Schmierseife und Schmeichelsuppe – Annotation zum Buch „Inside FC Bayern“ von Christian Falk

"Inside FC Bayern'" von Christian Falk. © Riva

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Man kann mir nicht vorwerfen, es nicht versucht zu haben. Landauf und landab ist die Bildzeitung, die viele Menschen und aktive Fußballfreunde für eine Ausgeburt der Bösartigkeit halten, das Boulevardblatt mit der höchsten Dichte sogenannter Prommigeschichten. Hat das irgendwas zu bedeuten? Nein.

Der Fußball mit seiner Star- und Sternchendichte zieht eine bestimmte Art Schlüssellochgucker und klebrige Puddingbrummseln an, wie die Motten das Licht. Wie hoch muss der Fatzkequotient sein, um bei diesem Blatt den dicken Griffel der Pein rühren zu dürfen? Ich mag gar nicht darüber nachdenken.

Falk ist einer aus diesem Kreis der Hölle. In seiner floskelreichen Sprache dödelt er durch die jüngste Bayern-Historie. Ich möchte nicht jeden Satz einzeln auseinandernehmen, dazu ist mir meine Zeit zu schade. Eins ist sicher, er nimmt erfolgreich jede sprachliche Klippe volley. Heidewitzka, es so jodelt so fröhlich, so blutig, so selig sein deutscher Reporterinstinkt!

Wer auf billige Geschichten um Schweini, Olli, Pepi, Mülli, Ulli und Schnulli steht, wir reichlich belohnt. Klar werden diese bedruckten Blätter Leser finden, manche Leute sind sich für nichts zu doof, bzw. sind exakt doof genug für dieses Zeug.

Um es zu beenden: wie erwartet ist das Werk nicht so der Burner, ein „Dichter“ der BILDzeitung doziert über „seine“ Schlüssellocherlebnisse bei „seinem“ FC Bayern, angereicht mit gammligem Tratsch und Klatsch, es ist zum Wegrennen. Wer die tumbe Bildsuppe mag, wird sich die Hände reiben, dem großen Rest empfehle: macht um dieses Ding einen großen Bogen.

Bibliographische Angaben

Christian Falk, Inside FC Bayern, Ein Reporter blickt hinter die Kulissen des Rekordmeisters, 352 Seiten, Verlag: Riva, München Juli 2020, ISBN: 3742313770, Preis: 22 EUR (Deutschland)

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