Chinesisches Tanzensemble zeigt Taiji in Berlin. Mit dabei: Julia Zhao

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein Tanzensemble zeigt Taiji in Berlin auf dem Potsdamer Platz und es gibt weitere Darbietungen unter freiem Himmel – wenn nicht Regenwolken Zuschauer und Akteure vertreiben (Freitag, der 13. …?), wird das ein farbenprächtiges Event umsonst und draußen. Ab dem Mittag läuft die Veranstaltung, Taiji soll es etwa ab 13.15 Uhr bzw. 13.30 für eine Viertelstunde oder zwanzig Minuten geben. Vielleicht gibt es ja auch eine Zugabe.

Alle, die am Samstag, den 7. September auf der IFA das chinesische Tanzensensemble in ihren hübschen, roten Kostümen verpasst haben, bekommen jetzt eine neue Gelegenheit, die Anmut der Chinesinnen in ihren strahlenden Kostümen zu betrachten und das sogar umsonst und draußen. Auch, wenn es sich nicht eigentlich um eine Tanzveranstaltung handelt. Die Protagonisten und die Kostüme sind dieselben. Für viele ist es vielleicht ist es das erste Mal, dass man beim Taiji bzw. Tai-chi live zuschaut. Die Gruppe ist dabei größer: Zwischen 16 und 20 Frauen werden unter freiem Himmel ihre Bewegungen ausführen. Die Gruppe heißt frei übersetzt Himmelsfrauen („Nüren“ bedeutet Frauen, „Tian“ Himmel).

Darunter das Multitalent Songzi „Julia“ Zhao – Sängerin, Tänzerin, Taiji-Praktizierende. Taiji ist auch unter dem Namen Tai-chi bekannt. Der Unterschied ist nur die Umschrift, nicht die Aussprache, auch wenn sich regional in Deutschland eine eigene gebildet hat. Soviel steht fest: Eine Aussprache, mit der sich Tai-chi mit „Hatschi“ reimte, ist falsch.

Taiji ist in der Hanyu-pinyin geschrieben, einer Umschrift aus den 70er Jahren der Volksrepublik China, die auch in Singapur verwendet wird. In der Republik China benutzt man bis heute die Wade-Giles-Umschrift, benannt nach zwei Linguisten. Sie war auch in Hongkong gebräuchlich, solange dort die Briten regierten. Tai-chi wird genauso aussprochen wie Taiji.

Wie schreibt man Taiji richtig? Tai-chi oder Taichi oder …?

Zum Umschriftproblem des Chinesischen

Am Potsdamer Platz war lange eine kleine Wüste; Bomben, Abriss und Mauerbau ließen eine Riesenlücke. In den 70ern und 80ern sagten sich hier Fuchs und Hase gute Nacht. Bis heute ist auf dem Platz viel Platz. Genutzt wird er u.a. für Präsentationen und Konzerte. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Wer jetzt fragt, wie es denn „richtig“ geschrieben wird, hat den Umstand mit der Umschrift übersehen. „Richtig“ wird es im Original mit chinesischen Schriftzeichen geschrieben. Diese können von Land zu Land auch verschieden ausgesprochen werden. Japaner, Chinesen, Koreaner, Vietnamesen – sie alle benutzen SCHRIFTLICH unter anderem chinesische Schriftzeichen. Die Schriftzeichen „Hauptstadt des Ostens“ bedeuten genau das, werden aber auf chinesisch „Dongjing“ (sprich: Dung-dsing) und auf japanisch „Tokio“ oder „Tokyo“ ausgesprochen. Die Umschrift mit lateinischen Buchstaben – es gibt auch Umschriften mit kyrillischen und anderen Alphabeten – nennt sich in der Volksrepublik China Hanyu pinyin, in der Republik China auf Taiwan Wade-Giles (sprich: Wejd-Dschails) und in Japan Romaji. In Japan werden vier Schriftsysteme verwendet, außer der Romaji (Rom oder Roma kann man gut als Bezeichnung der lateinischen Buchstaben erkennen) zwei Silbenschriften und chinesische Zeichen. In ein und demselben Text können sowohl Silbenschrift als auch chinesische Schriftzeichen vorkommen.

Wir wünschen den beteiligten Ensembles und dem Publikum möglich kurze Regenschauer. Man möge bei Bedarf Regenschirme und Windjacken mitbringen. Die Sonne wird aber zwischendurch immer wieder scheinen.




Sängerin Julia Zhao auf der IFA. Tanzgruppe auf der Bühne in Halle 9

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Was machte die Sängerin Julia Zhao auf der IFA? Frau Zhao, eigentlich Zhao Songzi beziehungsweise europäisiert Songzi Zhao (sprich Ssung-dse Dschau) singt nicht nur, europäisch wie chinesisch, sondern kann auch tanzen. Eine ganze Tanzgruppe erfreute in Halle 9 auf der Bühne die Messebesucher in ihren traditionellen Kostümen. Nicht nur Musik und Tanz, auch talkshowähnliche Formate wurden dort gezeigt im Rahmen eines chinesisch-deutschen (Kultur-) Austauschs.

Julia Zhao auf der IFA in Halle 9. Auf dem Berliner Messegelände in Charlottenburg. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Julia Zhao, wie sich die Sängerin hier für diejenigen nennt, die meinen, nicht in der Lage zu sein, ihren Namen aussprechen zu können, kam nach Deutschland um klassischen (Opern-) Gesang zu lernen. Zu studieren. In China sang und singt sie Peking-Oper. Dabei hat sie einen ganz eigenen Stil gefunden, beides zu kombinieren.

Julia Zhao auf der IFA in Halle 9. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Wir fragen sie, ob es noch jemand gäbe, der das tut. Die Antwort ist: Eigentlich nicht oder kaum, und die einzige Sängerin, die Frau Zhao auf Anhieb einfällt, ist bereits über 60 Jahre alt.

