Wien, Österreich (Kulturexpresso). In der Hauptstadt der einstigen Habsburger Monarchie, bekanntlich waren die Habsburger eine deutsche Dynastie, dem heute gewitzigt sowohl Republik als auch Reich genannten Staat, gibt es auch das eine oder andere kleine Filmfest. Das größte unter diesen Filmfestivals ist das in Wien, das Viennale genannte wird. Vom 22.10. bis 3.11.2026 soll die diesjährige Viennale, die V’26 abgekürzt wird, stattfinden. Sie wird englisch auch als „64th Vienna International Film Festival“ behauptet.
Am 28.8.2026 wurde bereits Programmpunkte bekanntgegeben Von einem „filmhistorischen Programm mit einer sorgfältig getroffenen Auswahl herausragender Filme dieses Jahres“ ist in einer Vorschau auf die V’26 die Rede.
Eine Auswahl von Filmen
1,5°C PYROPOLITICS AND THE NEW WORLD Lukas Marxt, Deutschland 2026
BEN’IMANA Marie-Clémentine Dusabejambo, Ruanda, Gabun, Frankreich, Norwegen, Elfenbeinküste 2025
BIERMANN Jens Meurer, Deutschland 2026
DIE BLUTGRÄFIN (THE BLOOD COUNTESS) Ulrike Ottinger, Österreich, Luxemburg, Deutschland 2026
EKLIPSE Manuel Wetscher, Österreich, Italien 2026
ERINNERUNGEN EINES WALDES (MEMORIES OF A FOREST) Katharina Rabl, Österreich, Deutschland 2026
ETWAS GANZ BESONDERES (HOME STORIES) Eva Trobisch, Deutschland 2026
EVERYTIME Sandra Wollner, Österreich, Deutschland 2026
FA XIAN ZHI LÜ (ZOOM IN, ZOOM OUT) Dong Jie, China 2026
DAS GETRÄUMTE ABENTEUER (THE DREAMED ADVENTURE) Valeska Grisebach, Deutschland, Frankreich,
Bulgarien, Österreich 2026
LA GRADIVA Marine Atlan, Frankreich, Italien 2026
HEIMSUCHUNG – EINE JAHRHUNDERTGESCHICHTE (VISITATION) Volker Schlöndorff, Deutschland 2026
I RARELY WAKE UP DREAMING Isabelle Stever, Deutschland, Ukraine 2026
L’INCONNUE (THE UNKNOWN) Arthur Harari, Frankreich, Italien 2026
LAVE FORVENTNINGER (LOW EXPECTATIONS) Eivind Landsvik, Norwegen, Dänemark 2026
LA LIBERTAD DOBLE (DOUBLE FREEDOM) Lisandro Alonso, Chile, Argentinien, Luxemburg, Deutschland,
Vereinigtes Königreich 2026
LONDON Sebastian Brameshuber, Österreich 2026
MEINE FRAU WEINT (MY WIFE CRIES) Angela Schanelec, Deutschland, Frankreich 2026
MIA MERA STI ZOI TIS TZO: KEFALAIO FAIDRA (A DAY IN THE LIFE OF JO: CHAPTER PHAEDRA) Jacqueline
Lentzou, Griechenland, Deutschland, Frankreich 2026
NAGIDAIARĪ (NAGI NOTES) Fukada Koji, Japan, Frankreich, Singapur, Philippinen 2026
OASE (OASIS) Jannis Lenz, Deutschland, Österreich 2026
PAPER TIGER James Gray, USA 2026
QUEEN AT SEA Lance Hammer, Vereinigtes Königreich, USA 2026
LES ROCHES ROUGES (RED ROCKS) Bruno Dumont, Portugal, Frankreich, Italien, Spanien, Katar 2026
EL SER QUERIDO (THE BELOVED) Rodrigo Sorogoyen, Spanien 2026
SOUDAIN (ALL OF A SUDDEN) Hamaguchi Ryusuke, Frankreich, Japan, Deutschland, Belgien 2026
SOUMSOUM, LA NUIT DES ASTRES (SOUMSOUM, THE NIGHT OF THE STARS) Mahamat-Saleh Haroun,
Frankreich, Tschad 2026
DER TAG VOR DEM ABEND (RUNNING ERRANDS) Max Koller, Österreich, Deutschland 2025
TANGLES Leah Nelson, Kanada, USA 2026
WAREWARE WA UCHÛJIN (WE ARE ALIENS) Kohei Kadowaki, Japan 2026
WIENER BLUES: THE LONELIEST MAN IN TOWN Tizza Covi, Rainer Frimmel, Österreich 2026
Darüber hinaus mache ich gerne auf sechs Filme von Jocelyne Saab, geboren 1948 in Beirut, gestorben 2019 in Paris, aufmerksam, darunter die „Beirut-Trilogie“ – BEYROUTH, JAMAIS PLUS (1976), LETTRE DE BEYROUTH (1978), BEYROUTH, MA VILLE (1982). Diese Dokumentarfilme dürfen als Innenasichten des Bürgerkrieges in Beirut betrachtet werden.
Wer weder das Reich noch die Republik kennt, der könnte sich womöglich für Filme aus der Republik Österreich der 90er Jahre interessieren. Dieses Programm seit, so heißt es auf der Heimatseite der Viennale im Weltnetz, eines des Filmarchives Austria.
In der Retrospektive genannte Sektion werden hingegen Filme von Robert Aldrich, geboren 1918 in Cranston, Rhode Island, VSA, gestroben 1983 in Los Angeles, Kalifornien, VSA, vorgeführt. Der VS-Amerikaner, der aus zu einer kapitalistischen Dynastie gehörte (Rockefeller) setzte zwischen 1954 und 1981 rund 30 Kinofilme ins Werk, darunter solche, die dem dem apokalyptischen Film noir oder dem desillusionierten Spätwestern zugeordnet werden. Robert Aldrich gilt bis heute als Sympathisant von Kollegen, die als Kommunisten galten, so daß er im von Kapitalisten im Allgemeinen und jüdischen und zionistischen Juden im Besonderen beherrschten Hollywood zur Persona non grata wurde.
Filme von Aldrich soll man während der V’26 gucken können.
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