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Orgelmusik an der neuen Reil-Orgel in der Luisenkirche Berlin- Charlottenburg: donnerstags um 12:30 Uhr, Eintritt frei

Plakat am Zaun der Luisenkirche auf dem Gierkeplatz in Berlin -Charlottenburg: Orgelmusik an der neuen Reil-Orgel immer donnerstags um 12:30 Uhr, Eintritt frei
Am Zaun der Luisenkirche auf dem Gierkeplatz in Berlin -Charlottenburg: Hinweis auf die Orgelmusik an der neuen Reil-Orgel immer donnerstags um 12:30 Uhr, Eintritt frei Photo/BU: Copyright ©️ 2026 BY Andreas Hagemoser, Aufnahmeort: Charlottenburg, -datum 17.3.'26

Berlin , Deutschland (Kulturexpresso). Ein Daueraushang am Zaun der Luisenkirche auf dem Gierkeplatz in Berlin -Charlottenburg verkündet stolz, was sonst möglicherweise unbeachtet bliebe. Es gibt Orgelmusik an der neuen Reil-Orgel immer donnerstags um 12:30 Uhr, Eintritt frei.

Was die Kirche für Besonderheiten hat, lesen Sie zum Teil im Beitrag vom 17.3.’26.

Unerwähnt blieb in diesem Magazin bisher, dass diese Altstadtkirche Charlottenburgs, die erste in der Stadt Charlottenburg, einer barocken Planstadt, die 1705 gegründet wurde und erst einmal nichts, aber auch rein gar nichts mit dem älteren Dorf Lützow zu tun hat, nicht immer Luisenkirche hieß.

Drei entscheidende Phasen wurden erwähnt: der Bau mit zuwenig Geld 1716, die Korrekturen, die durch die dadurch verursachte Baufälligkeit gut 100 Jahre später notwendig wurden, als der Dachreiter einstürzte, und die Zerstörung eines zivilen Ziels 1943 im September und November.

Am 11. Juli 1712 hatte der brandenburgische Kurfürst Friedrich III., erster König in Preußen, den Grundstein gelegt für die Luisenkirche. Im wahrsten Sinne des Wortes. An seinem Geburtstag. Die Fertigstellung der Kirche erlebte er bei weitem nicht. 1713, während des großen nordischen Krieges, endete seine Regentschaft und der friedliebende Sodatenkönig trat an.

– 1826 wurde der Umbau fertig, nachdem der Dachreiter eingestürzt war. Der seitliche Turm, den Schinkel empfohlen hatte, ebenfalls.

Erst kurz zuvor hatten der preußische König die Bezeichnung „Luisenkirche“ für die Parochialkirche genehmigt. Luise, Herzogin von Mecklenburg, hieß seine 1810 verstorbene, beliebte Frau. Besser bekannt als „Königin Luise“.

Was? Orgelmusik an der neuen Reil-Orgel

Am 19.3.’26 spielt an der Orgel: Deborah Faul. Am 25. William Peart.

Wann? Immer donnerstags um 12:30 Uhr. Wohlmöglich nicht „immer“ im Sinne von immer und ewig. Ausnahmen bestätigen die Regel. Werden sie bestätigen. Und: „Geld regiert die Welt.“ Versiegende finanzielle Quellen werden stärkere Unregelmäßigkeiten erkennen lassen in der Zukunft. Oder auch nicht.

So, wie das in der Christusgemeinde mangelnde Geld – Charlottenburg war zwar immer eine Stadt, aber in Brandenburg ärmer als in Preußen – die Geschicke und den geringen Ruhm der Kirche bestimmten. Zweimal.

Das erste Mal beim Kirchenbau. Philipp Gerlach hatte den Entwurf gezeichnet, aber der war der Gemeinde zu teuer. Stattdessen baute Böhme die Kirche, kleiner. Einfacher. Für 6100 Taler. Ergebnis: 1821 musste jemand – K.F. Schinkel – ein Gutachten erstellen wegen der Baufälligkeit der Kirche.

Da reichte wieder das Geld nicht. Vom Schinkelschen Entwurf mussten Abstriche gemacht werden. Ergebnis: Kirchenumbau – und neuer Turm – erst 1826 fertig. Schinkel sagte, der Turm sei deswegen „gedrungen und schmucklos.“ Zufrieden hört sich das nicht an. Aber Schinkels große Zeit als Baumeister hatte angefangen, als Maler hatte er vorher mehr gewirkt.

Wo? Luisenkirche auf dem Gierkeplatz in Berlin-Charlottenburg.

Der Name des Platzes erinnert an Anna Ernestine Therese Gierke, die 1874 in Breslau in Schlesien geborene Sozialpädagogin. Sie war auch Politikerin und gehörte der Partei DNVP an. Das ist die Deutschnationale Volkspartei, die auch gegen das Ermächtigungsgesetz der NSDAP gestimmt hat 1933 Ende März. Die Abstimmung jährt sich in Kürze.

Anna von Gierke, wie sie seit 1911 hieß – das ‚von‘ war im späten Kaiserreich dazugekommen – hätte am 14.3. Ihren 152. Geburtstag gefeiert. Vor fünf Tagen.

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