Julia Zhao auf der IFA in Halle 9. Im Hintergrund auf der Bühne: Logo der Stiftung deutsche und chinesische Kultur. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Wir versuchen, Julia Zhao auf Film zu bannen; keine einfache Aufgabe, eine tanzbegeisterte Sängerin zu photographieren, die sich gern bewegt. „Die Kamera ist zu langsam“, meint sie, während sie von einer Pose zur anderen wechselt.

Julia Zhao auf der IFA: Von Anfang an Musik

Julia Zhao unter dem Funkturm in Berlin. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Geboren wurde die tanzende Sängerin als Zhao Songzi in einem Dorf in der Nähe von Zhangzhou (Dschang-dschou) in der Provinz Henan. He-nan bedeutet „südlich (nan) des Flusses“. Der Fluss (He) ist der Gelbe Fluss oder Huanghe, der so heißt, weil er viel Löss mit sich führt. Es ist der nördlichste der drei großen Flüsse, die auf einer kleinen Karte von China eingezeichnet sind.

Julia Zhao unter dem Funkturm in Berlin. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Schon als Kind begann sie bei ihrem Onkel Musiktheorie zu lernen. Anfang der 1990er Jahre arbeitete sie in der Schule als Musiklehrerin. In der Grundschule und in der Sekundarstufe. Später trat sie an verschiedenen Orten auf. Da sie heute in Berlin lebt, ist ein Auftritt auf der IFA nur folgerichtig.

Julia Zhao auf dem Berliner Messegelände unter dem Funkturm in Berlin. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Auf dem Messegelände erklingt allerorten Musik. Oft aus der Konserve, doch häufig auch live. Nicht nur tagelang im Sommergarten mit Rap und Pop, sondern auch an den Ständen wie zum Beispiel bei Siemens in Halle 1.1 regelmäßig Jazz zum Feierabend mit Nelson Müller und Band (17.15 bis 18 Uhr, Nähe Eingang Messe Süd). Chinesische Klänge, Tänze und Kostüme runden eine Messe ab, auf der von Technik made in China wirklich nicht zu wenig zu sehen ist.

Julia Zhao in Bewegung. Studie. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Hinweis: Auf der Bühne in Halle 9 wird unter anderem oder vor allem deutsch gesprochen. Eine schöne Abwechslung, da zum Beispiel die Supplier in der Station Berlin bei IFA Global Markets zwar von ihren Produkten viel verstehen, aber bei ihren Fremdsprachenkenntnissen vielfach noch Luft nach oben haben.

Julia Zhao zur IFA auf der Messe Berlin zwischen Sommergarten und großem Stern, im Hintergrund der Funkturm. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser




„Extravaganzen“ – Ein Ballettabend im Saarländischen Staatstheater

Saarrücken, Deutschland (Kulturexpresso). Die Federleichtigkeit des Seins – nirgends wird sie dem Publikum so vor Augen geführt wie wenn Tänzer, die der Schwerkraft der Erde trotzen, förmlich durch den Raum fliegen.

Auch an diesem Ballettabend, an dem der Orchestergraben abgedeckt bleibt, bezauberte das Saarländische Staatsballett unter der Leitung des belgischen Ballettdirektors Stijn Celis mit den drei Choreografien „610 Elm Drive“, „The Grey Area“ und „La Stravaganza“.

610 Elm Drive

Die romantische Pianoklänge der hochvirtuosen zweiten Klaviersonate von Sergei Rachmaninows erklingen, an Hollywoodfilme erinnernd und rühren an die Seele: der japanische Pianist Ryo Kuroki begleitet live an seinem Piano auf der Bühne sitzend, die nackt ist und jeweils changierend mit pastelligen Unifarben im Fond angestrahlt wird. Rachmaninow, erfolgreicher Komponist und Pianist, lebte zuletzt als russischer Emigrant in Kalifornien in Beverly Hills, im 610 Elm Drive, wo auch Hollywood-Prominenz verkehrte. Auf der Bühne fließend-schwebender Ausdruckstanz – ausdrucksstarke Solisten fliegen schmetterlingsähnlich über die Bühne – ihre kaftanähnlichen, seitlich geschlitzen Seidenkostüme in diversen nicht kitschigen Pastellfarben flattern im Wind der Bewegungen. Bei den Tänzern erzeugt eine Nude-Look-Hose die optische Täuschung, dass von hinten nur die blanken, gut trainierten Glutaeus maximus-Muskeln zu sehen seien. Pas de deux’s, mal Mann-Mann, Frau-Frau, Frau-Mann wechseln sich ab mit großartigen Soli, die teilweise an die Mary Wigman oder andere ausdrucksstarke Tänzer der Golden Twenties erinnern. Diese Choreografie Stijn Celis ist ein Hochgenuss.

The Grey Area

Ätherisch-sphärisch-filigran trifft den Tenor dieser Choreographie des Londoners David Dawson. Nackte Bühne, dunkler Hintergrund, hell angestrahlter Boden – die Tänzer nur minimalistisch angeleuchtet, die sich surrealistisch anmutend zum Klang der Syntheziser-Sphärenmusik bewegen, teilweise klassisch Spitze tanzend. Musik, die sich zum dröhnenden Wummern steigert, bevor sie wieder sphärisch spielt. Sehr elegant wirkende Tänzer in phantasievoller Ausdruckstanz teils mit Pas-de-deux’s – teils tanzt das Ensemble quer über die Bühne verteilt. Gezeigt wird hohe Tanzkunst, die entschleunigend wirkt. Verstärkt wird der Eindruck des Ätherisch-Sphärischen durch die filigran wirkenden Kostümchen, entworfen von Yumiko Takeshima, selbst ehemals arrivierte Tänzerin. Durchsichtig wie Spinnenweben geben sie dem Ganzen den letzten Pfiff und Touch. „The Grey Area“ ist ebenfalls eine äußerst extravagante Choreographie.

