Zusammentreffen
mit diesen illustren Gestalten ist daher nicht von vornherein
auszuschließen. Auch dort nicht, wo sie sich in unüberschaubarem
Gelände der Entdeckung durch neugierige Blicke entziehen. Eine jener
Landschaften, in denen man stets mit Überraschungen rechnen muss,
ist der Harz. Seinen geheimnisvoll raunenden Wäldern und den von
Nebelfetzen umhüllten Felsklippen gelingt es auch heute noch, dem
unbefangenen Wanderer einen gehörigen Schrecken einzujagen.

Den jährlichen Höhepunkt dieses schauerlichen Treibens bildet die Walpurgisnacht. Wenn der Teufel höchstpersönlich auf dem Brocken Hof hält und ihm eine Schar ausgelassener Hexen dabei in wildem Ritual zu Diensten ist. Jene wendigen Luftakrobatinnen, deren beschwerliche Anreise auf einem Besenstiel ihrer Begeisterung jedoch keinerlei Abbruch tut. Davon konnte sich einst Doktor Faust überzeugen, der sich in dubioser Begleitung zu diesem mitternächtlichen Spektakel hinaufwagte und dabei ungeahnt auch die höchsten Stufen der klassischen Literatur erklomm.

Sagen, Mythen und Legenden

Waldbaden am Harzburger Burgberg. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Den großen Schatz Harzer
Erzähltradition pflegt seit Jahrzehnten eine Ausstellungshalle auf
dem Bad Harzburger Burgberg. Detailverliebt gelingt es hier in
anschaulich gestalteten Schaukästen, die Welt der Harzer Sagen,
Mythen und Legenden erneut ans Tageslicht zu befördern und dabei
nicht zuletzt ein Stück der Harzer Volksseele freizulegen. So in der
Geschichte vom Wilden Reiter, der in seiner Gier nach Jagdbeute alle
Warnungen trotzig in den Wind schlägt und – entsprechend der
düsteren Vorahnung – den scharfen Hauern eines Keilers zum Opfer
fällt.

Auch die Burgruine selbst birgt ihre
Geheimnisse. Seinerzeit erbaut von König Heinrich IV. als prächtige
Trutzburg gegenüber den aufbegehrenden Sachsen, wurde sie bereits
kurze Zeit später fast völlig dem Erdboden gleichgemacht. Erst vor
wenigen Jahren, so Heimatforscher Horst Woick, fand man im
Burgbrunnen den Zugang zu einem Fluchtstollen hinaus ins Freie.

Sinnbild der Naturverbundenheit

Rabenklippe mit Blick auf Brocken. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Nur einen Steinwurf entfernt findet sich das neu errichtete Standbild des antiken Gottes Krodo. Um die Zeitenwende verehrt von den römisch-germanischen Legionen als ein Sinnbild tiefer Naturverbundenheit, ist seine Statue heute der Beginn eines „Besinnungsweges“, der an mehreren Stationen zur Meditation einlädt. Zum Beispiel am „Himmelsloch“, einer von Baumwipfeln freigehaltenen Öffnung nach oben, die auf eine andere Dimension verweist.

Dagegen lenkt die Station „Brockenblick“ das Interesse zurück auf den Boden der Tatsachen, wie sie sich aus dem Klimawandel ergeben. Dabei zeigt sich deutlich, wie unbedacht es war, die einstige Natürlichkeit des Harzwaldes allein aus wirtschaftlichen Gründen in die Monotonie von Fichtenplantagen zu verwandeln. Denn gegen anhaltende Dürre und den Ansturm von Borkenkäfern ist offenbar noch kein Kraut gewachsen.

Umbau des Waldes

Perspektiven des Baumwipfelpfades. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Oder doch? Ein Hauch von Hoffnung liegt in dem Lösungsvorschlag von Wanderführer Horst, der mit den natürlichen Zusammenhängen des Harzwaldes bestens vertraut ist. Eine mögliche Lösung des Problems sieht er nicht bei einer hektischen Wiederaufforstung im alten Stil. Vielmehr schwebt ihm ein Umbau des Waldes vor, der auf resistentere Baumarten setzt. Ein Umbau, der dem Waldboden einen größeren Spielraum zugesteht, um sich ungestört in einen natürlichen Urwald zurückzuentwickeln.

