Afghanistan, wo die Welt am Arsch ist – Annotation zum Buch „Am Ende der Straße“ von Wolfgang Bauer

"Am Ende der Straße" von Wolfgang Bauer. © Suhrkamp

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der ewige Schmerz hat einen Namen: Afghanistan. Und Wolfgang Bauer hat alles, was wir dazu wissen müssen, in einem brettharten und wahnsinnig starken Buch festgehalten.

Wir sitzen mit ihm in einer klapprigen Karre, die uns einmal auf 2200 Kilometern die sogenannte Kings Road um das Land am Hindukusch führt und besuchen die wichtigsten Orte der jüngeren Geschichte des Landes und finden überall Leid, Hoffnungslosigkeit und eine patriarchale Zunft dumpfer Männer, das Sagen hat.

„Die afghanische Ring Road. Eine Straße, die real existiert und dennoch ein Mysterium ist. Der 2200 Kilometer lange kreisförmige Highway verbindet die wichtigsten Städte des Landes. Er versprach Einheit und Aufschwung. Seit sechzig Jahren wird an ihm gebaut, doch fertig ist er noch immer nicht. Korruption und Misswirtschaft haben riesige Summen verschlungen. Nach dem Einmarsch der westlichen Truppen wurde die Straße zu einem blutigen Schlachtfeld.“

Ein Buch wie ein Tränenmeer. Am Ende steht der Abgrund. Es gibt keine Hoffnung für das Land. Ein großartiges Werk von einem langjährigen Kenner des Landes, dass Partei ergreift und schonungslos die Fehler der Weltgemeinschaft aufzählt. Unbedingt kaufen, lesen und weitersagen.

Bibliographische Angaben

Wolfgang Bauer, Am Ende der Straße, Afghanistan zwischen Hoffnung und Scheitern, eine Reportage, mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotografien vom Hindukusch, 399 Seiten, Bindung: fester Einband mit Schutzumschlag, Format: ca. 14,8 × 22,0 × 3,8 cm, Gewicht: 752 g, Verlag: Suhrkamp, Berlin 2022, ISBN: ‎978-3-518-43076-7, Preise: 24 EUR (Deutschland), 24,70 EUR (Österreich), 34,50 SFr, auch als E-Buch für 20,99 EUR erhältlich

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