La Stravaganza

Das in dunkelrot angestrahlte Bühnenbild (Leihgabe aus Toulouse) sieht aus wie eine Steinzeithöhle. Davor tanzen zu elektronisch-akustischer Musik roboterartig – wie Aliens wirkend – Tänzer im Gleichschritt, die mit ihren antik wirkenden Kostümen (Star-Designer Hervé Pierre) wie einem Vermeer-Gemälde entliehen aussehen. Als Kontrapunkt hierzu kommt ein Teil des Ensembles in hautfarbenen, modernen Kostümen von der anderen Seite der Bühne. Sie tanzen spritzig-lebendig in hohem Tempo zu luftig-leichter Vivaldi-Musik „in neoklassischer Tanzsprache, die …unsere Vorstellung des Fliegens, in-die-Luft-Steigens in sich trägt“, so der renommierte, französische (albanisch-stämmige) Star-Choreograph Angelin Prelijocaj, dessen Werk 1997 in New York uraufgeführt wurde. „Menschen, die wie Ahnen aus einer vergangenen Zeit auftauchen („Vermeer-Figuren“) und die, entgegen allen Erwartungen, das Neue bringen…“ so skizziert der von seiner Einwanderungsgeschichte geprägte Prelijocaj seine Inspiration zur Choreographie – ein Feuerwerk an Schrittkombinationen.

Das Publikum goutierte diese Aufführung der „Extravaganzen“ mit frenetischem Beifall und teils stehenden Ovationen. Das war ein mehr als gelungener Ballettabend.

Weitere
Aufführungen

Samstag, 16. März 2019, Freitag, 29. März 2019, Sonntag, 31. März 2019, Dienstag, 9. April 2019, Donnerstag, 25. April 2019, Freitag, 10. Mai 2019 und
Sonntag, den 19. Mai 2019.




Tanz auf Treppen – 800 Events in 80 Häusern bei der Langen Nacht der Museen in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Hat da Busta Rhymes mit Mozart kooperiert? Schneller Sprechgesang wird von gediegener Streichmusik begleitet, Hip Hop trifft auf Klassik. Dazu verrenken und verbiegen sich vier Tänzer und eine Tänzerin auf den Stufen einer Treppe, einer rutscht, ganz kindlich, auch mal auf dem Geländer herunter. Eine kleine Kostprobe in der Berlinischen Galerie, anlässlich der „Langen Nacht der Museen“ am kommenden Sonnabend. „Treppenact“ nennt sich die Performance von An Boekman, die dann stündlich in der Berlinischen Galerie stattfinden wird. Keine Aufführung wird der anderen gleichen, es scheint vielmehr, als würde jede Darbietung von Zufällen bestimmt.

Tranz auf Treppen. In Berlin. © 2018, Foto: Fritz H. Köser

„Dieses Jahr werden die schönsten Museumstreppen zu Bühnen umfunktioniert“, verspricht Annette Meier, Projektleiterin der „Langen Nacht der Museen“. 80 Museen laden zum nächtlichen Rundgang durch Kunst, Geschichte, Architektur, Naturwissenschaft und Technik ein. Große bekannte Häuser wie Altes Museum, Museum für Naturkunde, Museum für Kommunikation sowie viele Regional- und Spezialmuseen. Wie immer mit maßgeschneiderten Führungen durch die Sammlungen und aktuellen Sonderausstellungen. Die eigentlichen Highlights aber sind Musik, Tanz, Literatur, Performances, Filme, Fotoprojektionen, Klangcollagen und Sound- Installationen. Und viele Workshops und Quizspiele zum Mitmachen. Gut 800 Veranstaltungen bringen inspirierende Live-Atmosphäre in die Museen, die nur einem Ticket (18 €, ermäßigt 12 €) besucht werden können.

Die schönsten Museumstreppen werden in Szene gesetzt, teilweise mit extra konzipierten Stücken: Die Flying Steps, vierfache Breakdance-Weltmeister, wirbeln durch die berühmte Treppenhalles des Neuen Museums. Das Kammerensemble Neue Musik Berlin erfüllt Schinkels berühmtes Treppenhaus im Alten Museum mit den Klängen zeitgenössischer Kompositionen. Tänzer der Landesjugendballettschule schweben über die neobarocken Treppen des Bode-Museums. Die Berlinische Galerie zeigt kurze Tanzstücke, eigens für die weiße, skulpturale Treppe choreographiert. In der eindrucksvollen Backstein-Turmtreppe des Deutschen Doms erklingt klassische Musik. Knallig leuchtet die Treppe des Londoner Graffiti-Künstlers Ben Eine im Urban Nation Museum, um einige Beispiele zu nennen. Workshops und Quizspiele, Gesprächsrunden und Vorträge beleuchten Bemerkenswertes in den einzelnen Sammlungen. Eigene kreative Energien können Jung und Alt bei den verschiedensten Mitmachaktionen freisetzen. Museumsdirektoren, Kuratoren und künstlerische Leiter stellen sich vor und führen persönlich durch Sammlungen oder hinter die Kulissen.

