Lange Nacht der Museen am 31. August – 75 Museumsorte in Berlin, 10 neu

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Lange Nacht der Museen findet seit Jahren in Berlin statt. Genau genommen schon das ganze Jahrtausend lang. Und wer hat‘s erfunden? Es ist ein Berliner Original! Seit 1997. Es ist ein Fest der Superlative, das beängstigen könnte. 750 Events und 75 Museen okay, umfreundlich mit nur einer Eintrittskarte zu erschließen, 75 Tickets zu drucken hätte viel Papier gekostet. Doch wer besucht schon alle – und ist das überhaupt möglich? Auch wenn manchmal von einem Museums-“Marathon“ die Rede ist – die lange Nacht der Museen ist keine Sportveranstaltung. Genau genommen ist sie noch nicht einmal lang: Um 18 Uhr am Abend beginnt sie mit einer Ballettveranstaltung auf der Freitreppe der James-Simon-Galerie – die ich „Treppen-Haus“ taufe, so wie die Kongreßhalle Schwangere Auster heißt und der Funkturm Langer Lulatsch, weil man immer nur auf und ab läuft oder herumirrt und erst hinterher feststellt, dass man das hätte vermeiden können – und um 2 Uhr ist Schluss. Allerdings gab es bei der Pressekonferenz Stimmen von Museumsleuten, die bezeugten, das bei ausreichendem Andrang nicht wie in einem Postamt um Punkt 2 die Tür abgeschlossen wird, sondern es auch schon mal bis drei, halb vier ging.

Lange Nacht der Museen – warum überhaupt hingehen?

Warum sollte man an einem Abend – Nacht wird es ja erst ab 22/ 23 Uhr und bei der Hitze ist es gefühlt viel früher – versuchen, mehrere Museen zu besuchen, wenn es viel voller ist, quirliger (unruhiger) und der Eintrittspreis höher ist als der Einzeleintritt in zwei oder Museen? Lange- Nacht-der-Museen-Dauerbesucher ficht das nicht an.

Allerdings: Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 54% der Besucher (also logischerweise Besucherinnen und Besucher) waren 2018 das erste Mal dabei. Die anderen 46% waren also schon zweimal, dreimal, viermal oder mehrmals dabei. Das wird als Erfolg verkauft. Ein Erfolg, dass die Neugier geweckt wurde und ein neues, großes Publikum gewonnen werden konnte. Nicht gezählt werden die, die nicht mehr kommen, weil ihnen etwas nicht gefällt.

An einem anderen Tag

Wer in Ruhe ein Museum besuchen möchte und Zeit haben für die Exponate, ohne dass dauernd jemand im Sichtfeld steht und potentiell stören könnte, der komme eben an einem anderen Tag.

Die lange Nacht

Die Lange Nacht der Museen hat einen eigenen Flair, ein geschäftiges Summen, die Suche nach Sensation und der berechtigte Wunsch nach (gehobener) Unterhaltung. Es ist ein Gemeinschaftserlebnis mit das aussterbende Gemeinsam-im-Stau-Stehen-am-Ferienende: Dort stöhnen alle und meckern, aber letztlich bietet eine stillstehende Autobahn im Sommer auch ein Faszination und Gespräche mit Wildfremden, mit denen man plötzlich etwas gemein hat. Bei der Langen Nacht der Museen ist die Schnittmenge noch größer. Hier treffen sich nicht Marl und Sindelfingen wie beim Stau (oder auch doch!) und ein kulturelles Interesse wenigstens im Rahmen des Stadtbesuches sind gemeinsamer Nenner.

Man braucht keine Angst zu haben, wie man ohne Taxi nach Hause kommt, 8 eigene Lange-Nacht-Buslinien verbinden die Veranstaltungs- und Schauorte; das Lange-Nacht-Ticket für 18,- Euro gilt von Samstag 15 Uhr bis Sonntag 5 Uhr morgens auch im öffentlichen Nahverkehr, bei der BVG und im restlichen VBB!

