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„Frauen und Roboterbauen – Mädchen gar? Aus Afghanistan? … und die wollen zu Olympia?“ Sie haben sogar eine Medaille geholt! Eine wahre Geschichte. Der Film „Die Schule des Mutes“ („Rule Breakers“) ist ab 29.1. im Kino

Flagge Afghanistans vor der afghanischen Botschaft in Berlin, aus diesem Land (Afghanistan) kam das Team aus Mädchen, das mehrfach bei dem internationalen Robotik-Wettbewerb, einer Art Roboter-Olympia bzw. Olympiade, teilnahm und zwar ziemlich erfolgreich.
Flagge Afghanistans vor der Botschaft in Berlin. Aus Afghanistan kam das Mädchen-Team, das mehrfach bei internationalen Roboter-Wettbewerben, einer Art Robotik-Olympia, teilnahm, und dort mit der Flagge in den Saal einzog und Erfolge feierte. Zu sehen ab 29.1.'26 im Kino in dem Film "Die Schule des Mutes" nach einer wahren Begebenheit. Photo/ BU copyright '26 BY Andreas Hagemoser, Aufnahmeort: Berlin, -datum 13. Januar 2026

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Afghanistan und Frauen, passt das zusammen? Schlecht gestellte Frage. Afghanistan und Roboter? Naja, als Absatzmarkt vielleicht? Roboter und Mädchen? „Was sollen die blöden Fragen?“ Wir mögen Kino, aber wir freuen uns über Spielfilme, die auf einer wahren Geschichte beruhen – und berühren. Wie „Die Schule des Mutes“. Wahre Geschichten sind oft unglaublich, Drehbücher kocht man nur mit Wasser. Wenn eine Mannschaft aus Mädchen – ja, wir wissen, dass das für manche junge Leute widersprüchlich klingt, aber es ist ein Stabreim und der Anglizismus „team“ ist ebenfalls ungenau – aus Afghanistan mit Roboterbau einen Blumentopf gewinnt, sogar eine Medaille, dann ist das durchaus der Beachtung wert. Nicht bei Olympia, Roboter bauen ist ja keine olympische Disziplin, aber eine Medaille bei einem internationalen Wettbewerb. Zudem in Ländern wie Afghanistan und Jemen – herrjemineh! – nicht nur beim Lachsfischen so einiges schiefgehen kann.

Die Afghanen sind ein stolzes Volk. Mit dem Siegen kennen sie sich aus. Afghanistan wurde von mächtigen Moslems besetzt, von Indien, von der Sowjetunion, die jahrzehntelang mit der NATO pari war, ja sogar von Nichtnachbarn. Nämlich vom Vereinigten Königreich von Großbritannien und (heute Nord-) Irland, gelegen auf Inseln am Westrand Eurasiens, seit dem siebenjährigen Krieg 1763 bis zum Bau der Atombombe 1945 die größte Weltmacht der Geschichte, größer als das Reich Dschingis Khans. Und von einer Macht, die gar nicht aus Eurasien stammt, noch nicht einmal aus Afrika, sondern aus dem fernen Amerika. Ihnen allen ist gemeinsam: Sie mussten wieder gehen. Nicht weil sie von einer anderen (Kolonial-) Macht vertrieben wurden, sondern weil das bergige, teils unwirtliche Land der Ziegen, Esel und Steine Mittel hatte, der Besetzung Einhalt zu gebieten. (Panzer wurden zwischen Steinlawinen festgesetzt u.a.)

Ja, gut, die Sowjets wurden nur mit US-amerikanischer Hilfe vertrieben. Unter dem Strich bleibt: Afghanistan ist unbesiegbar. Ein Beispiel findet sich in dem Buch

Militärische Blindgänger

und ihre größten Schlachten“ von Geoffrey Regan im Komet-Verlag. Originaltitel: ‚Military Blunders‘. Im Kapitel „Rückzug aus Kabul (1842)“ wird auf fünfeinhalb Seiten klar, dass die gesamte britische Garnison, 16.000 Männer, Frauen und Kinder auf ihrem Weg nach Indien niedergemacht wurde. In dreißig Zentimeter hohem Schnee. Nur ein Mann überlebte, Oberstabsarzt William Brydon. Er erreichte als einziger die sichere Festung Jalalabad.