Erstmals während der Langen Nacht der Museen zu erleben sind die Hegenbarth-Sammlung Berlin, das Samurai Art Museum, das Urban Nation – Museum for Urban Contemporary Art, das Humboldt-Forum sowie die temporären Museumsstandorte Nineties Berlin und Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung – The Temporary. Das Brücke-Museum mit seiner Sammlungs-Rekonstruktion von 1967 und das Märkische Museum mit einer komplett überarbeiteten Berlin-Ausstellung sind ebenfalls neu zu entdecken. Die Stasi-Zentrale nimmt mit ihrer im Juni eröffneten Dauerausstellung „Einblick ins Geheime“ teil, und der GeDenkOrt. Charité erlaubt erstmals einen Blick in einen 130 Jahre alten Hörsaal. Wegen der großen Nachfrage im letzten Jahr gibt es erneut die Kieztouren in Oldtimerbussen der BVG aus den 60er/70er-Jahren. Auf vier Touren steuern sie Berlins Bezirksmuseen an und machen unterwegs mit dem Kiez links und rechts des Weges bekannt. Die vier Touren führen nach Schöneberg/Tempelhof, Kreuzberg/Neukölln, Charlottenburg und Prenzlauer Berg/Lichtenberg. Für den komfortablen Transport zwischen den Museen stehen Shuttle-Busse auf sechs Routen bereit. Wegen der umfangreicher Straßensperrungen entfällt die Route 2 von Hohenschönhausen nach Kreuzberg. Wohl kaum jemand dürfte das ärgern. Grund dafür sei schließlich, so Annette Meier, der „Zug der Liebe“.




STREB

In Berlin wird die Tage wieder getanzt – Tanz im August

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Vom 10. August bis zum 2. September 2018 findet in Berlin zum 30. Mal das internationale Festival Tanz im August statt, das vom HAU Hebbel am Ufer präsentiert wird. In der Zeit werden laut Pressemitteilung des Veranstalters vom 9.8.2018 „rund 80 Vorstellungen an elf Spielorten in ganz Berlin mehr als 200 Künstler*innen aus 18 Ländern insgesamt 30 Produktionen präsentieren, darunter 4 Uraufführungen und 16 Deutschlandpremieren.“

Das klingt nach einem vollen Programm, an dem auch eine Veranstaltung der US-Amerikanerin Elizabeth Streb unter dem Zeltdach im Sony Center am Potsdamer Platz am Samstag, den 11.8., um 13 Uhr und 16 Uhr, gezeigt wird, die laut Veranstalter keinen Eintritt koste und familienfreundlich sei.

Tanz im August wird am heutigen Freitagabend mit Trois Grandes Fugues der Choreografinnen Lucinda Childs, Anne Teresa De Keersmaeker und Maguy Marin mit dem Ballet de l’Opéra de Lyon, um 19 Uhr im Haus der Berliner Festspiele eröffnet. An diesem Wochenende sind zudem „Produktionen von THE AGENCY, La Veronal, Ola Maciejewska, Thiago Granato und Björn Säfsten im HAU1, HAU2, HAU3 und in den Sophiensælen“ zu sehen.

Die diesjährigen Spielorte des Festivals Tanz im August sind HAU Hebbel am Ufer (HAU1, HAU2, HAU3), Capitain Petzel, Deutsches Theater Berlin, Haus der Berliner Festspiele, KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Lilli-Henoch-Sportplatz, Sony Center am Potsdamer Platz, Sophiensæle und Volksbühne Berlin.




Argentinische Gauchos trommeln, tanzen und "batteln" an 25.7.2018 in der Komischen Oper Berlin und in Köln

Nach wessen Trommel tanzt Du? Männlichkeit, Kraft und Beweglichkeit – wortlos herübergebracht mit Malambo

Berlin/ Köln, Deutschland (Kulturexpresso). Und das bei dieser Hitze. Das, was die Tänzer von „Che Malambo – The Rhythm of Argentina“ da auf die Bühne bringen, ist einfach toll. Und es erklärt sich von selbst. Malambo ist ein typischer südamerikanischer Tanz. „Der Rhythmus Argentiniens“, das ist vielleicht ein kleines bisschen übertrieben, zeichnen doch viele Rhythmen das Silberland aus.

SO tanzen die Gauchos!

Bei aller Freude über den Sieg der deutschen Herren bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien schmerzte den Kosmopoliten, der trotzdem in der Lage ist, sich zu freuen, wenn Sportler seiner Heimat Wettbewerbe gewinnen, dass bei der Rückkehr der Helden ein Lied die Runde machte, das die argentinischen Vizeweltmeister verunglimpfte, zumindest die argentinischen Fußballer als Gauchos bezeichnete. Selten stoßen solche Verallgemeinerungen zuhause auf Zustimmung. Welcher Deutsche möchte schon als „Fritz“ oder „Kraut“ bezeichnet werden? Zudem alle Verallgemeinerungen genau das sind, Verallgemeinerungen. Viele dienten seit Generationen dazu, nach dem Prinzip ‚Teile und herrsche‘ sich über andere Völker zu erheben und von ihnen abzusondern.

Das diente nur der Waffenindustrie und den Kriegstreibern. Allein die Aussöhnung mit Frankreich unter De Gaulle und Adenauer beweist, wie richtig sie ist. Der Erzfeind war zudem nie einer, denn erst unter Friedrich II. kam es zu einem weithin bestaunten Wechsel der Allianzen. Preußen und das französische Königreich, damals der Nabel der Welt, eine Weltmacht, die DIE Weltsprache sprach, waren lange durch Bündnisse und kulturell gebunden. Österreich(-Ungarn), eine weitere Weltmacht, stand im Zweifel an der Seite Großbritanniens. Aus heutiger Sicht merkwürdig, dass die beiden deutschsprachigen Kurfürstentümer nicht verbündet waren. Und das, obwohl beide zum Heiligen römischen Reich deutscher Nation gehörten.

Daran änderte auch der Wechsel nichts. Im Siebenjährigen Krieg, der vielen als erster Weltkrieg gilt, fochten Brandenburger und Preußen an der Seite der Briten gegen Franzosen und Österreicher. Das Ende ist bekannt: Großbritannien gewann die Weltherrschaft durch seine Vormachtstellung auf den Weltmeeren. Die Franzosen, in Kanada zu Lande überlegen, wurden von ihrem Nachschub abgeschnitten.

