
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Kurze Ankündigung: es wird ein Filmgespräch zu „Das Ungesagte“ geben, am 19.3.’26 um 19 Uhr mit den Regisseuren Patricia Hector und Lothar Herzog. Thema: „Beteiligung und Involviertheit im NS-Regime“, d.h. in Deutschland während der Regierung des Deutschen bzw. ab ’38 Großdeutschen Reiches zwischen 1933 und 1945. (Nach der „Angliederung“ Österreichs 1938 als Ostmark hieß der deutsche Staat nicht mehr Deutsches Reich, sondern Großdeutsches Reich.)
Gesagt statt ungesagt sollten nur drei kleine Details bleiben. Einzelheiten, die aber wichtig sind. Aller guten Dinge sind drei. Wenn man sie versteht, kann man sie stehenlassen.
Besser wäre es, besser zu formulieren.
Aller guten Dinge sind drei – wo das Ungesagte gesagt wird
Es heißt im Kino „Beteiligung und Involviertheit im NS-Regime“. Das ist den meisten verständlich, aber im engeren Sinne falsch. Denn es geht erstens bestimmt nicht um „Beteiligung und Involviertheit im NS-Regime“, denn das würde ja bedeuten, innerhalb der nationalsozialistischen Regierung des Deutschen Reiches. Das übrigens vor 1933 auch „Deutsches Reich“ hieß. Und nicht ‚Weimarer Republik‘. Die Briefmarken beweisen das.
Gemeint wird aber wohl sein, wie sehr sich die Bevölkerung, das Volk, im Staat und in der Gesellschaft „engagiert“ hat. Also mitgemacht.
„Beteiligung und Involviertheit unter dem NS-Regime“. In der Zeit des … Regimes.
Und nicht „im Regime“, was ja innerhalb der Regime genannten deutschen Regierung bedeuten würde.
Regime legitim
Womit wir zweitens beim Regime wären. Damit werden heute Regierungen bezeichnet, die dem mainstream nicht passen. Wie Sie vielleicht schon längst bemerkt haben. Nachdem man die syrische Regierung „Regime“ nannte, stand sie auf der Abschussliste. Im Moment wird wohl die Regierung in Teheran so genannt. Kann man machen, muss man aber nicht. Doch wozu ein bereits gestürztes „Regime“, eine Regierung, die es seit 1945 nicht mehr gibt, so nennen?
Geschichtsschreibung ist die Geschichtsschreibung der Sieger. Immerhin war das „NS-Regime“ gut genug, um von der letzten Regierung des Deutschen Reiches unter der Leitung von Großadmiral Karl Dönitz, die übrigens in Grünau bei Berlin das Licht der Welt erblickte (Grünau gehörte wie die Städte Schöneberg oder Charlottenburg ja erst 1920 zu Groß-Berlin, wie es offiziell heißt und auch im Sprachgebrauch eigentlich korrekterweise heißen müsste), die Kapitulation entgegenzunehmen.
Als es im Mai ’45 um die bedingungslose Kapitulation ging, waren der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich das Regime gut genug, legitim genug. Denn danach konnten die Staaten etwa 5000 Patente mit nach Hause nehmen, um u.a. Weltraumraketen und Düsenflugzeuge zu bauen, was die Deutschen genau wie den Computer erfunden hatten. Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki in Japan flogen die US-Amerikaner ja mit Propellerflugzeugen hin.
Nach der bedingungslosen Kapitulation des deutschen Reiches wurde es, übrigens auch das vorher Ostmark genannte Österreich, ja in Besatzungszonen aufgeteilt. Das hatte man mit dem kleinasiatischen Teil des Osmanischen Reiches auch vorgehabt. Da sollte es sogar eine italienische Besatzungszone geben. Atatürk machte dem einen Strich durch die Rechnung.
