Start Filme „Die drei Tage des Condor“

„Die drei Tage des Condor“

Ein Kondor. Quelle: Pixabay, Foto: Christel Sagniez

Berlin, Bundesrepublik Deutschland (Kulturexpresso). „Glauben Sie, daß die Spezies der Kondor vom Aussterben bedroht ist“, fragt Robert Redford als Joe Turner, ein naiver Agent der Zentrale Nachrichtendienstagentur, die ein Auslandsgeheimdienst der VSA ist. Er fragt das an der Heimatfront.

Turner kommt vom Einkauf wieder und findet in einem Haus in der Migrantenmetropole Neuyork, in dem der Geheimdienst ein Büro unterhält, alle Lohnarbeiter erschossen. Alle Lohnarbeiter? Nur er hat überlebt, weil er zum Zeitpunkt der Tat nicht vor Ort war. Brav macht er unter seinem Decknamen „Condor“ Meldung an die Zentrale in Langley, einen VS-Bundesstaat, der mehr oder weniger ein Vorort der VS-Hauptstadt Washington ist. Die Zentrale ist also nicht weit vom Potomac. Agent Turner ist noch am Hudson und solle heimgeholt werden.

Doch nach dem Telefonat entgeht der Gutgläubige einem Attentat. Ihm kommen Zweifel an der geheimen Veranstaltung. Turner taucht unter und zwingt die zufällig durch die Szene laufenden Fotografin Kathy Hale, gespielt von Faye Dunaway, ihn in ihr Nest zu lassen.

Er fesselt Turner Hale, dann fickt er sie. So viel zum Stockholm-Syndrom. Doch – keine Frage – der „Condor“ ist der Gute und die Liebe das Schöne. Leichen pflastern die Liaison.

Am Ende erkennt Turner, daß das Üble das Übliche ist und in Langley sitzt und er Teil des Problems war. Der versteht, daß eine für diesen VS-Geheimdienst verfaßten Literaturanalyse aus seiner Feder eine Gefahr für die Planspiele von Leonard Atwood war, die eine Invasion der Ölstaaten des Nahen Ostens und der Bolivarischen Republik Venezuela vorsahen.

Atwood, der angesichts der ausufernden und mörderischen Vertuschungsversuche an höherer Stelle selbst in Ungnade fiel, wird vom Auftragsmörder Joubert vor den Augen von Turner erschossen und fällt tot um. Vorher wurde Joubert von Atwood mit der Ermordung von Turner beauftragt. Ja, so schnell kann es gehen und sich der Wind für den „Condor“ drehen.

„Die drei Tage des Condor“ – im englischen Original „Three Days of the Condor“ – ist die Verfilmung der Romans „Die 6 Tage des Condor“ von James Gradys durch Regisseur Sydney Pollack nach dem Drehbuch von Lorenzo Semple Jr. und David Rayfiel. Der Film mit einer Länge von 113 Minuten erschien 1975 und war für die Zeit ein ungewöhnlicher Agententhriller. Zuvor wurden die im geheimen tätigen Lohnarbeiter dieses Staates des Kapitals vom Kapital im Bereich des Spektakels als die Guten, die gegen Gesetzlose oder Feinde kämpfen, verkauft. Doch nach der Watergate-Affäre änderten sich die Erfahrungen und Erkenntnisse mancher VS-Amerikaner.

Fälschlicherweise wurde nach der Watergate-Affäre das Hohelied der Pressefreiheit von den Verdummten dieser Erde gesungen. Reporter wie Bob Woodward und Carl Bernstein wurden für ihre Berichterstattung in der Washington Post geehrt sowie die Kapitalisten dahinter. Doch denen wurden alle wichtigen Informationen von Mark Felt, der bis Juni 19734 stellvertretender Direktor der Zentralen Sicherheitsbehörde der VSA war, auf dem Silbertablett geliefert. Sie waren letztendlich nützliche Idioten im Kampf von Kapitalfraktionen der VSA, der politisch im Zwei-Kammer-System und Zwei-Parteien-System der VSA erscheint.

Und der Film, der in 4K restauriert wurde, soll am 5. Mai 2026 erneut in Lichtspielhäusern der BRD gezeigt werden.

Filmographische Angaben

  • Originaltitel: Three Days of the Condor
  • Deutscher Titel: Die drei Tage des Condor
  • Originalsprache: Englisch
  • Produktionsstaat: VSA
  • Regie: Sydney Pollack
  • Drehbuch: Lorenzo Semple Jr., David Rayfiel
  • Produktion: Stanley Schneider
  • Kamera: Owen Roizman
  • Schnitt: Don Guidice, Fredric Steinkamp
  • Musik: Dave Grusin
  • Darsteller: Robert Redford (Joseph Turner), Faye Dunaway (Kathy Hale), Cliff Robertson (J. Higgins), Max von Sydow (G. Joubert), John Houseman (Mr. Wabash), Addison Powell (Leonard Atwood), Walter McGinn (Sam Barber), Tina Chen (Janice Chon), Michael Kane (S.W. Wicks), Don McHenry (Dr. Ferdinand Lappe), Michael Miller (Fowler), Jess Osuna (Der Major), Carlin Glynn (Mae Barber), Hank Garrett (Postbote)
  • Länge: 113 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 16
Anzeige:

Reisen aller Art, aber nicht von der Stange, sondern maßgeschneidert und mit Persönlichkeiten – auch kulturelle und kulinarische Reisen durch die VSA –, bietet Retroreisen an. Bei Retroreisen wird kein Etikettenschwindel betrieben, sondern die Begriffe Sustainability, Fair Travel und Slow Food werden großgeschrieben.

Anzeige

Vorheriger ArtikelLeibnizstraße. Ein schwarzer Tag für Berlin
Nächster ArtikelDas Ende der Nüchternheit – Annotation zum Roman „Entzug“ von Christoph Peters
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner