Kanokporn Holtsch, Gründerin und Geschäftsführerin von PookSpaFoods am Stand C-11 in Halle 21 der Berliner Messe Fruit logistica am 9. Februar 2018

Die Nominierten des FRUIT LOGISTICA Innovation Award 2020. Wirklich neu

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Nominierten des FRUIT LOGISTICA Innovation Award 2020 (FLIA) stehen immer schon vor der Messe fest, damit die Abstimmung entspannt seinen Lauf nehmen kann. Die Wahlberechtigten haben vorher schon die Möglichkeit, sich am Bildschirm zu informieren, bevor sie am 5. und 6. Februar das reale Erzeugnis unter dem Funkturm in Berlin in Augenschein nehmen können. Der wichtigste Preis der Fruchthandelsbranche, der FLIA, wird am 7. Februar in Berlin verliehen. Über 78.000 Fachbesucher aus über 135 Ländern haben die Gelegenheit ihre Innovation des Jahres zu wählen. Die Nominierten im Überblick.

Zehn äußerst innovative Produkte, Dienstleistungen und technische Lösungen, die im vergangenen Jahr neu auf den Markt gebracht wurden, stehen im Wettbewerb um den begehrtesten Preis der Frischfruchtbranche, dem FRUIT LOGISTICA Innovation Award (FLIA), meldete Messe Berlin im Januar.

„Mit
einer Reihe von Verbesserungen – darunter gesündere und
farbenfrohere Produkte, mehr Effizienz durch technologische
Unterstützung und umweltverträglichere Arbeitsweisen – spiegeln die
Unternehmen, die für die diesjährige Auszeichnung nominiert worden
sind, den Einfallsreichtum und die Fortschrittlichkeit wider, die im
globalen Fruchthandel weit verbreitet sind.“

An
den ersten beiden Tagen „der führenden
Fachmesse für den globalen Fruchthandel“, die vom 5. bis 7.
Februar in Berlin stattfindet, „werden über 78.000 Fachbesucher
aus über 135 Ländern aufgefordert, ihre Innovation des Jahres zu
wählen.“ Die Preisverleihung findet dann
am
Freitag,
den
7. Februar statt.

„Die zehn Nominierten, die von einer Fachjury bestehend aus Mitgliedern aus allen Handelsstufen der Frischfruchtbranche ausgewählt wurden, werden auf der FRUIT LOGISTICA 2020 im Übergang zwischen den Hallen 20 und 21 präsentiert.“ Das ist an dem dem Theodor-Heuss-Platz nächstgelegenen Eingang; am Taxistand (neben dem Eingang Messe Nord Halle 19).

Die Nominierten des FRUIT LOGISTICA Innovation Award 2020: Kurzbeschreibungen

„Coconut
automatic opening machine K30“, Shanghai FruitPro Information
Technology Co. Ltd, China

Halle
9, D-07

Der
K30 ist ein mikrocomputergesteuerter Automat, der Kokosnüsse mit
patentierten Klingen sicher und hygienisch öffnet, so dass man
sowohl das Kokoswasser als auch das Fleisch genießen kann.
Algorithmen passen die individuell notwendige Öffnungstiefe und
-zeit automatisch an die jeweilige Kokosnuss an.

www.fruitke.com

Kompostierbar, umweltfreundlich, lösungsmittelfrei

„Compostable,
Flexible, Printed, Packaging“, SILBO SP. Z.O.O., Polen

Halle
7.1, B-07

Zertifizierte
kompostierbare, umweltfreundliche und lösungsmittelfreie Obst- und
Gemüseverpackungen, die mit wasserbasierten Farben und Klebstoffen
hergestellt werden. Die wasserbasierten Tinten können auf
verschiedenste Materialzusammensetzungen gedruckt werden.

www.silbo.pl

Finnische Mooswollplatten – organisch, kompostierbar, recycelbar. Ersatz für Steinwolle

„Mosswool®“,
Novarbo Oy, Finnland

Halle
8.1, B-15

Die
nach einem patentierten ökologischen Verfahren geernteten
Mooswollplatten sind ein nachhaltig wachsender Ersatz für Steinwolle
im Gemüseanbau. Aufgrund der organischen Rohstoffe können Sie
leicht und kostensparend mit Ernterückständen kompostiert oder
recycelt werden.

www.mosswool.fi

„New
Downy Mildew Resistant (High) Sweet Basil“, CN Seeds Ltd, UK

Halle
1.2, A-13

Ein
weltweit einsetzbares, genetisch resistentes Saatgut zur Bekämpfung
des Falschmehltaus bei der am weitesten verbreiteten,
krankheitsanfälligen Süßbasilikumart Ocimum. – Eine
umweltfreundliche und kostengünstige Lösung.

www.cnseeds.co.uk

„Proband
V1000“, project Service & Produktion GmbH, Deutschland

Halle
7.1b, A-06

Der
erste Banderolierer mit Wechselrahmen, der alle Banderolen-Breiten
von 25 bis 60 Millimetern in unterschiedlichen Bandstärken von 35
bis 210 Mikrometern verarbeiten kann. Er ist optimiert für die
Verarbeitung von Papierbändern mit einem Kunststoffanteil unter 5%.

www.project-ae.com

„Sinclair
EcoLabel®“, Sinclair, UK

Halle
4.1, B-09

Eine
leistungsstarke, lebensmittelechte und vollständig kompostierbare
Etikettierlösung für Frischeprodukte, die sich in 12 Wochen auflöst
und in 180 Tagen biologisch abbaut. Das OK compost – Industrial and
Seedling zertifizierte Etikett entspricht der Europäischen Norm
EN14332.

www.sinclair-intl.com

„SoFruMiniPak®
EcoView“, SoFruPak Witold Gaj, Polen

Halle
B/CityCube/E-04

Eine
einfach und schnell verschließbare, mit separatem oder integriertem
Deckel erhältliche Verpackung für Obst und Pilze. Die
nachwachsenden Rohstoffe sorgen kombiniert mit guter Belüftung für
einen optimierten Kühlkreislauf und 100% biologische Abbaubarkeit.

www.sofrupak.com

Eine natürliche Kreuzung: Brokkoli und Grünkohl!

„Tenderstem
Royale®“, SAKATA VEGETABLES EUROPE SAS, Frankreich

Halle
8.2, B-11

Eine
natürliche Kreuzung aus chinesischem Grünkohl und Brokkoli mit
unverwechselbarem violettem Schaft. Vom Stiel bis zur Spitze ist
alles essbar. Die zarten, süßen Stängel sind fett-, natrium- und
zuckerarm, aber protein- und ballaststoffreich.

www.tenderstem.co.uk

Yam-yam lekker: Tomaten

„Tomato
YOOM™“, Syngenta Seeds B.V., Niederlande

Halle
1.2, D-16

Eine
neue Tomaten-Produktlinie mit unverwechselbar dunkelvioletter Farbe,
einzigartigem säuerlich-süßem Umami-Geschmack und reich an
Anthocyanen. Die innovative Sorte ist für alle Anbaubedingungen,
Jahreszeiten und auch Kunstlicht geeignet.

www.syngenta.com

„Violì“,
Apofruit Italia Soc. Coop. Agricola, Italien

Halle
2.2, A-08

Eine
leicht violett gefärbte zarte, weiche Artischocke aus Hybridsaatgut,
das nach exakten Produktionsspezifikationen und Kontrollplänen
angebaut wird. Das sorgt für konstante Kaliber und einzigartige
Spitzenqualität. Violì ist neun Monate im Jahr verfügbar.

www.apofruit.it/en

Die Gewinnerin 2018.

Wir sind gespannt, welcher der Nominierten des FRUIT LOGISTICA Innovation Award 2020 gewinnen wird. Und das meinen wir ganz ehrlich. Denn einerseits ist es völlig unkalkulierbar, andererseits zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, aber auch das hervorragende diesjährige Line-up, dass mehrere Spitzenleistungen hier um die Krone konkurrieren. Spannung ist also genauso garantiert wie die Tatsache, dass hier knapp ein Dutzend attraktive Neuigkeiten auf den Markt gekommen sind. In ihren Bereichen werden sie vielleicht Gewohnheiten ändern und den Teilmarkt umkrempeln.




Der nördlichste Tee der Welt ist aus Jakutien: Sakha Chai. Grüne Woche.

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Iwan Chai ist der nördlichste Tee der Welt und eine Sorte der Firma SakhaTea (Eigenschreibung englisch).

Chai?

