Schlittschuhfahren an der Costa Brava – Annotation zum Roman „Die Eisbahn“ von Roberto Bolano

"Die Eisbahn" von Roberto Bolano. © S. Fischer

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Juhu, abermals fand sich wie durch ein Wunder etwas Neues von Bolaño in den Tiefen seines schriftstellerischen Erbes.

Nun ist es die Costa Brava, vielleicht sogar Blanes, der Ort bolanoschem Rückzugs, der Ort an der Küste, in dem er bis zum Tode mit seiner Familie lebte.

Was passiert?

Ein dicker Bürokrat verliebt sich unsterblich in eine spanische Eiskunstläuferin und baut ihr heimlich (und vom unwissendem Steuerzahler bezahlt), eine gut getarnte Eisbahn, wo sie bei 40 Grad im Schatten für die Olympiateilnahme übt.

Was noch?

Diverse südamerikanische Exildichter mit komischen Brotberufen schlagen sich durch und kommen dem Geheimnis auf die Spur.

Leider bemerkt auch lokales Gelichter von der Eisbahn und ein putziges Drama nimmt seinen Lauf.

Was sonst?

Viel Hitze, viel erfüllte und unerfüllte Liebe, etwas Leid, wenig Hoffnung.

Ein schräger Lesespaß, ein schönes Puzzleteil im Bolanokosmos, liest sich fein weg wie frisch geschnitten Knoblauch=Brot.

Bibliographische Angaben

Roberto Bolano, Die Eisbahn, 224 Seiten, Übersetzer: Christian Hansen, Verlag: S. Fischer im Konzern S.-Fischer-Verlage, Frankfurt am Main, 1. Auflage, 13.10.2021, ISBN: ‎978-3-10-397419-5, Preis: 24 EUR (Deutschland)

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