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Äthiopien – Vertragsbrüche entlarvt. Was passiert, wenn sich ein Land nur auf Verträge verlässt. Überlanger Dokumentar-Film im Berlinale-Forum im Delphi-Kino – höchst lohnenswert!

Berlinale-Werbung in den Potsdamer-Platz-Arkaden. © Foto/ BU: Andreas Hagemoser, Aufnahme: Berlin, 21.2.2020

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Im Rahmen des „Berlinale-Forum“ 2026, der Sektion, die früher „Internationales Forum des jungen Films“ hieß gibt es am Montag, den 16.2. und Dienstag, den 17.2.’26 im Kino Delphi-Filmpalast am Zoo ein denkwürdiges Ereignis. Berlinalekenner werden sich vielleicht an den 8- oder 9stündigen Schwarzweißfilm zur philippinischen Geschichte im Wettbewerb erinnern. Eine Tagesaufgabe. Diesmal geht es um die Geschichte Äthiopiens am Horn von Afrika. Das in fünf einzelne „Filme“ aufgeteilte Mammutwerk dokumentiert, welche Schweinereien von Seiten mancher damaligen europäischen Staaten begangen wurden, welche Vertragsbrüche und dass der Völkerbund, da er sich nicht an seine Versprechungen und Abkommen gehalten hat, die Besetzung des 1000 Jahre unabhängigen afrikanischen Staates – eines echten tausendjährigen Reiches in Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, mit eigener Kultur und Architektur (nicht nur nachhaltige Strohhütten, sondern mehrstöckige Ziegel- und Steinbauten, deren Anblick auch beim mehrfachen Hinschauen stets erfreut – zugelassen und nicht verhindert hat.

Der Völkerbund, die UN-Vorgängerinstitution schaufelte sich damit selbst ihr Grab. Kaiser Haile Selassie sah das voraus und äußerte sich so gesehen prophetisch.

Das Berlinale-Forum ist, genau wie „Berlinale Forum Expanded“ eine Berlinale-Sektion. Diese beiden Sektionen sind vom Arsenal – Institut für Film und Videokunst kuratierte und organisierte unabhängige Programme im Rahmen der Berlinale. Näheres hier.

Das Delphi-Kino ist wie 2025 wieder ein Spielstätte des Berlinale-Forum. Der über 9stündige Film über Abessinien bzw. Äthiopien wird auch hier gezeigt, wie gesagt am 16. und 17.2.’26. Sowie eine Diskussion zu Afrika etc. Genaueres siehe Berlinale-Forum. Anschrift des Kinos: Delphi-Filmpalast am Zoo, Kantstraße 12, Berlin-Charlottenburg, Anfahrt über S-, U- und Fernbahnhof Zoologischer Garten oder M49, X34, X49 und X10. Karten, wenn noch vorhanden, an der Abendkasse.

Warum Abessinien und Äthiopien, zwei Namen für ein Land?

Dieses haben wir in den 8 Stunden, in dem wir diesen fünfteiligen Berlinalefilm anschauten, nicht vernommen. Allerdings sind 8 Stunden ein Arbeitstag und wir haben uns mehrfach kurz entfernt, eine Essenspause eingelegt und den Schluss noch nicht gesehen. Das heißt, viielleicht wird dieses Rätsel auch im Film gelöst; das können wir nicht ganz ausschlißen. Jeedenfalls kläre wir den Sachverhalt jetzt hier.

Die erwähnte Nur-Online-Enzyklopädie schreibt unter dem Stichwort „Das Kaiserreich Abessinien“: „Selbstbezeichnung amharisch መንግሥተ፡ኢትዮጵያ“, das nützt uns noch nix, und dann, voilà: „Transkription“, also Umschrift, „Mängəstä Ityop’p’ya„, ohne verwirrende Apostrophe ergibt sich Mängəstä Ityoppya, auf „deutsch wörtlich Kaiserreich Äthiopien), wenn man den Doppelbuchstaben wegnimmt bzw. vereinfacht bleibt Mängəstä Ityopya, wenn man ‚y‘ durch das ein dem Deutschen geläufigere ‚i‘ ersetzt, wird daraus Itiopia. In manchen Sprachen sagt man „Ethiopia“. Ob ‚E‘, ‚Ä‘ oder ‚I‘, phonetisch ist es erkennbar.

Damit hätten wir das schon mal geklärt. Unsere Eltern-/ Großelterngeneration sagt auch noch „Abessinien“.