Lange Nacht der Museen – mehr Jüngere dabei

Jüngere Museumsbesucher sind unter anderen um die 40. Das Durchschnittsalter der Besucher hat sich verringert; die Veranstalter werten das als Erfolg. Unberücksichtigt bleiben die, die durch die neue Ausrichtung, Modernität und Digitalisierung das Interesse verlieren oder vergrault werden. Oder schlicht keinen Zugang haben.

Ob die Wegbleibenden mehr sind als die neu Hinzugewonnenen, weiß niemand.

Immerhin hat sich die Gesamtzahl der Besucher 2018 gegenüber 2017 erhöht, von 31.000 auf 35.000. Dazu kommen die Kinder unter 12, die gratis Eintritt erhalten. Die Interpretation dieser Zahlen fällt verschieden aus.

Natürlich ist es ein Erfolg. Wie dieser zustande kam, kann niemand mit 100%iger Gewissheit sagen. Denn der Tourismus boomt und größere Besucherzahlen könnten hauptsächlich durch das Schwimmen auf der Welle zu verzeichnen sein. Das Wetter müsste berücksichtigt werden und vieles andere. Wie viele Presseberichte gab es 2017, wie viele 2018? Den Besuchern, die heute abend an den Shuttlebussen warten werden, wird es egal sein.

Die neuen Orte der Langen Nacht der Museen

2019 steigen zehn Museen neu ins Programm ein. Darunter sind:


Das Heimatmuseum Zehlendorf

Schloss Biesdorf (Alt-Biesdorf 55 in Marzahn-Hellersdorf; wegen der Abgelegenheit nicht an einer acht R-Buslinien angebunden. Erreichbar mit der S5 bis Biesdorf oder der U5 Bahnhof Elsterwerdaer Platz)

und, in Eigenschreibweise:

– „Pergamonmuseum. Das Panorama“ Am Kupfergraben 2 (der runde Ort gegenüber des Bode-Museums und des Pergamonmuseums auf der anderen Seite des Kupfergrabens, der Festlandseite)

– PalaisPopulaire (Unter den Linden 5 in Berlin-Mitte, Bus R1 Haltestelle „Staatsoper“)

– Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

– die Wanderausstellung „Der Krieg und ich“ auf dem Dorothea-Schlegel-Platz in Mitte an der Südflanke des Bahnhofs Friedrichstraße (oder Bus R1 Halstestelle Unter den Linden/ Friedrichstraße)

– James-Simon-Galerie zwischen Neuen Museum, Pergamonmuseum, Kupfergraben und Bodestraße

Auf der großen Freitreppe der James-Simon-Galerie (Kosten: über 100 Millionen Euro) wird die Lange Nacht der Museen um 18 Uhr eröffnet. Das Landesjugendballett bezieht die Treppe in den Tanz ein, zum wiederholten Male tritt es bei der Langen Nacht auf, der Chef des Ensembles bedankte sich dafür.




Hautnah – Die „Lange Nacht der Autorinnen“ im Deutschen Theater

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Mit einer bewegenden, schillernden „Langen Nacht der Autorinnen“ endeten die Autorentheatertage 2019 im Deutschen Theater, Berlin. Auch die Jury war in diesem Jahr zu 100% mit Frauen besetzt: Kulturjournalistin Esther Boldt, Filmregisseurin Valeska Grisebach und Schauspielerin Steffi Kühnert hatten aus 113 Einsendungen drei Arbeiten ausgewählt, die in Uraufführungen vom Theater Neumarkt Zürich, Schauspielhaus Graz und vom DT Berlin zu erleben waren.

Allen drei Inszenierungen war die Sorgfalt im Umgang mit den Texten anzumerken und die Begeisterung über die Entdeckung von Neuem, Kostbarem, das gebührend präsentiert werden sollte.