Solange Solarenergie, Selbstversorgung und Windkraft nicht die Sicherheit und Unabhängigkeit der Völker schützen, gilt:

Willkommen in Pipelinistan.

Die Deutschen hatten ja finanziell bereits stark zu leiden unter der Dreiviertelzerstörung der vier Gasleitungen durch die Ostsee durch Ukrainer (so die Bundesanwaltschaft) im September 2022. Die deutsche Wirtschaft erholt sich seitdem nicht mehr, die Regierung brach zusammen und 2025 geht als Rekordjahr mit den meisten Unternehmenspleiten seit langem in die Geschichte ein.

Über die Reparatur der Gaspipelines Nordstream 1 und 2 wird bis heute nicht gesprochen. Keine Ahnung, warum, denn spätestens, wenn wieder Frieden einkehrt, muss Deutschland schnell wieder in die Spur kommen, sonst wird es sich selbst Bürgergeld und Grundsicherung nicht mehr leisten können.

Pleite gegangene Unternehmen zahlen keine Steuern. Stattdessen gibt es noch mehr Arbeitslose.

Was das mit Afghanistan zu tun hat? Es ging um IPI oder TAPI. Die eine Leitung wäre vom Iran über Pakistan nach Indien gegangen, die andere von Turkmenistan über Afghanistan an dieselben Ziele. Die Anfangsbuchstaben der Länder lösen das Rätsel. Indien hat sich gemausert, verbraucht viel Öl und hat inzwischen die größte Bevölkerung.

Mathias Bröckers und Paul Schreyer benannten in ihrem Buch „Wir sind die Guten“ (!) im Westend-Verlag Frankfurt am Main ein Kapitel wie unsere Zwischenüberschrift „Willkommen in Pipelinistan“ Dort legen sie die „Geheimnisse“ der Gas- und Ölleitungen dar und der damit verbundenen Machtspiele.

Turkmenisches Öl hätte über Afghanistan geleitet werden sollen. Die USA haben ein Auge darauf, dass da nichts in „falsche Hände“ gerät. Seit September 2001 wurden der Irak und Afghanistan angegriffen, während der Pandemie dann zogen sich die Amerikaner spektakulär und in Eile aus dem besetzten Teil Afghanistans und zuletzt aus Kabul unerwartet zurück.

Mädchen an die Rechner – mehr EDV in Herat in Afghanistan

In der Zeit vor dem Abzug durften Kinder zur Schule, auch Mädchen. Frauen durften Unternehmen leiten und vieles andere tun, was sie heute wohl wieder nicht mehr dürfen.

Eine Frau, Roya Mahboob (gespielt von Nikohl Boosheri) und ihr Bruder eröffneten Internet-Cafés und Rechner-Räume für Mädchen und Frauen. Gegen männlich-moslemische Widerstände. An der Universität in Herat wurde für Studentinnen der Zugang zur EDV geschaffen. Auch unter dem Schutz der Kabuler Regierung durch England und die USA kein leichtes Unterfangen.

(Wer die spannende Geschichte im Film erleben will, sollte jetzt ein paar Absätze nicht lesen, da sonst zuviel „verraten“ wird und die Überraschungen der Geschichte im Kino keine mehr sein werden. Aber selbst dann lohnt ein Kinobesuch außerordentlich.)

Sogar Roboter werden in Afghanistan gebaut

Nachdem das gelungen war, hatte die Initiatorin eine weitere Idee: Aufbau eines reinen Mädchen-Teams für die Roboter-“Olympiade“. Damit stieß sie sogar bei ihrem Bruder erst auf taube Ohren. Zu stark das Patriarchat in Afghanistan. Zu groß die Vorbehalte vieler. Doch letztlich gelang es. Der Aufbau eines Mädchenteams. Die vier heißen Esin, Taara, Haadiya und Arezo.

Nur konnte dann die Mannschaft nicht ausreisen, da die Botschaft der Vereinigten Staaten keine Visa ausstellte! Afghanistan und Iran sind Nachbarländer, viele haben Verwandte dort. Iranische Kontakte aber gelten als Risiko. In der US-amerikanischen Botschaft.

Die Macht der Presse oder der vierten Gewalt

Eine kurze Meldung einer US-Journalistin hatte es gegeben über die Ansinnen und den Erfolg der mathematisch und organisatorisch begabten afghanischen Initiatorin ROYA Mahboob im Aufbau von EDV-Bildung und Informatik für Mädchen.