Äthiopien. Quelle: Pixabay, Foto: Gordon Johnson

Hochinteressant: Äthiopien und seine Geschichte

Die äthiopische Geschichte ist lang und einzigartig. Wir versuchen hier Kürze, aber versprechen, dass weiterlesen lohnt. Wer weiterforscht, wird erstaunliche Fakten entdecken, darunter solche, die er nicht für möglich gehalten hat!

Ist Ihnen bekannt, dass der Kaffee im abessinischen Hochland von Äthiopien entdeckt wurde und von dort aus seinen Weltweiten Siegeszug antrat?

Wussten Sie, dass in Äthiopien bzw. in Abessinien amharisch gesprochen wird – und dass diese Sprache nicht nur uralt ist, sondern auch noch ein eigenes Alphabet hat?

Oder, dass die Königin von Saba und König Salomon bei der Gründung Äthiopiens nicht nur die Finger im Spiel hatten?

Wussten Sie, dass Abessinien bis 1974 als Monarchie existierte?

Trotz der italienischen Besetzung 1936 und der anschließenden britischen, die überhaupt jeglicher Logik entbehrt?

Zum Zeitpunkt des italienischen Überfalls einer von nur zwei unabhängigen Staaten im riesigen Afrika war? Afrika ist gut 30 Millionen Quadratkilometer groß, Europa nur gut 10 Millionen Quadratkilometer. Einige werden jetzt denken „ja, Europa ist ja auch nur eine Halbinsel Eurasiens“, aber darum geht es hier gar nicht.

Am Anfang waren König Salomon und die Königin von Saba mit ihrem Kind Menelik

Menelik, das klingt ziemlich männe-lig, oder? Verzeihung, vielleicht ist an dieser Stelle mal ein auflockernder Scherz gestattet, denn nach dem Unrecht der 30er Jahre und 40er, ausgeübt von (angeblich?) hochstehenden westeuropäischen „Kulturnationen“ kann einem schon schlecht werden, nach Vertragsbrüchen, dem „Versagen“ des Völkerbundes (der „Vorgängerinstitution der Vereinten Nationen (VN, englisch UN), nach unzähligem Leid und Massakern an einem christlichen Volk. Soviel Ernstes, und doch so gut, dass der in 5 Teile unterteilte Dokumentarfilm das einmal aufdeckt und aus einer meist afrikanischen, will heißten äthiopischen Perspektive aufdeckt und enthüllt. Männlich war Menelik I. von Abessinien zweifellos.

Die deutsche Wikipedia hat nicht besseres über Menelik den Ersten zu sagen als „Nach der äthiopischen Legende des Kebra Negest“ … (also eine Legende, nach dem Motto: Achtung, das erzählen die nur, das wird vielleicht gar nicht stimmen!) „ist Menelik der Sohn von König Salomon und der Königin von Saba und gründete“ und jetzt folgt ein völlig überflüssiges und doppelt gemoppeltes angeblich„, das gleich die Gesinnung erkennen lässt, die europäische Sichtweise und die Möglichst-klein-Darstellung der Geschichte dieses ‚fremden‚, aber hochkulturellen Landes – und nicht zu vergessen zu großen Teilen seit vielen Jahrhunderten christlichen! – gründete also 980 v. Chr. (!) das Kaiserreich Abessinien (Äthiopien).

Äthiopische Sammlung im Ikonenmuseum. © Ikonenmuseum, Foto: Günzel Rademacher, Aufnahme: Frankfurt am Main, 31.5.2023

Ein unabhängiger Staat, ein selbständiger Staat – im Afrika des 19. Jahrhunderts eine große Seltenheit!

Wenn jetzt noch jemand herummeckert, das sei ja kein tausendjähriges Reich, das seien ja nur 996 oder 997 Jahre, dann wird es uns langsam zu bunt. In den 30er Jahren, den 1930ern selbstverständlich, gab es nur zwei unabhängige Staaten in Afrika. Äthiopien und Liberia. Liberien, wie es seltener genannt wird, war seit 1847 ein unabhängiger Staat, von aus den Vereinigten Staaten von Amerika (VSA bzw. englisch USA) zurückgekehrten Sklaven und ihren Kindern in der alten Heimat, wo zuerst die Portugiesen einfielen, gegründet worden. Die True Whig Party übte von 1878-1980 die Macht aus. Klugerweise legte man keine Amtssprache fest. Die Sklaven in den USA konnten sich ja untereinander meist nicht verbal verständigen, da sie meist unterschiedliche Sprachen sprachen. „Afrikanisch“ ist keine Sprache!