Flüchtig betrachtet, scheint Alexander Wolf mit seinem Bühnenbild für „Entschuldigung“ von Lisa Danulat etwas zu viel des Guten getan zu haben. Zu sehen ist ein Märchenwald mit kahlen Stämmen von Nadelbäumen, eine verlassene Feuerstelle, flankiert von ausgestopftem Fuchs und Waschbär, im Hintergrund ein riesiger, zerbrochener Spiegel, bedrohlich gezackt, und inmitten dieser Wildnis ein strahlend weißer Elektroherd mit einem zugedeckten Kochtopf.

Hier kocht die Knusperhexe ihr Süppchen, ein alter Mann, als Frau verkleidet, mit krummem Rücken Gebrechlichkeit vortäuschend, während er, auf Nordic-Walking-Stöcke gestützt, durchs Unterholz stürmt.

Nichts ist so, wie es zu sein scheint und schon gar nicht so, wie es sein sollte. „Meine Geschichte geht anders aus“, sagt Hannah. Sie will raus aus dem Gefängnis. Ihre Gedanken sind fixiert auf das Glück und das Unglück ihres Lebens. Immer wieder hört sie das Geräusch der Flipflops, mit denen ihr Geliebter in einer Hotelhalle auf sie zu kam, und immer wieder die Kälte in seiner Stimme, als er sich am Telefon von ihr lossagte.

Das verbindet sie mit Ingrid, der alten Frau, die raus will aus ihrem Leben. Auch sie hat glückliche Erinnerungen an das Geräusch von Flipflops. Es sind die ihres Sohnes, mit dem sie eng verbunden war und der nun, erwachsen geworden, gleichgültig und desinteressiert auf die Anrufe seiner Mutter reagiert.

Lisa Danulat hat zwei Fälle verbunden, die nichts miteinander zu tun haben und die nicht zu einander passen. Einerseits handelt es sich um einen Selbstmord im Bekanntenkreis der Autorin und andererseits um einen Doppelmord, der 2008 in Schweden passierte und internationale Aufmerksamkeit erregte. In einem Indizienprozess wurde eine deutsche Studentin als Mörderin verurteilt. Sie hatte beim Urlaub auf Kreta eine Affäre mit einem jungen Mann begonnen, der sich später von ihr trennte. Sie hatte das nicht akzeptiert, war ihm nach Schweden gefolgt und hatte ihn immer wieder behelligt, obwohl er mittlerweile eine neue Beziehung mit einer Mutter von zwei kleinen Kindern hatte.

Lisa Danulat hat die Details des Kriminalfalls in ihr Stück eingebaut: Zwei kleine Kinder wurden mit einem Hammer erschlagen, ihre schwer verletzte Mutter überlebte. Doch darüber denkt Hannah nicht nach. Sie hat immer bestritten, die Morde begangen zu haben.

Hannah rekapituliert die Zeit mit ihrem Geliebten, sucht dort nach dem Fehler, der ihr Leben in Schieflage und sie ins Gefängnis gebracht hat, will noch einmal anfangen und den Fehler vermeiden, damit alles gut ausgehen kann.

Auch bei Ingrid, die sich im Rhein ertränkt, ist ein Fehler passiert, der korrigiert werden müsste. Immer wieder telefonieren Mutter und Sohn, wobei der Deckel des Kochtopfs als Telefonhörer dient. Der Sohn versucht andere Worte und kommt mit seiner Freundlichkeit und Anteilnahme zu spät.

Neben moderner Kleidung sind auf der Szene Kostüme aus der Shakespeare-Zeit zu sehen. Peter Kastenmüller hat das Stück inszeniert wie eine düstere Fassung von „Ein Sommernachtstraum“. Zwei Frauen haben sich in einem verhexten Wald verirrt und finden nie wieder heraus. Es ist ein Albtraum, in den das großartige vierköpfige Ensemble vom Theater Neumarkt Zürich das Publikum mit hineinzieht.

Während Lisa Danulat bereits Erfolge als Dramatikerin vorweisen kann, ist Eleonore Khuen-Belasi eine Newcomerin. Ihr erstes Stück „Ruhig Blut“ war in der „Langen Nacht“ in einer eindrucksvollen Inszenierung vom Schauspiel Graz zu erleben.