Englisch wurde Weltsprache. Als sich manche Offiziere in Massachusetts gegen die britische Krone verschworen und einen siebenjährigen Unabhängigkeitskrieg führten, entstand ein neues Land. Deutsch war als Landessprache im Gespräch und unterlag Englisch nur knapp. Ab 1776 wurde die Weltsprache Englisch so weiter gefestigt.

Frieden und Kultur: Malambo ist dabei

Inzwischen ist klar: „Nie wieder Krieg!“ ist alternativlos. Schon die globale Erwärmung verbietet Kriege, die ungeahnte Zerstörungen anrichten. Von Moral und Ethik ganz zu schweigen. Dass die (zehn) Gebote während eines Krieges nicht befolgt werden, weiß jeder. Wettstreit darf sein, aber friedlich.

Brasilien kennt den Capoeira, eine Art friedlicher Kampftanz. Etwas aggressiver die US-amerikanischen Rapper-Battles, Poetry-Battles, Dance-Battles.

Malambo geht einen Mittelweg. Einen gewaltlosen. Die Gauchos führen musikalische und Tanzbattles durch. So könnte man es in der heutigen Zeit, in der die Deutschen sich, so scheint es, besser verstehen, wenn sie englisch sprechen, ausdrücken.

Malambo, der Tanz der Gauchos. Wer ist das eigentlich?

Gauchos haben nichts zu tun mit den Gauches oder Gauchers (sprich: Goosch und gooschee, französisch). Alexandre Jardin schrieb den wunderbaren Roman „Île des Gauchers“, den Eliane Hagedorn und Barbara Reitz ins Deutsche übersetzten. Die Insel der Linkshänder. Ein Ort, in dem die Liebe an erster Stelle steht. Noch über dem Job, meine Herren. Arbeit ist gemeint.

Wo wir nun sowieso schon englisch sprechen: Gauchos sind die argentinischen Cowboys. Sie sprechen spanisch. Argentinisches Spanisch. Und sie tanzen besser als ihre nordamerikanischen Kollegen, die auch als Kuhjungen arbeiten und auf einem hohen Ross sitzen.

Ihr Tanz ist der Malambo, in dem sich verschiedene Elemente mischen.

Der Tanz, so wie er auf der Bühne der Komischen Oper in der Behrenstraße gezeigt wird, erinnert an „Dance Battles“. Einer tanzt, nickt dem anderen zu: ‚SO, das musst Du erstmal nachmachen!‘ ‚Das kannst du nicht überbieten!‘ Der andere, oder eine andere Gruppe, lässt sich nicht lumpen und hält dagegen.

Ein bisschen erinnert es auch an indische Musik, wo ein Musiker dem anderen „antwortet“. Legendär die Berliner Konzerte des Tabla-Tarang- und Tablameisters Kamalesh Maitra aus Indien, dem die Amerikanerin Laura Patchen auf der Tabla antwortete.

Malambo verliert nicht viele Worte. Eigentlich muss man nur drei Worte sagen: Gehen Sie hin!

Alles andere werden Sie von selbst verstehen.

Wer in Berlin nicht in die Komische Oper kann, gehe in Köln in die Philharmonie.

In Berlin-Mitte fand am 24. Juli die Deutschlandpremiere statt. Bis zum 29.7. werden die 12 Meistertänzer in gedämpften rotem Licht die Zuschauer verzaubern. Das ist ein Naturgesetz. So ziemlich das einzige Wort, dass die Tänzer und Trommler im Chor verlieren, heißt: MALAMBO!

Die Instrumente dieser wirbelnden Wahnsinnstänzer sind Gitarre, Trommel und Schleuder. Noch nie gehört? Noch nie gesehen? Hingehen.

Die 12 Apostel des Malambos-Tanzes kamen nach Deutschland. Hören wir ihnen zu.

Aus dem Pressemitteilungs-Wörterbuch:

Malambo-Glossar

Malambo: volkstümlicher Männertanz aus Argentinien

Bombo: zweifellige Zylindertrommel

Zapateo: (von zapatear = stampfen, tänzeln): Figuren mit rasanter Fußarbeit

Boleadora: Lasso mit Stein am Ende, ursprünglich eine Wurfwaffe für die Jagd

Der stolze Spanier ist sprichwörtlich. Wer hat schon einmal einen stolzen Argentinier gesehen? Es wird Zeit. Wer die Welt nicht besuchen will, kann in Städten wie Köln und Berlin warten, dass die Welt zu Besuch kommt. Jetzt sind gerade die Männer aus dem Silberland da.

Während sie ähnlich dem irischen Tanz mit viel Beinarbeit die Brust herausstrecken und Elemente der Tänze und Musik der Kolonialherren einbauen, tanzen sie ihren eigenen Tanz. Den Tanz der Gauchos, den Malambo.

Der Stolz ist berechtigt.

Gauchos gibt es auch in den Nachbarländern, in Brasilien, Uruguay, Paraguay und Bolivien. Argentinien spielte in vielerlei Hinsicht gern eine Vorreiterrolle in Süd- und sogar Lateinamerika. Ihre abgesehen von Brasilien, Surinam und Guayana überall bis hoch ins nordamerikanische Mexiko lesbaren Zeitungen gaben mit den Ton an. Buenos Aires hatte einen sehr guten Klang. Diktaturen und der Krieg um Malwinen, wie die Einheimischen die Falklandinseln nennen, führten zum gegenwärtigen Niedergang. Inflation, Schuldenkrise, das ganze Programm. Nie wieder Krieg, das denkt sich bestimmt so mancher Südamerikaner. Die unsinnigen Grenzstreitigkeiten mit Chile in Feuerland sind auch längst obsolet.