Als Fantasie
anregend erweist sich auch der „Baumwipfelpfad“ am Fuß des
Bugberges. Am Gebirgsrand des Nordharzes stellt er eine kleine
Sensation dar. Denn sein Holzsteg führt in luftiger Höhe mitten
durch die Baumwipfel eines Mischwaldes. So wird schnell deutlich,
welchen natürlichen Reichtum ein Wald der anderen Art darstellt.

Kiepenfrau und Luchsfütterung

Kiepenfrau auf dem Baumwipfelpfad. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

An einzelnen Haltepunkten macht
Begleiterin Eva Ronkainen zudem deutlich, wie Natur und Kultur bei
diesem Projekt zusammenwirken. An einer der Stationen erscheint eine
grob geschnitzte Holzfigur. Sie erweist sich als die legendäre
Harzer „Kiepenfrau“, wie sie einst die Rückseite der
50-Pfennig-Münze schmückte. Auf Knopfdruck berichtet sie aus ihrem
anstrengenden Leben in hoher Armut, bei dem es oftmals kaum zum
Überleben reichte.

Auch an den Rabenklippen kann die Stadt
mit ihren Pfunden wuchern. Gleichen diese doch einem
Abenteuer-Spielplatz ungestümer Riesen. Doch ist es nicht allein das
mächtige Felsengewirr, das die Besucher anlockt. Vielmehr sind es
die Luchse, von denen als neuem Wappentier der Stadt besonders
während der Fütterungszeiten eine besondere Anziehungskraft
ausgeht.

Galopprennen und Jungbrunnen

Illustre Gestalten am Jungbrunnen. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Als äußerst anregend und unterhaltsam erweist sich auch das alljährlich auf dem Rennplatz der Stadt vom Harzburger Rennverein veranstaltete Galopprennen. Die gesamte Kulisse trägt während dieser Zeit dazu bei, die mit dem Renngeschehen bestens vertrauten Besucher in ein wahres Renn- und Wettfieber hineinzuversetzen.

Bei allen Angeboten, gesund und innerlich ausgeglichen zu bleiben, setzt die Stadt noch eins obendrauf. Sie bietet neben ihrem bewährten Sole-Thermalbad neuerdings einen Jungbrunnen, der allein durch die Freude an dem originellen Figurenensemble zu verjüngen scheint. Fest hält eine betörende Dame ihren Gesichtsspiegel in der Hand, als wolle sie die Zeit daran hindern, zu schnell an ihr vorbeizueilen. Und selbst Gott Krodo hofft geduldig auf Verjüngung, die ihm auch sicherlich gut zu Gesicht stehen würde. Oder wäre er nicht besser beraten, es doch lieber mit dem Waldbaden zu versuchen?

Fotoreportage

Mehr Bilder zum Beitrag in der Fotoreportage: Waldbaden in Bad Harzburg von Dr. Bernd Kregel.

Reiseinformationen „Bad Harzburg“

Anreise: Gelegen am Nordrand des Harzes im Grenzgebiet von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, ist Bad Harzburg mit Bahn und PKW bequem zu erreichen.

Reisezeit: Bei grundsätzlich ganzjähriger Reisezeit lassen die Sommermonate jedoch die meisten Aktivitäten zu.

AttraktionenBaumwipfelpfad HarzLuchsprojekt HarzHarzburger Rennverein.

WohnenSonnenresort EttershausBraunschweiger HofSolehotel Tannenhof.

Essen und Trinken: Café Winuwuk, Waldgaststätte Rabenklippe, Restaurant und Café Sagenhaft Harz.

Auskunft: Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe der Stadt Bad Harzburg GmbH, Nordhäuser Straße 4, 38667 Bad Harzburg, Telefon: 05322-75330, Fax: -23, E-Mail: info@bad-harzburg.de, Web: www.bad-harzburg.de

Anmerkungen:

Vorstehender Beitrag von Dr. Bernd Kregel ist eine kürzere Fassung der Erstveröffentlichung unter dem Titel Zu Fuß zurück zur Natur – Waldbaden in Bad Harzburg am 6.8.2019 im WELTEXPRESS.

Die Recherche wurde unterstützt von der Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe der Stadt Bad Harzburg GmbH und dem Sonnenresort Ettershaus.




