Static Time, Click-Pause Silence und White Darkness vom Staatsballett Berlin – Drei neue avantgardistischen Ballettchoreografien

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© Fernando Marcos

Berlin, Deutschland (Kulturexpesso). Wieder einmal präsentiert sich das Berliner Staatsballett als eins der führenden internationalen avangardistischen Balletts unter dem Intendanten Nacho Duato. Static Time, Click-Pause Silence und White Darkness heißen die drei avantgardistischen Ballettchoreografien, die vom Staatsballett Berlin in der Staatsoper im Schillertheater performed wurden – mit Musik vom Tonträger.

Static Time, choreografiert vom Intendanten Nacho Duato, thematisiert Erinnerung und Ewigkeit. Auf der dunklen minimalistischen Bühne spannen acht TänzerInnen in dunklen Tanzkostümen unter Aufbietung beachtlicher tänzerischer Vielfalt zur Musik von Mozart, Rachmaninow und Schubert in zwei Schichten einen Bogen vom Anfang zum Ende des Balletts, aus dem sich die drei klassischen Stücke wie Erinnerungen erheben. Der Architekt Jaffar Chalabi kreierte dazu auf der Bühne ein außerirdisch anmutendes, sich drehendes, riesiges, dunkles Mobile, welches Zeit und Ewigkeit überzeugend visualisierte.

Click-Pause-Silence, choreografiert von Jiri Kylián, versinnbildlicht „das Kommen und Gehen und das Geheimnis, wenn Menschen in unser Leben eintreten und wieder verschwinden“, so Kylián. Bachs „Präludium Nr. 24 b-moll BWV 869“ aus „Das wohltemperierte Klavier“ wurde von Kylián und dem Komponisten Dirk Haubrich in Elemente zerlegt und „neue Verbindungen geschaffen“. „Dieser sezierten Welt von Noten, Themen und Miniatur-Strukturen wird langsam Zeit, Raum und Bestimmung gegeben, die nicht nur selbst-unterstützend ist, sondern Zuflucht für unsere fundamentalen Gefühle und Rückversicherungen wird, die wir so verzweifelt für unser physisches und spirituelles Wohlergehen brauchen“, erklärt Kylián. People com, stay and go… Sometimes it Clicks – the Puase tells us about time – the Silence speaks. TänzerInnen in auberginen, grünen und blauen Tänzeroutfits präsentieren in ausdrucksstarken, kraftvollen, phantasievollen Posen, Drehungen, teils barfuss das Werk.

White Darkness unter der kraftvollen, zeitlosen Choreographie von Nacho Duato und Musik von Karl Jenkins akkumuliert das gesamte tänzerische Können der beiden Vorgängerstücke in geballter Kraft. Atemberaubend und dynamisch „fetzen“ die TänzerInnen über die dunkle Bühne, Tempo kombiniert mit Grazie. Die schwarzen, an Sportunterwäsche erinnernden Kostüme mit Glitzer geben dem Auge die Möglichkeit, sich auf die Ausdruckskraft der Gliedmassen zu konzentrieren, die in kreativen Posen, Drehungen, Sprüngen, Gleiten der Musik folgen. Sand rinnt in Kaskaden von der Decke, Zeichen für die verstreichende Zeit? Nach einem packenden Pas-de-Deux bleibt die Tänzerin verstört unter einem Sandwasserfall zurück, während ihr Partner sich entfernt. Entstanden 2001 für die Compania de Danza in Madrid, zeigt Nacho Duato in diesem Schlüsselwerk lose Strophen um eine junge Frau, die sich durch die schützenden Hände Hände eines Begleiters windet. Von ihrer Drogenabhängigkeit gezeichnete Zustände fließen ineinander. Die Atmosphäre wechselt zwischen Andacht und Aufruhr. Tosender Schlussapplaus zeigt die Begeisterung des Publikums!

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