Der unabhängige Staat Liberia ist heute so groß wie Bulgarien oder ein Drittel der Bundesrepublik Deutschland. Nach der Berliner Kongokonferenz im Winter 1884/85 mussten Teile Liberias an Frankreich abgetreten werden, das also größer war als heutige. Für eine vollständige Annexion gab es Pläne und gierige Staaten. Die VSA (USA) verhinderten damals zum Glück eine solche. Monroe-Doktrin? Das führt hier zu weit. Abessinien war also der viel ältere selbständige Staat von beiden. Aber keine Republik. Doch darum geht es hier nicht und es gibt in diesem Zusammenhang keinen Grund, Abessinien als irgendwie weniger Wert als Liberia anzusehen. Wie der Film im Berlinale-Forum deutlich macht, hatte es immer wieder Grenzkonflikte gegeben. Die Äthiopier schlugen mit ihren Waffen die gierigen Nachbarvölker immer wieder zurück. Die äthiopischen Wälder halfen ihnen dabei. Übrigens besiegten die Abessinier auch die Italiener. 1896 in Adwa.

Film im Berlinale-Forum behandelt ausführlich den letzten Kolonialkrieg und seine gemeinen Ursachen

Aus dem Film bleibt uns der faschistische Gesang „Adwa es liberata“ in Erinnerung. Die Faschisten Italiens erklärten 1896 zur „Schmach“. In Abessinien leben „ja nur Schwarze“ und deshalb müsse dies „Schmach“ durch eine Eroberung „wiedergutgemacht“ werden. Dass hier ein selbständiger Staat zerstört wurde, der im übrigen viel älter war als die italienische Republik, verschwieg das Mussolini-Regime.

Ein unabhängiger Staat, der zudem Mitglied des Völkerbunds war. Ein Bruch des Völkerrechts. Die Mitglieder des Völkerbunds hatten sich zudem der friedlichen Entwicklung verschrieben. Ein gegenseitiger Angriff kam eigentlich gar nicht infrage. Aber die Briten hatten Italien, obwohl unter Mussolini seit 1922 faschistisch und Großbritannien eine konstitutionelle Monarchie und Demokratie, eigennützig und völkerrechtswidrig signalisiert und zugesagt, gegen einen italienischen Angriff und Besetzung nicht vorgehen zu wollen. So kam es zum letzten Kolonialkrieg.

Der Vertragsbruch rächte sich. Dem Ende des freien Abessiniens folgte 1945/46 das Ende des Völkerbunds in Genf. Die Mitgliedschaft von Abessinien war seit dem 8. Mai 1936 de facto erloschen. Der 8. Mai, da endet manchmal etwas und neues beginnt. 8. Mai, klingelt da was? Am 8. Mai endete in Europa der Weltkrieg.

Die Vollmitgliedschaft hatte Abessinien nichts gebracht. Die Verträge waren nur Papier und eine moralische Bestätigung, wer hier im Recht war. Am 18. April 11946 endete auch de jure die Mitgliedschaft, weil der Genfer Völkerbund sich selbst auflöste. New York folgte mit den VN (UN), die seit 1945 bestanden. 8. Mai, bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches, Potsdamer Konferenz und Abkommen im Juli 1945, Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki Anfang August, die Sowjetunion erklärte Japan den Krieg, den im September ‚5 endete.

Die Briten besetzten Abessinien 1941. Die Italiener, die den Krieg und Guerillakrieg überlebt hatten, verließen das Land. 1943 besetzten die USA Sizilien und eroberten von unten Schritt für Schritt den italienischen Stiefel. Die Faschisten verloren die Macht. Die Alliierten hatten es 1943 heimlich in Casablanca beschlossen. In Marokko. Mussolini wurde eingekerkert, wenn auch von den Deutschen spektakulär aus einer Bergfestung befreit.

Den Völkerbund gab es also bis 1946. Gegründet hatten ihn 42 Staaten. 42, die Lösung aller Probleme?! Wikipedia bemerkt noch: „Insgesamt gehörten ihm zwischen 1920 und 1946 63 Staaten an, einige Staaten schieden jedoch aus dem Bund aus, so dass nie alle 63 Staaten gleichzeitig Mitglieder waren.“