Chai ist von Deutschland bis Indien als Wort für Tee bekannt. Selbst in China, wo auch Tee wächst, heißt Tee noch „Chá“ (sprich: Tscha). In Deutschland ist Chai ein Synonym für Yogi-Tee, eine Gewürzmischung mit Kardamom, die lange geköchelt wird und dann meist mit Milch serviert. Etwas weiter östlich, in Polen, heißt Tee zwar „Herbata“, doch im Teepott „Cainik“ oder „Chainik“ findet sich der „Tschai“ wieder. Polen gehörte von nicht langer Zeit zu Russland, wo Tee selbstverständlich „Tschai“ heißt, geschrieben mit drei kyrillischen Buchstaben; auch der Tschainik ist dort bekannt. Ursprung ist Indien, nicht umsonst gilt Tee aus Darjeeling im milden Klima an den Südhängen des Himalaja bei manchen als bester der Welt. Der nördlichste Tee der Welt hingegen stammt aus Chinas Nachbarland im Norden, aus dem größten Land der Welt, Russland. Genauer aus der größten autonomen Region des Landes, der Republik Sacha (englisch Sakha), besser als Jakutien bekannt.

Jakutien, Herkunftsregion von Iwan Chai und Sakha Tea

Jakuten sprechen eine Turksprache und haben ihre eigene Religion. Die dünnbesiedelte Republik beherbergt eine Million Einwohner auf einer Fläche, die vielfach so groß wie Deutschland oder Japan ist. Es sind nur wenige Menschen. Sie halten 50 Grad minus im Winter und 40 Grad Celsius plus im Sommer aus. Der drittlängste Strom der Welt, die Lena, fließt hier, aus dem Baikal kommend, ins Nordmeer.

Ivan Chai, der nördlichste Tee der Welt

Iwan Chai oder Ivan Chai machte man zu Zarenzeiten, als Schwarztee nicht so verbreitet war. Viele sammeln heute die Blätter der wildwachsenden Pflanze in oder neben ihrem Schrebergarten. Das schmalblättrige Weidenröschen ist mindestens einen halben Meter hoch, in Jakutien, auch Yakutien geschrieben, etwa 80-85 Zentimeter, in Mittelrussland bis zu 2 Meter hoch.

Das Schmalblättrige Weidenröschen heißt Chamaenerion und wurde 1753 von Carl von Linné erstmals veröffentlicht unter dem Namen Epilobium angustifolium.

Der nördlichste Tee der Welt: Erhältlich in Jakutien, Russland …

Kaufen kann man den Tee zurzeit nur im Herstellungsland in 82 Städten. In St. Petersburg kostet ein Kilogramm 6800 Rubel. Auf der Grünen Woche Berlin erfuhren wir, das ein japanischer Teehändler, der Luxusteesorten einkauft, quasi die gesamte Ernte 2020 gebucht oder gekauft hat, die im Sommer eingesammelt werden wird. Es handelte sich um den ersten Export nach Japan. Das fernöstliche Land gilt als schwieriger Markt.

… und bald in Japan, aber nicht online im Internet!

In der Bundesrepublik Deutschland ist der Tee nicht erhältlich. Einen Onlineshop gibt es auch nicht. Man kann sich zwar unter @sakhatea oder unter der E-Mail-Adresse taptal@yandex.ru über das Erzeugnis informieren, erwerben kann man es nicht.

Seltene und einzige Gelegenheit in der Bundesrepublik: Die Internationale Grüne Woche Berlin

Die einzige Möglichkeit, den Tee, den es in verschiedenen Sorten mit Cranberryblättern, Hagebutte und anderem gibt, in Deutschland zu kaufen oder zu probieren, bestand bis 26. Januar 2020 auf der Internationalen Grünen Woche Berlin (IGW). Eine winzige Menge des seltenen, teuren Tees kostete einen zweistelligen Betrag.

Bei einem Wettbewerb des Teeverbandes gewann Ivan Chai oder Ivan Tea unter 44 Sorten den 1. Preis; es handelt sich also nachweislich um ausgezeichneten Tee.

Ein Becherchen war gratis. Grüne Woche Berlin sei Dank. Auch für die Einkaufsgelegenheit (Shopping Chance).

Und da sage noch mal einer, Messen seien im digitalen Zeitalter überholt. Die Messe Berlin wird gebraucht.

Grüne Woche verpasst? Abwarten und (anderen) Tee trinken. Wenn die Japaner von der diesjährigen Ernte im Jahr der Ratte etwas übriglassen, gibt es vielleicht 2021 in deutschen Landen wenigstens die Möglichkeit, das gesunde Getränk zu kosten.

Trinken ist wichtig. Tee ist gesund, grüner besonders. Prost!

Grüne Woche 2020

Weitere Produkte, die man sonst kaum entdeckt hätte:

Vegane Schokolade aus Bulgarien: Happy Benjamini!




Stand von Krammer & Stoudt auf der Modemesse Panorama/ Messe Berlin während der Fashion Week

Krammer & Stoudt – ein neues Label – Selvedge Run & Zeitgeist/ Panorama

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein Newcomer bei der Modemesse Panorama/ Selvedge Run & Zeitgeist: Krammer & Stoudt. Nicht neu im Sinne von: Ganz neu auf dem Markt, aber das erste Mal in Berlin im Zuge der Fashion Week bei Panorama dabei. Die Modemacher von Krammer & Stoudt sind im Gegenteil alte Hasen in einem Geschäft, das immer wieder von neuen Marken geprägt wird, von denen viele nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

Wir sprachen im Juli 2019 – im Jahr des Schweins – mit den beiden Labelinhabern aus den Vereinigten Staaten aus Amerika. Das Jahr des Schweins war kein Einfaches und Krammer & Stoudt kein Label von oder für Superreiche.

Modemesse Panorama am neuen Ort Flughafen Tempelhof

Doch auch die „Panorama“ veränderte sich. Im Juli 2019 fand sie vorerst das letzte Mal – wer kennt schon die Zukunft? – in den Messehallen unter dem Funkturm statt. Die aktuelle Panorama-Messe im Januar 2020, die gerade vorbei ist und jetzt in den Geschäften und Fabriken nachwirkt, weil die (Fach-) Besucher Aufträge bei den Labels in die Bücher geschrieben haben und alle Inspirationen sammeln konnten, fand im Flughafen Tempelhof und auf dem Vorfeld statt.

Modemessen finden zweimal im Jahr statt, wegen der Saisons. Andere Messen, wie die Leitmessen ITB, Fruit Logistica oder IFA, laden einmal jährlich ein. Bei der IFA war der Zeitabstand früher zwei Jahre, doch die Technik entwickelte sich zu schnell, als dass die Neuigkeiten richtig bei der Funkausstellung präsentiert hätten werden können.

Urgestein Krammer & Stoudt

Krammer & Stoudt ist ein Label, das aus der Surferszene kommt. Kalifornien. Die Sonne. Ja, und manchmal hatte auch das einen Einfluss, was man, während man eine „good time“ hatte, zu sich nahm. Ein Bier, ein Glas Wein und anderes. Es schlägt sich in den bevorzugten Farben des Labels nieder.

Ein Motiv ist die „Pier Rat“, die Pierratte. Am 24. Januar 2020 endete das Jahr des Schweins im chinesischen Kalender. Am 25. Januar beginnt das Jahr der Ratte. Genauer: Der Metallratte. Frohes neues Jahr!




Kroatien in der Welt des Essens. Grüne Woche noch an diesem Wochenende

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Kroatien ist Partnerland und Gastland der Grünen Woche Berlin. Kroatien in der Welt des Essens muss sich nicht schämen, es ist ein Land der Leckereien. Das Urlaubsland mit der langen Küste und dem Schauplatz der Verfilmung der deutschen Winnetoufilme – der Nationalpark Plitwitzer Seen ( an der Verbindungsstelle zwischen ‚Daumen und Zeigefinger‘ der eigenen linken Hand, wenn man sich so das kroatische Staatsgebiet vorstellt) – ist nicht gerade ein Paradies für Veganer. Vegetarier dürften, vor allem im Sommer und im Herbst, wegen der vielen frischen Gemüse- und Obstsorten allerdings auf ihre kosten kommen. Sogar Granatäpfel und Carob, das Johannisbrot aus der Bibel, von dem sich Johannes wochenlang ernährte, wachsen hier frisch. Natürlich gibt es an der langen Küste nicht nur Felsen und Bademöglichkeiten, sondern auch Fisch. Im Süden Dalmatiens, der Küstenregion, werden auch Tabak und Zitrusfrüchte geerntet.

Kroatien in der Welt

Der kroatische Regierungsvertreter sprach auf der Eröffnungsfeier deutsch und hielt auch seine Rede auf deutsch. So etwas ist nicht selbstverständlich und wurde von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner gelobt.

Mit der Bundesrepublik Deutschland unterhält Kroatien einen regen Handel. Gegenseitig liegt man auf Platz Eins und Vier, dem Vernehmen nach. Es gibt kroatische Vitamingetränke, die deutsch beschriftet sind, andere Erfrischungsgetränke, die man hier nicht kennt und natürlich Wein.