Die klangvolle, poetische Sprache nimmt von Anfang an gefangen. Sie war es wohl auch, die Thea Hoffmann-Axthelm zu ihrem grandiosen Bühnenbild inspirierte. Khuen-Belasi hatte vorgeben, dass drei Frauen auf Plastikstühlen auf einem Gehsteig sitzen. Zu diesem profanen Bild passen der singende Tonfall und die Wortwahl der Protagonistinnen jedoch nicht.

Sie sitzen also in einem riesigen Netz aus dicken Tauen, das schräg über die Bühne gespannt ist. Gelegentlich klettern sie darin herum und sehen dann in ihren schwarz glänzenden Gewändern wie überdimensionale Spinnen aus.

Am Anfang sind sie zu viert. Während sie ein Lied singen, fällt eine von ihnen durch die Maschen des Netzes und bleibt reglos unten liegen. Die anderen bemerken das gar nicht, singen weiter und kommen dann ins Plaudern.

Die Gemütlichkeit endet, als die Frauen Risse im Asphalt der Straße bemerken. Zunächst sehen sie darin nur eine Art Unordnung, die ihnen nicht behagt, aber dann stellen sie fest, dass die Autos, die über die Risse fahren, störende Geräusche verursachen, und schließlich ist zu erwarten, dass die Risse größer werden, sich vermehren und am Ende auch den Gehsteig befallen.

Der Gehsteig aber ist das Terrain der Frauen, für den fühlen sie sich verantwortlich, den müssen sie instand halten. Von der Obrigkeit, die Risse in der Straße duldet, können sie nichts erwarten. Sie müssen tätig werden, die Risse mit Spucke verkleben. Aus den Mündern der Frauen tropfen schwarze Rinnsale.

Unerwartet müssen die mutigen Kämpferinnen sich auch noch gegen die heruntergefallene Frau zur Wehr setzen. Die ist aufgestanden, brüllt unentwegt „Wo bleibt mein Narrativ?“, und sie ist eins geworden mit dem Asphalt und dem Schmutz und Unrat darunter und drängt mit all dem nach oben.

Hier liegt eine ernsthafte Bedrohung vor, denn der Dreck, die Unterschicht und das Fremde dürfen die geordnete Welt des Gehsteigs keinesfalls erreichen.

Drei Frauen, die eigentlich nur Traditionen bewahren und ihr gewohntes Leben weiter führen möchten, werden zu Wutbürgerinnen ohne Maß und Ziel. Warnungen aus der Wissenschaft vor realen Gefahren, als Fußnoten vorgetragen, erreichen die verblendeten Rebellinnen nicht.

Präzise und eindringlich gestalten die Akteur*innen die satirische Politkomödie mit philosophischen und soziologischen Einsprengseln in der einfallsreichen Regie von Clara Weyde, die den Spannungsbogen des Stücks wirkungsvoll ausgelotet hat.

Der größte Erfolg in dieser „Langen Nacht der Autorinnen“ war das Stück von Svealena Kutschke mit dem sperrigen Titel „Zu unseren Füßen, das Gold, aus dem Boden verschwunden“. Regisseur András Dömötör hat es als intimes Kammerspiel inszeniert.

Auf der von Sigi Colpe gestalteten Bühne der Box ist ein Stuhlkreis aufgebaut. Den Boden bedeckt ein Teppich mit Orientmuster. Von oben hängt in der Mitte eine Lampe herunter. Etwa 30 Zuschauer*innen finden hier Platz, neben den fünf Personen des Stücks.

Es sind Bewohner*innen eines Mietshauses in Pankow: Das lesbische Paar Darja und Kim (Maike Knirsch und Lorena Handschin), das geschiedene Ehepaar Sarah und Ahmed (Katrin Klein und Helmut Mooshammer) und der Alkoholiker Holm (Jörg Pose).

Die zentrale Figur des Stücks, der kürzlich zugezogene, aus Syrien geflüchtete Nabil, taucht nicht auf. Er hat keine Stimme, über ihn wird nur geredet.