Diese wandte sich nun in ihrer Not, wo die Teilnahme an dem internationalen Wettbewerb an Visa zu scheitern drohte, an die Journalistin, die um Entschuldigung nachsuchte, weil aus Zeitgründen ihr erster Artikel über ROYA Mahboob so kurz geriet. Die Journalistin arbeitete an einem neuen Beitrag. Politisch passte die Unterstützung der Frauenrechte in Afghanistan, die Botschaft durfte nun Visa ausstellen und die Mädchen reisten mit ihrer Chefin und deren Bruder zum großen Event über den großen Teich.

Von nun an besuchten die vier Mädchen mehrfach internationale Wettbewerbe. Eine Art Olympia der Robotik. Dabei bestehen die Mannschaften aus Menschen, die sich mit Robotik auskennen, also auch mit Programmieren; sie sind aber meist gemischt zusammengesetzt. Es gibt dort keine Regel, dass eine Mannschaft nur aus Männern und Jungs oder Mädchen und Frauen zusammengesetzt wird. Im Gegensatz zu Olympia gibt es kein Speerwerfen der Frauen und der Männer, denn Robotik-Olympia ist keine körperliche, sondern eine geistige Disziplin – bei der Geschicklichkeit und handwerkliche Fähigkeiten auch gebraucht werden, um vorne dabei zu sein. Aber eine Mannschaft aus nur einem Geschlecht zusammenzustellen ist möglich und deswegen erlaubt. Finanziell unterstützt wurde das Mädchen-Team von einem Weltmarktführer aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Ein bisschen Produktplazierung und indirekte Werbung kann man also schon erwarten in diesem Film, der quasi eine Art Dokumentarfilm ist, aber sehr spannend.

Am Anfang galt noch das „olympische“ Motto: Die Teilnahme sei das wichtigste.

Doch da Geld das wichtigste ist, konnte die Lüge nicht lange aufrechterhalten werden.

Nach zwei, drei Wettbewerben drohte das Aus.

Die Geschäftsleitung des Sponsoring-Unternehmens stellte Bedingungen. Ein Platz unter den ersten 5 müsse erreicht werden, sonst werde der Geldhahn zugedreht.

Afghanistan-Team muss sich in Berlin bewähren, sonst fliegt es raus

Beim internationalen Roboter-Bau-Wettbewerb in Berlin fiel die Entscheidung. Teams aus reichen Industrieländern wie Frankreich und Dänemark mussten übertroffen werden. Mindestens ein paar davon. Einige Mannschaften kamen aus den USA, traten aber unter der Flagge der kalifornischen Republik oder des „Commonwealth von Pennsylvania“ an. Pennsylvanien ist einer der dreizehn Gründerstaaten und zählt heute dreizehn Millionen Einwohner. Es gibt keine Amtssprache, de facto werden englisch und Pennsylvania-Dutch bzw. Pennsylveni-Deitsch von den Behörden benutzt, eine auf pfälzischen Dialekten aufbauende Sprachvariante des Deutschen in Nordamerika.

Die Vereinigten Staaten strotzen vor Innovationskraft, nicht nur beim Thema Roboter. Nach dem Sieg im Krieg und der bedingungslosen Kapitulation konnten von Deutschland etwa 5000 Patente übernommen werden. So konnten die USA auch Raketen bauen, die es vorher nur im Deutschen Reich gab. Konrad Zuse erfand 1936 den Computer; in Berlin. Er hieß Rechner und wurde so auch in den USA genannt. Düsenjäger und Düsenflugzeuge überhaupt gab es seit den 30er Jahren auch nur in Deutschland. Inzwischen sind die USA allerdings in vielen Bereichen führend, wenn auch die besten Autos nach wie vor in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen gefertigt werden. Teilweise übrigens von Robotern, Industrierobotern.

Die Roboter im Film erinnern eher an Spielzeuge oder an die IFA, die Internationale Funkausstellung in Berlin, in ihrem Bereich die Leitmesse.

Da es sich um einen Spielfilm handelt, eine Drama, gibt es auch ein Happy-End. Doch die letzten Einzelheiten wollen wir nicht verraten (Spoiler).

Nach den politischen Macht-Veränderungen in Afghanistan hat der Kopf hinter der afghanischen Mädchenmannschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika ein Start-up gegründet und ist umgezogen. Der Wohnsitz anderer Protagonistinnen und auch Protagonisten hat sich ebenfalls verändert.