Wer soviel Platz hat wie Argentinien, kann bei Grenzlinien großzügig sein. Die Pampa gibt es wirklich und Patagonien ist ein eigenes Land, aber kein eigener Staat. Hier wäre Platz für mehrere jüdische Staaten gewesen. Die Überlegungen gab es. In Patagonien gibt es nicht nur Schafe und Tourismus, sondern auch Öl und Kohle. Und eines der wichtigsten alpinen Wintersportzentren des Kontinents. In Argentinien gibt es private Güter, die größer sind als so mancher europäische Staat.

Der Malambo der Gauchos ist ein weiterer Reichtum. Schön, dass die Argentinier ihn jetzt mit uns teilen.

Komische Oper Berlin

Opernkasse Unter den Linden 41, 10117 Berlin-Mitte
Mo-Sa 11-19 Uhr, Sonntag 13-16 Uhr

Abendkasse und Eingang:
Behrenstraße 55-57
10117 Berlin
jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

Vorstellungen „Che Malambo – Tanz- und Rhythmusspektakel aus Argentinien“

Freitag, 27. Juli 2018 um 20 Uhr
Samstag, 28. Juli 2018 um 15 Uhr
Samstag, 28. Juli 2018 um 20 Uhr
Sonntag, 29. Juli 2018 um 14 Uhr

Karten zwischen Euro 39,50 und 74,50

Sowie im Anschluss in Köln, Philharmonie

(alle Angaben ohne Gewähr)

Che Malambo – das Ensemble

Die 12 Tänzer: Federico Arrua, Fernando Castro, Francisco Matias Ciares, Claudio Daniel Diaz, Miguel Angel Flores, Federico Gareis, Fernando Gimenez, Walter Kochanowski, Facundo Lencina, Gabriel Adrian Lopez, Daniel Medina, Matias Rivas.

+Artistic Director, Gründer, Konzept, Choreographie und Inszenierung: Gilles Brinas




Wittenberg in Sachsen-Anhalt.

„Klänge statt Klingen“ – Musik im Dreißigjährigen Krieg beim 13. Wittenberger Renaissance-Musikfestival

Wittenberg, Sachsen-Anhalt, Deutschland (Kulturexpresso). Der Dreißigjährige Krieg, der vor 400 Jahren begann und von 1618 bis 1648 um die Herrschaft im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und somit im Zentrum Europas ausgetragen wurde, begann mehr oder weniger mit dem Prager Fenstersturz und endete mit dem Westfälischen Frieden beziehungsweise damit, dass die geschwächten Habsburger gestutzt wurden und sich allerlei Leute auf ihrem Land davonmachten. Die einen Deutschen machten auf Niederlande, die anderen auf Schweiz. Hinzu kamen Überläufer vor allem zu den Franzosen und Schweden. Dem deutschen Kaiser wurden Rechte entzogen und auf den Reichstag übertragen.

Das deutsche Volks- und Kinderlied „Maikäfer flieg“ überdauert bis heute im kollektiven Gedächtnis der Deutschen und steht für deren Niederlage, denn nicht nur „Pommerland“ war in 30 Jahren Krieg, der in Wahrheit aus vielen Kriegen bestand, die 30 Jahre im Herzen Europas stattfanden, abgebrannt.

Viele Lieder wurden gesungen und gespielt. Zu hören werden einige auf dem 13. Wittenberger Renaissance-Musikfestival sein, das vom 26. bis 31. Oktober 2018 in Wittenberg am Nordurfer der Elbe im Osten des Bundeslandes Sachsen-Anhalt stattfinden soll.

Laut Veranstalter Wittenberger Hofkapelle e.V. in Kooperation mit Wittenberg-Kultur e.V. seien elf Konzerte, zehn Kurse für Instrumentalspiel und Tanz, ein historischer Tanzball sowie eine Instrumentenausstellung geplant.

Dieses Festival der Alten Musik, zu dem die gastgebende Wittenberger Hofkapelle lade, stünde laut Pressemitteilung vom 17.7.2018 unter dem Motto „Klänge statt Klingen“. Das klingt gut. Wie die Hofkapelle und Wittenberger Renassancemusik an historischen Orten klingt, das müssen wir uns anhören.

„Die Musiker, allen voran der Festivalleiter und Gründer der Wittenberger Hofkapelle Thomas Höhne“, sollen „aus einer Fülle an geistlicher und weltlicher Musik“ ausgewählt haben. „Neben Auszügen aus den ‚Kleinen Geistlichen Konzerten‘ von Heinrich Schütz erklingen u. a. Battaglie und Lamenti von Claudio Monteverdi und Heinrich Ignaz Franz Biber, irische und englische Tänze der Renaissance und Liebeslieder von Heinrich Albert und Thomas Selle. Denn auch zu Kriegszeiten wurde getanzt, geliebt und gelacht – sei es auch nur für kurze Zeit.“

„Nur für kurze Zeit“? Wenn dumme Leute schreiben und ihr Geschreibsel veröffentlichen dürfen, dann kommt das dabei heraus. Denn dass in den 30 Jahren zwischen Prager Fenstersturz und Westfälischem Frieden mehr getanzt, geliebt und gelacht als die Klinge gewetzt wurde, das darf hier und heute jeder wissen, der Sozial- und Geisteswissenschaften im Allgemeinen und Geschichtswissenschaft im Besonderen mit heißem Bemühen studierte.




"Moving Lines".

„Moving Lines“ im Felleshus in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). „Moving Lines“. Vom 9. Februar bis zum 15. April zeigt die Schwedische Botschaft die interaktive Klangkunstausstellung „Lines“ des Künstlers Anders Lind im Berliner Felleshus.

