
Berlin, Deutschland (Weltexpress). Die sogenannte Republik von Fiume fand nach Ende des 1. Weltkriegs knapp zwei Jahre auf kroatischem Boden in Rijeka statt. Kriegsenttäuschte Italiener, Gewalttäter aller Couleur, italienischstämmige Bewohner Rijekas und allerhand bunte Wirrköpfe aus ganz Europa hatten sich eingefunden, um in Fiume einen von Männern bestimmten Ort der freien Liebe, des anarchischen Faschismus (im Prinzip war fast jede Ideologie willkommen, Hautsache sie klang irgendwie künstlerisch), und Fantasie zu feiern.
Slawen und Juden waren unerwünscht, reinrassige Italiener bevorzugt. Es dauerte ein wenig, bis sich die Welt regte und einmal kräftig pustete. Was blieb, war ein seltsames Durcheinander mit teils progressiven Zwischentönen. Letztlich eine avantgardistische Vorhut des Faschismus.
Knipps Buch kombiniert die Biografie romantischen Faschisten Gabriele D’Annunzio mit schriftstellerischen Einschüben, die nicht immer glücklich sind. Manchmal zieht es sich, der wahre Drive fehlt, zu viele Wiederholungen, ein straffes Lektorat (100 Seiten streichen) hätte dem an sich lesenswerten Buch gut getan. Die Fülle des Materials ist überwältigend, lesbar mit Abstrichen.
Bewertung: 3,9 Punkte von 5 Punkten
Bibliographische Angaben:
Kersten Knipp, Die Kommune der Faschisten: Gabriele D’Annunzio und die Republik von Fiume, 400 Seiten, Sprache: Deutsch, Format: 21,5 cm x 14,0 cm, Bindung: Klappenbroschur, Marke: Dittrich, Verlag: Velbrück GmbH, Weilerswist-Metternich, 1. Auflage 2025, ISBN: 978-3-910732-47-6, Preis: 22 EUR (Deutschland)
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