Deutsche Geschichte kurz gesagt
1949 wurden auf einem Teil des Territoriums des Deutschen Reiches wieder deutsche Staaten gegründet, die beide 1973 in die Vereinten Nationen (VN) durften, wo die USA, GB, Frankreich, die Sowjetunion und die Republik China – heute fälschlich ‚Taiwan‘ genannt – schon seit ’45 drin waren und Vetorecht hatten. (Die kommunistische Volks-Republik China gab es damals noch nicht.) 1990 wurden diese beide Teilstaaten dann vereinigt, um das Rumpfdeutschland zu erzeugen, das wir heute kennen.
Drittens steht in der Ankündigung „… im NS-Regime“. Über das ‚im‘ hatten wir, wie gesagt, gesprochen. Gesagt statt ungesagt. Ganz unverzagt. Über die Zwei-Buchstaben-Abkürzung nicht. Verstehen viele, ist aber auch so eine Sache. Die Regierung des Deutsches Reiches führte seit 30.1. ’33 ein neuer Reichskanzler an. Seit dem Ermächtigungsgesetz, das im Reichstag im März 1933 vor 93 Jahren gegen die Stimmen der bedeutungslos gewordenen SPD beschlossen wurde – die Kommunisten der KPD hatte man in großer Zahl verhaftet -, gab es keine neue Reichstagswahl. Wer das Gebäude angezündet hat, blieb unklar. Ein Schuldiger wurde, na klar, schnell gefunden … Wenn wichtige Häuser brennen, ist die Wahrheit weit weg. (Gewerkschaftshaus Odessa etc. pp. You name it.) Die neue Regierung war spätestens seit dem Tode des angesehenen Präsidenten Hindenburg 1934, der Ostpreußen gegen Zarentruppen verteidigt hatte, fest im Sattel.
Es – das Regime, übernehmen wir jetzt einfach mal – tat fast, was es wollte, musste außenpolitisch Mussolini Honig um den Bart schmieren und verschenkte deshalb einen Teil Tirols an Italien, weshalb Tirol in Österreich bis heute zweigeteilt ist (!), also insgesamt dreigeteilt, und führte zum Tode von Millionen und zu bisher ungekannten Zerstörungen. Die Schönheit des mittelalterlichen Architektur nicht nur im Deutschen Reich ist unwiederbringlich verloren.
Die Schwierigkeit von Abkürzungen und Kurzwörtern
Was heute bewundert werden kann, sind jämmerliche Reste. Trotzdem ist Deutschland auf der ITB eine Reiseziel. Stellen Sie sich vor, wie schön es einmal war! Das Territorium ging großflächig verloren (Ostgebiete) und die Deutschen mussten da weg (Flucht) und durften auch nicht wiederkommen (Vertreibung). Dass man deswegen heute bei der NSDAP-geführten Regierung von einem Regime spricht, ist also verständlich. Warum aber „NS-…“?
Zur Literaturkritik: George warnt in seinem Roman „1984“ vor Abkürzungen und Kurzwörtern. „Miniwahr“ und „Minilieb“, die Ministerien für Wahrheit und Liebe, machen die Wahrheit mini und die Liebe auch. NS ist eine Verkürzung, Kurzwörter gibt es auch. Kurz mag praktisch sein, für den, der herrschen will. Und komplexes Geschehen aus seiner Sicht darstellen. Dabei werden immer wieder historische Tatsachen verzerrt. Bin hin zur Unkenntlichkeit. Was uns denn nicht an dieser Abkürzung gefällt? Das „S“ bedeutet sozialistisch, und das „A“ in der Parteiabkürzung steht für ‚Arbeiter“. Jeder Außerirdische würde die Partei für eine linke Partei halten. Gleichmacherei, Enteignung, Mangelwirtschaft. Vier- oder Fünfjahrespläne, was macht das für einen Unterschied?
Wir können wir nur kurz ein paar historische Tatsachen aufzählen. Natürlich ist die Darstellung unvollständig. Genau wie die Darstellung derer, die Bestimmtes erreichen wollen.
Schauen Sie also ruhig selbst einmal in die Geschichtsbücher, in alte Zeitungen in Archiven und Bibliotheken, und Sie werden wahrscheinlich überrascht sein. Sollten wir in Deutschland die deutsche Geschichte nicht besser kennen als die Außerirdischen?

