
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Als Belgiens König Leopold den Iren Carter, den Britten Henry Morton Stanley und ein paar weitere Abenteurer und Freaks in mehreren Expeditionen nach Afrika entsandte, tat er das nicht als Menschenfreund und Bekämpfer der seinerzeit arabisch geprägten Sklaverei, sondern weil er den dicken Braten Kongo zu schlucken gedachte. Es ging ums schnöde Kolonialisieren, Ende des 19. Jahrhunderts eine schwer geachtete Art, sich auf Kosten des Schwarzen Kontinents zu bereichern und „Gutes zu tun“. Natürlich streng für die eigene Brieftasche. Eine wesentliche Rolle bei Stanleys Expedition spielten indische Elefanten. Warum keine afrikanischen, lest ihr schön selber.
Womit wir beim springenden Punkt sind. Den Elefanten. Sophy Roberts konzentriert sich in ihrem Buch Buch „Schule der Elefanten. Auf der Suche nach den Fußspuren des Kolonialismus“ auf deren Geschichte im schmutzigen Strudel der Ereignisse und erzählt darüber die Anfänge der Kolonisation des späteren Belgischen Kongos. Im Stil einer emanzipatorischen Reiseerzählung folgt sie in der Gegenwart den blutigen Spuren Carters ab Sansibar. Angedickt mit Fotos und umfangreichen Erläuterungen und Literaturhinweisen ist es eine Parabel auf menschliche Gier und Bosheit.
Liest sich großartig, beweist Haltung, ist nicht zu lang – ein Buch für alle, die sich für die Geschichte der Kolonisation Afrikas durch europäische und arabische Ausbeuter und Menschenschinder interessieren.
Bewertung: 4,7 Punkte von 5 Punkten
Bibliographische Angaben:
- Autor: Sophy Roberts
- Titel: Schule der Elefanten
- Untertitel: Auf der Suche nach den Fußspuren des Kolonialismus
- Genre: Sachbuch
- Seiten: 448
- Sprache: Deutsch
- Übersetzer: Brigitte Hilzensauer
- Bindung: fester Einband
- Verlag: Zsolnay im Konzern Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München
- Auflage: 1.Auflage 18.8.2026
- ISBN: 978-3-552-07644-0
- Preis: 32 EUR (Deutschland, 32,90 EUR (Österreich)
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