Mehr als die Hälfte der Fläche Kroatiens werden landwirtschaftlich genutzt. Das es nur gut 4 Millionen Kroaten gibt, etwas mehr als es Berliner gibt – da besteht allerdings eine Schnittmenge – leben etwa nur 74 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Genug Platz für Natur und Pflanzen, ob nun in den acht Nationalparks oder zum Verzehr bestimmt. Die Grüne Woche ist keine Reisemesse wie die ITB, doch hat man nach dem Genuss einiger Köstlichkeiten Lust, diese vor Ort zu probieren.

Vom 17. bis 26. Januar 2020 in Berlin: Die Internationale Grüne Woche (International Green Week).

https://www.gruenewoche.de/




Made in Berlin. Die Messe für Selbstgemachtes in der Station inspiriert

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Made in Berlin. Die Messe für Selbstgemachtes kann inspirieren. Erstens ist sie gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die ersten beiden Berliner U-Bahn-Linien fahren dorthin. Das Gleisdreieck liegt mittendrin. (Es ist die erste Made in Berlin – Die Messe in der Station Berlin. Sie findet gleichzeitig mit dem Heldenmarkt und der Bazaar Berlin statt. Die Bazaar ist in den Messehallen 11-19 unter dem Funkturm, Eingang Messe Nord und Kleiner Stern. Der Heldenmarkt macht wieder nebenan Station.)

Zweitens – ob man das nun wahrhaben will oder nicht – steht bald wieder Weihnachten vor der Tür. Wem das so egal ist wie Geschenke, kann drittens „mit den Augen klauen“, sehen, was man alles selbst machen kann und daraus lernen. Nachmachen, Selber machen, anders machen.

Viertens ist es gut für die Umwelt, wenn in Berlin verlaufte Produkte auch hier hergestellt wurden.

Fünftens kann man sich auch selber etwas schönes schenken oder einfach die schöne Gelegenheit nutzen. Wer noch umweltfreundlicher sein will, geht nach nebenan zum Heldenmarkt und findet auch dort etwas. Nicht nur Ware, sondern auch Informationen und Workshops.

Made in Berlin. Die Messe für Selbstgemachtes, Heldenmarkt und Bazaar. Gute Einkaufsgelegenheiten

Fahne am Eingang zur Made in Berlin Die Messe. © copyright 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Die drei genannten Berliner Messen sind gute Gelegenheiten. Online-Shopping produziert viel Verpackungsmüll, die Produkte werden weit durch die Gegend geschippert und sind selbst of plastikhaltig. Nachhaltig dagegen weniger. Auch weniger originell.

Wenn sich der Online-Boom so fortsetzt, wird es vielleicht bald gar keine solchen Verkaufsmessen mehr geben. Ein Grund mehr, sie jetzt zu besuchen.

Probieren vor Ort ist ein weiterer Vorteil. Auf dem Heldenmarkt werden unter anderem Bioprodukte angeboten, Lebensmittel. Hier kann man ein paar Schokoladensplitterchen kosten, dort, zum Beispiel hinten rechts bei dem Stand, der 2018 nicht dabei war, verschiedene Tees. Zum Beispiel Brennesseltee.

(Die Messe Veggieworld hatte zwei Jahre mit dem Heldenmarkt kooperiert. 2020 wird sie im März in der Station Berlin stattfinden.)

Eingang zur Made in Berlin Die Messe. © copyright 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Auf der Bazaar kann man gleich am Eingang von Halle 11 Wasser probieren. Gefiltertes Wasser und solches, dass durch Edelsteine und die Blume des Lebens energetisiert wurde. Nicht zu glauben? Probieren geht über studieren!

https://www.bazaar-berlin.de/FuerBesucher/

Heldenmarkt und Made in Berlin. Die Messen sind bis 18 Uhr geöffnet. Bazaar Berlin auf dem Messegelände in den Hallen 8.1, 8.2, 10.1, 10.2, 11.1, 11.2 und 18 ist am Sonntag noch bis 19 Uhr geöffnet (an den vergangenen Tagen sogar bis 20 Uhr).

Heldenmarkt 2018 in Berlin




Sängerin Julia Zhao auf der IFA. Tanzgruppe auf der Bühne in Halle 9

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Was machte die Sängerin Julia Zhao auf der IFA? Frau Zhao, eigentlich Zhao Songzi beziehungsweise europäisiert Songzi Zhao (sprich Ssung-dse Dschau) singt nicht nur, europäisch wie chinesisch, sondern kann auch tanzen. Eine ganze Tanzgruppe erfreute in Halle 9 auf der Bühne die Messebesucher in ihren traditionellen Kostümen. Nicht nur Musik und Tanz, auch talkshowähnliche Formate wurden dort gezeigt im Rahmen eines chinesisch-deutschen (Kultur-) Austauschs.

Julia Zhao auf der IFA in Halle 9. Auf dem Berliner Messegelände in Charlottenburg. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Julia Zhao, wie sich die Sängerin hier für diejenigen nennt, die meinen, nicht in der Lage zu sein, ihren Namen aussprechen zu können, kam nach Deutschland um klassischen (Opern-) Gesang zu lernen. Zu studieren. In China sang und singt sie Peking-Oper. Dabei hat sie einen ganz eigenen Stil gefunden, beides zu kombinieren.

Julia Zhao auf der IFA in Halle 9. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Wir fragen sie, ob es noch jemand gäbe, der das tut. Die Antwort ist: Eigentlich nicht oder kaum, und die einzige Sängerin, die Frau Zhao auf Anhieb einfällt, ist bereits über 60 Jahre alt.

Julia Zhao auf der IFA in Halle 9. Im Hintergrund auf der Bühne: Logo der Stiftung deutsche und chinesische Kultur. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Wir versuchen, Julia Zhao auf Film zu bannen; keine einfache Aufgabe, eine tanzbegeisterte Sängerin zu photographieren, die sich gern bewegt. „Die Kamera ist zu langsam“, meint sie, während sie von einer Pose zur anderen wechselt.

Julia Zhao auf der IFA: Von Anfang an Musik

Julia Zhao unter dem Funkturm in Berlin. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Geboren wurde die tanzende Sängerin als Zhao Songzi in einem Dorf in der Nähe von Zhangzhou (Dschang-dschou) in der Provinz Henan. He-nan bedeutet „südlich (nan) des Flusses“. Der Fluss (He) ist der Gelbe Fluss oder Huanghe, der so heißt, weil er viel Löss mit sich führt. Es ist der nördlichste der drei großen Flüsse, die auf einer kleinen Karte von China eingezeichnet sind.

Julia Zhao unter dem Funkturm in Berlin. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Schon als Kind begann sie bei ihrem Onkel Musiktheorie zu lernen. Anfang der 1990er Jahre arbeitete sie in der Schule als Musiklehrerin. In der Grundschule und in der Sekundarstufe. Später trat sie an verschiedenen Orten auf. Da sie heute in Berlin lebt, ist ein Auftritt auf der IFA nur folgerichtig.

Julia Zhao auf dem Berliner Messegelände unter dem Funkturm in Berlin. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Auf dem Messegelände erklingt allerorten Musik. Oft aus der Konserve, doch häufig auch live. Nicht nur tagelang im Sommergarten mit Rap und Pop, sondern auch an den Ständen wie zum Beispiel bei Siemens in Halle 1.1 regelmäßig Jazz zum Feierabend mit Nelson Müller und Band (17.15 bis 18 Uhr, Nähe Eingang Messe Süd). Chinesische Klänge, Tänze und Kostüme runden eine Messe ab, auf der von Technik made in China wirklich nicht zu wenig zu sehen ist.

Julia Zhao in Bewegung. Studie. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Hinweis: Auf der Bühne in Halle 9 wird unter anderem oder vor allem deutsch gesprochen. Eine schöne Abwechslung, da zum Beispiel die Supplier in der Station Berlin bei IFA Global Markets zwar von ihren Produkten viel verstehen, aber bei ihren Fremdsprachenkenntnissen vielfach noch Luft nach oben haben.

Julia Zhao zur IFA auf der Messe Berlin zwischen Sommergarten und großem Stern, im Hintergrund der Funkturm. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser




Beim Algenfang in Galicien, einem Meeresalgenerntegebiet des Atlantiks vor Spanien.

Algen essen und die Welt retten. Wie Umweltschutz lecker und gesund sein kann

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Algen? Haben manche noch nie gegessen. Die grüne Farbe verjagt viele – zumindest bei Smoothies. Manche Berliner Anbieter haben nicht nur gelbe, rote und orange Sorten im Angebot, sondern auch grüne. Nicht der Renner. Flüssigem Fruchtbrei und Algen gemein ist das Vegetarische. Und vegetarisch zu essen, ist nicht nur „gesegnet“ – angeblich waren Noah und seine Familie Vegetarier und Gott hat damals vor dem langen Regen und der Sintflut außer den Tieren nur die Vegetarier gerettet: Noah, seine 3 Söhne und ihre Frauen, also 8 Personen – es ist auch gesünder und rettet vor allem die Welt vor einer Klimaaufhitzung. Gott sei Dank waren die Inder fast alle Vegetarier, bis auf eine muslimische Minderheit (von immerhin heute 172 Millionen indischen Moslems oder 14 Prozent) und andere Minderheiten (gut 2 Prozent Christen, knapp 2 Prozent Sikhs und weniger als ein halbes Prozent Juden, Zoroastrier, Unreligiöse und andere). Warum wir Indien erwähnen?