Auch das „Rote Wien“ ist lebenswert und liebenswert

Wien, Österreich (Kulturexpresso). Wer sich auf die Spuren des Fortschritts in Wien begibt, der wird nicht nur die Gelände und Gebäude der K.u.K-Monarchie entdecken, sondern auch das „Rote Wien“ mit seiner bis heute andauernden Lebensqualität.

Wahlplakat aus dem „Roten Wien“. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Vienna First? Kaum zu glauben, dass sich im jährlich ausgefochtenen Wettbewerb um den Lebenswert berühmter Metropolen die Stadt Wien weltweit eine Spitzenposition gesichert hat. An diesem bemerkenswerten Erfolg haben natürlich die städtebaulichen Leistungen der K.u.K.-Monarchie einen erheblichen Anteil.

Und doch stand ein halbes Jahrhundert später ein anderer historischer Einschnitt erst noch bevor. Es war der Zusammenbruch des einst so mächtigen Habsburgerreiches am Ende des Ersten Weltkriegs. In der Stunde der Not übte die Donaumetropole eine ungeheure Anziehungskraft aus auf die Menschenströme, die sich aus den umliegenden Regionen in Bewegung setzten.

Schaufel und Schubkarre

Bauerfolge der Arbeiterschaft. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Es war die kurze Zeit der Jahre von 1919 bis 1934, die unter sozialdemokratischer Führung als das „Rote Wien“ in die Wiener Stadtgeschichte eingingen. Zwar war es nur ein relativ kurzer Zeitabschnitt zwischen Kaiserreich und Faschismus. Und doch reichten die fünfzehn Jahre aus, um ihrer Erfolge im 100. Entstehungsjubiläum in mehreren Ausstellungen zu gedenken.

Diese haben vor allem den damaligen Wiener Bauboom zum Gegenstand in einer Zeit der Verarmung und Entwurzelung. Historische Filmaufnahmen dokumentieren die unglaubliche Zähigkeit der arbeitsfähigen Bevölkerung. Mit Feuereifer machte sie sich, ausgerüstet mit Schaufel und Schubkarre, ans Werk.

Wohnen als Grundrecht

Plakette am Karl-Marx-Hof. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Es war geradezu eine Sternstunde für die städtebauliche Entwicklung Wiens. Denn unter kommunaler Aufsicht erblickten in kurzer Zeit flächendeckend unzählige Wohnprojekte das Licht der Welt. Zum Beispiel die riesige Anlage des Karl-Marx-Hofes, in der nicht nur Hunderte von Menschen Unterkunft fanden, sondern auch zahlreiche soziale Einrichtungen vorfanden. Natürlich durfte dabei auch eine Waschanlage nicht fehlen. Sie dient beim diesjährigen Jubiläum als Ausstellungsort und Dokumentationszentrum für den Lebensalltag der damaligen Zeit.

Auch das Wien-Museum MUSA nahe dem Wiener Rathaus am Ring nimmt sich dieser Problematik an. Hier wird auch die sozialdemokratische Ideologie erkennbar, wie sie damals im „Roten Wien“ Gestalt annahm. Gerecht sollte es zugehen entsprechend der humanitären Einsicht, dass es sich beim Wohnen um ein unbestreitbares Grundrecht handelte. Bei aller Dringlichkeit in der Wohnungsfrage sollte doch ein gewisses Qualitätsniveau eingehalten werden. Zwar kein übermäßiger Luxus, aber doch eine stilvolle Wohnkultur sollte es sein, die über die Bedürfnisse hinaus auch der menschlichen Würde entsprechen würde.

„Glückliches Wien“

Riesenrad im Wiener Prater. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Von der in Wien praktizierten Lebensqualität profitieren natürlich auch die Besucher der Stadt. Auf sie strahlt vor allem die Gastlichkeit aus, die hier allenthalben großgeschrieben wird. Zum Beispiel im stimmungsvollen Weinvorort Grinzing, in dem es sich bereits Ludwig van Beethoven während seines Wien-Aufenthalts gutgehen ließ. Als einladend erweisen sich natürlich auch die Beisl am Prater, in denen sich bei einem guten Wein die Zunge lockert zum fröhlichen Plaudern.