Lind ist zwar Klangkünstler, Komponist und Dozent für Musik am Institut für Ästhetik und Kreativität an der Universität Umeå in Schweden, doch er zeigt Linien an der Wand, auf dem Boden und von der Decke hängend die in Kombination mit Sensoren und Elektronik drei originelle Musikinstrumente bilden würden, die mithilfe des Körpers zum Klingen gebracht werden würden. Um sie zu spielen, würde es einerseits „keiner musikalischen Vorkenntnisse“ bedürfen, andererseits böten die Instrumente „aber auch erfahrenen Musiker/innen und Komponist/innen … neue musikalische Herausforderungen und Möglichkeiten“.

Drei Tänzer/innen und die Choreografin Canan Erek werden eine Woche lang dieses Kunstwerk ergänzen und, wie es auf der Webseite Nordische Botschaften heißt, „sich der Herausforderung stellen, die tänzerische Bewegung im Raum mit den musikalischen Linien im wahrsten Sinne des Wortes in Einklang zu bringen“.

Das erinnert beim Lesen schmerzhaft an die Erzählung, manche Menschen könnten ihren Namen tanzen oder es zumindest versuchen, aber hören oder sehen Sie selbst!

An zwei Samstagen würden die Tänzer/innen ihre Ergebnisse in einem Showcase präsentieren und anschließend zum Ausprobieren einladen. Mitmachen beim Musizieren und zwar ohne Vorkenntnisse!

* * *

Veranstaltung vom 9. Februar bis 15. April 2018 im Felleshus der Nordischen Botschaften, Rauchstraße 1, 10787 Berlin.




Tropischen Nächte im Botanishen Garten Berlin 2018.

Kühle Cocktails und heiße Musik – Tropische Nächte im Botanischen Garten Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Presse wird vom Botanischen Garten und Botanisches Museum Berlin am 9.1.2018 mitgeteilt, dass ab dem 26. Januar Tropische Nächte mit Cocktails von der altbekannten Berliner Bar Reingold, Live-Musik, Workshops und Botaniktouren stattfänden.

Während der tollen tropischen Nachtveranstaltungen, die bereits abends um 18 Uhr beginnen und bis Mitternacht andauern werden, sollen sich die Gäste nicht nur am Grün beziehungsweise an „stimmungsvoll illuminierten Gewächshäusern“ erfreuen, sondern auch an fruchtige Drinks sowie lateinamerikanische Musik. Zu Kurzführungen durch die nächtliche Pflanzenwelt raten wir zudem.

Mit dabei sollen Saxophonist Martin Willy und DJ Louie Prima mit südamerikanischer Musik sein. Eine „musikalische Mischung aus Caribbean Vibes, Mambo, Salsa und vielem mehr“ werde geboten für große und kleine Gäste.

Für „ganz außergewöhnliche, atmosphärische Klänge aus Luft und Wasser sorgt allabendlich Musik von Liquid Soul mit einer Wasserstichorgel“, heißt es weiter. Auch auf die Percussionisten Juninho Quebradera (erstes Veranstaltungswochenende) und Neto Sales (drittes Veranstaltungswochenende) wird wir auf Carlos Frevo (zweites Veranstaltungswochenende) hingewiesen. Frevo stelle brasilianische Tänze vor und bitte höchstselbst auf „die tropische Tanzfläche“.

„Für das letzte Wochenende ist ein Mix aus Percussion und Capoeira mit dem Künstler Valdir Vieria dos Santos und zwei Tänzern geplant.“

Mehr Informationen www.tropische-naechte-boga.de




Musikgruppe Walk-a-tones in Hessen-Halle 22 auf der83. Internationalen Grüne Woche IGW 2018

Sie laufen durch Hessen und Partnerland Bulgarien … Die Internationale Grüne Woche ist auch ein Ort für Musik, Tanz und kleine Konzerte

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Als Konzertsaal sind sie ungeeignet, die Messehallen am ICC und Berliner Funkturm. Man kann sie sehr variabel umbauen, doch gibt es auf der Messe einfach zu viele Nebengeräusche. Trotzdem jagt auf der Internationalen Grünen Woche 10 Tage lang eine Vorstellung die nächste, oft sogar gleichzeitig in mehreren Hallen. Bereits bei der feierlichen Eröffnung am Donnerstag abend zeigte das Partnerland Bulgarien, dass es ein Hort der Kultur ist.

Nicht das Gastland ist für die Unterhaltung bei der Auftaktveranstaltung zuständig. Bulgarische Musiker und Tänzer lieferten eine tolle Show ab und zeigten, dass verstaubte Vorstellungen von dem osteuropäischen Land überholt sind. Sie erzeugten mit Musik und Tanz mehr Begeisterung beim Publikum als der gutgelaunte Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und sein bulgarischer Amtskollege Rumen Porodzanov.

Die Landwirtschaftsminister, die Urwälder und die Musik

Christian Schmidt (CSU) und Porodzanov, Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, hielten vor geladenen Gästen durchaus wichtige Reden. Schmidt machte sich um die Insekten Sorgen und versicherte, dass nur soviel Glyphosat eingesetzt würde, wie nötig. Bienenhecken und Blütenstreifen sollen den kleinen Viechern das Überleben ermöglichen.
Porodzanov überraschte viele mit der Information, dass 10% der bulgarischen Wälder jahrhundertelalt sind.

Partnerland Bulgarien bietet Berge, Rosenduft und Musik

Wunderschöne Bilder von Rosen, Feldern und Bergen waren auf riesigen Großbildflächen zu sehen, eine technische Meisterleistung.

Doch die Begeisterung entstand immer wieder durch die Musik. Sie ließ die Zuhörer mitgehen und am Ende frohgemut den Saal verlassen.

Dudelsack und Volkstanz

Am Freitag, die Messehallen sind endlich geöffnet, eröffneten die Bulgaren den Stand der Partnerlandes. Tänzer in traditionellen Trachten fließen durch den Saal. Ein Dudelsackspieler fasziniert das Publikum. Traditions- und Liedgutpflege lässt europaweit erkennen, wie erstaunlich weit das Instrument verbreitet war. Der Dudelsack gehört nicht nur nach Schottland.