Die Welt vegetarisch? Ohne Indien geht es nicht

Wenn wir eine weltweite Betrachtung anstreben – und Klimawandel ist nicht hausgemacht – kommen wir an Indien nicht vorbei. Vor vier Jahren wuchs Indiens Wirtschaft schneller als die Deutschlands, Chinas und aller anderen G20-Staaten. Indien ist nominell die sechsgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, obwohl es nicht zu den G7 zählt. Italien ist überholt. Kaufkraftbereinigt ist Indien wirtschaftlich sogar die Nummer 3 in der Welt – trotz der vielen Armen.

Was die Bevölkerungszahl angeht, hat die Volksrepublik China, der große chinesische Staat, die 1,3 Milliarden lang überschritten und stand vergangenes Jahr nur 4 Millionen und 620.000 Menschen von den 1,4 Milliarden entfernt. Etwa die Einwohnerzahl Berlins fehlte noch. Doch Indiens Bevölkerungszahl hatte 2017 auch bereits die 1,3 Milliarden überschritten – um 40 Millionen. Als sicher gilt, dass es bald mehr Inder als Chinesen gibt. Und da es immer noch Hunderte Millionen arme Inder gibt, aber eine wachsende Zahl von wohlhabenden – und wir sprechen hier nicht von Tausenden, sondern von einer viel größeren Zahl – kann man nicht mehr davon ausgehen, dass dort fast kein Fleisch verspeist wird. In einem der jüngsten Dokumentarfilme zum Thema, die dem neuen „Climate Warriors“ (2018, Regie: Carl-A. Fechner, Co-Regie: Nicolai Niemann, Fsk 6) vorausgingen, zeigte ein indischer Unternehmer stolz eine seiner vielen Hühnerfarmen.

Wie wir wissen, kann man mit einer Portion Getreide jemanden sattmachen. Um Schweine- oder Rindfleisch „herzustellen“, braucht man aber 8 bis 12 Portionen. Obendrein produzieren die Kühe viel Methan, das auch als Treibhausgas gilt. Wir brauchen also dringend Alternative und Alternativen – zum Beispiel Algen. Viele Vegetarier helfen viel und können das Weltklima retten, sich selbst und das Leben vieler Tiere, die sonst geschlachtet würden.

Überleben auch 2040: Der Film „2040“, bei Berlinale Generation präsentiert, zeigt die Lösungen

Rein aus Klimasicht sind Algen einfach grandios. Wir wissen, dass warmes Salzwasser starkes Wachstum ermöglicht. Eigentlich ist auch der menschliche Körper mit seinen zwei Dritteln Wasseranteil und seinem 0,9 prozentigen Kochsalzmilieu eine Art Warm-Salzwasserbehältnis mit Seele.

Im warmen Meerwasser wachsende Algen sind eine der Turbolösungen, mit der man viel Kohlendioxid wieder einfangen könnte, neben Biolandwirtschaft, um im Boden wieder mehr Kohlendioxid anzureichern.

Aus Recyclingplastik gebaute Plattformen dienen als Wuchsstelle für Algen. Von Wellenkraft angetriebene Pumpen bringen nährstoffreiches Wasser von tieferen Schichten nach oben. In Oberflächennähe wachsen die Algen schnell. Sonnenlicht und Photosynthese, deswegen das Grün – da war doch was? War das nicht im Bio-Unterricht? Gemeint ist hier nicht der Unterricht fürs Leben („Non scholae, sed vitae discimus“), sondern der Biologieunterricht.

Okay, Algen, die retten also das Klima. Aber was macht man damit?

Essen.

Gesund und nährstoffreich, darüberhinaus vegetarisch und sogar vegan; ein nachwachsender Rohstoff.

Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Wir haben uns mal umgeschaut. Woher kriegt man die Algen? Aus dem Bioladen, schon klar, und woher nehmen die die?

Was läge näher, als auf der Grünen Woche nach doppelt grünen Produkten zu suchen. Gleichzeitig sollte es natürlich gut schmecken – Gourmetqualität, wenn‘s geht. Und das gibt es. Wir sind fündig geworden in Halle 1 am Stand von Algamar. Algen aus dem Atlantik – naheliegend, naheschwimmend, nahetreibend.

Algen: Aller Anfang ist grün

Atlantisches Gemüse auf der Internationalen Grünen Woche Berlin 2019.
Stand 151 in Halle 1.2 der Grünen Woche: Meeresalgen satt. Algen, das Gemüse des Ozeans. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Wo fängt man an?

Wir haben uns mal eine Starterbox von Algamar besorgt (algamar.de). Sie enthält im recycelbaren Tragekarton fünf Päckchen Meeresalgen inklusive 5 Rezeptkarten. Je eine Tüte Wakame, Nori und Dulse, dann ein Tütchen „Algen für Salat“, die alle drei Sorten enthalten, und eine Packung Meeresspaghetti (25 Gramm).

Apropos Anfang: Kam das Leben nicht aus dem Meer? Am Anfang war die Alge?

Ach nein, das Wort.

Algen als Produkt: Kein Glas gleich

Direkt vor Ort auf der Grünen Woche konnte man am Algamar-Stand auch Produkte aus dem Glas probieren. Zum Beispiel eingelegte Algen (wer nur englisch versteht: Marinated Seaweed – dieses Weed ist legal). Diese Algen in Marinade sind leckerer als gedacht. Das 190-Gramm-Glas, das abgetropft 165 Gramm Algen enthält, wurde sichtbar schnell leer. Auf der Messe.

Bio und vegan sind auch Algen und Shiitake in Marinade. Da jetzt auch noch die Pilze dabei sind, kommt eine andere Geschmacksrichtung auf und man braucht mehr Platz im Glas. Zum Glück sind die Gläser mit 265 beziehungsweise 185 Gramm größer. Verzehrfördernd wirkt auch, dass der Inhalt des Glases verzehrfertig ist. Er soll „ideal als Beilage oder zusammen mit Gemüse, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Tofu, Seitan oder Sandwiches“ sein, steht auf dem Etikett. Das konnte man auf der Grünen Woche nicht ausprobieren.

Wer Algen sucht und essen will, der kommt um japanische Namen nur schwer herum. Ein weiteres Algamar-Glas enthält „Gomasio mit Nori-Algen“. Gomasio kennen wir noch von anno dazumal aus Food-Coop und Bioladen; es ist Sesamsalz. Die Zutaten sind dann auch … Sesam, Algen, Salz; sonst nichts. Gut ist das. Je länger die Zutatenliste, desto größer die Gesundheitsgefährdung. Bei drei Zutaten kann man schon mal genauer hinschauen. Hier sind aller dreier Dinge gut: Sesam und die atlantische Nori-Alge (Porphyra) stammen aus biologischem Anbau. Das Meersalz aus dem Atlantik nicht. Denn es wurde nicht angebaut, sondern durch die Bäche und Flüsse aus den Bergen herausgespült.

Das Gomasio-Glas enthält 150 Gramm – ist aber größer als das Glas mit maninierten Algen, denn es enthält keine Flüssigkeit. Der Inhalt ist lecker und leicht. Gomasio mit einem Anteil von 40 Gramm Algen pro Kilogramm. 40 von 1000, das sind 4 von Hundert, vier v.H. oder vier Prozent. Gerade genug gen Gourmet-Gomasio.

Nicht al dente, sondern al gen.

Algen auf dem „Markt des guten Geschmacks“, der „Slow-Food-Messe“, vom 25.4. bis 28. April 2019 (Halle 5 Gang A Stand H5 A17) in Stuttgart.

Internationale Grüne Woche unter dem Berliner Funkturm. Eingang Ost am ICC. © 2018, Foto/BU: Andreas Hagemoser




Grüne Woche und Fruit Logistica. Gojibeeren aus Griechenland, Peanuts aus Großbritannien?

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Not macht erfinderisch. Wer hätte gedacht, dass Gojibeeren in Griechenland wachsen? Doch mal der Reihe nach. Griechenland hat, scheint es, das Ärgste hinter sich, Großbritannien das Ärgste noch vor sich und damit meinen wir nicht das Einsickern der Einsicht, dass das Empire kein Weltreich mehr ist, sondern eher eine mittelgroße Nordseeinsel mit einigen vorgelagerten Inselchen und einem Teilgebiet auf Irland, das ganz besondere Probleme bereitet. Großbritannien und Griechenland – beides beginnt mit einem großen „Gr…“ … Britannien endet mit einem „-nien“, hört sich das nicht wie ein „Nein“ an? Vielleicht zu Europa? Das plattdeutsche „he seggt“ (er sagt) liest sich englisch „he says“. Doch der volle Name ‚Englands‘ ist ja Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland“. Königreich endet mit „-reich“, wie lange das so bleibt, können wir nicht sagen.