So verfügt das einst als „glückliches Österreich“ gepriesene Land heute über eine Metropole, die sich in ihrer Lebens- und Liebenswürdigkeit den Titel „glückliches Wien“ zu Recht verdient hat. Schon allein aufgrund seiner prachtvollen Habsburger Tradition. Aber auch wegen der kommunalen Weitsicht, die sich seit dem „Roten Wien“ bis in die Gegenwart hinein durchgehalten hat.

Fotoreportage

Bilder in der Fotoreportage: Wohnen in Wien von Dr. Bernd Kregel.

Reiseinformationen „Das Rote Wien“:

Anreise: Mit dem Flugzeug: Direktflüge mit Lufthansa, Eurowings und Austrian Airlines ab Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München und Stuttgart; mit Auto oder Bahn z.B. über München.

Reisezeit/Reiseziele: Ganzjährig; Jubiläumsausstellungen „Das Rote Wien“ bis 19.1.2020 im Wien Museum MUSA; Waschsalon Karl-Marx-Hof: www.dasrotewien-waschsalon.at

UnterkunftMagdas Hotel; Hotel KärntnerhofHarmonie Vienna; Palais Hansen Kempinski Wien

Essen und Trinken: Mayer am PfarrplatzTian Bistro Spittelberg; Restaurant-Beisl StuwerMotto am Fluss; Zum Schwarzen KameelCafé Central; Café Landtmann

Vienna City Card: Für 24/48/72 Stunden bei Euro 17/25/29 freie Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie 210 weitere Vorteile

Auskunft: Wien Tourismus, +43-1211140, ; erste Anlaufstelle in Wien: Touristinfo am Albertinaplatz/ Ecke Maysedergasse, Telefon: +43-124555

Unterstützungshinweis

Die Recherche wurde unterstützt vom Vienna Tourist Board.




Vom Zauber der „Stillen Nacht“ – Weihnachtliche Spurensuche im Salzburger Land

Salzburg, Österreich (Kulturexpresso). Kaum ein Lied erfreut sich einer solchen Beliebtheit wie das Lied von der „Stillen Nacht“.

Nirgendwo begegnet der Reiz des Weihnachtsfestes intensiver als in der „Bergweihnacht“. Wenn der Winter seinen weißen Mantel über das Land wirft und die Berggipfel in Eis und Schnee erstarren lässt. Dann ist es Zeit für weihnachtliches Brauchtum, das hier fester verankert zu sein scheint als anderswo. So auch im Salzburger Land, in dessen Hauptstadt Salzburg bunte Weihnachtsmärkte und barocke Prachtbauten sich für eine Zeit lang in weihnachtlichem Glanz strahlend miteinander verbinden.

Romantische und raue Bergwelt

„Holder Knabe“ in Mariapfarr. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel

Hinzu kommt das alljährlich stattfindende „Adventsingen“, das im Großen Festspielhaus täglich Tausende von Zuhörern in seinen Bann zieht. Kein einfaches Adventskonzert, sondern ein in jedem Jahr wechselndes Bühnenprogramm mit stets neuer Handlung und Musik.

Und immer wieder begegnet in der Advents- und Weihnachtszeit das Lied von der „Stillen Nacht“, das von der Stimmung her besonders gut in diese romantische und zugleich raue Bergwelt hineinzupassen scheint. Ein Lied, das längst seinen Siegeszug in alle Welt angetreten hat und bereits in 380 Sprachen und Dialekten gesungen wird. Hier im Salzburger Land, so heißt es, sei es zum ersten Mal erklungen. Grund genug für eine Spurensuche nach seinen Ursprüngen entlang den Ufern der Salzach.

Glücksfall in glückloser Zeit

Mohr-Porträt in Mariapfarr. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel

Die erste Spur findet sich in Salzburg selbst und zwar in der Steingasse gegenüber der Salzburger Altstadt. Hier steht direkt am Steilabhang des Kapuzinerberges das Geburtshaus von Joseph Mohr, mit dem alles begann. Geboren als unehelicher Sohn einer armen Strickerin, erkannte ein Salzburger Domgeistlicher das Talent des jungen Mannes und ermöglichte ihm ein Theologiestudium. Ein Glücksfall in einer durchweg glücklosen Zeit.