Das Partnerland Bulgarien und das ABC

Beschwingt stellen sich so die Besucher nach Köstlichkeiten an. Auf der Grünen Woche wird ihnen allerhand geboten, und bei weitem nicht nur für Gaumen und Magen.
Das Partnerland Bulgarien steht im Länderalphabet hinter Botswana. Vergangenes Jahr elektrisierten afrikanische Tänzer auf der Riesenbühne im ICC-Ersatz City Cube die Zuschauer. Die Grüne Woche 2017 hatte Ungarn als Partnerland, die ITB Botswana. Ob das Partnerland nach dem Alphabet ausgesucht wird? Ist bald China oder Cuba dran? Kuba dürfte dann vielleicht gegen Extragebühr 10 Tage lang einen Buchstaben am Cube überhängen.

Was wird früher fertig: BER oder ICC?

Das ICC Berlin zwischen Ringbahn und Funkturm ist übrigens noch geschlossen. Die letzten Flüchtlinge zogen im September kurz vor Beginn der IFA aus. Umbau und Sanierung werden in die Länge gezogen. Das internationale Kongresszentrum ICC lässt sich unterteilen wie ein Schiff mit Schotten. Die Sanierung könnte längst auf einem guten Weg sein. Im Gegensatz zu dem neuen Flughafen auf der grünen Wiese, der 2012 eröffnet werden sollte, sind hier keinesfalls die Architekten, Bauarbeiter oder Bauplaner schuld. Die Arbeiten werden einfach nicht begonnen, die Landespolitiker schieben den Schwarzen Peter einem Investor zu und verursachen so trotz voller Kassen Stillstand.

Messe braucht Gebäude, ICC steht leer: Dornröschenschlaf

Die Messe Berlin ist eine Melkkuh der Stadt, viele Messen sind Leitmessen und ziehen Hunderttausende in die Hauptstadt. Messechef Göke hat seit Jahren Platzprobleme und denkt an den nächsten Neubau auf dem Messegelände. Derweil ziehen die Massen vom S-Bahnhof Messe Nord/ ICC am architektonischen Wunderwerk vorbei Richtung Funkturm und Sommergarten. Das „Alumonster“ ICC, wie mancher Berliner es liebevoll nennt, ein hochdurchdachter Ort der Geschäftigkeit und Begegnung, schläft noch einen Dornröschenschlaf.

Aroma der Sonne, Erlebnisse der Sinne

Währenddessen ist in Halle 10.2 – in der Nähe des „Großen Sterns“ – das Gedränge groß. Das Partnerland Bulgarien der 83. Grünen Woche feiert unter dem Motto „Aroma der Sonne“ die zusätzliche Aufmerksamkeit. Auf der Homepage der Grünen Woche oder IGW steht dazu: „Erlebnisse für alle Sinne“. Das trifft den Nagel auf den Kopf.
Die Augen essen nicht nur mit, sondern erfreuen sich an den Künstlern und Tänzern mit ihren farbigen Kleidern, bunten Tüchern und typischen Kopfbedeckungen. Die Ohren kommen auch auf ihre Kosten.

Hessen in Halle 22 nicht ohne Musik

Wer nach einiger Zeit nicht mehr sicher ist, ob ihn die Dudelsackmusik erfreut oder nicht, verlässt die Halle 10.2. (Das Wort „Gedudel“ wird heute meist nicht mehr neutral gebraucht.) Irgendwann trudelt er vielleicht in Halle 22 ein. Stand 151 ist vom hessischen Ministerium für Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) gemietet. Doch keine Sorge, die Länderhalle Hessen findet man auf dem Weg zum Ausgang Nord am Hammerskjöldplatz ganz automatisch.

20er-Jahre-Klänge bei der 83. IGW seit 1926

Vielleicht wird man von den Klängen der 20er Jahre dazu bewegt, die Schritte zu verlangsamen. Sich an den gastlichen Tischen des wohlhabenden Bundeslandes niederzulassen und hessische Spezialitäten zu probieren. Ein halbes Dutzend Musiker stimmt „der kleine Kaktus“ auf dem Balkon und manch andere Melodie an, die einst kleine, vielstimmige Herrenensembles sangen. Die „Walk-a-tones“ bestehen aus einer Sängerin und einem Sänger, zwei Akustikgitarren, Geige und Kontrabass.

Sonst nur auf geschlossenen Gesellschaften, jetzt auf der Grünen Woche

Die Gruppe spielt meist auf geschlossenen Gesellschaften in Frankfurt am Main und „Umgebung“. Eine Platte oder CD haben sie nicht herausgebracht. Sie covern eher. Eine seltene Gelegenheit, die Walk-a-tones und ihre Leadsängerin zu erleben, ist die Grüne Woche. Hier kann man eine Eintrittskarte kaufen und ist dabei. Langeweile ist anderswo. Fürs leibliche Wohl ist gesorgt.

Eintrittskarten: Dauerkarte 42 Euro, Tageskarte 15 Euro, Schulklassen mit Schulnachweis 4 Euro pro Schüler, Familienkarte 31 Euro, Gruppenkarte 12 Euro ab 20 Personen, Sonntags-Ticket 10 Euro, diese für Schüler und Studenten 5 Euro.

Ab Freitag, den 19. Januar 2018. Ort Messegelände am Funkturm und ICC in Berlin-Charlottenburg. S-Bahn Messe Nord/ICC (S41/ S42 Ring).

https://www.gruenewoche.de/

www.walk-a-tones.de

Hier geht es zum Artikel über die Grüne Woche des vergangenen Jahres:

Es grünt so grün… – Internationale Grüne Woche und Green-Me-Filmfestival lassen Berlin erstrahlen