Die Engländer, und am besten alle Briten, können sich ja schon mal Gedanken machen. Wie sie die Krise überstehen. Vielleicht finden sie Kranbeeren im Norden und kombinieren sie mit echtem englischen Tee. Ach nein, Cranberries gibt es schon. Oder sie bauen grauen Earl selbst an, damit sie ihn nicht importieren müssen. Vielleicht tun es auch Peanuts; Jimmy Carter, der demokratische Farmer, ist dadurch Präsident geworden.

Das Wort für Ausgang – EXIT – gibt es jetzt auch in den unschönen Varianten weißblau oder rotweißblau: Grexit und Brexit.

Brexit als unausweichliches Thema auf der Fruit Logistica

Über vielen Detailfragen, zum Beispiel an Monica Bratuti von einem weltweit tätigen neuseeländischen Unternehmen, die am 8. Februar eine Hundertschaft Frauen aus dem management versammelte, um deren Rolle in der Obstbranche zu stärken, hing der Brexit-No-Deal wie ein Damoklesschwert über der Media Preview, dem Startereignis für die Presse. Der Moderator: Ein Brite. Als nicht seine wechselnden Gesprächspartner auf der Bühne befragt wurden, sondern er selbst zum British Exit, verschob er die Beantwortung der Frage, was es darüber denke, weiter und weiter nach hinten, bis ihm die Gäste und Gesprächspartner ausgegangen waren.

Sein Fazit: „I hope it is just a bump in the road.“ Der Brexit als Schlagloch in den britisch-resteuropäischen Handels- und sonstigen Beziehungen. Jetzt geht es um die Größe. Manche Schlaglöcher sind so groß, dass man sich die Achse brechen kann oder gar einen Totalschaden am Fahrzeug erleiden. Manche Fahrt endet direkt im Schlagloch.

Schäuble ließ vor kurzem verlauten, er glaube, die Briten würden in kürzester Zeit zurückkommen.

Theresa May, die britische Regierungschefin, versucht eine minderschwere Variante des Ausstiegs zu finden. Während sie mit der EU verhandelt, die natürlich lieber mit Vertrag als ohne den Ausstieg vollziehen möchte – oder gar nicht – versucht sie mit dem Gespenst des „No Deal“ (Ausstieg ohne schriftliches Vertragswerk, kein Vertrag, kein „Handel“) die Fraktionen im britischen Parlament, dem Unterhaus, zusammenzubringen. Um die Monatswende Februar/ März brachte eine schottische Partei einen Gesetzentwurf ein, der abgelehnt wurde. Es war auch eine Testabstimmung für Mays ähnlichlautenden Interessen. Die Zeit drängt, Ende März ist Ultimo und die Uhr läuft ab.

Bei der Media Preview der Fruit logistica verwies man auf die gleichzeitig stattfindenden Verhandlungen zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen. Es schien so, als ob im günstigsten Fall schon am selben oder am folgenden Tag eine Lösung anstünde oder stehen könnte. Einen Monat später: Fatalismus. Die Aktienkurse leiden.

Hätten die Briten nach einem Brexit genug zu essen?

Umfragen zufolge glauben die meisten Briten, die meisten frischen Lebensmittel in den Läden stammten von den britischen Inseln. Mitnichten. Nur ein Drittel stammt aus heimischer Produktion, ein Drittel aus Europa, der Rest aus Übersee. Urban Gardening ist auch auf britischem Mist gewachsen; müssen die winzigen innerstädtischen Beete jetzt die Frischversorgungslücken schließen? Am 12. Januar 2017 startete der Dokumentarfilm „Wild plants“ in den bundesdeutschen Kinos. Der Film führt zu verschiedenen Projekten, zum Beispiel zu den privaten Gärtnern in der Stadt, die teils öffentliche Flächen nutzen, den sogenannten „Urban Gardeners“ im zusammengebrochenen Detroit. Auch andere Dokumentarfilme beschäftigten sich in den vergangenen fünf Jahren mit dem Thema. Es scheint so, als könne man den Briten den deutsch-schweizerischen Dokumentarfilm „Wild plants“ von Nicolas Humbert aus dem Jahr 2016 und ähnliche Streifen nur dringendst empfehlen.

Zwar reden May, die britische Opposition und Brüssel auch über einen Aufschub von ein paar Wochen bis zu maximal drei Monaten, um die Verhandlungen doch noch einer geordneten Lösung zuzuführen.

Doch ist ein Chaos ein reale Möglichkeit. Der zollfreie Binnenhandel innerhalb Europas beschleunigt die Warenströme enorm und verringert den Papierkrieg. Bei frischem Obst und Gemüse zum Beispiel aus Holland und Deutschland können zwei Tage längere Bearbeitung ein Aus für die Belieferung bedeuten. Die Lebensmittel wären schon schlecht, bevor sie ankämen oder zumindest weder frisch noch präsentabel, vom Wert einmal ganz zu schweigen.

Keine guten Nachrichten aus dem Nordwesten Europas, wo die britischen Inseln liegen. In der Diagonal gegenüberliegenden Ecke, im griechischen Südosten, keimt jedoch starke Hoffnung auf und beschert uns nicht nur die Gewissheit, dass die griechischen Wirtschaft bald wieder viel besser gehen wird, sondern auch ein Vielfalt neuer Produkte. Diese sind teils nicht nur äußerst gesund, sondern haben durchaus Gourmet-Qualität.

Paradebeispiel dafür ist Marke „Goji Spirit“.

The new Spirit aus Griechenland heißt Goji Spirit

Internationale Grüne Woche (IGW) sei dank kann der deutsche Gourmet, Feinschmecker und Otto Normalverkoster mit einem Quer-durchs-Land-Ticket der Deutschen Bahn zu Spezialitäten aus aller Welt fahr‘n. Für manche reicht aus schon ein S-Bahn-Fahrschein, immerhin fast jeder 20. Deutsche ist Hauptstädter. Nimmt man das Umland hinzu, ist die Grüne Woche in Reichweite ohne wie Goethe beschwerlich nach Italien oder Schliemann nach Kleinasien zu reisen, um dort zu speisen.

Zu gegeben, die Gruppe der Jetsetter, die mal eben zum angeblich besten Steak nach Dublin fahren, am nächsten Tag nach Canberra oder Perth, um den besten Catfish zu probieren und zwei Tage darauf an der Côte d‘Azur sitzen, um irgendein Szenegetränk in einem Michelin-Sterne-Etablissement zu schlürfen, ist klein. Zum Glück. Sonst hätte sich die Erde bereits jetzt so erwärmt, dass man sich für nichts anderes mehr als das Überleben erwärmen würde.

„For now“, für den Moment, freuen wir uns einfach über kurze Wege innerhalb Deutschlands bei Urlaub und Verkostung. Denn die Neugierde ist nie aufzuhalten und sehr gesund. Vielleicht nicht so gesund wie Ingwer, Gojibeeren und Vitamin C, doch sie gehört zu (einem spannenden) Leben dazu. Auf der Grünen Woche wurde sie befriedigt. An einem einzigen Stand, einem der das erste Mal gesichtet wurde, gab es allein etwa ein Dutzend Novitäten! Eigentlich war es nur ein halber Stand, denn die Newcomer teilten sich einen und kommen aus einem … reichen Land. Reiche sind bekanntlich geizig (in einem „blog“ stünde hier ein Smiley). Warum Griechenland nicht Griechenreich heißt, kann ich kaum verstehen, denn die Griechen sind nicht nur reich an Geschichte und gutem Willen, sondern auch an Ideen. Das beweist allein schon so eine Veranstaltung wie Hellas Filmbox. Doch das Vereinigte Königreich von Großbritannien und so weiter heißt in Deutschland auch nur England.

Weltneuheiten – oder neue Produkte auf dem europäischen Markt

In einem schönen Design kommen Sie ja daher, die essbaren Erzeugnisse unter der Firma „Goji Spirit“ – auf jedem Etikett eine andere Figur. Auf der Apfelsaftflasche scheint ein Herkules mit Äpfeln zu jonglieren. Eine Frau in gepunkteter Kleidung präsentiert eine Tomate, eine andere huldigt der Roten Bete.

Auf dem kleinen Tisch auf der Grünen Woche stehen mehrere Probiergläser. Ich probiere aus einem – ein sehr leckerer (Brot-) aufstrich mit Apfel, Zimt und Gojibeeren. Wir wollen schon fast weiter – die Grüne Woche ist groß und die Zeit knapp – da werden wir von freundlichem Standpersonal zum Bleiben aufgefordert. Ich probiere aus einem weiteren Glas und stelle fest, dass ich in der Eile in eine (Verständnis-)Falle getappt wäre. Die gleich großen, fast quadratischen, aber abgerundeten Gläser enthalten weder alle gleichviel noch dasselbe. Ich erwartete wieder einen Brotaufstrich – doch im zweiten Glas ist eine Biosauce mit „Goji Berry, Tomato, Oregano“, wie das englische Etikett verständlich verrät. Die herrliche, leckere Sauce, die zu „Teigwaren, Gerichten mit Tomatensauce oder Pizza passt“, macht mich wach und neugierig.