Darja, deren Familie aus der Türkei stammt, berichtet von rassistischen Beleidigungen in der U-Bahn, auf die sie mit Faustschlägen antwortet, denn sie glaubt, dass nur Gewalt etwas nützt.

Kims Vorfahren waren Nazis. Mit diesem Erbe belastet, ist sie zur Aussteigerin geworden. Anstatt zu studieren, arbeitet sie als Verkäuferin in einem Späti. Dort kämpft sie mit Worten gegen den erstarkenden Rechtspopulismus.

Die beiden jungen Frauen begegnen Nabil gelegentlich, fühlen sich aufgerufen, ihn zu beschützen und können seine Zerstörung nicht verhindern.

Das Stück besteht ausschließlich aus Monologen. Die Akteur*innen erzählen auf ihren Stühlen sitzend, oder begeben sich in die Mitte des Stuhlkreises. Sarah, Ahmed und Holm äußern sich nicht zu politischen Themen. Sie sind vorrangig mit sich selbst beschäftigt. Nabil ist ein Fremder, der sie zunächst wenig interessiert.

Doch auf einmal wird der fremde Mann zur Projektionsfläche, wird benutzt, ausgenutzt, löst Eifersucht aus und traumatische Erinnerungen.

Am Ende ist, dank Nabil, Sarah von ihren Depressionen und Holm von seiner Trunksucht befreit, während Nabil in der Psychiatrie vegetiert.

Die unterschiedlichen Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet, und von allen Mitwirkenden geht knisternde Spannung aus. Sie reden nicht miteinander. Trotzdem entsteht aus den Einzelvorträgen ein zusammenhängendes Ganzes, eine Anklage, die lange nachwirkt.

Svealena Kutschke hat zwei erfolgreiche Romane veröffentlicht. „Zu unseren Füßen, das Gold, aus dem Boden verschwunden“ ist ihr erstes Stück. Die Inszenierung wird ins Repertoire des Deutschen Theaters aufgenommen und ab der kommenden Spielzeit dort zu erleben sein.




Israel.

Am 25. August heißt es zur Langen Nacht der Museen „Habibi Jerusalem!“ im Jüdischen Museum Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die nächste Lange Nacht der Museen findet als Gemeinschaftsveranstaltung der Berliner Museen und der Kulturprojekte Berlin GmbH am 25. August 2018 in Berlin statt und auch das Jüdische Museum Berlin macht wieder mit. Im Museumsgarten und Glashof heißt es „Habibi Jerusalem!“.

Thema sei laut Pressemitteilung des Jüdischen Museums Berlin vom 24.7.2018 das „Treiben auf dem Mahane Yehuda Markt“ und das „Leben auf den Straßen und Plätzen Jerusalems“ rund um den Machne im Zentrum der Hauptstadt Israels, von denen man sich habe „inspirieren lassen“. Es gebe „Street Food, Cocktails und orientalische DJ-Beats“ und das in einer Zeit, in der das viel beachtete Nationalitätsgesetz in Israel beschlossen wurde, dass auf eine Trennung von Arabern und Juden zielt. Beispielsweise ist Arabisch jetzt keine Landessprache. Das Nationalitätsgesetzt wurde vor dem Hintergrund beschlossen, dass eine Zweistaatenlösung in weiter Ferne scheint. Außerdem halten sich Araber und Juden zwischen Jordan und Mittelmeer mittlerweile zahlenmäßig die Waage, was bei einer Einstaatenlösung das Ende der jüdischen Mehrheit bedeuten würde.

Was dazu am 25. August 2018 zu hören sein wird, das werden wir erfahren und fragen, was das für Jerusalem, auf die allerlei Leute nicht nur im Judenstaat Israel Anspruch erheben, bedeutet.

Vom langen Thema zur Langen Nacht, zu der es vorab heißt, dass „Kult-Serien aus und über Jerusalem“ wie „Arab Labor“ und „Srugim“ gezeigt werden würden.

