Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). In der dänischen Provinz Südfünen leben die Menschen Anfang des 17. Jahrhunderts noch mit archaisch heidnischem Wissen: Wie man Frauen das Gebären erleichtert, woran man erkennt, ob ein Kranker wieder gesund wird, welche Kräuter die Gedanken fliegen lassen. Es ist ein loser Kreis von Frauen, die sich kennen und schätzen lernen. Bei ihren Treffen wird getanzt, gelacht, gesungen und mitunter ein wenig gezaubert. Ein Ehemann, der sich über die Schreie seiner gebärenden Frau mokiert, muss kurzerhand in ihre Haut schlüpfen – sodass er ihre Schmerzen spürt.
Es sind Gerüchte und Gerüche, die sich in diesem Büchlein ausbreiten. Uns umgarnen und einweben in eine ganz ungewöhnliche Erzählform – aus der Sicht eines Wachskindes: „Ich bin ein Klumpen Bienenwachs, geformt nach dem Abbild eines Neugeborenen. Ich bin nicht mehr als das, was schmelzen und über Nacht wieder erstarren kann.“
Und doch hört das Wachskind alles, sieht, was geschieht. Wie Neid und Misogynie erblühen und zum Verhängnis werden für die Handvoll Freundinnen. Nach Gerichtsakten und historischen Quellen nordeuropäischer Hexenprozesse und unter Verwendung von Zaubersprüchen aus sogenannten schwarzen Büchern hat die 1986 geborene Autorin Olga Ravn ein knappes, hochlyrisches Denkmal geschaffen. Für alle Frauen, die auf dem Scheiterhaufen brennen mussten oder geköpft wurden, weil sie anders waren: selbstbewusst, klug und wild oder einfach nur zu fantasievoll und lebenslustig.
Bibliographische Angaben:
Olga Ravn, Wachskind, Roman, 188 Seiten, Sprache: Deutsch, Übersetzer aus dem Dänischen: Alexander Sitzmann, Bindung: fester Einband mit Schutzumschlag, Format: 21,9 × 13,9 × 2 cm, Gewicht: 240 g, Verlag: März Verlag GmbH, Berlin, 1. Auflage 2025, ISBN: 978-3-7550-0056-3, Preis: 25 EUR (Deutschland)
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