Detective Club – Praxisrunden nicht nur für Verschwörungstheoretiker

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"Detective Club". © Hutter Trade GmbH & Co. KG

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wenn die Sonne lacht und die Leute im Land zuhause bleiben müssen, dann brechen an diesen schlechten Tagen gute Zeiten für Spiele an. Ein neues Spiel im Regal kommt aus Günzburg, also aus dem Hause Hutter Trade, und trägt den Titel „Detective Club“.

Entwickelt sei das Spiel laut Verlag im IGAMES Studio, als Autor wird Oleksandr Nevskiy genannt, der die Idee hatte, für die farbliche und formvollendete Gestaltung steht M8I Studio und als Übersetzerin Tina Landwehr-Rödde in der vier Seiten umfassenden Spielanleitung, die so quadratisch-praktisch ist wie die Blechbox, aus der ich sie holte.

Deckel auf und heraus kann man zudem 168 Hinweiskarten (eher groß, aber dünn), 68 Siegpunktplättchen (pappdick), 8 Abstimmungslupen (holzig), 8 Spielerplättchen (wie eine schwertförmige Scheidenmuschel), 7 kleine Blöcke (liniertes Papier)und einen Bleistift (kurz und aus Holz) holen.

Für eine Runde „Detective Club“, die eine gute Dreiviertelstunde dauern kann, aber auch einmal eine volle Stunde, braucht man vier Personen, besser wäre eine gesellige Runde mit acht Teilnehmern am Tisch. Das Alter wird vom Verlag mit „acht Jahren“ aufwärts angegeben.

Auch mit einem Smartphone können Spieler Geheimwissen aufschreiben und teilen. Dafür darf man sich eine App runterladen. Ansonsten kommt es aufs Denken und Reden an, wenn man diese kunterbunten und komischen Karten, ja, surreal sind die Bilder, in Händen hält, um den Verschwörer im Kreis ausfindig zu machen.

Eine Partie wird über mehrere Runden gespielt, aber in jeder Runde schreibt ein Spieler geheim ein Wort auf die Blöcke aller Spieler – bis auf einen. Der Spieler, der das Wort nicht kennt, ist der Verschwörer für diese Runde. Jeder Spieler ist einmal der „aktive Spieler“, wenn die Anzahl bei sechs bis acht Spielern liegt, dann endet das Spiel; liegt die Anzahl bei vier oder fünf Spielern, dann darf jeder zweimal „aktiv“ sein.

Naja, die anderen sind es auch, denn in jeder Runde heißt es erstens Wörter ausdenken, zweitens Rollen festlegen, drittens Karten ausspielen, viertens diskutieren und abstimmen und fünftens werten.

Beim Ausspielen der Karten sollten die Spieler reihum die Bildkarten auswählen, die ihrer Meinung nach gut zu dem gewählten Wort passen. Der Verschwörer muss daraus schnell Schlüsse ziehen. Warum legen die anderen genau diese Karten aus? Was könnte das geheime und gesuchte Wort sein? Dass niemand merken darf, dass er keine Ahnung hat, das ist der Clou.

Wenn das Wort am Ende der Runde bekanntgegeben wird, erklärt jeder Spieler, warum seine gespielten Karten zu dem Wort passen. Der Verschwörer muss nun schnell mit einer guten Erklärung für seine Karten aufwarten, um nicht entlarvt zu werden!

Am Ende wird über die diskutiert und abgestimmt, wer der Verschwörer ist. Der „aktive Spieler“ darf selbstverständlich nicht abstimmen. Nach der Abstimmung wird gewertet und am Ende müssen die Siegpunktplättchen aufgedeckt und gezählt werden. Wer die meisten Punkte hat, der gewinnt.

Bei diesem Spiel mit Karten und Charakter können die Teilnehmer Themen wählen, zu denen das vom aktiven Spieler ausgesuchte Wort passen muss. Auf diese Weise wird ein Spiel leichter (vielleicht beim Thema Hollywood-Filme des 21. Jahrhunderts) oder schwerer (französische Literatur des 19. Jahrhunderts). Auf diese Weise bekommen die Runden Reiz! Auch könnte die Diskussion vor der Abstimmung ausgelassen werden. Probieren geht über Studieren – auch beim Detective Club.

Bibliographische Angaben

Detective Club, Autor: Oleksandr Nevskiy, Entwicklung: IGAMES Studio, Illustration und Gestaltung: M8I Studio, Übersetzung ins Deutsche: Tina Landwehr-Rödde, Anzahl der Spieler: vier bis acht, Alter der Spieler: ab 8 Jahren, Dauer des Spiels: 45 bis 60 Minuten, Format: 215 x 215 x 75 mm, Spieleverlag: Hutter Trade GmbH & Co. KG, Günzburg, 2020, EAN: 4 260071 881229

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