
Lüneburg/ Berlin/ Lauenburg/ Elbe, Deutschland (Kulturexpresso). Der erste Teil von Zwischenstopp Lauenburg/ Elbe Zwischenstopp für Bahnreisende mit und ohne „Deutschlandticket“. Salzstraße, Rekordschleuse, Wasser ist Leben erschien am 12. Juli 2024. In diesem zweiten und letzten Teil geht es unter anderem um Zahlen (Daten und Fakten), den Fluss Elbe selbst, Niedrigwasser und anders (Teil 2/ 2). Autoreisende wurden auch im umfangreichen 1. Teil schon berücksichtigt. Die Gründe für die lange Unterbrechung sind vielfältig, die sprichwörtlichen wie Krankheit und Todesfälle (über Angie Stone wurde berichtet, Erich von Däniken aus der Schweiz starb vor kurzem 90jährig), Überlastung (bei Journalisten an der Tagesordnung), aber auch kundenorientierte. Lauenburg war seit 2021 bis jetzt immer wieder mal schlecht erreichbar, und dass, obwohl es an einer Wasserstraße, 2 Bundesstraßen und der Bahnlinie Lübeck-Lüneburg liegt. 2021 war die Brücke gesperrt und man kam mit dem Auto nur über Geesthacht weiter, zum Beispiel zwischen Lüneburg und Büchen.
Die B209 in Lauenburg am Streckenabschnitt, der am Elbe-Lübeck-Kanal entlang führt – wir berichteten – war nach einem Hangabrutsch kurze Zeit gesperrt und seitdem nur einspurig befahrbar (Ampelregelung).
Die Brücke zwischen Bahnhof und Unterstadt über den Elbe-Lübeck-Kanal war wegen Straßenbauarbeiten nördlich davon gesperrt.
Offizielle Ankündigungen der Stadt Lauenburg an der Elbe für das erste Halbjahr ’26
Auf der Website der schleswig-holsteinischen Stadt im Kreis Herzogtum Lauenburg findet man unter dem Stichwort Verkehrsbeeinträchtigungen Altstadt/ Lösch- und Ladeplatz: „Aufgrund verschiedener Bauarbeiten im Bereich des Lösch- und Ladeplatzes wird es in der Lauenburger Altstadt in den nächsten Monaten zu nicht unerheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen.“
Dies können Sie ja ggf. bei Ihrer Reiseplanung berücksichtigen.
Zahlen und Fakten zu Lauenburg an der Elbe und diesem deutschen Fluss selbst
Lauenburg liegt am 566. Flusskilometer. Das ist etwas, was sich nicht ändert, weil der Strom von der Elbquelle bis hier mäandert. Es sei denn, die Menschen greifen wieder ein, begradigen oder machen alte Begradigungen rückgängig. Die Wirtschaft ernährt das Volk. Gleichzeitig gibt es Geld. Gelegentlich wird nur auf den Gewinn geschaut. Jedenfalls gibt es immer einen Wettstreit zwischen Wirtschaft einschließlich Landwirtschaft – und Natur.
Ändern tun sich Flussbreite von etwa 250 Metern und die Tiefe von 4,50 Metern bei Lauenburg/ Elbe. Alles ist im Fluss. Das Wasser, was Sie heute am Elbufer anfassen, ist nicht dasselbe wie das zwei Tage später. Falls Sie heute in der Elbe baden, ist es natürlich – nicht das Elbwasser, in dem Sie ein Jahr später baden würden.
Baden, Flucht und die Veränderung der Flussbreite und -tiefe
Baden in der Elbe ist ein eigenes Thema und sehr gefährlich, Schwimmen noch gefährlicher. Bitte nur in Ufernähe in gekennzeichneten Bereichen. Ggf. Anwohner oder Spaziergänger fragen. Das Netz weiß nicht alles.
Die Bewachung des quasi Riesengefängnisses DDR gestaltete sich hier im ehemaligen Landkreis Lüneburg, dessen ostelbischer Teil von den Briten einfach den Sowjets überlassen wurde (Brückenmangel), einfacher als woanders. Zwar gehörte hier am ehemaligen Kurfürstentum Lüneburg-Braunschweig der Fluss ist ganzer Breite zum britischen Sektor und dann zum aus dem Großherzogtum Oldenburg, Provinz (ehem. Königreich) Hannover und anderen Teilen des Deutschen Reiches neuzusammengeschusterten Bundesland Niedersachsen in der späteren Bundesrepublik (ab 1949). Eine Flucht aus der Sowjetzone oder dem einzigen sozialistischen Staat auf deutschem Boden wäre von der Ostseite durch einfaches Badengehen möglich gewesen. Doch die Grenztruppen der DDR bewachten besonders seit 1961 nicht nur den Strand. Es wurde eine etwas 5 Kilometer breite Zone von der „innerdeutschen Grenze“ geschaffen. Zugang zu der meist dünn besiedelten Zone nur mit Ausweis.
Doch wer es zum Wasser schaffte, war nicht in Sicherheit. Abgesehen vom Schusswaffengebrauch war ein Flüchtling aus Ost- und Mitteldeutschland zwar in der Elbe amtlich und de jure in Freiheit, de facto aber in höchster Lebensgefahr. Der Fluss ist nicht nur auf der Höhe Lauenburg/ Elbe voller Strudel und Strömungen, die selbst geübte Schwimmer in äußerste Gefahr bringen können.