Weiter im Text der Pressemitteilung: „Das berlinweite Treppen-Thema der Langen Nacht wird mit Führungen, Spielen und Performances aufgegriffen. Treppauf, treppab durch das Museum geht es, wenn die Performancekünstlerinnen Adi Liraz und Hori Izhaki in ‚Up.Side.Down‘ über ihre persönliche Reise von Jerusalem nach Berlin erzählen. Ob Treppen, Märkte, Stadtteile: Kurz vor dem offiziellen Launch im September gibt es zur Langen Nacht der Museen auch eine Sneak-Preview des neuen Online-Portals ‚Jewish Places‚, das jüdische Lokalgeschichte mit einer interaktiven Karte verbindet.“

Eintritt: Lange-Nacht-Ticket, erhältlich an der Museumskasse (18 Euro, ermäßigt 12 Euro. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.)

Zeit: 18-2 Uhr

Weitere Informationen: https://www.jmberlin.de/lange-nacht-der-museen-2018




Lange Nacht der Museen

„Made in Berlin“ – Heute ab abends: Lange Nacht der Museen 2017 in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Heute ist in Berlin wieder Lange Nacht der Museen. Für den Normalpreis von 18 Euro sind, wenn es draußen dunkel ist, 80 Museen und 800 Veranstaltungen zu besuchen.

Begonnen hatte das Großereignis in Berlin vor zwanzig Jahren im Februar 1997 mit 18 Museen. Das war damals schon mehr, als die Besucherinnen und Besucher in einer Nacht schaffen konnten.

1997 fand in Berlin die Mutter aller Langen Nächte der Museen statt. In den folgenden Jahren fand diese Veranstaltung weltweit Nachahmer. In einer Pressemitteilung vom 24. Juli 2017 wird auf die Langen Nächte der Museen in „Paris, London, Madrid, Brüssel über Belgrad, Bratislava, Prag bis Buenos Aires“ verwiesen.

Wer bei der Masse an Möglichkeiten nicht weiß, was er wählen soll, dem helfen Prominente, wie die vom Veranstalter hervorgehobenen Tim Raue, Martin Hoffmann, Desirée Nick und Richard David Precht. Veranstalter? Die geben sich gemeinschaftlicher und verweisen darauf, dass es sich bei der Langen Nacht der Museen um §eine Gemeinschaftsveranstaltung der Berliner Museen mit der Kulturprojekte Berlin GmbH“ handele. Dabei ist die Lange Nacht der Museen eine Projekt des Berliner Museumssommers, das von von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa aus Mitteln der Europäischen Union, genauer dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, geförderte wird und „freundliche Unterstützung“ von S-Bahn Berlin, der BVG und der Wall GmbH bekäme.

Eröffnet wird die diesjährige Lange Nacht der Museen um 18 Uhr vom Regierenden Bürgermeister von Berlin im Lustgart. Aber nicht berüchtigte Berliner wie Michael Müller stehen im Mittelpunkt, sondern laut Pressemitteilung vom 16. August 2017 „berühmte Berliner Persönlichkeiten, Kunstwerke und Erfindungen – von Karl Friedrich Schinkel bis Käthe Kollwitz, von Marlene Dietrich bis Uli Richter, von KPM bis Currywurst“.

Wie wäre es mit einer Fahrt in einem historischen Zug aus den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts zwischen den Stationen Olympiastadion und Bahnhof Zoo oder Hauptstadtfußball im Ephraim-Palais? Auch alte Autos und sogar Ochsenkarren und Pferdedroschken sind heute im Einsatz. Auf Kiez-Touren geht es durch die Nacht und Schöneberg/Steglitz, Kreuzberg/Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf sowie Friedrichshain/Lichtenberg. Auch auf sieben Routen können Berliner und solche, die es werden wollen, von Museum zu Museum, von Veranstaltung zu Veranstaltung reisen. Für Cineasten gibt es eine Open-Air-Filmreihe
mit Künstlerporträts im Hof des Podewil in Berlin-Mitte.

Das ist wieder einmal Wahnsinn in der Weltstadt.