Amerikanische Landnahme – Annotation zum Roman „Big Sky Country“ von Callan Wink

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"Big Sky Country", ein Roman von Callan Wink. © Suhrkamp

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Direkt aus dem bäurischen Herz der USA zwirbelte Callan Wink (Baujahr 1984) seinen Roman Big Sky Country in den deutschen Corona-Frühling.

Indes wir uns lesehungrig in unsere Wohneinheiten verbarrikadieren, lässt er vor unseren Lesebrillen die ganze Schönheit der Landschaft des mittleren Westens erblühen.

Callan Wink, ein Name wie ein Kuhjungenausstatter, seit seinem 19. Lebensjahr als Fly Fishing Guide auf dem Yellowstone River in Montana unterwegs, verzaubert uns im Halbdrama um ein Erwachsenwerden gänzlich.

Farmersohn August erlebt zwischen Highschool und Studium ein ereignisreiches Jahr auf einer Rinderfarm. Das Scheidungskind erlebt menschlichen Verlust und findet im großen Panorama unendlicher Weite ein Stück Weg aus dem Schmerz.

Literarisch ist das nichts Neues, doch bezaubert die Story durchaus in der Naivität ihres Haupthelden, dass man sich manchmal an Figuren aus dem Werk Knut Hamsuns erinnert fühlt, freilich ohne das heute bräsig einzuordnende Blut-und-Boden-Gedöns Hamsuns.

Ein Roman aus einem Guss, knorke schnabulierbar und mit feinem Abgang.

Einziges Manko: die unmögliche Übertragung des ursprünglichen Romantitels August in Big Sky Country und der peinliche Klappentext.

Bibliographische Angaben

Callan Wink, Big Sky Country, Übersetzung: Hannes Meyer, 378 Seiten, gebunden, Verlag: Suhrkamp, Berlin, 1. Auflage, 15.2.2021, ISBN: 978-3-518-42983-9, Preis: 23 EUR (Deutschland), 23,70 EUR (Österreich), 32,90 SFr, auch als E-Buch erhältlich

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