Das Ende oder die Moral von der Geschicht‘ von Äthiopien

Was der Film im Berlinale-Forum weiter entlarvt und bloßstellt, ist die, ja auch eindeutig rassistische, Aktion gegen ein altes Land. Ein unabhängiger Staat wird angegriffen. Ein selbständiger Staat. So etwas kennen wir doch? Aber: Der Angreifer zahlt einen hohen Blutzoll und wird nach fünf Jahren hinausgeschmissen. Was hatten die Engländer davon? Nun, Abessinien war jetzt geschwächt, und das faschistische Italien konnte als Bösewicht ausgemacht werden. Dass das Vereinigte Königreich 1941 das Land besetzte, anstatt es den Bewohnern zurückzugeben, tja, das ist heute weniger bekannt und lässt sich eher rechtfertigen. Sie wissen schon, es herrscht Krieg, und „in dieser Situation …“. Außerdem waren große Teile der Welt anderweitig beschäftigt. Im Gegensatz zu 1936. Da erfand Konrad Zuse in Berlin den Computer, der noch Rechner hieß. Und die Olympischen Spiele fanden statt im Olympiastadion. Die Jesse-Owens-Allee gab es noch nicht. Ja, ja.

Man kann aus der Geschichte lernen. Dafür muss man sie erstmal kennenlernen und vielleicht dann kennen. Ein unabhängiger Staat wird angegriffen. Faschisten brechen Recht. Der Kaiser von Äthiopien – ein unabhängiger Staat, flieht vor den angreifenden Italienern. Er wird beim Völkerbund vorstellig. Neun Monate wartet er auf Antwort. Als der italienische Machthaber später einen haltlosen Antrag, wird dieser sofort bearbeitet.

Cui bono? Wem nützt es? Welcher Staat hat etwas davon?

Als Kaiser Selassie in Europa bleiben muss, nimmt ihn noch nicht einmal die Schweiz! Obwohl Genf, der Sitz des Bundes der Völker, dort liegt. Schön am See. Mit gutem Wasser von den Bergen. Nur England nimmt ihn. Uneigennützig? Wohl nicht. In Abessinien gibt es Öl. Ach so, höre ich jetzt so manchen sagen. Ja, aber auch viele andere Rohstoffe und Bodenschätze.

Nachdem ein selbständiger Staat nicht mehr selbständig ist, kann man ihm das leichter alles wegnehmen. Italiens Kolonien Eritrea und Somaliland lagen auf beiden Seiten von Abessinien. Ein Zweifrontenkrieg. Aha. War das nicht was? 1914-18, 1939-45? England blockierte von 1936-39 die spanischen Häfen, obwohl die Republik der Demokratie näherstand. Man unterstützte damit die Faschisten. England hoffte ab 1914, aber auch 19939, mit der Blockade auf See zum Beispiel das deutsche Reich von allem abzuschneiden. Diese Hoffnung ging so einfach nicht in Erfüllung, zudem die Vereinigten Staaten, nicht die Vereinten Nationen, die gab es ja noch nicht, der lachende Dritte waren. Die Macht, die Großbritannien ablöste und eine Menge Geld mit den Waffen verdient hatte.

Italien musste sich erst wieder aufrappeln. Italien und Japan waren Gastgeber für Olympia in den 60er Jahren, Deutschland 1972. Damit wurde der Ruf langsam besser, aber die Macht blieb in den Händen der Sieger.- Äthiopien war dann wieder selbständig, aber die Zerstörungen und die vielen Toten und Verwundeten schwächten das Land, das bis heute Probleme hat.

Die Nummer 1 bei den Vereinten Nationen heißt Generalsekretär. Das war beim Völkerbund nicht anders. Joseph Avenol hieß er von 1933–1940. Ein französischer – Faschist, wie er im Film im Berlinale-Forum genannt wird. Als solcher hegte er Sympathien mit den italienischen Gesinnungsgenossen. Blockierte den Antrag von Äthiopien solange, wie ein Kind braucht, geboren zu werden.

Die französische Republik brach Verträge

Doch auch Frankreich selbst brach Verträge. Da Abessinien keinen Zugang zum Meer hatte, so wie die Schweiz oder Österreich und ebenfalls zu weiten Teilen ein Hochland mit Wäldern und westlich ein bisschen Wüste, und von Kolonien der Engländer, Franzosen und Italiener umgeben war, gab es Verträge mit Frankreich. Eine Eisenbahnlinie wurde gebaut von der abessinischen Hauptstadt Addis Abbeba zum französischen Hafen am Roten Meer. Da Äthiopien nicht selbst moderne Waffen herstellen konnte mangels Industrie, wurde ein Vertrag mit Frankreich unterschrieben. Für den Verteidigungsfall wurde vereinbart, dass auf der Eisenbahn Waffen befördert werden konnten, kostenlos, auch Soldaten, und das sogar ebenfalls gratis.