Ich schaue noch einmal das erste Glas an: Apfel-Zimt-Brotaufstrich „Organic Spread“, also Bioaufstrich, steht über der Sorte „Goji Berry, Apple, Cinnamon“. Es sind 240 Gramm darin. Und im Soßenglas? 200 Gramm „Organic Sauce“.

Im dritten Glas ist werde etwas zum Schmieren noch Soße: Organic Chutney (!) Wieviel Gramm? 220. Potzblitz. Ein Chutney, mit Gojibeeren, so etwas hat die Welt doch noch nicht gesehen. Die Sorte: Gojibeeren-Rote-Bete-Orange-Chili. Wow. Ich weiß nicht, was mich mehr umhaut: die Einzigartigkeit, die Neuheit oder der Geschmack.

Ein Flyer wird mir gereicht. Alles ist bio –und vegan! Zucker wird nicht hinzugefügt, glutenfrei ist das sowieso. Der hohe Vitamingehalt ist Standard. Das gilt auch für die anderen Produkte, so die Säfte, halbe halbe mit Äpfeln oder 80/20% Goji/ Orange oder -Apfel, oder Orangensaft (77%) mit 19% Beeren und Agave.

Eine Überraschung nach der anderen

„Wer hätte das gedacht“, sagt der Sohn, der Student, „Gojibeeren mit griechischem Bergtee zu kombinieren.“ Niemand vorher! Und so gibt es ein „Organic Dressing“, ein Bio-Dressing, mit Beeren, Bergtee und Anis (Goji Berry, Mountain Tee, Anise). Das Dressing probiere ich jetzt nicht mehr, nehme aber den Flyer mit, auf dem ich die Website www.gojispirit.gr finde und weitere Sorten. So ein Chutney mit Apfel und Curcuma und einen Aufstrich mit Orange, Basilikum und Agave. Das Motto gefällt uns: „Happiness is tasty!“

Gesundheit im Vordergrund

Überzeugend auch, wer hier warum zu Werke geht. In erster Linie ging es darum, super-gesunde Lebensmittel zur Verfügung zu stellen, die dem Stress, den Umwelteinflüssen und dem ungesunden Stadtleben in der Moderne etwas Entscheidendes entgegensetzen können. Das ist glaubhaft aufgrund der Ausstrahlung der Menschen, die diesen Familienbetrieb vor kurzem auf die Beine gestellt haben: Die ganze vierköpfige Familie ist da – und alle sind und waren im Sinne und Dienste der Gesundheit unterwegs: Die Mutter ist Ärztin, der Sohn studiert Medizin, der Mann und ein weiterer Sohn sind auch im Gesundheitswesen tätig. Als Arzt, der manchmal nicht heilen kann, sieht man die wunderbaren Wege der Prophylaxe.

Gesundheit erhalten, statt sie wiederherzustellen, ist der Weg. Das wusste auch schon Dr. Shelton, der darüber ein Buch schrieb. Vorbeugen ist besser ist heilen, weiß der Volksmund.

Um möglichst vielen Menschen zu helfen, kam die Familie auf die Idee mit den Gojibeeren. Einziger Nachteil, den wir bisher herausfinden konnten: auf dem Stück Land in der Petridistraße in Vrahati (Korinth) lag das Land nicht brach, sondern standen Olivenbäume. Diese mussten weichen, um der neuen Pflanzung Platz zu machen. Dabei musste die Familie Geduld aufbringen, nicht nur, weil die neuen Pflanzen erst wachsen mussten, sondern weil eine Bio-Zertifizierung erst nach einiger Zeit erfolgt.

Der Gesundheitsaspekt: Gojibeeren oder Erdnüsse (=peanuts)

Um es einmal klarzustellen: Wir haben nichts gegen Peanuts. Zum einen sind die Millionen, die Ackermann und der Deutschen Bank verlorengingen, nur „Peanuts“. Wer den Heller nicht ehrt … Wenn diese Peanuts bei der Deutschen Bank nicht gebraucht würden, bei uns wären sie schon recht willkommen.

Auch Erdnussbauern sind willkommen. Jimmy Carter wurde immer als „Erdnussfarmer“ bezeichnet. Jimmy Carter war einer von den Guten. Der Ex-Präsident hatte den Mut, zuzugeben, dass er ein UFO gesehen hatte und schämte sich nicht, Farmer zu sein. Ob man es nun Farmer oder Bauer nennt – auf beides kann man stolz sein.

Physiologisch betrachtet ziehen wir Gojibeeren vor. Sie sind nicht nur glutenfrei – das ist Mineralwasser auch – sondern ein Superfood mit hohem Vitamingehalt. Wenn die Beeren dann auch noch lecker daherkommen, kommt man in Versuchung und darf sich getrost gesund verführen lassen …

Fazit zum Exit: Gojibeeren gewinnen gegen „England goes nuts“

Ein Ausweg ist auch ein Exit. Man muss nicht immer raus aus einer Gemeinschaft, manchmal reicht es, etwas besser zu machen.

Auf den Punkt gebracht: Gojibeeren aus Griechenland sind mir lieber als Peanuts aus Großbritannien. Lieber Goji Spirit als Exit Strategy.




Immer wieder anders. Grüne Woche mit Rekord, hin zu diesem Ort

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Bereits einen Tag vor Beginn, als die ersten Pressekonferenzen liefen, meldete die Messe Berlin: „Mit 125.000 Quadratmetern ist die zur Verfügung stehende Hallenfläche auf dem Berlin ExpoCenter City ausverkauft. Die Messe Berlin erwartet in den zehn Messetagen rund 400.000 Fach- und Privatbesucher.“ Der letzte Satz spricht noch von Erwartungen, doch der feststehende Rekord von 125.000 Quadratmetern spricht für sich, 2018 waren es noch nicht einmal 118.000. Vordergündig liegt das daran, dass die Modemesse Panorama sich diesmal nicht mit der Grünen Woche überschnitt.

Die Panorama ging vom 15.-17., die Internationale Grüne Woche Berlin (IGW) vom 18.-27. Januar 2019. In den Vorjahren flanierten Modefachbesucher von Grünwöchlern unbemerkt durch die Hallen 1.1 bis 6.1, während über ihnen die Grüne Woche in vollem Gange war in den Hallen 1.2 bis 6.2 und weiteren. Es war die 84.; die erste Grüne Woche 1926 füllte 7.000 Quadratmeter und es war noch keine internationale.

Rekorde haben also manchmal ganz banale Gründe. Wir kennen das vom deutschen Bruttosozialprodukt. Es erreichte unlängst von einem Jahr auf das andere Rekordniveau bei annähernd gleicher, sehr guter Wirtschaftslage. Was aber hatte konkret den obersten Platz auf dem Treppchen bewirkt? Nichts anderes als der Kalender. Es fielen in dem Jahr viele Feiertage auf einen Sonntag, dadurch wurde einen Tag länger gearbeitet. Das war es schon.

Dass Berlins Regierender Bürgermeister Müller nun stadtweit einen neuen Feiertag (wir berichteten) ausrief, wird dem Berliner Sozialprodukt, von dem unter anderem die Hartz-IV-Empfänger bezahlt werden, automatisch einen Dämpfer versetzen. Die Hartz-IV-Empfänger werden von dem Feiertag fast so wenig mitkriegen wie von dem Schuldenberg der Stadt, mit dem Unterschied, dass sie vielleicht im März bei Aldi vor verschlossenen Türen stehen werden.

Welcher Feiertag? Es ist der Tag, bis zu dem in Russland die Weihnachtsbäume stehen dürfen. Anfang März, von einer Deutschen erfunden. Woanders gefeiert.

Kein gewöhnliches Jahr

Bei der Internationalen Grünen Woche Berlin sind die verfügbaren 125.000 Quadratmeter (aus-)verkauft gewesen, das ist nicht selbstverständlich. Bloß weil sie zur Verfügung standen, hätten sie nicht ausgebucht sein müssen. Was also macht die Attraktivität aus? Und warum lohnt der Besuch jedes Jahr aufs Neue?

Die Berliner zumindest sind ja so leicht nicht aus der Fassung zu bringen. Damit sie endlich mal zuhause bleiben können und die Füße hochlegen – immerhin dauert jeder normale Weg von A nach B in der Hauptstadt 30-45 Minuten – sagen sich einige einfach: „Naja, auf der Grünen Woche ist es ja immer wieder dasselbe. Dieses Jahr muss ich da nicht hin.“ Das mit dem ‚müssen‘ stimmt im Prinzip und mal Pause machen ist eine gute Sache. Doch die zweite Januarhälfte ist dafür der falsche Zeitpunkt.