„Die Schule des Mutes“ („Rule Breakers“) – Fazit zum Film über das Robotik-Team aus afghanischen Mädchen

Ein ganz toller Film, den man nicht verpassen sollte. Voller Überraschungen! Einblicke in eine Welt, die kaum einer kennt. Die aber wichtig für unsere Zukunft ist.

Roboter können nicht streiken, und sie sterben auch nicht. Die Anwendungsgebiete werden immer vielfältiger. Während „früher“ nur der Rasen gemäht wurde oder der Fußboden gesaugt, kann jetzt Krieg geführt werden und man muss bereits auf die Menschenrechte aufpassen.

Weitere Leute werden arbeitslos werden und computergesteuertes Fahren wird von Regierungen gefördert. Nicht immer zum Nutzen des Volkes. Leicht könnte das Erreichen eines bestimmten Zieles per Knopfdruck verhindert werden. Schon jetzt werden unter fadenscheinigen Ausreden in lle Neuwagen in Deutschland Kameras eingebaut, die den Innenraum überwachen. Angeblich, um Ermüdungserscheinungen des Fahrers vorzubeugen. Tatsächlich wird aber der ganze Innenraum ständig gefilmt. Damit endet die Anonymität und damit sind die Reste der Demokratie immer weiter gefährdet.

Sich den Film anzuschauen, bedeutet auch, sich weiterzubilden. In einer Zeit, in der nicht mehr Soldaten, sondern Drohnen Kriege dominieren, sollte man sein veraltetes Weltbild dringend auffrischen.

Mit diesem wunderbaren Film gelingt das sehr unterhaltsam.

Im Spätsommer bzw. Frühherbst sollte man dann auf die IFA in Berlin gehen. Genauer: die Internationale Funkausstellung im September ‘26.


Kurz-Filmographie des Spielfilms „Die Schule des Mutes“

Regie: Bill Guttentag

Drehbuch: Bill Guttentag und Jason Brown

Besetzung (engl. Cast): Nikohl Boosheri (die als Kind iranischer Flüchtlinge in Pakistan geborene kanadische Schauspielerin spielt die Hauptrolle der Roya Mahboob),

Noorin Gulamgaus als Royas Bruder Ali Mahboob,

Amber Afzali als Esin
Nina Hosseinzadeh als Taara
Sara Malal Rowe als Haadiya
Mariam Saraj als Arezo
Nasser Memarzia als Abdul
Phoebe Waller-Bridge als Jessica Curie, Ali Fazal als Samir Sinha (der Mann von der großen US-Firma, die die Mädchen sponsorte) u.v.a.

Ali Fazal ist neben Waller-Bridge vielleicht am bekanntesten. ’88 in Lucknow (luck now!) geboren, studierte er Ingenieurwesen in Dehradun und war gut unterwegs als indischer Basketballspieler, bis er sich am Arm verletzte. In einem Kino lernte er den Regisseur Rajkumar Hirani kennen, in dessen Film „3 idiots“ er später eine Rolle bekam. in Fast & Furious 7 spielte er die kleine Rolle des Safar. Wir kennen ihn aus „Victoria & Abdul“, dem Spielfilm aus dem Jahr 2017, wo er an der Seite von Judi Dench als Königin Viktoria den Diener Abdul Karim (1863 Jhansi -1909 Agra) spielte.
Er spielt Gitarre und schreibt: Gedichte und Kurzgeschichten.

Originaltitel: „Rule Breakers“ (wörtlich soviel wie ‚Die Regelbrecher(innen)’)

Dauer: 120 Minuten bzw. 2 Stunden, die sich lohnen

FSK (freiwillige Selbstkontrolle): ab 6 Jahren freigegeben!

Filmstart, das heißt bundesweiter Kinostart ist am Donnerstag, den 29. Januar ‘26 (29.01.2026).

Eine Vor-Vorführung im Cinestar Berlin, Kino in der Kulturbrauerei in der Schönhauser Allee 36 in 10435 Berlin (Prenzlauer Berg), (Anfahrt U2 bis Senefelderplatz oder Eberswalder Straße, dort auch Tram M1 und 12), gibt es bereits am 26. Januar ‘26 um 19:30 Uhr.

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