Ein geiler Sommerschmöker aus dem Hause Tropen beamt uns ins Jahr 1634 – Annotation zum Krimi „Der Tod und das dunkle Meer“ von Stuart Turton

"Der Tod und das dunkle Meer" von Stuart Turton. © Tropen in Klett-Cotta Verlag

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der geniale Stuart Turton hat wieder zugeschlagen. Nach seinem vertracktem Debüt-Hit „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“, schickt er uns nun auf Lesereise in die niederländische Kolonie Batavia.

Brillant! Entzückend! Das Buch platzt schier platzt vor fabelhaften Bildern, treffenden Säbelhieben und mordsmässiger Spannung.

Ein Trupp stranger Adliger will mit einem mysteriösen Schatz gen Holland schippern. An Bord in der Mannschaft und auf allen Decks jede Menge mieser Verbrecher, Komplottschmieder, vermeintliche Hexer und Hexenjägerinnen. Schon bald stolpert unser Hauptheldinnenduo über diverse Rätsel und Schandtaten. In seinem maritimen Thriller-ähnlichen Roman voll böser Absichten, Morde und vieeeel Verschwörung, scheucht uns Turton spritzig über die Decks. Die Geschichte ist grotesk, es ist beileibe kein schnöder Historienroman oder banaler Krimi. Turton hat einen sehrsehr nicen Unterhaltungsroman mit Tiefgang gebaut, der einen Vergleich mit dem Namen der Rose oder Fräulein Smillas Gespür für Schnee nicht scheuen muss.

Dieser geile SommerSchmöker, versehen mit einem modernen und angenehm coolen Frauenbild, muss unbedingt gelesen werden. Am Strand, in der Kneipe, in der Berghütte oder auf der heimischen Couch, holt euch dieses Buch und ich verspreche intelligente Unterhaltung.

Bibliographische Angaben

Stuart Turton, Der Tod und das dunkle Meer, Kriminalroman, Übersetzerin aus dem Englisch: Dorothee Merkel, Original: The Devil and the Dark Water, 608 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Verlag: Tropen, Berlin, 1. Auflage, 2021, ISBN: 978-3-608-50491-0, Preis: 25 EUR (Deutschland), 25,70 EUR (Österreich)

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