Es gab aber auch Sanktionen gegen Abessinien. Ein Waffenembargo. Ja, gegen Italien auch, aber das konnte Schlachtschiffe herstellen, moderne Flugzeuge, Kanonen und Maschinengewehre.

Abessinien kaufte kurz vor dem Angriff und danach trotzdem Waffen. Die lagerten bergewiese im französischen Hafen Dschibuti in der gleichnamigen Kolonie. Aber unter einem Vorwand wurden die Waffen – eine Vertragsbruch – nicht nach Äthiopien transportiert. Erst als die Truppen der italienischen Angreifer schon kurz vor der Hauptstadt des Binnenlandes standen, wurde sie freigegeben. Da war es aber sichtlich zu spät. Das wussten auch die Franzosen. Die Waffen fielen den Italienern in die Hände, die die Einwohner nun eher noch schneller niedermachten.

Die Leitung des Völkerbundes war gegen Äthiopien

Wir sehen also die Engländer, die den Italienern erlauben, gegen Äthiopien vorzugehen. Und das, obwohl das Regime in Rom faschistisch ist. Die Italiener, die erst im Süden und dann im Norden von Äthiopien angreifen. Ohne Grund außer Gier, Rassismus usw. Kein Respekt vor einer Kultur. Einer sehr alten Kultur wie Abessinien. Kein Respekt vor Christen anderer Hauptfarbe. Die faschistische Regierung erklärt, man brauche Holz. Das römische Reich hatte ja die Wälder des späteren Italiens. abgeholzt. Für Waffen, nämlich Galeeren, die dann in Schlachten vielfach untergingen mit Mann und Maus. In Italien gab es Streichhölzer ohne Hölzchen, zum Beispiel aus Papier oder anderem Ersatz.

Außerdem flohen die Leute aus Italien, meist in die Vereinigten Staaten. Das wollte man stoppen und die Leute „im eigenen Land“ halten. Die italienischen Kolonien Eritrea und Somaliland sind schon größer als das „Mutterland“. Mit Abessinien wäre das eine riesige, zusammenhängende Fläche gewesen mit mehreren Häfen in Mogadischu usw. vom Roten Meer bis zum Indischen Ozean nördlich Kenias und Tansanias, dem damaligen Deutsch-Ostafrika bis zum Ersten großen Krieg. Das italienische, faschistische Regime träumte vom Lebensraum im Süden, deutsche National-Sozialisten von demselben im Osten, wobei man jeweils die Minderwertigkeit der Völker postulierte, die jeweils in den auserkorenen Gegenden und Ländern wohnten. Ob nun Afrikaner oder Slawen. Russen.

Das Deutsche Reich brach auch einen Vertrag, den Nichtangriffspakt mit Russland. In Rom gibt es eine Enklave, den Vatikan. Der hatte 1934 einen Vertrag mit dem Deutsche Reich geschlossen. Das Reichskonkordat. Dem Weltkatholizismus war ein Angriff der nationalen Sozialisten auf die Russen und anderen östlichen Völker recht, waren sie doch sozialistisch („Bolschewisten“) und „gottlos“ oder gläubig, „aber“ orthodox. Lauter Parallelen.

Ein langer Film, ein guter Film aus anderer Perspektive. -Augenöffnend

Der Film im Berlinale-Forum ist aus 5 Teilen. Jeden Tag einzeln anzuschauen, wäre vielleicht sinnvoller. Aber so werden an zwei Tagen einmal zwei Teile und einmal drei präsentiert. Jeweils in der zweiten Tageshälfte. Ob dadurch weniger Zuschauer kommen? Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Selbst 2 Stunden der 10 Stunden Laufzeit – erst waren es zehneinhalb Stunden, dann kürzten die Filmemacher auf neuneinhalb Stunden herunter.

Ein selbständiger Staat wurde angegriffen. Die Weichen wurden vorher gestellt. Es ging um Öl und Bodenschätze, die es gab. Ein selbständiger Staat hatte sie. Wer war schuld? Die Vertragsbrecher? An erster Stelle ja, in der Tiefe nicht. Die Industrielle Revolution? Wohl nicht? Der Kapitalismus? Zu einfach.

Die Laster? Ja, die Gier auf jeden Fall. Und die Tatsache, dass die Menschen nicht wissen, wer sie sind. Wüssten sie, dass alle Seelen sind, würden sie den anderen, egal oberflächlich welcher Hautfarbe – ja, das ist die Wahrheit -, ob Mann, ob Frau, als Gleiche sehen und würdigen.

Berlinale: 12.- Sonntag, den 22.2.’26. Berlinale-Forum unter anderem im Delphi, Kantstraße 7a. Programm online.

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