Kraft durch Hantel – Annotation zum Buch „Funktionelles Hanteltraining“ von Christoph Delp

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Freundinnen und Freunde des Waschbrettbauches. Der Sommer naht, die Badesaison rückt gnadenlos näher.

Wer, wenn nicht wir, will im Prinzenbad und anderswo demnächst mit einem herausragenden Boddy glänzen? Der grundgütige Riva Verlag aus dem fernen München hat sich für uns Freunde der ziemlichen Freikörperkultur etwas Schickes ausgedacht. In einer smarten Reihe von Büchern bietet er uns Rat zur Erlangung des Astralleibes. Herr Delph zum Beispiel, zeigt uns in Text und Bild auf einfache, doch sehrt anschauliche Weise, wo die Hantel hängt und wie man sie am besten einsetzt. Ob Lang- oder Kurzhantel, Herr Delph ist jedes Mittel recht, uns binnen kurzem via 130 Übungen fit und schön (im herkömmlichen Sinn) zu machen.

Ich habe es versucht und mir ordentlich Muskelkater geholt nebst dem Schwur, demnächst öfter die Hantel zu stemmen. Also auf in den Buchladen und danach in die Muckibude.

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Christoph Delp, Funktionelles Hanteltraining, Softcover, 240 Seiten, Riva Verlag, München, April 2016, ISBN: 978-3-868-83731-5, Preis: 19,99 Euro (D)




Die Geschichte des FC Bayern München in Bildern – Annotation zum Buch „Mythos FC Bayern München“ von Ulrich Kühne-Hellmessen

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Fette Riesenkladde, aber wirklich tolle Fotos, ein zweisprachiger Augenschmaus. Ein Fanbuch für alle zwischen Aachen, Timbuktu, Peking und Canberra. Die weitestgehend durchgehend vierfarbigen Aufnahmen im A3-Überformat lassen das Herz der Millionen Bayernfans bis zum Zäpfchen springen. Text kommt kaum vor, warum auch, es geht um Feiersuperlative.

Ob Kaiser Franz beim Poklaschwingen, Lahm beim roten Teppichablaufen, das Werk hat für jeden Bayerntriumph ein passendes Bild. Fans in allen Hautfarben, feiernde Urbayern neben schwarzen Mädchen – die Lederhose ist das verbindende Element all jener, die dem roten Erfolgsclub aus Deutschlands unheimlicher Fußballhauptstadt die Treue geschworen haben. Der Pabst hält einen Bayernball in der Hand, Beckenbauer ist neben dem Platz ein gar charmanter Ganove. Von Uli und Karl-Heinzens Heldentaten in den Hinterzimmern dieser Welt wollen wir gar nicht erst anfangen – egal, scheißegeal – was zählt ist die große Bayernfamilie wo sich: piep, piep, piep – Alle lieb haben! Heute gehört uns die Deutsche Meisterschaft, morgen die europäische Cl, übermorgen die ganze Welt aka der Weltpokal.

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Ulrich Kühne-Hellmessen, Mythos FC Bayern München, 256 Seiten, Riva Verlag, München 2015, ISBN-13: 978-3-8688-3725-4, Preis: 49,90 Euro (D)




Robert Lewandowski erzählt nur die Wahrheit – Annotation zum Buch „Robert Lewandowski – Meine wahre Geschichte“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Robert Lewandowski ist ein symphytischer Fußballer. Er kommt bescheiden, ja manchmal gar nachdenklich rüber, das unterscheidet ihn von der großen Masse seiner recht tumben Mitkicker, die neben Fußball meist nur Playstation können – und vom wahren Leben nichts wissen und nicht wissen wollen.