Niedrigwasser auf der Elbe
Bei Niedrigwasser, von dem unsere Kollegen natürlich gern berichten, nicht nur im Sommerloch, ist nicht nur die Schiffahrt erschwert. Wirtschaftlich schlecht für eine Schifferstadt wie Lauenburg/ Elbe, aber auch für den Verkehr. Die Elbfähren stromaufwärts bei Bleckede und Neu Darchau konnten dann teils nicht verkehren oder nur mit kleineren Booten. Auch der Frachtverkehr wird dann verunmöglicht.
Rechtlich betrachtet hätte ein Flüchtling aus der SBZ (sowjetischen Besatzungszone) oder DDR bei Niedrigwasser einfach nur den trockenen Randbereich des Flussbetts erreichen müsse. Dort wäre er im Westen gewesen. Doch wer hätte ihn dort abgeholt? Selbst wenn ein Patrouillenboot auf der Elbe unterwegs gewesen wäre und den Flüchtling aus der DDR gesehen hätte, wäre eine diplomatische Verwicklung wahrscheinlicher gewesen als eine Rettung.
Und zwischendurch versuchte die DDR, zu ihrem Vorteil eigenmächtig die Grenze zu verschieben. Das hätte nicht nur die Flucht von DDR-Bürgern erheblich erschwert, sondern auch die Vollstreckung des Schießbefehls in ostufernahen Gewässern ermöglicht und eine Überwachung des Ufers vom Wasser aus. Weiterhin hätte die DDR dann natürlich auch die rechte Hälfte des Flusses für weitere eigene Zwecke nutzen können.
Als Argumentation musste „internationales Recht“ herhalten. Meistens ist es so, dass bei Grenzflüssen die Grenze in der Strommitte festgelegt ist. In diesem Fall handelte es sich ja aber um willkürlich – in Jalta und Potsdam – festgelegte Grenzen als Folge eine Aufteilung unter Siegern. Die Grenzen folgen aber im Detail den Provinzgrenzen des Deutschen Reiches, Preußens und seiner vielen Teile.
DDR-Patrouillenboote fingen eigenmächtig an, in der Flussmitte Bojen als Grenzmarkierung zu befestigen. Diese mussten aber nach kurzer Zeit wieder entfernt werden.
Acht Ausbaggerungen in 200 Jahren
Wie der Nabu schreibt, sei die Elbe um 1800 nur etwa zwei Meter tief gewesen (wo?). Im 19. und 20. Jahrhundert wurde sie dann auf nun rund 15 Meter Tiefe ausbaggert (wo?). Die letzte Ausbaggerung fand 1999 statt. Eine neunte Ausbaggerung wurde nun beantragt. So etwas wird einem im Netz automatisch angeboten als Information, auch wenn man gar nicht danach gefragt hat und es nicht wissen will. Der Haken. Es betrifft Unter- und Außenelbe, also die letzten 120 Kilometer ab Hamburg flussabwärts.
Lauenburg/ Elbe liegt aber von Hamburg ausgesehen noch hinter Geesthacht. Das hat seinen Namen von der Geest, dem höher gelegenen Gelände im Vergleich mit dem flachen Land an der Küste, das man Marsch nennt. Oder die Marschen.
Der Rufer
Der Rufer deckt nicht das Dach, wie einige, deren Kopf von Englisch und Denglisch verseucht ist, jetzt vielleicht anfangen, zu dämmern. Er ist ein Denkmal in der Unterstadt. Nahe der Elbe. Für den oder die Rufer, die damals hier so arbeiteten.
Die Einzelheiten zu entdecken, überlassen wir Ihnen, wenn Sie in Lauenburg sind. Oder sein werden. Eine Tafel erklärt alles Nötige.
Es ist ein einzigartiges Beispiel für die „alte Zeit“. Für die Zeit ohne Handy. Ohne Handy und Netz.
Als noch die Fische ins Netz gingen und nicht die Menschen
Hotels – übernachten in Lauenburg, Brietlingen oder Lüneburg?
Wenn Sie nicht mit einem Hotelführer Hotels suchen, wie sie vom ADAC und vielen Verlagen angeboten wurden und teils werden, sondern ins Netz gehen, beachten Sie bitte eins.
Lauenburg hat nicht viele Hotels und die Übernachtungsmöglichkeiten, die es gibt, dienen meist nicht mit einer Rezeption, die Tag und Nacht besetzt ist.
Ins Netz gegangen, werden Ihnen also auch solche Hotels angeboten, die gar nicht in Lauenburg/ Elbe sind, sondern südlicher hinter dem Fluss in Niedersachsen. Lauenburg und die Elbe haben mit der Bundesstraße B209 eine Verbindung mit Nienburg und der Weser, dem anderen großen Fluß Niedersachsens.
Auf der B209 hinter der Elbbrücke durchfahren Sie erst Hohnstorf/ Elbe. Von dort bietet sich ein toller Blick auf Lauenburg. Zum Beispiel vom großen griechischen Restaurant direkt am Deich. Gegenüber der Magdalenenkirche. Dann kommt Artlenburg mit der Brücke über der Elbseitenkanal und der Windmühle. Dann Brietlingen. Mit einer Ampel. Dort liegt ein solide aussehendes, auch nicht ganz billiges „Landhotel“. Es ist direkt an der Durchgangsstraße, eben der Bundesstraße 209. Weiter auf dem Weg gen Weser liegen Adendorf und Lüneburg. In Lüneburg haben Sie eine sehr große Auswahl an Hotels, Pensionen und sonstigem. Es gibt eine Jugendherberge. Und natürlich, wie fast überall, etliche private Zimmer. Sie entscheiden.
Von Lauenburg kann man auch prima nach Bleckede fahren über die Elbuferstraße nach Neuhaus. Oder direkt nach Neuhaus über Boizenburg. Doch davon später mehr.
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