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„Annika Kahrs. Off Score“ im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in der Migrantenmetropole Berlin

Annika Kahrs vor und im Hamburger Bahnhof in der Migrantenmetropole Berlin. © Münzenberg Medien, Foto / BU: Stefan Pribnow, Ort und Datum der Aufnahme: Berlin, 12.11.2025, 12.45 Uhr

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Seit dem 14.11.2025 und noch bis zum 3.5.2026 werden im Hamburger Bahnhof, genauer: im Ostflügel, Werke der Berliner Künstlerin Annika Kahrs gezeigt. Die von den Freunden der Nationalgalerie in Zusammenarbeit mit dem Musikinstrumenten-Museum SIM PK geförderte Ausstellung möchte man hören und sehen.

Manchem Besucher wird Hören und Sehen vergehen, aber die Bilder und Töne sind keinesfalls schockierend, höchstens in ihrer Einfühlsamkeit und Schlichtheit überwältigend.

„Für die Videoinstallation ‚La Banda‚ (2024, dt. die Band oder die Bande)  aus ihrer aktuellen Einzelausstellung im Hamburger Bahnhof“ solle Kahrs laut gesinnungsgeladenem Geschlechtergeschmiere in einer Pressemitteilung der Pressestelle der Staatlichen Museen zu Berlin vom 21.4.2026 „mit dem generationenübergreifenden Orchester ‚Banda Musicale di Olevano Romano‘ zusammengearbeitet haben und „die Musiker*innen“ gebeten haben, „eine experimentelle Parade durch die Gassen, Straßen und Plätze des italienischen Dorfes Olevano Romano zu performen. Zum Gallery Weekend kommt das Orchester aus Annika Kahrs Film nach Berlin und spielt ein Konzert im Garten des Museums.“

Das Gallery Weekend soll vom 30.4. bis zum 3.5.2026 in der Migrantenmetropole Berlin veranstaltet werden.

Auch die anderen Videos zeigen gerade Schrilles und Schräges. In „Le Chant des Maisons“ (2022) ließ Annika Kahrs anstehende und gestandene Musiker „in der entweihten Kirche Saint-Bernard in Lyon“ auf Handwerker los. Die einen wie die anderen taten ihr Werk. Zimmerleute bauten eine Haus aus Holz. Dazu heißt es auf der Heimatseite der Staatlichen Museen zu Berlin: „Die Klänge von Werkzeugen, Blasinstrumenten, Orgelpfeifen und Stimmen verschmelzen mit der Raumresonanz zu einer dichten Klanglandschaft. Die Kirche selbst – mit ihrer Geschichte der sozialen Kämpfe der Seidenweber*innen von Lyon – wird zur Protagonistin der Arbeit. Kahrs betont den transitorischen Moment: Der Raum ist weder profan noch sakral, sondern etwas Drittes – ein Zwischenzustand, der neue Deutungen erlaubt.“

Von „sozialen Kämpfen“ oder Klassenkämpfen ist so wenig zu sehen und hören wie davon, daß der eine oder andere mit Lachkrämpfen kämpft. Das gilt auch für den „A Cashier’s Opera“ (2025), für den in dem einen oder anderen K(l)aufhaus und Konsumtempel in Berlin gedreht wurde. Vier Häuser des Handels in einer Migrantenmetropole der Ware und des Spektakels wurden bei Kahrs „zur Bühne für musikalisch-performative Inszenierungen“. Vielleicht hören und sehen Sie, daß „gemeinsam mit dem Solistenensemble Kaleidoskop, einem Jugendchor der Vokalhelden, einer Opernsängerin und einer DJ/Produzentin sowie Mitarbeitenden der Kaufhäuser … ein Dialog über die Geschichte und den strukturellen Wandel dieser Orte“ entsteht. Mir gelang das nicht, aber ich wahr wohl zu nüchtern.

Wer noch kann, will und darf, der möge sich im Hamburger Bahnhof weitere Werke der ersten musealen Überblicksausstellung der Künstlerin Annika Kahrs reinziehen, darunter „yellow orange then red and blue“ (2024), „how to live in the echo of other places“ (2022-2025), „For Two To Play On OneFor Two To Play On One“ (2012) und „My Favorite Music“(2020). Weiter mit Werbung: „Präsentiert werden mehr als zehn Videoarbeiten, Soundinstallationen und Performances aus den letzten 15 Jahren an ausgewählten Orten im Hamburger Bahnhof, im Musikinstrumenten-Museum und im öffentlichen Raum.“ Viel Vergnügen beim Hören und Sehen!

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