Ein paar wenige Gründe von vielen lassen sich sofort aufführen. Zwar sind einige Aussteller hier seit 20 Jahren Stammgäste. Herrmann‘s Gewürze, ein Familienbetrieb aus dem Saarland, ist seit 2 Jahrzehnten jedes Jahr dabei. Welcher Grüne-Woche-Dauerbesucher hätte nicht schon einmal die mit Mayonnaise und Ketschup angerührten Gewürzmischungen probiert, die zum Beispiel „Jambalaya“ heißen? Zwanzig Jahre sind noch nicht einmal ein Viertel von 84 und Herrmann‘s hat sich verändert, hatte jetzt einen zweiten Stand mit Biogewürzen.

Wela mit seinen Trockenmischungen und Pasten für Suppen und Saucen ist auch seit Jahren bekannt; wohl kaum ein Deutscher, der sie nicht schon einmal probiert hätte. Ihre Qualität hat sich gesteigert; viele löffelten ahnungslos die „leckere Suppe“, die ihnen die „Hausfrau nach Hausmacherart“ präsentierte. Doch auch hier gibt es neue Sorten und Produkte. Außer Spargelcreme- Kokos-Ingwer- oder Waldpilzsuppe.

Nicht zuletzt bietet Wela eine Kakaopulvermischung. Wer weder die Hausmarken der Discounter dauerhaft goutiert noch mit der Politik und dem Geschäftsgebaren der Weltmarktführer einverstanden ist, findet hier eine Alternative für seinen Frühstückskakao.

Erstes Fazit: Selbst die bekannten Aussteller bringen Überraschungen.

Echte Novitäten

Von Algen über Gojibeeren bis hin zu finnischen Eiweißriegeln gab es soviele Neuheiten, dass wir sie weder alle gesehen haben noch zählen können. Unzählige Neuheiten, im wahrsten Sinne des Wortes. Überhaupt Finnland. Von den Malzbrotbackmischungen, Knäckebrot, das nicht wie solches aussieht und Joghurt aus Hafer, das sich nicht so nennen darf, soll an anderer Stelle extra berichtet werden. Finnland war dieses Jahr Partner und das wird noch lange nachwirken. Es hat sich als Produzent außergewöhnlicher (Bio-) Lebensmittel ins Gedächtnis eingebrannt und zusätzlich als Reiseland.

Auch die Novitäten verdienen gesonderte Berichterstattung. Gojibeeren hatten wir in Japan verortet. Dass diese jetzt ausgerechnet in Südosteuropa angepflanzt werden, hätten wir weder klimatisch noch wirtschaftlich vermutet. Dass Goji für Superfood steht, ist bekannt. Das G von Goji gibt‘s jetzt aus Griechenland. Griechische Gojibeeren sind ganz groß im Kommen. Und woher kommen sie? Aus Korinth, nur 70 Kilometer von Athen entfernt am Isthmus. Die Rosinen im griechischen Kuchen waren bisher Korinthen; wer jetzt nach echten Rosinen sucht, pickt sich Gojibeeren heraus. Klein, rot, lecker und gesund.

Leckere tschechische Sanddorn-Rezepturen

Sanddorn aus Tschechien ist auch gesund, aber schon bekannt; irgendwie hat es die Familie von Ing. Pavel Cvrcek geschafft, Rezepturen und Erzeugnisse auf den Markt zu bringen, wonach die Leute Schlange stehen. Es verging kein Tag auf der Grünen Woche, wo man in den Durchgangshallen 8/10 in der Nähe des Großen Sterns bei Cvrcek-Sanddorn nicht auf eine Menschen-Traube stieß. Die Menschenmassen stockten, das Durchkommen war erschwert. Wohl dem, der kein großes Kamera-Equipment mit sich herumschleppen muss.

Erst am letzten Tag der Grünen Woche gelang es, am Ausgabefensterchen – eine Gewohnheit aus sozialistischen Zeiten oder dem knappen Platz geschuldet? – mit Pavla Hatasová zu sprechen. Pavla ist Pavels Tochter, aha. Ihr Nachname spricht sich Hataschowa. Sie hat einen Magister – tschechisch Mgr. – und ist für výroba zuständig, die Herstellung
– oder, wer das deutsche Wort nicht mehr versteht, die Produktion.

Pavel und die schöne, kompetente Pavla haben den Geschmack vieler Mitteleuropäer getroffen. Zum Beispiel mit einer Art Himbeer-Sanddorn-Marmelade, die Stärke enthält. Für Russen ein No-Go. Russische Varenje ist flüssig und wird zum Tee gelöffelt. Deutsche Marmelade enthält dagegen für viele Geschmäcker oft zu wenig Obst und schmeckt einfach nicht gut genug, selbst wenn sie aus Bad Schwartau in Schleswig-Holstein kommt.

Vielleicht ist es auch nur der Reiz des Neuen und Ungewöhnlichen, der das Internationale der Grünen Woche so gut schmecken lässt. Wer sich selbst überzeugen will, findet die Sanddornprodukte von Paul, Paula und Tatjana aus Lhota pod Libcany in unserem Nachbarland unter www.rakytnik.eu . Die Website ist auch slowakisch, deutsch und englisch.

Ob es nun schmeckt oder nicht, lässt sich mit Sanddorn zumindest die nächste Grippewelle elegant umschiffen.

Zum Markenzeichen gezeichnet eine lustige Grille, die einen Zapfhahn in eine riesige Sanddornbeere geschlagen hat und sich in ihre Bechertasse einen labenden Trank abfüllt.

Algen essen im Trend

Gesundheit bringen auch die Algen. Viele kennen wir nur aus Japan. Sie sind teuer, wie alle japanischen Lebensmittel, und seit Fukushima scheuen wir uns ein bisschen. Ähnlich wie bei den Gojibeeren findet sich hier eine europäische Alternative: Bioalegria-Algen aus Galicien. Eigenname: „Biofreude aus Spanien“. Alegria ist das spanische Wort für Freude, fängt aber auch mit Al- an und geht mit „eg“ weiter.

Erzeugnisse aus der EG oder EU sind immer auch eine Freude für das Kohlendioxidkonto. Gojibeeren aus Griechenland und Algen aus dem Atlantik statt aus Japan, Sanddorn vom Nachbarn statt aus der Ferne … bei aller Meckerei über Europa sollten wir das Energieplus nicht aus den Augen verlieren. Nicht nur bei den Algen, die ein eigenes Thema sind, auch in Berlinalefilmen. Und gerade immer wieder zum Thema CO2 um Verwüstung zu verhindern, sprich: globale Erwärmung anzuhalten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Garten seines Amtssitzes. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018

Noch gar nicht erwähnt wurde die Politikerschwemme auf der Berliner Internationalen Grünen Woche, über 70 Minister reisten an, darunter die wichtigen deutschen für Landwirtschaft und Umweltschutz. Nicht zu vergessen der erste Mann im Staate, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.




Basar und Bazaar. Auf der neuen Seidenstraße und in Berlin am ICC – Basare im 21. Jahrhundert

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Geschichte der Seidenstraße, die Ostasien mit dem Mittelmeer verbindet, reicht bis in der Antike. Sie begann im zweiten vorchristlichen Jahrhundert. Von China nach Westen führend, spaltete sie sich in die nördliche und südliche Routen, weshalb es richtig heißt: die Seidenstraßen. Die nördliche durchquerte den Pamir und ging nach Fergana und in die kasachischen Steppen, während der Süden den Pamir Richtung Indien und den Nahen Osten bis ans Mittelmeer durchquerte. Kamelkarawanen, beladen mit Seide, erreichten das Abendland. Auch Trampeltiere wurden benutzt, sie stammen aus Zentralasien, haben ein Winterfell und können so den großen Temperaturschwankungen standhalten; sie sind leicht an den zwei Höckern zu erkennen. Eine solche Reise dauerte recht lang.

Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter – ein Zitat, das es in die Politik der Bundesrepublik Deutschland geschafft hat. Weder Ochs noch Esel halten … auf, hörte man in der DDR. Jedes Mal geht es um eine recht langsame, doch stetige Bewegung. Nicht zu vergleichen mit heutigen Flugreisen, mit dem man zwar Menschen schnell befördert, doch zum Beispiel dem Jetlag aussetzt.