Denn noch litt das Salzburger Land an der Wucht des napoleonischen Krieges. Dieser hatte nicht nur das Ende der Jahrhunderte währenden Selbstständigkeit Salzburgs besiegelt, sondern in der Folgezeit auch zu einem fünfmaligen Besitzerwechsel geführt. Schicksalsschläge, die schließlich zur völligen Ausplünderung der Stadt und ihres Hinterlandes führten. So lebten die Menschen auch nach dem Wiener Kongress von 1815 noch in großer Not, die sich durch mehrjährige Missernten noch verstärkte.

Ursprung des „holden Knaben“

„Holder Knabe“ in Pfarrkirche von Mariapfarr. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel

In diesen Wirren verschlug es Mohr als Vikar zunächst in Richtung Süden auf die andere Seite des Tauernpasses. Hier fand er in dem malerisch gelegenen Ort Mariapfarr eine Anstellung. Diese zwang ihn selbst im tiefsten Winter zu stundenlangen Märschen auf einsam gelegene Bauernhöfe, um dort in Notfällen das Sterbesakrament zu erteilen. Eine strapazierende Tätigkeit, die seine bereits angeschlagene Gesundheit weiter verschlechterte.

War es nun eine aus der Schneeeinsamkeit gewonnene Eingebung oder vielmehr die Jesusdarstellung des „holden Knaben im lockigen Haar“ auf dem linken Altarflügel seiner Pfarrkirche? Niemand kann heute noch genau nachvollziehen, warum Mohr in dieser leidvollen Situation des Jahres 1816 das Gedicht von der „Stillen Nacht“ aus der Feder floss. Ein Text, dessen sechs Strophen sich noch heute bei genauer Lektüre als ungeahnt gehaltvoll erweisen, indem sie – völlig neu für die damalige Zeit – Jesus als Bruder für die Völker der Welt vorstellen.

Lied als Weihnachtsgeschenk?

Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel

Doch die eigentliche Sternstunde sollte erst noch kommen. Und zwar im Jahr 1818, als es Mohr in die andere Richtung verschlug, nach Oberndorf, einer Ortschaft nördlich von Salzburg. Hier begegnete er dem Lehrer Franz-Xaver Gruber, den er noch kurz vor dem Weihnachtsfest desselben Jahres bat, eine passende Melodie zu seinem bereits zwei Jahre alten Gedicht zu schreiben. Auch hier müssen die Chronisten passen: War es schon immer Mohrs Absicht gewesen, seinen Text in Liedform zu präsentieren? Oder sollte es in dieser konkreten Situation ein Weihnachtsgeschenk sein an die Not leidenden Schiffer des Ortes, denen die zugefrorene Salzach in diesem Winter wieder einmal das Geschäft verdarb?

Wie auch immer. Erstmals an diesem Heiligen Abend erreichte das Lied die Ohren der Menschen des Ortes. Nicht während der Messe, da die Liturgie keinen Platz dafür bereithielt. Wohl aber im Anschluss daran, als Mohr und Gruber mit Gitarrenbegleitung die sechs Strophen zweistimmig vortrugen. Sicherlich noch ohne Gemeindegesang, da es keinen eingängigen Refrain gab, den man einfach hätte mitsingen können.

Platz in den Herzen

Gruber-Glasfenster in der Stille-Nacht-Kapelle Oberndorf. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel

Doch der Anfang war getan. Gleichsam eine Initialzündung, die sich einmal über die ganze Welt entladen sollte, selbst wenn dies an diesem Abend noch niemand ahnen konnte. Vielleicht wäre der große Durchbruch auch gar nicht erfolgt, hätte nicht wenig später ein Orgelbauer aus Tirol das Lied mitgenommen in seine Heimat, wo es einige Jahre danach neu erklang – und gehört wurde bis nach Leipzig und ins ferne Berlin.

Von dort aus erfolgte die neugierige Anfrage in Salzburg, wer denn der Schöpfer dieses Liedes sei. Und so kam die Entstehungsgeschichte schließlich ans Licht, die sich überdies als der Beginn einer unglaublichen Wirkungsgeschichte erweisen sollte. Nicht weniger als ein Welterfolg, den später auf seine Art nur noch Bing Crosbys Filmsong über den Traum von der „weißen Weihnacht“ wiederholen sollte.