Was? Wann? Wo? „Das Ungesagte“
Was? Filmgespräch mit Patricia Hector und Lothar Herzog (beide Regie) über „Das Ungesagte“ (Deutsche Fassung).
Wann? Am 19.3.’26 um 19 Uhr.
Wo? Im Kino Delphi Lux in Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 10. Eingang vom Yva-Bogen, das ist die Fußgängerzone westlich der Gleise des Fern- und S-Bahnhofs Berlin-Zoologischer Garten.
Anfahrt zum Filmgespräch „Das Ungesagte“
Wer vom Bahnhof Zoo kommt mit der U9, steigt von Osloer Straße kommend in Fahrtrichtung ganz vorn aus und geht weiter in die Richtung, die erste Treppe hinauf ins Zwischengeschoss und dann rechts hinaus, weiter unter der Unterführung hindurch und dann sofort scharf links in den Gang hinein. Wer erstmal am Amerikahaus entlanggeht, ist schon zu weit und am Yva-Bogen vorbeigelaufen. Also nicht ständig aufs Handy gucken, es drohen nicht nur Elektrosmog und Buckel, sondern auch das Verpassen von Wichtigem. Das Ungesagte könnte einem entgehen. Ungesagtes kann auch etwas sein, dass man sehen kann. Gesehenes. „Ich sehe was, was du nicht siehst“ könnte man jedem gehenden Handynutzer zurufen.
Mit der U2 benutzt man günstigerweise denselben Ausgang. Um ihn zu erreichen muss man aber wegen des oben geteilten Bahnsteiges andere Wege gehen. In jedem Fall in ein Einsteigen in den vorderen Zugteil (von Kreuzberg oder Gleisdreieck kommend) von Vorteil. Bzw. in den hintersten (Zugteil), wenn man aus Richtung Ruhleben/ Theodor-Heuss-Platz anreist.
Bei Anfahrt mit der S-Bahn der Linien S3, S5, S7 oder S9 empfiehlt sich ein Aussteigen aus dem 2. oder 3. Waggon des nach Westen fahrenden Zuges. Also von Ostkreuz über Alex und Friedrichstraße kommend. (Wer von Westen Kommt, Spandau, Potsdam oder Charlottenburg, steigt dementsprechend hinten aus.)
Klarstellung, die wir nicht ungesagt lassen wollen. Lothar Herzog ist Regisseur, aber auch Co-Autor des didaktischen Begleitmaterials zum Dokumentarfilm „Das Ungesagte“. Wer noch mehr über L. Herzog wissen will, was der Mainstream sagt, denn alles andere wird meist weggestrichen, lese den von jedermann oder irgendjemandem, dessen Namen wir nicht kennen, geschriebenen Beitrag in einer Selbermacher-Onlineenzyklopädie.
Werner Herzog
ist auch Filmregisseur. Er drehte unter anderem in Südamerika den Spielfilm „Fitzcarraldo“, der 1982 in die Kinos kam. Es gibt auch ein Buch darüber. Ein Wahnsinnsfilm, der auch tatsächlich die Crew fast in den Wahnsinn trieb. Schwarz-weiß, mit Klaus Kinski und viel Musik.
Natürlich ist die gesamte obere Darstellung, obwohl vielleicht manchen zu lang, verkürzt. Und nicht jedem wird jede Formulierung gefallen. Uns gefallen auch nicht alle Formulierungen. Deswegen weisen wir auf Schwachstellen hin. Einzelne Aspekte der obigen Themen füllen dicke Bücher. Stellen Sie sich ggf. vor, einen Kommentar zu lesen, wenn das hilft. Aber man sollte vor den Fakten nicht die Augen verschließen.
Wir sind der Meinung, man sollte einfachen Wahrheiten aus dem Weg gehen. Die eigene Geschichte besser kennen. Verschiedene Quellen heranziehen.





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