Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Alisha Gamisch ist mit Parasiti ein großer Wurf gelungen. Möge der Große Lesebär mit ihr sein, der Roman hat maximale Aufmerksamkeit verdient.
In ihrem Debutroman erzählt Gamisch von drei Generationen Russlanddeutscher Frauen. Ihre Familien wurden von Stalins Schergen nach dem 2. Weltkrieg vom Schwarzen Meer nach Novosibirsk in Sibirien vertrieben, weil sie deutschstämmig waren. Das Leben in räudigen Baracken und Erdbuden war hart, der Mensch zeigte sich von seiner bösen Seite.
Parasiti spielt parallel in den 60er Jahren in Sibirien und in einem bayrischen Kaff in der Gegenwart, wo sich die Spätaussiedler niederließen, als sie aus der Sowjetunion/Russland ausreisen durften.
Die Geschichte wird von Frauen erzählt und setzt in der Gegenwart ein, als ein seltsamer Werbebrief einer Abtreibungsgegnertruppe die Welt der Oma Lydia ins Wanken bringt. Enkelin Rina und Tante Valli entblättern nach und nach eine hochdramatische Familiengeschichte, die von Gamisch sehr kunstvoll erzählt wird.
Ein Buch ohne Gnade, klug komponiert, fantastisch erzählt.
Bewertung: fünf Punkte von fünf Punkten
Bibliographische Angaben:
Alisha Gamisch, Parasiti, Roman, 240 Seiten, Sprache: Deutsch, Bindung, gebunden, Verlag: Verlag Voland & Quist GmbH, Berlin, 1. Auflage 9.3.2026, ISBN: 9783863914660, Preis: 24 EUR (Deutschland), auch als E-Buch erhältlich
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