Eine eindeutige Antwort auf die Frage nach der Ursache für diesen unglaublichen Erfolg der „Stillen Nacht“ ist bis heute jedoch nicht erkennbar. War es der vom Marienkult der damaligen Zeit abweichende Text? Die einfühlsame Melodie? Oder gar die Mischung aus beiden? Sicher ist nur, dass das Lied die Herzen der Menschen erreichte. Schlicht und ergreifend.

Orte des Gedächtnisses

Grubers Original-Gitarre in Hallein, © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel

Doch während das Lied bis heute seinen Erfolgszug selbst an die entlegensten Enden der Welt fortsetzt, ist die Kirche seiner Uraufführung in Oberndorf längst Geschichte. Sie fiel mehreren Überschwemmungen und Feuersbrünsten zum Opfer, sodass schließlich auf einen erneuten Wiederaufbau verzichtet wurde. Auf ihren Trümmern findet sich nun zu ihrem Gedächtnis die kleine „Stille-Nacht-Kapelle“, heute bereits eine viel besuchte Pilgerstätte, die die Erinnerung an jene denkwürdige Heilige Nacht des Jahres 1818 aufrechterhält. Ihre Glasfenster sind geschmückt mit den Abbildungen der beiden ersten Liedinterpreten Gruber und

Mohr.

Ausführlicher widmet sich dem Gedächtnis des Komponisten Gruber eine Ausstellung im Schulhaus von Arnsdorf. Hier unterrichtete er in der heute ältesten Schule des Salzburger Landes die Kinder und versah zudem den Organistendienst in der angrenzenden Marienkirche, auf deren kleiner Orgel er auch seine Kompositionen für Chor und Orchester erprobte. In Hallein, südlich von Salzburg, fand er schließlich seine letzte Ruhe direkt an der Eingangstür seines Wohnhauses. Auch dies wurde als ein „Stille-Nacht-Museum“ hergerichtet und zeigt – eine wirkliche Sensation! – die Originalgitarre Mohrs, auf der dieser einst in jener denkwürdigen Nacht den zweistimmigen Gesang begleitete.

Lärm der Krampusse

Mohrs Lebensweg hingegen endete in Wagrain, wo ein schmiedeeiserner Kranz auf dem Kirchhof mit Mohrs Porträt in der Mitte an die letzte Wirkungsstätte des Theologen und Dichters erinnert. Nicht weit entfernt vom Grab des Schriftstellers Heinrich Waggerl, in dessen einstigem Wohnhaus dem Verfasser der „Stillen Nacht“ ein ganzer Raum zum ehrenden Andenken eingerichtet wurde.

Bis hier hinauf schallt an diesem Nikolaustag der Ohren betäubende Lärm der Krampusse, die in alter Tradition auf dem Adventsmarkt an der festlich erleuchteten Dorflinde mit ihren fratzenhaften Masken Furcht und Schrecken verbreiten. Doch irgendwann einmal geht auch ihr Lärm zu Ende. Was zurück bleibt ist der im Salzburger Land beheimatete Zauber der „Stillen Nacht“.

Fotoreportage

Mehr Bilder zum Beitrag in der Fotoreportage: „Stille Nacht“ – Weihnachtliche Spurensuche im Salzburger Land von Dr. Bernd Kregel.

Reiseinformationen „Stille Nacht“/Salzburg

Anreise: Nach Salzburg mit Auto, Bahn oder Flugzeug, z.B. germanwings, TUIfly oder airberlin

Unterkunft: Hotel Auersperg, Salzburg, www.auersperg.at oder Gasthof Hohlwegwirt, Hallein, www.hohlwegwirt.at

Speisen: Altstadthotel Stadtkrug, Salzburg, www.stadtkrug.at oder Gasthaus zu schloss hellbrunn, Salzburg, www.gassner.tv

Auskunft: www.salzburg.info; www.stillenachtland.at; www.salzburgerland.com; www.stillenacht-oberndorf.at; www.wagrain.info; www.hallein.com; www.sonnengarantie.at (Mariapfarr); Stille-Nacht-Gesellschaft in Arnsdorf




Fotoreportage: „Stille Nacht“ – Weihnachtliche Spurensuche im Salzburger Land

Salzburg, Österreich (Kulturexpresso). Kaum ein Lied erfreut sich einer solchen Beliebtheit wie das Lied „Stille Nacht“.

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