Begnadet mit entsprechender Begabung, verzaubert er jede Woche Bayernfans wie jede Menge polnischer Landsleute die Sinne. Er hat eine Karatafrau (Ania) an seiner Seite, er liebt Kinder, Blumen und den Weltfrieden. Neben diesen epochalen Erkenntnissen, schlüpfen noch Infos wie. „Er umgibt sich mit Juristen und Schauspielern“ durch die Maschen (bzw. wird von seinem PR-Berater von solchen Leuten bestückt). Eine Art Bilderbuch mit knappen Texten und wohlwollenden Interviews aus RL`s näherer Umgebung. Ein etwas zu lang geratener Text aus der Sport-Bild. Für Fans sicher ausreichend. Feine Fotos, betrachten wir als eine Art Einstieg in die Lewandowskiforschung mit marginalem Erkenntnisgewinn, kann man sich auf einer Fahrt von Frankfurt/Oder nach Slubice reintun.

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Robert Lewandowski und Wojciech Zawiola, Robert Lewandowski, Meine wahre Geschichte, 240 Seiten, Riva Verlag, München 2016, ISBN-13: 978-3-8688-3635-6, Preis: 19,99 Euro (D)




Scharfschützenromantik – Annotation zum Buch „Sie nannten mich den ‚Auslöscher‘“ von Nicholas Irving

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein ungemein fesselndes Buch von Nicholas Irving um Leben und Tod erschien jüngst im Riva-Verlag, dem es immer wieder gelingt Sex & Crime erfolgreich zu verkaufen.

Es geht um den Scharfschützen Irving, genannt der Auslöscher. Dieser ist ein mustergültiger Killer der Amerikaner, der im Irak und Afghanistan neue Rekorde im Abschießen von Menschen aufstellte. Hart und ohne wirklich heroischen Schnickschnack fächert sich die Biografie des Meisterkillers vor uns aus. Kindheit, Familie, der Wunsch Soldat zu werden. Die große Stärke ist der realistische Blick in eine Einheit der amerikanischen Armee, die eindringlichen Schilderungen des Lebens unter den Kameraden, die schreckliche Wirklichkeit des fast mechanischen Tötens. Legitimiert durch den Gedanken das Böse besiegen zu wollen. Verfolgt von Hunger, Durst, Hitze und den Feinden, die es auch nur auf den Kopf ihrer Gegner abgesehen haben, ist das Werk ungewollt ein Antikriegsbuch für all jene, die hinter den Vorhang schauen können.

Bibliographische Angaben

Nicholas Irving, Sie nannten mich den »Auslöscher«, Die Autobiografie eines der besten Scharfschützen der US-Armee, 286 Seiten, Riva-Verlag, München 2015, ISBN: 978-3-86883-688-2, Preis: 17,99 Euro (D)




Auf Koksurlaub im bolivianischen Knast – Annotation

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Titel klingt nach Sat1, doch die absurde Geschichte entschädigt schnell für das etwas aufdringliche Geheul der Werbeabteilung des Verlags. In einer schnörkellosen Sprache berichtet Young von einer Freundschaft zu Thomas. Thomas ist Engländer und von Beruf Drogenschmuggler. Er sitzt wegen Drogenschmuggel in einem verrückten Knast in Bolivien ein.

„Im Gefängnis San Pedro wurde man nicht von der Polizei belästigt und hatte leichten Zugang zu billigem, reinem Kokain. Einer der besten Orte in Südamerika, um wilde Partys zu feiern.“

Thomas macht im Gefängnis Führungen für Touristen und verkauft alles was verboten ist. Er besticht Wärter, Polizisten und Staatsbeamte. Wer Geld hat, bekommt alles im Knast. Einzelzimmer, Drogen, Essen, jeglicher Luxus ist möglich. Rusty freundet sich mit Thomas an und wohnt bald selbst einige Monate im Kittchen und genießt das süße Knastleben. Nebenher schreibt er die Geschichte auf, die mit all ihren Rankünen kaum zu glauben ist. Einziger Makel: Die Geschichte spielt vor fast zwanzig Jahren, die Infos sind nicht mehr ganz taufrisch. Trotzdem ein Lesevergnügen der anderen Art.

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Rusty Young, Marschpulver – Eine wahre Geschichte von Korruption, Koks und einer unglaublichen Freundschaft im krassesten Knast der Welt, 400 Seiten, Riva Verlag, München 2015, ISBN 978-3-86883-673-8, 16,99 Euro (D)