Waren der Basare und der Seidenstraße, die man in Richtung Osten als Glasstraße bezeichnen könnte

Stoffe, Farben, Muster aus dem Orient. 1a-Basarware. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018

Seide war die wichtigste, aber bei weitem nicht die einzige Ware, die entlang der transkontinentalen Route transportiert wurde. Aus China trugen Karawanen Porzellan, Metallgegenstände und Bronzespiegel, lackierte Produkte und Kosmetika, Tee und Reis. Elfenbeinstoßzähne, Nashornhörner, Schildkrötenpanzer, Gewürze und vieles mehr finden sich in den Reisetaschen der Kaufleute. Pferde, die in China hochgeschätzt werden, militärische Ausrüstung, Gold und Silber, Halbedelsteine und Glaswaren, Leder und Wolle, Teppiche und Baumwollgewebe, exotische Früchte wie Wassermelonen und Pfirsiche, Jagdhunde, Leoparden und Löwen wurden aus Zentralasien exportiert.

Die Seidenstraße mit ihren Abzweigungen hat eine lange Geschichte

Im 15. Jahrhundert war die Seidenstraße aufgrund der Wiederaufnahme militärischer Konflikte in Mittelasien, die die Entwicklung des Seehandels angeregten, zurückgegangen. Die beiden flächenmäßig größten Weltreiche der Geschichte, das Reich Dschingis-Khans und das britische Weltreich, sind direkt und indirekt mit der Seidenstraße verbunden. Die Mongolei liegt nördlich Dunhuangs und in den ausgedehnten Machtbereich der Khane geriet unter anderem Persien sowie ganz Innerasien bis hin nach Polen. Durch den Niedergang des kontinentalen Land-Handelsweges – Krieg macht alles kaputt – erstarkten die Flotten der westeuropäischen Kolonialmächte Portugal, Niederlande und Großbritannien, die gern das Ostasien- und Südostasiengeschäft mit Seide und Gewürzen übernahmen. Macao, Hongkong und Indonesien sind die Stichworte. Nach dem siebenjährigen Krieg bis 1763 und dem Sieg am Kap Trafalgar gegen die spanische und französische Flotte 1805 begann die mehr als hundertjährige Vorherrschaft der Briten zur See. Die ein halbes hundert zählenden Commonwealth-Staaten zeugen bis heute von der einstigen Größe des Inselkönigreichs.

Hätte der Handel auf dem Landweg der Seidenstraßen im ausgehenden Mittelalter bis in die Neuzeit hinein weiterfunktioniert, wären nie so große Margen bei Portugiesen und Briten erzielt worden. Der Aufstieg und die Ausbreitung der Kolonialreiche wäre in Asien und Afrika vielleicht anders verlaufen.

Westenden der Seidenstraße

Die westlichen Enden der Seidenstraße teilten sich in Palmyra in Syrien, das wir aus den Nachrichten kennen. Die Nordroute ging dann über die syrischen Orte Aleppo und Antakya und über Tyros nach Konstantinopel am Bosporus, heute Istanbul. Die Südroute ging von Palmyra nach Damaskus, heute syrische Hauptstadt, und über Gaza und Kairo nach Alexandria am Mittelmeer im Nildelta, das für seine verbrannte, einst enorme Bibliothek bekannt ist.

Seidenstraße heute: Touristenrallyes, Basare, architektonische Freilichtmuseen

In den 1960er Jahren wurde die Transsibirische Eisenbahn zwischen Europa und Asien in der UdSSR gebaut. Nun, was ist mit heute? Heute sind diese historischen Stätten für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf der ehemaligen Karawanenroute werden mehrtägige Touristenrallyes arrangiert, eine Fahrt mit der Transsib war lange Zeit eine der beliebtesten Attraktionen für westliche Touristen, und die dank Gorbatschow unabhängig gewordenen ehemaligen Sowjetrepubliken in Mittelasien wetteiferten miteinander, um sich gegenseitig mit orientalischer Gastfreundschaft zu übertrumpfen.

Seidenstraßenland Usbekistan mit Taschkent, der Partnerstadt Berlins, und Samarkand

Und es gibt wirklich viel zu zeigen. Die heutigen Städte verbinden Moderne und überlieferte Tradition. Usbekistan mit seiner Hauptstadt Taschkent, der Partnerstadt Berlins, steht für die Perlen des südlichen Teils der Großen Seidenstraße. Die alten Städte Samarkand und Buchara sind Freilichtmuseen. Chiwa gilt als Wiege der Turkvölker, und nur wenige wissen, dass der berühmte persische Arzt Avicenna in Afschan in der Nähe von Buchara geboren wurde. Das moderne Samarkand wird von 1001 Lichtquellen beleuchtet, und ein Hochgeschwindigkeitszug, der die wichtigsten Touristenstädte verbindet, bringt die Passagiere in nur zwei Stunden von Taschkent nach Samarkand.

Im Norden der Seidenstraße das riesige Kasachstan, das sich eine neue Hauptstadt gönnte, die Alma-Ata/ Almaty ablöste

Die Republik Kasachstan mit ihrer neuen Hauptstadt Astana hat während der internationalen Ausstellung EXPO 2017 fünf Millionen Touristen empfangen. Das mittelasiatische Land mit der am weitesten entwickelten Infrastruktur ist das neuntgrößte der Welt mit 9000 historischen und archäologischen Stätten und 11 Nationalparks. Im Frühling ist eine Reise nach Kasachstan besonders reizvoll, wenn endlose Steppen mit einem rot-gelb-lila Blütenteppich bedeckt sind. Hier entwickelt sich auch der Öko-Tourismus: Man kann das Wasser der fischreichen Flüsse sogar trinken. Jeep-Safaris durch die Wüste werden angeboten. Die Einheimischen sagen: „Es gibt keine Straßen, es gibt nur Richtungen“.

Südliches Mittelasien: Kyrgystan und Tadschikistan

Extremsportler können sich in Kirgisien austoben. Die Republik Kyrgystan ist ein gebirgiges Land, das einst von Nomaden aus Sibirien gegründet wurde. Hier ist viel Platz für Bergsteiger, Pferdeliebhaber und Reiter; es gibt Seen mit kristallklarem Wasser, darunter natürlich den Issyk-Kul, den zweitgrößten Hochgebirgssee der Erde (nach dem Titicacasee).

Neue Attraktion: Seit 2016 finden in Kirgisien die Internationalen Nomadenspiele statt.

Das Fergana-Tal ist der Obstgarten ganz Mittelasiens. Berge von duftendem Obst und Gemüse, riesige Melonen und Wassermelonen – das alles ist noch immer auf den Märkten von Duschanbe, der Hauptstadt des sonnigen Tadschikistans, präsent. Die Hauptsprache dieses kleineren, südlichen Staates Mittelasiens, tadschikisch, ist übrigens die einzige unter den fünf, die keine Turksprache ist, sondern dem Persischen verwandt. Und die Preise dort sind Augenzeugen zufolge lächerlich niedrig. Natürlich sind die traditionellen orientalischen Basare, die alle Geschmäcker zufriedenstellen und jede Farbe zeigen, hier, wie in den benachbarten Republiken, noch nicht ausgestorben.

Innerhalb mitteleuropäischer Städte gibt es einen Marktplatz. Vor dem Lüneburger Rathaus zum Beispiel liegt er auf dem Stadtmittelpunkt. Bis heute, nach über 1000 Jahren, findet an mehreren Tagen ein Wochenmarkt unter anderem mit frischen Erzeugnissen umliegender Bauern statt. Wie man anhand der Straßennamen bis heute nachverfolgen kann, gab es nebenan einen Ochsenmarkt. So auch in Brunsbüttel und Flensburg, in Hamburg einen Gänsemarkt, in Oldenburg einen Pferdemarkt. Dass es die Straße Am Eselsmarkt ausgerechnet in Unstruttal in Thüringen gibt, lassen wir unkommentiert.
Auf dem Basar findet man im Idealfall „das alles, und noch viel mehr“.

Reiseinformationen zur Seidenstraße: ITB Berlin

Für diejenigen, die einen Ausflug auf die Große Seidenstraße planen, gibt es eine gute Gelegenheit, sich mit den Details der Touren auf der Internationalen Tourismusmesse ITB vertraut zu machen, die vom 6. bis 10. März 2019 in Berlin stattfindet.

Basar vor Ort: Bazaar auf dem Messegelände an Funkturm und ICC

Stoff und Stoffmuster aus Asien auf der Bazaar Berlin. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2017

Einen vollwertigen orientalischen Basar zu besuchen, auf den verschiedene Kuriositäten aus der ganzen Welt gebracht werden, wird nächste Woche möglich sein. Die Verkaufsmesse Bazaar Berlin wird auf dem Gelände der Messe Berlin stattfinden, wo unter anderem Kunst- und Industriegüter aus Mittelasien präsentiert werden werden. In diesem Jahr wurde der Eintrittspreis an der Tageskasse auf 9,50 Euro und beim Online-Ticketkauf auf 8 Euro reduziert. Kinder bis zum Alter von 6 Jahren: kostenloser Einlass, bis zum Alter von 14 Jahren – immerhin Eintritt frei am Samstag und Sonntag.
Eine großartige Gelegenheit, für sich und seine Lieben originelle Weihnachtsgeschenke zu besorgen, ohne die Seidenstraße selbst bereisen zu müssen.